Hallo,
Ich bin neu hier und nachdem ich mir einige andere Postings durchgelesen habe, die mir auch schon ein gutes Stück weiter geholfen haben, dachte ich schildere ich mein Problem doch auch mal um eine konkrete Antwort zu bekommen.
Also, eigentlich ist es auch nicht mein Problem, sondern das meines besten Freundes. Er ist 27, Zwillingsvater von süßen 2jährigen Jungs (ohne Sorgerecht), macht grade eine neue Ausbildung auf Grund dessen er kein Unterhalt zahlen kann (was er aber machen würde, wenn er könnte) und wohnt in einer WG. Na ja und dann kommt eigentlich das Übliche... die Kindsmutter. (Ich, selbst eine Frau, kann echt nicht verstehen wie manche Mütter so drauf sein können.)
Ich weiß gar nicht wie ich am Besten anfangen soll...
Also, mein Kumpel hat sich etwa ein halbes Jahr nach der Geburt der Kinder von der KM getrennt. Da es immer nur Streitigkeiten und Unstimmigkeiten gab. Seitdem versucht er seine Jungs regelmäßig zu sehen, was allerdings nicht so einfach ist. Das Verhältnis der beiden zueinander ist mal gut mal schlecht, jenachdem wie sie grade drauf ist. Sie beschimpft ihn am Telefon oder wenn er seine Kinder besuchen geht.
Und eigentlich ist das genau der Punkt, immer wenn er seine Kinder sehen will muss er zu seiner Ex fahren, mit der er sich nicht so recht versteht, denn sie will nicht dass er die Kinder alleine hat. Er richtet sich im Grunde bei allem was die Kinder angeht komplett nach ihr, vor allem Besuchtermine und -zeiten. Er hätte gerne eine Regelmäßigkeit drin, alle 14 Tage jeden Samstag (Zeit ist ihm eigentlich egal).Seine neue Ausbildung macht ihm dies seit August '08 auch möglich ist (vorher musste er jeden Samstag arbeiten). Wenn er versucht mit ihr zu reden kommt es eigentlich immer nur zum Streit oder nichtsbringenden Diskussionen. Zu seinen Kindern hat er ein gutes Verhältnis, sie nennen ihn Papa, freuen sich, wenn er zu Besuch kommt und sind traurig wenn er geht und wollen am liebsten mit.
Sie ist ziemlich krass drauf und anhand ihrer anderen Handlungen (und da gibt es reichlich, auch welche die meinem Kumpel gegenüber richtig gemein sind) gehe ich einfach mal davon aus, dass sie ihm nicht verzeihen kann, dass er sie mit den Kindern allein gelassen hat. Und sie gerne diese "heile" Familie wieder hätte.
Nun gut, mein Anliegen ist nun, das mein Kumpel nicht zum JA gehen will, weil er Angst hat, dass er seine Jungs noch weniger sehen darf als jetzt ohnehin schon, bzw. seine Kinder noch weniger von ihm haben als zu diesem Zeitpunkt. Er wurde die beiden auch einfach gerne mal mit zu seinen Eltern, also den Großeltern, nehme, aber, er darf die Kinder ja nicht alleine haben.
Also, zu meiner Frage:
1. Was für Recht hat er?
2. Darf er 2jährige Zwillinge auch mal nachmittags abholen und die Zeit mit ihn alleine verbringen? Oder muss der Besuch zwingend bei ihr stattfinden?
3. Darf er die beiden (jetzt oder später) zu sich mit in die WG nehmen, wenn er es den beiden zu diesem Zeitpunkt kindsgerechter einrichtet?
4. Sie haben mal das Abkommen geschlossen, das ein neuer Partner die Kinder nicht sehen soll, kann er trotzdem irgendwann sagen, dass er möchte dass seine Partnerin die beiden kennenlernt? (Zur Zeit hat er allerdings keine)
Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen, dass er endlich überzeugt wird zum JA zu gehen.
Und möchte mich schon mal im Vorfeld bedanken.
Hachiko
Hallo Hachiko
Willkommen bei VS.de
Zuerst einmal finde ich es gut, dass du dich für deinen Freund angagierst, doch wäre es sinnvoller, wenn er hier selber aufschlagen würde. Ungeachtet dessen, werde ich aber versuchen, deine Fragen zu beantworten.
1. Was für Recht hat er?
Unterhalt zahlen und Umgang mit seinen Kindern haben. Letzteres ist nicht sein "Recht", sondern seine Pflicht.
2. Darf er 2jährige Zwillinge auch mal nachmittags abholen und die Zeit mit ihn alleine verbringen? Oder muss der Besuch zwingend bei ihr stattfinden?
Die Gestalltung des Umganges obliegt ihm. Umgang in der Wohnung und unter Aufsicht der EX ist ein NO GO! Schlimmstenfalls könnte sie für eine Zeit BU verlangen, welcher aber auch in unbegleiteten Umgang münden würde.
3. Darf er die beiden (jetzt oder später) zu sich mit in die WG nehmen, wenn er es den beiden zu diesem Zeitpunkt kindsgerechter einrichtet?
Warum nicht? Eine WG ist keine Kindeswohlgefährdung.
4. Sie haben mal das Abkommen geschlossen, das ein neuer Partner die Kinder nicht sehen soll, kann er trotzdem irgendwann sagen, dass er möchte dass seine Partnerin die beiden kennenlernt? (Zur Zeit hat er allerdings keine)
Selbstverständlich kann er das! Eine solche Absprache wäre, wenn sie schriftlich festgelegt wurde, schlicht sittenwidrig.
LG Jemmy
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Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen (Edmund Burke).
Everybody wants to rule the World
Moin!
Sorry, muss korrigieren:
Er darf die 2 nicht auch mal Nachmittags holen, weil er weder SR noch eine Umgangsregelung hat. Fehlt beides, ist er auf Gedeih und Verderb den Vorgaben der KM ausgeliefert. Und somit kann sie derzeit auch festlegen, dass er die Kids nur bei ihr zu Hause besucht.
Was Jemmy schreibt stimmt - aber nur, wenn er eine verbindliche Umgangsregelung hat. Hat er aber nicht. Die bekommt er -so er sich mit der KM nicht einigen kann- beim Amtsgericht. Sprich: er muss sie sich erklagen. In der Regel haben KVs damit Erfolg und haben dann irgendwann einen gerichtlich festgelegten Umgangsrythmus und DANN hat KM kein Mitspracherecht mehr, was die Inhalte der Umgänge angeht. Dann kann er während dieser Zeiten tun was er will mit seinen Kids.
Die Regel in der deutschen Rechtssprechung, die es eigentlich gar nicht geben dürfte, ist ein Rythmus von alle 14 Tage das WE incl. Übernachtung beim Papa und alle Ferien hälftig.
4. Sie haben mal das Abkommen geschlossen, das ein neuer Partner die Kinder nicht sehen soll, kann er trotzdem irgendwann sagen, dass er möchte dass seine Partnerin die beiden kennenlernt?
Was ist das denn für ein Quatsch?
Er richtet sich im Grunde bei allem was die Kinder angeht komplett nach ihr, vor allem Besuchtermine und -zeiten
Zum jetzigen Zeitpunkt hat er keine andere Wahl.
Er hätte gerne eine Regelmäßigkeit drin, alle 14 Tage jeden Samstag (Zeit ist ihm eigentlich egal).
Darauf (und auf noch mehr) hat er bzw die Kids auch das Recht. Gewährt die KM dieses Recht nicht, so muss er es gerichtlich einklagen.
Wenn er versucht mit ihr zu reden kommt es eigentlich immer nur zum Streit oder nichtsbringenden Diskussionen.
Dann mal schriftlich versuchen. Er soll ihr eine UR vorschlagen, die er formuliert. Lehnt sie ab, dann direkt zum Anwalt.
Greetz,
Milan
Danke für die Antworten. 🙂
Ich werd ihm das auch noch mal zeigen.
Denn es stimmt schon, eigentlich hätte er sich hier melden müssen, er tut allerdings nichts weil er Angst hat seine Kinder noch weniger zu sehen oder auch gar nicht mehr. Ich hab mir gedacht, wenn er erstmal sieht, dass er was machen kann und was. Dass er sich dann auch endlich traut.
Danke nochmal.
Hachiko
Servus Hachiko!
Denn es stimmt schon, eigentlich hätte er sich hier melden müssen, er tut allerdings nichts weil er Angst hat seine Kinder noch weniger zu sehen oder auch gar nicht mehr
Da braucht er wirklich keine Angst haben, hier isser bestens aufgehoben.
Selbst wenn er Angst haben sollte, dass Feind mitliest, gibt es hier Möglichkeiten, das zu unterbinden!
Grüße ausm Süden
Marco
Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
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Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!
Hallo Hachiko,
ist zwar keine Antwort auf deine Fragen, aber eine Sache würde ich schon gerne etwas genauer wissen.
Er ist 27, Zwillingsvater von süßen 2jährigen Jungs (ohne Sorgerecht), macht grade eine neue Ausbildung auf Grund dessen er kein Unterhalt zahlen kann (was er aber machen würde, wenn er könnte)
Von würde/könnte wird niemand satt. Die KM hat zwei kleine Kinder zu versorgen, der KV zahlt keinen Unterhalt. Durch welche Art von Geldsegen kommt sie über die Runden? Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann hatte dein bester Freund bis August '08 eine Arbeit, da waren die Kinder schon geboren. Und trotzdem hat er sich locker-flockig entschieden, mit seinen 27 Lenzen eine Ausbildung zu beginnen, was ihn für mutmaßlich mindestens zwei bis drei Jahre außer Stande setzt, Unterhalt für seine Kurzen zu zahlen?!?
Ich, selbst eine Frau, kann echt nicht verstehen wie manche Mütter so drauf sein können.
Ich, selbst keine Frau, kann es in diesem Fall ein Stück weit verstehen, wenn die KM nicht ganz so gut auf den KV zu sprechen ist.
Wenn ich jetzt irgendwas gründlich falsch verstanden habe, dann korrigier' mich bitte.
Viele liebe Grüße,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Hallo Malachit,
Durch welche Art von Geldsegen kommt sie über die Runden?
Die KM hat soweit ich das mitbekomme kein schlechtes Leben. Lebt bei ihrem Vater in nem Haus mit Garten (keine Miete), bekommt Halbwaisenrente, ihr KG, das der Kinder natürlich auch (ich weiß selbst dass es nicht viel ist, aber sie bekommt es) und da war noch irgendwas (Erziehungsgeld oder so). Und eben auf Grund der Kinder muss sie keine Studiengebühren zahlen. Von daher hat sie's nicht so mit Geldsorgen.
Und das mit dem "nicht so gut auf den KV zu sprechen sein", meinte ich auch mehr im Allgemeinen als speziell jetzt diesen Fall. Hier kann ich es auch ein Stück weit nachvollziehen. Trotzdem verhält sie sich schon arg daneben.
Hi Hachiko
Hmm, der Bursche macht 'ne Zweitausbildung - mit 27J. Warum? Ist dies zwingend notwendig oder private Anschauung? Im letzteren Fall ist es sein Privatvergnügen sprich - es entbindet ihn nicht von UH-Zahlungen. Duldet dies die KM, so kommt sie ihm schonmal entgegen. Sehe es auch mal so. Er hat zwei Kinder in die Welt gesetzt - dann sollte er sich auch damit auseinander setzen (Verpflichtungen, Verantwortung) und nicht seinen persönlichen Vorstellungen nachgehen. Soviel mal dazu, was ich unter persönlicher Ansicht verstehe.
Das JA ist nicht der Feind. Deren Aufgabe ist es unter anderem zu vermitteln und den ET'en die Möglichkeit zu geben, ins (sachliche) Gespräch zu kommen. Wenn er Umgang mit den Kindern will, so muss auch er den sogenannten Dreisprung verfolgen.
1. Gespräch mit der KM
2. (wenn erfolglos) JA einschalten
3. (immer noch erfolglos) beim Gericht Klage auf Umgang einreichen
Ich denke mal, erst wenn eine vernünftige Umgangsregelung besteht lohnt es sich Gedanken zu machen, wie dann der Umgang selbst mit Inhalt erfüllt wird. Klar, es beisst sich eigentlich. Nur unter den geschilderten Umständen ist er der Willkür der KM derzeit ausgeliefert. Und genau hier sollte angesetzt werden: eine klare Umgangsregelung.
Und bevor er hier Aktionismus entfaltet wäre es vielleicht nicht schlecht für ihn sich darüber Auskunft einzuholen, was so alles möglich sprich auch durchsetzbar ist, als auch welche Regeln zu beachten sind um erfolgreich zu sein. Daher meine Empfehlung - er sollte sich irgendwo (oder natürlich hier) persönlich Rat holen und damit auch seine persönliche Einstellung schildern - denn darauf kommt es vor allem an. Das ist nichts gegen Dich - nur kommt es bei ihm wahrscheinlich auch nicht richtig an.
Gruss oldie
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Hallo,
ich als KV (nur unter dem anderen Namen) äussere mich auch mal zu dem Sachverhalt.
Dazu muss ich aber etwas weiter ausholen.
Als die KM und ich erfahren haben, dass sie Schwanger ist, war die Situation folgende: Sie, Studentin, wohnte ca. 400km weit weg, ich hatte einen zeitlich befristeten Arbeitsvertrag in meinem erlernten Beruf (Einzelhandelskaufmann). Mein Arbeitsvertrag wurde nicht verlängert. Fristgerecht hatte ich mich beim Arbeitsamt gemeldet. Die sagten mir, dass der Beruf quasi tod sei und ich mich nach einem anderen Beruf umschauen müsste. Zu dieser Zeit ist Sie auch wieder hierher gezogen. Darauf hin habe ich angefangen mein Abi zu machen (2 Jahre) und auch noch nebenbei etwas gejobbt. Danach habe ich meine neue Ausbildung angefange (wo ich noch immer bin). Ich hoffe damit ist die Frage nach der 2ten Ausbildung geklärt.
Bei dem Thema Unterhalt muss ich sagen, dass wenn ich den vollen Betrag zahlen würde und auch meine Miete bezahlt habe, habe ich noch etwa 30 Euro im Monat zum Leben. Und davon müssen Lebensmittel gekauft und auch sonstige laufende Kosten bezahlt werden. Es hat also nichts damit zu tun dass ich nicht will, also unterhalt zahlen, sondern es im Moment ganz einfach nicht kann.
Meine Situation wurde oben schon sehr gut dargestellt. Es gab auch durchaus schon längere Gespräche (bis zu 4 Std.) zwischen der KM und mir. Das war allerdings noch zu meinen "Schulzeiten". inzwischen ist durch meine neue berufliche Situation meine Freizeit in sofern entspannt, dass ich in den seltensten Fällen Samstags oder Sonntags arbeiten muss.
Es war bisher so, dass ich mich anfangs jeder zweiten Woche bei der KM gemeldet habe. Die Frage war dann von mir: wie habt ihr Zeit? "Wie könnt ihr mich in eurer Zeit unterbringen?" Je nach belieben der KM habe ich dann halt eine Antwort bekommen oder auch nicht. Aktuell sehe ich die Jungs an diesem WE das dritten Mal in Folge nicht.
Es ist auch so gewesen, dass ich, trotz mehrfacher nachfrage, die Kinder weder an ihrem Geburtstag, an Weihnachten oder an Ostern gesehen habe.
Aber mal unabhängig von der Situation die schon vorher geschildert wurde und ich gerad auch nochmal gepostet habe ist es so, Ich liebe meine Kinder. Die Kinder vermissen mich (verdeutlicht dadurch, dass die beiden mich Papa nennen und sich richtig freuen wenn ich komme bzw traurig sind, wenn ich gehe) auch auf die Frage ob ihr denn gerne mit Papa spielt, kamm von beiden die Antwort "Ja".
Aber der Gedanke die Kinder nicht mehr sehen zu können bzw nicht zu wissen wann ich sie wieder sehe, tut mir richtig weh. Und ich bin am Verzweifeln, da ich nicht weiß "was ist richtig, was darf sie, was darf ich"...
Ich hoffe, ich konnte meine Situation noch etwas besser verdeutlichen und baue weiterhin auf eure Hilfe.
Ein verzweifelter Zwillingspapa.
Hi Freund von Hachiko
Ich sag's mal so. Ich brauche das Selbstverständnis des eigentlichen Diskussionspartners um zu verstehen, wo es "den Kopf zu waschen gilt" oder wo ich vielleicht Hinweise geben kann. 😉
Ich stürze mich mal auf den zweiten Aspekt.
Stelle eine für Dich (und im weitesten Sinne auch für die KM) 100%-ig machbare Umgangsregelung schriftlich auf, und zwar für einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr. Stelle realistische Regeln auf, was im Falle eine Terminverschiebung unternommen werden soll (Ausweichtermine). Diese legst Du der KM vor (kannst das alles auch mal hier gegenchecken lassen). Es gilt erst einmal eine Diskussionsbasis zw. euch zu finden, auf die auch rückblickend geschaut werden kann. Sonst dreht ihr euch nur im Kreis. Darauf aufbauend können dann entsprechend weitere Schritte eingeleitet werden.
Bei Zweijährigen ist durchaus auch eine oder zwei Übernachtung/-en drinne - biologische Gründe wie Stillen gibt es ja nicht mehr. Ziehe bitte dies auch in Betracht. Ich meine damit, stelle eine maximale, für Dich realisierbare Forderung auf. Nachgeben kannst Du immer noch, das Angebot erweitern fällt jedoch oftmals schwer.
Gruss oldie
Edit: Beitrag überarbeitet
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
