Ich hoffe das hier ist die richtige Rubrik für mein Problem bzw meine Frage? Ich lese hier schon einige Zeit mit und bin bisher immer gut beraten worden.
Zu meiner Situation:
Ich lebe seit 2 Monaten getrennt von meiner Frau d. h. besser gesagt sie lebt getrennt von mir u unserer Tochter (7). Die KM wollte das Kind unbedingt bei mir lassen und hat das mir und dem Kind und allen anderen auch immer so gesagt und ist letztendlich am nächsten Tag ausgezogen.
Sie wohnt jetzt mit einer Frau in einer 1 Raumwohnung am anderen Ende der Stadt. Anfangs hat sie sich nachmittags nach der Schule noch um die Kleine alle 14 Tage gekümmert. Sie arbeitet Schichten und hat auch an den Wochenenden wenig Zeit. Inzwischen hat sie sich berufsbedingt auch aus der Nachmittagsbetreuung zurückgezogen.
Wir haben uns trotzdem auf einen Umgang alle 14 Tage an den Wochenenden verständigt, wobei Wochenende bedeutet sie holt die Kleine Samstags nach der Arbeit bei mir ab u bringst sie am Sonntag Abend wieder. Außerdem kann sie die Kleine jederzeit in der Woche sehen, sie muss nur Bescheid sagen.
Jetzt habe ich erfahren, dass meine Ex bei mir quasi um die Ecke eine Wohnung beziehen will und dann die Kleine zu sich holen will. Ich möchte das mit allen Mitteln verhindern, denn die Kleine ist quasi bei mir und mit mir groß geworden.
Auch während der Ehe habe ich mich bereits um alle wesentlichen Dinge gekümmert, Arztbesuche, Betreuung zu Hause wenn sie krank war, Schulische Dinge, Elternabende, Freizeitaktivitäten. Im Prinzip hat die Kleine das alles nur mit mir erlebt bzw. zu 90 Prozent nur mit mir.
Daher meine Frage: Was kann ich bereits jetzt vorbeugend unternehmen, um zu verhindern dass meine Frau die Kleine zu sich holt??
Damit hier kein falscher Eindruck entssteht, mir geht es nicht darum Unterhalt fürs Kind zu sparen. Mir geht es darum dass ich die Befürchtung habe, aus den Erfahrungen der Vergangenheit heraus, dass sich meine Frau gar nicht so intensiv um die Kleine kümmert wie ich und ich einfach Angst habe, die Kleine wird um eine große Chance gebracht.
Servus Bürohengst,
erst mal willkommen bei vatersein.de
Eigentlich kann man Dir nur einen Rat geben. Nämlich den, genauso weiter zu machen wie bisher.
Das Kind lebt bei Dir, Du kümmerst Dich um alles und Euch geht es gut dabei und damit.
So was nennt sich "gefestigte Situation" oder auch "Kontinuität".
Und genau diese wirst Du vorweisen können, wenn die Mutter eines Tages auf die Idee kommen sollte, dass doch ganz selbstverständlich "Ihr" Kind bei "seiner Mutter" leben muss.
Das deutsche Familienrecht ist zwar steinzeitlich, aber daran kommen nicht mal unsere Schwarzkittel so einfach dran vorbei, wenn Du derzeit als alleinerziehender nahezu 100% aller Erziehungsarbeit leistest und dies auch weiterhin tun willst.
Ist eigentlich die Mutter auch schon auf die Idee gekommen, Kindesunterhalt zu zahlen?
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Ist eigentlich die Mutter auch schon auf die Idee gekommen, Kindesunterhalt zu zahlen?
Zur Zeit gibt es keine Unterhaltsregelung, aber ich strebe eine solche übers Jugendamt an im Januar.
Ändern würde sich für die Mutter dadurch aber ncihts, da sie unter dem Selbstbehalt lt. Düsseldorfer Tabelle liegt.
Mir geht es auch in keinster Weise ums Geld, sondern nur um das Kind und seine Entwicklungsmöglcihkeiten die einfach bei mir besser sind.
Hoffe man kann auch von Kontinuität sprechen, wenn der Auszug gerade 3 Monate her ist.
Liebe Grüße
Bürohengst
Moin.
zum Ende des Jahres also mal ein umgekehrter Sachverhalt. Lasst uns versuchen "neutral" zu bleiben. Ohne natürlich die Details zu kennen und beurteilen zu können, inwiefern KM ggf aufgrund ihres " Lebenswandels" der "Kleinen eine große Chance nimmt"... :puzz:
Das hier
Ich möchte das mit allen Mitteln verhindern, denn die Kleine ist quasi bei mir und mit mir groß geworden.
klingt ein wenig hart, denn auch Väter sollten keine Kindesbesitzer sein.
Deshalb:
Gibt es irgendeine Chance, dass ihr in Wechselmodell vereinbart. Das ist - bei guter Kommunikation der Eltern- sicherlich das Beste fürs Kind. Und beide Eltern kommen zu "Ihrem Recht". und das Thema Unterhalt stellt sich nicht, wird in jedem Fall allerdings vereinfacht.
Aber dazu müssen beide Eltern vertrauensvoll zum Wohle des Kindes miteinander umgehen können.
Geht das nicht, dann muss letztendlich eine (gerichtlich) fixierte Umgangsregelung her. Dazu läuft - wie Michael es andeutete- die Zeit sicherlich für Dich. Mache der KM ein faires Angebot mit grosszügigem, flexiblen Umgangsrecht. Im Gegenzug hast Du natürlich ein Recht auf KU. Sei Dir aber bewusst, dass entsprechende Forderungen die Fronten verhärten. Inwiefern Du auf vollen Unterhalt angewiesen bist oder der KM entgegen kommen kannst/ willst, kannst nur Du entscheiden.
LG und ein erfolgreiches Jahr 2011 wünscht Toto
Hallo Toto,
ich habe nicht vor Kindesbesitzer zu sein und ich habe natürlich auch schon über ein Wechselmodell nachgedacht, aber ich sehe da im Moment sehr große Hindernisse.
Das Verhältnis zur KM ist stark unterkühlt, sie fühlt sich in allen Belangen von mir unter Druck gesetzt bzw. über den Tisch gezogen. Dabei habe ich nur das gemacht, was nötig war. Während Sie ncihts regeln wollte, habe ich sämtliche Versicherungen, Bankeinzüge etc angepasst oder gekündigt. D. h. ich habe ihr alle Schreiben vorgefertigt und sie musste nur noch unterschreiben.
Ich zahle sämtliche Schulden aus der Ehe so ganz nebenbei auch noch ab. Will überhaupt keinen Unterhalt, möchte eigentlich nur eine Regelung übers Jugendamt aus der hervorgeht dass kein Unterhalt gezahlt werden muss, von einer 3. neutralen Instanz. Das ist ja auch für ein späteres Scheidungsverfahren von Bedeutung.
Ich habe noch nicht mal vor oder in Erwägung gezogen Unterhaltsvorschuss zu beantragen.
Der Grossteil des aufgeteilten Hausrates meiner EX steht in Kartons in meinem Keller, auch das wollte meine Ex nicht regeln. Sie hat keinen Platz dafür.
Ich war 5 Wochen krank geschrieben, weil ich nicht wusste wie es weitergehen soll. Bis ich Stück für Stück einfach angefangen habe alles zu regeln.
Es gab und gibt immernoch eine von mir großzügig gehandhabte Umgangsregelung für die Kleine, aber Ex macht davon ja kaum noch Gebrauch bzw pickt sich Rosinen raus. Begleitung zum wöchentlichlichen Turntraining will sie nicht übernehmen, da hätte sie ja nichts von der Kleinen.
Nach schulischen Dingen hat Ex die ganze Zeit nicht gefragt.
Betreuung an Silvester, nein das geht nicht da sind wir bei Freunden. Entschuldigung da fehlt mir dann leider jegliches Verständnis.
Wie soll dann ein Wechselmodell funktionieren? Da muss ich mich doch auf meine Ex verlassen können und das ist leider nicht der Fall.
Bürohengst
Moin Bürohengst,
trennungsrelevante "Wahrheiten" und "Realitäten" haben eine ganz besondere Eigendynamik. Viele Beteiligte sind der Überzeugung, alles richtig zu machen, während der jeweils andere Fehler um Fehler macht. Dass beide von ein und demselben Fall reden ist manchmal kaum vorstellbar.
Die von Dir geschilderten Umstände können sich bei einer Klage über das Aufenthaltsbestimmungsrecht für Eure Tochter ganz anders anhören. Beispielsweise so: "Der Bürohengst hat sich unser Kind gekrallt und hält mich seither vom Kind fern, hat mir finanziell die Luft abgeklemmt, meinen Hausrat nicht herausgerückt, mich psychisch/physisch misshandelt, ich musste mich erst einmal fangen und sammeln, finanziell wieder auf die Beine kommen etc."
Was Du "weisst" (bzw. zu wissen glaubst) oder was wer wann zu wem gesagt hat spielt dann erst einmal eine untergeordnete Rolle; Zeugen werden im Familienrecht nur äusserst selten gehört und "Verfehlungen" aus der Vergangenheit werden auch nicht verhandelt. Sicher ist allerdings: a.) Das deutsche Familienrecht ist mütterlastig und b.) zwei Monate begründen noch keine wirkliche Kontinuität.
Es macht also Sinn, aussergerichtliche Lösungen zu suchen und sich nicht auf ein "die hat doch eh kein Interesse" oder "ich bin eh besser fürs Kind" zu kaprizieren. Falls Deine Ex tatsächlich nur an ein paar Rosinen interessiert ist: Setze eine entsprechende Elternvereinbarung auf, in der der Lebensmittelpunkt Eurer Tochter bei Dir fixiert wird. Ansonsten kann es noch böse Überraschungen geben, sobald Deine Ex das erste Mal mit einem Anwalt gesprochen hat.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Servus Bürohengst,
und Nein, es muss nicht gleich ein Wechselmodell sein.
Wichtig ist, dass ihr als Eltern die Paar- und Elternebene voneinander unterscheiden lernt.
Brilla hat ja gut aufgezeigt, wie unterschiedlich die einzelnen Sichtweisen sein können.
Als Eltern sollt und müsst ihr aber versuchen, dauerhaft ein stabiles Umfeld für Euer Kind zu schaffen.
Dabei muss aber nicht vom ersten Tag an die optimale Lösung funktionieren. Aber im gesamten Vorgehen darf ruhig der deutliche Wille dazu erkennbar sein.
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
