Guten Morgen!
Hat jemand gestern den Bericht gesehen?
Ich fand den Einblick in die Tätigkeit der Mitarbeiter des Jugendamtes sehr interessant. Die Fälle und Klienten sind teilweise haarsträubend und man kann angesichts der notwendigen Schnelligkeit in der Reaktion auf Meldungen von Vernachlässigungen etc. eigentlich nur sagen: Kein Job, den ich mir wünschen würde.
Was mir allerdings total schräg runter ging, war die Reaktion des Amtsleiters in dem Fall, als eine Mutter ihre Kleinen teilweise mehrtägig allein in der Wohnung zurückließ. Wie kommt der Mann dazu, erst mal nichts zu unternehmen, und auf die "selbstversorgenden" Fähigkeiten der Kinder zu setzen? Das ist doch wohl die Höhe!
Wen wundert es dann, wenn eines der Kinder vielleicht doch fast verdurstet oder verhungert aufgefunden wird?
Zudem fehlte an der Wohnungstür ein Teil des Fensters, sodass man die Wohnung ohne Probleme hätte betreten können. Die Mutter wird das Fenster doch nicht ohne Grund so bearbeitet haben...
Ich habe mal ein Praktikum bei der Stadt gemacht. Da wurde gemeldet, dass ein Hundebesitzer seit Tagen verschwunden sei und die Hunde zurückgelassen habe. Das war kein Problem. Hundefänger vom Tierpark und mit der Polizei rein in die Bude...
Gruß
Krishna
Gruß
Krishna
Hallo Krishna,
ich habe den Beitrag auch gesehen.
Ich dachte ebenfalls, den Job möchte ich nicht unbedingt haben. Nun ging es um einen relativ kleinen Ort ( Bad Ems). Jeder Mitarbeiter ca. 50 Fälle, ansteigend.
Die zahlen der Großstädte sollen pro Mitarbeiter dreifach hoch sein.
Ich schaute erst ruhig zu, mal kpfschüttelnd und mal nickend.
Dann kam die Szene, die du beschreibst. Da war ich dann nicht mehr ruhig.
Die Erziehungshilfe wollte/durfte die Entscheidung nicht treffen, die Polizei zu rufen um Zugang zur Wohnung zu bekommen. Der von ihr angerufene Amtsleiter entscheidet sich gegen die Polizei, weil er den Kindern die Präsenz der Polizei ersparen will und hofft auf die Fähigkeit der Kinder sich selbst zu verpflegen. Die Familienhilfe war sichtlich froh und sagte, sie sei in diesen Fällen froh, nicht Entscheidungen treffen zu müssen.
Nicht zu fassen. Die Mutter ist bekannt dafür, daß sie mal verschwindet und mal wieder auftaucht und ihre Kinder ( ich glaube es waren 4) allein lässt. Es waren unter anderem Kleinkinder, keine Jugendlichen.
Da fragt man sich wirklich, warum das Geschreie und Achselzucken der JAs so groß ist , wenn wieder einmal ein Kind verhungert, verdurstet oder in einer Tiefkuhltruhe aufgefunden wird.
Vorher noch die Rede im Bericht über die Sensibilität der JAs nach den immer häufiger auftretenden Todesfällen und dann so etwas. Armes Deutschland! Man darf nicht daran denken, wie es dann in den Großstädten und Ballungszentren abgeht.
LG
Tina
Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
