Die Kinder wollen n...
 
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Die Kinder wollen nicht

 
(@robina)
Rege dabei Registriert

Hallo allerseits,

wir, das sind mein Mann und seine drei Kinder (14m, 16w, 18w) und ich mit einem Kind (16m) - alle unsere Kinder sind aus unseren ersten Ehen, gemeinsame haben wir keine.

Seitdem wir uns kennen, haben wir folgendes Problem, das uns zwar selbst nicht weiter stört, mir für die Mutter seiner Kinder einerseits leid tut, andererseits kann ich auch die Kids verstehen. Kurz, seine Kinder haben wenig bis gar keine Lust, die Mutter, die sie wohl lieben, zu besuchen.

Die Entfernung zwischen uns und der Mutter beträgt ca. 330 km. Die Kinder sind natürlich in einem Alter, in dem sich die Interessen mehr den Freunden und den eigenen Sachen zuwenden und die Eltern so langsam aber sicher ins Aus bei der Planung der eigenen Freizeit rutschen. Find ich zumindest normal. Mein Mann würde die Kids ganz gern zwingen, zum Einen, weil es "sich so gehört", zum Anderen denke ich, dass er mich entlasten will.

Aber zur Situation, damit man auch die Kinder besser versteht. Seine Kinder sind bei ihm aufgewachsen, die Mutter hat die Familie verlassen, als die Kids zwei bis sechs Jahre alt waren. Die Mutter hat sich dem Islam zugewandt, einen Mulimen geheiratet und lebt auch diesen Glauben mit allem Drum und Dran, ist also Muslime und von sehr strenger Glaubensauffassung, sie lebt diesen Glauben also noch wesentlich intensiver und strenger als ihr Mann, der ja so aufgewachsen ist. Sie und ihr Ehemann leben in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung.

Nun stehen wieder einmal die Osterferien an. Die Große hat mit ihren 18 Jahren bereits einen Freund in unserer alten Heimat (wir sind vor kurzem von NRW nach Hessen gezogen, die Mutter lebt in einem dritten Bundesland) und hat keinerlei Interesse daran, die Ferien bei der Mutter zu verbringen. Sie würde sie besuchen, wenn wir die Fahrt bezahlen und auch eine Unterkunft in einem Hotel, da sie auf keinen Fall mit ihrem Freund bei der Mutter schlafen möchte. Das könenn wir nicht finanzieren. Der Mutter geht es aber zur Zeit finanziell auch nicht sehr gut, der Mann ist arbeitslos, sie ist zwar selbständig, aber da läufts eben auch nicht so prima. (Auf Unterhalt von ihr für die Kids hat mein Mann schon immer verzichtet.) Ich mag also die Mutter gar nicht auf diesen finanziellen Punkt ansprechen.

Die Mittlere (16) hat jetzt hier in der neuen Heimat auch einen Freund und will auf keinen Fall zur Mutter. Der Jüngste (14) würde auch lieber hier bleiben oder Freunde im alten Bundesland besuchen.

Dazu kommt vor allem für die Mädchen, das sie aufgrund des Glaubens der Mutter dort recht eingeengt werden - das heißt innerhalb der Wohnung möglichst bedeckt gehen, außerhalb keine Aktivitäten ohne Aufsicht, TV nur eingeschränkt, Besuche nur bei den gläubigen Bekannten der Mutter, kein Ausgehen am Abend oder wenn, nur in Begleitung der kopftuchbedeckten Mutter. Alles in allem als ziemlich langweilig schildern uns die Kinder die Aufenthalte. Unsere Kids sind allerdings auch hier verwöhnt, eigenes Zimmer mit TV und Computer, Freunde en masse etc. pp., das alles wird von ihnen dort vermisst.

Natürlich akzeptiere ich, das die Kinder Rücksicht auf den Glauben ihrer Mutter nehmen und sich ein bißchen anpassen müssen, das ist nicht das Problem, insofern überhöre ich diese Kommentare der Kinder auch. Aber das es, auch in dieser engen Umgebung, grottenlangweilig für die Kids ist, das kann ich schon in dem Alter unserer Kinder verstehen und bin daher der Meinung, dass die Kids nicht hin müssen, wenn sie nun mal nicht wollen.

Alternativ habe ich der Mutter vorgeschlagen, dass sie in den Ferien mit ihrem Mann in unser Haus kommt, zwar ist die Große nicht da, aber immerhin doch die beiden Kleineren. Hier könnte sie sich ungehindert den Kids widmen, sie in ihrem Ferienalltag erleben. Die Kinder fanden die Idee klasse und waren begeistert. Die Mutter leider nicht. Ich habe auch angeboten, dass mein Mann und ich wegfahren, falls sie unsere Anwesenheit stört, aber es ist wohl ein grundsätzliches Problem. Zu Besuch kommt sie gern, aber bei uns übernachten wäre niemals möglich. Ich habe angeboten, falls sie da irgendwas mit ihrem Glauben hindert (wir essen nun mal gern Schweinefleisch) alles vorher zu entfernen und meinethalben auch zu desinfizieren (naiv, was ? *lol*) - nix ! Falls das Problem darin liegen sollte - von uns nie benutzte neue Betten stehen auch zur Verfügung - auch nix. Schlicht, sie übernachtet hier nicht, basta.

Was nun - sollen - müssen wir die Kids zwingen - ich seh das nicht so recht ein.
Ich möchte aber doch mal wissen, was ihr davon haltet bzw. ob ihr eure Kinder in irgendeiner Form zwingen würdet.

Ein bißchen traurige Grüße
Robina


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 01.04.2004 11:35
(@fjforjjt)
Rege dabei Registriert

Hallo Robina,

ich habe Dein Topic gelesen und anfangs erst einmal vollstes Verständnis für das Verhalten Der Kids gehabt (Bin ja selbst noch nicht so lange aus dem Alter raus... *g*)
Ich denke, zumindest die beiden Großen befinden sich auf dem Weg in ihre Selbständigkeit und haben "null Bock" auf Familie, zumal sie dies Familienleben bei ihrer Mutter auch noch in einer total ungewohnten (vielleicht sogar unangenehmen?) Form vorfinden.
Während ich weitergelesen hatte kam mir dann auch die Frage "warum kommt die Mutter nicht zu Euch?": Ihr scheint sehr offen diesbezüglich zu sein. Dies bestätigte sich dann als ich noch ein paar Sätze später las dass Ihr der Mutter und ihrem Mann angeboten hattet Euch zu besuchen, bei Euch zu übernachten und sogar das Feld zu räumen, sollte sie sich an Eurer Person stören. Ich finde dies schon ein riesen-Angebot. Allerdings habe ich das Gefühl, die Mutter hat gar keine rechte Lust ihre Kinder zu sehen!?!? Anscheinend hat sie keine rechte Begründung gehabt warum sie nun nicht zu Euch kommen will.... Vielleicht ist es ihr zu unbequem? Wenn die Kids zu ihr kommen ok, aber Umstände haben, nein Danke???
Ruft die Mutter bei den Kids an und bittet diese, sie zu besuchen? Hat sie Euch um Hilfe gebeten, ihren Wunsch bei den Kids durchzusetzen? Wenn dies nicht der Fall ist würde ich mir keine großen Gedanken machen. Die Mutter weiß dass es ihre Kids sind und dass Ihr den Kontakt nicht verhindert. Die Kinder wissen dass sie, wenn sie wollten, jederzeit die Mutter besuchen könnten. Eine bessere Basis kann es gar nicht geben.
Lass' die Kinder ihren Weg gehen, erinner' sie vielleicht ab und an mal, die Mutter anzurufen (Teenies vergessen mit Vorliebe Familiengeburtstage und sehen keine Notwendigkeit, an Ostern oder Weihnachten mal anzurufen... )
Spätestens wenn die Kids ihr erstes Auto haben und/oder sich das Geld für ein Hotelzimmer selbst verdient haben werden sie die Mutter in Eigenregie besuchen fahren, da bin ich mir sicher. 330 km sind doch ideal für die erste große Tour übers WE mit dem eigenen Auto....

Viele liebe Grüße,
Jenny


AntwortZitat
Geschrieben : 01.04.2004 12:56
(@robina)
Rege dabei Registriert

Hallo Jenny,

erst mal ein dickes Danke für Deine Antwort :)

Dieser gelebte Glaube ist den Kindern, vor allem dann, wenn es nach draußen geht, schon unangenehm. Das Kopftuch ist nun mal hier bei vielen negativ besetzt (auch bei mir, ich mache da gar keinen Hehl draus - für mich steht einfach die Unfreiheit der Frau dahinter) und so ist das bei unseren Kindern auch. Ganz schlimm ist es, wenn die Kinder schwimmen gehen wollen und die Mutter nur in voller Bekleidung ins Wasser geht. Nur einen normalen Badeanzug zu tragen, ist ihr halt glaubensgemäß nicht gestattet, obwohl ihr Mann das vermutlich etwas lockerer sehen würde. Uns gegenüber meinte er nämlich mal, dass sie den Glauben wesentlich intensiver leben würde, als er selbst.

Ein Problem ist trotzdem auch der Mann für die Kinder, sie mögen ihn nicht so recht bzw. betrachten ihn mit einem gewissen Mißtrauen, da er sich, gerade gegenüber den Mädchen, in Problemfällen recht autoritär verhält. So gab es mit der 16jährigen die Situation, dass während des Aufenthaltes vor zwei Jahren ein auch von uns verbotenes Zungenpiercing entdeckt wurde, was ihn veranlasste, das Mädel ihrer Meinung nach unangemäß anzumeckern. Ich habe sie nach ihrer Rückkehr auch zurechtgewiesen, aber, daraufhin angesprochen, daß sie, wenn sie ihm das Recht der (Mit-)Erziehung abspricht, das bei mir ja auch tun müßte, akzeptiert sie mich ulkigerweise und meinte, das wäre ja wohl was völlig anderes und nicht vergleichbar.

Ja, wir sind recht offen und für alles zu haben, damit es unsere Kinder im Umgang mit dem jeweils anderen Elternteil leicht haben. Ich finde das Verhalten der Mutter, die Übernachtung bei uns ohne nachvollziehbare Begründung so rigoros abzulehnen, sehr sehr schade für die Kinder.

Doch, die Mutter möchte ihre Kinder immer sehr gerne sehen, sie smst und mailt die Kinder direkt an, ruft auch häufiger mal übers Festnetz bei uns an und spricht dann mit den Kindern. Dass sie sich nach ihren Kindern sehnt, ist deutlich zu merken. Manchmal zeigen mir die Kinder die SMS, so stand in der letzten unter anderem zu lesen: "Ich vermisse Euch jeden Tag, wirklich jeden Tag!"
Um direkte Hilfe, die Kinder dahingehend zu beeinflussen, dass sie sie besuchen, hat sie uns nicht gebeten, aber ich höre ihr die Enttäuschung an und ich bin sicher, dass sie nach unserem letzten Telefonat, in dem ihr die Kinder den Besuch nicht zusagen wollten bzw. ablehnten, erst mal geweint hat.

Sie tut mir aufrichtig leid, denn sie ist eigentlich ein warmherziger und liebenswerter Mensch, ich mag mir gar nicht vorstellen, selbst in der Situation zu stecken, aber wie kann ich sie überzeugen, hierher zu kommen ? Da bin ich ratlos, zumal sie mir keine konkrete Begründung gibt oder geben kann, woran es liegen könnte. Einfach nur: "Nein, das geht nicht, das kommt nie in Frage. "

Aber so leid mir die Mutter tut, ich bringe es nicht fertig, die Kinder in diesem Alter zu dem Besuch zu zwingen. Allerdings liegt die letzte Entscheidung darüber natürlich nicht bei mir, sondern bei meinem Mann ...

Liebe Grüße
Robina

[Editiert am 1/4/2004 von Robina]


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 01.04.2004 13:50
(@fjforjjt)
Rege dabei Registriert

Hallo Robina,

ich finde es klasse, dass Du Deinen Mann in dieser Hinsicht so unterstützt und versuchst zu vermitteln. Wenn Ihr so ein offenes Verhältnis habt, könntest Du vielleicht die Mutter noch einmal anrufen, ihr Deine Gedanken mitteilen ("wenn ich in Deiner Situation stecken würde würde es mir richtig schlecht gehen und ich würde mich mies fühlen...") und ihr dann verdeutlichen dass Ihr in keiner Weise den Kontakt unterbinden wollt ("die geben den Kindern kein Geld, die können ja gar nicht kommen!!!") falls sie das nicht sowieso schon weiß. Du könntest argumentieren dass die Kinder halt jetzt in einem Alter sind wo es immer schwieriger wird sie in familiäre Unternehmungen / Verpflichtungen einzubinden. Weiterhin könntest Du ihr noch einmal anbieten dass sie Euch jederzeit besuchen kann wenn sie die Kinder sehen möchte.
Wenn bei der Mutter wirkliche Gefühle und eine Sehnsucht, die Kids zu sehen, dahinter steckt, hat sie dies den Kids schon einmal gesagt? Hat sie ihnen schon einmal über ihre Trauer berichtet und darüber, wie sie sich fühlt, wenn die Kids (meist lapidar und am Telefon) erklären dass sie "keine Lust" haben sie zu besuchen? Die meisten Teenies machen auf "cool" und denken sich nix Böses bei wenn sie einem Erwachsenen (der Oma, in Eurem Fall der Mutter) absagen. Ich denke öfter, das dies Handeln der Teens durch viele Berichte /Zeitschriften unterstützt wird in denen immer wieder über die "schwierige pubertäre Phase" und den "ewigen Stress mit den Alten" gesschrieben wird. Die Teens nehmen dies als einfache Erklärung und "Entschuldigung" a la "die sind doch eh froh wenn wir weg sind und ihnen nicht auf die Nerven fallen"... Wenn man da nicht mit dem Holzhammer dazwischen schlägt und den Kids direkt klarmacht "hey, ich vermisse dich, du fehlst mir!!!" kommen sie auch nicht von selbst auf diese Idee. Auf keine Alters-Zielgruppe passt meines Erachtens der Spruch "Harte Schale - weicher Kern" besser als auf die Teenies.
Weiß die Mutter z.B. von den Freunden der Mädels? Vielleicht muss ihr klar gemacht werden, dass diese "keine Lust" der Kids nicht mit ihrer Person als Mutter, sondern einfach mit dem Wunsch und dem Bestreben nach wachsender Selbständigkeit zusammenhängt.
Sucht doch noch einmal das Gespräch mit der Mutter. Ich denke weiterhin, der bestimmte Wunsch, die Kinder zu sehen, muss von ihr kommen, sie muss den Kids vermitteln wie wichtig ihr der Besuchskontakt ist.
Noch eine Sache zu den Fahrtkosten... habt Ihr bei Euch eine Mitfahrzentrale? Meist muss man, um sich dort einzutragen, volljährig sein, aber da Eure Größte schon 18 ist, könnte dies vielleicht kein Problem darstellen. Einfach mal nachfragen.

Liebe Grüße,
Jenny


AntwortZitat
Geschrieben : 01.04.2004 14:31
(@eskima)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Robina,

erstmal zum Thema Kopftuch und Badekleidung ;)

Ich habe vor Jahren mal eine Frau kennengelernt, die eine ähnliche Lebensgeschichte hat. Sie fühlte sich durch das Kopftuch und durch die sonstige Kleidung "frei". Sie muß sich nicht mehr dem Modediktat unterwerfen und ihr bleiben die "gaffenden" :sorry: Männerblicke erspart. Mit den anderen Blicken konnte sie einfach besser leben ;)

Und zum Thema ganz allgemein denke ich, dass Eltern lernen müssen, ihre Kinder loszulassen. Die Kinder bereiten sich auf ein eigenes Leben vor, da treten die Eltern zwangsläufig in den Hintergrund. Vielleicht ist es an der Zeit, neue Umgangsregeln zu finden?

Der große Sohn meines Mannes (22) kommt gelegentlich im Urlaub für ein oder zwei Wochen, bringt immer einen Freund oder eine Freundin mit, damit es ihm nicht zu langweilig wird 😀 Zwischendurch wird telefoniert, aber oftmals werden die Eltern auch einfach "vergessen", weil andere Dinge wichtiger sind.

Meine Tochter holt sich immer die große Dosis Mama an mehreren Tagen hintereinander und dann hat sie erstmal genug und meldet sich eine ganze Woche nicht. Ich laß sie dann auch in Ruhe.

Somit haben wir das mit unseren großen Kindern ganz individuell geregelt und gute Erfahrungen damit gemacht. Wäre das bei euch auch möglich?

Liebe Grüße

eskima


Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht sieben Meilen in seinen Schuhen gegangen bist - Indianische Lebensweisheit
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AntwortZitat
Geschrieben : 01.04.2004 15:16
(@robina)
Rege dabei Registriert

Hallo Jenny und Eskima,

danke für die Mühe, die ihr euch macht :)

Zu Jenny:
Die Mutter weiß alles von den Kindern, über Freunde, Umgang etc. Wir telefonieren schon häufiger und ich versuche auch, ihr die Einstellung der Kinder so gut wie es geht liebevoll zu vermitteln - d. h., ich versuche ihr, wie auch Eskima schreibt, verständlich zu machen, daß das Nichtbesuchenwollen der Kinder nichts mit ihr selbst zu tun hat, sondern lediglich die eigenen Interessen der Kinder für die Kids selbst vorrangig sind. Sie versteht das auch, trotzdem leidet sie natürlich darunter (würd ich ja auch - aber anders als sie, würde ich eben herkommen.) Zur finanziellen Seite - in letzter Zeit haben wir es so gehandhabt, dass sie die Kosten entweder ganz oder zumindest zur Hälfte für die Ferienan- und abreise trägt. Aber so weit ist es hier noch gar nicht gekommen - letztendlich würden wir auch einspringen, wenn es bei ihr so eng ist.

zu Eskima:
Ich kann mir diese Denkensart bezüglich des Kopftuches schon vorstellen, akzeptiere das ja auch und versuche den Kids das auch verständlich zu machen. Trotzdem bleibt ein gewisses Unbehagen, denn sie läßt schon keine Gelegenheit aus, die Kinder für ihren Glauben zu interessieren. Bücher, Infoschriften etc. werden bei jedem Besuch mitgegeben, auch die Geschenke an die Kinder sind teilweise dementsprechend ausgesucht. Wir nehmen das aber hin, bzw. erklären den Kindern, dass es natürlich der Mutter auch ein Bedürfnis ist, sich in ihrem Glauben den Kindern näher zu bringen. Die Kids stellen alles ungelesen in die Regale oder werfen es weg. Na ja ... zum Lesen anhalten, denke ich, müssen wir sie ja nun nicht. Ansonsten ist ihr Glaube für uns kein Problem - ein Jeglicher nach seiner Art - denke ich mal. Wobei wir uns schon wehren würden, sollte sie die Kids in eine islamische Schule stecken wollen - aber das ist jetzt reine Spinnerei.

Sonst denke ich so wie Du - ich würde die Kids nicht zwingen, wenn sie nun mal partout nicht wollen - eine Alternative für die Mutter haben wir angeboten. Die Kinder sind einfach zu groß und sie haben meiner Meinung nach jetzt auch das Recht auf eigene Pläne während der Ferien. Frage ist nur - soll ich mich einmischen (und wenn ich das tue, weiß ich, dass mein Mann mir nachgeben würde) und mich für die Kids einsetzen ?

Schöne Grüße
Robina


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 01.04.2004 15:37
(@diemystiks)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Robina,
vielleicht könnt ihr euch alle noch einmal zusammen setzen. Dein Mann, die Kids und du. So kann jeder noch eimal seine Meinung sagen und danach könnt ihr gemeinsam eine Entscheidung treffen.
Ich finde es wie du natürlich, daß die Kinder in diesem Alter anfangen sollen ihren eigenen Weg zu gehen. Ich glaube auch, daß der Urlaub bei der Mutter und ihrem Mann für alle Beteiligten nicht sehr schön wird, sollte er auf Zwang beruhen.
Vielleicht kann man den geplanten Urlaub etwas verkürzen. Das wäre vielleicht noch ein Kompromiss. Die Mutter würde ihre Kinder sehen, die sie sie sehr vermisst, die Kinder brauchen nicht die gesamte Zeit verplanen und hätten noch Zeit für ihre eigenen Ideen.
Ich kann gut verstehen, daß die Kinder sich nicht für den anderen Glauben interessieren. Sie haben einfach und natürlicher Weise ganz andere Dinge im Sinn.
Ich finde dein Verständnis schon toll, bin aber auch der Meinung, daß die Mutter es nicht übertreiben sollte. Wenn sie doch merkt, daß die Kinder diese Dinge ablehnen, sollte sie doch besser aufhören. Sie sollte ihren Glauben Leben, sind die Kids bei ihr, sollte die Kinder aber aussen vorhalten.
Ich bin ziemlich vertraut mit dem moslemischen Glauben, da mein Ex Perser ist. Seine Familie hat den Glauben zwar nicht ausgelebt, aber da mich die Umstände im Iran damals sehr interessierten, wurden mir alle Fragen immer beantwortet.
Ich bin der Meinung, daß die KM akzeptieren muss, daß ihre Kinder keinen Sinn für diesen Glauben haben. Sie erwartet sicher auch die nötige Akzeptanz.
Ich wünsche euch einen guten Kompromiss. Alles unter Zwang geht meiner Meinung nach irgendwann in die Hose. Evtl. entfernen sich die Kinder dadurch noch mehr.
Lieben Gruß
Tina


Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.

AntwortZitat
Geschrieben : 01.04.2004 16:13
(@eskima)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Robina,

soll ich mich einmischen (und wenn ich das tue, weiß ich, dass mein Mann mir nachgeben würde) und mich für die Kids einsetzen ?

Hast du von irgendjemand den "Auftrag" bekommen, dich einzumischen?

Ich frag das gar nicht böse, auch wenn es sich vielleicht so anhören sollte ;)

Mir fehlen da die klaren Fronten. Ohne Auftrag keine Einmischung. :)

Liebe Grüße

eskima


Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht sieben Meilen in seinen Schuhen gegangen bist - Indianische Lebensweisheit
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AntwortZitat
Geschrieben : 01.04.2004 16:16
(@chriss)
Schon was gesagt Registriert

Es sollte doch erst mal um die Kinder gehen und wenn es denen
nicht gut geht mit einer Regelung, muss sie verändert werden.

In dem Alter würden sie sich auch so beginnen von ihren Eltern
zu lösen.

Sich einer anderen Kultur unterwerfen kannst du auch nicht erwarten.

.......
trotz dieser Entfernung sehe ich da nur sowas wie einen
Samstagnachmittagbesuch......

und ansonsten eben telefonischen o.ä. Kontakt aus der Ferne


AntwortZitat
Geschrieben : 01.04.2004 17:56
(@robina)
Rege dabei Registriert

Hallo Tina, Eskima und Chriss,

Dankeschön für Eure Antworten :)

@Tina
Zum gemeinsamen Gespräch:
Eigentlich mische ich mich recht ungern in diesen Dingen ein, aber es beschäftigt mich natürlich gedanklich doch sehr und durch unser Zusammenleben kommt es zwangsläufig dazu, wenn auch manchmal unbewußt, Stellung beziehen zu müssen oder eine wie auch immer geartete Wertung, manchmal allein durch Mimik, reinzubringen. Mein Mann erwartet schon meinen Kommentar und er richtet sich dann auch sehr oft danach, aber ich plage mich natürlich dann auch mit einem schlechten Gewissen der Mutter gegenüber, da ich das Gefühl habe, ihr etwas zu nehmen, was ohne mein Vorhandensein vielleicht anders gelaufen wäre. Ich glaube, derzeit neige ich etwas zur Selbstzerfleischung, denn ich kann beide Seiten so gut nachempfinden.

Der Glaube und die immer wieder versuchte Vermittlung durch die Mutter - also hier mische ich mich definitiv nicht in der Form ein, das ich darauf die Mutter anspreche. Aber nur deshalb, da ich jedes Mal mitbekomme, mit wieviel Unverständnis und auch ein bißchen Herablassung (so nach dem Motto, die Mama spinnt da total) die Kinder der Mutter in dieser Hinsicht gegenüber stehen. Ich sehe ihre Versuche, die Kinder für ihren Glauben zu interessieren, auch unter dem Aspekt, den Kindern vielleicht auf diese Art irgendwie begreiflich zu machen, warum sie sie verlassen hat. Möglich, das das Blödsinn ist, aber die Bücher und Infos, die sie auch mir zukommen läßt, hebe ich schon auf, falls die Kids irgendwann mal das Interesse haben, die Ansichten der Mutter besser verstehen zu wollen. Die Kinder stehen in dieser Hinsicht sehr sehr ablehnend der Mutter gegenüber (was auch die Besuche für sie so schwierig macht), so dass hier Unterstützung gegen diesen Glauben durch uns zur Zeit Gott sei Dank nicht nötig ist.

@ Eskima
Dein Einwand ist sehr sehr gut - keine Bange, als böse hab ich ihn gar nicht empfunden - aber schon als eine Frage, die mich gestern verflixt lange beschäftigt hat und mich die ganze Situation noch mal überdenken ließ.
Fakt ist, ein klar formulierter Auftrag an mich ist seitens der Kinder bisher nicht gekommen.

Die Kinder haben auf unsere Frage hin, wie sie ihre Ferien verbringen möchten, ihre Vorstellungen jedoch absolut klar geäußert; Besuche bei der Mutter gehörten nicht dazu bzw. wurden schlicht abgelehnt. Die 16-jährige hat ihre Unlust, die Mutter zu besuchen, ihr gegenüber telefonisch auch vehement vertreten und hat die Mutter massivst bearbeitet, hierher zu kommen. Leider erfolglos. Das Mädchen bibbert jetzt, ob der Vater sie wohl zwingen wird. Der Junge würde schon fahren, denn zu einer direkten Absage ihr gegenüber ist er nicht fähig, er liebt sie ja und will sie natürlich auch nicht mit einer Absage verletzen. Gestern fragte er mich z. B.: "Wer fährt denn jetzt zur Mama ?" Meine Antwort: "L fährt zum Freund, M will hierbleiben - ich weiß aber nicht, was euer Papa entscheidet. Hast Du denn was mit der Mama vereinbart ?" Daraufhin kam von ihm so richtig gottergeben mit einem langen Seufzer: "Nein, noch nicht, aber na gut, dann fahr ich ein paar Tage hin." Für meine Begriffe, "opfert" er sich, damit seine Schwestern ihren Interessen nachgehen können. Er ist schon ein ganz feinfühliges Kerlchen ...

Aber solange ich keine direkte Bitte um Hilfe bekomme, werde ich mich raushalten. Insofern besonderen Dank für diesen Hinweis an Dich, Eskima und natürlich auch noch mal an alle anderen, die sich hier soviel Mühe gemacht haben :)

Liebe Grüße
Robina


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 02.04.2004 11:24