Ist die Schule da bzgl. Religionsunterricht so streng?
Bei uns ist das z.B. kein Problem, wenn ein Kind den Religionsunterricht einer anderen Konfession besuchen möchte - die aufgeschlosseneren Lehrer freuen sich sogar über die Neugierde der Kids. 😉
lg
vj
Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)
Aha, bei euch gehören also alle Kinder einer Religion an? Also bei uns gab es evangelische, katholische, muslimische und sogar Mormomen und keinem Kind ging es deswegen schlechter oder besser. Auch der Religions-Unterricht wurde nicht zwangsläufig nach Religion der Eltern gewählt. Es gab sogar Muslime im evangelischen Unterricht.
Taufen kann man sich übrigends jeder Zeit lassen, gibt sogar Leute, die tun das erst mit 14 oder sogar erst mit 40 und das kommt dann wohl eher aus Überzeugung, als im Baby- oder Kindesalter, in dem man noch gar nicht versteht, wozu das alles gut sein soll. Dem da oben ist das, wenn man den ganzen Glaubensrichtungen mal Gehör schenkt auch relativ Wurschd, denn er liebt ja alle seine Schäfchen auch wenn sie mal vom rechten Weg abkommen oder ihn noch nicht gefunden haben, also wozu die Eile?
LG, das Schwarzwaldmädel
Moin,
es würde den Kindern zumindest bringen 'weniger anders' zu sein als ihre Klassenkameraden.
sollte diese Form der Gleichschaltung wirklich ein erstrebenswertes Ziel sein? Dann muss man seinen Kids auch Spielkonsolen, Handies und die "richtigen" Klamotten kaufen, damit sie sich nicht wie "outlaws" fühlen, wenn andere Kinder sowas haben...
Meine Kinder (beide aus o. a. Gründen nicht getauft; sie haben bei ihrer Geburt schliesslich auch keine Mitgliedschaft der von ihren Eltern bevorzugten politischen Partei bekommen) haben jedenfalls früh gelernt, dass es kein erstrebenswertes Ziel ist, "mainstream" zu sein und sich vorzugsweise an anderen zu orientieren - sondern eigene Überzeugungen zu haben und zu vertreten. Deshalb konnten sie sowohl den katholischen als auch den evangelischen Religionsunterricht besuchen und sich ein eigenes Bild machen. Taufen lassen wollten sie (inzwischen 19 und 22) sich bis heute nicht...
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo,
also "umtaufen" halte ich weder für zweckmäßig noch für erforderlich.
Probleme könnte es mit dem Religionsunterricht geben, aber wenn sowohl die Kinder als auch die Eltern evangelischen Religionsunterricht wünschen sollte die Schule auch nichts dagegen haben.
Ansonsten können die Kinder selbst entscheiden ob sie zu gegebenem Zeitpunkt konfirmiert werden wollen oder nicht. Bei einer Konfirmation sagt übrigens jeder selbst noch einmal "ja" zu seiner eigenen Taufe.
LG Susi
Hallo
ich hatte mich ja schon ganz allgemein geäußert. Nun kann ich ja noch schildern, wie es bei uns war.
Ich bin nicht getauft und religionsfrei (nee eher atheistisch durch meinen Vater, der ist Kirchengegner, meine Mutter eher unentschieden) erzogen worden, hatte aber als Kind Christenlehre (evangelisch), wir haben auch ein paar Fahrten mitgemacht udn eine zeitlang minimal am Gemeindeleben teilgenommen. Wahrscheinlich ist da was hängengeblieben, denn als mein jetziger Mann kirchlich (evangelisch) heiraten wollte, war ich einverstanden, und habe das mitgetragen. Hat mir auch sehr gefallen übrigens.
Nun war mein Sohn (aus 1. Ehe, auch nicht getauft, wie ich) auch nicht abgeneigt, zum Konfi-Unterricht zu gehen, und sich mit dem Thema dadurch mehr zu beschäftigen. Natürlich nicht ganz von allein, sondern durch meinen Mann - naja - leise geschubst würde ich mal sagen. Bevor er dahin ging habe ich mit meinem Ex, seinem Vater, geredet und ihm erklärt, dass es ein probieren ist, es kann sein Sohni findet es doof, es kann sein, er fühlt sich dort gut aufgehoben = hat zur Folge Taufe/Konfirmation (geht für Sohni übrigens auch wenn wir Eltern nicht getauft sind). Auch Vater und Sohn haben wohl mal darüber geredet, jedenfalls hatten wir es Sohni aufgetragen, dass er sich auch dort mal dazu äußert, um das Gespräch darüber, welches ja durchaus Grundsatzcharakter für einen heranwachsenen Menschen hat, zu fördern.
Geleitet wurde ich wohl auch, weil ich selbst als Kind diese Seite "probieren" konnte, trotz Abneigung meines Vaters, und das wollte ich meinem Sohn nun auch nicht vorenthalten. Das Ergebnis ist offen, also wie er als Erwachsener damit umgehen wird, aber ich habe ihm die Möglichkeit gegeben. Das war mir wichtig. Auch wenn ich nicht der Motor war, sondern durch meinen Mann, also den Stiefvater, darauf gebracht wurde. Der leibliche Vater steht dem offen gegenüber, er ist kein Fan davon, aber toleriert es. Bei uns im Stadtbezirk (ich kann da nicht von ganz B. sprechen) ist es ja eher die Ausnahme und die meisten Kinder werden zur Jugendweihe gehen. Nur 3-4 gehen zum Konfi-Unterricht und somit dann zur Konfirmation.
Und @schwarzwaldmädel, ich finde den Ethik-Unterricht auch besser als Reli in der Schule, weil Ethik alles umfasst, wie du schon sagst, und Religion zu Hause gelebt und gelehrt werden sollte, mit Unterstützung des außerschulischen Christenlehre, oder Konfi-Unterricht / weiß nicht wie es bei den Katholiken heißt.
Vor allem der Alltag entscheidet, und wenn die Werte die man selbst hat, die man somit auch vermittelt und anerzieht, zufällig mit den christlichen übereinstimmen, dann passt es ja auch zusammen und ist nicht nur hohles Gerede da in der Kirche, sondern findet Eingang in die eigenen Entscheidungen, in den Alltag, ins eigene Leben. Das ist doch entscheidend.
ligr ginnie
Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
Hallo habakuk,
so jetzt hab ich erstmal nochmal genau durchgelesen wie alt die Kinder sind. Der 9 Jährige hatte schon seine Kommunion? Denn du sprichst immer von der Firmung... ist die Firmung nicht erst viel später?
Was ist denn mit den Taufpaten der Kinder? Denn diese sind für die religiöse Erziehung zuständig nicht wie hier oft geschrieben die Eltern.
Mein Sohn wurde als Baby nicht getauft, genau wie sein Opa und ich.
Allerdings habe ich es als meine Aufgabe gesehen Religion mit einzubinden als Allgemeinbildung wie ich es auch mit anderen Themen gemacht habe.
Nach seiner Einschulung hat er mir eröffnet das er sich taufen lassen möchte und somit hat er sich mit 5 jahren taufen lassen, seitdem ist er mehr oder weniger aktiver Prostestant in seiner Gemeinde 🙂
Interessant fand ich im Gespräch mit der Pfarrerin als sie mir erklärte die Taufe ist das Einzige was von beiden Kirchen gleichermaßen anerkannt ist, sprich es zählt vorrangig das getauft wurde. Spannend fand ich auch als sie mir sagte das es quasi genügt wenn 1 Mitglied der Familie im Haus getauft ist und das für den Rest der Familie mitzählt.
Letztendlich sollte man sich hinterfragen für wen jetzt aktuell diese Frage wichtig ist. Haben die Kinder mit ihrer Religion ein Problem? Oder ist es wirklich nur der Gedanke damit alle gleichmäßig sind?
Gruss
Kruemel2
Moin
Spannend fand ich auch als sie (die Pfarrerin ist gemeint) mir sagte das es quasi genügt wenn 1 Mitglied der Familie im Haus getauft ist und das für den Rest der Familie mitzählt.
Mit Verlaub - tickt diese Person noch richtig? Arroganter bzw. selbstherrlicher geht es wohl kaum. Und ich meine damit diese eine Person mit ihrer Auslegung - sonst niemanden. Hoffentlich ist ihre Aussage nicht auch vererbbar gemeint.
Aber es ist wohl besser und angebracht, lediglich hier die Kinder zu betrachten und nicht noch Ausschweifungen über Glauben, Religion oder sonstwas nachzugehen.
Gruss oldie
Edit: Letzten Satz hinzugefügt.
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Hallo Oldie,
hmm ich glaub ich habs zu dusselig geschrieben das war von ihr nicht arrogant gemeint sondern sie hat mir das eher Kirchengeschichtlich erklärt, es ist nicht zu verstehen das wenn einer getauft ist die ganze Familie der Kirche angehört, sondern eher das Haus ist gesegnet... hört sich immernoch seltsam an aber ich bekomms grad net anderst hin lach.
Die Pfarrerin ist sehr sympathisch und engagiert das habe ich auch schon anderst erlebt, ein Pfarrer hat mir mal erklärt wenn die Mutter (in diesem Fall war ich ja allein, sonst sind auch die Eltern gemeint) nicht getauft ist, tauft er auch die Kinder nicht
Gruss Kruemel2
Hi kruemel2
Ich denke mal, ich habe es schon richtig verstanden. Es geht mir um die Deutungshoheit, welche hier auch über Menschen erhoben wird, die (selbst erklärtermassen) einer anderen Konfession angehören (könnten). Deren persönliches Glaubensbekenntnis wird einfach ignoriert - die eigene Auffassung wird anderen dem Prinzip nach übergestülpt. Und es geht mir auch nicht um den Mensch Pfarrerin, sondern wirklich nur um die Deutungshoheit. Ist die Pfarrerin persönlich dieser Auffassung, dann soll sie das bitte für sich behalten, aber nicht als Gegebenheit postulieren. Das wäre ansonsten eine Einmischung in die Religionsfreiheit Andersdenkender und würde aus meiner Sicht, welche hier nunmal atheistisch ist, ein verdammt schlechtes Bild auf der Pfarrerin's Religion werfen. Anders gesagt, ich würde dies als Angriff auf mein Selbstbestimmungsrecht durch ihre Glaubensgemeinschaft - wenn diese der gleichen Ansicht ist/wäre - interpretieren. Ist das so schwer verständlich? Würde so nicht jeder im gewissen Sinn reagieren? Sicher, ich könnte auf Gleichgültigkeit schalten, einfach Gesagtes ignorieren. Doch es würde sich dann auch nichts ändern. DAS wäre nun aber nicht mit meinem "Glauben" vereinbar, welcher sich eine bessere Welt wünscht. 🙂
Gruss oldie
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Früher reichte es ja sogar, dass sich der Fürst für eine religiöse Geschmacksrichtung entschieden hat um seinen ganzen Sprengel von dieser zu überzeugen. 😉
Deswegen gibt es ja noch bis heute einen katholischen Süden und einen protestantischen Norden.
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Deswegen gibt es ja noch bis heute einen katholischen Süden und einen protestantischen Norden.
Und mittendrin das rote Berlin. Und - mittlerweile haben die Menschen die Keule und den Faustkeil abgelegt, den Rest schaffen sie auch noch.
LG oldie
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Und mittendrin das rote Berlin.
Mit evangelische und katholischen Kirchen, Moscheen und Synagogen... und das ist auch gut so. 🙂
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
@ Krümel2
Hallo !
Das Thema ist zwar schon fast ein bischen älter, aber macht ja nix.
Da ich nicht katholisch bin bringe ich Kommunion und Firmung immer durcheinander. Es war Kommunion gemeint.
Das Gesamtproblem ist jetzt nicht mal so sehr die 'Gleichförmigkeit', sondern das ja mit der Konversion der Mutter hier durchaus Konflikte auftreten, da die Eltern ja die katholische Lehre beide nicht mehr teilen.
Das fängt dann ja durchaus auch beim Religionsunterricht an, und geht weiter über Probleme die sich daraus ergeben das die Kinder ja auch nach der Kommunion dazu motiviert werden weiter in der katholischen Kirche aktiv zu sein - was die Eltern nicht unterstützen.
Und zum Thema Paten: Die Theorie das ja die Paten die religiöse Erziehung der Kinder übernehmen sollen und nicht die Eltern ist ja wohl ohnehin eher rein theoretisch, schon da es wohl heute ehere die Regel als die Ausnahme ist das diese gar nicht in der Nähe der Kinder wohnen. Eine religiöse 'Erziehen' bei maximal 2 Besuchen im Jahr ist wohl eher überschaubar.
Ich bin ohnehin mal gespannt was die katholische Kirche zu dem Thema sagt - wenn diese 'auf dem Dienstweg' von dem Konvertieren der Mutter erfahren.
