Ich habe einige berichte schon gelesen doch ich hätte gerne einen Rat, ich bin die Freundin eines in Trennung lebendem Mann, der ein Kleinkind hat.
Es ist erst 9 monate alt. Wir hatten den kleinen ab den Sommerferien jedes Wochenende bei uns, es war ziemlich anstrengend und er weinte so oft und es tat mir so leid. Ich dachte immer, der arme muss doch seine Mutter vermissen. Ich konnte dann meinen Freund dafür überzeugen, dass es vermutlich noch zu früh war den kleinen ein ganzes Weekend weg von seiner gewohnten Umgebung und der Mutter zu nehmen. Er klärte das dann mit seiner Ex-Frau und nun ist er wieder jedes Weekend bei Ihr bwz. beim kleinen. Ich denke für den kleinen ist das die beste lösung, ich hoffe es zumindest....
Doch das eigentlich Problem ist. Ich habe auch bedürfnisse. Ich sehe meinen Freund zwei abende unter der Woche, ich hätte doch auch gerne mal Weekends. Er meint er bräuchte seinen Sohn ansonsten würde der kleine Ihn nicht erkennen oder sich entfremden wenn er ihn nur jedes zweite wochenende und einmal unter der Woche sieht. Hmm ist es wirklich zu wenig? Ich weiss doch dass er den kleinen abgöttisch liebt was auch verständlich ist. Doch ich habe auch meine Bedürnisse ich würde gerne unsere Beziehung etwas befestigen. Aber seine Angst den kleinen zu verlieren ist zu gross. Was soll ich tun? Ist es egoistisch von mir, dass ich auch gerne Zeit mit ihm verbringen möchte dass wir mal nicht nur vom Arbeitsstress und müde noch rasch was essen machen und dann ist der abend sowieso schon fast wieder vorbei.Kann das sein....
Hallo ronja2,
ich würde sagen, es gibt zwei Arten von getrennten Vätern. Die einen interessieren sich nicht sonderlich für ihre Kinder und genießen ihre Freiheit lieber ohne sie. Ihnen fehlen die Kinder nicht. Die anderen würden alles für ihre Kinder tun und möchten möglichst viel Zeit mit ihnen verbringen.
Manchmal gehen diese Männer dann eine neue Beziehung ein und müssen irgendwie versuchen, sowohl den Kindern als auch der Freundin gerecht zu werden. Mit der Freundin kann man reden, mit kleinen Kindern nicht. Du kannst verstehen, der Kleine nicht.
Next zu sein bedeutet immer Verzicht. Wenn die Liebe groß genug ist, dann wird die Beziehung das aushalten. Und wenn du die Sorte Väter vorziehst, die sich um ihre Kinder kümmern, was sich ja auch vielleicht mal auf deine Zukunft auswirken könnte, dann mußt du einfach Verständnis dafür aufbringen, dass dein Partner angemessene Zeit mit seinem Kind verbringt. Wenn du jetzt anfängst mit dem Kind in Konkurrenz zu treten, dann setzt du deinen Partner unnötig unter Druck.
Warum kannst du eure Beziehung nur festigen, wenn ihr jedes zweite WE kinderfrei hättet?
Als ich meinen Mann kennenlernte, da hatte er fast jedes WE von freitagnachmittag bis sonntagabend 4 Kinder im Alter von 3 bis 8 bei sich. Wenn ich dann mit meiner Tochter ankam, dann waren wir 7 Personen in einer 2 1/2-Zimmerwohnung. Die Situation war nicht wirklich toll, aber ich erinnere mich, dass wir uns lieber unter diesen Voraussetzungen getroffen haben, als dass wir ein WE Pause gemacht hätten. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, dass mein jetziger Mann meinetwegen ein Kinder-WE aussetzt.
Liebe ronja, als Next brauchst du gewissen Nehmerqualitäten, du wirst einiges einstecken und zugunsten von Kindern zurückstecken müssen. Nicht nur im Umgang, auch finanziell. Wenn dir das nicht gelingt, dann wird dieses Thema ewig zwischen euch stehen und ein Streitpunkt sein. Nicht jede Frau eignet sich als Next.
Und ich gehe mal davon aus, dass dein Freund am WE zu dir kommt, wenn der Kleine im Bett ist, somit mußt du doch nicht auf das ganze WE verzichten. Alternativ, wenn dir das zu wenig ist, dann frag deinen Partner doch mal, ob es ihm eventuell reichen würde, entweder jeden Samstag oder jeden Sonntag sein Kind zu sehen und den anderen WE-Tag mit dir zu verbringen. Vielleicht findet ihr ja auf dem Level eine Lösung?
Liebe Grüße
eskima
hi ronja2,
ich schliesse mich eskima in vielen teilen an.
vielleicht hättest du den KV nicht dazu "zwingen" sollen den kleinen bei der KM zu lassen.
das ein kleinkind weint ist normal. will damit allerdings nicht ausschliessen dass das kleinkind seine mutter vermisst hat.
mel
Vielen Lieben dank für Eure Antwort,
Es gibt zwei sachen die mich regieren, der Verstand und meine Gefühle. Was es war das ich mich auf solch eine Beziehung einlies waren meine Gefühl. Weil ich ihn liebe, werde ich alles mögliche versuchen und ihm bei den Schweren Zeiten zur Seite zu stehen. Ich wusste dass es schwierig werden wird. All diese Terror anrufe, diese Drohungen der KM was sie mir oder ihm antun würde, ich nahm es in kauf. Ihr wisst von was ich spreche die meisten machen dies auch mit durch. Also ich komme ab vom Thema. Was ich sagen wollte, nicht der Verstand sondern die liebe liessen es zu. Meine Gefühle und die hoffnung auf ein gemeinsames leben liessen es zu. Es ist schwer jetzt einfach den Verstand einzuschalten und sagen es ist so und ich habe zu akzeptieren, ich brauche ihn doch auch. Wenn er nicht da ist, dann frage ich mich woher soll ich diese Energie und diese Kraft hernehmen? Nur aus hoffnung auf bessere Zeiten dass kann nicht reichen.
Und liebe mel, glaube mir ich brauchte lang zum solch eine entscheidung zu treffen, denn ich liebe diesen kleinen, er ist ja sooo süss und knuddelig, aber wenn ein kleinkind drei bis sechs stunden weint und einfach nicht schlafen kann, und somit auch dann der Sonntag für den kleinen anstrengend wird weil er einfach übermüdet ist, und eine heisere Stimme hat, dann ist es zuviel, dann tut mir der kleine fraz so leid. Wenn ich in meinen augen anders gehandelt hätte dann wäre es für mich aus purem egoismus gewesen. Nicht zum wohle des Kindes.
Übrigens eskima, nein er übernachtet immer bei Kollegen weil die entfernung ist zu gross sind 130km einen weg. Aber dies mit einen Tag mit mir und einen Tag mit dem kleinen, diesen Vorschlag werde ich glaube ich mal versuchen.
Ich danke euch
In zweifel
ronja2
Hallo ronja2,
auch wenn es im Moment schwer fällt, denke ich, du musst deinen Freund "ziehen" lassen. Er liebt sein Kind und ich finde es Klasse, dass er es auf sich nimmt, jedes WE zu seinem Kind zu fahren. Egoistisch, naja, das ist so eine Sache. Klar, dass du deinen Freund lieber länger, öfter, intensiver hättest. Aber auch klar, dass da ein sehr kleines Kind ist, das tatsächlich nach mehr als einer Woche seinen Papa vergessen hat.
Mein Jüngster war bei der Trennung mal eben drei Jahre alt. Seine elf Monate jüngere Freundin, die seinen Vater vorher sehr wohl erlebt hatte, danach aber nur meinen LG sah, fragte nach ein paar Wochen (!), wer eigentlich der Mann sei, der immer meine Kinder holt. Okay, ist nur die Freundin, aber - bei meinem Zwerg beobachte ich eigentlich erst seit ein paar Monaten, und er ist immerhin schon 6 Jahre alt, dass er lernt, dass sein Vater sein Vater ist. Bis dahin war das Papa 1 und Papa 2 oder so etwas. Und das, obwohl seine Geschwister, mein LG und ich ihn immer wieder darauf hingewiesen haben. Dein Papa ist der ... und nicht der ... ! Wie mag das dann bei einem 9 Monate altem Kind erst sein?
Nur aus hoffnung auf bessere Zeiten dass kann nicht reichen.
Warum nicht? So lange wird das nicht dauern. Es muss ja nicht unbedingt eine Übernachtung sein, vielleicht kann man mit der KM eine Vereinbarung treffen, dass nicht nur einer die Strecke zu fahren hat. Einer bringt hin, einer zurück oder so was.
Davon abgesehen - 130 km fahren andere täglich zur Arbeit und wieder zurück. Ist bei uns im Landkreis absolut üblich.
Ich wünsche dir starke Nerven und ein gesundes Selbstvertrauen. Sein Kind wird es ihm danken...
Gruß AJA

