Urlaub in den Herbs...
 
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Urlaub in den Herbstferien mit der neuen LG Kind ist unschlüssig

 
(@lavendel)
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Ich habe ein Problem bzgl. der Gestaltung der Herbstferien unseres Sohnes.
Kurz zur Vorgeschichte:
Mein Mann ist  von jetzt auf gleich im Januar 2006 ausgezogen, es ist bis heute nix eindeutig geklärt, Umgang, Unterhalt, Betreuung. es hampelt noch bei den RA's, wobei er eindeutig eine hälftige Betreuung möchte, die er aber aufgrund seiner bisherigen Arbeitszeiten nicht wird realisieren können. Kommunikation ist miserabel.
Unser Sohn, mittlerweile 10, war Februar und im März stationär in der Psychiatrie, weil er mit der Situation nicht zurecht kommt. Inzwischen geht es ganz gut.
Sommerferien wurden hälftig aufgeteilt, 1. Hälfte komplett im Urlaub mit meinem Mann, 2. Hälfte mit mir zu Hause.
Nach 2 Wochen Urlaub wurde der Urlaub abgebrochen. mein Mann hat unserem Sohn im Urlaub mitgeteilt, dass er eine neue Freundin hat (Seit Mitte Mai).
Ich war nicht vorgewarnt, hatte also keine Chance, im Vorfeld mit dem Kind zu sprechen.
Ich hatte nach 2 Wochen Urlaub ein sehr verunsichertes Kind hier zu Hause, er hat mich täglich besucht, ist  sehr aggressiv, wütend, traurig, unkonzentriert,....Es war erst mal Aufpäppeln angesagt.
Er hat die neue Freundin und ihr Kind kennen gelernt und sagt auch, sie sei nett, die Kleine etwas nervig.
Mein Mann verbringt natürlich jetzt sehr viel Zeit mit seiner neuen Freundin, hat aber den Sohn sozusagen als 5. Rad am Wagen immer im Schlepptau.
Er fühlt sich zurückgesetzt, wird nicht gefragt, was er möchte, muss dann sogar mit, wenn Papa der neuen Freundin beim Umzug hilft.
Durch unseren Sohn habe ich erfahren, dass die Herbstferien gemeinsam mit der neuen Freundin in einem Urlaub verbracht werden sollen.
Mein Mann vertritt den Standpunkt, dass das Kind das entweder mit macht oder eben hier bleiben soll.
Unser Sohn ist jedoch nicht sicher, ob ihm das passt. Er sagt, er müsse ja denn auf alle Rüksicht nehmen (muss er ja eh lernen), hat sich auf eine Zeit nur mit Papa gefreut, was eh selten der Fall ist. Er will von seinem papa nicht enttäuscht werden.
Er meint, dass er sich das irgendwann vorstellen kann, jedoch jetzt noch nicht, und auch im Herbst noch nicht.
Ich habe ihm gesagt, dass er sich das überlegen soll, ob er den Urlaub so verbringen möchte, oder ob wir eine andere Lösung für ihn finden sollen. Das schien ihn doch etwas erleichtert zu haben.
Da ich auch berufstätig bin, habe ich natürlich nicht unbegrenzt Urlaub und habe daher auch schon meine Schwiegereltern gefragt, ob sie sich ein paar Tage mit dem Kind in den Herbstferien vorstellen könnten. Dort fühlt es sich wohl, sie sind eine kontinuierliche Größe und würden sich freuen.
Ich will weder dem Vater noch dem Kind noch der neuen Freundin das Leben schwer machen, aber ich finde das schon ein bisschen krass, dass er jetzt plötzlich im Orchester nix mehr zu melden hat. und ich nach dem Urlaub wahrscheinlich wieder päppeln darf.
Mein Mann zeigt sich uneinsichtig, ich habe ihn angerufen und versucht, ihm die Dinge aus der Sicht des Kindes zu schildern, aber: Ich "INDUKTIERE"! (er meint indoktriniere). Angeblich äußert unser Sohn seine Bedenken bei ihm nicht.
Es gäbe ja auch die Möglichkeit, die Hälfte des Urlaubs mit der neuen Freundin zu verbringen und die andere mit dem Kind.
Ich denke, es braucht vielleicht erst einmal Zeit, sich an die veränderte Situation zu gewöhnen, das muss man doch nicht so übers Knie brechen.
Wer hat Erfahrung mit solchen Situationen? Mir ist schon klar, dass sich unser Sohn mit der veränderten Familiensituation beschäftigen muss und sie auch akzeptieren muss.
Er wird auch sicherlich mal mit einem neuen Lebenspartner meinerseits konfrontiert werden, aber die Situation wirkt auf mich doch etwas nach Brechstange.
Ich weiß auch, dass der Vater, wenn er seine Umgangszeit mit dem Kind hat, mir keine Rechenschaft schuldig ist, die neue LG dabei sein darf.
Aber: Ich darf die 2. Ferienhälfte zum Wischen der Tränen nutzen.
Bin ich hysterisch, ist das Kontrollzwang der Ex? Ich weiß es nicht, wisst Ihr es?


Das Dasein ist eine Tatsache, das Leben aber ist eine Kunst.

Zitat
Themenstarter Geschrieben : 28.07.2006 17:09
(@weisnich)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Lavendel,
das Problem tritt leider sehr oft auf.

Ihr seid leider in einem Stadium, in dem noch viel auszukämpfen zu sein scheint. Finanzielles, Umgang...

Und dann kommt da auch noch ein neue Partner ins Spiel, mit dem dein Sohn logischerweise nicht klar kommt. Sie kann so nett sein, wie sie will, aber sie ist und bleibt ein Symbol der Trennung. Von dem Punkt an war klar. Papa kommt nicht zurück.

Ihr braucht dringend ein Gespräch, bei dem vorher klar sein sollte, dass es nur die Betreuung eures Sohnes geht und auch nur um Lösungen und nicht um Anschuldigungen. Am besten mit einem Moderator. Den gibt es beim Jugendamt (was die ganze Sache sehr formal macht), bei den Caritativen Einrichtungen (was teilweise lange dauern kann). Vielleicht kennt ihr jemanden fähigen Unparteilichen, der euch mit Moderation da durch hilft.

Ihr müsst euch zusammen setzen und reden. Anders geht es nicht, denke ich.

Ich als Vater habe mir oft so eine 'Demilitarisierte Zone' gewünscht. Ich hoffe, das klappt irgendwann auch bei mir. Nach den ganzen Kämpfen.

Gruss,
Michael


AntwortZitat
Geschrieben : 28.07.2006 17:41
(@lavendel)
Rege dabei Registriert

Hallo, Michael,
ich habe bereits Anfang Juni Kontakt zu einer Beratungsstelle aufgenommen, da die Lage für mich und unseren Sohn unerträglich war. Es gab ein permanentes Theater um Betreuung, er zahlt keinen Unterhalt, hat unser Auto versteckt, mit dem ich zur Arbeit fahren muss, etc.,,,
und hatte zunächst einen Termin alleine, mein Mann braucht sowas nicht, meint er. Ich habe dem Psychologen die Situation aus meiner Sicht geschildert und für Mitte August einen Folgetermin vereinbart.
In der Zwischenzeit habe ich meinem  Mann durch meine Anwältin mitteilen lassen, dass ich den Besuch einer Beratungsstelle für uns drei für nötig halte. Diverseste Beispiele für nicht glückliche Situationen in der Vergangenheit wurden aufgezählt.
Zähneknischend hat mein Mann dem auch zugestimmt, er will ja auch hälftig betreuen!
Bei Bekannten lacht er mich dafür lauthals aus. Er braucht sowas nicht. Ich erlebe ihn als extrem selbstherrlich.
Am kommenden Montag lernt unser Sohn den Psychologen kennen, was angesichts der momentanen Situation sehr wichtig ist, denn ich bin in seiner Situation nur der Prellbock und nicht der richtige Ansprechpartner. Ich habe ihm erklärt, dass dort ein netter Mensch ist, der für Familien da ist, die sich in einer Trennungssituation befinden und Probleme haben. Er kennt sich auch gut mit den Sorgen von Kindern aus,... Unser Sohn will dort auch hin und sprechen.
Die Frage ist, was ich mit den Herbstferien anstelle, es ist ja noch Zeit, aber ich muss unser Leben nun mal organisieren.
Das Kind ist hin- und hergerissen, will Papa, aber alleine, sagt dann, er will mit in den Urlaub, Papa enttäuscht ihn nicht, ist enttäuscht, wenn er von Besuchen kommt und sieht, dass er aus dem PC-Hintergrundbild genommen wird und jetzt die neue Freundin mit Kind den Platz eingenommen hat, will ihn dann gar nicht mehr sehen,
Es ist extrem anstrengend, das auszuhalten und aufzufangen, aber anscheinend ist das momentan mein Job.
Ich setze recht viel Hoffnung in die Beratungsstelle, es soll eine der besten im Umkreis sein, habe mich vom JA beraten lassen, da waren wir auch schon, am liebsten wäre ich dort aus dem Fenster gesprungen, es war einfach schrecklich und hat nix gebracht.
Ich will einfach nur Ruhe in meinem Leben und vor allem im Leben des Kindes, der arme Kerl ist schon genug verunsichert. Die Vergangenheit aufzukochen bringt eh nix, es geht nur noch darum, diese Situation für uns alle erträglicher zu gestalten.


Das Dasein ist eine Tatsache, das Leben aber ist eine Kunst.

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 28.07.2006 18:42
(@weisnich)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Lavendel,
Du hast immer noch 3 Themengebiete:
- Geld
- Das Verhalten zu Dir
- Das VErhalten zum Kind

So, wie sich die Dinge zeigen, handelt dein Mann ein wenig - sagen wir mal - albern. Ja und vielleicht zeigt er auch Herrenmenschenallüren gegenüber Dir. Das ist schlimm und auch überhaupt nicht notwendig.

Und ich sehe auch, dass Du dich für das Kind einsetzt. Du kämpft dafür das sich Papa und Sohn sehen, auch dann wenn Papa sich gerade mal von der unerträglichen Seite zeigt. Hut-ab, darauf kannst Du stolz sein - spring besser aus keinen Fenstern und schon gar nicht aus denen vom JA.

Du hast ja nun einen sinnvollen Weg gefunden und ich kann mir vorstellen, dass das emotional nicht einfach ist. Nun musst Du genau in dem Gespräch mit deinem Ex erarbeiten, was ihr machen wollt - auch mit den Herbstferien. Das wird nicht einfach, das denke ich. Aber aus dem, was Du erzählst, ist es Dir absolut zuzutrauen.

Eine Kleinigkeit ist mir nur aufgefallen: Manchmal vermischt du die 3 oben genannten Themenbereiche und ich weiss nicht, ob das gut ist.

Nehmen wir z.B. den Kindesunterhalt. Wenn Papi arbeiten geht und etwas mehr als Sozialhilfe verdient, kommt er daran nicht vorbei. Spätestens bei der Scheidung wird geklärt, welche Betreuung stattfindet und welcher Kindesunterhalt zu zahlen ist. Und nimmt Dein Mann ihn dann nicht 50% der Zeit, hat er ein Problem: der komplette KU fällt an (leider muss ich dazu sagen; ich fände eine andere Regelung besser).

Lass ihn also nich ein wenig auf Herrenmenschen machen. Das gibt sich mit der Zeit. Geht vielen Männern mit der Ex hier auch so.

Versuche Du derweil, deinen Weg weiterzugehen. Setzt Dich fair und besonnen für das Kind ein und kämpfe für Deine Sachen (und darunter würde ich (falscherweise) auch den KU verstehen) mit der Fairness, die Dir entgegengebracht wird. Nur halte die Sachen strikt auseinander.

Mit Hochachtung,
Michael


AntwortZitat
Geschrieben : 28.07.2006 19:05
(@lavendel)
Rege dabei Registriert

Halo, Michael, hast Recht.
Es gibt drei Themen.

Geld, aber nun ja, wie du schon schreibst, spätestens mit der Scheidung sollte das geregelt sein. (Ich hab ja nun bald Halbzeit im Trennungsjahr).

Das Verhalten zu mir: führe ich jetzt mal nicht mehr näher aus. Da wir uns entschieden haben, nicht mehr zusammen zu leben, sollte ja dann wohl mal irgendwann Ruhe einkehren: Meine Anwältin meint, spätestens bei der Scheidung. Nur eins: An Kreativität echt beeindruckend. :rofl2: Hätte er mal in der Ehe machen sollen, hätte für mehr Humor gesorgt.

Das Verhalten zum Kind: Und das ist das wichtigste. Deshalb habe ich auch die Beratungsstelle aufgesucht. Mir geht's darum, das Kind mit so wenig Theater wie möglich zu belasten. Eine Trennung ist schon schwer genug zu ertragen.
Es ist nicht einfach, da immer alles richtig zu machen und ja, es stimmt, es ist emotional sehr belastend.

Unser Sohn und ich waren gestern in der Beratungsstelle. Er war natürlich ziemlich nervös.
Insgesamt habe ich das Gespräch als gelungen erlebt. Auch unser Sohn meinte, dass es O.K. war. Er hat seine Anliegen gut vertreten, da kann ich echt stolz auf ihn sein.
Er hat die Situation aus seiner Sicht gut beschrieben und konnte auch benennen, was ihn verletzt, was er sich anders wünscht.

Auch ich habe wieder etwas gelernt, sprich: wie kann ich ihn momentan unterstützen, wo ist Zurückhaltung geboten? Und: wir konnten der Situation sogar etwas Komik abgewinnen (Bekommt die neue Freundin Gartenverbot oder wird sie zum Islam konvertieren?).

Ich hoffe jetzt, dass mein Noch-Mann bald dort aufläuft und wir uns dann zu zweit dort auseinandersetzen. Und ich versprech', ich springe dort nicht aus dem Fenster (ist ein bisschen hoch), wenngleich ich schon erwarte, dass der Wunsch aufflammen wird....
Unser Sohn will erst einmal nicht dabeisein.
Ich danke dir für deine aufbauenden Worte und deine "Sortierarbeit" für mich.
Besonders hat mich das "Hochachtungsvoll" gefreut.
Lavendel


Das Dasein ist eine Tatsache, das Leben aber ist eine Kunst.

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 01.08.2006 16:37