Hallo,
wir lassen uns Scheiden.
An sich wären wir uns einig, wenn ich nicht mißtraurig wäre.
Ich soll meinen Sohn(3J), wenn ich möchte mehrmals die Woche ca.2x sehen und z.B. ins Bett bringen dürfen.
Hat jemand einen TIP wie und was man beim Besuchsrecht beim Notar regeln sollte, damit man später kein böses erwachen hat. Ich weiß, trotz alle dem kann Fr. machen was sie will.
Hans
P.S.
Da sie unser Haus weiter abbezahlt und deshalb Ganztags arbeiten geht(ihre Eltern wohnen im Haus), ihre Eltern geben auf unseren Sohn acht, sie hat Schichtdienst, hat man da später eine Chance das alleinige Sorgerecht zu bekommen, wenn alles nicht funkt.?
Sie geht wegen der Hypothek arbeiten, die auf sie geschrieben wurde.
Meiner Meinung nach ist das Kindeswohl gefährdet, da sie Vollzeit arbeitet und dies bei ungeregelten Arbeitszeiten.
Was ist eure Meinung ?
Moin Hans,
Ein klein wenig hatten wir beide ja schon hier philosophiert.
Bei Streitigkeiten wird gerichtlich ein Umgang alle 14 Tage über das Wochenende (Freitag bis Sonntag) und zwei Telefonate je Woche in der verbleibenden Zeit (Mittwochs und Sonntags) als Regelfall abgeurteilt. Damit ist nach Ansicht der gängigen Rechtsprechung dem Kindeswohl Genüge getan. Ein Böser, wer anders denkt.
Der Weg zum Notar hat außer Kosten keine Wirkung. Denn der Notar beurkundet ja lediglich den Sachverhalt und die Unterschriften. Die Einhaltung von Rechtsnormen im Nachwege kann er nicht beeinflussen. Du kannst einiges an Geld sparen, wenn ihr, wenn's denn sein muss, zum Jugendamt geht und dort eine Elternvereinbarung unterschreibt. Die rechtliche Bindung für Deine Frau ist die Gleiche: Keine. Wenn sie es später nicht mehr will, wird sie Wege finden, Dich auszugrenzen. Und kein Gerichtsvollzieher dieser Welt wird Dir später beistehen und ggf. das Kind 'pfänden'. Vor Gericht hat dieses Papier zwar eine gewisse Aussagekraft, aber die herbeigezauberten Ablehnungsgründe stehen dagegen.
Wenn Du heute schon Bedenken bezüglich des Kindeswohls hast, warum willst Du es erst ausprobieren? Nimm Dein Kind gleich mit. Es wird ein schwieriger Weg, aber mit guten Argumenten geht es. Wenn das Kind erst einmal sich an diese (neue) Form der Betreuung 'gewöhnt'hat und zudem in seiner bisherigen Lebensumgebung bleibt, wird es mit jedem Tag schwerer.
Das alleinige Sorgerecht (=ASR) bringt Dir gar nichts. In dieser Sache hilft Dir nur das Aufenthaltbestimmungsrecht (=ABR). Ich bin immer der Meinung, beide Eltern müssen auch nach der Trennung für das Kind/die Kinder sorgen dürfen und müssen. Nur so ist für das Kind sicher, dass seine Eltern sich wirklich kümmern und das Signal geben 'Ich sorge für Dich da, auch wenn wir nicht zusammen wohnen!'
Du solltest Dir ernsthaft überlegen, ob die auf Dauer die Kraft hast, Dein Kind mehrmals die Woche zu sehen und zu Bett bringen zu dürfen. Das Leben Deiner Frau wird auch weitergehen. Irgendwann wird sie sich wieder einem neuen Mann zuwenden. Was ist dann? Nichts ist für ein Kind schlimmer, als dass eingefahrene Rituale reduziert werden. Und Dein Rückzug in diesen abendlichen Besuchen gehört hier hinein. Überlege rechtzeitig, was Du in der Lage bist dauerhaft und verläßlich in die Tat umzusetzen und tue nur dieses. Wenn Du den Umgang späer reduzierst, aus für jeden einsichtigen Gründen, kann es Dir bei bewußt schädigender Auslegung zum Nachteil gereichen.
Tut mir leid, aber so richtig gute Nachrichten habe ich einfach nicht parat und skizziere auch bewußt etwas schwarz, um Dir die Bandbreite aufzuzeigen.
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
:PJa ich weiß,
Mein Problem ist die emotionale Bindung zu Frau / Kind.
Auf der einen Seite kann ich das BAd betreten, wenn sie nackt in der Wanne liegt, auf der anderen Seite habe ich Angst auf die Schüppe genommen zu werden.
Alle sagen mir, die ist solange freundlich(m. ihren Eltern) zu mir, solange sie etwas von mir will (HAus usw. Du weißt was ich meine). Auf der anderen Seite sagt sie, wir führen die besten Gespräche seit langem und das wir nicht zusammen passen, wenn wir in einer Wohnung/ Haus leben, wer weiß was die Zukunft bring ?
Sie hat mich schon zu Weihnachten eingeladen, wir wollen mind. einmal im Monat mit unserem Sohn zusammen etwas unternehmen, Schwiegereltern meinen, vielleicht spielen wir in der Zukunft wieder Karten wie früher zusammen usw.
Auf der anderen Seite will Sie die Scheidung so schnell wie möglich hinter sich bringen und ich soll schnell wie möglich ausziehen, hat auch noch keinen Freund.
Ich sage ihr, das ich sauer werde, wenn nach meinem Auszug innerhalb eines 1/2 jahres ein neuer Einzieht (wird nicht passieren könnte aber sein) wegen meines Sohnes.
Sie sagt, sie kann sich nach der Scheidung eh keinen Anwalt leisten, da sie das Haus abbezahlen muß.
Ich habe ihr gesagt, sollten unsere Vereinbarungen nicht eingehalten werden überziehe ich sie mit Klagen, zum Schutz unseres Sohnes. Warum soll er bei seiner Mutter aufwachsen, wenn Sie einfache Absprachen nicht einhält, wie z.B. das ich öfters meinen Sohn nicht wie versprochen sehen kann.
Sicherlich wird es nicht einfach, wenn ich ihn mehr als alle 14 Tage sehe, aber ich bin sein Vater und viele Dinge in diesem Haus gefallen mir nicht, was seine Mutter und Schwiegereltern so veranstalten.
Sie kommen halt aus einer anderen Kultur. (Polen)
z.B. wird er mit Spielzeug überschüttet, sie haben keine Essenskultur und es wird nur immer darüber Diskutiert, wie sch… alles in Deutschland ist, obwohl sie selbst so gut wie nicht Arbeiten gehen, bis auf meine Frau.
Ich will für meinen Jungen das Beste.
Alleine kann ich das Haus nicht halten! ERGO, keine CHANCE, da wenn das Haus verkauft werden muß, haben wir alle nur noch Schulden und dies bring unserem Sohn auch nicht in Zukunft weiter.
Was also tun sprach Zeus ?
Wie siehst Du es mit ihrer Arbeitszeit, habe ich eventuell wenn alles nach der Scheidung schief läuft, Chancen darüber eventuell ihn zu mir zu bekommen.
Sie Arbeitet im Krankenhaus auf der Notaufnahme und muß von 6-14 oder 12- 22 arbeiten
Weil, wenn alles schief läuft würde es Sinn machen meinen Job an den Nagel zu hängen.
Was meinst !?
Meine Ziele für die Zukunft:
1. Ich will nicht von meiner Frau abgezockt werden.
Ich ziehe aus, übernehme die Kosten und er nächste zieht ein (laut ihrer Aussage will sie erst einmal Ruhe haben, wenn in kurzer Zeit einer Einzieht, ist meine Meinung, ist das Wohl meines Sohnes gefährdet) Appropo, wir sind uns nie fremd gegangen, aber sie sagt, wenn einer seine gr. Liebe findet, könnte es doch sein, das er innerhalb eines ½ jahres mit diesem zusammenzieht. Meine Antwort, wenn ein Kind im Spiel ist,(auch ohne) ist dies innerhalb dieses Zeitraums meiner Meinung nach undenkbar, es sei denn es gibt jetzt schon jemanden.
2. Ich will meinen Sohn regl. Sehen, egal was es für mich psych. bedeutet, mehr als alle 14 Tage. Und dies werde ich mit allen mir zur verfügung stehenden Mitteln durchsetzen. Deshalb will ich auch eine Wohnung im Umkreis von 10- 15 Km haben
3. Ich will kein Ausspielen meines Sohnes gegen mich
4. usw.
Was antworte ich Dir nur, Hans, ohne Dich zu desillusionieren?
Ich habe den Vorteil der Distanz, kann aber dafür nur im Rahmen des hier mitgeteilten etwas sagen.
Auf der anderen Seite sagt sie, wir führen die besten Gespräche seit langem und das wir nicht zusammen passen, wenn wir in einer Wohnung/ Haus leben, wer weiß was die Zukunft bringt ?
und dann:
Auf der anderen Seite will Sie die Scheidung so schnell wie möglich hinter sich bringen und ich soll schnell wie möglich ausziehen, hat auch noch keinen Freund.
und dann:
laut ihrer Aussage will sie erst einmal Ruhe haben
und dann:
aber sie sagt, wenn einer seine gr. Liebe findet, könnte es doch sein, das er innerhalb eines ½ jahres mit diesem zusammenzieht
Ich glaube, Du kannst Dir sämtliche Antworten selbst geben. Sorry, klingt hart, ist es auch. Ich halte nur nichts davon, für Dich Luftschlösser zu bauen.
wenn in kurzer Zeit einer Einzieht, ist meine Meinung, ist das Wohl meines Sohnes gefährdet
Da kommt es ja nun darauf an, um was für eine Art von Partner es sich handelt. Auch hier gib es gute, mit dem Dein Sohn durchaus gut klar kommen kann. Du musst Dich halt nur mit dem Gedanken abgeben, dass dieser Mann mehr Zeit mit Deinem Sohn verbringen wird als Du. Nochmal sorry, klingt hart, ist aber so.
Dieser Neue wird Dich aber niemals ersetzen können, wenn Du den Umgang aufrecht erhältst. Blut ist immer dicker als Wasser. Aber da liegt sehr viel an Dir. Nochmal: Mache bzgl. des Umgangs nur dort Zugeständnisse, wo Du sie dauerhaft und verlässlich einhalten kannst.
ein Kind im Spiel ist,(auch ohne) ist dies innerhalb dieses Zeitraums meiner Meinung nach undenkbar
Ach, das geht bisweilen so schnell, selbst wenn keine Bemühungen zur Suche gemacht werden. Vielleicht gibt es schon jemanden, vielleicht auch nicht. Wenn es soweit ist, wirst Du es herausfinden. Es nützt Dir nur dann nichts mehr. Du kannst es nur noch schlucken, denn der Zug ist abgefahren.
Ich will meinen Sohn regl. Sehen, egal was es für mich psych. bedeutet, mehr als alle 14 Tage. Und dies werde ich mit allen mir zur verfügung stehenden Mitteln durchsetzen.
Das ist löblich und jeder hier wünscht Dir alle Kraft der Welt. Bedenke bitte, dass Du nur dann ein guter Vater sein kannst, wenn es Dir gut geht. Manchmal ist weniger mehr. Du wirst das Maß für Dich selbst sehr schnell herausfinden.
Ich will kein Ausspielen meines Sohnes gegen mich
Aus Deinen Schilderungen entnehme ich, dass Du Deine Frau schon ein wenig unter Druck setzt ('überziehe ich sie mit Klagen'). Dieser Druck wird auch auf Deinen Sohn übergehen. Wie soll sich Deine Frau, unterstellen wir ihr mal allerbeste Absichten, sich so angstfrei bewegen können?
Weißt Du Hans, dort wo Du stehst, standen alle vor mehr oder weniger vielen Monaten und Jahren. Und glaube mir, wir alle hatten die ehrenvollsten Absichten. Dem einen ist es geglückt, dem anderen nicht. Sei einfach auf alles gefaßt, dann kannst Du nicht überrascht werden. Freue Dich, wenn es nicht eintrifft und bedanke Dich auch bei Deiner Frau für die bewiesene Fairness.
Liebe Grüße
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
Hallo Quarki,
ich glaube fest, dass eine einvernehmliche Lösung geht. Dazu bedarf es natürlich dem echten guten Willen von Mutter und Vater und von jedem auch ein bißchen zurücknahme.
Ich lebe jetzt seit drei Monaten nicht mehr mit meiner Frau und den Kindern zusammen.
Auch wenn die Zeit unheimlich schwer war und ist - mit den Kindern und dem daraus resultierenden Umgang gab es bislang nie Problem.
Die Kinder sind 14tägig bei mir, von Freitag bis Sonntag. Wenn Bedarf ist, schlafen sie unter der Woche hier. Außerdem frühstücken wir wochentags zusammen bei ihnen, damit ich den Kleinen zum Kindergarten und meine (Ex)Frau die Große zur Schule bringen kann.
Es gibt allerdings zwei große Knackpunkte. Der erste - da hat DeepThought recht - sind neue Partner Wie wird es mit dem abendlichen Zubettbringen (oder bei mir mit dem Frühstück), wenn da ein neuer Mann ist. Wie wird eine mögliche neue Partnerin von dir diese Rituale finden - von der immer noch vorhandenen emotionalen Nähe zu deiner Frau mal ganz abgesehen. Vieles, was jetzt noch geht, weil Mutter und Vater aus schlechtem Gewissen und guten Vorsätzen handeln, wird dann unendlich schwierig. Vieles wird gar nicht mehr gehen (wer möchte bitte sehr den Ex-Mann in der Wohnung haben, wenn da ein neuer Partner ist?).
Ein zweiter, für mich noch wichtiger Punkt sind die Kinder. Für sie wird die Situation mitunter vollends verwirrend. Mal ist der Vater da, mal nicht. Er kommt und bleibt bis zum ins Bett bringen, schläft aber selbst nicht da. Außerdem bekommen sie ja quasi ein "Zweit-Zuhause", zu dem es sie auch zieht. Denn dort ist der Vater, mit dem sie gern zusammensein möchten. Und ich denke, jeder der kleinen Umzüge ist mit einem kleinen Knacks verbunden. Nicht besonders gut. Aber sicher besser, als keinen Umgang und Rosenkrieg.
Am Ende blebt, was Deep Thought schrieb: "... dort wo Du stehst, standen alle vor mehr oder weniger vielen Monaten und Jahren. Und glaube mir, wir alle hatten die ehrenvollsten Absichten. Dem einen ist es geglückt, dem anderen nicht. Sei einfach auf alles gefaßt, dann kannst Du nicht überrascht werden."
Ich glaube, dass man nicht auf alles gefasst sein kann. Ich glaube, dass man mit Fairness und dem gebotenen und notwendigen Verantwortungsgefühl vieles lösen kann. Ich glaube, dass manches einfach geschehen wird, wie sehr sich alle Akteure auch bemühen, es gut zu machen.
Alles Gute, -
