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Umgangsdurcheinander

 
(@alfa_gt)
Schon was gesagt Registriert

Liebe Alle,

seit April 2001 leben mein Ex-Mann (KV) und ich räumlich von einander getrennt. Seit Februar 2003 sind wir geschieden. Unsere gemeinsame Tochter (heute 10 Jahre alt) hat ihren Lebensmittelpunkt seit unserer Trennung bei mir.

Anfangs war unsere Tochter an 4 Wochenenden im Monat beim KV. Es gefiel ihr gut und tat ihr gut. Durch Beinflussung seitens des KV entfernte sich unsere Tochter von mir und ich habe um 2 Wochenenden (Freizeit) im Monat gebeten. Ein großes Hin-und-Her und viele Drohungen seinerseits haben mir damals mächtig Angst gemacht, sodass ich mit einem Wochenende (erkämpfte damals mein RA für mich) einverstanden war. Besser eins als keins!

Im Scheidungsurteil steht: "Die Parteien sind sich darüber einig, dass die Tochter im Regelfall bei der Mutter lebt und der Vater die Tochter an drei Wochenenden im Monat von Freitagabend bis Montagfrüh zu sich nimmt."

Hin und wieder kamen irgendwelche Drohungen mir das Kind weg zunehmen bzw. mir das Sorgerecht zu entziehen inkl. Unterhaltskürzungen. Aus Angst bin ich vielerlei Kompromisse eingegangen.
Zwischenzeitlich habe ich eine weitere Tochter zur Welt gebracht (heute 3 Jahre alt), die aber nicht von meinem Ex ist.

Durch eigenmächtige Anmeldungen zum Sport und Reiten hat er sich zusätzlich jeden Dienstag unter den Nagel gerissen. Sein Vorschlag: „Unserer Tochter geht jetzt dienstags in Sport und bis wir nach Hause kommen wäre es 21:30 Uhr, also wäre es doch für die kleine Schwester gut, wenn die Große bei ihm schlafen würde, damit die Kleine nicht aus ihrem Schlaf gerissen wird. Für mich klang das plausibel und ich stimmte zu.
Freitags ist Reiten von 16:00 bis 17:00 Uhr. Nur lässt es mein Job nicht immer zu, jeden Freitag um 15:00 Uhr Feierabend zu machen, damit die gemeinsame Tochter pünktllich beim Reiten ist.

Im Mai 2006 bekam er einen Brief vom Jugendamt (JA). Sie hätten versäumt ihm mitzuteilen, dass er seit Juli 2005 8,00 Euro mehr Unterhalt zahlen müsste. Und jetzt kommt der eigentliche Stress:
Daraufhin verlangte er eine Neuberechnung des Unterhalts, da er die gemeinsame Tochter zu 50 % im Monat betreuen würde.
Des Weiteren hat er die WE´s so geschoben, dass das Kind in den letzten 2 Monaten wirklich ziemlich häufig bei ihm war. In der Regel hat er sie aber maximal an 7 Tagen im Monat, macht nach meiner Rechnung 25%.
Diese 50%-Rechnung hält er bis heute aufrecht, betrifft aber nur die letzen 2 Monate.

Am Mittwoch (6.9.) hatten wir einen gemeinsamen Termin beim JA bzgl. des Unterhaltes. 2 Tage zuvor teilte er mir per eMail mit, dass er nur den vollen Unterhalt zahlen würde, wenn das Kind an maximal 2 WE´s bis gar nicht bei ihm wäre. Dies bestätigte er mündlich nochmals auf dem JA. Ich stimmte natürlich zu, weil es genau das ist, was ich schon seit April 2001 möchte und er mir immer verwehrt hat, nämlich mehr Freizeit mit meiner Großen.
Als wir gemeinsam zu unseren Autos liefen drohte er mir damit unserer Tochter alles zu erzählen, und was ich doch für eine schlechte Mutter sei und überhaupt...!
Wortlos stieg ich in mein Auto und fuhr zur Arbeit. Dort erwartete mich schon eine eMail mit absolut gegensätzlichen Worten.

Er möchte mir doch nicht 2 WE´s im Monat zugestehen und drohte mir mal wieder mit Gericht und Anwalt. Er beharrt auf dieser 50%-Regelung. Trifft wesentliche Entscheidungen die unsere Tochter betreffen alleine, so dass ich nur schlecht „Nein“ sagen kann, weil dieses „Nein“ nicht ihn, sondern unsere (schon von ihm eingeweihte) Tochter treffen würde und ich dann bei unserer Tochter schlechte Karten hätte.
Er hat das schon sehr clever eingefädelt. Er ist der Gute und ich bin die Böse.

Kann mir jemand sagen, wie ich mich verhalten soll?
Was ich gegen Beeinflussung und Entscheidungen seinerseits tun kann?
Wie kann ich Beeinflussungen beweisen?

Ich habe zwar am Dienstag wieder einen Termin beim JA, weiß aber nicht genau wie die Ämter solche Situationen sehen. Es gibt ja auch genügend Mütter die sich unendliche Lügen aus der Nase ziehen, nur um dem Vater eins auszuwischen. So ist es aber hier nicht. Ich habe große Angst, dass das JA von meiner Wahrheit noch die Hälfte abzieht und dem KV mehr Glauben schenkt.

Einen Rückzieher möchte ich nicht machen, weil mein Ex mich bzw. uns nie in Ruhe lassen würde. Ich gehe davon aus, dass ein Urteil des JA´s bzw. eines Gerichts endgültige Grenzen setzen kann und wir Beide dieses Urteil akzeptieren müssen.

Leider kann ich hier nicht alles schreiben, es ist einfach zu viel. Wichtig ist für mich, dass sich die Beziehung zwischen meinen beiden Töchtern festigt und die Beziehung zwischen meiner großen Tochter und mir ebenfalls.

Vielen Dank für Eure Antworten,
Alfa-GT


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 14.09.2006 14:16
(@weisnich)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Alfa-GT,
hmm... da bin ich doch entsetzt. Von beiden Seiten übrigens.

Wenn Du nein denkst und ja sagst, dann beschwere dich nicht darüber, dass keiner dein Nein gehört hat. Setze Papa (und DIR!) klare Grenzen. Wird Reiten von euch eingeplant, so muss es auch von beiden Seiten getragen werden. Alleingänge sollten die Eltern während der Zeit realisieren, ihn der sie das Kind haben.

So. Und ihr beide habt ein schrecklich blödes Problem. Erstens Misstrauen, zweitens eine ständige Vermischung von Umgang und Unterhalt. Worum geht es bei euch? Um die Tochter oder ums Geld?

Mein Tipp: Versucht euch doch mal darauf zu verständigen, dass ihr den Unterhalt erst einmal unbetrachtet lasst und eine optimale Lösung FÜR DIE TOCHTER erzielt.

Anschliessend unterhaltet ihr euch über Geld. Dabei können aber auch BEIDE Seiten Kompromisse eingehen. Ich z.B. halte den KU in Deutschland für zu hoch; ich fände den Wegfall des Kindesuntehaltes am sinnvollsten (dann hättet ihr z.B. auch weniger Probleme). Allerdings würde ich auch dann noch 'KU' bezahlen, wenn mein Kurzer bei mir leben dürfte.
Vielleicht findet ihr eine Lösung dazwischen.

Reisst euch zusammen; eurer Tochter zuliebe.

Gruss,
Michael


AntwortZitat
Geschrieben : 14.09.2006 14:31
(@andreadd)
Registriert

Hallo Alfa-GT,

zunächst mal Willkommen bei VS  🙂

Du schreibst immer, der Vater will, ich will....
Was möchte denn deine Tochter?
Warum betrachtest du die Anmeldung beim Sport und zum Reiten als "unter den Nagel reißen"?

Wäre es vielleicht ein Vorschlag zur Güte, wenn ihr die 50-50 Regelung anders handhabt, eine Woche samt WE bei dir und die andere bei ihm? Dann hättest du doch auch deine gewünschten Wochenenden.

Liebe Grüße
Andrea


Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
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AntwortZitat
Geschrieben : 14.09.2006 14:33