Erklärungen? Okay, solange sie mir nicht wieder als Rechtfertigung ausgelegt werden :wink:.
Natürlich sollte man einen Menschen nach 25 "Jahren" kennen. Ich möchte in diesem Fall das "kennen" beschränken auf "ich weiß, dass ich nie weiß, wie er reagieren wird". So gesehen kenne ich ihn gut. Aber ist es das? Ich kann ihn nicht einschätzen.
Und das geht direkt über in deine zweite Frage: natürlich glaube ich nicht, dass er etwas tut, aber ich kann es eben nicht einschätzen. Wie bereits geschrieben, hätte ich damals bei der Kripo einen Eid abgelegt, dass sie sich die Hausdurchsuchung sparen können, denn sie werden "solches" Material nicht finden. Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass die Hausdurchsuchung bereits statt gefunden hat und genau das gefunden wurde, was ich für völlig unmöglich gehalten habe. Kannst Deep fragen, dem hab ich damals auch geschrieben, dass er sich das Einschicken des Logs sparen kann.
Ergo: einmal bin ich schon reingefallen mit meiner Blauäugikeit über einen Menschen, von dem ich dachte, er würde nicht... ein zweites Mal möchte ich das nicht riskieren.
Ausreichend beantwortet?
Gruß AJA
Update:
Hatte heute ein längeres Telefonat mit einem weiteren Familienmitglied und oh Wunder: sie sieht die Geschichte ebenso verfahren wie ich. Das Pädo-Thema habe ich dabei nicht angesprochen, es ging nur und ausschliesslich um die ungesunde Familienkonstellation. Sie sieht ebenso wie ich, dass hinter der ganzen Misere nur eine einzige Person steckt, nämlich die Schwester meines Ex. Sie war begeistert von der Idee, dass Schwester und Bruder mal eine Familientherapie machen sollten. Bei der Gelegenheit habe ich auch erfahren, dass meine Nichte (Tochter der Schwester) stinksauer ist auf ihre Mutter, weil sie das ganze Dilemma ebenfalls erfasst hat, aber gegenüber ihrer Mutter machtlos ist. Das Mädel ist inzwischen 25 Jahre alt und hat gerade ihr Jurastudium hinter sich gebracht. Von daher war sie kaum ansprechbar in den letzten Jahren. Nun wollen die beiden sich zusammen rotten und versuchen, die Dame davon zu überzeugen, dass dringend Handlungsbedarf besteht. Hoffentlich scheitern sie damit nicht genauso wie ich :exclam:.
Für mich selbst habe ich in meiner Supervision nicht viel Neues erfahren. Ich habe die Rolle der Schwester eingenommen, mein Ex hat sich von einer dominanten Frau zur nächsten "gerettet". Es war nicht seine Rettung, es war sein Untergang. Jetzt bin ich dafür nicht mehr verantwortlich und muss endlich los lassen. Die Verantwortung für meine Kinder habe ich weiterhin und muss das tun, was ich für richtig halte.
Rückzug ist wegen der Kinder keine Lösung, therapieren kann ich ihn nicht. Meine einzige Chance ist, sein Elend nicht an mich heran zu lassen. Vor allem nicht auf die Kinder zu projezieren. Wenn er sich etwas antun sollte, dann ist das nicht meine Schuld und ich werde die Kraft haben, die Kinder aufzufangen.
Doch - ETWAS Neues habe ich doch erfahren. Ich habe keinen Fehler gemacht und muss mir deshalb keine Schuld zuschreiben. Es war und ist eine Verkettung von mehreren misslichen Umständen. Nun ist es an jedem Einzelnen selbst, etwas draus zu machen oder auch nicht.
Gruß AJA
Hallo Aja,
Rückzug ist wegen der Kinder keine Lösung, therapieren kann ich ihn nicht. Meine einzige Chance ist, sein Elend nicht an mich heran zu lassen. Vor allem nicht auf die Kinder zu projezieren. Wenn er sich etwas antun sollte, dann ist das nicht meine Schuld und ich werde die Kraft haben, die Kinder aufzufangen.
Doch - ETWAS Neues habe ich doch erfahren. Ich habe keinen Fehler gemacht und muss mir deshalb keine Schuld zuschreiben. Es war und ist eine Verkettung von mehreren misslichen Umständen. Nun ist es an jedem Einzelnen selbst, etwas draus zu machen oder auch nicht.
Klingt ja nicht schlecht. Bisher hatte ich den Eindruck, du machst vier Schritte: Einen nach vorne, einen nach rechts, einen zurück und einen nach links. Und dann stehst du genau da wo du vorher auch warst.
Sieh zu, dass die nächsten vier Schritte alle nach vorne gehen.
Gruß
Martin
Hast ja nicht unrecht, Martin 😉
Ich befand mich im Zustand der absoluten Betriebsblindheit. Soll ja mal vorkommen, gelobe Besserung 🙂
Gruß AJA
Ich habe das Gefühl, dass Dein Problem viel zu komplex für dieses Forum ist. Hier wird Dir kaum jemand helfen können.
Vielleicht ist aber auch
- Aja zu komplex für diese Welt oder
- diese Welt zu komplex für Aja, oder...
Was ich damit sagen will: Wenn Du dir deine Konzepte und Erklärungen nur lange genug zurechtbiegst, wirst du am Ende genau das bekommen, was Du willst.
Dabei erinnere ich mich an ein Buch, was ich vor gar nicht langer Zeit gelesen habe. Darin stand geschrieben, dass man, wenn man sich verhält, nicht daran vorbeikommt, die Welt zu verändern. Man muss das halt nur als Chance erkennen.
Bei der Lektüre deines Thread sieht man, dass das stimmt - leider.
Aber auch hier gibt mir Gott die Gelassenheit, Unsinn nicht verstehen zu wollen, die Unruhe, Vernünftiges verstehen zu müssen und die Weisheit, den Unterschied zu erkennen.
Michael
Hallo Michael,
ich vestehe nicht, was du mir sagen willst. Ich verstehe:
Darin stand geschrieben, dass man, wenn man sich verhält, nicht daran vorbeikommt, die Welt zu verändern. Man muss das halt nur als Chance erkennen.
Das klingt doch positiv - Chance erkennen.
Warum aber dann das leider?
Bei der Lektüre deines Thread sieht man, dass das stimmt - leider.
Gruß AJA
Aja,
Texte haben immer ein 'margin of perception'. Man liest etwas aber bei dem Weg durchs Gehirn wird es Be- und gewertet. Für die einen geht daher ein Text in eine Richtung; für andere in eine andere.
So geht es auch mir.
Wenn ein Mann zum Beispiel familienweit als Pädophiler gehandelt wird, ein Staatsanwalt aber anderer Meinung ist (und glaube mir, die verstehen da KEINEN Spass), dann macht mich das nachdenklich.
Wenn ein PC beschlagnahmt und untersucht wird, aber im Endeffekt nicht viel dabei raus kommt, dann frage ich mich natürlich: Warum geht die Polizei in ein Haus und beschlagnahmt einen PC? Und warum finden die dann nix ernsthaftes?
Es gibt nämlich dafür nur 2 Wege. 1. auffälliger Handel (und dann finden die was) oder 2. Denunziantentum.
Dann gibt es einen neuen Mann an deiner Seite, der sich seid 5 Jahren rührend um das Kind kümmert. Und du öffnest dieses Thema. Und da muss ich ehrlich sagen: Für mich soll da jamand entsorgt werden. Sogar über den Tod hinaus.
Jetzt kann man deinen Text lesen und sich denken, dass es dich hart getroffen hat. Ich frage mich aber bei deinem Stil schon, wen es da eigentlich hart getroffen hat.
Ich mag dir das an meinem Beispiel erklären: Meine Ex hat sich auch derbe aufgeführt. Eigentlich macht sie das bis heute. Aber für mich ist die Sache mit ihr relativ emotionslos. Ich handele eigentlich genau in der gleichen Art, wie ich es im Beruf mit meinen Projekten mache. Ich manage die Probleme mit ihr - nicht mehr und nicht weniger.
Ich könnte auch gebetsmühlenartig schreiben: Betrügerin, Entführerin, Lügnerin, Falschdenunziantin, sie setzt das Kind ständig in Situationenm die für mich als erwachsener Mann nicht auszuhalten waren. Sollte ich sie Kinderquälerin nennen?... Nein! Sie ist einfach nur jemand, der zwischen mir und meinem Sohn steht. Und sie ist halt der Betreuungselternteil. Allein schon daher spare ich mir dauerhaft vergrämt zu sein.
Denke über Deine Rolle in dem Spiel nach. Dafür braucht es aber Abstand, den Du nicht hast. Deshalb mache vielleicht einfach weiter so, erwarte aber nicht, dass alle Forianer auf der 'Arme-Aja-Seite' sind. Mich kotszt so ein Schmarrn nämlich an.
Michael
Puh, das sind harte Unterstellungen :puzz:.
Wie die Kripo an das Material kam, muss ich jetzt nicht zum Hunderttausendsten Mal erklären.
ein Staatsanwalt aber anderer Meinung ist (und glaube mir, die verstehen da KEINEN Spass)
Wo der Spass aufhört, weiß ich inzwischen auch. Nämlich dann, wenn einer versucht, damit Geld zu machen. Das war hier nicht der Fall und damit fällt es in die Kategorie Kavaliersdelikt. Ob die Strafe angemessen war oder nicht, möchte ich nicht kommentieren, eine Rehabilitation sehe ich dadurch aber nicht. Die Neigung lässt sich durch eine Geldstrafe egal welcher Höhe oder auch durch eine Gefängnisstrafe nicht wegdiskutieren. Es ist ja nun nicht so, dass einer, der verurteilt wird, automatisch danach ein anderer Mensch ist.
Und da muss ich ehrlich sagen: Für mich soll da jamand entsorgt werden. Sogar über den Tod hinaus.
Würde ich das wollen, hätte ich Gelegenheiten genug gehabt. Und er hätte sich noch nicht einmal dagegen gewehrt. Die Kinder aber wohl und ich würde meinen Kindern niemals ihren Vater nehmen wollen.
Es geht nicht darum, jemanden zu entsorgen, es geht darum, dass es meinen Kindern gut gehen soll.
Ich könnte auch gebetsmühlenartig schreiben: Betrügerin, Entführerin, Lügnerin, Falschdenunziantin, sie setzt das Kind ständig in Situationenm die für mich als erwachsener Mann nicht auszuhalten waren. Sollte ich sie Kinderquälerin nennen?... Nein! Sie ist einfach nur jemand, der zwischen mir und meinem Sohn steht. Und sie ist halt der Betreuungselternteil. Allein schon daher spare ich mir dauerhaft vergrämt zu sein.
Du bist gegangen, weil du es nicht mehr ausgehalten hast und deinen Sohn überlässt du dem gleichen Schicksal? Bis er es auch nicht mehr aushält und gehen muss? Oder wie darf ich das verstehen?
Und sie ist halt der Betreuungselternteil. Allein schon daher spare ich mir dauerhaft vergrämt zu sein.
Schön, wenn du das kannst. Ich kann es nicht. Ich kann meine Kinder nicht sehenden Auges in eine Situation rennen lassen, aus der ich mit mehr als einem blauen Auge heraus gekommen bin. Dabei rede ich jetzt nicht vom Vater sondern von der Schwester, respektive Tante.
Dafür braucht es aber Abstand, den Du nicht hast.
Das stimmt, aber ich bin am dran arbeiten.
Ich manage die Probleme mit ihr - nicht mehr und nicht weniger.
Kannst du das mal näher erklären? Welche Probleme und was bedeutet managen?
Deshalb mache vielleicht einfach weiter so, erwarte aber nicht, dass alle Forianer auf der 'Arme-Aja-Seite' sind.
Ich fühle mich nicht als arme AJA und ich erwarte schon gar nicht, dass alle auf meiner Seite sind. Ich schreibe hier, um Anregungen, wie z. B. auch von dir zu bekommen. Ich habe nichts, aber auch gar nichts davon, wenn mir jemand auf die Schulter klopft, mir bestätigt, dass ich alles richtig mache und mir darüber hinaus noch eine Prise Mitleid schenkt. Das mag im Moment gut tun, bringt aber nicht einen Schritt weiter.
Davon abgesehen und nochmal in aller Deutlichkeit: Es geht in der ganzen Geschichte schon ganz lange nicht mehr um mich - es geht einzig und ausschließlich um die Kinder.
Gruß AJA
Aja,
(Da stellt sich bei mir die Frage, warum Du Details aus der Strafsache kennst, obwohl Du keine Nebenklägerin warst, das aber nur nebenbei.)
Ich will auf deine Fragen antworten.
Nicht aushaltbare Situationen:
Mein Sohn ist sehr häufig bei der Oma mütterlicherseits. Diese Frau ist recht schwere Alkoholikerin, manisch-depressiv und hat sogar ihre eigenen Kinder sediert. ICh bin mal während der Ehe aus dem Ausland zu meiner Frau gerast, weil sie Sylvester bei ihr gefeiert und nicht viel getrunken hatte und meine Frau dann unter sehr speziellen psychischen Zuständen litt. Da war wohl mehr in der Bowle als Sekt und Früchte.
Das Sedieren hat sie wohl auch schon bei den eigenen Kindern im Kleinkindalter gemacht
Wenn ich da war, textete sie mich so zu, dass ich danach erst mal eine Stunde Ruhe brauchte. Und ich bin recht stabil.
So, da ist mein Kurzer nun (die Frau hat aus einer Scheidung recht viel Geld gemacht und meine Ex liebt Geld). Das macht mir Angst, trotzdem kann ich in der Sache wenig machen. Ich hoffe jeden Tag darauf, dass sie im Suff umkommt, aber leider wurde ich noch nicht erhört.
Probleme:
Ich habe auch schon Strafanzeigen hinter mir, Umgangsboykott, feiste Klagen und reichlich Gängeleien. Auch sehe ich, dass von ihrer Seite sehr stark auf meinen Sohn manipuliert wird. Der rennt mit zig Maulkörben rum. Wenn er dann mal hier ist und merkt, dass er nicht, wie zu Hause ausgefragt wird, ist er total verstört. Da muss man kühl bleiben können.
Auch kriege ich ihn immer völlig übermüdet und das scheint wohl in seinem Alltag normal zu sein. Mama zieht halt mit ihm rum, da stört Mittagsschlaf. Sie selbst sagte mir, dass dieser unnötig sei. (In ihrer Ausbildung zur Erzieherin machte sie genau die gegenteilige Erfahrung). Da macht Mann auch nix ausser: Junge schlaf dich erst mal aus. Ich befürchte nur, dass er bald gerne zu Papa kommt, um sich endlich mal wieder auszuschlafen.
Es sind kleine und grosse Sachen. Mal kommt ein Brief von der Staatsanwaltschaft, mal ist der Junge mal wieder völlig durch den Wind.
Managen:
Was macht man in den Fällen?
Nehmen wir z.B. die Anzeige wegen Nötigung und Vergewaltigung. Die habe ich Stück für Stück abgearbeitet. Es gab keine Gegenanzeige, keinen Gegenangriff. Ich habe einfach meinen Allerwertesten gerettet.
Nehmen wir die Aufenthalte bei der Oma oder das Schlafen. Da lege ich die Karten. De facto habe ich keinen Hebel, um das LEben meines Sohnes ausserhalb des Umgangs zu beeinflussen. Also lasse ich es. Natürlich bin ich vorsichtig (kontrolliere z.B.) und sprungbereit, aber erst dann, wenn ich etwas habe, das ich ernsthaft verwursten kann.
Und der Rest muss halt mit Gottvertrauen aufgefüllt werden. Ich bin nicht für alles verantwortlich, ich kann auch nicht alles kontrollieren. Ich kann nur versuchen, sinnvoll das Beste zu machen.
Oder meinen Umgangsunsinn. Da habe ich mal am Anfang das Ziel festgelegt und bin davon keinen Millimeter abgewichen. Diese Woche habe ich eine Einstweilige Anordnung unterschrieben, die ich im Juli geplant habe. Das ist nichts Emotionales, sondern es ist kostenmässig überschaubar und die Sache ist indiskutabel wichtig. Vielleicht kann ich ihr diesesmal sogar ein Lehrgeld zufügen. Nicht, um sie zu ärgern, sondern um sie das nächste Mal über einen Kompromiss nachdenken zu lassen.
Die Frage ist also immer: Welche Stärken, welche Schwächen, welche Chancen, welche Risiken (schau mal unter SWAT-Analyse; das ist das einfachste für 'Anfänger'). Und damit ziehe ich bisher alles durch.
Dabei ist mir aber immer klar, dass meine Mittel begrenzt sind (lies dir mal deinen Niehbur-Tag durch) und dass ich meinen Sohn auch nicht vor der Welt bewahren kann - so schlecht sie auch ist. Und vor seiner Mutter muss ich ihn nicht bewahren; sie ist genetisch und soziolektisch ein Teil von ihm und damit wird er klar kommen müssen.
Michael
