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spiegel.de: "Die Monster anderer Eltern"

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(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hi polly,

ok, du hast inzwischen jede Menge Erfahrung und wirst, anch erfolgten Entgleisen keinem deiner Kinder jemals wieder einen Klaps, Schlag oder ein lautes Wort geben. Wenn du das schaffst dann ist das sicher gut und schön für dich und deine Kinder. So gut ist nun mal nicht jeder und nicht jeder hat diese Einstellung.

Jeder muß für sich und seine Kinder den richtigen Weg finden. Und da sind unsere sicher unerschiedlich, wir sind andere Menschen und unsere Kidnersind sicher auch sehr unterschiedlich. Ich bin mir aber relativ sicher, das du mit einem Kind wie meinem (vermindertes Schmerzempfinden, mangelnde Impulskontrolle und verzögerter Wahrnehmung der Gefühle und "zustände" anderer), auch anders umgehen würdest, als mit einem völlig gesunden. Da sind manche Dinge eben anders. Übrigens auch mit seiner Ärztin und Thertapeutin abgesprochen. Du kannst gerne mit einem Kind, das dir, weil es sich nicht unter Kontrolle hat, die Leiter vom Hochbett entgegenwirft diskutieren, ich werde in so einer Situation anch wie vor mir das Kind schnappen, auf Bett verfrachten und zur Not dort für ne halbe Stunde festhalten.

Zu LBM Aussage: Ich hab darüber nachgedacht. Ich glaube es gäbe ein paar Sätze oder Aktionen bei denen auch ich einem fremden Kind so nen Satz um die Ohren "hauen" würde, aber nicht weil ich mein Kind schlage, sondern weil mein Kind so einen Satz gar nciht erst sagen würde, weil es weiß, das es damit eine Grenze überschreitet.

Und zu billes Aussage: Auch da habe ich nachgedacht. Meine Eltern haben mri erzählt, das ich mir einige mal auch mal eine gefangen habe. Ich kann mich an kein einziges mal erinnern. Aber an was ich mich erinnern kann waren andere Dinge, die in den Augen anderer sicher völlig harmlose "Bestrafungen" waren, die mich aber tiefst verletzt haben und die heute noch nicht vergeßen sind. Von daher kann nichtkörperliche Bestrafung wohl auch tiefe narben in der Seele verursachen


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 20:34
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Ach Polly,

So empört? Und dann kommt natürlich der Altherrenvorwurf des Gutmenschentums!

keineswegs empört; nur ein entschiedener Gegner von Scheuklappen und Denkverboten. Was den "alten Herrn" angeht: Der hat das Thema Kindererziehung seit Jahren hinter sich; das Ergebnis kann sich sehen lassen (auch wenn ich sicher bin, dabei in 20 Jahren zahlreiche Fehler gemacht zu haben). Und für die uns umzingelnden "Gutmenschen" hat ein französischer Philosoph schon vor vielen Jahren eine treffende Deutung gefunden: Das sind Menschen, die etwas gut finden (und dasselbe von anderen verlangen), solange es sie selbst nichts kostet...

Du bist es doch der nun seit mehreren  Postings postuliert, was wohl aus all den Kindern wird, die nicht in den Genuss von Grenzen setzen durch Klapsen gekommen sind.

das entspringt ausschliesslich Deiner blühenden Phantasie, in der es nur schwarz und weiss zu geben scheint. Wenn Du richtig (!) gelesen hättest und sachlich diskutieren wolltest:

Ich bin bei meinen Kindern in 99,9 Prozent aller Fälle auch ohne Klapse ausgekommen - aber in 0,1 Prozent eben nicht.

Aber genau an dieser sachlichen Diskussion scheint Dir nicht gelegen zu sein; deshalb verallgemeinerst Du blind nach dem Motto "eine starke Behauptung ist besser als ein schwacher Beweis."

Else Kling (Gott hab' sie selig) hätte gesagt: Wenn's schee macht..."

Just my 2 cents
Martin
(der Dich gerne in 10 oder 15 Jahren noch einmal nach Deinen "antiautoritären Erfahrungen" fragt)


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 01.05.2011 20:42
(@webspider)
Zeigt sich öfters Registriert

auch noch ein kleiner Beitrag zu ---Ein kleiner Klaps schadet nicht - oder?

http://www.familie-und-tipps.de/Kinder/Erziehung/Klaps.html

auch der dunkelblaue link gehorchen

der text spiegelt zeitweise in kompakter Form die Posts wieder


AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 20:48
(@polly)

Schade, dass hier anscheinend keine sachliche Diskussion möglich ist.

Erst muss ich mir hier lang und breit anhören, dass ja wohl meine mangelnde Erfahrung meine Einstellung geprägt hat, nun wird meine Einstellung geprägt durch meine Erfahrung mit zwei eigenen Kindern und einem Umgangskind ins Lächerliche gezogen.

Ich habe bereits geschrieben, dass auch mir schon die Hand ausgerutscht ist, also verstehe ich Deine Argumentation jetzt gar nicht. ich verstehe auch nicht, warum Du erst meine Meinung zu einem konkreten Beispiel wissen willst, sogar noch einmal nachhakst. Selber scheust Du Dich aber davor auf Fragen einzugehen und kommst wieder mit einem neuen Punkt an.
Leider hast Du auch die Frage nach dem Sinn von Klapsen, wenn es noch nicht mal weh tut beantwortet.

Sorry, aber so hat eine Diskussion keinen Sinn für mich, das sind für mich zu viele Brüche. Dieses ständige Abgrenzen zu verbalen oder anderen Misshandlungen, als wenn ich die gutheißen würde.

Es tut mir leid, wenn Dein Kind da sehr anstrengend ist und ich würde auf keinen Fall ausschließen, dass mir da nicht auch die Hand ausrutscht.
Trotzdem würde ich mich nicht in einem Forum über Menschen, die es ohne Klapsen versuchen so aufregen und ihnen absprechen einen fundierte Meinung zu haben, die nicht zu verwahrlosten Kindern führt.

Das ist es einfach was mich hier ärgert.

Grüße
Polly


AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 20:50
(@polly)

Ach Brille

"(der Dich gerne in 10 oder 15 Jahren noch einmal nach Deinen "antiautoritären Erfahrungen" fragt)"

Du gibst doch vor so ein gebildeter Mensch zu sein. Da solltest Du doch wissen, dass zwischen Schlagen und antiautoritärer Erziehung ein ganz weites Feld liegt. Das Thema hat man doch sicher zu deiner aktiven Zeit genügend diskutiert, summerhill und so...

Ich finde es ja sehr lustig, was Du hier alles reininterpretierst, gerade der Punkt mit dem Gutmenschen. ich würde ja gerne ein Zitat von mir sehen, das die genannte Definition belegt. Besonders der Punkt "...wenn es nichts kostet". Also ist es für mich weniger wertvoll, wie ich meine Kinder erziehe als für andere hier im Forum? Ganz ehrlich, ich verstehe den Zusammenhang nicht.

Wie gesagt, Polemik, doch warum eigentlich?

Was ist dein Problem mit jemanden der sagt, dass er seine Kinder weder klapsen noch schlagen will?

Habe ich hier persönlich gegen jemanden argumentiert, alte Postings zu der persönlichen Situation von irgendjemanden hier ausgegraben? Habe ich Prognosen abgegeben, wie sich Eure Kinder entwickeln werden? Habe ich mich erhoben über andere und gesagt, dass mir ein Klaps nie wieder geschehen könnte?

Nichts davon habe ich getan.

Ich habe nur gesagt, dass ich keine zweijährigen klapse, weil sie nicht ordentlich essen. Ich habe gesagt, dass es mir furchtbar leid tut, wenn mir die Hand ausgerutscht ist und das nicht abgetan mit den Worten "Heute ist heute!"

Ich verstehe nicht, warum Dich da so in Rage bringt.

Vielleicht denkst Du da mal drüber nach!


AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 21:19
(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hi,

ich sagte doch schön, wenn du ohne Klapse auskommst.

Der Sinn des Klapses ist sicher nicht Schmerzen zuzufügen, sondern die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, das nun eine Grenze überschritten ist. Ich zeige meinen Kindern die Grenzen durchaus mit "nein", "bis hierher und nicht weiter", aber auch mal mit ins Zimmer schicken, auch lauten Worten und auch mal mit einem festhalten und einem "du wirst mir jetzt erstmal zuhören".

Aber keines meiner Kinder wird unkommentiert eine Grenze überschreiten. Sie dürfen sie austesten, sie dürfen sie überschreiten, aber sie bekommen auch deutlich gesagt, wenn sie zu weit gehen. Die Art und Weise ist aber bei jedem Kind anders und auch je nach Alter anders. Sicher diskutiere ich mit meiner älteren Tochter anders und öfter, während ich, als sie jünger war auch Dinge ohne Diskussion verboten habe.

Ich spreche dir nicht ab ,das du inzwischen jede Menge Erfahrung hast, diese ist aber auch wohl durch die Zeit entstanden und wird sich sicher von dem, was du dir "erfahrungslos" mal vorgenommen hast unterscheiden.

Ich hab auch nie unterschieden zwischen verbaler und tätlicher Gewalt. Beides ist schlimm. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, verbale Bestrafungen oft weitreichendere Folgen haben, als tätliche. Aber ich bin trotzdem überzeugt, das eine Erziheung ohne Konsequenzen und eben dann auch Strafe nicht möglich ist. Ich kann nicht alles ausdiskutieren, auf Fehlverhalten folgt in allen Bereichen eine Konsequenz. Warum darf das bei Kindern nicht sein? Sollen sie in Watte gepackt aufwachsen und dann in der harten Realität auf die Nase fallen? Denn überall werden wir doch damit konfrontiert, das unser Fehlverhalten unangenehme Konsequenzen hervorruft.
Pöbel ich in der Arbeit meien Kollegen und den Chef an, wird dieser sicher nach 1 oder 2 Abmahnungen mit Kündigung reagieren und ich kein Geld mehr verdienen. Verstoße ich ständig gegen die StVO werde ich irgendwann zumindest zeitweise zum Fußgänger. Warum sollte dann ein Kind, das im Essen rummanscht nicht auch mal hungrig ins Zimmer müssen anstatt etwas weniger zu mantschendes zu essen bekommen? Warum soll ich nach wiederholtem auffordern zum aufräumen, nicht erstmal sämtliche Spielsachen aus dem Zimmer räumen, weil das Kind nicht aufräumen will. Ich werde es sicher nicht damit belohnen, das ich aufräume. Wenn meine beiden Großen anstatt zu lernen lieber rausgehen und mit ihren Freundinnen spielen bekommen sie sicher kein Hausarrest. Sie werden aber bei entsprechend schlechter Not vor der nächsten erst dann wegdürfen, wenn sie ihr Lernpensum hinter sich haben. Das ist aber sicher auch im eigentlichen Sinne nicht gewaltfrei, denn damit zwinge ich ihnen ja auch in gewisser Weise meinen Willen auf.

Trotzdem sind meine 3 durchaus höfliche Kinder, die sich, auch wenn sie zuhause mal über die Strenge schlagen, an anderer Stelle zu benehmen wissen und trotz der Klapse auch Kinder, die sich nicht mit Fäusten wehren. Im Gegenteil. Meinem Sohn habe ich leider begerbacht sich eben nicht mit Händen und Füßen zu wehren, sondern verbal oder eifnach weg zu gehen. Der Erfolg war, das ihm die Hose rutnergezogen wurde, er lächerlich gemacht wurde und die Lehrer es gar nciht einsahen einzuschreiten. Wäre ja alles nicht so schlimm. Sie hätten nur etwas unternommen, wenn eines der Kinder zugeschlagen hätte... Fand ich klasse.

Gruß Tina


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 21:42
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Ich finde einen Klapps bei Bedarf auch sinnvoller, als so manch alternative Sanktion oder gar den den Wegfall einer Sanktion, einfach weil man gerade keinen Fernseher dabei hat, den man dem Kind verbieten könnte.

Das "Schlimme" an körperlicher Züchtigung ist aus meiner Sicht auch nicht der körperliche Schmerz sondern die evtl. Erniedrigung.
Der körperliche Schmerz eines Klappses ist deutlich geringer als ein handelsüblicher Sturz vom Fahrrad oder vom Skateboard.

Na und ob ein Kind sich von einem Klapps mehr erniedrigt fühlt, als von einer der pädagogisch wertvollen Strafen, möge mir bitte mal jemand nachweisen.
Dass die Kinder zu den Zeiten als, körperliche Züchtigung noch Gang und Gäbe war, größere seelische macken hatten als heute, wage ich auch mal zu bezweifeln.

Ich selbst habe als Kind auch hin und wieder eine eingefangen und kann mich nicht daran erinnern, dass mich das irgendwie aus der Bahn geworfen hätte.
Mit einer Ausnahme:
Meine letzte Watschen habe ich mit ungefähr 14 bekommen und zwar aus einem Anlass, den ich als ungerecht und unangemessen empfunden habe.
Damals hätte ich meinem Vater fast eine zurück gelangt und das hat er auch gemerkt.
Er hat sich dafür später bei mir entschuldigt.

Neben dem falschen Anlass war ich auch einfach aus dem Alter raus.
Es war, wie gesagt, meine Letzte.
Zumindest bis zu meiner Ehe in der ich auch nochmal eine eingefangen habe.
Auch das hat mich nicht sonderlich beeindruckt, und hat mich auch nicht zum Zurückschlagen veranlasst.

Ein riesiges Problem damit haben aus meiner Sicht ganz überwiegend Leute, die selbst keine Kinder haben oder nur welche, die noch zu klein dafür sind, sich eine Schelle zu erarbeiten oder einfach ständig brav sind.

Und ja, Kinder sind einfach verschieden.
Auch meine 4 haben in unterschiedlichem Maße danach gerufen.

Bei meiner Ältesten bestand nie Bedarf dafür und auch meine jüngere Tochter hat, glaube ich nur einmal eine eingefangen.
Meine beiden Jungs schon eher mal.
Allerdings niemals ins Gesicht sondern allenfalls auf den Hintern.

Meistens war es auch eher festes Halten oder auch mal schütteln.
Nein nicht das Schütteln, das bei Kleinkindern zu Hirnschädigungen führt.
Gerade mein Jüngster, mit seinem ADHS ist machmal in einem Zustand, dass er auf etwas anderes als körperlichen Kontakt gar nicht reagiert.
Er nimmt es einfach nicht war.
Inzwischen sind meine Kinder aus dem Alter raus.

Gruss Beppo


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 22:08
(@polly)

Hallo Tina,

danke für deine ausführliche und dann doch sehr nette Antwort.

Zuerst möchte ich auch einmal klarstellen, dass ich die Art wie ich meine Kinder erziehe nicht als die einzig richtige ansehe. Wirklich nicht, dazu mache ich mir viel zu viele Gedanken und stelle auch vieles in Frage. Etwas was sicher viele arbeitende Mütter/Väter oft machen. Wenn ich etwas so oder so mache, ist das nun wirklich kein Leitfaden für andere Eltern. Wie mit dem Essen. Ich würde meine Kinder nun mal nicht absichtlich, sozusagen als Strafmaßnahme hungrig ins Bett gehen lassen. Mich stört es aber auch bei einer Zweijährigen nicht, wenn sie mit dem Essen matscht. Ehrlich gesagt finde ich das in dem Alter NOCH normal und würde da kein besonderes Regelwerk aufstellen.
Wenn das jemand aber anders hält ist das jetzt nicht falsch für mich. Jeder muss das ja für sich bestimmen.

Ich habe hier ja nun wirklich nicht geschrieben, dass Kinder keine Grenzen erfahren sollen und es auch keine Regeln geben soll. Warum denkst Du das? Diesen Umkerhschluss finde ich sehr seltsam. Natürlich müssen Sie lernen, dass es Regeln gibt und das es Konsequenzen hat, wenn sie dagegen verstoßen. Aber ich glaube fest daran, dass das auch ohne Klapsen geht.

Ich habe halt nur eine andere Einstellung Klapsen gegenüber. Für mich gehört das zu Schlagen und ich will das auf alle Fälle vermeiden. Wie gesagt, mir ist das auch schon passiert und wird vermutlich auch passieren. Aber ich finde es schrecklich und würde mir wirklich sehr wünschen, dass das nicht geschieht.
Bei mir ist das auch auf keinen Fall ein Zeichen eine Grenze zu setzen, sondern geschah in Situationen in denen ich schlicht und einfach Gefahr abwenden musste oder weil ich völlig fertig war.

Einen besonders pädagogischen Effekt habe ich darin aber nicht sehen können, außer dass Tränen flossen und das Drama sehr groß war.

Deshalb wundere ich mich ja auch so über die Aussage, dass ein Klaps nicht weh tut.

Ja was soll das denn dann?
Dann kann ich doch tatsächlich auch mit eine roten Karte verwarnen, wenn es nur um das finale Zeichen geht.
Daher glaube ich das nicht so ganz. Das tut schon weh und schockt und ist in meinen Augen einfach ein schlimmes Zeichen. Das bedeutet nun aber nicht, dass ich andere Formen des respektlosen Verhaltens besser finde.

Viele Grüße
Polly

PS: Ganz entgegen deiner Vorgehensweise mache ich meinen Kindern schon klar, dass sie sich wehren sollen.


AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 22:17
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin polly,

Du gibst doch vor so ein gebildeter Mensch zu sein. Da solltest Du doch wissen, dass zwischen Schlagen und antiautoritärer Erziehung ein ganz weites Feld liegt.

natürlich weiss ich das. Ich habe meine Kinder auch zu keiner Zeit geschlagen. Du und User diskurso sind die einzigen hier, die "Klaps" unter allen Umständen mit "Schlagen" und "Gewalt" gleichgesetzt haben wollen. Aus falschen Annahmen kann man aber keine richtigen Schlüsse ziehen. Wenn ich ein Glas Wein trinke, habe ich nicht "gesoffen", und wenn ich innerorts mal 60 fahre, bin ich auch nicht "gerast" - selbst wenn Du das noch so energisch behauptest.

Also ist es für mich weniger wertvoll, wie ich meine Kinder erziehe als für andere hier im Forum? Ganz ehrlich, ich verstehe den Zusammenhang nicht.

Du kannst und sollst Deine Kinder genauso erziehen, wie Du es für richtig hältst und verantworten kannst. Allerdings befindest Du Dich mit Deinen Ansichten hierzu nicht in einer moralisch überlegenen Position, die es Dir erlauben würde, Deine Erziehungsmethoden als die einzig richtigen in den Ring zu werfen. Tust Du es trotzdem, kriegst Du eben den Gutmenschen-Stempel.

Was ist dein Problem mit jemanden der sagt, dass er seine Kinder weder klapsen noch schlagen will?

Liest Du auch, was man Dir schreibt? Oder siehst Du andere Meinungen vor lauter eigenen Vorurteilen gar nicht mehr? Ich wollte meine Kinder in der Theorie auch nie klapsen oder schlagen; Ersteres habe ich geschafft; Letzteres nicht ganz, weil es eben ein paar Situationen gab, in denen es sich nicht vermeiden liess. So what?

Ich verstehe nicht, warum Dich da so in Rage bringt.

Vielleicht denkst Du da mal drüber nach!

Du bringst mich kein bisschen in Rage; für mich ist das Thema "Kindererziehung" seit Jahren abgehakt, und ich denke, ich habe es trotz Scheidung ganz gut hinbekommen. Warum sollte ich da heute noch grossartig darüber nachdenken? Weil es für manche Leute chic ist, sich selbst für alles zu geisseln, was sie in der Vergangenheit hätten anders oder besser machen können?

Just my 2 cents
Martin
(der in der eigenen Kindheit das stunden- oder tagelange Schweigen seines Vaters übrigens viel schlimmer fand als jeden Klaps)


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 01.05.2011 22:25
(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hi Polly,

ich glaub es kommt auf die Definition des Ausdrucks "Klaps" an. Bei keinem meiner Kinder ist jemals eine Träne geflossen, wenn es mal einen Klaps gab. So heftig hab ich nie zugelangt. Es war dann wohl eher in die Richtung, die man durch festhalten o.ä. erzielt. Einfach die Grenze "jetzt" reichts.

Was Beppo hier beschrieben hat

Gerade mein Jüngster, mit seinem ADHS ist machmal in einem Zustand, dass er auf etwas anderes als körperlichen Kontakt gar nicht reagiert.
Er nimmt es einfach nicht war.

ist genau das was ich bei meinem Jüngsten auch erlebe. Gerade am abend ist er nicht mehr in der Lage und fähig etwas auf- und wahrzunehmen. Er reagiert dann werder auf leise, noch auf laute Worte und kann nicht mehr interpretieren, wenn man langsam aber sicher sauer wird. Er kann einfach Gesichtsausdruck und Körperhaltung nicht mehr "übersetzen", die aber eben den Großteil der Kommunikation ausmachen. Dafür ist er selber aber sehr schnell an der Grenze des ausrastens, weil er sich selbst nicht mehr unter Kontrolle bringt (das lernt er zwar, aber es dauert eben sehr lange). Dann ist es leider eben oft nicht anders möglich als durch körperliche Präsenz ihn zu zwingen, das zu tun, was eben dran ist. Wenn er dann absolut nicht einsieht, das es nun ins Bett geht und er schreiend im Wohnzimmer steht, geht es nicht anders, als ihn am Arm zu packen und ins Zimmer zu schleifen. Ansonsten hätten wir auch noch um 12 Uhr nachts ein tobendes Kind. Sind ihm dann im Zimmer die Reize wie Licht und Musik genommen, dann beruhigt er sich schnell und kommt zur Ruhe und schläft. Aber Worte kommen in diesem Zustand einfach nicht mehr an. Mir gefällt das auch nicht wirklich, aber derzeit gibt es dazu keine Alternative.
Ok, 2-jährige war wahrscheinlich übertrieben, ich dachte da eher an 5-jährige, von denen ich doch erwarte, das sie einigermaßen essen können  😉


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 22:35




(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hi Brille.

wenn ich innerorts mal 60 fahre, bin ich auch nicht "gerast" -

naja in ner Spielsraße wäre das schon rasen *duck und wech*

LG Tina


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 22:38
(@polly)

Moin polly,
natürlich weiss ich das. Ich habe meine Kinder auch zu keiner Zeit geschlagen. Du und User diskurso sind die einzigen hier, die "Klaps" unter allen Umständen mit "Schlagen" und "Gewalt" gleichgesetzt haben wollen.

Oh Wunder, wenn Du das denn weisst, warum sprichst Du dann von meinen antiautoritären Erfahrungen, obwohl ich hier nur geschreiben habe, dass ich gegen Schlagen bin.
Wenn ich Klapsen und Schlagen gleichsetze, sei mir das doch wohl erlaubt. Auch dass ich Klapsen als Gewalt empfinde, so wie viele andere hier auch, andere die auch Anschreien und Einsperren als Gewalt empfinden, sogar mancher der generell erzieherische Maßnahmen als einen Akt von Gewalt ansieht. Genauso wie die meisten hier sehe ich das auch. Anscheinend bist Du eher in der exklusiven Position Klapsen nicht als Gewalt anzusehen.

Allerdings befindest Du Dich mit Deinen Ansichten hierzu nicht in einer moralisch überlegenen Position, die es Dir erlauben würde, Deine Erziehungsmethoden als die einzig richtigen in den Ring zu werfen. Tust Du es trotzdem, kriegst Du eben den Gutmenschen-Stempel.

Ich habe mich auch überhaupt nicht in einer moralisch überlegenen Position gesehen und habe auch keineswegs meine Erziehungsmethoden als die einzig richtigen in den Ring geworfen. Du solltst Dir wirklich mal überlegen, was Dich zu dieser wissentlich falschen Aussage treibt, denn es gibt wohl keinen Beleg dafür, aber einige Statements meinerseits die genau das Gegenteil sagen.

Liest Du auch, was man Dir schreibt? Oder siehst Du andere Meinungen vor lauter eigenen Vorurteilen gar nicht mehr? Ich wollte meine Kinder in der Theorie auch nie klapsen oder schlagen; Ersteres habe ich geschafft; Letzteres nicht ganz, weil es eben ein paar Situationen gab, in denen es sich nicht vermeiden liess. So what?
Du bringst mich kein bisschen in Rage; für mich ist das Thema "Kindererziehung" seit Jahren abgehakt, und ich denke, ich habe es trotz Scheidung ganz gut hinbekommen. Warum sollte ich da heute noch grossartig darüber nachdenken? Weil es für manche Leute chic ist, sich selbst für alles zu geisseln, was sie in der Vergangenheit hätten anders oder besser machen können?

Ja, wenn Dich doch das ganze Thema nicht so in Rage bringt, warum hast Du es dann nötig so persönlich zu werden? Das ist schon sehr auffallend und recht aufschlussreich.

Polly


AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 22:40
(@polly)

Es war dann wohl eher in die Richtung, die man durch festhalten o.ä. erzielt. Einfach die Grenze "jetzt" reichts.

Dann ist aber ein "Klaps" in deinem Fall wohl eher eine  aufrüttelnde Maßnahme in einem besonderen Fall. Dazu hätte ich wohl eher einige Fragen als mich da aus dem Fenster zu lehnen und das mit meinen Erfahrungen zu vergleichen.

Du musst aber auch im Blick haben, wie diese Diskussion entstanden ist. Da ging es ja um die Aussage, dass der eigene Sohn sich eine einfangen würde, weil man ziemlich wütend über seine Frechheit wäre.
Das ist in meinen Augen etwas anderes als die Situationen, die Du bisher beschrieben hast.

Und ja, mit 5 Jahren würde ich auch mehr auf Essensregeln beharren und da würde das Kind dann auch ohne leckeres Essen ins Bett gehen. Aber da wäre die erste Konsequenz wohl eher, dass das Kind dann draußen alleine essen muss, da uns die Sauerei einfach stört.

Liebe Grüße
Polly


AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 22:47
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Und da komme ich ins Spiel.

Polly, hätte mein Sohn sich bei einem Kindergeburtstag am Tisch so benommen, mich mit Kuchenkrümeln beworfen und mich geboxt, obwohl ich ihm fünf Mal gesagt hätte, er soll damit aufhören, und er hätte mich nur kackdreist angegrinst und weitergemacht, dann hätte ich ihn mir entweder gepackt oder er hätte in dieser Situation eine zurück auf die Finger bekommen. Ja.

Allerdings würde sich mein Sohn nie wagen, sich so zu verhalten. Vielleicht weil er weiß, dass ich mich nicht boxen, bespucken oder mit Kuchenkrümeln bewerfen lasse. Vielleicht weil er in einer früheren Situation mal gemerkt hat, wie solche krassen Grenzübertritte sich auswirken können. Das fällt dann unter Lernen aus Erfahrung. Daher reicht heute ein "wag-es-Dich-nicht"-Blick, damit er merkt: Oha, Mamas Grenze ist da und wenn ich bösem Ärger ausweichen will, komm ich jetzt langsam wieder runter.

Ich habe übrigens meinen Sohn nie "übers Knie gelegt" oder sonst wie verdroschen.

LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 23:18
(@polly)

Ich habe übrigens meinen Sohn nie "übers Knie gelegt" oder sonst wie verdroschen.

LBM

Das habe ich auch nicht ernsthaft angenommen und auch nicht unterstellt.

Ich würde mein Kind in so einer Situation nun mal nicht klapsen (wobei sich eine "fangen" dann auch noch einmal ganz anders klingt) und finde es in so einer Situation halt unnötig.

So sei mir doch auch meinen Sichtweise gegönnt, oder gilt das sorum nicht?

Müssen sich die die nicht klapsen wollen nun vor den anderen rechtfertigen?


AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 23:26
(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hi Polly,

dann frag einfach 😉

Deshalb sagte ich ja, das es auf die Definition von Klaps ankommt.

Ich hatte ja oben geschrieben, das eine Aussage wie die von LBM sich auch in bestimmten Situationen von mir kommen könnte.

Ein Beispiel ist mir nun noch eingefallen. Wir waren mit Sohnemanns Klasse in der 3. zum Grillen auf einem Grundstück eines Klassenkameraden. AUf dem Rückweg ereignete sich folgendes:

Junge: Mama, ich habe Durst.
Mama: Du hattest aber doch erst etwas. Warte bitte bis wir zuhause sind (Anm.: Wir wohnen alle in der Nähe. Er hätte maximal 15 min warten müssen.)
Junge:Nein. Ich will jetzt was. Du mußt mir einschenken.
Mutter hat dann doch die Flasche rausgeholt und einen Becher gefüllt.
Der Junge goß den BEcher aus und schrie seine Mutter an: Du dumme Schl*, ich wollte Limo.

Ganz ehrlich, wäre ich in da nicht so weit hinter den beiden gewesen, ich hätte dem Jungen auch gesagt, das mein Kind sich in dieser Situation mit Sicherheit die erste Ohrfeige seines Lebens eingefangen hätte. Denn das ist einfach ein völlig respektloses Verhalten, das dieser Junge im übrigen den ganzen Tag über an den Tag gelegt hat. Aber nicht nur der Mutter ggü., sondern auch der anwesenden Lehrerin ggü. und den anderen Müttern. Nur mein Sohn kommt gar nicht in die Gefahr solch einer Maßnahme, da er in dieser Hinsicht durchaus seine Grenze kennt.

LG TIna


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 23:37
(@polly)

Und Du glaubst ein "Klaps" hätte den Jungen geläutert und beim nächsten Mal davon abgehalten seine Mutter Schl*** zu nennen?


AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 23:44
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

An so einer Stelle hängt meine Eingreifschwelle davon ab ob ich betroffen bin.

Wenn das Kind seine Mutter absichtlich einsaut, ist das ihre Sache darauf zu reagieren.

Wenn das Kind mich einsaut, ist das zunächst mal immer noch die Aufgabe der Mutter (oder natürlich des Vaters), einzuschreiten aber wenn die das nicht tun, tue ich das.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 23:46
(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Ne mit Sicherheit nicht. Denn da liegt sicher ein grundsätzliches Erziehungsproblem zugrunde. Und ich hätte ihm sicher auch nicht angerührt, aber mich zu solch einer Äußerung hinreißen lassen. Aber meinem Unmut hätte ich wohl doch irgendwie Luft gemacht.

Ich würde mich auch nicht wirklich einmischen, wenn ich nicht direkt betroffen bin. Oft kennt man ja auch die Hintergründe nicht.

Wobei es mich auch nie gestört hat, wenn ne nette Omi versucht hat mich zur Sau zu machen, weil ich nicht mit der Wimper gezuckt habe, wenn Sohnemann sich vor dem Süßwarenregal auf den Boden geworfen hat und furchtbar das Brüllen anfing, weil er keine Gummibärchen bekam. Mehr als einmal bekam ich zu hören, das ich eine Rabenmutter sei, das man doch das Kind nicht so schreien lassen kann und was denn daran so schlimm sei, wenn er seine Lieblingssüßigkeit bekommt. Meine Reaktion war immer nur ein freundliches: Er darf aber nunmal keinen Zukcer zu sich nehmen und von daher ist es meine Sache, wenn er meint brüllen zu müssen. Bekommen tut er dennoch nix Süßes.


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2011 23:52
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Also einem fremden Kind eine zu scheuern habe ich auch noch nicht geschafft aber ich behalte mir schon das Recht vor, meine eigene Sphäre zu schützen, wenn es die Eltern nicht tun.

Vor Jahren war ich mal im Winter alleine mit meinem älteren Sohn und dem eine Freundin unterwegs.
Der benahm sich unter aller Sau.

Ich habe ihm zwar auch keine gelangt aber als er mich schubsen wollte, habe ich mich steif gemacht und gegen gehalten, so dass er in einen Schnee gefüllten Graben abtauchte.
Ich habe ihn ne Weile quacken lassen, bevor ich ihn wieder raus gezogen habe.

Danach war er zuckersüß zu mir.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 02.05.2011 00:06




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