Hallo,
ich plane mich von meiner Frau zu trennen, wir habe uns einfach auseinander gelebt. Meine Frau weiß nichts von meinen konkreten Absichten, aber sie liebt mich auch nicht mehr, und redet ständig von wegen Zweckgemeinschaft für Kind etc. Ich möchte die Trennung möglichst unproblematisch gestalten, aber danach auch wieder ein neues Leben beginnen können, und möchte mich daher vor fiesen Aktionen schützen. Die Tochter wird bei ihr bleiben, da wird sie drum kämpfen, aber das ist für mich ok, wenn ich sie weiterhin sehen darf. Sie kümmert sich gut um die Kleine.
Ich zähle mal ein paar Rahmendaten auf:
Ich bin Mitte 40, meine Frau Ende 30, wir sind seit 15 Jahren zusammen, seit 9 verheiratet. Wir haben eine Tochter im Alter von 5 Jahren, nächstes Jahr ist Schulbeginn.
Meine Frau hat die ersten 4 Jahre nicht gearbeitet, um sich um unsere Tochter zu kümmern, derzeit arbeitet sie festangestellt 2 Tage. Sie könnte diese Teilzeitstelle in eine besser dotierte Vollzeitstelle umwandeln, das wäre seitens des Arbeitgebers unproblematisch möglich.
Von der Zugewinnberechnung gehe ich aus, dass keine signifikanten Zahlungen fließen werden.
Mein Hauptproblem ist der Unterhalt, versteht mich nicht falsch, ich möchte schon etwas bezahlen, aber nicht selbst jeden Cent umdrehen und meine Frau macht es sich gemütlich oder sitzt das zu Hause aus, sie ist etwas arbeitsscheu und lieber voll für die Tochter da und immer verfügbar. Derzeit bekomme ich monatlich netto rund 4.500 Euro, davon geht die private Krankenversicherung für mich + Tochter von 900,- Euro ab, Steuerklasse 3. Meine Frau erhält für 2 Arbeitstage je Woche 800,- Euro monatlich, in Steuerklasse 5.
Mein Vorgehen war bisher, diverse Dokumente zu kopieren und sicher zu verstauen, Urkunden, Kontostände vor Ehe und jetzt, Eheschließung etc. Wir haben in der Ehe zusammen ein Haus gekauft, hat rund 250.000,- Euro gekostet und ist derzeit noch mit 140.000,- Euro belastet, Zinsbindung endet 2016. Kauf und Darlehen wurden gemeinsam aufgenommen.
Nächster Schritt wäre mich bei einem Anwalt vorab beraten zu lassen, diverse Referenzen bei mir in der Umgebung habe ich bereits gecheckt.
Ich habe auch schon gelesen, man sollte sich vorher heimlich eine Wohnung suchen und einen zweiten Hausstand aufbauen etc. Darüber hinaus suche ich Argumente, dass es sinnvoller ist, die PKV für die Tochter zu kündigen und sie im Rahmen der Familienversicherung in der GKV der KM aufzunehmen. Was kann ich vorher noch tun, um meine Verhandlungsposition zu verbessern ? Mir ist wichtig, dass die Tochter gut versorgt ist und möglichst gut mit allem klarkommt, ob das gelingt, weiß ich nicht. Aber ich will auch, dass meine Frau wieder stärker sich finanziell engagiert und arbeitet, und nicht nur den ganzen Tag zu Hause Kinderklamotten im Internet bestellt und sich nur Gedanken um das Kind macht. Mit welchem Unterhalt meint ihr, muss ich rechnen ?
Lieben Dank für Tipps oder Hinweise, sollten sie nicht ganz zu meinen Fragen passen wäre ich trotzdem dankbar, ich versuche derzeit das Thema mit viel Informationen für mich greifbarer zu machen.
Moin Mark,
ein paar Deiner Absichten klingen ziemlich tricky. Kann man so machen; Du darfst Dich allerdings später weder wundern noch beschweren, wenn Deine Ehefrau dasselbe macht.
Grundsätzlich kann man sich bei einer Trennung auf alles einigen, was man möchte. Deine DEF kann stattdessen aber auch jederzeit zu einem Anwalt gehen und diesen beauftragen, aus Dir herauszuholen, was "ihr zusteht". Überschlägig könnte eine solche Rechnung so aussehen:
Du 4.500 netto; sie 800. Vermutliche Steuerklassen-Kombi 3/5; bedeutet ein Brutto von ca. 7.200 (Du) und 1.200 (sie). Umgerechnet auf Steuerklasse 1/2 (kann man gleich machen, muss man spätestens im Jahr nach der Trennung tun) sind das ca. 3.900 (Du) und ca. 950 (sie). Daraus errechnet sich zunächst ein Kindesunterhalt von (mindestens) 340 EUR pro Monat (Zeile 7, je nach potenziellen Abzugspositionen). Verbleibt eine Einkommensdifferenz von ca. 2.600 EUR. Je nach Bundesland könnte Deine DEF drei Siebtel davon, also ca. 1.100 EUR, zusätzlich mit einiger Aussicht auf Erfolg als Trennungs- bzw. nachehelichen Unterhalt einklagen.
Wie gesagt: Das ist nur eine grobe Hausnummer; im Detail wird es auf viele weitere Dinge ankommen; beispielsweise auch auf alle Fragen rund um Euer Haus, von dem Deiner DEF ebenfalls die Hälfte gehört. Aktuell geht es mit vor allem darum, Dich dafür zu sensibilisieren, keine Spiele zu spielen von der Sorte "ich geb Dir 200 EUR für's Kind und 200 für Dich"; das würde vorhersehbar Geister aus der Flasche lassen, die besser drinbleiben sollten. Wenn erst einmal Anwälte und scheidungserfahrene Freundinnen im Spiel sind, ist es üblicherweise zu spät für private Verhandlungen.
Billig wird's nicht. Wie geräuschvoll es wird und wieviel Geld bei Anwälten, Gutachtern und Gerichten landet, wird von Eurer Vernunft abhängen. Vielleicht solltest Du den Umweg über eine Paarberatung gehen, auch wenn Du für Dich schon beschlossen hast, Eurer Ehe keine Chance mehr zu geben: Wenn ein Therapeut zum Ergebnis kommt, dass Ihr Euch besser trennen als zusammenbleiben solltet, verkraftet Deine DEF das möglicherweise besser als wenn Du ihr es selbst entgegenschmetterst. Zumal Deine Schilderung durchaus so klingt, als stünde die nächste Dame bereits in den Startlöchern...
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo Martin,
vielen Dank für Deine Infos. Nein, bei mir steht keine nächste Dame in den Startlöchern. Ich dachte jedoch, dass der Kindesmutter inzwischen zugemutet wird, voll zu arbeiten. Dann dürfte die Differenz ja nicht so hoch sein, oder ? Mir ist klar das ich zahlen muss, aber 1.440,- Euro, das ist schon heftig. Ach ja, bezüglich Brutto: Ich habe jährlich 90.000, sie mit ihrer Teilzeitstelle rund 20.000,- .
Moin Mark,
Ich dachte jedoch, dass der Kindesmutter inzwischen zugemutet wird, voll zu arbeiten. Dann dürfte die Differenz ja nicht so hoch sein, oder ?
ja, das wird so gerne erzählt. In dieser Schlichtheit stimmt es allerdings; vor allem in nächster Zeit nicht. Mindestens bis zur Scheidung kann Deine DEF die Verhältnisse ziemlich mühelos auf dem Stand von heute halten, und in wie weit die "gesteigerte Eigenverantwortung" danach greift, wirst Du sehen. Bei Familiengerichten werden keine Jobs verteilt. Die Mutter eines Vorschul- oder Grundschulkindes wird niemand so stellen als würde oder könnte sie 40 Wochenstunden arbeiten. Selbst wenn sie es täte, gäbe es immer noch ein ordentliches Einkommensgefälle zwischen Euch und damit eine Basis für einen Unterhaltsanspruch.
Aber wenn Du schon der Ansicht bist, dass Kinderbetreuung und Fulltime-Job mühelos unter einen Hut passen, solltest Du Deiner DEF - sobald die ersten Wogen sich gelegt haben - durchaus anbieten, Dich zeitlich deutlich umfangreicher als das übliche "jedes zweite Wochenende" in die Betreuung Eurer Tochter einzubringen.
Mir ist klar das ich zahlen muss, aber 1.440,- Euro, das ist schon heftig.
naja, wenn Du mal überschlägst, hast Du in meinem Beispiel grob 3.900 minus 1.100 EU minus 340 KU gleich 2.460 EUR für Dich allein. Deine DEF hat 950 Einkommen plus 1.100 EU plus 340 KU plus 184 Kindergeld gleich 2.574 EUR für zwei Personen. Ganz "ungerecht" ist das nicht, und 2,5 Mille hattest Du während Eurer Ehe sicher nicht für Deinen eigenen Lebensbedarf zur Verfügung.
In jedem Fall ist zu empfehlen, Gerichte aus Unterhaltsfragen weitgehend herauszuhalten; dort wird in aller Regel erst einmal Eure bisherige Rollen- (und damit Geld-)Verteilung fortgeschrieben. Findet friedliche Lösungen, die Euch beiden gleichermassen wehtun. Wenn Du zu Deiner DEF Sätze wie
der Kindesmutter inzwischen zugemutet wird, voll zu arbeiten.
sagst, kannst Du mit einiger Wahrscheinlichkeit mit baldiger Anwaltspost rechnen. Also behalte sie für Dich und mache ihr stattdessen Eigenständigkeit, Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung schmackhaft.
Ganz wichtig auch: Keiner von Euch beiden braucht nach Eurer Trennung ein Haus. Seht zu, dass Ihr es gemeinsam gut verkauft - und vor allem: Tut das ohne Anwälte; Häuser bei Trennungen generieren geile Streitwerte.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Als Ergänzung zu Brille,
Darüber hinaus suche ich Argumente, dass es sinnvoller ist, die PKV für die Tochter zu kündigen und sie im Rahmen der Familienversicherung in der GKV der KM aufzunehmen.
Das wird estmal so nicht einfach funktionieren. Bis zur Scheidung bleibt das Kind beim Besserverdienenden versichert. Nach der Scheidung habt ihr zwar grundsätzlichdie Wahlmöglichkeit. Allerdings wirst du das nicht gegen den Willen der KM durchsetzen können. Im Grunde genommen sagt die allg. Rechtsprechung, dass ein Kind, das bisher privat versichert war das Recht hat, das auch nach der Scheidung der Eltern weiterhin zu sein.
Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
OK, Danke, dann werde ich mal damit umgehen.
Wegen der PKV für die Kleine in Ordnung, das ist mir bekannt. Ich dachte nur, dass ich die 900,- Euro PKV Kosten insgesamt von meinem Netto abziehen kann, da ich diese ja auch so bezahle. Sonst sind ja Mitglieder in der GKV besser gestellt, bei denen sind die Beiträge ja im Netto enthalten, bei mir ja nicht. Nach Berücksichtigung der PKV habe ich ja nicht 4.500 sondern 3.600 Euros zur Verfügung.....
Ja, die gesamten KV Kosten solltest du vor Berechnung des bereinigten Netto abziehen.
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Moin.
Ein wenig in diese Kerbe schlagend:
mache ihr stattdessen Eigenständigkeit, Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung schmackhaft.
Da sich das Thema Trennung bei Euch ja nicht höchst dringend anhört und ggf auch die Km sich schon damit beschäftigt: Rund um die Einschulung stehen sowieso drastische Veränderungen im Tagesablauf an. Da kann man natürlich darauf reagieren, und Mama ist immer verfügbar ab 12.30 Uhr für das Schulkind zu Hause um das Schulkind zu betüddeln. Oder die Veränderung nutzen, mit Ganztagsschule/ -Betreuung Möglichkeiten schaffen, dass Km wieder mehr arbeiten. Es wird einfacher sein, bei einer den dann gewohnten Rhythmus aufrecht zu erhalten, als im Zuge der Trennung die Arbeitstätigkeit auszubauen, wenn KM das evtl. will. Je mehr auch Dich schon jetzt in die Kinderbetreuung tatsächlich einbringst, desto weniger kann sich KM auf ihren alleinigen Pflichten ausruhen!
Um es sehr deutlich zu sagen: Wenn Km nicht will, weil sie Hausfrau und Mama als Berufung sieht oder weil ihr Freundinnen geflüstert haben, dass es auskömmlich auch mit wenig Verpflichtungen beruflicher Natur enden kann, dann wird es fast unmöglich. Insofern solltest Du subtiler vorgehen, sodass Mama sich gerne schon vorher als Superorga Mama präsèntieren kann, die Job Und Kind unter einen Hut bringt, natürlich unterstützt durch Dich.
Gruss, Toto
Hi,
ich denke, brille´s Anmerkungen sind schon hilfreich.
Ich lese ähnliche Konstellation wie bei uns damals, nur dass Ex gegangen ist (2 Kinder).
Brille´s Tipp mit dem Therapeuten halte ich für gut, möglicherweise dann ergänzt um eine Mediation. Da wir in der schwierigen Trennungsphase einigermaßen miteinander reden konnten (ich habe mich zurück halten können und Sie war auch einigermaßen kooperativ), haben wir eine Mediation gemacht (ich habe letztens nochmal nachgesehen: 3 Stunden haben gereicht, je 120.- / Kosten haben wir uns geteilt), in welche ich mit den hier im Forum erhaltenen Informationen / Hinweisen gegangen bin.
Der Mediator hat die gefundene Kompromisslinie aufgeschrieben und wir beide haben unterschrieben.
Unterhalt: Wir haben uns all die Folgejahre an das Aufgeschriebene (und Unterschriebene) gehalten, nach einiger Zeit sogar gemeinsam einen Weg gefunden, die Unterhaltshöhe (TU bzw. nachher EU; KU unstrittig) zu senken (wobei ich treibende Kraft war). Wobei Sie selbst dann auch wieder arbeiten wollte, einen Job gefunden hat und dies auch bis Heute.
Kinder: Der 2wöchentliche Standardrhythmus war ebenfalls schnell klar, wenn auch nicht immer so einfach (bei zB Kommunion war ich dann beim Älteren nicht eingeladen --> bin aber zur Kirche gegangen; beim Zweiten dann entspannter und ich eingeladen). Mittlerweile hat es sich weiter entspannt, Treffen mit den kids grundsätzlich jederzeit möglich.
Haus: Nachdem Ex noch einige Zeit drin geblieben war einigten wir uns auch da und haben es noch akzeptabel verkaufen können (nach ihrem Auszug war es noch eine Zeit lang vermietet).
PKV: Kids sind noch bei mir in der PKV.
Scheidung: Bis zur Scheidung ohne Anwälte, die Scheidung selbst nur mit einem Anwalt (und den hatte ich ausgesucht). Kosten: Sozusagen das Minimum, da wir keinen zusätzlichen Streitwert hatten. Das sind jetzt auch schon 2 Jahre her.
Es kann also auch so "funktionieren".
Und, nicht dass evtl. hier in der Kurzform der falsche Eindruck entsteht, dass ich meine Ex in der Zeit "dominiert" habe. Nein, ein Zuckerschlecken war es nicht (emotional und argumentativ), wenn auch -zum Glück- auf ganz anderem Level als die vielen Härtefälle hier.
Soll Dir / Euch aber zeigen: Es kann funktionieren.
Eines der Dinge, die ich hätte deutlich besser machen können: Nicht so viele Jahre warten mit der Scheidung.
neuezeit
So ist das Leben
OK, vielen Dank für alle bisherigen Tipps und Berichte.
Ich werde noch weiter recherchieren und schauen, mein Ziel wäre mit ihr 700,- Euro monatlich Unterhalt zu vereinbaren zuzüglich Kindesunterhalt und PKV-Kosten. Mal sehen ob dies möglich ist.
Bezüglich arbeiten und Eigenverantwortung wird es schwierig, ich habe schon kämpfen müssen, dass sie 2 Tage die Woche arbeitet, sie könnte von sich aus auch ganz zu Hause bleiben. Ich bin sehr froh darum, zumindest das zu haben.
Wie lange muss ich sie denn versorgen ? Beim Kind bestimmt bis es selbst Geld verdient, und bei ihr mein ganzes Leben lang ?
Moin Mark,
Wie lange muss ich sie denn versorgen ?
Das ist ein sehr schwieriges Glaskugelgucken.
Die entscheidende Frage hierbei ist, inwieweit dauerhafte ehebedingte Nachteile entstanden sind (mitunter werden diesbezüglich traumhafte Karrieremöglichkeiten kundgetan, die sich durch die Erziehungszeiten zerschlagen haben).
Bei aktuell 5 Ehejahren ist ein lebenslanger Unterhaltsanspruch aber eher unwahrscheinlich.
In puncto "Aufstockung" (auf die eheprägenden Verhältnisse) findet sich in der Rechtsprechung häufig ein Drittel der Ehedauer wieder, "Unterhalt für Betreuung" solange bis eine Vollzeitstelle zumutbar ist.
Beides ist aber Ermessenssache (und somit Verhandlungsmasse).
Gruß
United
Moin Mark,
Ich werde noch weiter recherchieren und schauen, mein Ziel wäre mit ihr 700,- Euro monatlich Unterhalt zu vereinbaren zuzüglich Kindesunterhalt und PKV-Kosten. Mal sehen ob dies möglich ist.
das wird nicht zuletzt davon abhängen, wie sie auf Deinen Trennungswunsch reagiert. Wenn sie den Eindruck hat, Du versuchst, sie über den Tisch zu ziehen und Dir das lange Ende der Wurst zu sichern, könnte es leicht passieren, dass sie Eure Trennung nach dem Muster "jetzt hole ich mir alles, was ich kriegen kann" durchzieht. Und dann wird es oft langwierig, unappetitlich und teuer.
Bezüglich arbeiten und Eigenverantwortung wird es schwierig, ich habe schon kämpfen müssen, dass sie 2 Tage die Woche arbeitet, sie könnte von sich aus auch ganz zu Hause bleiben. Ich bin sehr froh darum, zumindest das zu haben.
naja, Rollenverteilungen werden nicht am Ende einer Ehe festgelegt, sondern am Anfang oder bei Geburt eines Kindes. Ein "ich wollte ja immer, dass..." wird nachträglich von niemandem mehr hinterfragt; entscheidend ist, wie die Dinge in der Vergangenheit geregelt waren. Wenn man um eine ausgewogene Rollenverteilung schon "kämpfen" musste, kann man in etwa zurückrechnen, ab wann die Ehe bereits im Eimer war.
Entscheidend wird sein, dass Du Deiner DEF die Ausweitung ihrer Erwerbstätigkeit nicht als ihre "Pflicht" oder Dein "Recht" verkaufst, sondern als bunten Strauss von Möglichkeiten: Wer selbst arbeitet, ist unabhängig, verliert den Anschluss nicht, muss keine Angst vor dem Ausfall des Unterhaltszahlers haben, hat soziale Kontakte, ist auf dem Partnermarkt begehrter als eine Nur-Mutti etc. Zwingend dazu gehören muss aber auch ein Konzept zur zeitlichen Entlastung Deiner DEF bei der Betreuung Eures Kindes. Wenn Du Dich auf den Standpunkt stellst "da kann ich mich höchstens alle zwei Wochen mal am Wochenende drum kümmern", wird das kaum funktionieren; da musst auch Du selbst ein paar Dinge an Deinem eigenen Timing ändern.
Wie lange muss ich sie denn versorgen ? Beim Kind bestimmt bis es selbst Geld verdient, und bei ihr mein ganzes Leben lang ?
darauf gibt es keine Standard-Antwort. Wenn es gerichtlich entschieden werden muss, ist das jedes Mal eine Einzelfall-Entscheidung unter Abwägung aller Umstände. Wenn Ihr clever seid, schafft Ihr bis zur Scheidung den Abschluss einer notariellen Scheidungsfolgenvereinbarung, die - unter anderem - diese Frage regelt.
Finanziell günstiger für Dich wäre es, jetzt nicht knauserig zu sein (zumal Du den Trennungs- und nachehelichen Unterhalt steuerlich geltend machen kannst) und in dieser Scheidungsfolgenvereinbarung ein Abschmelzen des Betrages zu vereinbaren. Dein Ziel sollte nicht sein, direkt nach der Trennung möglichst wenig zu bezahlen, sondern Deine Zahlungen in einem überschaubaren Zeitraum auf Null abzuschmelzen.
Bei Eurem Kind endet Deine/Eure Unterhaltspflicht üblicherweise mit dem Erreichen des ersten berufsqualifizierenden Abschlusses.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
So, ich bin jetzt n bischen schlauer und habe mich juristisch beraten lassen, die genannten Größenordnungen bezüglich Belastung Unterhalt für Ehegatte und Kind kommt auf ca. 1.600,- Euro pro Monat. Dann weiß ich zumindest, mit was ich zu rechnen habe. Danke für eure bisherigen Meinungen und Infos.
Ich hatte die Tage auch immer wieder Stress mit meiner Noch-Gattin, als es dann zur Sprache kam, dass wir nur noch eine Zweckgemeinschaft sind und wegen dem Kinde Theater spielen hat sie mich gebeten, zumindest der Kleinen wegen es nicht zum äußersten kommen zu lassen. Die Kleine würde das nicht verkraften (gut, sie hängt natürlich auch an mir), meine Frau würde finanziell ein Debakel erleben und ein wenig würde sie schon noch empfinden, ob wir nicht dran arbeiten wollen.
Ich weiß dass sie parallel in Kontakt mit einem Bekannten steht, mit dem sie sich immer wieder heiße Nachrichten austauscht, ich denke sie will einerseits ihren Komfort/das Haus nicht aufgeben, eine stabile Umgebung für die Kleine haben, andererseits hätte sie lieber einen anderen.
Ich werde das Thema mal weiterhin sich setzen lassen, die finanziellen Auswirkungen sind natürlich auch für mich spürbar, auch wenn z.B. nach etwa 3 Jahren der Ehegattenunterhalt (rund 1.100,- Euro) auf 0 fallen würde.
Alles nich so einfach. Andererseits muss ich das Thema irgendwann anpacken, weil das Leben in einem zuhause in dem ich mich unwohl fühle ist ja auch nix.
Hallo,
an dieser Stelle möchte ich erwähnen das eine Zweckgemeinschaft bzw, eine kaputte und unharmonisches weiter zusammenleben für ein Kind viel schlechter ist als eine Trennung. Vorrausgesetzt man schafft eine gute Elternbeziehung und beide Elternteile sind für das Kind regelmäßig und qualitativ da.
Hallo,
wenn sie daran arbeiten möchte, dann würde ich versuchen mit ihr eine Mediation/Eheberatungsgespräche anzubahnen. Hieraus könnte auch eine Trennungsmediation entstehen.
Aber der Vorteil wäre: es kommt mal alles auf den Tisch von deinem Wunsch, dass sie mehr arbeiten soll bis zu dem Punkt, dass sie mit einem anderen Mann Nachrichten austauscht. Und auch ihre Befindlichkeiten spielen dann eine Rolle. Evtl. ist es für dich auch die Möglichkeit dich mehr in die Kinderbetreuung einzubringen, damit sie mehr arbeiten gehen kann.
Und sollten eure Gefühle nicht mehr ausreichend sein bzw. der andere zu viel Raum einnehmen, dann könntet ihr eine saubere Trennung auf Augenhöhe erarbeiten.
Eine Bekannte von mir hat sich vor Jahren getrennt, weil er fremd gegangen ist. Im Laufe der Trennung/Scheidung hat sie ihren jetzigen Mann kennengelernt. Der hat dann die Hausanteile ihres Exmannes übernommen, so dass er raus war und sie mit den gemeinsamen Kindern im Haus bleiben konnte.
Sophie
Moin Mark,
neben dem "Wohlfühlfaktor":
Dieses "Warmhalten" des Noch-Gatten ist kein seltenes Phänomen ...
Ja, man kann es nochmal versuchen ... allerdings solltest Du Dir im Klaren darüber sein, daß die Zeit in diesem Spielchen gegen Dich läuft.
Ihr seid 9 Jahre verheiratet (und seit 15 Jahren zusammen). Je länger Ihr zusammen bleibt, um so schwieriger wird es, eine zeitliche Befristung etwaiger Unterhaltszahlungen durchzusetzen.
Ferner werden Altersvorsorgeanrechte und Vermögenszugewinn bis zum möglichen Scheidungsantrag weiterhin hälftig zu teilen sein.
Einen Versöhnungsversuch oder ein Zusammenraufen würde ich insofern durchaus an Bedingungen knüpfen ... und sei es nur, um zu testen, wie ernst es ihr ist.
Gruß
United
PS: In meinem letzten Beitrag in diesem Thread bin ich hinsichtlich Ehedauer und Kindesalter wohl durch´n Tütel gekommen.
Moin,
[...]
Dieses "Warmhalten" des Noch-Gatten ist kein seltenes Phänomen ...Ja, man kann es nochmal versuchen ... allerdings solltest Du Dir im Klaren darüber sein, daß die Zeit in diesem Spielchen gegen Dich läuft.
Ihr seid 9 Jahre verheiratet (und seit 15 Jahren zusammen). Je länger Ihr zusammen bleibt, um so schwieriger wird es, eine zeitliche Befristung etwaiger Unterhaltszahlungen durchzusetzen.
Ferner werden Altersvorsorgeanrechte und Vermögenszugewinn bis zum möglichen Scheidungsantrag weiterhin hälftig zu teilen sein.Einen Versöhnungsversuch oder ein Zusammenraufen würde ich insofern durchaus an Bedingungen knüpfen ... und sei es nur, um zu testen, wie ernst es ihr ist.
[...]
So ein Exemplar hatte ich leider auch am Start.
Schon die Bedingung, für einen solchen Versuch den Kontakt zum Querschläger abzubrechen, stellte ein unüberwindbares Hindernis dar.
Ich hätte nicht das Recht, das von Ihr zu fordern, und ich würde sie quälen. Ist das nicht höchst amüsant??
Wenn Du allerdings weißt, das Du Dich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit trennen willst, dann würde ich sie auf die Sache mit den Nachrichten ansprechen.
Das solltest Du Dir nicht entgehen lassen.
Grüsse!
JB
Diskutiere nicht mit Idioten -
Sie ziehen Dich auf ihr Niveau und schlagen Dich dort mit Erfahrung!
Hallo Mark,
bei uns war das damals so, dass eine Eheberatung auch im Raum stand, ich habe meinen damaligen Mann gefragt, als er das vorgeschlagen hat, ob er grundsätzlich noch "ja" sagt zu unserer Beziehung. Wenn er das nicht könne, so wäre ich nicht bereit mein Seelenleben vor anderen offen zu legen. Dazu war er nicht bereit, ergo gab es das nicht.
Insofern würde ich an deiner Stelle auch deiner Frau Fragen so in der Art stellen, ob sie sich grundsätzlich ein weiteres gemeinsames Leben vorstellen kann, in dem aber beide mehr Verantwortung für Job, Kind und Haushalt übernehmen und nicht jeder den bisherigen Bereich abdeckt.
Daran dürftest du schon erkennen, ob das nur vorgeschoben ist, oder ob sie wirklich noch eine Chance sieht.
Sophie
