Hallo an alle,
immer mal wieder suche ich ("Zweitfrau" seit 3 Jahren, Lebensgefährte mit 7 Jähriger Tochter aus erster Ehe und gemeinsamer Tochter, nun ein Jahr alt) hier Rat.
Meist schreibe ich dann unter "Zweitfrauen", doch habe ich damit gar nicht so große Probleme mehr, sondern eher allgemeine Fragen, da sich die Situation der Beiden (Lebensgefährte und seine Tochter) ständig ändert. So poste ich diesmal unter "Die Kinder", denn darum geht es jetzt auch eher.
Also: Die Kleine geht nun in die zweite Klasse und hat leider nach der ersten Klasse eine recht schlechte Beurteilung bekommen. Er sieht sie sehr oft (jedes zweite Wo und jeden Mi und Do abend) doch sind dann meist die Hausaufgaben erledigt (oder sollten es sein). Es ist nicht so einfach auf dem neuesten Stand zu sein, was die Schule angeht, da der Informationsfluss zwischen den Eltern nicht gut läuft.
Nun kam die Kindsmutter vor ca. einem Monat auf meinen Lebensgefährten zu; sie möchte dass die Tochter weniger oft bei ihm ist, sie bräuchte mehr Kontinuität im Leben.
Sie schlug vor, dass sie nur noch alle zwei Wochen am WE bei ihm ist. Alternativ schlug sie vor, dass sie ansonsten auch tauschen könnten, sprich, das Kind würde bei ihm leben und jedes zweites Wochenende zur Mutter kommen. Das ist aber ganz sicher nicht gewünscht von der Tochter und das weiss die KM auch.
Wir wohnen alle sehr nah beieinander, die jetzige Regelung hat sich eigentlich ganz gut eingespielt, mir erscheint die Kleine ganz glücklich damit.
Sie hat aber während der Schulferien tatsächlich geäußert, dass sie sich hin- und hergerissen fühlt. Da kam mein LG natürlich ins Grübeln, auf Nachfrage hat er erfahren, dass die Kindsmutter während der Schulferien gearbeitet hat und die Tochter jeden Tag woanders untergebracht war. Möglicherweise liegt da der Grund für die Unzufriedenheit der Tochter.
Mein Lebensgefährte hat, auch nach Rücksprache mit der Tochter abgelehnt, die Kleine seltener zu holen. Hat aber angeboten, die Kindsmutter zu entlasten und die Kleine an den Mi und Do direkt von der Schule abzuholen. Dies wurde aber abgelehnt.
Nun teilt man ihm letzte Woche mit, dass die Kindsmutter mit ihrem neuen Mann ein Haus gekauft hat, ca 20 km entfernt. Das bedeutet natürlich auch ein Schulwechsel der Kleinen. Der würde auch noch in diesem Schuljahr stattfinden. Natürlich ist es schade, dass sie wegzieht und es wird hart werden, die Umgangsabende innerhalb der Woche einzuhalten. Aber problematisch ist nun für meinen LG zu sehen, dass seine Tochter natürlich weint, wenn sie an einen Schulwechsel denkt, die Kindsmutter da aber darüber hinweg geht mit Bemerkungen wie "sie wird schon nicht dran sterben".
Am neuen Wohnort gibt es keine Schule, die nach der Lese- und Schreiblernmethode vorgeht, wie sie an der jetzigen Schule in den ersten beiden jahren gelehrt wird.
Jetzt hat mein Lebensgefährte vorgeschlagen, dass die Kleine nach dem Umzug ein halbes Jahr bei uns lebt, also noch die zweite Klasse in ihrer alten Schule beendet, und dann zur Mutter zieht. Schulisch gesehen macht das sicher Sinn.
Aber wie gut verkraften wir als Familie das? Ich mag da gar nicht dran denken, dass sie ein halbes Jahr hier ganz normal lebt, um dann wegzugehen. Auch für meine kleine Tochter finde ich das richtig traurig.
Es ist abzusehen, dass die Kindsmutter immer weiter Druck machen wird, bis die Kleine wirklich nur noch alle zwei Wochen kommt. Anscheind hat sie schon zum neuen Schuljahr versucht diese Situation vorweg zu nehmen.
Und ich frage mich, was ist denn nun wirklich das beste für das Kind? Natürlich ist ein Haus super, sich mal richtig im Garten austoben und bewegen zu können. Aber dann den Papa und die kleine Schwester so selten zu sehen?
Habt ihr ein Meinung dazu?
Liebe grüße Polly
Moin Polly,
die Ex will Kontinuität in ihrem (?) Leben - das sind ihre Worte. Doch sie selbst trachtet danach, die Kontinuität abzuwandeln, wenn sie verlangt, den Umgang zu reduzieren und jetzt gar umzieht. Die Ex will also keine Kontinuität, sie will den KV ausbooten, reduzieren.
Die Idee, zum. ein halbes Jahr die Lütte bei euch aufzunehmen halte ich für überlegenswert. Gerade im Hinblick auf die von der Ex gewünschte Kontinuität und die schulischen Probleme wäre ein Wechsel zudem in ein anderes Lernsystem nicht die allerbeste Idee.
Wäre der dauerhafte Wechsel des Kindes zum KV nicht auch pfiffig? Hierzu müsste natürlich zunächst die Bereitschaft auf beiden Seiten genauestens ausgelotet werden und ggf. das Kind auch gefragt werden.
Eines ist sicher: Egal wie ihr euch verständigt, dem Kind wird es weh tun. Versucht nicht nach dem Motto "geringster Schmerz" zu planen sondern nach der Maßgabe "das beste für die Zukunft".
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
Hallo Polly,
du hattest folgendes geschrieben
Sie schlug vor, dass sie nur noch alle zwei Wochen am WE bei ihm ist. Alternativ schlug sie vor, dass sie ansonsten auch tauschen könnten, sprich, das Kind würde bei ihm leben und jedes zweites Wochenende zur Mutter kommen. Das ist aber ganz sicher nicht gewünscht von der Tochter und das weiss die KM auch.
und dann noch folgendes
Es ist abzusehen, dass die Kindsmutter immer weiter Druck machen wird, bis die Kleine wirklich nur noch alle zwei Wochen kommt. Anscheind hat sie schon zum neuen Schuljahr versucht diese Situation vorweg zu nehmen.
Ich weiß nicht, aber für mich sieht es nicht danach aus, daß die KM Druck machen möchte, daß das Kind alle 2 Wochen zum Papa geht, sondern für mich eher, daß sie euch den Tausch "Kind kommt zu Papa und die Mutter nimmt das Kind alle 2 Woenden zu sich'" vorgeschlagen hat und ihr diesen ausgeschlagen habt. 😉
Nun hat sie ein Haus gekauft dh. die von der Mutter schon vor einem Monat angekündigte Situation ist eingetreten und jetzt regt ihr euch darüber auf, daß das Kind nur noch alle 2 Woenden zu Euch kommt...wollt jetzt, daß das Kind für eine begrenzte Dauer - hier ein halbes Jahr - zum Papa zieht und dann wieder zur Mama...Ich weiß nicht, aber ich finde, daß der Vater sich entscheiden muß, ob er die Tochter ganz zu sich nimmt und damit dem Tausch zustimmt und zwar dauerhaft oder aber, ob der Papa sich mit den 2 Wochenenden/Monat zufrieden gibt. :exclams:
Alles andere finde ich wirklich nicht gerade gut fürs Kind (6 Monate beim Papa leben und dann zurück zur Mama), weiterhin habe ich schon den Eindruck, daß sich die Mama durchaus viele Gedanken ums Kind macht und auch in den -für sie vermutlich - sauren Apfel beißen würde, dem Wohnwechsel des Kindes zuzustimmen!
Wie gesagt, dein LG muß eine Entscheidung treffen und zwar nicht für die nächsten 6 Monate sondern dauerhaft! :puzz:
Hallo DeepThought
Die Ex will also keine Kontinuität, sie will den KV ausbooten, reduzieren
Findest du den von der KM gemachten Vorschlag, daß die Tochter komplett zum Papa zieht, tatsächlich als ein Akt des "KV ausbooten"? Ich nicht...eher das Gegenteil 😉
Grüsse Patchen 🙂
Die Ex will also keine Kontinuität, sie will den KV ausbooten, reduzieren
Findest du den von der KM gemachten Vorschlag, daß die Tochter komplett zum Papa zieht, tatsächlich als ein Akt des "KV ausbooten"? Ich nicht...eher das Gegenteil
Grüsse Patchen
Kommt immer drauf an wieehrlich so ein Angebot ist. Wenn es nur ein Alibi-Angebot ist, um später sagen zu können, ich habe es ja vorgeschlagen, aber ihr habt es ja nicht gewollt....
Ich würde auch überlegen, ob ihr das Mädchen nicht zu euch nehmen könnt. Meine Große mußte in der zweiten auch einen Schulwechsel mitmachen. Sie hat das gut überstanden, da sie von vornherein eine gute Schülerin war und die neue Schule nach der gleichen Methode unterrichtete. Aber oft ist so ein Schulwechsel eben auch mit Problemen behaftet (z.B. Nachlernen von Stoff)
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Findest du den von der KM gemachten Vorschlag, daß die Tochter komplett zum Papa zieht, tatsächlich als ein Akt des "KV ausbooten"? Ich nicht...eher das Gegenteil 😉
Wenn das Kind partout nicht möchte und die Mutter sich dessen bewußt ist und der Vater das Kind nicht brechen möchte, ist dieser Vorschlag nur Makulatur!
Ich weiß nicht, aber ich finde, daß der Vater sich entscheiden muß, ob er die Tochter ganz zu sich nimmt und damit dem Tausch zustimmt und zwar dauerhaft oder aber, ob der Papa sich mit den 2 Wochenenden/Monat zufrieden gibt.
Ich weiß nicht, warum der Vater sich entscheiden sollte. Es wurde/wird eine Umgangs-/Aufenthaltssituation praktiziert, mit der alle mehr oder minder zufrieden waren. Diese soll jetzt aufgekündigt werden, weil die Mutter 20 km wegzieht. Was sind 20 km? Die fahre ich alleine, um zum nächsten Laden zu kommen! Ich habe meine Kids damals auch unter der Woche gesehen und das waren 40 km.
Gruß, Uli
Hi,
Aber oft ist so ein Schulwechsel eben auch mit Problemen behaftet (z.B. Nachlernen von Stoff)
...und soziales Umfeld, Freunde etc.
Gruß
babbedeckel
Ein Ruin kann drei Ursachen haben: Frauen, Wetten oder die Befragung von Fachleuten (Georges Pompidou)
stimmt deckel,
aber bei 20 km kann sie den Kontakt schon ganz gut halten. Und in dem Alter finden Kinder auch schnell neue Freunde.
Trotzdem würde ich einen Umzug zum Vater schon überlegen. Denn als die KM fragte war die Situation ja eine andere. Nun will sie umziehen, da kann sich durchaus auch die meinung der Tochter geändert haben, das sie leiber bzu Papa geht als mit Mama umzieht und so Freunde und Schule "verliert"
Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
@ Midnighwish,
ich habe den Eindruck, daß das Mädel gar nicht gefragt wurde...sondern die Eltern beschlossen haben, daß sie nicht will...
Daher mein Vorschlag: Kind fragen und dann sich gemeinsam überlegen, ob es nicht am besten ist, wenn sie beim Papa wohnt.
Und zum "Alibi-Vorschlag": vielleicht gehört die Mutter ja tatsächlich zu den Frauen bzw. Müttern, die diesen Vorschlag ernst gemeint hat 🙂
Die bisherige Regelung beibehalten wäre sicherlich am Besten. Aber wenn bei 20 km Entfernung schon ein
Natürlich ist es schade, dass sie wegzieht und es wird hart werden, die Umgangsabende innerhalb der Woche einzuhalten
kommt, dann weiß ich auch nicht...20 km sind ca. 20 Minuten Autofahrt - das ist eine Fahrzeit, die in Städten schon normal ist. :note:
Vielleicht wäre es ja auch möglich, wenn der Papa seine Tochter mittags von der Schule abholt und sie dann auch bei ihm einmal wöchentlich übernachtet. 🙂
Eine andere Alternative: Gestattungsantrag stellen, damit das Kind auf der alten Schule bleiben kann - eine Übermittagsbetreuung bzw. Hortplatz organisieren (wäre dann , wenn man obigen Vorschlag zusätzlich annimmt, auch nur für 4 Tage/Woche) und damit hat man doch eigentlich - falls das Kind weder zum Papa ziehen noch die Grundschule wechseln möchte - alle Fliegen mit einer Klappe geschlagen:
Kontinuität gewahrt: Kind bleibt an der alten Schule, Mutter kann arbeiten, Papa bekommt noch zusätzlich eine Übernachtung in der Woche 🙂
Grüsse Patchen
Eine andere Alternative: Gestattungsantrag stellen, damit das Kind auf der alten Schule bleiben kann - eine Übermittagsbetreuung bzw. Hortplatz organisieren (wäre dann , wenn man obigen Vorschlag zusätzlich annimmt, auch nur für 4 Tage/Woche) und damit hat man doch eigentlich - falls das Kind weder zum Papa ziehen noch die Grundschule wechseln möchte - alle Fliegen mit einer Klappe geschlagen:
Kontinuität gewahrt: Kind bleibt an der alten Schule, Mutter kann arbeiten, Papa bekommt noch zusätzlich eine Übernachtung in der Woche
Das wäre es, woran ich zunächst auch gedacht hätte! Bei uns sind die Schulbezirke eh aufgehoben. Da bedarf es nicht mal mehr eines Ausnahmeantrages. Auch die offenen Ganztagesschulen sind im Vormarsch (bei uns schon realisiert). Also - wo ist das Problem?!
Uli
Hallo,
vielen dank für eure Antworten.
Zuerst möchte ich auf die Aussagen von Patchen eingehen, weil ich mir wirklich über ihre ganzen Mutmaßungen geärgert habe.
Ich schreibe nun seit über zwei Jahren hier im Forum und will es euch nicht antun die gesamte Geschichte immer und immer wieder zu erzählen.
Daher vermeide ich es auch, mich hier in Vermutungen zu ergehen, sondern schildere, soweit möglich nur Fakten. Auch vermeide ich es meine Rolle zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Ich spreche von meinem Lebensgefährten und was er für sein Kind entscheidet. Ich habe gelernt, dass er alleine entscheidet und sehe meinen Part darin ihn dabei zu unterstützen.
Ich wehre mich gegen die böse Stiefmutterrolle, denn direkt geht Patchen davon aus, dass "WIR" das "Angebot" der Mutter ausgeschlagen haben. Ich habe überhaupt nichts entschieden und da war kein Angebot. Er hat gesagt, dass er sie gerne nimmt, er aber möchte, dasss die Mutter häufiger ihr Kind dann sieht, weil es einfach grausam ist, jeden Morgen an dem Haus vorbeizugehen in dem sie vorher mit Mama gewohnt hat, diese dort immer noch lebt, sie dort aber nur noch alle zwei Wochen sein darf. Die Mutter hat dies abgelehnt, weil sie ja mehr Kontinuität will.
Fakt ist, dass die Kleine glücklich mit der Situation ist, bei der Mutter zu leben und die Hälfte ihrer Nächte beim Vater zu verbringen. Er holt sie Mi und Do abend ab und sie übernachtet bei uns. Natürlich wurde sie gefragt vor drei jahren ob sie lieber bei Papa wohnen will. Jedesmal wenn sich die Situation ändert ,sagt mein Lebensgefährte welche Möglichkeiten es gibt und fragt was sie möchte. Sie sagt sie will, dass alles so bleibt. Gut, meine Lebensgefährte wird tun was er kann.
Niemand regt sich hier auf, dass man sie dann wohl nur alle zwei Wochen sehen wird.
WIR SIND TRAURIG! Hier lebt auch noch ihre Schwester. Es tut uns allen weh! Ist das verständlich?
Die Kindsmutter hat nicht vor drei Wochen eine Situation besprochen die jetzt eintritt. Sie hat mit keiner Silbe erwähnt, dass sie umziehen werden.
Sie wollte eine Änderung der Umgangsregelung ohne eine für meinen Lebensgefährten zwingende Notwendigkeit.
Natürlich wird sie da gewusst haben, dass sie 3 Wochen später einen Vertrag bei einem Notar unterschreiben wird! Das wusste sie, aber nicht mein Lebensgefährte!
Sie kauft ein Haus, besichtigt dies mit der kleinen Tochter, richtet in Gedanken schon das Kinderzimmer ein, verbietet diese darüber mit ihrem Vater zu sprechen, aber macht gleichzeitig dem Vater ein ernstgemeintes Angebot, dass die Kleine bei ihm leben soll? Ja, klar!
Nun zur Verwirklichbarkeit der Umgangsregelung.
Wir wohnen in der Stadt, im Ruhrgebiet! 20km von Stadt zu Stadt, das macht niemand in 20 Minuten, abends während des Feierabendverkehres und morgens zurück während des Berufverkehrs. Natürlich will mein Lebensgefährte diese Regelung einhalten, aber ihm wurde schon angekündigt, dass die KM gegen diese Umgangsregelung vorgehen will, wenn er zu spät kommt.
Grundsätzlich frage ich mich, wie die Väter und Mütter in diesem Forum so leben und arbeiten.
Wir arbeiten beide Vollzeit. Ich sehe nicht, wie man es schaffen soll, vor seiner Arbeit, das eine Kind zur Tagesmutter zu bringen, das andere Kind in eine andere Stadt zu fahren, wieder zurück zu fahren, um dann abends wieder diese Tour anzutreten, mit der Gewissheit, dass eine Verspätung von 15 Minuten eine erneute gerichtliche Auseinandersetzung zur Folge haben wird!
Jetzt mögt ihr sagen, das könne wir ja morgens aufteilen. Nur sieht es so aus, dass mein Lebensgefährte morgens um sieben anfängt zu arbeiten, damit er abends auf jeden Fall pünktlich ist. Also bin ich die mit der Ochsentour.
Wir hatte Überlegungen, dass mein LG zu Hause bleibt . Aber wir können es uns einfach nicht leisten, da wir defacto wie eine vierköpfige Familie leben, aber natürlich der Unterhalt für seine Tochter weiter bezahlt werden müsste!
Zur Schulsituation: Die Kleine geht auf eine Ganztagsschule hier, nur hat die Mutter keine Lust die 20km morgens und abends zu fahren, obwohl sie tageweise hier in der Stadt arbeitet!
Nun frage ich mich also, wie kann man ihr den sicher schwierigen Schulwechsel erleichtern. Daher die Überlegung, dass sie zumindest die zweite Klasse in dem ihr bekannten Lernsystem zu Ende bringt.
Wer kann mir denn Erfahrungen zum Schulwechsel mitten im Schuljahr bzw. während der Grundschule schildern?
Generell möchte ich sagen, dass mir dieses Forum schon oft geholfen hat und ich viel hier gelernt habe. Nur manchmal scheinen manche zu sehr ihre eigenen Erfahrungen in fremde Schicksale reinzu interpretieren.
Liebe grüße und Danke
Polly
Wer kann mir denn Erfahrungen zum Schulwechsel mitten im Schuljahr bzw. während der Grundschule schildern?
Damit kann ich dienen polly.
Meine Große mußte auch in der 2. Klasse wechseln.
Ich hatte mir die Lehrerin ins Boot geholt, weil ich selber auch dachte, das es für sie besser ist, sie bis zu den Sommerferien in der Klasse zu belassen und den Umzug erst dann zu machen, da ja auch ein Bundeslandwechseln anstand.
I.a. kennen die Lerhrer ihre Schüler sehr gut und können auch ganz gut einschätzen, wie die Kidner einen Schulwechsel verkraften. Ich mußte mir anhören, das sie unter der Trennungssituation (mein Mann hatte eine Arbeitsstelle in Hessen angenommen) viel mehr leidet und leiden würde, als unter einem Wechsel innerhalb des Jahres. Die schulischen Leistungen wären aufgrund der emotionalen Belastung wesentlich stärker beeinträchtigt gewesen als durch ein Schulwechsel. Wir sind dann eben doch schon zum Halbjahr meinem Mann hinterherhezogen. Den Wechsel hat sie sehr gut verkraftt, auch wenn sie schon einigen Stoff aufholen mußte (was eben durch lernen daheim mit mir und durch den in Hessen angebotenen Förderunterricht gut zu machen war) Auch hat sie hier schnell neue Freunde gefunden und trotzdem über die vielen km den Kontakt zu einigen alten Freundinnen aufrecht gehalten. Allerdings war sie eben auch vorher eine gute Schülerin, die auch den Ehrgeiz hat bestimmte Noten zu schreiben.
Es kann aber schwieriger werden, wenn das Kind eben nicht so einfach lernt oder sich an ein völlig neues System gewöhnen muß.
Nur irgendwie sehe ich nicht so wirklich ein, das sie bei 20 km unbedingt die Schule wechseln soll, vor allem ,wenn sie ja jetzt schon in eine Ganztagesschule geht. ich halte das schlicht und einfach für Blödsinn (denn mit Übertritt in die 5. muß die KM evtl. auch läöngere Strecken fahren oder das Kind mit dem Schulbus oder Öffentlichen, nicht jedes Kaff bietet alle Schularten an. Oder darf sie dann "nur" auf die Hauptchule, weil die andere Schule vielleicht 15 km entfernt ist?)
Wenn sie auf eine Ganztagsschule geht müßte es doch für euch möglich sein, sioe zu euch zu nehmen (dann könnte auch dein Mann daheim bleiben :wink:, denn dann müßte Mama ja KU zahlen). Ich würde an seiner Stelle nochmal in aller Ruhe mit dem Kind reden, ob sie sich das vorstellen kann (vor allem, wenn sie die Schule nicht wechseln möchte) und auch mit der KM, wie sie bei ihr leben kann und trotzdem in die alte Schule gehen kann. Bei GSR würde ich auch mal sehen, ob er sich nicht gegen einen Schulwechsel aussprechen kann (und das der Schule schonmal schriftlich mitteilen)(denn rein rechtlich darf sie bei GSR ja ohne seine Erlaubnis nicht einfach mit dem Kind wegziehen und es ummelden)
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Wer kann mir denn Erfahrungen zum Schulwechsel mitten im Schuljahr bzw. während der Grundschule schildern?
Das ist bei einem Umzug kein Problem. Das Kind wird an der alten Schule abgemeldet und an der neuen, wieder angemeldet. Die alte Schule schreibt ein Übergabezeugnis und schickt dieses zusammen mit der Schülerakte an die neue Schule: Das wars. So war es auch bei meinen Kindern.
Wir wohnen in der Stadt, im Ruhrgebiet! 20km von Stadt zu Stadt, das macht niemand in 20 Minuten, abends während des Feierabendverkehres und morgens zurück während des Berufverkehrs.
OK, das ist was anderes. Bei uns auf dem Lande sind 20 km nix. Da ich aber täglich in DO bin, weiß ich dass hier 20 km auch schon mal eine 3/4 Std. sein können. Dann sollte das Gespräch erneut mit der Kurzen gesucht werden, um zu schauen, wie ihre Entscheidung aussehen könnte, bei einem Umzug mit möglicherweise reduzierten Umgangszeiten.
Nur manchmal scheinen manche zu sehr ihre eigenen Erfahrungen in fremde Schicksale reinzu interpretieren.
Wir sind im weitesten Sinne eine Selbsterfahrungs-/Selbshilfegruppe. Wir können oftmals nur das weitergeben, was wir selbst kennengelernt haben. Das kann auf den anderern zutreffen, muss es aber nicht. Aus der Fülle der (vielleicht auch verschiedenen) Ratschläge kann man versuchen, seinen Weg zu finden.
LG Uli
hallo midnightwish,
vielen Dank für Deine Antwort. Im Gegensatz zu Deiner Tochter ist die Kleine meines LG nicht gerade gut in der Schule. Gerade mit dem Schreiben hapert es. Sie lernt nach dem "Tinto"-System, bei dem erstmal nicht viel Wert auf Rechtschreibung gelegt wird. Ein Wechsel in ein anderes Lernsystem wird sehr hart sein und sie braucht dann sicher Unterstützung.
Zum Schulwechsel. Wie gesagt, leben wir im Ruhrgebiet, da liegen viele Schulen innerhalb von 20km. Nach Aussage der Kindsmutter könnte sie nach einem Umzug gar nicht mehr auf ihre alte Schule, da haben wir aber andere Infos. In solch einem Fall würde für eine gewisse Zeit eine Ausnahme gemacht werden.
Natürlich würden wir die Kleine nehmen. Ich weiss aber einfach, dass die Kindsmutter da nie zustimmen würde. Auch ihre Familie würde da Druck auf die KM ausüben. Natürlich kann man es versuchen. Es reicht aber nicht die Kleine zu befragen. Auch dort wird Druck gemacht.
Außerdem würde die Mutter dann auf Unterhalt und Kindergeld verzichten, müsste auch selber Unterhalt für ihr Kind zahlen. Das würde dann etwa 650 Euro ausmachen, Geld was sie sicher nie im Monat für die Kleine ausgibt, also defacto ihr fehlen würden. Schon allein deshalb würde sie das nie machen.
Aber wie auch immer sich die Drei entscheiden, es wird wohl Zeit die Lehrerin zu befragen welchen Ratschlag sie hat. Danke für die Anregung.
Lieber Ulli,
oft haben mir hier die unterschiedlichen Sichtweisen hier sehr geholfen. Gerade auf Menschen zu treffen, die ganz andere Erfahrungen gemacht haben, hat mir geholfen die scheidung und unterhaltsregelung meines LG, die ja nun mal nicht meine eigene ist, etwas objektiver zu sehen.
Daher verurteile ich hier niemanden nach ein paar Sätzen und wünsche mir das auch für mich.
Liebe Grüße polly
Nach Aussage der Kindsmutter könnte sie nach einem Umzug gar nicht mehr auf ihre alte Schule, da haben wir aber andere Infos.
stimmt. das geht mit einem Gastantrag. Und ist gar nicht so schwer. Gründe können z.B. sein, das das Kind in der Nähe der Schule betreut werden kann (hatte ich gemacht, da die Oma um die Ecke wohnte und ich gearbeitet hab), das ein Elternteil in der Nähe der Schule arbeitet (oder auch an der Schule :wink:) , aber eben auch, das durch einen Schulwechsel durch Umzug das Kind unnötig schwer belastet wird.
Sprecht wirklich mal mit der Lehrerin, die kann da sicher einen Tipp geben. Meine Große hat übrigens der lehrerin erzählt, das sie viel lieber gleich umziehen würde, weil sie Angst hat, das mein Mann und ich uns trennen ,wenn wir ein 3/4 Jahr uns so selten sehen. Grade in der Grundschule sind Lehrer auch Vertrauenspersonen, denen die Kids auch mal erzählen was sie so bewegt und was sie den Eltern vielleicht nicht erzählen wollen...ein Nachfragen lohnt da immer :redhead:
Da äußern sich Kinder nämlich viel ungezwungener, weil sie ja nicht befürchten müssen ,das sie jemanden traurig machen (z.B. Mama, weil man lieber in der alöten Schule bleiben will und sich vorstellen kann zu Papa zu ziehen oder weil man Papa nicht traut zu sagen ,das man bei ihm wohnen könnte, weil man Angst hat, das er das gar nicht will...?
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hallo,
nun, es gibt Neuigkeiten!
Zum einen hat mein LG einen Termin mit der Lehrerin nächste Woche zu einem Gespräch.
Zum anderen hat die Kindsmutter mal wieder ihr wahres Gesicht gezeigt (ich versuche jetzt gerade nicht mehr objektiv zu sein).
Morgen ist wieder Mittwoch, also Papatag. Der hat aber Spätschicht. Also habe ich angeboten, die Kleine um 4 von der Schule zu holen. Das hat er der KM am Telefon vorgeschlagen. Daraufhin ist die Kindsmutter komplett ausgeflippt. Er würde immer die Termine ändern, eigentlich ist abholen ja um 17:30 bei ihr. Er würde sie ausnutzen, ihr Leben bestimmen etc. Das Argument, er müsste halt arbeiten, manchmal auch länger, halt um auch Unterhalt zahlen zu können hat sie kommentiert mit den Worten: "er soll sich doch den Unterhalt in den Arsch schieben!" (oh, wird das gelöscht?)
Dann kamen sie auf den Umzug und die Schulsituation zu sprechen. Er hat noch mal seinen Vorschlag erwähnt, dass sie an ihrer alten Schule die zweite Klasse zu Ende machen könnte. Kommentar: "nein, wir brauchen Dich nicht mehr, ab Januar geht sie auf eine andere Schule, sie ist da schon angemeldet." Daraufhin hat er angemerkt, dass sie das nicht ohne ihn machen darf. "Doch" das dürfe sie, sie sei schließlich die Mutter. Wenn es ihm nicht passt, soll er sich doch einen Anwalt nehmen! Er hat nochmal erwähnt, dass auch er das Sorgerecht hat. Darauf:"dann nimm sie halt!".
Was soll das?
Für uns bedeutet das wieder Diskussionen, auch ich habe schon Verlustängste, wie mag es dann in ihm aussehen? Wieder ein Sparvertrag aufgelöst um den Anwalt zu bezahlen. Ich werde nie ein Haus haben!
Wie macht Ihr das bloß?
Grüße Polly
