Hallo,
zunächst mal ein dickes Lob - ein echt super Forum hier :thumbup:
Nun zu meinem Problem:
Mein Lebensgefährte hat ein uneheliches Kind aus einer früheren Beziehung. Der Umgang läuft nur unter grossen Schwierigkeiten, so dass wir uns schon mehrmals überlegt haben, den Umgang vom Familiengericht regeln zu lassen.
Wir waren auch schon mal drauf und dran, hatten einen Rechtsanwalt beauftragt, uns Termine ausgedacht, etc.
Nur leider hat der Rechtsanwalt schlicht und einfach nichts getan - und das über ein halbes Jahr - und war auch so gut wie nie erreichbar.
Schliesslich hat mein Freund entnervt aufgegeben und dem Rechtsanwalt gekündigt.
Bevor wir nun einen neuen Anlauf mit einem anderen Rechtsanwalt starten, würde mich interessieren welche Erfahrungen andere mit der "Bearbeitungsdauer" und der "Erreichbarkeit" sprich dem "Service" bei Rechtsanwälten in Umgangsrechtsfragen haben.
Vielleicht hat auch jemand einen Tipp für uns, wie man verhindern kann, wieder an einen untätigen Rechtsanwalt zu geraten.
Ich muss noch erwähnen, dass das Kind sehr weit entfernt lebt, der Gerichtsort folglich auch sehr weit entfernt ist, so dass ein persönliches Vorbeikommen beim Rechtsanwalt eher selten zu bewerkstelligen sein wird.
Danke schonmal für alles was hilfreich ist.
Sarandra
Hallo,
also bevor Ihr gerichtliche Schritte einleitet solltet Ihr versuchen eine gütliche Einigung zu erzielen.
Sollte das nicht funktionieren, so solltet Ihr das zuständige JA um Vermittlung bitten.
Erst wenn Ihr diese Schritte vollzogen habt, ist der Gang zum Gericht sinnvoll. Wenn der zuständige RA nichts unternimmt so müßt Ihr wohl oder Übel wechseln.
Die Rechnung würde ich jedenfalls nicht bezahlen. Evtl. kann man dem RA noch bei der zuständigen Anwaltskammer melden.
Mfg
papi74
Der Morgen ist immer klüger als der Abend.
Servus Sarandra!
Ich muss noch erwähnen, dass das Kind sehr weit entfernt lebt, der Gerichtsort folglich auch sehr weit entfernt ist, so dass ein persönliches Vorbeikommen beim Rechtsanwalt eher selten zu bewerkstelligen sein wird.
Im heutigen Zeitalter stellt das eigentlich kein Problem dar:
sucht Euch einen dort ansässigen Anwalt, ein Kennelerngespräch mit Besprechung des Anliegens und alles weitere per Telefon, Mail oder Fax. Damit wäre das Entfernungsproblem gelöst...
Grüße ausm Süden
Marco
P.S.
Vorher aber die zwei Schritte von papi74 beachten!
Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
________________________________________
Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!
Hi Sarandra,
ich hänge mich mal bei Marco mit eigener Erfahrung an.
Wir haben einen RA, der uns schon seit längerem in Mietrechtsangelegenheiten vertritt, den habe ich in all den Jahren nur 2x gesehen, die restliche Kommunikation klappt problemlos per Mail und Telefon. (Und das, obwohl wir in derselben Stadt leben... :redhead: )
Was ich beim RA meines LG allerdings festgestellt habe: man muss ihm schon genau sagen, was man erwartet. Vorsichtiges Geeier in Richtung "man sollte evtl." "wäre das nicht vielleicht" haben da regelmäßig zu wenig Aktion des RA geführt. Inzwischen klappt es... 😉
Telefonisch nicht erreichbar sein geht allerdings gar nicht!
VG WH
Hi Sarandra,
auch von mir. Mein RA und ich haben meistens über E-Mail oder Telefon kommuniziert.
Im Computer Zeitalter ist das auch sehr von Vorteil. Dokumente eingescannt und los gehts. Spart Zeit und Geld.
...und du hast alles schriftlich.... als Gedankenstütze.... oder als Aktennotiz.....
Wenn Du eh einen neuen Anwalt suchst , kannst du diese Dinge im Vorfeld gleich klären.
Gruss
Agent
Mantra:
NEIN, NICHT nächste Woche. Heute noch oder morgen. Und schreib jetzt nix vom Anwalt (...), sondern heb Deinen Hintern samt Eiern hoch und werde aktiv.
Zitat Brille007, 22. August 2008, 22:44:25
@82Marco
Ich bin auch davon ausgegangen, dass heutzutage eine Kommunikation über E-Mail und Telefon durchaus ausreicht. Mein Vater hat allerdings letztens die Erfahrung gemacht, dass ein Rechtsanwalt erst reagiert, wenn man in der Kanzlei steht.
Ist natürlich alles andere als tolerierbar.
@Wolkenhimmel
Wir haben dem RA sehr deutlich und mehrmals gesagt, was wir von ihm wollen. Haben alle notwendigen Unterlagen zusammengestellt und geschickt. Hat alles nichts geholfen.
Wenn Du eh einen neuen Anwalt suchst , kannst du diese Dinge im Vorfeld gleich klären.
Du meinst im Vorfeld Dinge festlegen wie "Reaktionszeit auf Anrufe und E-Mails max. ein Tag" ?
Oder "Antrag beim Familiengericht muss in 2 Wochen raus sein" ?
Wäre schon mal eine Vorbeugungsmaßnahme. Ob sich der RA dann dran hält ist natürlich die andere Sache.
Ich dachte auch erst, wir haben mit dem RA einfach einen "Griff ins Klo" getan. Bis letztens mein Vater ganz ähnliche Probleme mit seinem RA hatte. Da habe ich mich schon gefragt ob die alle so sind.
So wie es aussieht müssen wir halt doch wieder einen Sprung ins kalte Wasser wagen.
Wäre ja nicht so schlimm, wenn es nicht jedesmal soviel Nerven kosten würde.
Grüsse
Sarandra
Hi, also jetzt mal ganz bl... reingeworfen, bei hilfevereinen die einen betreuten Umgang machen kann man sich auch über RA informieren, oder auch beim JA. Was auch häufig gut ist eine ganze Kanzlei, also wo mehrere Anwälte für mehrere Bereiche anwesend sind.
Ist nur meine Erfahrung. 🙂
MfG Dibaa
Ich glaube auch das es ein "griff ins Klo" war.
Ich lebe im Aussland und sehe meine Rain nur zu den Gerichtsterminen. Ich schreibe Mails oder telefoniere mit ihr und bis jetzt kann ich mich nicht beklagen. Damit wollte ich dir nur Hoffnung machen das nicht alle RA's so sind wie der letzte!
Good luck
Kidless
Love is stronger than hate !!!
Moin,
hier noch mal ein positives Beispiel …
Meine RAin hat ihre Kanzlei in 120 km Entfernung. Der Gerichtsstand ist von mir 250km und von ihr knapp 300km entfernt. Das persönliche Erstgespräch hat bei mir stattgefunden (sie hatte zuvor einen Termin in Nähe). Ich sehe sie jetzt nur noch bei Gerichtsterminen.
Die Kommunikation läuft über Telefon, Email und Fax bestens. Auf Emails habe ich auch schon mal Sonntags Feedback erhalten. Erst heute z.B. hat sie mir mitgeteilt Anfang April für 2 Wochen in den USA zu sein, ich könne ihr aber bei Bedarf eine Email schreiben und sie würde sich dann kümmern.
Gruß durodon
Ich glaube auch das es ein "griff ins Klo" war.
Ich lebe im Aussland und sehe meine Rain nur zu den Gerichtsterminen. Ich schreibe Mails oder telefoniere mit ihr und bis jetzt kann ich mich nicht beklagen. Damit wollte ich dir nur Hoffnung machen das nicht alle RA's so sind wie der letzte!Good luck
Kidless
Danke, das macht mir Mut.
Eine Frage noch: Ist deine RAin in einer grösseren oder kleineren Kanzlei oder ganz alleine ihre eigene Kanzlei?
Moin,
hier noch mal ein positives Beispiel …
Meine RAin hat ihre Kanzlei in 120 km Entfernung. Der Gerichtsstand ist von mir 250km und von ihr knapp 300km entfernt. Das persönliche Erstgespräch hat bei mir stattgefunden (sie hatte zuvor einen Termin in Nähe). Ich sehe sie jetzt nur noch bei Gerichtsterminen.
Die Kommunikation läuft über Telefon, Email und Fax bestens. Auf Emails habe ich auch schon mal Sonntags Feedback erhalten. Erst heute z.B. hat sie mir mitgeteilt Anfang April für 2 Wochen in den USA zu sein, ich könne ihr aber bei Bedarf eine Email schreiben und sie würde sich dann kümmern.
Gruß durodon
Danke auch für diesen Hoffnungsschimmer.
Gleiche Frage wie an kidless: Ist deine RAin in einer grösseren oder kleineren Kanzlei oder ganz alleine ihre eigene Kanzlei?
Hallo Sarandra,
Meine RAin ist in eine größeren Anwalts Kanzlei, genaugenommen steht in deren Signature "Partnerschaftsgesellschaft".
Und "internationalen Vereinigung unabhängiger Kanzleien von Rechtsanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern".
Gruß
Kidless
Love is stronger than hate !!!
Hallo Sarandra,
Bei meiner RAin verhält es sich anders. Die Kanzlei besteht aus ihr, einem Kollegen (mit anderen juristischen Schwerpunkten) und einer Sekretärin.
Gruß durodon
*edit* Tippfehler korrigiert
Hallo Sarandra,
rein gefühlsmäßig würde ich eher zu einer Einzelkanzlei neigen.
Umgangssachen sind selten lukrativ und die Freiheit nehmen, sich trotzdem für den Fall zu engagieren, kann ein Angestellter RA nicht. Der bekäme sofort Ärger mit seinem Chef, der natürlich auf die Bilanzen achten muss.
Wenn überhaupt, wird sich nur ein engagierter Einzelkämpfer für sowas aus dem Fenster hängen.
Und auch wenn ich keinen grundsätzlichen Qualitätsunterschied zwischen RA und RAin sehe, würde ich bei Umgangssachen tendenziell eher zu einer RAin neigen.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Hallo Sarandra,
rein gefühlsmäßig würde ich eher zu einer Einzelkanzlei neigen.Umgangssachen sind selten lukrativ und die Freiheit nehmen, sich trotzdem für den Fall zu engagieren, kann ein Angestellter RA nicht. Der bekäme sofort Ärger mit seinem Chef, der natürlich auf die Bilanzen achten muss.
Wenn überhaupt, wird sich nur ein engagierter Einzelkämpfer für sowas aus dem Fenster hängen.
Und auch wenn ich keinen grundsätzlichen Qualitätsunterschied zwischen RA und RAin sehe, würde ich bei Umgangssachen tendenziell eher zu einer RAin neigen.Gruss Beppo
Danke für die Info.
Meine beiden "Negativbeispiele" waren beides RAinnen (hab ich im Eingangsposting nicht deutlich gemacht.).
Wieso glaubst du dass eine RAin tendenziell besser ist? Weil die Familienrichter auch oft weiblich sind?
Wieso glaubst du dass eine RAin tendenziell besser ist? Weil die Familienrichter auch oft weiblich sind?
Nein. Die Qualität der Juristen ist in keinster Weise geschlechtsspezifisch. Weder Fähigkeit, noch Überparteilichkeit, noch Fleiß.
Ich meinte auch nicht besser, sondern lediglich in Umgangsfragen evtl. etwas besser geeignet, weil es eben eher ein emotionales Thema ist, welches eine RAin, subjektiv oder objektiv evtl, etwas besser rüber bringen kann.
Das ist aber bestenfalls eine leichte Tendenz und gilt nur, wenn man sonst keine Anzeichen hat und ist keinesfalls eine Garantie.
Genauso wie ich Schwarzhaarige eher in Italien suchen würde und Blonde eher in Schweden. Auch wenn es das auch andersrum gibt.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
