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Wie geht Ihr mit dem Leid um?

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(@milan)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo zusammen!

Mal wieder im öffentlichen Bereich ... aber ich denke mit diesem Thema ist das okay.

Letztes WE hatte ich meinen Kleinen. Wann ich ihn das nächste Mal sehe, weiß ich nicht. Ich vermisse ihn unglaublich und mache mir so Sorgen um ihn. Heute ist es besonders schlimm. Wenn ich in sein Zimmer gehe, welches aussieht als wäre er eben erst weg, schießen mir sofort die Tränen in die Augen. Die kleinen Autos stehen da, als würde er nur kurz nach nebenan sein und gleich weiter spielen. Sein Bett zu machen habe ich bis heute nicht gewagt.

Im Kühlschrank die kleinen Trinkpäckchen, im Schrank seine kleinen Becher, auf dem Wäscheständer seine bunten Tshirts, in der Diele die Marienkäferstiefel und im Garten die Rutsche, auf der einfach niemand rutscht. Ich denke Ihr wisst, was ich meine. Selbst der Hund geht regelmäßig in sein Zimmer und sucht nach ihm.

Wie geht Ihr mit diesen düsteren Tagen um? Wenn alles so ist, als wäre die Welt in eine schwarze Decke gehüllt. Lenkt Ihr Euch ab, verdrägt Ihr, geht Ihr raus, redet Ihr mit Freunden? Ich hab alles schon durch, aber die Seele bleibt schwer.

Milan


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 19.08.2006 17:54
(@Dudlu)

Hallo Milan,

Du willst wissen wie es mir so geht seit sie mir unsere Tochter weggenommen hat?
Mir geht es so dreckig, daß ich es gar nicht in Worte fassen kann. Mein Körper hat total abgebaut und die Nerven liegen so blank, daß ich Nachts im Bett liege und am ganzen Körper zittere. Tagsüber sind es nur die Hände, aber Nachts macht mein ganzer Körper verrückt, als sei ich ein Junkie auf Entzug. Ich schließe mich oft in ein abgedunkeltes Zimmer ein und liege ohne Empfindungen da.

Weinen kann ich überhaupt nicht, so schockiert bin ich darüber. Ich traue mich nicht zu weinen, weil ich weiß, daß ich dann nix mehr unter Kontrolle bekomme.

Spielsachen, Klamotten und Fotos von meiner Maus habe ich in Kisten verpackt und im Keller in die hinterste Ecke verstaut, damit ich diese Dinge nicht sehen muss, da ich sonst einen Zusmmenbruch erleiden würde.

Heute, als wir im Zoo waren und nach den Elefanten und den Elefantenkindern geschaut haben meinte sie: "Elefanten sind immer sehr lieb. Wenn man ihnen aber die Kinder wegnimmt werden sie unberechenbar." Daraufhin sagte ich ihr, daß nicht nur Elefanten sehr böse werden können, wenn man ihnen die Kinder abholt, sonder auch Menschen. Sie grinste mich an und meinte: "Ich darf das, ich bin die Mama".


AntwortZitat
Geschrieben : 19.08.2006 23:25
 kuwe
(@kuwe)

Hallo Milan und Dudlu,

natürlich geht es uns allen dreckig, wenn die Kids nicht bei uns sind. Auch ich leide ziemlich darunter, meine Lütte nicht immer bei mir zu haben. Der Abschied gestern ist mir schwerer gefallen als sonst. Und trotzdem finde ich mich so langsam aber sicher damit ab, nichts großartig ändern zu können und versuche halt aus der Situation das Beste zu machen.
Und so langsam trägt das auch Früchte. Ich lasse meine Kleine meine Verzweiflung und meinen Kummer über die Situation zu keiner Zeit spüren und versuche , ihr die Zeit mit mir so schön wie möglich zu gestalten. Gestern war es zum Beispiel am Anfang wieder das übliche Theater ("will nicht nach FL") , aber ich hab mittlerweile meine Methoden, auf so etwas zu reagieren. Und wir verbrachten einen wunderschönen Tag. So langsam aber sicher kann ich auch mit ihr die Probleme, die sie hat, wenigstens mal ansprechen und da reagiert sie dankbar drauf. Auch wenn ich nicht mit ihrer Mutter streite....Sicher fällt das allen Beteiligten schwer, und ich will Euch hier Eure Trauer auch gar nicht nehmen, aber das ganze Grübeln und das man sich gedanklich im Kreis dreht, bringt - und ich spreche aus Erfahrung - Euch selbst auch nicht weiter.
Und Dudlu, solche Gleichnisse wie mit den Elefanten kann ein kleines Kind trotz des altklugen Spruches doch noch gar nicht so realisieren...
Auch ich nehme natürlich meiner Ex übel, was sie getan hat und da gibt es auch kein Vergessen und Verzeihen. Aber an der aktuellen Situation kann ich nichts ändern und nichts drehen, jedenfalls zur Zeit nicht. Also versuche ich höflich zu bleiben, und in der Zeit, in der ich die Lütte habe, ihr all meine Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken, kein schlechtes Wort über die Mutter zu verlieren und uns beiden einfach nur einen schönen Tag zu bescheren. Das das manchmal ein ganz schöner Aufwand ist und auch nicht so einfach, versteht sich von selbst. Aber an sich hab ich gerade gestern gemerkt: Ich kann das und ich schaffe das auch....
Was ich mir ankreide, ist viel zu wenig getan zu haben, um mich abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen, daran versuche ich in der Zukunft zu arbeiten .
Wenn das weiter so positiv verläuft, was natürlich auch einem gewissen Wunschdenken entspricht, dann ist da schonmal eine kleine  Last von mir abgefallen. Mich beunruhigt selbst eher die ziemliche Vereinsamung, in die ich mich auch selbst gebracht habe, logo...und das die Tochter-Geschichte fast mein ganzes Leben eingenommen hat. Gerade das will ich verhindern, das diese Monokultur weiter so mein Leben einnimmt, denn meine Tochter soll sich später auch entfalten können. Aber mit Eltern, die sich NUR auf sie konzentrieren, könnte das ein Problem werden.
Das ist eher das, was mir zur Zeit im Kopf herumgeht. An der Trauer über den Zustand ändert das natürlich nichts, aber ich kann ihn wie gesagt nicht ändern und selbst wenn ich es mit aller Macht versuchen würde, würden da momentan nur andere Problemfelder entstehen. Also versuche ich die Politik der kleinen Schritte. Gestern waren da sogar fünf Minuten unfallfreier Schnack und Scherzen mit der Kleinen zusammen drin....
Sicher ist meine Stimmung auch oft abhängig, wie die Umgänge verlaufen, klar, aber je regelmäßiger das klappt und je mehr Zeit ich mit der Lütten verbringe, umso besser lernen wir uns beide kennen und wie wir uns zu nehmen wissen.
Die Kleine hält mir auch in ihrem Alter schon öfter mal den Spiegel vor, wenn ich z.B. mal einen vermeintlich flapsigen Spruch bringe. All das ist learning by doing.....was ich damit Euch sagen möchte, ist, versucht einfach aus Eurer Trauer auch mal auszubrechen, denn von der Grübelei habt ihr doch am allerwenigsten was.
Und gerade Du, Milan, hast mir vor kurzem erst selbst vorgeworfen, mich nur im Kreis zu drehen. Ich sehe bei Dir auch oft Fortschritte, bis Du dann so nach und nach wieder in denselben Modus zurückfällst....
Glaub mir, ich kann Dir nicht sagen wann (natürlich nicht) aber irgendwann wird sich deine Ex auch damit abfinden, daß du regelmäßigen unbetreuten Umgang bekommen wirst. Auch Sie - auch wenn sie es nicht zugibt - zermürbt der Zustand.
Ich hab auch früher gedacht, ich kriege das nie und nimmer bewerkstelligt - und wenn gibts nur Probleme - aber auch ich irre mich manchmal... 😉
Du mußt halt auf den Faktor Zeit hoffen, das ist schwer, gerade ich weiß das, aber Geduld wird sich letzten Endes auszahlen. Und je weniger die Kinder von diesem Krieg mitbekommen, umso besser ist das. Deswegen würde ich dir , lieber Dudlu, auch empfehlen, gerade solche Vergleiche wie den mit den Elefanten absolut zu unterlassen.....
Denn damit trägst Du den Konflikt auf dem Rücken der Kleinen aus und zwar beabsichtigt, auch wenn ihr da über den Elefanten spricht.

Gruß Kuwe


AntwortZitat
Geschrieben : 20.08.2006 11:47
(@elternteil_m)
Nicht wegzudenken Registriert

Bis Ende Juni hatte ich eine hälftige Umgangssituation.
Auf meinen Antrag hin wurde die KM zur Boykotteuse.
Aktuell jedes vierte Wochenende

dazwischen sind vier lange Wochen, die nicht vergehen wollen.
Ich mache zeitweilig Vorwürfe, dem Lütte nmit meinem Antrag den Zugang zu mir verwirkt zu haben,
muss mir ständig wieder Aufmunterung abholen.

Ich habe eine Amaryllyszucht angefangen, pimpe mein Fahrrad, und sehe zu, das ich den Alkohol im Rahmen lasse.
Wer keine Ahnung von meinen Gefühlen hat, sagt: Mach Sport, Bewegung tut gut und ruft nie an, lass uns joggen gehen.
Von daher minimiert sich mein Bekanntenkreis auf meine Meinung kompatible. . .
Wer sic hnoch nie mit Familienrecht auseinandergesetzt hat, und mitreden will, bekommt bei mir kaum noch ne Chance.

Die Hausarbeit scheint sinnlos gegenüber der Zeit mit ihm und bleibt mehr liegen.
Ich verlasse die Wohnung so oft es geht, um nicht dauernd über seine Sachen zu stolpern und in Trauer zu verfallen.
Ich kann ja nicht alle Spuren vom Sohn vernichten, bis er wieder zurückkommt. . .

Der Lütte ist nun 4, und seit drei Jahren dreht sich bei mir zuviel um ihn. Ich habe vieles vernachlässigt, Job, Kontakte, Fettverbrennung. . . ich hoffe ich kann bald wieder aufsthen und mich mehr um mich als um ihn kümmern zu können.

Aber solange ich dem Zonk und einem verkalkten Familienrichter Kindeswohl beibringen muss, wird der Aufwand  andauern. 


Es wird gekreuzt, wenn der Gegenwind zu stark ist, und das Spinnaker bei achterlichem Wind gesetzt. Es wird Containerschiffen ebenso wie einem Kanu Raum gegeben. Manchmal allein, manchmal mit Crew. Nur das Ziel darf nicht aus den Augen verloren gehen.

AntwortZitat
Geschrieben : 20.08.2006 13:57
(@lonesomewolf)
Nicht wegzudenken Registriert


"Ad me ipsum (an mich selber)

Den Schmerz der anklopft, lass ihn ein
Was hülfe Furcht und Flucht?

Lass ihn das Kind im Hause sein
Dann wurzelt er und wohnt sich ein
Und lohnt mit guter Frucht."

Bernd von Heiseler (1907 - 1969)


wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun,
sondern auch für das, was wir nicht tun

(j.b.molière)

AntwortZitat
Geschrieben : 20.08.2006 15:43
(@delphin)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo Milan,

Du willst wissen wie es mir so geht seit sie mir unsere Tochter weggenommen hat?
Mir geht es so dreckig, daß ich es gar nicht in Worte fassen kann. Mein Körper hat total abgebaut und die Nerven liegen so blank, daß ich Nachts im Bett liege und am ganzen Körper zittere. Tagsüber sind es nur die Hände, aber Nachts macht mein ganzer Körper verrückt, als sei ich ein Junkie auf Entzug. Ich schließe mich oft in ein abgedunkeltes Zimmer ein und liege ohne Empfindungen da.

Heute, als wir im Zoo waren und nach den Elefanten und den Elefantenkindern geschaut haben meinte sie: "Elefanten sind immer sehr lieb. Wenn man ihnen aber die Kinder wegnimmt werden sie unberechenbar." Daraufhin sagte ich ihr, daß nicht nur Elefanten sehr böse werden können, wenn man ihnen die Kinder abholt, sonder auch Menschen. Sie grinste mich an und meinte: "Ich darf das, ich bin die Mama".

@dudlu

die von Dir geschilderten Auswirkungen/Symptome sind sehr bedenklich.
Hast Du therapeutische Hilfe?

Die Aussage des Kindes finde ich erstaunlich ,wie alt ist Deine Tochter?

Gruss Delphin


EINE/R ALLEIN kann ein WIR NICHT ZUSAMMENHALTEN

AntwortZitat
Geschrieben : 20.08.2006 17:51
(@milan)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo zusammen!

Diese Schüttelfrostattacken, von denen Dudlu schreibt, habe ich auch regelmäßig. Zuletzt die letzten beiden Nächte. Und in Folge fühlt es sich heute an, als stehe ich kurz vor einer Rippenfellentzündung. Tut sehr weh.

Was ich jedoch am gruseligsten finde ist die Tatsache, daß uns Menschen in diesem Leid baden lassen, welche uns einmal sehr geliebt haben und denen wir sehr vertraut haben. Sie haben uns (teilweise) geheiratet, Zukunft geplant, Kinder bekommen, Leben gelebt. Und ganz plötzlich ist man das Objekt des gesamten Hasses, eine "Persona non grata" die zu verrecken hat. Und um das zu tun, setzen sie sich über die Kids hinweg, misshandeln sie und stehlen ihnen die Väter, die sie so sehr brauchen.

Milan


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 20.08.2006 20:36
(@Muckebruder)

Das Leben ist  manchmal ein riesengroßer Sche**sshaufen, Milan. Ich weiß genau wie das ist - mir ging es auch mal so! Mit guten Karten spielen kann jeder prima, nur ist es eben die Kunst auch mit einem schlechten Blatt gut spielen zu können. Was mir enorm geholfen hat, war mich schlicht abzulenken. Ich hab mich in meine Musik gestürzt,...

Gib dir nicht soviel zeit zum Nachdenken. Unternimm Was,alleine oder mit Freunden. Geh einkaufen, mach Sport, alles mögliche, wo man nicht massig Zeit zum nachdenken hat. geh zum frisör, stell deine möbel um,... geh ins schwimmbad oder in die sauna,...

"Es sind nicht die Dinge ansich die uns in den Wahnsinn treiben, sondern allein unsere Ansicht über diese Dinge!!"

Reden, Nachdenken oder Strategisieren kann zwar helfen, du mußt aber auch zeitweise von dem Thema loskommen... So tragisch es auch ist.

Und jetzt kommt noch der dümmste spruch, aber er stimmt nunmal: zeit heilt alle wunden. versuch, trotzdem glücklich zu sein und versuche möglichst geschickt mit deinen "schlechten Karten" gut zu "spielen" ,...

Gruß, Stefan


AntwortZitat
Geschrieben : 20.08.2006 21:04
(@niceman)
Schon was gesagt Registriert

Es ist schwierig damit umzugehen. Ich habe meine 5-jährige Tochter seit dem regnerischen Morgen des 18 . Mai nicht mehr
gesehen, sie wohnt 400km entfernt und ihre Mutter versucht alles um den Umgang zu verhindern. Seit dem kämpfe ich mit
Jugendamt, Gericht und meine Änwältin tut auch was sie kann. Ich war nocht nie gewaltätig, aber letzte Woche bin ich
schweißgebadet nachts aufgewacht und hatte geträumt meine Ex so geschlagen zu haben das ihr Blut an der Wand klebte.
War wirklich der totale Abtraum. Diese Hilflosigkeit kann einen wirkich aufressen und das ganze Leben bestimmen.
Wenn ich andere Väter mit ihren Kindern sehe, denke ich machmal daran von der nächsten Brücke zu springen.
Aber ich tue es nicht, ich flüchte mich in arbeit, lenke mich ab so gut es geht und das eigentlich schon seit 2 Jahren.
Ob man so irgendwann wieder glücklich werden kann weiß ich nicht. Freundschaften und Beziehungen gehen kaputt
und nichts kann einen mehr fröhlich stimmen.  Erinnerungsgegenstände oder Fotos meiner Tochter zu betrachten schaffe ich auch nicht.
In der Hoffnung meine kleine bald mal wiederzusehen halte ich einfach weiter durch.


AntwortZitat
Geschrieben : 20.08.2006 21:09
(@Dudlu)

Die Aussage des Kindes finde ich erstaunlich ,wie alt ist Deine Tochter?

Das hat nicht unsere Tochter gesagt, sondern meine Ex. Unsere Tochter ist gestern 9 Monate alt geworden.


AntwortZitat
Geschrieben : 20.08.2006 21:28




 kuwe
(@kuwe)

Hallo Dudlu, in deinem Post steht es aber so, daß deine Tochter gemeint ist. Oder ist deine Ex noch deine "Maus"?
Klar, das ein 9-monatiges Kind nicht so etwas sagen kann....

Gruß Kuwe


AntwortZitat
Geschrieben : 20.08.2006 21:34
(@Muckebruder)

@ Kuwe

Er meinte seine Ex. Habs auch erst nach 3mal Lesen kapiert. Er hat seine Ex im letzten Absatz mit "sie" tituliert wo er im vorletzten absatz noch von seiner Tochter sprach....

Also, keinen Streit bitte!

😉 Stefan


AntwortZitat
Geschrieben : 20.08.2006 21:44
 kuwe
(@kuwe)

@ Stefan,

ich wollte auch nicht streiten, aber ich finde es halt schwierig zu lesen....du mußtest ja auch dreimal schauen...Ich verstehe auch nicht wirklich, warum Dudlu so eine Unterhaltung führt mit der Ex , es sei denn , er möchte absichtlich seelisch verletzt werden...

Gruß Kuwe


AntwortZitat
Geschrieben : 20.08.2006 22:08
(@Dudlu)

Ich verstehe auch nicht wirklich, warum Dudlu so eine Unterhaltung führt mit der Ex , es sei denn , er möchte absichtlich seelisch verletzt werden...

Ich habe es vielleicht doch nicht so gut formuliert, wie man es hätte tun können. Sorry!

Die Unterhaltung mit den Elefanten habe nicht ich angezettelt, sondern meine Ex. Gewundert hat mich das Gespräch von meiner Ex allerdings nicht. Sie wollte mich damit auf meine Rolle hinweisen, die ich als Mann einzunehmen habe. In dem Land aus dem meine Ex stammt ist es kulturell so, daß der Vater nichts zu sagen hat. Schon gar nicht was die Belange der Kinder angeht. In diesem Land zieht sich ein Vater nach eine Trennung vollkommen zurück und beginnt ein neues Leben.

Sie hat mir auch in der Beziehung oft gesagt: "Du musst Deinen Mund zu machen, sonst ist Dein Kind weg". Mit diesem kulturellen Hintergrund ist sie natürlich etwas überfordert, bei deutschen Verhältnissen.


AntwortZitat
Geschrieben : 20.08.2006 22:38
 kuwe
(@kuwe)

Hallo Dudlu,

schon ok, der erste Beitrag wirkte halt so , als hättest Du mit dem Kind ein "Erwachsenengespräch" geführt... Und die Unterhaltung wäre natürlich, wenn Du sie "angezettelt" hättest, schlicht und einfach Perlen vor die Säue werfen, wie man so schön sagt. Die Situation ist bei Dir natürlich ganz schön verfahren, man kann nur froh sein, daß die Kleine da erst 9 Monate alt ist und vermutlich nicht soviel mitbekommt.

Naja, jetzt ist es ja entwirrt. Da ich wenig bis gar nichts über Kindesentziehung und den kulturellen Hintergrund in Thailand weiß im Bezug auf Mütter/Kinder, werde ich erstmal deinen Thread studieren, bevor ich mich zu dem Thema nochmal äußere.

Gruß Kuwe


AntwortZitat
Geschrieben : 20.08.2006 23:04
(@sonntagspapa)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Milan,

Wie geht Ihr mit diesen düsteren Tagen um? Wenn alles so ist, als wäre die Welt in eine schwarze Decke gehüllt. Lenkt Ihr Euch ab, verdrägt Ihr, geht Ihr raus, redet Ihr mit Freunden? Ich hab alles schon durch, aber die Seele bleibt schwer.

Die Gefühle, die Du beschreibst, kenne nur zu gut. Die "Rückgabetage-Abende" sind am schlimmsten. Das Zimmer, in dem noch vor einigen Stunden fröhlich gespielt wurde. Und die Legosteine, die so herrlich schmerzen, wenn man unbedacht auf sie tritt.. Der Kühlschrank ist immer noch so voll, dass ein ganzer Kindergarten zwei Wochen lang versorgt werden könnte..  ;(
Seit einem Jahr geht das nun schon so, ich habe sämtliche Höhen und Tiefen meines Gefühlslebens durch - von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. (Ich habe aber keine Ahnung, was mein Gefühlsspektrum sonst noch so zu bieten hat..)

Was MIR sehr gut hilft, ist mein Kindertagebuch. Ich habe im Januar damit angefangen, ein Tagebuch speziell für meine Tochter zu schreiben. Nichts, was in irgendeiner Weise vor Gericht / JA etc. Verwendung finden wird. In diesem Buch gibt es keine bösen Worte gegen die KM. Es gibt nur schöne Momente mit meiner Tochter.
Bei den einzelnen Einträgen, die ich meist an den Rückgabeabenden bzw. am nächsten Abend verfasse, versuche ich, mir minutiös alle Erlebnisse des vorangegangenen Besuchstages vor Augen zu führen. Auch wenn "scheinbar" nicht viel passiert ist, wir also "nur" im Kinderzimmer gespielt haben - alles wird festgehalten.
Dadurch, dass ich den Besuch meiner Kleinen noch einmal erlebe und zu Papier bringe, findet innerlich ein gewisser Abschluss statt bis zum nächsten Besuch. Und - ehrlich gesagt - dieses Tagebuch hat mich "süchtig" gemacht, ich freue mich auf jeden neuen Eintrag.
Waren die Einträge anfangs noch sehr kurz und stichpunktartig, sind sie mittlerweile ausformuliert und gehen über mehrere Seiten. 
Seltsamerweise schreibe ich nur in dieses Tagebuch; nur ab und zu lese ich darin. Ich merke aber, dass mir das Schreiben sehr hilft, eben um einen gewissen Abschluss zu erreichen bis zum nächsten Besuch.

Zm Thema Ablenkung: ich versuche, mich nicht bewusst abzulenken. D.h. kein "Berieseln" vor dem Fernseher. Und Alkohol ist natürlich auch tabu. Ich lasse meine Gefühle zu, da ich denke, dass Ablenkungsversuche nur dazu führen, dass sich die Trauer zeitlich nach hinten verschiebt. Klingt jetzt abgedroschen, aber ich muss da eben durch.
Ich stelle aber auch fest, dass ich durch dieses Zulassen der Gefühle die Situation besser "verdaue". Meine Gefühlsattacken lassen nämlich mittlerweile in ihrer Heftigkeit allmählich nach.

Und selbstverständlich habe ich mir auch ein neues Hobby gesucht. Ich bin gerade dabei, alle meine alten Kinderschallplatten zu digitalisieren und auf CD zu brennen.
Ausserdem habe ich fast alle guten Kinder-CD's der Stadtbibliothek ausgeliehen
Die KM bekommt regelmässig auch jeweils ein Exemplar (und freut sich, weil sie nichts kaufen braucht). So kann ich indirekt dafür sorgen, dass meine Tochter nicht mit irgendwelchem Zeugs verblödet wird, sondern qualitativ hochwertige Hörspiele vorgesetzt bekommt.
Ich bin mir bewusst, dass dies in meinem Fall möglich ist, da das Verhältnis zur KM auf der Elternebene sehr gut ist - ich schlucke ihr gegenüber halt alles, was kommt. Sie glaubt, sie ist als Mutter zu allem berechtigt. Soll sie gerne, wenn sie es braucht..
Meine Tochter wird irgendwann selbst entscheiden. (Die Kleine hat mir gestern übrigens, asl wir Schloss gespielt haben, gesagt, sie sei die Prinzessin und ich der Prinz - und sie würde mich dann heiraten 😉

Schöne Grüsse
SonntagsPapa


AntwortZitat
Geschrieben : 21.08.2006 12:38
(@fujilago)
Zeigt sich öfters Registriert

Hallo,

ich hab die Soannungen zwischen der Arbeitsbelastung (Geschäftsführer) und Trennungsterror nicht mehr ausgehalten und arbeite seit März 2005 nur noch, wenn ich mich dazu in der Lage fühle. Eine Auszeit sozusagen. Ich bin sehr dankbar, dafür das ich mir das leisten kann! So kann ich all die Gefühle, die kommen und gehen beobachten. Mein Instinkt sagte mir ziemlich früh, das ich mich nicht davon ablenken darf. Langsam bin ich über das schlimmste hinweg und kann mich auf das wesentliche (meinen lieben Zwerg) konzentrieren. Allerdings teilt die KM noch bei jeder Gelegenheit (nur noch Vorbereitungstelefonate für die Übergabe) Vorwürfe und Destabilisierungsversuche aus, die mal mehr und mal weniger abprallen. Das kostet dann immer wieder nerven. Aber nun mal der Reihe nach:

1. Phase: Unterschwelliger Psychoterror
Die KM und auch ich merkten das in unserer Beziehung etwas nicht stimmt. KM versucht die Kontrolle zu behalten und ich merke es nicht. Das Spielen mit SOHN in Gegenwart der KM wird total unentspannt. Versuche ALLES. Gebe mich auf. Meine Bedürftnisse gelten nicht. Irgendwann der Rückzug auch vom Sohn. Irgendwann werde ich immer öfter krank.

2. Phase Offener Psychoterror
1. Nervenzusammenbruch ausgelöst durch ein reletiv geringes Problem am Arbeitplatz.
Etwas später: Dann der Ausbruchversuch aus der Ehekrise: KM konfrontiert.
Gesprächsboykott, Ausgrenzung, Paartherapie
heftige schlafstörungen, Depression, körperliche Sympthome: Gliederschmerzen, Schlappheit, Antriebslosigkeit

3. gründliche Eskalationsphase
So gehts nicht weiter. Auszug du oder Ich. Paartherapie läuft weiter
Destabilisierungsversuche mit allen Mitteln (heute kann ich das so deuten, hat aber lange gebraucht bis ich es wirklich als reine Niedertracht erkannt hab) Der Psychoterror wird schlimmer, Umgangsregelungen innerhalb der Wohnung, Schweigen, Kommunikatiosnunfähigkeit. Ich arbeite noch, aber die Sache nimmt viel Zeit und nerven. Hoffnung besteht.
Ziemlich schlapp, die Tage mit Sohn sind schön und tun gut, heftige schlaffstörungen, Depression

4. Scheitern
Alles ist gescheitert: Paartherapie, Versuche Versöhnung einzuleiten, eine räumliche Trennung herbeizuführen,
Sie ist cool und versucht die kontrolle zu behalten, läst sich nichts anmerken und tut als wäre ich krank. Psychoterror verschärft sich. Ich leide immer mehr. Kann nicht mehr arbeiten, zwinge mich aber. JA-Termine, eigene Psychotherapie, RA-Termine, Internetrecherche kosten aber immer mehr Zeit.
Wir wohnen noch zusammen, aber ich bin schon weitestgehend isoliert.

Ich glaube wirklich das der Psychoterror der KM ein unbewusstes oder bewusstes Ziel hat: Ein Schwacher Feind ist leichter zu zerstören. Soviel Niedertracht hab ich in meinem Leben noch niemandem zugetraut. Es tut weh, sich selbst so naiv zu sehen. Vermutlich ist es alles nur Selbstschutz? Krank!
Ich bin nun bewusst ohne Arbeit. Lese viel, bade viel, gebe Geld aus, die Schlappheit hält an, dauerhafte Gliederscherzen halten an, ab und an leichtes Zittern, aber nicht häufig. Alte Sportverletzungen an Schulter und Fuss machen sich bemerkbar!? Ich spüre sie deutlich, was früher nicht der Fall war.
Ich leide nun bewusst!!!! Geniesse teilweise meine Schmerzen, Ängste zu beobachten, einfach sensibel sein zu können.
Lese sehr viel Psycholiteratur, um die Situation und was passiert besser zu verstehen. Lenkt ab, gibt Impulse, ich merke wie viel Kraft in dieser Krise steckt. Sie verändert mich nachhaltig!

4. Phase: Der Auszug
Der Umgang ist noch nicht geregelt. der Auszug steht an. Mein Sohn geht mit Ihr. Ich wollte den Konflikt nicht noch verschärfen und denke auch das er noch zu klein ist, um ganz bei mir zu sein. Auch will ich ja irgendwann wieder arbeiten.
Hoffnung auf Ruhe kommt auf. Angst vor dem Verlust des Sohnes wird gigantisch. Mache ich alles richtig? Selbstzweifel.
Gelenkscherzen bleiben, lassen aber nach. Endlich Ruhe und eine Wohnung ohne Terror! SOHN ist weg, Kinderzimmer sooooo leer. Ich fange an für Spielsachennachschub zu sorgen. Auch der fehlende Hausrat muß nachbeschafft werden. Es gibt schöne Dinge zu tun. Ich kaufe Kerzen und sitze gemütlich im Kerzenschein und übe Gitarre. Ich rauche mittlerweile fast Kette. Wenn Sohn da ist nicht, kein Problem. Beobachte aber verstärkt menschlichen Umgang bei anderen un

5. Nach dem Gerichtstermin
Umgangsrecht ist nun einigermassen in meinem Sinne geregelt. Aber es ist geregelt und mein Leben wird planbar. Das war die größte Entlastung überhaupt. Jetzt kann ich planen. Mache manchmal sogar wieder Sport. Bin endlich mal zum Arzt wegen dieser alten Sportverletzungen. Arbeite ab und an mal was. Bin immer noch sensibel. Gehe öfters aus. Treffe mich mit Menschen mit Männern mit ähnlichen Problemen, Flirte auch mal. Öffne mich wieder. Tut gut.
Kommunikation mit Ex auf min. reduziert. Selbstverletzung brauch ich nicht mehr. Ab und zu traurig weil die Situation doch für Sohn so hart ist und ich ihm immer eine Heile Familie bieten wollte. (meine Eltern feiern dieses Jahr goldene Hochzeit, da hängen die Ideale hoch)  Immer wieder die Frage nach dem Warum? Wieso? Ehe Literatur

Aber nun genug:
Natürlich ist das bei jedem anders und vielleicht bezeichnen mich hinterher einige als krank oder weichei, aber ich glaube es gibt einige die das sehr gut nachvollziehen können. und ich hoffe, das sich einige wiedererkennen und spüren, das sie nicht alleine sind. Ich wünsche es keinem, aber denke auch das man daran sehr reifen kann!
Es ist eine echte Chance.

Letztlich bringt der Schmerz Erkenntnisse :
- Ich liebe meine Sohn
- Ich bin zu Liebe fähig
- Ich kann Wut und Hass zulassen und gehen lassen
- Mein Bauchgefühl hat immer recht
- Ich kann trauern
- Ich bin sensibel für Kommunikationsprobleme und versteckten Psychoterror geworden
- Ich kann Mitleid empfinden mit der Gefühllosigkeit und der Härt der KM

Ich kenne meine Schwächen nun viel besser und lerne noch ständig dazu.
Den Schmerz als deinen Freund erkennen, den du kannst ihn wenigstens spüren. Es gibt Menschen, die Ihn nicht mal spüren können.

So gut wie Sonntagspapa bin ich noch nicht. Aber ich arbeite dran: Sich einfach von den Verletzungen  und Destabilisierungsversuchen der KM nicht beineindrucken lassen. Sie braucht halt Zeit, genauso wie ich Zeit brauche.
Die Niedertracht trifft uns am Tag der Erkenntnis eh, selbst am härtesten.

Das Gedicht weiter oben trifft es wirklich auf den Punkt:

Den Schmerz der anklopft, lass ihn ein
Was hülfe Furcht und Flucht?

Lass ihn das Kind im Hause sein
Dann wurzelt er und wohnt sich ein
Und lohnt mit guter Frucht."

Bernd von Heiseler (1907 - 1969)

Übrigens hab ich den Fernsehr abgeschafft. Empfehle ich jedem!

Hier noch meine Literatur Tips zum Verstehen des Traumas:
EHE von Wolfgang Gädecke
Partnerwahl und Ehealphabeth von Christ Mewes
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!Masken der Niedertracht von ???
Eristrische Dialektik von Schoppenhauer
Nah und doch so fern


Ciao fujilago
Schön wär, wenn's schöner wär

AntwortZitat
Geschrieben : 05.09.2006 12:20
(@milan)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi Fujilago!

Himmel - das hätte ich ja schreiben können. Alles identisch - aufgehört zu arbeiten (es zu können), 24 Stunden leiden, Leid zulassen, Therapeut gesucht, Leid als "Freund" akzeptieren, Psychosomathik (Schulterschmerzen, Zähneknirschen, Horrorträume) ... bishin zum abgeschafften Fernseher und dem Kettenrauchen. Was Dir die Gitarre, ist mir mein Zeichentisch. Und Alkohol ist auch bei mir tabu.

Nur hab ich leider noch immer keinen Beschluß (9,5 Monate bisher und ich guck immer noch in die Röhre) und dementsprechend Null Zukunftsplanung. Ich wage es nicht einmal einen dringend nötigen Urlaub einzubauen ... mal abgesehen von der Tatsache, daß mein Geld immer weniger wird und die laufende Unterhaltsklage gegen mich mir vielleicht das Genick brechen wird.

Ich habe zwischenzeitlich eine neue Frau kennen gelernt und mich über alle Ohren in sie verschossen. Wusste gar nicht, daß das noch geht. Das hilft sehr und gibt mir endlich auch mal wieder positive Empfindungen.

Gruß,
Milan


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 05.09.2006 12:49
(@fujilago)
Zeigt sich öfters Registriert

Hi Milan,
das mit der Urlaubsplanung kenne ich. Manchmal denke ich auch einfach: Mann da hab ich nun endlich mal Zeit, warum können wir den nicht einfach mal locker zu dritt in den Urlaub fahren. Sohn würde es bist gut tun.
Man kann ja danach weiterstreiten, wenn man nicht anders leben kann.... 🙂

Ich habe meinen Umgangsbeschluss, nun muß ich sehen wie ich meine berufliche Zukunft darauf einpendeln kann!

Naja, ich bekomme immer wieder Panikattacken, das mir die Kohle ausgeht, bevor ich eine Lösung gefunden. Noch bin ich gut gepolstert. Aber da sind immer diese unkalkulierbaren finanziellen Risiken wie Zugewinnausgleich usw...

Auch Ängste nie mehr arbeitsfähig zu werden:
- Keinen Job/Auftrag zu finden bei dem ich Arbeit und Sohn unter einen Hut bringen kann. Mit der Konsequenz ihn dann doch nur noch alle 14 Tage am WE zu sehen, weil ich einen Vollzeit-Job annehmen muß/darf/will
- Meine Karriere zu versauen, wenn ich eine niedriger qualifizierte Arbeit annehme, bei der sich die Umgangszeit unter der Woche vereinbaren lässt und somit letzlich mir und der Zukunft meines Sohnes zu schaden
- Konzentrationsfähigkeit kehrt nicht zurück
- verlorene Arbeitsdisziplin,
- Dauer Depression
- Angst Drucksituationen nicht gewachsen sein zu können,
- mich nicht mehr Durchsetzen zu können, weil ich ich so sensibel geworen bin. Im Geschäftsleben braucht man ja schon auch ne Dicke Hornhaut!!!

Als Geschäftsführer gabs täglich heftigen Druck oder Krisensituationen, in denen man einen kühlen Kopf und Durchsetzungsvermögen braucht. Das hat mir Spass gemacht und jetzt? Bekomme ich die Krise, wenn ich von meinen Sohn 4 Tage nichts höre! Oder die KM mir irgendwelche Rabenvater-Nummern versucht zu unterstellen.

Ich weiss das mein Sohn mir wichtiger ist als meine Karriere, aber die Karriere loszulassen ist auch nicht einfach. Irgendwie hören die Probleme nicht auf, aber gerade auch beim Schreiben, werden sie manchmal einfach lächerlich.
Ich vertraue da auf meinen Gott: Alles wird gut und er wird mich einer guten Bestimmung zuführen, den er liebt mich. (moderner ist das dann wahrscheinlich: NLP Autosuggestion)

Bist du auch selbstständig?
Arbeitest du wieder oder bist du noch krank geschrieben?

Das deine neue Freundin dir Kraft gibt glaube ich! Liebe tut immer gut! Ich für mich bin gerade erst in der Situation angekommen, das ich mich nicht mehr bei jeder Frau, bei der die Chemie stimmt ankuscheln will/muß. Der Drang nach mehr Nähe bei neuen Frauenbekanntschaften war vor allem in den ersten 6 Monaten nach der Trennung echt krankhaft und mit Sicherheit erdrückend. Das ging mit den "Entzugserscheinungen" einher. 2mal hab ich mir einen Korb geholt und danach nochmehr gelitten, es war aber komischerweise so, das ich eigentlich schon vorher wusste das ich einen Korb bekomme und eigentlich auch nicht wirklich was wollte. Irgendwie ging es eher den verstärkten Ablehnungsschmerz danach nochmal richtig zu "beleuchten". Hört sich komisch an, ist aber so . Etwa einen Monat nach dem zweiten Korb, war der Nähe-Entzug vorbei. Jetzt kann ich gerade wunderbar alleine sein, Freunde anrufen, wenn Lust usw...

Irgendwie hab ich die SehnSUCHT nach Nähe "überwunden".

Übrigens hab ich für mich auch die Kraft des Gebets neu entdeckt! Morgens und abends beten ist unglaublich gut. Danken, Bitten und Fragen an den Allmächtigen schicken. Dabei werden einem auch soviele Dinge klarer, den man muss ein Gebet ja formulieren! Wer's tut weiss wie schwer das manchmal ist.

Ich wünsch dir alle Kraft der Welt!
Wenn du mal telefonieren willst, dann schick mir ne PN

Liebe Grüße


Ciao fujilago
Schön wär, wenn's schöner wär

AntwortZitat
Geschrieben : 05.09.2006 13:28
(@milan)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi Fujilago!

Bist du auch selbstständig?

Ja, seit 1991. Es ging stetig bergauf. Besonders als der Kleine geboren wurde (2003) habe ich einen unglaublichen Energieschub bekommen und die Umsätze stiegen mächtig an. Von dem Tag an, an dem die KM ihn entführte (26.11.05), war ich zu nichts mehr fähig. Im laufenden Kalenderjahr ist mein Umsatz -nach grober Überschlagsrechnung- um 2/3 eingebrochen. Dumm ist, daß ich betreffend Unterhalt die letzten 3 Jahresabrechnungen einreichen musste und sich dementsprechend wohl ein hoher EU errechnen wird, den ich faktisch aber auf gar keinen Fall bezahlen kann. Das macht mir sehr große Sorgen.

Ich hatte 3 (freie) Mitarbeiter/innen. Der letzten habe ich vor 10 Tagen gekündigt. Kann den Lohn nicht mehr berappen. Jetzt gerade kämpfe ich mich durch meine Buchführung und mir ist -gelinde gesagt- speiübel deswegen. Vom gnadenlosen Finanzamt mal gar nicht zu reden...

Arbeitest du wieder oder bist du noch krank geschrieben?

Ach, ich versuch mich so von Auftrag zu Auftrag zu retten. Mittlerweile habe ich wieder mehr Energie. Aber die letzten Monate hielt meine Konzentration nie länger als eine Stunde. Dann war ich völlig fertig und musste ins Bett. Dazu kamen dann die ewigen Stunden, die ich mit Anwaltsschreiben verbrachte, hier im Forum, das Internet durchforstete oder eben stundenlang am Telefon hing mit Ämtern, Anwälten oder Leidensgenossen.

Mein Problem ist, daß ich im künstlerischen Bereich tätig bin. Wir Künstler leben quasi von unserer Emotionalität und der -oft zutreffende- Rat "blende es aus" zieht da leider nicht.

Frauentechnisch war es völlig tote Hose bei mir. Ich habe keine angebaggert und wollte es auch nicht. 1x wollte eine Frau etwas von mir, sie war sehr nett, habe es "probiert" aber nur gemerkt, daß ich noch viel zu sehr an meiner Exe hing und mein Leid zu groß war. Das hielt 2 Tage und ich fühlte mich gar nicht gut dabei. Auch war es ihr gegenüber nicht fair. Habe es dann umgehend wieder beendet. Aber wir sind noch gut befreundet.

Irgendwie hab ich die SehnSUCHT nach Nähe "überwunden".

Ich auch. Und kurz danach hats mich ganz heftig erwischt. So kanns kommen.....

Ich hatte mich endgültig dazu entschieden mich vorerst von sämtlichen Beziehungsgedanken zu verabschieden, wollte allein bleiben und fühlte mich regelrecht asexuell. Tja, und wie es so ist - als ich mich so richtig "wohl" fühlte als Singlemann, stand SIE plötzlich hinter mir, meine Knie wurden weich und es war um mich geschehen. Dachte mir hätte einer mit nem Hammer auf den Kopf geschlagen. Das war ein krasser Moment, ich war arg irritiert.

Das ist jetzt nen knappen Monat her. Ich versuche sie aus dem ganzen Scheiß raus zu halten. Aber allein die Tatsache, daß ich wieder positive Gefühle empfinde, hilft mir ungemein.

Übrigens hab ich für mich auch die Kraft des Gebets neu entdeckt!

Ne, das ist nun gar nicht meine Welt. Im Gegenteil. Muss es aber auch nicht. Ich kann aber sehr gut verstehen, daß Du darin eine große Hilfestellung schöpfst und es Dir viel Kraft gibt.

Mein "Gott" ist da eher die Psychologie. Ich versuche zu verstehen, versuche die Krankheit meiner Exe (Borderline) zu begreifen und anzunehmen. Ich arbeite die Dinge auf und setze mich mit ihnen auseinander. Ich habe einen Therapeuten (zu dem ich aber nicht mehr gehe) und im Freundeskreis habe ich 2 Psychologen, die mir sehr kompetente Meinungen und Erklärungen geben. Auch habe ich ein paar sehr enge Freunde, die mir zur Seite stehen.

Auch habe ich begonnen ein Tagebuch für meinen Kleinen zu schreiben. Ich ziehe darin nicht über meine Exe her und wasche keine Dreckwäsche. Darin geht es nur um ihn und mich. Und um die jeweiligen Situationen undmeine jeweiligen Gefühle, Ängste und Befürchtungen. Wenn er erwachsen ist werde ich es ihm geben.

Grüße,
Milan


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 05.09.2006 14:24




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