Hallo zusammen,
stelle mich mal zuerst vor. Bin neu auf dem Board, werde zukünftig unter dem Synonym TRB hier teilnehmen.
Bin 27 Jahre jung und seit etwas mehr als zwei Jahren verheiratet wobei dieser Zustand wohl, wenn es mit der Beziehung weiter so bergab geht, nicht mehr allzu lange bestehen wird. ;(
Habe eine einjährige Tochter und wenn ich ehrlich bin ist die Kleine der Hauptgrund, warum ich meine Koffer nicht schon lange gepackt habe und abgehauen bin.
Da die ewigen Streitereien beginnen mich so langsam aber sicher wirklich fertig zu machen und meine Frau die psychologische Streitführung wirklich optimal beherrscht, so dass ich manchmal tatsächlich anfange zu glauben, dass ich der einzig Schuldige an der momentanen Situation bin, werde ich wohl nicht drum herum kommen in Kürze einen Anwalt für Familienrecht zu konsultieren.
Ich hoffe hier etwas Beistand für diese schwierige Phase zu finden und etwas von denen zu lernen, die eine solche Situation schon überstanden haben ohne dabei zu Grunde gegangen zu sein.
Meine derzeitige Situation sieht folgendermaßen aus:
Ich arbeite momentan ca.8-10h täglich plus noch ca. eine halbe Stunde einfacher Weg ins Geschäft. Macht im Schnitt 45h pro Woche plus die Anfahrtszeit. Gehaltstechnisch liege ich bei ungefähr 2400€ netto auf Steuerklasse drei.
Da meine Frau das Kind betreut ist sie zuhause und hat Klasse fünf auf der Steuerkarte stehen. Allerdings ist sie beim Arbeitsamt als Arbeitslos und Arbeitssuchend (Sie hat angegeben das sie eine Teilzeitstelle sucht.) gemeldet und bezieht Leistungen von ca. 400€ im Monat + Kindergeld.
Schulden haben wir auch, die sich auf insgesamt ca.20.000€ belaufen. (Wobei ich überall als alleiniger Kreditnehmer eingetragen bin. Monatliche Kreditbelastung liegt bei ca.500€)
Kann mir jemand schonmal ungefähr sagen, was auf mich zukommt, wenn ich die Scheidung einreiche? Damit meine ich nicht nur den finanziellen Aspekt sondern auch das drumherum, also was ich am geschicktesten mache um nicht ganz übel da zu stehen.
Danke schonmal für eure Hilfe. Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich nie in eine solche Lage gerate.
Viele Grüße
TRB
Hi TRB - Herzlich Willkommen
Ausser dass sich Dein gegenwärtiger Horizont ggü. Deiner Frau phänomenal erweitern könnte hat eine Scheidung/Trennung neben fast ausschliesslich finanziellen Aspekten auch relativ häufig einen Kampf auf Umgang mit dem gemeinsamen Kind zur Folge. Das lässt sich aber bei Dir derzeit nicht einschätzen, das wird erst die Zeit ergeben. Wichtig ist da auch der Umgang der Eltern miteinander: kein unnötiger Streit, zuhören und ausreden lassen, sich eben respektieren. Schliesslich seid ihr beide Eltern eures Kindes - einen Grund so zu verfahren gibt es also.
Zum Geld:
Richte Dich darauf ein, dass Du nach Abzug aller Verbindlichkeiten und Unterhaltspflichten 1000€ Selbstbehalt sowie berufsb. Ausgaben in Höhe von ca. 120€ Dein Eigen noch nennen darfst. Wenn Du dann in die Stkl.1 wechselst sieht es ähnlich aus, lediglich der BU für die KM (und vielleicht auch des Kindes) sinkt dadurch. Bis min. zum Alter von 3 Jahren eures Kindes bist Du der KM zu UH verpflichtet.
Gruss oldie
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Hallo,
danke für die schnelle Antwort.
Das mit dem gegenseitig respektieren könnte schwierig werden. 😉 Wenn sie mich jetzt schon nicht mehr respektiert wird sie das m.M.n. auch später nicht tun, vor allem dann nicht, wenn sie merkt, dass ihr Verhalten mir zusetzt. Naja, hoffen wir mal das Beste.
Dein Beitrag wirft gleich die nächsten Fragen auf:
was bedeutet Abzug aller Verbindlichkeiten? Sind damit die während der Ehe gemachten Schulden gemeint?
Viele Grüße
TRB
Hi
Sind damit die während der Ehe gemachten Schulden gemeint?
Exakt. Sie werden allerdings nur beim BU/TU/EU berücksichtigt - beim Kindesunterhalt hingegen nicht. Ist 'ne Art nachehelicher Solidarität. 😉
Gruss oldie
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Vielen Dank, das hilft mir weiter.
Mir geht es nicht darum den Kindesunterhalt zu kürzen oder mich zu drücken, ich will nur noch selbst halbwegs leben können, habe da von Arbeitskollegen die abenteuerlichsten Geschichten gehört und wie eine Weihnachtsgans will ich mich nicht ausnehmen lassen.
Naja noch ist ja die Scheidung nicht eingereicht, aber ob ich das noch durchhalte bis das Kind drei Jahre alt ist, ist die andere Frage. :frustrierend:
Und ob das wirklich sinnvoll ist, wenn das erste was das Kind aktiv mitbekommt, das ist, wie die Eltern sich ständig streiten, ist auch nicht wirklich sicher ;(
Viele Grüße
TRB
Hi TRB,
vor dem Einreichen der Scheidung steht noch 1 Trennungsjahr 😉
Aber meinst du nicht, durch gespräche evtl. mit professioneller Hilfe (Paartherapie) wäre ein neubeginn für euch möglich, dass ihr Achtung und respekt nicht völlig verliert und es gemeinsam schafft?
Die Zeit mit Baby/Kleinkind ist eine große Herausforderung für eine Partnerschaft, und man(n) muss nicht sofort die Flinte ins Korn werfen, sondern vielleicht erstmal kämpfen!
ligr ginnie
Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
