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häusliche Gewalt durch meine Frau, Gewaltschutzparagraph?

 
(@marcberlin)
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Hallo,
seit drei Monaten hat meine Frau einen neuen Freund, wir wohnen aber noch zusammen mit unseren beiden Kindern ( 5 u. 8 ), um die ich mich überwiegend gekümmert habe (von 2004 bis 2006 habe ich gar nicht gearbeitet, seitdem in Teilzeit).
Meine Frau hat immer kommuniziert, für sie sei das eine "Ausszeit" und die Trennung vielleicht nicht endgültig.
Bisher (seit der Trennung) haben wir die Kinder in relativ guter Stimmung betreut, meist getrennt, aber oft auch gemeinsam.
Nach der Vorstellung meiner Frau soll die Wohnung eine Nestwohnung werden; das würde aber bedeuten, dass auch ich zeitweise aus der Wohnung rausgehen müsste (meine Frau ist oft bei ihrem Freund). Dem habe ich mich immer widersetzt und dafür auch in einer Eltern-Mediation, die wir machen, Unterstützung bekommen. Diese Forderung meiner Frau sei in diesem Fall (einseitige Trennung) Nötigung.
Nach recht ruhigen und guten Wochen hat meine Frau vorgestern ihre Forderung wiederholt. Ich solle doch das eine oder andere Wochenende wegfahren, damit sie Zeit mit den Kindern und ihrem Freund verbringen kann. Ihr Argument: Die Kinder mögen doch so gerne. Er hat auch schon (nicht mit mir abgesprochen) Betreuungsaufgaben übernommen wie Gutenachtgeschichte Vorlesen oder vom Hort Abholen. Als ich meinen Standpunkt gestern bekräftigt habe, bezeichnete meine Frau mich als stur und realitätsfremd. Ich müsse mich bewegen und auch mal das Feld räumen.
Als ich sagte, sie könne mit ihrem Freund tun, was sie wolle, aber nicht in unserer Familienwohnung und nicht unter Einbeziehung der Kinder, kam sie aggressiv auf mich zu, sagte: Was ich mit
mache, das geht dich überhaupt nichts an, und sie boxte mir einmal in den Brustkorb, bewegte den Arm wie für einen zweiten Schlag. Ich sagte sofort: Das ist Gewalt, das muss ich anzeigen. Daraufhin zog sie den Arm zurück und sagte mit verzerrtem Gesicht: Das ist keine Gewalt.
Sie verliess die Küche, kam aber nach wenigen Minuten zurück und warf mit einem gefüllten Obstgefäß nach mir, es traf mich am Bein und ging kaputt. Die Tochter weinte. Meine Frau versuchte sie zu trösten, rief den Kindern aber auch zu: So, jetzt habt ihr gehört, dass Mama und Papa sich streiten, und wir sagen Euch auch bald, warum (bisher haben wir den Kindern nur erzählt, dass Mama gerade nicht mehr verliebt ist in Papa, sondern in ***). Dann verliess sie die Wohnung, die Kinder waren sehr betroffen und halfen mir beim Aufheben des herausgefallenen Obstes.
Für mich ist das klar häusliche Gewalt (zudem vor den Kindern), die ich anzeigen muss. Ich kenne das Aggressionspotential meiner Frau aus Erzählungen von früheren Trennungen und fühle mich jetzt in der Wohnung nicht mehr sicher. Soll ich auch auf die Anwendung des Gewaltschutzparagraphen drängen? Der Schritt erscheint mir als sehr schwerwiegend, aber wenn ich nichts Wirkungsvolles unternehme, geht es so weiter und wird immer schlimmer!
Was meint Ihr?
Vielen Dank fürs Lesen und (eventuell) Kommentieren,
viele Grüße,
Marc.


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 27.10.2012 16:03
(@oceanborn)
Rege dabei Registriert

Also, wenn DAS der erste derartige Aussetzer deiner Frau war nach so vielen Jahren Ehe und du ihr vermeintliches Aggressionspotential sonst nur vom Hörensagen kennst, halte ich es für übertrieben, dass du dich in der Bude nicht mehr sicher fühlst. Klingt eher so, als dass man mit ihr reden kann. Mache ihr die Grenzen klar. DAS ist meine persönliche Meinung dazu. Hoffe, du bekommst noch mehr Feedback.

Zum Rest: Ich gehe davon aus, dass ihr euch auch in der Familienwohnung bereits räumlich getrennt habt, sie also einen eigenen Berecih hat???


AntwortZitat
Geschrieben : 27.10.2012 16:30
(@marcberlin)
Schon was gesagt Registriert

Danke, ja, wie gesagt, eigentlich kann man ganz gut mit ihr reden. Nur wenns um diese Wohnungsfrage geht, eben nicht.
Dass sie ihren Freund in die Wohnung holt (obwohl wir natürlich getrennte Zimmer haben) und so stark in die Kinderbetreuung einbindet, ist für mich eine klare Grenzüberschreitung. Nur ist es mir bisher eben nicht gelungen, ihr diese Grenze aufzuzeigen.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 27.10.2012 17:42
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin MB,

ganz ehrlich: Du wirst Dich lächerlich machen. Den "Gewaltschutzparagraphen" wird niemand zur Anwendung bringen wollen - und wenn, dann eher gegen Dich. Eher wird es heissen "der denkt sich Räuberpistolen aus, um der armen Frau die Kinder wegzunehmen."

Vor diesem Hintergrund ist auch Euer "Nestmodell" ausgemachter Blödsinn; noch dazu in Verbindung mit neuen Partnern. Kinder brauchen kein statisches "Bühnenbild" mit wechselnden Darstellern, sondern ungehinderten Zugang zu beiden Eltern. Das lässt sich in zwei getrennten Wohnungen deutlich einfacher bewerkstelligen.

Also: Suche nach tragbaren Lösungen, aber vergiss den Unsinn, mit Strafanzeigen punkten zu wollen; sowas fällt nur Dir selbst auf die Füsse.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 27.10.2012 18:37
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo,

in Ergänzung:

Du kannst Deiner Frau nicht verbieten, dass sie mit Freund und Kindern was unternimmt. Er darf auch vom Hort abholen und Gute-Nacht-Geschichten vorlesen. Ich würde sogar weitergehen und sagen: gut, dass er das tut. Denn wichtig ist, dass er nett, freundlich, gut zu den Kindern ist. Sie werden mit ihm klarkommen müssen, wenn er der Partner Deiner Frau ist. Das kannst Du nicht ändern.

Irgendwann hast Du auch eine neue Partnerin, die auch mit den Kindern UNO spielen oder sie ins Bett bringen wird oder mit ihnen Sonntags zum Brötchen holen zum Bäcker radelt.

Deine Kinder wissen trotzdem, wer Mama und Papa sind. Macht es ihnen durch solche unnötigen Sperenzchen nicht schwerer als es ist und redet vor allem offen über die Trennung.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 27.10.2012 19:21
(@Brainstormer)

Moin,

auch von mir noch eine Anmerkung:

Du kannst Deiner Frau nicht verbieten, dass sie mit Freund und Kindern was unternimmt. Er darf auch vom Hort abholen und Gute-Nacht-Geschichten vorlesen.

Alles richtig, ABER nicht in der Familienwohnung, in der sie zur Zeit noch zusammenleben. Das ist entwürdigend und respektlos. Ich würde mir soetwas verbieten.

Gruß
Brainstormer


AntwortZitat
Geschrieben : 28.10.2012 00:36
(@oceanborn)
Rege dabei Registriert

Und womit setzt du dein "Verbot" durch, Brainstormer?


AntwortZitat
Geschrieben : 28.10.2012 01:09
(@Brainstormer)

Moin Ocean,

mir persönlich würden da sicherlich einige Dinge einfallen, um mir den nötigen Respekt zu verschaffen (der idealerweise schon vorher da sein sollte). Da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Sollten diese nicht fruchten, wäre mein nächster Gang zu unserem Freund und Helfer in Grün Weiß.

Gruß
Brainstormer


AntwortZitat
Geschrieben : 28.10.2012 01:45
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo,

ich würde nicht an einer Stelle Erde verbrennen, wo ich nicht gewinnen kann. Kündigt diesen Nest-Quatsch auf und dann kann jeder an seinem Wohnort und in seiner Betreuungszeit sein Leben mit den Kindern leben, wie er es für richtig erachtet.

Alles andere ist ein K(r)ampf verletzter Eitelkeiten. Das ist zwar verständlich, aber eben nicht zielführend.

Und die Helfer in Grün-Weiß helfen vielleicht, wenn sie handgreiflich wird, aber sicher nicht, weil der neue Typ den Kindern am "falschen Ort" eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest. Im schlimmsten Fall fliegt noch der Opener aus der Wohnung wegen irgendwelcher Vorwürfe und ist dann "ganz raus" aus dem Spiel.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 28.10.2012 12:52
(@totohh)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin

Auch ich empfehle, den offenkundig (noch) vorhandenen Kommunikationskanal zu der KM dahingehend zu nutzen, dass ihr Euch einig werdet, wie ihr mittel- und langfristig die Betreuung regeln wollt. Und angesichts der bisherigen Aufteilung liegt ja ein WM nahe, dh jeder 50%, idealerweise ohne irgendwelche Kinderunterhaltsansprüche (letzteres würde ich aber noch nicht thematisieren). Das lässt sich auch ohne Nest in zwei getrennten Whgen realisieren (siehe Brilles Post oben).

Nunja, und da die KM offenkundig schon weiter ist, und eine neue Bleibe gefunden hat und zudem diejenige ist, vom der der Trennungswunsch ausgeht, dann bitte, soll sie ausziehen, den halben Hausrat mitnehmen (bloß nicht um die letzte Wäscheklammer feilschen) und die Kinder werden eben nach einem festenSchema 50:50 (auf das ihr Euch einigt!) betreut! Vermutlich kommt dann das Argument, dass die Whg. des Next nicht groß genug für Kids ist oder sie dort (noch) nicht mit Sack und Pack und Kindern einziehen will. Nunja, dann soll sie sich eben eine eigeneWhg suchen (sie will ja ausziehen...). Und bis dahin können die Kids selbstverständlich auch noch zu mehr als 50% bei Dir wohnen bleiben! ( bitte ohne irgendwelche KU geltend zu machen). Und Du bist flexibel, was die Betreuung betrifft. So kriegst Du auch den Next aus (dann) Deiner Whg. raus, was ich echt verstehen kann! Das Next den Kids Geschichten vorliest wirst und solltest Du nicht verhindern!

Ja, ich weiß, die Tücken liegen in den Details. Aber ein Verhärtung der Fronten läuft mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen Dich!

Alles Gute, Toto


AntwortZitat
Geschrieben : 28.10.2012 15:23




(@marcberlin)
Schon was gesagt Registriert

Danke alle,
Eure Ratschläge finde ich sehr hilfreich. Ja, eine weitere Verhärtung der Fronten will ich auch nicht, aber eben auch nicht alles hinnehmen.
Dass der Neue meiner Ex ein gutes Verhältnis zu den Kindern aufbaut, dagegen habe ich nichts, aber ich bin auch der Meinung, dass das ausschließlich außerhalb unserer (noch gemeinsamen) Wohnung stattfinden sollte. Dass meine Ex auszieht, fände ich konsequent, und ich habe es ihr auch schon nahegelegt. Aber dann kommen Drohungen wie: Sie würde den Kindern sagen, dass ich sie vertrieben habe, und dafür würden sie mich hassen. Auf so einer Ebene kann man ja nicht mehr von Kommunikationsfähigkeit sprechen!
Sie will also nicht ausziehen, sondern setzt mich unter Druck, dass ich zu bestimmten Zeiten (auch über Nacht) die Wohnung verlassen soll, damit sie dort mit den Kindern und dem Neuen zusammen sein kann. Und das geht ja wohl gar nicht, oder?
Marc.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 29.10.2012 11:06
(@papavonfuenfen)
Rege dabei Registriert

Hallo marcberlin,

ich konnte weiland sogar ein Hausverbot gegen den Next durchsetzen.
Allerdings war die Lage ein bisschen schwieriger, da die Geschichte schon ein halbes Jahr im Verborgenen lief und die Kinden den neuen gehasst haben wie die Pest (die hatten das viel früher gespannt, als ihr betriebsblinder Papa).
Es gab dann noch ein paar Störfeuer, da das Haus uns beiden je zur Hälfte gehört und prinzipiell einer allein den Aufenthalt erlauben kann, aber hier wiegt das Familienrecht schwerer.
Guckst du hier:
http://www.frag-einen-anwalt.de/Hausverbot-fuer-Freunde-eines-Ehepartners-__f148055.html

Wenn es die Möglichkeit gibt komplett getrennte Bereiche ein zu richten, wäre das sicher zu überlegen, ob man hier Entgegenkommen zeigt um an anderer Stelle zu gewinnen.
Auf jeden Fall kann niemand von Dir verlangen die Ehewohnung zu räumen, damit der Lover sich (auch nur vorübergehend) breit machen kann.

Hier musst du auf jeden Fall klare Linie fahren, sonst macht sie aus dir den Affen. Auch die Drohung sollte dich nciht davon abbringen. Wenn du erst einmal das Feld gänzlich geräumt hast, bist du halt dann derjenige, der die Kinder im Stich gelassen hat. Hier musst du ganz klare Ansagen machen, dass im Interesse der Kinder solche Spielchen zu unterlassen sind. Aber trotz solcher Machtspielchen müsst ihr beide das miteinander vernünftig regeln. Sobald das ein Richter für euch tut wird nur ein Haufen Geld verbrannt und es gibt auf jeden Fall Verlierer.

Mit aufmunternden Grüßen

PvF


AntwortZitat
Geschrieben : 29.10.2012 11:24
(@Brainstormer)

Moin Marc,

Sie will also nicht ausziehen, sondern setzt mich unter Druck, dass ich zu bestimmten Zeiten (auch über Nacht) die Wohnung verlassen soll, damit sie dort mit den Kindern und dem Neuen zusammen sein kann. Und das geht ja wohl gar nicht, oder?

Auch wenn hier einige anderer Meinung sind, aber das geht tatsächlich gar nicht. Wer wollte nochmal die Trennung? Richtig, deine Ex, also soll sie auch ausziehen, wenn ihr die Situation so nicht passt. Es gibt gibt Grenzen, die von keinem der Beteiligten überschritten werden sollten. Wegen umherfliegender Teile des Hausrats würde ich nicht gleich ein Fass aufmachen, aber eine Aufforderung, die Wohnung zu verlassen, damit Madame sich mit ihrem neuen Lover ungestört vergnügen kann, würde ich mit einem 'Danke, aber nein danke!' und einem mitleidigen Lächeln quittieren.

Lass dir nicht auf der Nase rumtanzen!

Just my 2 Cents

Brainstormer


AntwortZitat
Geschrieben : 29.10.2012 16:18
(@marcberlin)
Schon was gesagt Registriert

Vielen Dank für Eure Reaktionen, die mir sehr dabei geholfen haben, eine (weitere) Eskalation der Situation zu verhindern, ohne dass ich dabei wichtige Standpunkte aufgegeben habe. Wir arbeiten jetzt einvernehmlich an einem Modell für eine räumliche Trennung.
Marc.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 03.11.2012 13:03
(@briese)
Zeigt sich öfters Registriert

Du kannst Deiner Frau nicht verbieten, dass sie mit Freund und Kindern was unternimmt...

Allerdings nicht in der Ehewohnung. Neue Partner haben dort, unabhängig davon, wer die Ehe beenden will, ohne Einverständnis des anderen keinen Zutritt. Das ist nicht nur menschlich gesehen unzumutbar, sondern wird auch von den Gerichten so gesehen.


AntwortZitat
Geschrieben : 04.11.2012 16:10