Wunsch auf Umgang i...
 
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Wunsch auf Umgang ist Stalking

 
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

ok, ok, die Überschrift habe ich sinnverdeutlichend gewählt - lest selbst:


Wenn Liebe zum Zwang wird

Von Johannes Heeg

Verden. Wer anderen Menschen nachstellt, sie belästigt oder bedroht, wird auch in Deutschland mit dem englischen Begriff 'Stalker' bezeichnet. Weil Stalker auch im Landkreis Verden ein Problem sind, haben das Verdener Frauenhaus, die Verdener Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt (BISS) sowie der Landespräventionsrat Niedersachsen eine Tagung dazu veranstaltet.

...

'Uns schweben mehrere Arbeitsgruppen vor', so die BISS-Mitarbeiterin Gudrun Dehmel. Da das Umgangsrecht mit den Kindern oft ein Einfallstor für Stalker darstelle, könnte sich eine Gruppe um dieses Thema kümmern. Wichtig seien auch Angebote für Opfer, von Fachleuten angeleitete Selbsthilfegruppen und Arbeit mit den Tätern. 'Viele Frauen wünschen bei der Beratung, dass den Männern geholfen wird', so Dehmel. 'Eine Erkenntnis aus der Tagung ist, dass alle Stellen, die sich um Stalking kümmern, vernetzt sein müssen, um wirklich effektiv helfen zu können.'

>Lesen<


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

Zitat
Themenstarter Geschrieben : 01.10.2009 11:42
(@bronze)
Registriert

Moin,
"sinnverdeutlichend" ist eine euphemistische Untertreibung, Deep. Wozu die Bescheidenheit, "hellseherisch" trifft es. Auch die Nachverfolgung des Stalkingvorwurfs geht mit einer faktischen Beweislastumkehr einher. Eine weitere feine, kleine Riegelstellung für Umgangsverweigerinnen. Jetzt werden die taktischen Regeln dazu erarbeitet. Es juckt mich ja gewaltig, in der besagten AG aufzukreuzen. Leider weit weg.

Grüße
Till


Kriegt nichts! Hat nur seine verfluchte Schuldigkeit getan!
(Friedrich der Große 1712 - 1786)

AntwortZitat
Geschrieben : 01.10.2009 12:16
 Uli
(@Uli)

"sinnverdeutlichend" ist eine euphemistische Untertreibung, Deep. Wozu die Bescheidenheit, "hellseherisch" trifft es.

Solche Artikel müssen von unserer Seite her mit Kommentaren versorgt werden, um der Leserschaft draussen klazumachen, dass es hier im Wesentlichen darum geht, neue Hürden gegen die geregelte Vater/Kind-Beziehung aufzubauen!


AntwortZitat
Geschrieben : 01.10.2009 13:22
(@Joanna)

Ich denke nicht, dass in besagtem Artikel per se "Umgang = Stalking" behauptet wird.

Es gibt solche und solche. Die Elternteile, denen es nur um den Umgang mit dem Kind geht - und eben die Elternteile, die den Umgang vorrangig dazu nutzen, dem Expartner nochmal ordentlich auf die Pelle zu rutschen.

Die Wortwahl ist in dem Artikel sicherlich nicht gerade günstig gewählt - aber es ist auch keine Pauschale Abwatschung für sämtliche Umgangsberechtigte.

Letztlich kann man den Artikel auf verschiedene Arten interpretieren. Ich denke aber, dass der Grundtenor ein anderer ist.

Viele liebe Grüsse
Joanna


AntwortZitat
Geschrieben : 02.10.2009 14:18
 Uli
(@Uli)

Es gibt solche und solche. Die Elternteile, denen es nur um den Umgang mit dem Kind geht - und eben die Elternteile, die den Umgang vorrangig dazu nutzen, dem Expartner nochmal ordentlich auf die Pelle zu rutschen.

Was schätzt Du denn, wie groß der Anteil der Väter sein mag, die so pervers veranlagt sind, ihre Kinder dazu zu benutzen, ihre Exen zu quälen. Ich denke mal, er dürfte verschwindend gering sein, gemessen an der Zahl der umgangsboykottierten Väter. Wenn man das in diesem kurzen Artikel überhaupt thematisiert, dann wird auch ein Zeweck verfolgt.

Ich glaube, dass eine Vielzahl der sich von Stalking im Zusammenhang mit Umgang bedroht fühlenden Frauen einen falschen Blick auf das Problem haben. Sie glauben, ihre Kids vor den "schlimmen" Vätern (warum auch immer) schützen zu müssen. Wenn die Väter sich dann wehren, 1000x mal anrufen müssen, um nur einen einzigen Termin abstimmen zu können, dann wird das als Belästigung empfunden. Ich habe das selber durch!

LG, Uli


AntwortZitat
Geschrieben : 02.10.2009 15:04
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Nein, aber es steht drin, dass der Wunsch nach Umgang ein Einfallstor für Stalking sein kann und impliziert somit, dass dieser Möglichkeit umgehend ein Riegel vorgeschoben werden sollte.

Das bedeutet in der Konsequenz: Mütter sind vor den Belästigungen durch Umgangssuchende Väter wirksamer zu schützen.

Was das für Konsequenzen hat, ist aus dem Missbrauch mit dem Missbrauch hinlänglich bekannt und Bestandteil zahlreicher Scheidungsratgeber.
Und bevor dieses scharfe Schwert durch übereifrige Nutzung stumpf zu werden droht, muss eben ein neues her.

Gruss Beppo


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 02.10.2009 15:05
(@bronze)
Registriert

Moin,
es geht auch weniger um den Artikel als viel mehr um das, was die Frauenaufgeregten aus Verden da ganz vorhersehbar verzapfen werden. Am Ende dieser offiziell einberufenene gurkenteesaufenden Diskussionsrunde steht ein, im unschuldigsten Gender-Opferlamm-Deckmäntelchen daherkommender, Ratgeber an FRAUEN, aus dem auch die synaptisch spärlichst ausgestattetste Blondine dieser Republik mit maskarakullergroßen Augen den messerscharfen Umkehrschluss ziehen kann, wie sie sich und vor allem ihr Kind den nervtötenden Annäherunsgversuchen eines lästigen Erzeugers entziehen kann.

Ich nehme das Ergebnis mal vorweg. Da steht dann ungefähr, dass Frauen die so arg verfolgt werden, dass § 238 StGB greift, nach § 112 a StPO erstmal Ruhe in die Sache und Luft zum Atmen kriegen können. Das ist gut und fein.

Liest sich im Fall fortgesetzter hartnäckiger, männlicher Weigerung gegen das Akzeptieren einer Umgangs*hüstel*einschränkung dann aber auch so:
Dichten sie die verzweifelten Versuche des KV den Kontakt mit seinem, in ihrem Haushalt weilenden, Kinde herzustellen in einen Tatbestand nach § 238 (1) 2 StGB um (komm schon Blondi, ist nicht schwer - nur öfter nicht ans Tele gehen wenn Pappi anruft, und dann die Anrufliste aus der Fritzbox ausdrucken, ganz aufgelöst damit zum Doktor....vorher bisschen Seife fressen, 3 Liter Bohnenkaffee) und schon, unter vermittelnder Hilfe der Helferinnenindustrie, attestieren wir schwerste psychosomatische Symtome, wie Kopfschmerz, Schlaflosigkeit, Abmagerung, Herzrasen und psychotische Schübe (das ist nicht soooo schwierig, wiegt aber schwer). Da haben wir dann auch schon den Absatz 2 aus dem 238er erfüllt und jetzt drohen wir mit § 112a StPO. Erledigt.

Ist extrem konstruiert, ich weiß. Aber kein Versuch ist denen zu dämlich, und die Anleitungen zu solchen Versuchen flottieren ja nun mal quasi hinter geschlossenen Türen, weil sich das "Beratungs"angebot, ein Blick auf die Hompage verräts, explizit an eine Zielgruppe richtet. So werden Erfahrungswerte geschlechterwertig weitergegeben und mit geschlechterasymetrischer Waffenverteilung gefochten.

Gruß
Till


Kriegt nichts! Hat nur seine verfluchte Schuldigkeit getan!
(Friedrich der Große 1712 - 1786)

AntwortZitat
Geschrieben : 02.10.2009 15:36
(@Joanna)

Was schätzt Du denn, wie groß der Anteil der Väter sein mag, die so pervers veranlagt sind, ihre Kinder dazu zu benutzen, ihre Exen zu quälen. Ich denke mal, er dürfte verschwindend gering sein, gemessen an der Zahl der umgangsboykottierten Väter.

Da vergleicht man aber Äpfel mit Birnen.
Stalkingtäter muss nicht zwingend umgangsboykottierter Vater sein - und umgekehrt.

Klar - ich streite nicht ab, dass jemand, der Jahre im Frauenhaus arbeitet, eine andere (negativere) Sicht auf die Dinge seitens der Väter hat und sicherlich in vielen Fällen die Mäuse husten hört.

Aber es gibt eben durchaus die perversen Väter, die ihre Kinder benutzen (sei es, um der Ex eins reinzuwürgen, oder um an die Ex ranzukommen und ihr kein ordentliches Leben mehr zu gönnen ausserhalb ihrer (Liebes)Reichweite.
Und auch solche "Randgruppen"/"Randopfer" haben durchaus das Recht, dass ihr Anliegen thematisiert wird.

Klar, der Satz mit dem Umgang ist wirklich mehr als nur unglücklich getroffen - und ich denke, dass er von jemandem kommt, der in jedem Schatten eine Bedrohnung sieht.

Aber verallgemeinern würde ich den Artikel weder in die eine noch in die andere Richtung.
Es ist eben doch von Fall zu Fall unterschiedlich.

Ich meine - selbst wenn man die Foren vergleich - hier das Vaterforum, dort ein Frauenforum. Jeder schreibt seine Sicht der Dinge darnieder - verständlich, dass jeder für sich das Recht der Wahrheit pachtet. Interessant wird es erst, wenn man beide Seiten hört/lies - und wenn sich beide Seiten gegenseitig der Lüge bezichtigen.

Es ist eben - wie in allen anderen Dingen des Lebens auch: Wo zwei aufeinander Treffen gibts, zwei Versionen.
Da mag das Stalkingopfer gar kein richtiges sein - aber es gibt sie eben doch, die richtigen Stalkingopfer, die leiden unter den Tätern. Und die gilt es doch, zu schützen. Nicht pauschal alle Single-Mamas und nicht pauschal gegen alle umgangsberechtigten Väter. Sondern individuell.

Ja ich weiss - nette ansichten - schwer bis gar nicht durchführbar. Weils halt immer noch Leute gibt, die sich für die andere Seite so gar nicht interessieren und sie sich auch nicht anhören. Da haben dann Stalking-opfer + entsorgter Papi doch einiges Gemeinsam: Ab einem gewissen Punkt, keine Chance mehr.

Liebe Grüsse
Joanna


AntwortZitat
Geschrieben : 02.10.2009 15:45
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Joanna,

Stalkingtäter muss nicht zwingend umgangsboykottierter Vater sein - und umgekehrt.

das sagt ja auch keiner.

Es gibt sicher noch Tausende andere Arten von Unrecht auf dieser Welt, nur wir haben uns eben auf dieses konzentriert.

Auch wenn es durchaus Fälle von echtem Stalking gibt wehren wir uns hier eben gegen den Missbrauch dieses Begriffs.

Und sicher gibt es eine Menge Leute die unter echter Gewalt leiden. Männer, Frauen und Kinder.
Keine Frage, dass man dagegen vorgehen muss.

Wir wenden uns nur dagegen, dass von Politik und Medien so getan wird, als wären die Täter grundsätzlich männlich und die Opfer grundsätzlich weiblich.

Und dass eine Frau die Umkehr der Beweislast ganz einfach für sich ausnutzen kann um den Vater aus dem eigenen Haus zu werfen. Egal ob der Vorwurf stimmt oder nicht.
Das ist auch dann falsch, wenn es durchaus auch vorkommt, dass Männer ihr Hand gegen Frauen erheben.

Egal ob es mehr tatsächliche Gewalttaten oder mehr vorgetäuschte gibt.
Die Existenz des einen rechtfertigt nicht das andere.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 02.10.2009 16:05
(@Joanna)

Wir wenden uns nur dagegen, dass von Politik und Medien so getan wird, als wären die Täter grundsätzlich männlich und die Opfer grundsätzlich weiblich.

Naja - die Basis des Artikels bildet ein Frauenhaus .... da ist es wahrscheinlich schwierig, aus dem vorhandenen Klientel weibliche Täterinnen zu suchen (auch wenn es sie dort gibt)
Letztlich ist euer Standpunkt verständlich - allerdings halte ich ihn - wie auch diesen Artikel - als "zu sehr über den Kamm scherend".

Was der Artikel pauschal behauptet, wird hier Pauschal gegenbehauptet.
Wo der Schreiber des Artikels behauptet, dass Umgangsrecht = Tor zum Stalking ist, wird eben hier Behauptet, dass "Wunsch auf Umgang = Stalking" ist.

Wie gesagt ... diese Pauschalität ....

Liebe Grüsse
Joanna


AntwortZitat
Geschrieben : 02.10.2009 21:18




(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi Joanna

Was der Artikel pauschal behauptet, wird hier Pauschal gegenbehauptet.
Wo der Schreiber des Artikels behauptet, dass Umgangsrecht = Tor zum Stalking ist, wird eben hier Behauptet, dass "Wunsch auf Umgang = Stalking" ist.

Vielleicht hängt es auch davon ab, was man in das Wort "Wunsch" hinein interpretiert. Lediglich auf der Couch am warmen Ofen sitzen und sich was innerlich zu wünschen ist natürlich nicht gemeint. So'n paar mehr Blumen drum herum mit ein bischen Grünzeug geschmückt kommt der Sache dann schon näher.

Und wenn es nur ein Richtig oder ein Falsch gibt ist eine Agrumentation zum Thema pauschal m.E. obsolet.

Gruss oldie


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 02.10.2009 23:37