Hallo Zusammen,
ich bin neu hier im Forum, lese aber bereits seit einiger Zeit still mit.
Bis jetzt habe ich nur einen Beitrag geschrieben und mich darin kurz vorgestellt. Da aber nicht jeder das gelesen hat wiederhole ich mich mal, damit ihr wisst, wie es bei mir ausschaut.
(Noch kurz zur Info: Wollte mich aus Anonymitätsgründen ein wenig verfälschen und habe dann glatt in meinem ersten Beitrag einmal was von Tochter und das nächste Mal was von Sohn geschrieben, :redhead: hmmm...sorry, voll danebengegangen. Wechsle jetzt um auf "Kind".)
Also, ich hatte eine feste Beziehung zu dem Papa meines Kindes, wir haben zusammengelebt -alles ganz "normal", er wollte von Anfang an Familie, ich war zunächst etwas zurückhaltend weil ich einen guten Job habe und auch noch keine biologische Uhr ticken hörte. Aber dann dachte ich: Komm, bist alt genug, Mann liebt dich, Rahmenbedingungen sind ok...Also Ratz Fazz Wunschkind gezeugt.
Dann hat er mich im 8ten Monat sitzen lassen. Für mich -trotz einiger Differenzen- völlig unerwartet.
Und ich komme nicht darüber weg.
Ich wurde noch nie in meinem Leben so scheisse behandelt, noch nie so gedemütigt.
Es ist schwer zu erklären, wie man sich fühlt wenn man hoch schwanger ist. das Sicherheitsbedürfnis ist enorm. Man kann ja am Ende kaum mehr etwas selbst machen. Es war die absolute Hölle.
Nun muss ich diesen Menschen ja ständig sehen, Dinge absprechen etc.
Und ich kann nicht mehr. Kind ist zu jung, kann nicht sprechen, ich muss zumindest immer am Anfang des Treffens dabei sein.
Treffen nur in meiner Wohnung, Umstände sind so. Kann ich hier nicht erklären, nur soviel: An mir liegt es nicht.
Ich möchte, dass mein Kind viel Kontakt zu seinem Vater hat. ABER ICH KANN NICHT MEHR.
Immer wieder kommt alles hoch, die Situationen des "verlassen werdens", der Wunsch nicht mehr da zu sein, dass schlechte Gewissen, dass ich ihn nicht halten konnte, die Zweifel...alles kommt hoch. Und das mindestens 2 mal die Woche.
Ich packs nicht mehr. Aber es muss ja weitergehen.
Hat irgendwer einen Rat für mich bitte?
Ich habe hier im Forum mal gelesen, dass es hilft, demjenigen nicht mehr in die Augen zu sehen.
Das stimmt, zumindest für mich.
Habt Ihr noch andere Reatschläge?
Wie habt ihr das gehandhabt?
Ich möchte Euch bitten nicht lapidar mit "Sei doch froh, das er sich für das Kind interessiert" oder "dann lass ihn halt das Kind nicht so oft sehen" zu antworten.
Ersteres klingt für mich nach dem absoluten Hohn. Ja, er interessiert sich. Paar Stunden soielen mit Kind ist super. Ich muss alles andere machen. Bin direkt nach Mutterschutz wieder arbeiten gegangen, reisse mir den Arsch auf...
Letzteres ist auch keine Lösung.ich möchte gerne, dass das Kind guten Kontakt zum Vater hat. Und da es noch so klein ist, muss er das kind häufig sehen.
Schon jetzt vielen Dank für Eure Meinungen!
Moin.
So ganz viel kann ich nicht dazu beitragen.
Da dein Hauptproblem in deinem Kopf b.z.w. in deinem Herzen ist, kann ich dir da keinen Weg raus zeigen.
Nur die Hoffnung, dass das schneller vorbei geht, je intensiver du es durchlebst.
Zu dem objektiven Problem mit deinem Ex solltest du ihm schon gewisse Regeln und Grenzen aufzeigen.
So löblich es ist, dass du seinen Umgang nicht nur duldest sondern, trotz eigener Schmerzen, förderst, so solltest du doch darauf verzichten, ihn zum Umgang zu tragen.
Je einfacher du es ihm machst, umso weniger weiß er es zu schätzen.
Stelle, am besten mit ihm gemeinsam, Regeln auf, nach denen der Umgang statt zu finden hat und mach dich nicht davon abhängig.
Versuche auch möglichst bald den Umgang in deiner Wohnung zu beenden.
Ich denke, ein Kind ist nie zu klein, um auch mal von Anderen und ohne die Mutter betreut zu werden.
Z.B, indem man es einfach im Kinderwagen um den Block schiebt.
Im Gegenteil. Je früher man damit anfängt, desto einfacher wird es und es wird mit Sicherheit auch für euch einfacher, wenn ihr euch nicht ständig belauert.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Hallo anonyme,
der Mann, der Vater Eures Kindes hat Dich in einer sehr empfindlichen Phase verlassen, Dich zurück gewiesen, als Du als Schwangere auf seinen Schutz, auf seine Unterstützung und Versorgung angewiesen warst. Das hat Dich schwerst getroffen und zu triefst verletzt. Das ist verständlich. Du hast diese komplizierte Zeit, hast Schwangerschaft und Geburt überstanden, wenn auch mit offener Wunde.
Diese Wunde schmerz noch immer und vor allem dann, wenn seine Gegenwart Dich erinnert - wie ein Angelhaken, der in Deinem Fleisch hängt.
Was hältst Du davon, Dich von diesem Haken zu lösen, DICH von diesem Mann zu trennen, ihn AKTIV zu verabschiede, ihn in das Heer der Männer zurück zu stellen, denen Du tagtäglich begegnest.
Er war nicht der richtige, ihr habt nicht zueinander gepaßt.
Kannst Du mit dieser Idee etwas anfangen?
Etwas zum Nachdenken und Hinfühlen:
Du bist voll verantwortlich für Dein Fühlen, Denken und Handeln und die unmittelbaren Folgen.
Was meinst Du dazu.
Liebe Grüße vom wilden Lachs
Hallo anomyme,
wenn Du Dich mit Abpumpen anfreunden kannst, kannst Du die Trennung zu ihm besser bewerkstelligen und ihr habt bedeutend mehr Spielraum für klare Regeln.
Das macht dich unabhängig. Du kannst dann auch mal abends in einem Cafe sitzen und Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen.
Grüße
Green
Edit: habe gerade gelesen 80 km Entfernung. Das machts schwieriger, aber nicht unmöglich. Wo ein Wille ist, ist eine Lösung. Wenn er bei sich kein Zimmer einrichten kann, dann solltet ihr schauen, ob er sich ein Zimmer an Deinem Ort billig nehmen kann (WG?; andere Familie mit Kind?).
Hi anonyme,
Hast Du Hilfe und Unterstützung von Freunden / Familie / Beratungsstelle?
Ein Weg, den Umgang zu gestalten, wäre z.B. auch, dass ihr in ein kinderfreundliches Cafe geht, oder z.B. bei der Caritas, dem Jugendamt oder sonst einer Stelle anfragt, ob es Räume gibt, wo ihr die "Übergabe" machen könnt, so dass der KV nicht mehr zu Dir in die Wohnung kommen muss - denn ihn in der Wohnung zu haben, ist verständlicherweise sehr schwer für Dich.
Wenn Du die Situation erklärst, also dass Du den Kontakt zwischen Vater und Kind auf jeden Fall fördern willst, aber selber eben noch zu sehr unter dem Kontakt mit ihm leidest, dann können Dir diese Beratungsstellen hoffentlich helfen, eine gute Lösung für den Umgang zu finden.
Es ist auf jeden Fall sehr bewundernswert von Dir, dass Du den Kontakt zwischen Kind und KV förderst und so auf die Bedürfnisse des Kindes eingehst! Das Kleine hat großes Glück mit so einer Mutter!
Wünsche Dir ganz viel Kraft!
lg
vj
Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)
Moin.
Hier ist mE weniger die Organisation des Umgangs das Problem, sondern die Kränkung des Verlassenwordenseins. a schreibt es auch deutlich.
Hier sehe ich die Baustelle, die Wunde, die vorrangig zu versorgen ist. Das andere löst sich dann fast automatisch.
Ich schließe mich Beppo an: Es ist eine Sache des Kopfes und des Herzens.
Noch einmal der Rat: anonyme sollte sich schnellstens emotional von dem Mann trennen, dann klappt es auch mit dem Vater des gemeinsamen Kindes besser.
Vermutlich liegt die seelische Wunde aber tiefer und die Ursache der Verletzung ganz woanders. Das könnte mit guter ärztlicher Hilfe geklärt werden.
Die Umstände, die derzeitigen Schmerzen weisen den Weg zu Reinigung und Wachstum... und der Ex hat durch konsequentes Handeln dabei geholfen. 😉
W.
... Ergänzung:
Ich wünsche anonyme, daß sie sich rasch aus der Opferhaltung arbeiten kann, den Dreh zu mehr Stand entdeckt, Trennung und Schmerz als wichtigen Teil ihres Leben re-integrieren und damit für sich nutzen kann.
Sie könnte dann erkennen, wie sie gestärkt aus dieser Krise hervorgegangen ist... und den Vater mit anderen Augen dann auch wieder direkt ansehen kann.
W.
Herzlich willkommen Anonyme,
was du ganz frisch durchmachst, habe ich vor knapp 20 Jahren durchlitten.
Es gibt Anlässe, da tut es heute noch weh. Auch wenn meine Tochter mittlerweile Auto fahren und wählen darf.
In der Schwangerschaft verlassen zu werden, die Schwangerschaft, die Geburt und die ersten Jahre allein und schutzlos zu sein, ist eine enorme Herausforderung.
Am schlimmsten fand ich den Verrat. Nachdem der spätere Vater meiner Tochter auf einer Familienfeier in aller Öffentlichkeit gesagt hatte, wie schön er es fände, wenn wir auch Eltern würden, war ich sechs Wochen später einvernehmlich von ihm schwanger.
Und sechs Monate später unfreiwillig Single.
Vermutlich liegt die seelische Wunde aber tiefer und die Ursache der Verletzung ganz woanders.
Selbst wenn dem so wäre, würde das nichts am schäbigen Verhalten des KV ändern oder am berechtigten Ärger und der tiefen Verletzung der TO.
Was mir damals geholfen hat, liebe Anonyme, waren Kontakte zu mitfühlenden und verständnisvollen Erwachsenen.
Einmal habe ich in den Armen meiner Sporttrainerin geweint. Weil sie beiläufig erzählt hat, wie ihre Familie Weihnachten feiert. Und mich die Erinnerung an frühere, glückliche Weihnachtsfeste mit dem Vater meiner Tochter sowie der Horror vor einem Weihnachtsfest mit Baby und ohne den immer noch geliebten Mann überwältigt hat. Für ihre mitfühlende und spontane Umarmung bini ch der Sporttrainerin bis heute dankbar. Oft sind es Kleinigkeiten, die beim Heilen helfen. Bitte gib dir die Zeit und deiner Trauer den Raum, den du brauchst.
Wegen meiner Arbeit hatte meine Tochter schon früh eine Tagesmutter. Dort hat der KV unser Kind einmal gesehen. Er hätte es dort öfter sehen können - die frühere TaMu und er wohnen bis heute in der selben Kleinstadt knapp 2 km auseinander.
Dass er den Umgang verweigert hat, hat meinen Schmerz vertieft. Insofern gehöre ich zu denen die dir sagen: "Sei doch froh, das er sich für das Kind interessiert." Alle Probleme die du jetzt hast, werden nicht einfacher wenn du dazu noch ein Kind hast, dem du erklären musst, warum der Vater seine Existenz vollkommen ignoriert.
Da du selbst arbeiten gehst, wäre ein Umgang bei der Tagesmutter und/oder in der Krippe aus meiner Sicht das Schonendste für dich.
Die Menschen, denen du euer Kind anvertraust, während du selbst arbeiten gehst, können dich auch bei den Umgangskontakten entlasten.
Als mein geschiedener Mann (nicht der Vater meiner Tochter, dessen Nachfolger viele Jahre später) und ich die Umgangskontakte für unseren gemeinsamen Sohn anfangs organisiert haben, war zugleich enorm viel Ärger und Groll wegen der gescheiterten Ehe zwischen uns. Kurz nach seinem Auszug hätte ich ihm den Hals herumdrehen können. Er mir vermutlich auch - sonst wäre er nicht ausgezogen.
Ihm süß lächelnd unser Kind zu übergeben und beiden eine gute Zeit zu wünschen, hätte seinerzeit meine Fähigkeiten zu heucheln, bei weitem überstiegen. Heute ist das nicht nur kein Problem, sondern auch keine Heuchelei - aber wenn eine Trennung noch ganz frisch ist, halte ich wenig davon sich selbst und den anderen zu überfordern.
Damals haben wir den Wechsel über die KiTa oder über meine Eltern oder über die Patin des Kleine gemacht.
Aber weder in seiner Wohnung noch in meiner Wohnung. Und auch nicht allein zu Dritt.
Im Sommer haben wir uns später manchmal auf einem Spielplatz verabredet. Ein Elternteil ging mit dem Kind (und eventuell weiteren Kindern aus der Nachbarschaft) zum Spielplatz. Sobald der andere Elternteil auftauchte, hat der erste sich von allen Kindern verabschiedet und zu unserem Sohn speziell gesagt: "Bin jetzt weg, du gehst gleich mit Papa (bzw. Mama) nach hause." War kein Problem, auch nicht mit den Eltern der anderen Kinder, da wir in fußläufiger Entfernung zueinander wohnen.
Bitte nimm deine Gefühle ernst und gib deinen Wunden Zeit zu vernarben bzw. zu heilen.
GlG :troesti: Biggi
Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
Guten Abend,
ich möchte mich erstmal bedanken, dass ihr Euch die Zeit genommen habt, mir zu schreiben - das berührt mich sehr.
Eure Beiträge muss ich jetzt nochmal genau lesen und "sacken" lassen.
Kurz zu den Fragen:
Ich habe Unterstützung von meiner Familie, aber sie werden mir nicht bei der Organisation des Umgangs helfen.
Sie sind der Meinung, ich solle mich nicht so anstellen und fürs Kind eben "gute Miene" machen.
Umgang über Betreuungsperson geht auch nicht weil er die Zeiten nicht schafft (sagt er). also wegen der Entfernung.
Das mit dem WG Zimmer für den Vater hier im Ort wäre ganz toll.
Vor allem könnte er ja dann auch mal einen Alltags-Termin wahrnehmen (Spielgruppe oder sonstwas).
Aber das lehnt er konsequent ab.
Nochmal vielen Dank für Eure Anregungen!
Das mit dem WG Zimmer für den Vater hier im Ort wäre ganz toll.
Vor allem könnte er ja dann auch mal einen Alltags-Termin wahrnehmen (Spielgruppe oder sonstwas).
Aber das lehnt er konsequent ab.
Sogar konsequent, schade. Es ist Dein Recht zu entscheiden, ob sich der Ex bei Dir niederlässen darf (wenns nicht gerade das noch gemeinsame Einfamilienhaus ist, wo man abgrenzbare Areale schaffen kann). Das muss ihm klargemacht werden.
Wenn Du Abgrenzung brauchst, kann er nicht für mehrere Stunden in Deiner Wohnung sein.
Deine Idee mit Alltags-Termin, Spielgruppe ist goldrichtig. Was kannst Du machen, dass er das positiv aufgreifen kann... ? ..
Am besten Mediation. Gesamtpaket schnüren.
Ich habe Unterstützung von meiner Familie, aber sie werden mir nicht bei der Organisation des Umgangs helfen.
Sie sind der Meinung, ich solle mich nicht so anstellen und fürs Kind eben "gute Miene" machen.
Wissen deine Verwandten was sie dem Baby damit antun?
Echte Unterstützung sieht anders aus find ich.
Umgang über Betreuungsperson geht auch nicht weil er die Zeiten nicht schafft (sagt er). also wegen der Entfernung.
Will der Typ dich stalken? Das würd ich unterbinden. Je eher desto besser.
Davon hat das Baby auch nichts wenn du nach jedem Besuch fix und fertig bist.
Das Baby hat jetzt nur dich da musst du gut auf dich aufpassen.
Gruss Horst
Liebe Anonyme,
du schreibst:
Umgang über Betreuungsperson geht auch nicht weil er die Zeiten nicht schafft (sagt er). also wegen der Entfernung.
Meine Erfahrung ist: Wenn der KV Umgang will, wird er Wege finden, diesen zu realisieren.
Will er keinen, wird er Wege finden, diesen zu vermeiden. :winkewinke: @ Mahjoko
Es ist nicht deine Aufgabe, dem KV alle Unbequemlichkeiten aus dem Weg zu räumen.
Solange du den Umgang nicht aktiv verhinderst, musst du dir keine Vorwürfe machen, falls der Umgang abflaut und irgendwann ausbleibt.
Hier hat Green vollkommen Recht:
Wenn Du Abgrenzung brauchst, kann er nicht für mehrere Stunden in Deiner Wohnung sein.
Und hier stimme ich Horst zu
Davon hat das Baby auch nichts wenn du nach jedem Besuch fix und fertig bist.
Das Baby hat jetzt nur dich da musst du gut auf dich aufpassen.
Keinesfalls musst du die Gegenwart des KV in deiner Wohnung dulden, wenn du dich dabei so extrem unwohl fühlst.
Bitte achte gut auf dich, deine Bedürfnisse und deine Gesundheit.
LG 🙂 Biggi
Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
Ich denke, ein gutes Maß für deine Umgangsunterstützung wäre, dass du nicht mehr für seinen Umgang tust als er selbst.
Du musst ihn ja nicht völlig vor die Pumpe laufen lassen aber sein Engagement sollte deinem mindestens ebenbürtig sein.
Achte darauf und zerbrich dir nicht seinen Kopf.
Wenn er irgendwo ein Problem hat, bei dem er deine Hilfe möchte, soll er dich darum bitten.
Du musst nicht sämtliche Steine von allen Wegen räumen, nur weil er evtl. da lang gehen möchte.
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Liebe anonyme,
ich verstehe Dein Problem. Ich stecke selbst in so etwas. Freunde oder Verwandte können/werden Dir dabei nicht helfen. Sie verstehen das nicht, sie können sich nicht in Dich hinein versetzen. Wenn jemand lapidar sagt, Du sollst Dich doch nicht so anstellen, ist das in so einer Situation sogar kontraproduktiv.
Ich weiss nicht, wie lange genau da schon so läuft bei Dir. Aber Schwangerschaft und Kleinkindalter lassen auf einige Jahre schließen. Du hast da ein Riesenproblem. Ich kann das aus meiner Sicht halbwegs beurteilen. Du wirst das nicht einfach aussitzen können.
Such Dir bitte professionelle Hilfe. Ein halbwegs erfahrener Therapeut kann Dir sehr helfen. Das Problem Deiner Verletzheit, das mit dem "Ego", stammt vermutlich aus Kindheit. Du musst herausfinden, was genau es ist. Es gibt sicher Strategien, mit so etwas umzugehen.
Ich weiss wenig über Dich, aber ich kann Dir aus meiner Erfahrung sagen, dass die man die Bilder und vor allem die damit verbundenen eigenen Gedanken, die man in bestimmten Situationen (Z. B. wenn Vater in Deiner Wohnung ist, um Euer Kind zu treffen...) hat, selber produziert.
Du musst - unabhängig von Eurem gemeinsamen Kind - irgendwie Frieden für Dich selbst mit dem Vater Eures Kindes machen. Erst dann kannst Du loslassen. Ich weiss selbst, dass das scheinbar unendlich schwer ist. Ich sehe es ja selber.
Vielleicht ist es Dir möglich, dass Dein Ex nicht in Deine Wohnung kommt, wenn er das Kind sieht? Immerhin seid Ihr Ihr in Umgangsangelegenheiten in einer Spur. Löblich von Dir, dass Du das trotz der schwierigen Situation förderst.
Ich wünsche Dir viel Kraft!
superpapa
Moin Anonyme,
ich denke mal, ein großes Problem liegt in Eurer Umgangsgestaltung (und sicherlich auch an Deiner - verständlichen - Einstellung gegenüber dem KV)
Und ich kann nicht mehr. Kind ist zu jung, kann nicht sprechen, ich muss zumindest immer am Anfang des Treffens dabei sein.
Treffen nur in meiner Wohnung, Umstände sind so. Kann ich hier nicht erklären, nur soviel: An mir liegt es nicht.
Trotzdem muss man hier nachfragen: Was heisst "zu jung"? Sobald Euer Kind nicht mehr gestillt wird, gibt es keinen Grund, warum der KV nicht selbständig auch die Betreuung in seiner Wohnung durchführen kann. Und ja, viele von uns haben das selber auch so als KVs erlebt. Es geht alles, auch mit kompletten Übernachtungsumgang übers Wochenende - wenn halt beide Elternteile verantwortungsvoll agieren.
Vom Umgang in Deiner Wohnung halte ich nichts. Das geht nicht und ist emotional viel zu anstrengend. Wenn es nicht anders geht, dann nur an einem neutralen Ort (Spieleparadies, etc.)
Auch wenn es krass klingt - schau Dir vielleicht auch einmal an, wie die "Profi-Kindsbesitzerinnen" in solchen Situationen vorgehen:
- Eine Kindsbesitzerin wird sich innerhalb von wenigen Tage den neuen "Mann der Träume" besorgen. Darüber kann man natürlich trefflich streiten - Fakt ist aber, dass durch die emotionale Unterstützung, die ein Partner bietet oftmals eine viel größere emotionale Stärke entwickelt wird. Vielleicht auch für Dich eine Überlegung wert, wenn Du dich wieder bereit für eine Partnerschaft fühlst.
- Wie schaut es mit Mutter-Kind-Kuren aus? Profi-Kindsbesitzerinnen nutzen dieses Mittel, um Umgänge auf Krankenschein zu blockieren. Für Dich und Deine Verfassung wäre eine Kur sicherlich ein gutes Mittel, wieder mehr Ruhe in Euer Leben zu bekommen.
Ansonsten hilft wirklich nur loslassen und nicht in die "typischen" KM-Fallen zu tappen. Unausgesprochene Ängste, das berühmte "der KV kann noch nicht mal das Kind wickeln" und "das Kind kann nur bei mir richtig schlafen" sind Bestandteile davon. Wie schon von den anderen gesagt, wir kennen Dich dafür nicht gut genug. Wenn Du diese Aussagen nicht teilst - gut so. Wenn doch, versuch auch an Deiner eigenen Einstellung noch weiter zu arbeiten. Wir helfen mit unseren Ansichten dabei. Gruß Ingo
Hallo anonyme,
ich habe Deinen ersten Eintrag gelesen, in dem Du noch einiges über Dich erzählt hast.
Was den Umgang betrifft, sehe ich das so wie Ingo. Die regelmäßige Begegnung mit dem KV in Deiner Wohnung ist äußerst belastend für Dich. Allein aus Deinem Wissen heraus, dass der KV eine neue Familie hat, weit vorausgelaufen ist und eben nichts mehr ist, wie Du es Dir mal erhofft hast.
Ich rate Dir, die Umgangsgestaltung an einem neutralen Ort zu verlegen. Auch Mutter-Kind-Kur ist in Deiner Lage ein probates Mittel. Meine Ex macht das "regelmäßig".
Für die andere Sache benötigst Du dringend Hilfe von professioneller Seite. Vielleicht gibt es in Deiner Umgebung auch Frauenvereine, die Dich unterstützen können.
Was Du schreibst, dass Du in der Schwangerschaft (sehr bedürftig an Zuneigung und Unterstützung) vom KV verlassen wurdest, ist eine traumatische Erfahrung. Alles andere blieb auf der Strecke. Du musst dem KV zwecks Absprachen regelmäßig begegnen.
Allein steckst Du das alles nicht weg. Vielleicht kannst Du als erstes zu Deinem Hausarzt gehen und ihm alles erklären. Er kann Dich dann weiter überweisen.
Gruß sp
Moin anonyme,
ich bin weit davon entfernt ein Hobbypsychologe sein zu wollen. Nur mit Blick auf Deine beiden Beiträge sehe ich Deine Situation wie folgt: Du hast dem Kinderwunsch des KV "zu liebe" Deinen Lebensplan aufgegeben und bist nun alleine gelassen in einem Leben, dass Du so gar nicht wolltest (und wünscht Dir vermutlich Dein altes Leben zurück...).
Du solltest aufpassen, dass
- Du dabei nicht vor die Hunde gehst, sondern das neue Leben annimmst und das beste draus machst
- Du die Enttäuschung darüber wie sich Dein Leben entwickelt hat, in keiner Weise auf das Kind projizierst; es kann am aller wenigsten dafür. Und es wird Dir soviel geben, mit jedem Monat des größer werdens mehr! (versprochen! mindestens bis zur Pubertät... :phantom:)
- Du nicht den KV "bestrafen" willst, für das was er Dir angetan hat und Du ihm deshalb den Umgang erschwerst oder gar unmöglich machen willst. Auch hier würdest Du vielmehr Euer Kind treffen...
Vielleicht bist Du eigentlich eine toughe, erfolgreiche Geschäftsfrau, die ihre Probleme stets erfolgreich selbstständig löst. Aber hier ist meine ehrlicher Rat: hol Dir professionelle Unterstützung, die Dir hilft , die drei Spiegelstriche oben anzugehen! Ich bin überzeugt, dass Du das nicht alleine schaffen kannst. Dazu bist Du emotional viel zu sehr involviert und Dir fehlt die Erfahrung! Und Hilfe findest Du mE nicht bei Anwälten, Jugendämtern oder Frauenvereinen :puzz:
Gruss, toto
Guten Abend,
nochmal herzlichen Dank für Eure Vorschläge und Denkanstöße.
Ich bin so hin und her gerissen mehr über die Situation zu schreiben habe aber wirklich große Sorge dass er mitliest und mich "erkennt".
Was dann wäre weiss ich selbst nicht, ändert ja nichts.
Zu Euren Fragen:
Hab mal in nen Routenplaner seine Adresse angegeben. Er wohnt etwa 140 km entfernt (ich hatte 80 getippt *peinlich*), hat aber mehrmals die Woche in meine Richtung was zu erledigen (ist selbstständig). Das nutzt er dann, um Kind zu besuchen. letzte Woche hat er sich leider garnicht blicken lassen. Was für mich- ich gebe es zu- nicht NUR unangenehm war.
@ Ingo: Das Kind ist unter einem Jahr und wird gestillt. Aber natürlich kann er es wickeln und versorgen, kein Problem. 🙂
Ich vertraue ihm auch bzgl . Kind-ich war schließlich mit ihm zusammen und habe riskiert schwanger zu werden.
Er geht ja manchmal raus mit Kinderwagen etc. Aber Treffen ist halt immer in meiner Wohnung.
Mit "zu jung" meinte ich: Zu jung um zB ein ganzes Wochenende an seinem Wohnort zu verbringen. Pumpe hab ich extra gekauft (sogar elektrisch, sauteuer) klappt aber kaum. Ich bin aber ehrlich: Selbst wenn wäre mir das momentan noch zu lang.
Das Problem ist in meinen Augen die Entfernung. Das macht alles so super komliziert.
Zudem habe ich diesen starken Wunsch dass das Kind ein inniges Verhältnis zu seinem Papa hat.
Meine Eltern sind auch getrennt und ich habe ein super Verhältnis zu beiden - auch weil (zumindest) meine Mutter nie nie nie schlecht über meinen Vater geredet hat. Und glaubt mir: Gründe hätte sie genug gehabt. Das weiss ich von meinem Vater, der im Alter langsam mit den Entscheidungen, die er damals traf, hadert.
Ihr habt aber sicher Recht damit, dass es nicht in meiner Macht liegt oder besser gesagt, dass es nicht daran liegt, ob er Stunden in meiner Wohnung verbringt oder nicht.
Ich habe mir gerade Eure TrennungsFAQ durchgelesen und hab furchtbar heulen müssen.
"der best mögliche Endzustand"=> "Wer in einen Linienbus einsteigt, in dem die Ex-Partnerin zufällig sitzt, an ihr vorbeigeht wie an einer Fremden, nicht hinsieht, nicht wegsieht, nicht schneller oder langsamer geht, der hat dieses Optimum erreicht und dieses Endziel sollte sich jeder Getrennte setzen."
Das was da steht ist so schrecklich für mich. Aber vermutlich bei einer Trennung mit vielen verletzten Gefühlen nicht das schlechteste.
Aber wie schafft man sowas???
Entschuldigt bitte, das mein Schreiben etwas konfus ist und ich thematisch so rumspringe.
Bin einfach gerade total durch den Wind.
Moin a.
Das Problem ist in meinen Augen die Entfernung. Das macht alles so super komliziert.
So wie Du es schilderst, lese ich dies nicht als das große Problem heraus.
Du musst gemeinsam mit KV (und sehe ihn ausschl. als Vater eures Kindes, nicht mehr als Ex-partner) einen Plan entwickeln, wie ein selbstständige und regelm. Umgang entstehen kann. Ich denke, es ist nur zu verständlich, dass spätestens nach dem Stillen, eben kein Umgang mehr bei Dir in Whg. stattfinden soll. Dh aber auch, dass KV zunehmend einen halben Tag, dann einen ganzen Tag und irgendwann in gar nicht allzu ferner Zukunft eben auch ganze Wochenenden (jedes zweite) mit dem Wurm verbringt. und das ganze regelm., nicht nur wenn es ihm passt, sondern nach einem verlässlichen Plan! Vereinbart Meilenstones, wann ihr jew. die Umgangserweiterungen angeht. Je mehr Du ihn unterstützt, indem Du ihn die beimDir vorhandene Ausrüstung (Kinderwagen, Kindersitz, Klamotten) mitgibst, desto einfacher machst Du es ihm. Freu Du Dich im Gegenzug auf die freie Zeit die Du für Dich gewinnst (endlich mal wieder ohne Kind shoppen gehen, Sport machen,....).
So kann sich eine gute Beziehung zw. Kind und KV entwickeln!
letzte Woche hat er sich leider garnicht blicken lassen. Was für mich- ich gebe es zu- nicht NUR unangenehm war.
[...]
Aber vermutlich bei einer Trennung mit vielen verletzten Gefühlen nicht das schlechteste.
[...]
Bin einfach gerade total durch den Wind.
Das liest sich weiterhin so, dass Du noch stark an Trennung und Deiner neuen Lebenssituation zu knabbern hast. Deshalb nochmal mein Rat: nimm professionelle Unterstützung an!
Gruss, Toto
Hallo und willkommen!
Mein gut gemeinter Rat ist, dass Du alles, was Dir Dein Leben schwerer macht nochmals daraufhin hinterfragen solltest, ob es nicht auch einfacher geht und Du durch den Verzicht auf etwas, was Dir lieb ist trotzdem mehr Lebensqualität erhalten kannst.
Wenn Du die Nähe Deines Ex in Deiner Wohnung nicht ertragen kannst, dann könntest Du beispielsweise abstillen.
