Im neuen Stern: &qu...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Im neuen Stern: "Das neue Unterhaltsrecht - Chaos nach der Reform"

 
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

http://www.stern.de/magazin/heft/:Magazin-Wie-Krise/656572.html

Erscheint morgen! Ich bin gespannt.

LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

Zitat
Themenstarter Geschrieben : 05.03.2009 01:53
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Nun online: http://www.stern.de/wirtschaft/finanzen-versicherung/finanzen/:Reform-Unterhaltsrechts-Wir/656575.html


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 06.03.2009 16:51
(@Wolkenhimmel)

Besonders schön auch die Stelle, wo die Anwältin erzählt, sie hätte dem KV die Kinder vor die Tür stellen wollen, damit KM wieder voll arbeiten kann....  und der Vater natürlich - was auch sonst - lieber zahlte...  :knockout:

Deep, magst Du nicht mal eine Umfrage unter den männlichen Foris anstoßen, wie viele ihre Kinder nehmen würden damit Ex wieder arbeiten kann und sie den EU loswerden?

:rofl2: WH


AntwortZitat
Geschrieben : 06.03.2009 17:00
(@adelante)
Rege dabei Registriert

@Wolkenhimmel,

Du hast völlig Recht, wenn es doch so leicht wäre; ein paar Mal nicht zahlen und ruck zuck kämen die Kinder!

Seitdem ich die Welt der "charakterlich häßlichen Exen" entdeckte, erkläre ich meinem Sohn ab und an, auf was er später alles so achten sollte (mußte ich dran denken, als die "Experten" dieses Artikels eine notarielle Vereinbarung vorschlugen).

Grüße

Adelante


AntwortZitat
Geschrieben : 06.03.2009 17:41
(@malachit)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo zusammen,

Deep, magst Du nicht mal eine Umfrage unter den männlichen Foris anstoßen, wie viele ihre Kinder nehmen würden damit Ex wieder arbeiten kann und sie den EU loswerden?

Hier ist schon mal einer, der sich dafür meldet. Wenn ich die finanziellen Rahmenbedingungen kriege, die meine DEF für sich selbst beansprucht, sowieso; aber da lasse ich mich auch gerne nach unten verhandeln.

Besonders schön auch die Stelle, wo die Anwältin erzählt, sie hätte dem KV die Kinder vor die Tür stellen wollen, damit KM wieder voll arbeiten kann....  und der Vater natürlich - was auch sonst - lieber zahlte... 

Interessant ist auch die Sechs-Wochen-Frist für den Vater - ganz in der Nähe, auf Seite 84, heißt es unter dem Stichwort Trennungsjahr: "Der Unterhaltsberechtigte (Anm. Malachit, das ist ein Grammatikfehler, es muss natürlich heißen: die Unterhaltsberechtigte) muss in diesem Jahr weder eine Arbeit aufnehmen noch eine bestehende ausweiten". Also in ein und derselben Reportage diese zwei Aussagen: (a) eine Frau bekommt mindestens ein Jahr Zeit, ihr Leben neu zu organisieren; (b) ein Mann muss das binnen sechs Wochen stemmen. Der Verfasser der Stern-Reportage hat es natürlich nicht nötig, auf diesen Unterschied hinzuweisen ;-(

Und es geht munter weiter: Der Mann stellt den Betreuungsunterhalt ein. Die Anwältin bietet "freundlicherweise" an, die Mutter würde dem Vater Kindsunterhalt zahlen, wenn er in sechs Wochen die Kinder vor die Tür gestellt bekommt - der Kindsunterhalt stand aber offenbar überhaupt nicht zur Diskussion, eben weil der Mann nicht den Kinds-, sondern den Betreuungsunterhalt einstellen wollte. Zu einem fairen Angebot hätte auf alle Fälle gehören müssen, dass sie ihm nicht nur Kinds-, sondern auch Betreuungsunterhalt zahlt; genau so, wie sie es für sich selbst einfordert, und letztlich auch bekommen hat. Welchem Prozentsatz der Stern-Leser wird diese subtile Schweinerei wohl auffallen? Wer sich mit dem Thema nicht auskennt, hat hier natürlich den Eindruck: "schlechter Papa, gute Mama" - während es in Wirklichkeit nichts weiter ist als eine miese Erpressung durch die Ex.

Und genau so ist die ganze Reportage geschrieben: All das wird wohl wahr sein, im Großen und Ganzen jedenfalls. Leider ist es allenfalls die Hälfte der Wahrheit; um nur ein paar Beispiele zu nennen:

  • Kein Hinweis auf die faktische Unmöglichkeit, gegen den Widerstand der Mama ein Betreuungs-Papa zu sein (der oben zitierte Ausschnitt suggeriert sogar das genaue Gegenteil: als wären Betreuungs-Mamas normalerweise heilfroh, wenn sie die ach so lästige Kinderbetreuung gegen zu zahlenden Unterhalt eintauschen könnten).
  • Tränenheischende Geschichten von Frauen, die Vollzeit arbeiten müssen und sich anschließend um die Kinder kümmern; aber kein Wort über Väter, die vom Gericht zwecks Unterhaltszahlungen neben ihrem Vollzeitjob zu Nebenjobs verdonnert werden und damit auf Arbeitszeiten kommen, bei denen die Gewerkschaften dieses Land in einen wochenlangen Generalstreik versetzen würden.
  • Neben dem Foto auf Seite 86: Eine Mutter beschwert sich über zu wenig Unterhalt, "weil meinem Mann ein - zu hoher, sagt mein Anwalt - Selbstbehalt von 1000 Euro (...) zugebilligt wurde". Nun, wahr ist, dass ein Anwalt so was gerne sagen kann; wahr ist aber auch, dass der Selbstbehalt von 1000 Euro gegenüber dem getrennten Partner in der Regel völlig korrekt ist, d.h. der Anwalt hat mutmaßlich gelogen. Nur steht das nirgendwo im Text, und beim unbedarften Leser bleibt fälschlicherweise hängen, der Mann drücke sich um einen Teil der Unterhaltszahlungen. Übrigens, Überschlagsrechnung: Dem Mann bleibt für sich selbst der Selbstbehalt von 1000 Euro. Die Frau bekommt Unterhalt von 553 Euro für die zwei Kinder, Kindergeld von 328 Euro (was die Reportage übrigens gnädig verschweigt), 63 Euro als Unterhalt für sich selbst, und sie verdient durch einen eigenen Halbtagsjob 665 Euro. Zusammengefasst: Er hat 1000 Euro zum Leben, sie hat für sich und zwei Kinder 1609 Euro. Hm, was daran so fürchterlich ungerecht sein soll, erschließt sich mir jedenfalls nicht auf den ersten Blick ...
  • Und natürlich gleich als Aufmacher der Reportage die Vorzeige-Mama, die nur in Teilzeit arbeiten kann, weil sie sich um ihre beiden Kinder (10 und 12 Jahre) kümmern muss, also Hausaufgabenbetreuung und so - während unsere Gerichte alleinerziehenden Vätern wie selbstverständlich eine Vollzeitarbeit zumuten, und das durchaus auch bei jüngeren Kindern.

Sich aus der Wahrheit nur jenen Teil herauszupicken, der einem in den Kram passt, ist auch eine Form von Lüge. Vermutlich ist das sogar wesentlich wirkungsvoller als eine Lüge. Stellt sich mir nur die Frage: Hat der Stern hier "nur" schlampig recherchiert, oder ist das schon gezielte Propaganda?

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.

AntwortZitat
Geschrieben : 06.03.2009 19:48
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo Malachit.

Recht hast du. Hast du das schon an den Stern geschrieben?

Mach das doch.
Da hat das noch mehr Wirkung als hier.

Gruss Beppo


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 06.03.2009 19:57
(@malachit)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo Beppo,

Recht hast du. Hast du das schon an den Stern geschrieben?

Betrachte es als den Rohentwurf für den Leserbrief, den ich dieses Wochenende schreiben werde.

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.

AntwortZitat
Geschrieben : 07.03.2009 02:30
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

:thumbup: :thumbup:


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 07.03.2009 06:43