:google: findet etwas Wissenschaftliches zum Thema "Vatersein":
Wenn der Vater fehlt (Promotion Dr. phil. Jochen Lendle Uni Kassel 2010)
Kinder lernen das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten durch die Fürsorge der Eltern. Hier kommt den Vätern eine besondere Aufgabe zu. Die Beziehung zur Mutter besteht normalerweise von Geburt an. Sie ist in der Regelvorhanden und muss nicht hinterfragt werden. Ihre Festigkeit wird getestet und die Erkenntnisse der Bindungstheorie geben hier eine Vorstellung der Dynamik. Väter bieten eine Beziehung an, welche auf einer deutlich mehr erworbenen Art des Vertrauens beruht. Väter fordern die Kinder mehr auf, etwas zu versuchen und den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Dieses Vorgehen unterscheidet sich von dem der Mütter und erweitert die Kenntnisse der Kinder um die inneren Vorgänge anderer Personen.
(JL 2010, S. 132, Absatz 2)
Dieses Resumé von Lendle ist meiner ganz perspnlichen Meinung nach so trivial, wie "Wasser ist nass" oder "Im Winter ist es kalt."
Dennoch scheint es in unserem Land in sog. "Fachkreisen" eine weitverbreitete Blindheit für die Ko-Inzidenz von "schwierigen" Kindern und "abwesenden" Vätern zu geben. Diesen blinden Fleck leuchtet Lendle wissenschaftlich fundiert und sauber aus, finde ich. Diese Studie halte ich für wertvolle Lektüre für Gerichtgutachter, Anwälte und Richter, finde ich. Da diese studierten Herrschaften ja leider triviale Äußerungen von Menschen ohne Dr.-Titel nicht ernst nehmen.
Väter sind wichtig für die kindliche Entwicklung.
Intuitiv kann das jeder gesunde Erwachsene wissen. Gesunde Kinder wissen das sowieso. Wissenschaftlich belegt wird es selten. Bislang nur im angelsächsichen Sprachraum. Seit 2009/2010 nun auch von einem deutschen Wissenschaftler beschrieben. Kann vielleicht dem einen oder anderen hier nützen.
Schönes Wochenende 🙂 Biggi
Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
