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Zweitehe - Konfession der Kinder

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(@habakuk)
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Hallo !

Ich habe hier folgende Konstellation, zu der ich noch nicht wirklich eine Antwort gefunden habe:

Patchworkfamilie, 2 Kinder der Frau (5 und 9) leben in der Familie (GSR).
Frau ist katholisch, neuer Ehemann evangelisch. Der leibliche Vater der Kinder ist überzeugter Atheist.

Die Frau möchte jetzt konvertieren, wird also evangelisch.

Was wird nun mit den Kindern? Der Leibliche Vater wird einem Konvertieren der Kinder 'aus Prinzip' nicht zustimmen. Nicht aus irgendwelchen rationellen Gründen, sondern weil er grundsätzlich alles Boykottiert was nicht seine Idee ist.

Müssen die Kinder jetzt katholisch bleiben - wo ja davon auszugehen ist das fortan weder Mutter noch Stiefvater die Pflege des katholischen Glaubens pflegen und förder werden - oder ist ein Wechsel auch ohne Zustimmung des leiblichen Vaters möglich ?

Gruß

Habakuk


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 28.03.2011 22:53
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin,

der atheistische Vater hat einmal zugestimmt, dass die Kinder katholisch erzogen werden. Jetzt konvertiert die Mutter, also soll er wieder zustimmen. Wenn sie nach einem Anhänger des evangelischen Glauben zu einem Mormonen, Juden, Moslem zieht und mit dem die Ehe begründen will, soll der Vater auch zustimmen?

Warum lasst ihr die Kinder nicht einfach ihren eigenen Glauben entwickeln, wenn sie so weit sind?

Ich als Vater würde nur sagen: NJET!

Entweder habe ich einen Glauben und lebe den oder ich lass es bleiben. Und wenns egal ist: warum konvertiert denn der neue Mann nicht zum Glauben von Frau und Patchworkkindern?

LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 28.03.2011 22:56
(@habakuk)
Nicht wegzudenken Registriert

Tja,

ansich würde ich dem 'eigenen Glauben entwickeln lassen' schon zustimmen, nur wie soll das praktisch aussehen ?
Der 8 Jährige meldet sich dann selber zur Firmung an - und organisiert die Feier dazu?
Die Kinder, die immer mit Ihren Eltern in die ev. Kirche gehen dürfen dann nicht zur Konfirmation, denn sie sind ja katholisch?
Vorallem, kommt noch ein Geschwisterchen dazu, dann wird das auch evangelisch ...

Konvertieren kommt für den Mann nicht in Frage - aus fundierten theologischen und dogmatischen Gründen, die selbst die ehemals erzkatholische Ehefrau zum Wechsel bewogen haben.

Hier jetzt den Vergleich mit einer Sekte anzubringen halte ich für unpassend. Nicht alles was Hinkt ist auch ein guter Vergleich ...

Das ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 28.03.2011 23:06
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin,

wo ist bitte ein Sektenvergleich? Ich will damit bloß sagen, dass ich als Elternteil (zumal als Atheistischer!) auch nicht einverstanden wäre, wenn die Kinder den Glauben wechseln sollen, nur weil KM einen neuen Mann mit neuer Religion/Weltanschauung hat.

Und zum Thema Organisation der Firmung/Kommunion, etc.: Das können die Kinder als junge Erwachsene von selbst entscheiden, ob sie das für nötig befinden und dann ggf. nachholen. Wie ihr das beim gemeinsamen Kind macht, bleibt ja euch überlassen. Und wenn eure evangelische Erziehung "funktioniert", dann werden die Kinder nach dem 18. Geburtstag schon die eigenen Entscheidungen diesbezüglich treffen.

LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 28.03.2011 23:21
(@habakuk)
Nicht wegzudenken Registriert

Naja, Mormonen sind nunmal eine Sekte.
'Zustimmen' würde ich das damals vom Vater nicht wirklich nennen. Das war 'mir egal - lass mir meine Ruhe damit !'.
Hätte der Vater da jetzt irgendwelche triftigen Gründe für die Weigerung, dann wäre das eine andere Situation, aber die Haltung ist halt 'Ich mach aus Prinzip nicht was andere wollen' - und das durchgängig mit allem.

Sicher kann sich ein Kind mit 18 selber entscheiden (Sogar mit 14 - dann ist man in D religionsmündig). Es stellt sich halt nur die Frage wie es für das Kind ist wenn alle Klassenkameraden aus der Relistunde in den Kommunionunterricht gehen - nur es selber nicht weil es sich ja später selber entscheiden soll .....
Theorie = Praxis ?

Allerdings klärt das alles die eigentliche Rechtsfrage nicht.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 28.03.2011 23:29
(@ginnie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo

aus wikipedia:

"In Deutschland ist die Religionsmündigkeit im Gesetz über die religiöse Kindererziehung vom 15. Juli 1921 geregelt. Bereits ab Vollendung des 10. Lebensjahres ist das Kind zu hören, wenn es in einem anderen Bekenntnis als bisher erzogen werden soll. Ab Vollendung des 12. Lebensjahres darf ein Kind nicht mehr gegen seinen Willen in einem anderen Bekenntnis als bisher erzogen werden. Ab Vollendung des 14. Lebensjahres wird in Deutschland eine uneingeschränkte Religionsmündigkeit erworben.

Die Religionsmündigkeit beinhaltet sowohl das Recht, aus der bisherigen Religionsgemeinschaft auszutreten als auch das Recht, sich einer anderen Religionsgemeinschaft anzuschließen. Mit Eintritt der Religionsmündigkeit kann das Kind eigenverantwortlich entscheiden, ob es am Religionsunterricht teilnehmen möchte oder nicht."

Somit , wenn die Kinder später (in der 7. Klasse) zum evang. Konfimationsunterricht gehen, ist die Zustimmung des Vaters gar nicht mehr nötig. Die Kinder sind zum Zeitpunkt der konfirmation dann sowieso religionsmündig. Wenn im alltag der christliche Glaube eine Rolle spielt, und hier eben der evangelische, ist "von außen" eh nicht so viel zu ändern.

In den hier angefragten Fall würde also einfach der Alltag gelebt werden, in dem die katholischen Feiertage einfach mal ignoriert werden, es würde keine katholische Firmung stattfinden, es würde ein Kontakt in der evangelischen Gemeinde entstehen (wenn die Mutter/der Stiefvater dies pflegen), zB schickt man die Kinder zum Chor,  und in der 7. Klasse gehen die Kids dann zum evangel. Konfi-Unterricht, und dürfen das auch wenn sie selbst es wollen. Da kann man ohne schriftliche Zustimmung der Eltern teilnehmen.

ligr ginnie

PS @LBM, vielleicht war die Muter aus der Kindheit heraus katholisch, und findet evangelisch eben besser, hatte aber nie die Gelegenheit. Ich meine außerdem, Christ ist Christ, aber damit trete ich hoffentlich nicht irgendjemanden auf die Füsse...


Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist

AntwortZitat
Geschrieben : 28.03.2011 23:37
(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi

Ich will damit bloß sagen, dass ich als Elternteil (zumal als Atheistischer!) auch nicht einverstanden wäre, wenn die Kinder den Glauben wechseln sollen, nur weil KM einen neuen Mann mit neuer Religion/Weltanschauung hat.

Ganz genau. Denn was ist dann der Glaube, wenn er als Folgeerscheinung zwischenmenschlicher Beziehung - ich sage mal bewusst provozierend - beliebig wird? Wer Achtung vor dem anderen Menschen neben sich hat (und sei es das eigene Kind) "zwingt" ihn nicht in einen bestimmten Glauben, weder als Erwachsenen und schon gar nicht als Kind. Sowas aber auch nur ansatzweise über rechtliche Fragen und damit über die Gesetzgebung zu klären zeugt von Unglaube, von Willkür. Wenn ein 5- oder 8-jähriges Kind den Unterschied zw. katholischem und evangelischem Glauben klar unterscheiden (und aussprechen) kann - bitte. Alles andere aber ist Dogmatismus durch die Eltern/den Elternteil.

Den Anhängern des Atheismus wurde – und wird zum Teil noch immer – vor allem von konfessionell Gebundenen unterstellt, dass mit dem fehlenden Glauben an Gott die Verneinung moralischer Werte im Sinne eines Nihilismus einhergehe. So bezeichnet der evangelikale Religionswissenschaftler und Publizist Ravi Zacharias den Atheismus als „jeden Wertes beraubt“ und bestreitet, dass es fundierte moralische Prinzipien ohne Rückgriff auf höhere Wesen geben könne.

Auch empirisch ist das Verhältnis von Religion und Moral nicht geklärt. Einige Untersuchungen legen nahe, dass persönliche Moral nicht von persönlicher Religiosität abhängig ist. So fand z. B. Franzblau[30] bei Atheisten größere Ehrlichkeit, und Ross[31] bei Atheisten größere Hilfsbereitschaft gegenüber Armen.

Quelle

Bist Du Dir sicher, dass der KV ein "überzeugter" Atheist ist oder wird ihm lediglich Ungläubigkeit in Glaubensangelegenheiten unterstellt und somit moralische Verkommenheit und Querdenken? Auch ich bezeichne mich als überzeugten Atheisten, und dieser Glaube ist sehr stark. Lediglich ein göttliches Wesen fehlt darin.

Gruss oldie

PS: Und wenn Mutti die Absicht hat, 800km zurück an ihren Geburtsort zu ziehen, haben die Kinder hinterher zu dackeln. Prost.


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.03.2011 00:18
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin.
Wenn die Kinder selbst auch konvertieren möchten, vielleicht können sie ihren Vater ja selbst von ihrem Wunsch überzeugen.

Aber mal so am Rande.

Was sind denn das genau für "fundierte theologische und dogmatische" Gründe?

Anscheinend haben sich diese den anderen, mindestens 6 Mrd. Nichtprotestanten bisher auch nicht erschlossen.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.03.2011 01:04
(@schwarzwaldmaedel)
Nicht wegzudenken Registriert

Nur mal so am Rande: Ethikunterricht beleuchtet alle gängigen Religionen und öffnet damit so manchen Horizont. Es gibt nicht diese EINE, RICHTIGE Religion. Im Ethikunterricht geht es um die Werte verschiedener Kulturen und Epochen, die man im "normalen" Religionsunterricht gar nicht kennen lernt und ich sprech da aus eigener Erfahrung. Ich war sogar schon im Ethikunterricht und als ich mich hab konfirmieren lassen, das eine schließt also das andere nicht aus.  😉

Gerade bei so persönlichen Dingen wie der Religion, sollte man den Kindern die Zeit und die Möglichkeiten geben, ihre eigene Sicht der Dinge zu entwickeln und  "Religionshopping" ist sicherlich keine Entscheidungshilfe. Es gibt auch durchaus Ehen, in denen der eine katholisch und der andere evangelisch ist und die Kinder sind weder getauft noch sonst was, weil sie später selbst entscheiden sollen. Ich glaube auch nicht, dass sie dadurch einen Schaden davon tragen. Vielmehr lernt man, dass man auch friedlich zusammen leben kann, selbst wenn man an verschiedene Dinge glaubt und man nicht konfirmiert wird, weil man dann eine große Feier und viiiiiiiiel Geld bekommt.  :knockout:

LG, das Schwarzwaldmädel


AntwortZitat
Geschrieben : 29.03.2011 01:19
 vj
(@_vj_)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi Habakuk,

Ich wurde sehr katholisch erzogen und dachte einige Zeit sogar daran, einen Beruf in der katholischen Kirche zu ergreifen - seit ca zwei Jahren bin ich jedoch Mitglied einer Baptistengemeinde und habe mich vor kurzem auch taufen lassen (obwohl ich als Baby natürlich "katholisch getauft" wurde).
Was ich dabei gelernt habe: Glaube ist unglaublich mehr wert und wird viel bewußter gelebt, wenn man sich als mündiger Mensch selbst und aus freiem Willen dafür entscheidet, als wenn man als Kind nach den (in dem Alter noch unverständlichen) Regeln irgendeiner Glaubensgemeinschaft erzogen wird.

Gebt den Kindern die Chance, verschiedene Religionen kennenzulernen. Erklärt ihnen, dass sie auf dem Papier zwar katholisch sind, aber eben ab einem gewissen Alter das Recht haben, selbst zu entscheiden.
Und ich denke, für die Kids ist es eigentlich egal, welches Bekenntnis da in ihren Papieren steht. Sie werden sich sowieso irgendwann für einen Glauben oder Nicht-Glauben entscheiden - ihr könnt sie unterstützen, damit sie diese Entscheidung aufgrund fundierter und umfassender Informationen treffen und nicht aufgrund von vorurteilsbeladenem Halbwissen.

Es ist ein sehr wertvolles Geschenk, wenn man tatsächlich die Chance hat, im Glauben seinen eigenen Weg zu wählen.

lg
vj

P.S.: Meine Stieftochter wächst nun bei einer gläubigen Baptistin und einem Agnostiker auf... - auch das funktioniert.  😉


Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)

AntwortZitat
Geschrieben : 29.03.2011 10:55




(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hi,

da kann ich vj nur zustimmen. Meine Kinder sind auch nicht getauft und sind doch mit uns in einer FEG beheimatet. Aber die Entscheidung wie sie ihren Glauben (oder auch Nichtglauben) später gestalten wollen werden sie selbst tereffen. Natürlich werden sie durch uns geprägt, aber sie lernen auch andere Glaubensrichtungen und Gemeinden kennen.
Von daher finde ich einen Übertritt zu was auch immer nicht gerechtfertigt. Sie sollen das für sich selbst entscheiden dürfen.

Ich kenne viele Katholiken, die mit so einigem ihrer Lehre nicht einverstanden sind und "anders" glauben, aber bewußt dort bleiben, weil sie nur so die Chance haben etwas zu verändern.

@ Beppo:

Zu den fundierten, dogmatischen Gründen. U.a. ist der das Amt des Papstes nicht unumstritten, die Heiligenverherung widerspricht dem was Jesus gepredigt hat und der Unsinn, das man nicht Gott direkt bitten darf, sondern über Maria an Jesus herantritt, der dann bei Gott nachfragt wird von so einigen mehr als kritisch gesehen. Das steht nämlich auch nirgends. Anders rum, Jesus spricht davon, das wir Gott in seinem Namen (und nicht über ihn als Vermittler) bitten dürfen. Aber ich fürchte damit trete ich jetzt nur ne Diskussion los 😉

LG Tina


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 29.03.2011 11:16
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

@Tina, das ist für einen Protestanten sicher alles überzeugend und fundiert, nur für die rund 95-98 % der Weltbevölkerung die nicht evangelisch sind, eben nicht und das sollte man auch respektieren.

Im Ergebnis sind wir ja auch einer Meinung, ich habe mich nur daran gestört, dass Habakuk das scheinbar zu einer allumfassenden und unumstößlichen Wahrheit deklarieren möchte, womit ich ein Problem habe.

Glauben heißt nicht wissen und der Herr wird sicher keins seiner Schäfchen in die Hölle stoßen, nur weil es das falsche Buch liest oder an Fluss- und Baumgötter glaubt.
Schon gar nicht, wenn es Kinder sind, die von ihrem Vater am rechten Glauben gehindert werden sollen

Gruss Beppo
Evangelisch getauft aber an Religionen eher aus Neugier interessiert.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.03.2011 11:29
 Xe
(@_xe_)
Registriert

Hai,

ich bin der von VJ erwähnte Agnostiker, ein empirischer noch dazu. Ich halte auch den Atheismus für einen Glauben, genauer, die Wahl, den Glauben an Gott, Jesus und je nach Glaubensrichtung weiteren Sachen wie Heiligen etc. abzulehnen. Genau betrachtet ist Atheismus aus meiner Sicht eine Art ungerichtete und desorganisierte Religion, was nicht falsch ist.

Der Punkt an der Sache ist für mich, dass Glauben oder Nichtglauben eine persönliche Sache und auch Entscheidung ist. Jeder trägt irgendeine Art der Ethik und auch des Glaubens in sich, und das ist ein Teil der Identität. Es ist aus meiner Sicht aber schon durch mein eigenes Handeln beweisbar, dass Ethik und Glaube einander nicht bedingen, sondern sich zwar verstärken können, aber auch unabhängig voneinander existieren können.

Ich muss sagen, dass ein Religionswechsel nur aus dem Grund, dass die Mutter ihren Glauben wechselt schlicht falsch.
Es ist dann ein aufgeprägter Glaube, oder eher eine erzwungene Religionszugehörigkeit, die mit Glauben, als Religiosität, nichts zu tun hat. Wenn der evangelische Glaube gelebt wird, und nicht in die Bigotterie abrutscht und zum Scheinglauben wird, werden die Kinder das sehen.

LG Xe


AntwortZitat
Geschrieben : 29.03.2011 12:00
(@staengler)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Für meinen Teil möchte ich hier nur anmerken, dass mir jede form des Missionierens suspekt ist.

Warum behält die Frau nicht einfach ihren katholischen Glauben?

Für mich liest sich der Eingang des Fadens so, als wäre sie vom neuen Partner "bekehrt" worden.

Und hier sehe ich das Problem sehr vieler Religionen.

Für mein Gefühl sollen sie dem Menschen dienen, für sich selbst eine ethischen und/oder moralische Basis zu schaffen.

Aber ich sehe keinen Sinn darin andere Menschen davon zu überzeugen, dass meine Religion besser sei als eine andere.

Gruß, Michael


sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle

AntwortZitat
Geschrieben : 29.03.2011 12:44
(@habakuk)
Nicht wegzudenken Registriert

Das hat weder was mit 'Bekehren' noch mit 'Missionieren' zu tun.
Sie ist einfach zu der Erkenntniss gelangt das ihre Kirchensteuer in der ev. Kirche wohl besser aufgehoben ist, zumal sie seit Jahren in keiner katholischen Messe mehr war sondern immer in ev. Gemeinden und Gottesdiensten.
Der Part das sie nach katholischer Theologie ja jetzt mit einem zweiten Ehemann eine Ehebrecherin ist und somit aufgrund des schweren Sündenfalls in einer katholischen Kirche eigentlich nichts mehr verloren hat war nur einer der Beweggründe ihr sowieso bestehendes Handeln auch formell umzusetzen.
Ob sie katholisch werden wollte oder nicht hat sie ja - wie ja bei den aller meisten Kindern - niemand gefragt.

Nach der hier bestehenden Meinung ist es ja ohnehin schon verwerflich ein Kind überhaupt taufen zu, geschweige denn dann zur Firmung gehen zu lassen. Erst wenn es sich selber entscheiden kann ist das ja vertretbar.
Interessanter Aspekt, unter diesem Gesichtspunkt kommt ja grade nur die ev. Kirche oder eine Freikirche in Betracht - denn sonst wäre eine Entscheidung ja viel zu früh fällig ...

Der Vater ist übrigens Atheist das Typs "Ich bin das Zentrum der Welt. Ausser mir und meiner Meinung gibt es nichts von Bedeutung".


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 29.03.2011 14:53
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Der Vater ist übrigens Atheist das Typs "Ich bin das Zentrum der Welt. Ausser mir und meiner Meinung gibt es nichts von Bedeutung".

Gut, aber diese Argumentation teilt er ja mit nicht wenigen dogmatischen Verfechtern ihrer jeweiligen Glaubenslehre und ist nicht weniger überzeugend als diese.

Ich halte die Meinung des Vaters, sich einer Änderung zu widersetzen für mindestens so überzeugend, wie die, diese nun herbei zu führen.
Auch wenn ich sie nicht kenne.
Auf jeden Fall ist seine Haltung zu respektieren.

Gruss Beppo


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.03.2011 15:00
(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi

Nach der hier bestehenden Meinung ist es ja ohnehin schon verwerflich ein Kind überhaupt taufen zu, geschweige denn dann zur Firmung gehen zu lassen.

Nun, indirekt hat hast Du vermutlich die gleiche Einstellung, denn wie sollte sonst

Ob sie katholisch werden wollte oder nicht hat sie ja - wie ja bei den aller meisten Kindern - niemand gefragt.

verstanden werden? Eben aus diesem Grund halte ich Konfessionen für schädlich, welche den Kindern keine Wahlmöglichkeit lassen und in sehr frühem Alter diese formal aufnehmen (Taufe, Konfirmation), ohne das diese in der Lage wären, nein sagen zu können. Zu Ende gedacht würde sich das wahrscheinlich so äussern, das besagte KM gar nicht konvertieren müsste, da sie - bei vorhandener Wahlmöglichkeit - gleich die richtige Religion gewählt hätte. Aber eben erst dann, wenn die Zeit dazu gekommen ist, sie die jeweiligen Werte auch verstehen tut und danach leben möchte. Darunter verstehe ich Freiheit der Religionsausübung. Aber bitte auch für Kinder, und nicht nur deren Eltern.

Gruss oldie


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.03.2011 15:53
(@united)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin,

kann derzeit nicht überblicken, ob die Ausgangsfrage hier schon beantwortet wurde:

Müssen die Kinder jetzt katholisch bleiben - wo ja davon auszugehen ist das fortan weder Mutter noch Stiefvater die Pflege des katholischen Glaubens pflegen und förder werden - oder ist ein Wechsel auch ohne Zustimmung des leiblichen Vaters möglich ?

Wenn Mama und Papa sich nicht einigen können, kann KM eine Einigung nach §1628 BGB anstreben (alleine darf sie nicht entscheiden).

Da sich aber auch Richter mit der Beurteilung schwer tun, welche Religion für das Kind denn das Beste ist, muss da nix bei raus kommen.

Siehe beispielsweise hier.

Ob es nach den Vorstellungen des Antragstellers dem Kindeswohl besser dient, wenn das Kind J… aus der katholischen Kirche wieder austritt und damit seine religiöse Orientierung offen gehalten wird, bis es aus Altersgründen in der Lage ist, selbst zu entscheiden, welcher Religionsgemeinschaft es angehören will, ist fraglich.

Sollte die Frage - für den protestantischen Norddeutschen nicht erkennbar - bereits beantwortet worden sein, werde ich bei Gelegenheit um Vergebung bitten ...

Besten Gruß
United


AntwortZitat
Geschrieben : 29.03.2011 16:28
 vj
(@_vj_)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi,

Nach der hier bestehenden Meinung ist es ja ohnehin schon verwerflich ein Kind überhaupt taufen zu, geschweige denn dann zur Firmung gehen zu lassen. Erst wenn es sich selber entscheiden kann ist das ja vertretbar.

Verwerflich würde ich jetzt nicht direkt sagen - eher schlicht nicht zielführend, weil es nun mal eine Tatsache ist, dass man niemanden zu irgendeinem Glauben zwingen kann.
Und in meinen Augen versucht man aber genau das, wenn man ein Kind "tauft" oder firmen läßt. Die jeweilige Kirche versucht damit, ein unmündiges Kind zu vereinnahmen - oft auch mit dem Ziel, die eigenen Mitgliedszahlen in die Höhe zu treiben oder weil sie der Meinung ist, sie allein wäre die einzig heilsbringende Institution mit der einzig gültigen Wahrheit.

Und "taufen" habe ich hier bewußt unter Anführungszeichen gesetzt, weil einer Taufe lt. biblischer Definition immer eine bewußte Entscheidung für Gott vorangeht, die ein Kind eben einfach noch nicht treffen kann.
Gegen eine Kindersegnung oder dagegen, dass die Kinder den Religionsunterricht oder die Sonntagsschule oder was auch immer besuchen, ist ja nichts zu sagen - solange sie auch die Gelegenheit bekommen, andere Religionen kennenzulernen und später eine eigene Entscheidung treffen dürfen.

Gegenfrage: Was würde es den Kindern bringen, wenn sie nun in ihrem Alter "zwangskonvertiert" werden würden?

lg
vj


Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)

AntwortZitat
Geschrieben : 29.03.2011 16:34
(@habakuk)
Nicht wegzudenken Registriert

Naja,

es würde den Kindern zumindest bringen 'weniger anders' zu sein als ihre Klassenkameraden.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 29.03.2011 17:04




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