Irgendwie komisch.....
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Irgendwie komisch...

 
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

...dass immer noch kein Schwein das deutsche Familienrecht als Mitursache für den Geburtenrückgang anerkennt:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,406190,00.html

Ich jedenfalls kenne inzwischen genügend Männer, die sich das "Vaterwerden" heute gründlich überlegen würden, wenn sie nochmal 20 wären. Frei nach dem Motto: Ich würde nur noch an mich selbst denken, mir einen Porsche kaufen, mein Geld für mich selbst verjuxen und ansonsten den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Wenn der Kontakt und die Beteiligung an der Erziehung der eigenen Kinder mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit irgendwann sowieso von anderen bestimmt wird, ist es vielleicht besser, sich diesen Stress erst gar nicht anzutun.

Frau von der Leyen würde sich wundern, was für positive demographische Folgen eine Gesetzesänderung in Richtung Gleichstellung Vater/Mutter, die Festschreibung der gemeinsamen Kinderbetreuung und -erziehung nach einer Scheidung und die Abschaffung des Unterhaltswahnsinns hätte. Sie müsste dazu nur mal über die deutsche Grenze schauen, nach Frankreich oder Dänemark beispielsweise...

Grüssles aus'm Wilden Süden
Martin

[Editiert am 15/3/2006 von brille007]

[Editiert am 15/3/2006 von brille007]


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

Zitat
Themenstarter Geschrieben : 15.03.2006 21:40
(@_peter)
Schon was gesagt Registriert

Hi Martin,

es gibt dazu auch Lit. mit dem Titel "Zeugungsstreik".
Da kommen auch Frauen vor, mit der Angst vor dem Bankrott durch Kinder - d.h. allein, Kinder aber keine Arbeit, keine Aussicht auf Rente ...
Ruf mal im M- Opferdezernat an: 40% der Obdachlosen sind Opfer unserer Familienrichter
Auch ist es ein offenes Geheimnis, das sich ca. jeder 2. strittig geschiedene Mann hat sterilisieren lassen und auch in einer Zweitehe es Überzeugung braucht, um noch mal Kinder zu zeugen.
Leider kenne ich welche, die beim 1. Mal glimpflich davon kamen, beim 2. Mal - erneut mit Kindern - in die Vollen gegriffen haben.
Mich wundern 11 Millionen dt. Singles nicht mehr.
Ich bin davon überzeugt, dass dabei weniger die Ars..l. auf der Strecke bleiben, sondern in weit höherem Masse diejenigen ( Männer & Frauen ) die nichts dafür können und i.O. wären; die Kinder haben sowieso immer die Ars..karte gezogen ( es ist wie in jedem Krieg, so auch in diesem sog. Geschlechterkrieg, der mich jedoch eher an eine Art "Bürgerkrieg" erinnert ).


Liebe Grüße

Peter

Alle Kinder haben ein Menschen- und Geburtsrecht auf die gelebte
Beziehung zu Vater, Mutter, Großeltern und allen Verwandten
http://www.allenkindernbeideeltern.de

AntwortZitat
Geschrieben : 15.03.2006 22:53
 AJA
(@aja)
Registriert

Na, das passt ja wie die Faust aufs Auge zu meiner "provokativen Frage an die Väter".

Allerdings fällt es mir gerade wie Schuppen von den Augen... Sind es wirklich die Gesetze, die es "plötzlich" so schwer machen?

Oder ist es nicht vielmehr die heutzutage sehr mangelhafte Bereitschaft an einer Beziehung zu arbeiten? Es ist so einfach geworden. Das Schuldprinzip ist abgeschafft, die Richtung geht (meist) eindeutig in Richtung finanzieller Absicherung der Mutter. Warum soll man da noch was tun?

Für mich ist das die Frage nach der Henne und dem Ei. Ist die Situation so, weil sich die Gesetze geändert haben oder haben sich die Gesetze geändert, weil sich die Gesellschaft geändert hat?

Gruß AJA


AntwortZitat
Geschrieben : 15.03.2006 23:39
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

hI aJA;

Ist die Situation so, weil sich die Gesetze geändert haben oder haben sich die Gesetze geändert, weil sich die Gesellschaft geändert hat?

Die Gesetze sind - zumindest in ihren Grundzügen - ja schon etwas älter. Aber sie passen eben nicht mehr zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die sie regeln sollen.

Unsere Ellbogengesellschaft ist einer der Gründe dafür. Im Strassenverkehrt herrscht manchmal der Wilde Westen und das "Recht des Stärkeren". Wer für das gleiche Geld 8 Stunden am Tag arbeiten geht, das er auch durch Hartz IV und ein bisschen Schwarzarbeit bekommen kann, gilt vielerorts als blöd. Bei Unstimmigkeiten zwischen Nachbarn redet man heute oft nicht mehr bei einem Bier miteinander, sondern verklagt sich gegenseitig bis auf's Blut. Und selbst Ehepartner, die sich jahrelang vertraut haben, werden - nicht zuletzt durch Beeinflussung Dritter - zu erbitterten Feinden: Die "Qualität" liegt heute oft darin, eine Scheidung zu gewinnen, sich "zu holen, was einem zusteht" - koste es, was es wolle. Nicht darin, dem Ex-Partner trotz verlorengegangener Liebe auch weiterhin den menschlichen Respekt entgegenzubringen, den er als Vater/Mutter der gemeinsamen Kinder und vor allem als wesentlicher Teil der eigenen (!) Biografie immer haben wird, auch wenn man nicht mehr unter einem Dach lebt.

Nicht die Gesetze sind per se schlecht, sondern die, die sie falsch auslegen und anwenden. Deshalb müsste man sie an die Gegebenheiten anpassen. Sich einfach umschauen, was andere Länder im Detail anders (und besser) machen - und das entsprechend umsetzen. Ansonsten gibt es eben die "Abstimmung mit den Füssen" in Form von Geburtenrückgang. Wer will es Kindern aus Scheidungsfamilien nach unendlichen Rosenkriegen und Unterhaltsgezerre verdenken, wenn sie als Erwachsene das Thema Familienplanung für sich selbst einfach ablehnen und lieber "happy single" bleiben?

Nachdenkliche Grüsse
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 16.03.2006 00:36
(@eskima)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Für mich ist das die Frage nach der Henne und dem Ei. Ist die Situation so, weil sich die Gesetze geändert haben oder haben sich die Gesetze geändert, weil sich die Gesellschaft geändert hat?

Ich würde mal sagen, dass es die Ungewissheit ist. Wenn heute Kinder in die Welt gesetzt werden, dann ist die Chance, dass die Eltern zusammenbleiben schon mal fifty - fifty. Weiter kann niemand davon ausgehen, dass die heutigen Gesetze auch in 10 oder 20 Jahren noch Gültigkeit haben.

In meiner Jugend sagten die Jungs so zum Spaß: 5 Minuten Rittmeister, 18 Jahre Zahlmeister. Heute müßten sie nicht nur fürs Kind, sondern auch für die Mutter aufkommen. Zusätzlich sind die wenigsten Kinder mit 18 Jahren soweit, dass sie auf eigenen Beinen stehen.

Im Gegenzug gibt es genug Töchter von alleinerziehenden Müttern, die ihre Väter kaum gesehen haben. Viele von ihnen bekommen schon deshalb kein Kind, weil sie diese Situation ihren Kindern gar nicht erst zumuten wollen.

Gruß

eskima


Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht sieben Meilen in seinen Schuhen gegangen bist - Indianische Lebensweisheit
21dbc1b8a029e54556e0e8e32d0b6d64

AntwortZitat
Geschrieben : 16.03.2006 01:34