Hallo,
kurz zu meiner Geschichte:
Ich bin Vater eines 7-jährigen Sohnes, der bei mir lebt. Ich war bis vor 2 Jahren mit der Kindesmutter verheiratet, wir haben gemeinsam in einem Haus gelebt, dass ihrer Familie gehört. Zur Trennung kam es, weil sie sich neu verliebt hat und es in letzter Zeit zwischen uns eh nicht mehr stimmte.
Alle Punkte konnten wir einvernehmlich klären. Unser Sohn blieb bei mir, da sie beruflich stark eingespannt ist und keine festen Arbeitszeiten hat. Ich bin zwar auch berufstätig, arbeite aber nur von 8-17 Uhr, nach der Schule wird der Kleine von seiner Großmutter betreut. Gerichtlich geregelt wurde der Umgang oder das Aufenthaltsbestimmungsrecht leider nicht. Zudem habe ich den Eindruck, dass sie das Leben ohne Kind auch sehr genießt (rausgehen usw.) Ihr neuer Partner ist mittlerweile auch bei ihr eingezogen, er ist arbeitslos.Sie hat den Kleinen alle 14 Tage zu sich genommen-manchmal wurde das Besuchswochenende auch abgesagt-und er hat sich auch immer sehr wohl dort gefühlt. Schließlich hatte er seine "alten" Freunde dort, es ist ja seine alte Lebensumgebung. Er hat die Trennung erstaunlich gut verkraftet, neue Freunde in der neuen Umgebung gefunden und ist in seiner Klasse Klassenbester. Alles verlief in geregelten Bahnen.
Als mein Sohn nun von seinem letzten Besuchs-Wochenende wiederkam, war er total aufgelöst, verwirrt und weinte nur. Der Lebensgefährte hat ihn gefragt. ob er sich vorstellen könnte, bei meiner Ex und ihm zu leben. Für mich ist dieses Verhalten unvorstellbar-der Kleine hat nie von sich aus den Wunsch geäußert, dort leben zu wollen. Der Kleine hat sichtlich Angst jemanden verletzen zu wollen, wenn er irgendeine Äußerug trifft. Ich habe es bisher vermieden, ihm zu dieser Angelegenheit etwas zu sagen, weil ich nichts falsch machen möchte.
Was könnte meine Ex unternehmen? Wie kann ich am besten mit meinem Sohn reden?
Ich weiß nicht mehr weiter.....
Mario
Ich habe nun Angst, dass bei jedem weiteren Besuch auf den Kleinen eingeredet wird. Ich habe nämlich den Eindruck, dass ihm auch die "Argumente" in den Mund gelegt werden (seine alten Freunde usw.).
ich würde erstmal gar nichts sagen sondern ihn etwas fragen.
"was hältst du davon?"
"warum fällt der mama das jetzt gerade ein? "
ohne einen vorwurf an ihn daraus zu machen.
dein sohn wird anfangen zu überlegen und bestimmt schnell selbst wissen was er von "mama" zu halten hat 😉
gruss sandgren 😎
Hi,
das Kind wird in eine Entscheidungsnot gedrängt. Nicht zu fassen, da geht mir der Hut hoch.
Ich würde die Sache mit dem Kind auch nciht besprechen, es sei denn es fängt selbst an.
Dann kann man ihm sagen, es soll sich keine Sorgen machen und braucht keine Angst haben.
Der Ex würde ich allerdings dazu etwas sagen. Sie sollen solche "Ideen" mit dir besprechen und nicht das Kind mit hineinziehen.
Euer Kind hat sich gut in der neuen Umgebung eingelebt und es läuft in der Schule, sowie mit den sozialen Kontakten.
Mach dir erstmal keine Sorgen. Warum sollte ein Kind nun aus seinem Lebensmittelpunkt herausgerissen werden?
Fahre die Antennen weiter aus und warte mal ab, was das nächste Umgangswochenende so ergibt.
Ich bin nicht sicher ob es ratsam ist einen Anwalt aufzusuchen bezüglich ABR. Da können dir sicher noch andere User einen Tip geben.
Lieben Gruß
Tina
Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
Hallo mario42,
rein rechtlich könntest du bei Gericht Antrag auf Festschreibung des Lebensmittelpunktes bei dir stellen. Das ist nicht so prall wie das ABR aber genau deshalb haben die Richter damit auch nicht sooo große Probleme, weil es eben kein tiefer Eingriff in das SR ist.
Sollte die Ex anl. eines Umgangswochenendes das Kind bei sich behalten (ob mit oder gegen dessen WIllen) hast du schon mal das entsprechende Rüstzeug um mittels EA etwas zu unternehmen.
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
Hallo Mario42,
das finde ich ein starkes Stück deiner ex, dass auf dem Rücken des KIndes auszutragen bzw. mit demKind darüber zu sprechen ohne dass siemit dir geredet hat.
Ich würde mit Deinem Kind darüber reden, wenn es mit dem Thema ankommt und würde auch frage, was es möchte und was es denkt.
Und ich würde wie Tina schrieb vor allem der Ex deutlich sagen was Du von so was hältst.
@deep
Geht das denn so einfach ohne Zustimmung der Ex den Lebensmittelpunkt festzulegen?
LG
Biga
@Deep thought
Welche Vorteile hätte die Festschreibung des Lebensmittelpunktes was ist der Unterschied zum ABR welche Nachteile könnten daraus entstehen?
Gruss Delphin
EINE/R ALLEIN kann ein WIR NICHT ZUSAMMENHALTEN
Hallo biga und Delphin,
zunächst: man muss hoffen, dass dem Richter dieser Begriff mehr als nur geläufig ist.
Der Lebensmittelpunkt ist ebenso wie das ABR nicht im BGB zu finden. Es ist ein Hilfskontrukt für allerlei Unbill. Genutzt wird es vor allem, wenn BSR ohne Einschränkung des ABR besteht und das Kind seinen Willen bekundet, beim Umgangselternteil bleiben zu wollen. Dan wird gern erst einmal der Lebensmittelpunkt genommen, um das Kind zurückzuführen.
Und genau darum geht es.
Wenn der Lebensmittelpunkt durch das Gericht festgestellt wird wird er damit entschieden, festgeschrieben.
Damit hat ein EA mehr Gewicht, sollte das Kind gegen seinen (vermuteten) Willen einbehalten werden.
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
hi, mario,
erstmal muss ich sagen, es geht mir wie allen 'vorrednern': es ist eine s.... sondergleichen, mit einer solchen frage einen 7jährigen zu belasten (und spricht dagegen, dass dem fragesteller das kindeswohl am herzen liegt). das kind wird in einen loyalitätskonflikt gedrängt und muss (aus seiner sicht) eine entscheidung treffen, die es eigentlich mit allen mitteln vermeiden will. aus meiner pers. erfahrung ist es bezeichnend, dass nicht deine ex sondern der LG diese frage gestellt hat: er als scheinbar 'neutrale person' wird vorgeschoben. aber die kinder merken sehr wohl, wer tatsächlich 'dahintersteckt'.
der gedanke/vorschlag von deep thought klingt gut und ist es wert mit 'nem anwalt besprochen zu werden. auf jeden fall stell' dich darauf ein, dass es der beginn einer 'diskussion' wird, die, so glaube ich, erst vor/bei/durch eine(r) 'offiziellen stelle' (JA, gericht) zumindest vorläufig beendet wird. ich glaube auch, dass dies der erste schritt einer 'strategie' ist (von wem immer und warum immer ausgedacht; warum konnte es nicht so weitergehen wie seit 2 jahren??). ich vermute, dass nicht das 'kindeswohl' dahinter steckt, sondern gedanken ganz anderer art (z.b. stichwort 'unterhalt'.....).
mein 'kommentar': du weisst, was DU für richtig hältst, also lege dir eine eigene strategie zurecht, deep's anregungen könnten ein guter erster schritt sein.
mit deinem filius reden??
ich hatte lange überlegt, meine kids konkret zu befragen, habe bei den grossen einmal diesen (aus meiner sicht) fehler auch gemacht (ergebnis war natürlich: 'wir wollen hier bleiben' - aber nicht (nur??) weil sie es wollten, sondern weil sie wussten das ich das hören wollte; und damit waren sie wieder in einem loyalitätskonflikt!!!!).
später habe ich nur gesagt: wenn euch etwas bedrückt - ihr könnt mit mir über alles reden. und irgendwann kamen sie von selbst auf das thema zu sprechen - mit ihren worten und ihren gedanken.
ich wünsche dir alles gute (und einen anwalt, der das 'richtige augenmass' hat)!
ulli
ein mann geht nicht unter wenn er nicht will,
wehre dich, schlage dich, halte nicht still.....
(fritz grasshoff)
Hi,
das ist ein starkes Stück!
Auf jeden Fall würde ich das Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen, vielleicht kommt die Dame beim nächsten Mal auf die Idee, das Kind einfach zu "behalten"?!
Mein jüngster Sohn ist auch 7 und ich würde meinem Ex eine klare Ansage machen, wenn er am Kinderwochenende fragen würde: "na, willst du nicht lieber zu uns ziehen?"
Neee, das macht man nicht auf dem Rücken der Kinder.
Ruf deine Ex an und besprich das mit ihr, bevor es da Hin und Her geht und irgendwann nichts mehr geht (ist bei uns so, da wird aus jedem Pups ein Riesenwind gemacht und oft nur wegen Kleinigkeiten)
Also lass es nicht soweit kommen, sondern besprich das vernünftig mit ihr!
Gruß
Lisbeth
