Darf man fremde Kinder tadeln, wenn sie sich danebenbenehmen? Nein, lautet häufig die Antwort. Denn Erziehung gilt zunehmend als intime Angelegenheit - mit abstrusen Folgen. Kinder brauchen Grenzen, meint dagegen Frank Patalong. Und die sollten nicht nur die eigenen Eltern setzen.
Ein lesenswerter Beitrag über "Kinder auf Podesten". Volltext und Quelle: >>>HIER<<<
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hi,
danke, sehr interessanter Artikel. Wir hatten letzte Woche auch das zweifelhafte Vergnügen fremde Kinder zurecht zu weisen - mit bösen Blicken der anderen Eltern. Kurz darauf ist ein kleiner "Unfall" passiert der leider zeigte, dass wir mit unserer Warnung recht hatten. Komischerweise haben die anderen Eltern vorher nichts gesagt und danach ihre Kinder von uns "bösen Einmischern" weggezogen.....
Meiner Meinung nach sollte man sich zwar nicht unbedingt in die Erziehung andere Leute einmischen, aber Kindern durchaus zeigen das es Grenzen gibt. Für mich sind die spätestens dann erreicht wenn ein Kind sich oder andere durch sein Verhalten gefährdet.
LG
Nadda
In dem Artikel wird unterschwellig die Verantwortung auf die Kinder verlagert. Diese Verantwortung können Kinder jedoch nicht wahrnehmen, weil sie zunächst ein Ergebnis ihrer Erfahrungen und Anlagen sind. Die Verantwortung liegt also bei den Eltern und ich stimme dem Artikel in einem Punkt zu: Diese multikultiwaldorfprügelasi-eierei in der Erziehung hat bei uns Erwachsenen tatsächlich für Verwirrung gesorgt, weil wir einfach nicht einschätzen können, welchen Erziehungsstil ein uns bis dato unbekanntes Kind erfahren hat. Früher war das einfacher...
Und ja, ich nehme mir das Recht heraus, einem Kind meine ganz eigenen persönlichen Grenzen zu nennen. Dies ist eine erforderliche Reflektion für das Kind - nur so erfährt es, wie es auf die Umgebung wirkt und erhält die Möglichkeit, aus Verhaltensalternativen wählen zu können.
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
Ich fand vor allem den uralten Grundsatz "um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf" bemerkenswert. Denn tatsächlich sorgt vor allem dieses Prinzip für soziale Reflektion der betroffenen Kinder über ihr verhalten; nicht der heutige Erziehungs-Exklusivitäts-Anspruch der (oft überforderten) Eltern, die dennoch der Ansicht sind, nur sie allein wüssten, was für ihr Kind gut ist und dass sie bei ihrer Erziehung keinerlei Fehler machen würden.
Ich sehe das gerade im erweiterten Bekanntenkreis, wo ein verhätscheltes Einzelkind grosse Probleme hat, sich erstmals in einen grösseren sozialen Verbund namens "Klassengemeinschaft in der Schule" zu integrieren. Aber natürlich kann dafür weder das Kind noch seine Eltern etwas; schuld sind daran ausschliesslich die anderen Kinder und die unfähigen Lehrer...
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Moin,
die Fähigkeit, eigenes Verhalten und Handeln zu mindest in regelmäßigen Abständen zu hinterfragen und ggf. zu justieren, scheint in weiten Teilen der Gesellschaft verloren gegangen zu sein. Jeder, der hierbei Schwierigkeiten hat, sollte eigentlich dankbar sein, wenn ihm hin und wieder seine Mitmenschen den Spiegel vor´s Gesicht halten.
Das die Erfolgsquote der Spiegelhalter dabei zunehmend geringer ausfällt, sollte diese dennoch nicht entmutigen. Es ist richtig, nicht nur die Entwicklung der eigenen Kinder zu begleiten und ich bin daher dankbar, wenn meine Jungs auch mal von anderen Menschen einen Denkanstoß bekommen. Nichts ist gefährlcher, als ständig im eigenen Saft zu schmoren. Ist der verköchelt, brennt man erfahrungsgemäß an.
Gruß Horschti
Moinsen,
ich hatte an Ls Geburtstag so eine Begegnung der dritten Art, bei der ich heute noch mit mir kämpfe, ob ich da zurecht ein "fremdes" Kind angeranzt habe oder nicht. Ls Freund war eingeladen, die Mutter mit dabei bei der Feier im Indoorspielplatz. Junge benahm sich wie üblich ziemlich daneben IHR gegenüber und bewarf sie mit Kuchenkrümeln, boxte ihr auf den Arm, zog Fratzen, streckte ihr die Zunge raus usw. Sie ermahnte ihn, aber wirkungslos. Meine Halsschlagader pochte schon und am Blick meines Sohnes sah ich, dass der dachte "Au weia, das hätte ich mich niemals wagen sollen....." Die Kinder spielten dann und irgendwann saßen wir zu dritt am Tisch. Er, ich, sie. Und er machte weiter. Irgendwann ging sie aufs Klo und aus mir platzte heraus, dass ich es eine Unverschämtheit finde, wie er sich benimmt und dass er sich schämen sollte, so mit seiner Mutter umzugehen und dass L. sich von mir eine gefangen hätte, wenn er sich mir gegenüber so verhalten hätte. Darauf verschwand er mit "ich töte Dich"-Blick vom Tisch und als seine Mutter zurück kam, "gestand" ich ihr auch, was ich da "angestellt hatte".
Nun ist sie zum Glück bei sowas nicht sensibel und ich zucke auch nicht, wenn sie L für seine zickige Art mal anpflaumt, wenn er bei ihr ist. Ich hab ihr auch gesagt, wenn sie das nicht unterbindet, jetzt wo der Junge 7 Jahre alt ist, dann fängt SIE sich eine, wen der mal 15/16 Jahre alt ist. Ich will damit nicht sagen, dass sie den Jungen schlagen soll, aber ich habe halt auch schon erlebt, dass er sie bei mir in der Wohnung angespuckt hat. Ich halte schlagen nicht für ein gutes Erziehungsmittel, aber ich glaube, da wäre mir wirklich ne Sicherung durchgebrannt.
Was ich mit der Geschichte sagen will ist, dass ich genau diesen Zwiespalt hatte, ich fand es angemessen, dem Jungen mal zu sagen, dass sein Verhalten nicht tolerabel ist und andererseits hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich mich ungefragt eingemischt hatte. Mein Sohn hingegen weiß, egal bei wem er ist, dieser Erwachsene ist dann der Chef im Ring und er hat darauf zu hören. Punkt. Er kann zwar alles sagen, aber der Ton macht die Musik. Er ist das aber auch einfach gewöhnt, weil ihn von klein auf das ganze Dorf (Oma, Opa, Kita, Hort, Exschwiegermutter) "miterzieht".
Ich finde auch, dass viele Kinder heute mit sehr wenig Respekt auf Erwachsene reagieren, bin allerdings auch kein Freund von ZU partnerschaftlichen Erziehung. Der Chef im Ring bin ich, auch wenn ich über viele Dinge verhandlungsbereit bin, wenn mein Sohn anderer Meinung ist. Aber schlussendlich entscheide ich.
Und wenn ein fremdes Kind mich respektlos behandeln würde, würde ich niemals zögern, meine Grenze zu zeigen.
LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
dass L. sich von mir eine gefangen hätte, wenn er sich mir gegenüber so verhalten hätte.
Das nennst Du Erziehung ? 😡
Damit drohst Du auch Deinem Kind indirekt mit Schlägen, denn es war ja dabei.
Ich will damit nicht sagen, dass sie den Jungen schlagen soll,
Genau das hast Du damit aber gesagt, denn was ist eine gefangen hätte anderes, als Androhung von primitiver Gewalt ?
ich habe halt auch schon erlebt, dass er sie bei mir in der Wohnung angespuckt hat.
Ich halte schlagen nicht für ein gutes Erziehungsmittel, aber ich glaube, da wäre mir wirklich ne Sicherung durchgebrannt.
Wenn Dir dazu weiter nichts einfällt, als mit Schlägen zu drohen, oder sie gar anzuwenden, ist das ein Armutszeugnis ohnesgleichen und lässt starke Zweifel an Deiner Erziehungsfähigkeit aufkommen.
Schläge sind nicht nur überhaupt kein "Erziehungsmittel", sondern auch ein streng zu ahndendes straffälliges Verhalten!
1.)
So gehört seit einigen Jahren ein afrikanisches Sprichwort zum Standard-Repertoire vieler Politiker, Kirchenleute und Sozialarbeiter, wenn sie das Ideal einer funktionierenden, kinderfreundlichen Gesellschaft beschwören: "Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen."
2.)
Wir haben den Umgang mit dem Kind verlernt. Das zeigt auch dieses Beispiel:
Im Bundesrat ist eine Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes verabschiedet worden.Es definiert mit einem neu eingefügten Absatz erstmals, dass "Geräuscheinwirkungen, die von Kindertageseinrichtungen, Kinderspielplätzen und ähnlichen Einrichtungen wie beispielsweise Ballspielplätzen durch Kinder hervorgerufen werden, [...] im Regelfall keine schädliche Umwelteinwirkung [sind]."
3.)
Eigentlich sollte uns dieses Gesetz zutiefst beschämen. Erstens, weil es überhaupt nötig geworden ist; und zweitens, weil man Rechte von Kindern nur im Rahmen eines Gesetzes in den Griff bekommen hat,
Das hier sind so einige Abschnitte von vielen die in dem Artikel vorkommen.
Alleine die o.g. 2./3. zeigen ja schon den Stellenwert von Kindern und deren Eltern in unserer Gesellschaft
Sie als Störfaktor Lärm zu bezeichnen ist schon bezeichnend :knockout:
Dass unsere Gesellschaft immer kinderfeindlicher wird ist auch nichts neues
und Eltern mit mehreren Kindern den Titel "Asozial"( in Bezug auf die vielen Kinder) zu geben spricht für sich selbst.
zu1.)Ein wahres Sprichwort
Das Kind braucht verschiedene Erziehungseinflüsse um auch genau reflektiert zu bekommen was mache ich richtig was mache ich falsch.
was ist in Ordnung wo muss ich noch nachbessern in meinem Verhalten
Auch gehört es zum Entwicklungsprozess dazu von verschiedenen Personen /verschiedenen Alters etwas Gesagt/Berichtigt/Vorgelebt...... zu bekommen
um aus den ganzen Infos dann für sich die richtige Entscheidung in den Alterabschnitten zu treffen
Genau nach dem Sprichwort :"Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen" 😉
und da sind wir beim Thema Zivilcourage
also wenn mein Kind z.B. mit seinem Fuss gegen das Schienbein getreten hätte nur weil es bockig ist oder gerade etwas nicht bekommt und das noch bei einem
Fremden, weiss ich jetzt schon was für erzieherische Maßnahme erfolgt/ erfolgen wird von mir.
Ich hoffe dass der Getretene erzieherisch tätig wird in Form von :"Dass er Kind und Elternteil anspricht und sagt dass man sowas nicht macht.
Im Gegenzug muss sich das Kind beim Erwachsenen entschuldigen
Was dann daheim noch für erzieherische Massnahmen erfolgen ist Privatsache.
zum Glück sind meine " schon aus dem Alter 17/19 draussen .
Aber wie Ihr ja selber wisst getreu dem Motto
Kleine Kinder kleine Sorgen ,Grosse Kinder grosse Sorgen und die Erziehung geht weiter auf der Erwachsenen Ebene
Hallo diskurso,
Das nennst Du Erziehung ? 😡
(...)
Wenn Dir dazu weiter nichts einfällt, als mit Schlägen zu drohen, oder sie gar anzuwenden, ist das ein Armutszeugnis ohnesgleichen und lässt starke Zweifel an Deiner Erziehungsfähigkeit aufkommen.
Schläge sind nicht nur überhaupt kein "Erziehungsmittel", sondern auch ein streng zu ahndendes straffälliges Verhalten!
Kann es sein, dass du beim heutigen Mittagessen etwas zu viel von der bittersüßen Soße namens "Political Correctness" verspeist hast?
Nix für ungut,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Hallo Diskurso,
nein, mein Kind war nicht dabei. Ja, ich weiß, dass Schlagen kein Erziehungsmittel ist, ja, ich weiß, dass das verboten ist und sogar Strafe darauf steht und nein, Schlagen ist nicht das Mittel meiner Wahl, um mich bei meinem Kind durchzusetzen.
Aber ja, ich gebe zu, dass auch mir schon "die Hand ausgerutscht" ist. Darauf bin ich nicht stolz, aber ich werde mich deshalb auch nicht selbst an die Wand stellen. Genauso, wie das Millionen andere Eltern nicht tun werden, die in irgendeiner Form körperliche oder verbale Gewalt an ihren Kindern ausgeübt haben.
Ich war übrigens, als mein Sohn auf die Welt kam, auch ein Verfechter der absolut gewaltfreien Erziehung. Bis ich gemerkt habe, dass Erziehung niemals ganz gewaltfrei ist und dass der große Vorsatz, dass mein Sohn niemals was auf die kleinen Fingerchen kriegt oder gar mehr, in einer absoluten Extremsituation nicht mehr zu halten war. Ich sage nicht, dass das gut ist und ich mir jetzt dafür auf die Schulter klopfe.
Aber ich würde darauf wetten, wenn Du hier eine Umfrage machst, bin ich nicht die Minderheit hier, wenn ehrlich geantwortet wird. Dass übrigens so eine harte Reaktion kommt, damit habe ich gerechnet.
Gruß, LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
@ diskurso,
Wenn Dir dazu weiter nichts einfällt, als mit Schlägen zu drohen, oder sie gar anzuwenden, ist das ein Armutszeugnis ohnesgleichen und lässt starke Zweifel an Deiner Erziehungsfähigkeit aufkommen.
Schläge sind nicht nur überhaupt kein "Erziehungsmittel", sondern auch ein streng zu ahndendes straffälliges Verhalten!
kann es sein, dass Du im "richtigen Leben" nicht allzu viel mit Kindererziehung zu tun hast? Sonst würdest Du den Unterschied zwischen "verprügeln" und einem Klaps kennen - und Letzteren wohl auch gelegentlich anwenden. Kindererziehung funktioniert seit Jahrtausenden anders als es uns ein paar grün-lila gestrickte Erziehungsphantasten seit 20 oder 30 Jahren einzureden versuchen. Plastisches, mehrfach selbst erlebtes Beispiel: Kind A tritt Kind B (stopft ihm eine Handvoll Sand in den Mund, haut ihm eine Schaufel auf den Kopf etc.) Reaktion von Mutter A: "Thorben-Hendrik, ich hab dir doch gesagt, dass du das nicht machen sollst!" Das ist erzieherisches Totalversagen!
Die ersten Auswüchse dieser "Erziehung" sind bereits zu besichtigen: Junge Erwachsene, die nie eine andere Rolle kennengelernt haben als ein "ich zuerst!", weil sie von Geburt an von ihren "erziehungsbehinderten" Eltern auf ein Podest gestellt wurden und nie wirklich gelernt haben, dass das eigene Handeln auch unangenehme Konsequenzen haben kann.
Keine Frage: Kinder müssen toben dürfen, laut sein dürfen, wild sein dürfen. Aber sie müssen auch Grenzen kennenlernen. Und wenn Worte nicht reichen, müssen im Einzelfall auch mal Taten folgen. Das kann man vor jedem Affenkäfig beobachten. Preisfrage: Was sollen Eltern tun, wenn die eigenen Kinder von anderen Kindern mal eins auf die Nase bekommen? Nach dem Staatsanwalt rufen? Das andere Kind anzeigen? Oder am besten gleich dessen Eltern?
Umgangs-Väter neigen manchmal dazu, während der kurzen Umgangszeiten ähnlich übervorsichtig zu reagieren: Aus lauter Angst, dass jede Erziehungsmassnahme umgehende mütterliche Kritik zur Folge hat. Oder dass das Kind (dessen Wille heute ja oft über allem anderen steht) sagen könnte: "Du bist blöd, ich komm dich nicht mehr besuchen." Das mag menschlich verständlich sein - aber für "erziehungsbeteiligt" sollte man sich dann nicht mehr halten.
Just my 2 cents
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Das nennst Du Erziehung ? mad
Damit drohst Du auch Deinem Kind indirekt mit Schlägen, denn es war ja dabei.
Genau das hast Du damit aber gesagt, denn was ist eine gefangen hätte anderes, als Androhung von primitiver Gewalt ?
Wenn Dir dazu weiter nichts einfällt, als mit Schlägen zu drohen, oder sie gar anzuwenden, ist das ein Armutszeugnis ohnesgleichen und lässt starke Zweifel an Deiner Erziehungsfähigkeit aufkommen.
Schläge sind nicht nur überhaupt kein "Erziehungsmittel", sondern auch ein streng zu ahndendes straffälliges Verhalten!
definiere "Gewalt" gegen Kinder aus deiner Sicht im Rahmen der Erziehungsmaßnahmen/-situation
siehe auch post 10 von brille007
und berücksichtige auch den Umkehrschluss wenn Kinder /Jugendliche keine Grenzen erfahren haben
"Gewalt" von Kindern gegen die Eltern
Hallo,
@LBM
also ich muss auch diskurso recht geben, auch wenn ich es nicht so extrem ausdrücken würde, gerade weil ich weiss, dass einem die Hand ausrutschen kann.
ABER es ist etwas anderes, wenn einem dies in einer Situation der man wirklich hilflos ist, passiert (Zum Beispiel um sein Kind dazu zu bewegen, etwas heißes loszulassen, was es seltsamerweise nicht von selber tut oder weil es sein Geschwisterchen in die Hand beisst und nicht loslässt) oder ob man das als durchaus angemessenes sozusagen finales Verhalten ansieht wenn alles andere nicht funktioniert oder man sehr empört ist. Anscheinend hast Du in deiner Erziehung einige Punkte abgespeichert, die für Dich mit Schlagen adäquat behandelt werden. Und obwohl Du Dich sogar dafür schämst bist Du Dir sicher, dass Du in bestimmten Situationen deine Hand erheben wirst.
Auch wenn jetzt mancher das ins Lächerliche ziehen will, ich finde das übel. Und ich finde es nicht weniger übel, nur weil andere Deiner Meinung sind.
Ich halte es so, dass ein Kind bei mir zuhause schon zu hören bekommt, wenn es etwas macht, was uns stört. Hier werden keine Wände bemalt und keine Katzen geärgert. Das halte ich auch so, wenn die Eltern dabei sind.
Dagegen ist es mir schnuppe, wenn es sich nach dem Toilettengang die Hände nicht wäscht, das sollen mal seine Eltern regeln.
Bin ich an einem neutralen Ort und die Eltern sind dabei, sage ich erst etwas, wenn es mich oder meine Kinder betrifft. Alles andere sollen da auch die Eltern regeln.
In dem Fall von dem "frechen" Jungen würde ich zu ihm gar nichts sagen (und selbstredend nicht in so einem Ton), sondern mal die Mutter ansprechen. Vielleicht tut es ihr ja gut mal zu quatschen und vielleicht gibt es ja eine Lösung, selbstverständlich ohne dass man dem Kind droht, dass es sich eine fängt.
Polly
Moin Polly,
nein, habe ich nicht. Also jedenfalls nicht, wenn Du meinst, dass ich das zu gegebener Zeit als adäquates Mittel aus der Schublade ziehe. Abgespeichert insoweit habe ich es, dass auch ich definitiv mal eine gewischt bekommen habe, gerade wenn ich bspw. respektlos reagiert habe oder in irgendeiner Art und Weise "das Maß voll" war. Ich bin nicht verprügelt worden, aber es gab bestimmt 5-6 Situationen im Leben, in denen ich mir "eine gefangen" habe. Ich hatte den hehren Vorsatz, dass MIR sowas natürlich nicht passiert und ich wurde eines Besseren belehrt. Die Situation mit dem Jungen oben hat mir in meiner Angespanntheit gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit hoch gewesen wäre, dass ich mich nicht im Griff gehabt hätte, wenn sich mein Sohn mir gegenüber so verhalten hätte.
Allerdings reicht bei dem meist ein bestimmter Blick oder eine deutliche Ansage (nein, ohne Androhen von Schlägen!), der ihn so wieder runter holt, dass Situationen hier nicht eskalieren.
Abgesehen von körperlicher Gewalt halte ich auch psychische Methoden, wie Schreien, Ignorieren oder gar Liebesentzug für Gewalt. Und man zeige mir die Eltern, die ihre Kinder komplett ohne diese ganzen Gewaltmethoden erziehen.
Das driftet jetzt aber vom SPON-Thema ab, sorry.
LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo,
...um ein Kind zu erziehen braucht man ein ganzes Dorf...
dies möchte ich unterstreichen. Ich selbst halte es so, dass meine Kinder sich nach grundsätzlichen Regeln im Umgang mit anderen frei bewegen können. Solange es keine Überschreitungen dieser vorgegebenen und definierten Regelen gibt, gibt es von mir keine Maßregelungen auch wenn ich erkenne, dass sich andere vielleicht gestört fühlen. Dann fange ich aber an die Sitution verschärft zu beobachten und rede bei nächster Gelegenheit mit den "Opfern" 🙂 meiner Kinder und erkläre ihnen, dass sie gerne meinen Kindern ihre Grenzen aufzeigen dürfen. Heißt also, dass die "Opfer" 🙂 ihnen gerne sagen dürfen was sie als zuviel empfinden.
Ich finde dies ist für meine Kinder eine ganz wichtige Erfahrung zu erleben und erkennen dass andere Menschen andere Grenzen haben und ein anderes Erleben und Empfinden der Situationen.
Damit Opfer richtig verstanden wird. Ich, oder besser, wir Eltern haben das Glück mit den Kindern, dass diese nach außen, also bei Nichteltern, immer gerne gesehen werden und Übertretungen in dieser Art sind, dass sie sich frei fühlen und beim Grillen nach Würstchen fragen oder durch ihre Vorträge vom Sport abhalten (nur um Beispiele zu nennen).
Anders sieht und sah es aus wenn sie zumindest bei uns Eltern sind. Wie Kinder halt nun sein können. Die Kids toben sich bei uns Eltern, zumindest kann ich sicher von mir reden, aus und erkennen, dass manche Dinge einfach schlecht sind.
Da ich eben der Auffassung bin, dass auch Kinder anderer Eltern das Feedback und die Rückmeldung des Erlebens brauchen, gebe auch ich die entsprechende Rückmeldung wenn etwas nicht passt. Und selbstverständlich sind die Rückmeldungen ganz subjektiv.
Gruß
@ diskurso,
kann es sein, dass Du im "richtigen Leben" nicht allzu viel mit Kindererziehung zu tun hast? Sonst würdest Du den Unterschied zwischen "verprügeln" und einem Klaps kennen - und Letzteren wohl auch gelegentlich anwenden.
Falsch geraten, im "richtigen Leben" erziehe ich durchaus und der Übergang von einem sogennanntem Klapps zum verprügeln ist fließend.
Ich kann auch ohne die Anwendung von körperlicher Gewalt die notwendige Autorität durchsetzen.
Die ersten Auswüchse dieser "Erziehung" sind bereits zu besichtigen: Junge Erwachsene, die nie eine andere Rolle kennengelernt haben als ein "ich zuerst!", weil sie von Geburt an von ihren "erziehungsbehinderten" Eltern auf ein Podest gestellt wurden und nie wirklich gelernt haben, dass das eigene Handeln auch unangenehme Konsequenzen haben kann.
Das kann ich nur unterstreichen, aber "unangenehme Konsequenzen" müssen wohl kaum in Form von körperlicher Gewalt stattfinden.
Die Anwendung körperlicher Gewalt gegenüber Kindern ist zutiefst primitiv, niemals notwendig und ein Zeugnis von Erziehungsunfähigkeit.
nein, mein Kind war nicht dabei.
Immerhin, aber Du hättest sicher genau so reagiert, wenn es dabei gewesen wäre.
Ja, ich weiß, dass Schlagen kein Erziehungsmittel ist, ja, ich weiß, dass das verboten ist und sogar Strafe darauf steht und nein, Schlagen ist nicht das Mittel meiner Wahl, um mich bei meinem Kind durchzusetzen.
Nichts desto trotz hindert das Dich nicht, diese Theorie in der Praxis einfach zu ignorieren:
Aber ja, ich gebe zu, dass auch mir schon "die Hand ausgerutscht" ist.
Darauf bin ich nicht stolz, aber ich werde mich deshalb auch nicht selbst an die Wand stellen. Genauso, wie das Millionen andere Eltern nicht tun werden, die in irgendeiner Form körperliche oder verbale Gewalt an ihren Kindern ausgeübt haben.
Ach, das soll wohl eine Entschuldigung sein ?
Wenn schon "Millionen anderer Eltern" ihre Kinder schlagen, warum sollte ausgerechnet ich mich deshalb schuldig fühlen ? :gunman:
Ich sage nicht, dass das gut ist und ich mir jetzt dafür auf die Schulter klopfe.
Immerhin lese ich da doch so etwas wie einen Hauch von Schuldbewusstsein.
Ebenso wie das:
Dass übrigens so eine harte Reaktion kommt, damit habe ich gerechnet.
Och Diskurso, jetzt wirds aber langsam monoton. Und nein, ich verstecke mich nicht hinter Millionen Anderen. Ich habe das ganz offen zugegeben, dass es passiert ist, dass ich weiß, es wäre besser, wenn es nicht passiert wäre und dass ich mir deshalb jetzt nicht den Strick nehme.
Möchtest Du meine Adresse, damit Du mich anzeigen kannst? Alternativ kann Deep Dir meine IP geben.
LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Abgesehen von körperlicher Gewalt halte ich auch psychische Methoden, wie Schreien, Ignorieren oder gar Liebesentzug für Gewalt. Und man zeige mir die Eltern, die ihre Kinder komplett ohne diese ganzen Gewaltmethoden erziehen.
Gähn, das Argument psychische Gewalt nutzen gern Mütter, die unfähig sind, sich beim Kind als gesunde Autorität durchzusetzen.
Die interpretieren auch das Nichtreichen der Zuckerdose am Frühstückstisch als "psychische Gewalt".
Das diese sogenannte "psychische Gewalt" ausgerechnet von jemandem thematisiert wird, dem schön öfter "die Hand ausgerutscht" ist, ist purer Zynismus.
Auch simple Strafen wie TV-Verbot oder ähnliches als Erziehungsmethode wird von so manchem als "psychische Gewalt" bezeichnet.
Das driftet jetzt aber vom SPON-Thema ab, sorry.
Stimmt, vielleicht wäre ein eigener Thread mit dem Titel "darf man seine Kinder schlagen?" angebracht.
Hallo Diskurso,
Stimmt, vielleicht wäre ein eigener Thread mit dem Titel "darf man seine Kinder schlagen?" angebracht.
Alternativ dazu können wir auch gerne einen Thread eröffnen mit dem Titel: "Wer möchte sich das übliche Gutmenschen-Geseiere anhören?"
Nix für ungut,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
