Hallo, ihr Lieben,
ich hatte mich im November letzten Jahres schon mal kurz als Neuling vorgestellt, aber keine Fragen formuliert.
Hier nun die Fakten und dann meine Frage bzw. Bitte an Euch.
Mein Sohn wird im Mai 11 Jahre alt.
Er lebt seit 2 Jahren mit seinem Vater und dessen Lebensgefährtin 350 km von mir entfernt. Insgesamt lebt mein Sohn seit 5 Jahren bei seinem Vater. Damals war ich damit einverstanden. Ich hatte eine Lebenskrise und war in stationärer Behandlung in einer psychiatrischen Klinik. Unsere Familie hatte damals eine sozialpädagogische Familienhilfe. Mit dieser Familienhilfe besprach ich durchaus kooperativ, dass unser Sohn v o r ü b e g e h e n d bis zur vollständigen Wiederherstellung meiner Gesundheit, dass Kind im Haushalt des Vaters leben sollte.
Zu der Zeit gab es wenig Probleme zwischen uns Eltern. Mein Sohn wechselte also seinen Wohnsitz. Das war 2004.
Obwohl ich vorher arbeitslos war, nutzte ich die Möglichkeit die sich mit dem Klinikaufenthalt ergab, und beantragte eine berufliche Wiedereingliederung, welche ich dann auch machte, aber aufgrund des Arbeitsmarktes in keinem Arbeitsverhältnis endete.
Mit der durchführenden Einrichtung besprach ich die familiäre Situation und dass ich, wie andere Mütter auch, nur bis Mittag "arbeiten" wolle, so dass mein Ex-Mann wieder voll arbeiten und ich die Betreuung meines Sohnes übernehmen kann.
Alles funktionierte wieder problemlos. Ich war in keinster Weise mehr psychisch eingeschränkt, auffällig oder ähnliches. Ich übernahm die Betreuung täglich ab Mittag. Abends holte mein Ex-Mann unseren Sohn bei mir ab. Für unseren Sohn war dies keine Belastung. Er freute sich, jeden Tag beide Elternteile zu haben. Alles war schön.
Irgendwann fing es an, dass mein Ex-Mann massiv erschöpft wirkte. Und das wurde immer schlimmer. Wenn er den Kleinen abends abholte, war er nicht mehr aufnahmefähig, um wenigstens das Minimum an Austausch über unseren Sohn durchzuführen.
Es wurde bei ihm eine Erschöpfungsdepression festgestellt. Er fing an, dem Kleinen regelmäßig den Hintern zu versohlen, wenn er nicht schlafen wollte. Ich stand mittlerweile wieder voll im Leben und machte ihm den Vorschlag, dass unser Sohn wieder zu mir zieht.
Und jetzt kommts:
Er rastete total aus und schrie:" Das wüßte ich aber! Niemals!!!"
Ich war total geschockt und konnte das nicht sofort deuten bis mir klar wurde: Mein Ex-Mann wird meinen Klinikaufenthalt ausnutzen und das alleinige Sorgerecht beantragen.
Die schönen Zeiten waren vorbei.
Ich lief mir die Hacken wund und führte Gespräche mit dem Jugendamt, der Familienhilfe, einem Familientherapeuten, der Schule, dem Hort, dem Kinderarzt.
Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich das alles erzählen wollte. Daher ganz kurz:
Mein Ex-Mann war sehr aggressiv und er schlug unser Kind und schrie es in langen Tiraden an. Dieser Schock wirkte sich destabilisierend auf mich aus. Noch ging es, aber als ich nirgends Unterstützung fand, ging es mir wieder ein wenig schlechter. Ich war nicht aktut erkrankt, aber recht wackelig auf den Beinen, die Nerven lagen blank.
Es fanden Gespräche beim Jugendamt statt, zusammen mit einer flankierenden Einrichtung und einem Familientherapeuten. Wir kamen zu keinem Ergebnis. Es wurde nur gestritten und mein Ex-Mann benahm sich wie die Axt im Walde. KEINER ZEIGTE INTERESSE DARAN, DASS UNSER KIND GESCHLAGEN WIRD.
Als wir vor Gericht gingen, bekam mein Ex-Mann das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Einfach nur aus dem Grund, dass in dem Bericht des Jugendamtes mein Klinikaufenthalt massiv hervorgehoben wurde. Der Richter hörte unseren Sohn an, stellte einen Loyalitätskonflikt fest und stellte keinen notwendigen Anlass fest, dass unser Sohn wieder zu mir zieht.
Pech bei der ganzen Geschichte:
Mein Ex-Mann hatte zu dem Zeitpunkt wieder eine Partnerin, die ihn ohne den Hintergrund und mich oder gar das Kind ausreichend zu kennen, tatkräftig bis hin zu einem MEINEID unterstützte.
Sie stellte sich ständig schützend vor meinen Ex, so dass er mit seinen cholerischen Anfällen schön unerkannt im Hintergrund bleiben konnte. Ich dagegen war ALLEIN. Durch meine Eltern, also den Großerltern bekam ich keine ausreichende Unterstützung, da (sorry!) meine Eltern die notwendigen Fähigkeiten dafür noch nicht einmal im Ansatz hatten.
Es kam zum Kontaktabbruch, da bei allen mitlerweile die Nerven blank lagen.
Wieso das? Mein Ex-Mann schadete unserem Sohn und wir mussten zugucken. Er schlug ihn, er überforderte ihn, er schrie ihn an, er maßregelte ihn den ganzen Tag wegen angeblichen Ungehorsam.
Kurz nachdem mein Ex das ABR bekommen hatte, entschied er, dass unser Sohn nur noch alle 14 Tage zur mir kommt.
Früher hatte ich ihn täglich und war meinem Ex-Mann eine prima Stütze und der beste Babysitter, da leibliche Mutter.
Nun hatte er seine Lebensgefährtin und kickte mich schlechthin einfach raus.
Sein Kommentar dazu:" Ich kenne dich. Das hättest du auch gemacht!"
Er wollte sich eine neue kleine heile Welt aufbauen und sich mit mir überhaupt nicht mehr befassen.
Wir wohnten sehr dicht beieinander und mein Sohn schlich sich vor der Schule heimlich durch die Büsche zu mir.
Dafür bekam er reichlich Ärger mit seinem Vater. Seit diesem Tag ging er mit Tränen in den Augen, direkt an meinem Haus vorbei zur Schule... Gelegentlich fand ich kleine Geschenke ( Blumen oder Steinchen ) von ihm für mich im Garten.
Ich denke an diese Zeit nicht mehr und setze insgesamt in der Gegenwart an, denn nur nach vorne sehen macht Sinn.
Der Blick auf diese Vergangenheit versperrt mir den Weg in die Zukunft.
Vor 2 Jahren zog mein Ex-Mann also 350 km weit weg. Was das für den Umgang bedeutet, wenn man Bahnfahrer ist, könnt ihr euch ja denken.....!!!
Kontakt zum Jugendamt in der Stadt des Vaters gibt es. Und nun zu meinem Thema im Betreff:
Das Jugendamt unterstützt mich momentan nicht. Nach Aktenlage wurde festgestellt, dass unser Sohn schon lange beim Vater lebt und ich PSYCHISCH KRANK bin. Dass mein Sohn darunter leidet ohne seine Mutter zu sein (das zeigt sich in Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und den Besuch der Hauptschule, obwohl er durchaus das Zeug für die Realschule gehabt hätte. Außerdem ist er übermäßig viel an Infektionen erkrankt und weint viel) und schon seit Jahren wieder bei mir wohnen möchte, interessiert niemanden.
Ich hatte das Jugendamt eingeschaltet, weil es unserem Sohn mit der Entfernung zu mir sehr schlecht ging und im Haushalt des Vater sehr negativ über mich geredet wurde. Mein Sohn war total fertig und bekam homöopathische Beruhigungsmittel. Das Jugendamt strich uns die Weihnachstferien und steckte meinen Sohn in eine Gruppe für Kinder mit einem psychisch kranken Elternteil.
Seitens meiner Anwältin wurde mir geraten, den Ball flach zu halten und mit dem Jugendamt freundlichst zu kooperieren, da ich mit meinem früheren Klinikaufenthalt und ABR beim Vater extrem schlechte Karten habe.
Nun soll erstmal gut sein. Wer sich für mein Schicksal und das meines Sohnes interessiert kann ja nachfragen, wenn etwas unklar ist. Ich habe auch keine Probleme damit, wenn ihr nach meiner psychisches Verfassung o.ä. fragt.
Meine Frage:
- Wie seht ihr meine Chancen, wenn mein Sohn (was ja jetzt schon der Fall ist), in 1,2 oder gar 3 Jahren bei mir einziehen möchte? Werde ich diesen Psychostempel nochmal los? Wird man sich die Mühe machen und meinen Gesundheitszustand neu beurteilen ?
- Soll ich eine Therapie anfangen, um irgendwann mal beweisen zu könne, dass ich eine gemacht habe und alles im Griff habe?
- In welchem Alter hat mein sohn das erste Mal eine kleine Chance mitzubestimmen?
Ich habe meinen gesamten Text gerade nochmal durchgelesen und finde es teilweise schwierig für Außenstehende das alles zu verstehen, aber ich kriegs nicht besser hin. Das ist total anstrengend.
Ich danke euch im Voraus für die Mühe, euch diesen Text einzuverleiben und freue mich über jede Antwort und wenn sie noch so kurz ist. Ich hoffe auf Reaktionen von euch.
hallo,
da bin ich wieder und frage euch:
meine fragen sind klar formuliert und es gibt doch genügend leute hir im forum - soweit ich das überblicken kann -,
die schon eine menge erfahrung haben. ich finde es schade, dass ich bis jetzt noch keine antwort bzw. überhaupt eine reaktion bekommen habe.
natürlich habe ich mich ein wenig umgeschaut und beiträge gefunden, in denen die väter einer psychisch erkrankten mutter rat suchen.
ich habe vollstes verständnis dafür, dass dies eine problematik ist, mit der man sich nicht so gern beschäftigt. gerade hier im forum, wo man sich ja gar nicht kennt, gestaltet sich das nochmal besonders schwierig.
ich kann ja schreiben, was ich will und keiner weiß, ob das alles so der wahrheit entspricht, was ich berichte.
ich habe keine schlimme psychische erkrankung mit total verschobener wahrnehmung. glaubt mir, leute, bei mir ist alles o.k. und man kann sich mit mir, wie mit jedem anderen auch, total normal "unterhalten".
außerdem ist mein thema wichtig, da es das kindeswohl betriftt, und darum geht es uns allen doch.
der kopf ist rund, damit das denken die richtung ändern kann.
ich hoffe auf reaktionen.
liebe grüße
Ganz ehrlich Tannja,
dein Beitrag und deine Fragen lesen sich nicht so, dass man als aktiver User in diesem Forum sofort zur Tat schreiten möchte, dir zur Seite zu springen.
Das liegt nicht an deinem Auftritt sondern eher, dass man das Gefühl bekommt du siehst dein Kind als dein Eigentum welches du, aufgrund einer momentanen Unpässlichkeit dem Vater leihen musstest.
Nun fühlst du dich aber wieder fit und möchtest dein Eigentum zurück.
Un da er es nicht rausrücken will, rufst du um Hilfe, dein Recht durchzusetzen.
Ich mag mich täuschen aber so ist im Moment mein Eindruck.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Vielen Dank Beppo für dein Feedback.
Jede Antwort ist mir wichtig und werde meinen Text nochmal
intensiv durchschauen.
Schade, dass du meine Fragen nicht beantworten magst.
lg tannja
Hallo nochmal,
Beppo hat sich getäuscht und ich habe anscheinend Probleme,
mich verständlich auszudrücken.
Bei den schweren Zeiten, die hinter mir liegen, habe ich wahrscheinlich
ein paar Federn gelassen....., die sich immernoch in meiner Ausdrucks- bzw.
Art zu formulieren zeigt......
Nun denn, ich suche ein geeignetes Forum oder Beratungsstelle für mich.
Die Informationen, die ich hier finden kann, sind auch ganz klasse und ich
nutze sie gern.
Einige Leute bringen sich hier echt mit einem großen Arbeitsaufwand ein.
Hut ab!
Sollte jemand Internetadressen kennen, wo ich evtl besser aufgehoben bin,
lasst es mich wissen.
Da mein Thema für die meisten hier wohl nicht besonders interessant und
hilfreich sein kann, werde ich dieses Forum nur noch informativ nutzen.
Vielen Dank an alle und haltet die Ohren steif.
lg tanja
ps:
meine e-mail adresse lautet:
*eMailadresse gelöscht - Forenregel Nr. 2*
tannja
Bitte die Froenregeln beachten. Bei wunsch der Kontaktaufnahme bietet dieses Forum eine PN Funktion und die Aufgabe der eMailadresse im Profil. Gruß Kasper
Hallo Tannja,
in der jetzigen Situation muss ja der Junge irgendwo seinen ständigen
Aufenthalt haben. Wenn so mütterlastige Institutionen wie JA und Familiengericht
der Meinung sind, dass er besser beim gewaltätigen Vater aufgehoben ist,
lässt einen dass schon aufhorchen.
Selbst wenn alles so ist, wie Du sagst, wäre es nicht besser, das Hetzen und
Intervenieren gegen den Vater zu lassen, den Druck auch für Dich aus der
Geschichte rausnehmen und die Gegenbenheiten erstmal so hinzunehmen?
Und Du Dich anstelle dessen auf einen vernünftigen Umgang mit dem Sohn
fokussierst? Und diesen auch nicht dazu nutzt, um ihn auf Deine Seite zu ziehen?
Ich vermisse auch bei Dir die Sicht des Kindes.
LG,
Mux
Hallo Tannja,
wenn schon dein Anwalt dir dazu rät, den Ball flach zu halten, dann deute ich das als Hinweis, dass ein möglicher Klageantrag, der ja anscheinend nur unter PKH gestellt werden könnte, selbst für ihn so aussichtslos erscheint, dass die PKH voraussichtlich nicht bewilligt würde. Dann hätte er sich die Arbeit vollkommen umsonst gemacht.
So schlimm das für Dich persönlich und emotional ist, aber es bleiben eben Zweifel, ob das nicht einfach nur Deine Version der Geschichte ist. Vielleicht ist es auch einfach aussichtslos, weil man der Auffassung ist, dass ein Wechsel zu Dir das Kind nicht nur wieder aus der Familie herausreißt, sondern auch noch aus dem gesamten sozialen Umfeld? Und das könnte folgenreicher sein, als ein Wechsel zu einem ebenso geeigneten Elternteil...
Wie auch immer: Dein Sohn wird bald alt genug sein, um seine Wünsche selber und glaubhaft zu formulieren. Vielleicht solltest Du das abwarten.
Gruß
Krishna
Gruß
Krishna
Tannja,
ich habe dir deine Fragen nicht deswegen nicht beantwortet, weil ich nicht will, sondern weil ich es schlicht nicht weiß.
Zur Letzten kann ich noch am ehesten beitragen, dass er ab jetzt und mit zunehmender Bedeutung vom Richter befragt würde.
Das Ergebnis kennt natürlich niemand.
Wenn an deinen Aussagen was dran ist, wovon wir in der Regel und manchmal mit gewissen Abstrichen ausgehen ist sein (KV) Verhalten natürlich nicht gut zu heißen.
Weder, dass er ihn schlägt, noch ihm den Umgang verbietet, noch, dass er soweit weggezogen ist.
Das sind Dinge, die wir nicht nur verurteilen, wenn sie von Müttern getan werden.
Die Passivität der Ämter, insbesondere des JA, kann vor allem 2 Gründe haben:
Entweder, sie haben eine etwas andere Wahrnehmung als du oder sie sehen einfach die Schwelle zur Handlungsnotwendigkeit als nicht überschritten an.
Naja und drittens natürlich Faulheit und Unfähigkeit.
Ich persönlich halte alle 3 Varianten für etwa gleich wahrscheinlich und kann keine verifizieren.
Auch wenn ich dir ohne genauere Kenntnis der Situation ungerne helfen würde, deinen Wunsch durchzusetzen, so würde ich, und ich denke wir alle hier dir und euch natürlich gerne Helfen, die Situation für euch generell zu verbessern.
Schon allein weil wir hier der Meinung sind, dass ein Kind Vater und Mutter braucht.
Ich sehe allerdings auch dafür im Moment keinen Ansatz.
Ich würde mich freuen, wenn du, trotz der Kritik und des Misstrauens hier bleiben würdest und dich der Diskussion stellen würdest.
Vielleicht kommt ja doch was bei raus.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
An Mux und Krishna:
vielen Dank für eure Antworten.
Ich feue mich, euch versichern zu können, dass ich die Ratschläge, die
ihr mir gebt, schon seit langem konsequent und tapfer beherzige.
Mal ehrlich: das Gericht hat damals nach Aktenlage entschieden und einfach nur den Status Quo des Kindes abgesichert.
Das JA hat im Rahmen einer Familienhilfe den Vater darauf hingewiesen, dass Schläge kein adäquates Erziehungsmittel sind. Und die SB sagte: wir haben früher auch einen Klaps auf den Po bekommen und es hat uns nicht geschadet.
Regelmäßiger Umgang mit mir fand ja statt bevor sie so weit weg zogen.
Sohn hat ausgeprägten Loyalitätskonflikt und will am liebsten beide. Mit dem Umzug 350 km weit weg von mir hat er angefangen noch massiver von sich zu geben dass er zu mir will. Mein Ex hatte ihm wohl gesagt, dass er mich nach wie vor alle 14 Tage sehen kann. Dass das nicht durchführbar sein wird, hat er nicht gesehen oder was auch immer....
Der Umzug nach .. ist das Problem. Sonst nichts. Geschlagen wurde der Kleine wohl nur zu dem Zeitpunkt, als mein Ex-Mann noch solo war und eine Erschöpfungsdepression hatte.
Ich habe erkannt, dass es meinem Sohn mit der Entfernung nicht gut geht und der Vater nicht in der Lage ist, dieses Leid aufzufangen und habe mich Ende letzten Jahres an das JA gewandt.
Mein Sohn ist jetzt in einer Gruppe.
Da das JA dort auch nur die Aktenlage berücksichtigte, ist er in einer Gruppe für Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil gelandet. Egal, mein Sohn kann die Einrichtung auch für alle anderen Sorgen nutzen.
Erst gestern habe ich mit dem JA telefoniert und die haben mir versichert, dass die gesamte Famile, also jeder einzelne von uns individuelle Betreuung bekommt, um diese schwierige Situation zu handeln. Die sind mir aber zu weit weg. Also werde ich versuchen hier vor Ort für mich eine Soz.Päd. Familienhilfe zu bekommen um den Umgang gut zu gestalten.
Festgestellt hat das JA, dass der Kleine sich große Sorgen um seine Mama macht und sie beschützen möchte. Er nimmt also eine Erwachsenenrolle ein. Über die Entstehung dieser Problematik bin ich mir mit dem JA leider nicht einig geworden.
Das JA möchte das Ende der Gruppe abwarten. Bis dahin gibt es begleiteten Umgang . Also werden die Osterferien nicht stattfinden. Stattdessen werde ich mich mit meinem Sohn begleitet durch SB des JA für 2 h in... besuchen.
Meine Erfahrungen aus der Vergangenheit haben mir das Vertrauen in die Behörden genommen. Daher habe ich Bedenken, dass mein Sohn, der jetzt fast 11 ist, jemals ernstgenommen wird und weiter sowohl vom Vater aus, als auch von allen anderen Beteiligten davon ausgegangen wird, dass unser Sohn bei mir nicht gut aufgehoben ist.
Ich bin seit kurzem wieder berufstätig. Unter diesen Umständen (Doppelbelastung Kind/Job) möchte ich momentan nicht, dass unser Sohn bei mir einzieht.
Ich denke jedoch, ich sollte für die Zukunft sorgen und habe einfach Schiss, dass wenn mein Sohn zu mir will, es für mich auch möglich ist, aber der Vater sich massiv dagegenstellt wieder nur nach Aktenlage entschieden wird und der Wunsch des Kindes aufgrund meiner Störung schon im Ansatz abgewürgt wird.
Hallo Tannja,
Beppo hat es eigentlich auf den Punkt gebracht: Richtig helfen ist quasi unmöglich, denn es gibt hier keine Berechnungsgrundlage wie beim Unterhalt, keine Gesetzesgrundlagen wie beim Sorgerecht oder eine gewachsene Rechtsprechung, auf die man Dich hinweisen kann.
Jeder Leser muss für sich die Entscheidung treffen, inwieweit er Deine Darstellung (unkritisch) übernimmt oder dem Vater das ABR/ASR zubilligt. Die Erfahrung hat die User hier halt gelehrt, dass Mütter i. d. R. das SR nur verlieren, wenn es richtig schlimm gelaufen ist. Das macht natürlich für eine Geschichte wie Deine sensibel.
Ich denke, genau vor dem gleichen Problem stehen auch Ämter und Gerichte. Da ist auf der einen Seite eine aktenbekannt psychisch labile Mutter und auf der anderen Seite ein (wenn auch von der Familie gedeckter) sozial auffälliger Vater. Das ist auch für öffentliche Stellen die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Das einzige was Du überlegen solltest ist, ob Du vielleicht den Anwalt wechselst, wenn Du der Meinung bist, der Aktuelle setzt sich nicht genügend für Deine Interessen ein. Sollte der Andere aber das Gleiche sagen, wäre es an der Zeit Deine Einstellung zu überdenken.
Die andere Möglichkeit ist, dass der Junge sich irgendwann - wenn er Alter und Reife hat - sich selbst ans JA wendet und um Herausnahme aus der KV-Familie bittet. Ich glaube, dann kann auch das JA nicht mehr die Augen schließen.
Gruß, LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Lieben herzlichen Dank, Beppo.
Ich bleibe sehr gern, sofern es mir nicht zu anstrengend wird.
Ich bin nämlich gerade dabei, den ganzen Murks aufzuarbeiten und suche dafür auch
einen professionellen Ansprechpartner (soz.Päd. Familienhilfe für mich oder Therapie).
Ich bin ein sehr selbstreflektierter, selbstkritischer und kritikfähiger Mensch. Das ist manchmal
sehr anstrengend und ich möchte mich nicht überfordern.
Also nicht böse sein, wenn eine Antwort etwas verspätet kommt.
Ich will mir ja auch in Zukunft mehr Mühe bei den Formulierungen geben.......
dank nochmal.
tannja
Lausebackesmama danke.
Dein Beitrag erinnert mich daran, dass ich etwas vergessen habe zu erwähnen.
Kurz vor der Gerichtsverhandlung wegen des ABR oder evtl sogar spontan während der Verhandlung auch SR,
ist unser Sohn im Hort fast zusammengebrochen......
Die Hortleitung befragte mich später was um Himmels Willen denn bei uns los sei. Sie habe das JA kontaktiert, da unser Sohn das Gefühl hatte, er müsse entscheiden bei wem er wohnen will. Die SB war aber im Urlaub. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte die Hortleitung dafür gesorgt, dass unser Sohn in eine Pflegefamilie kommt.
Ich hatte meinen Sohn zu dem Zeitpunkt 8 Tage nicht gesehen..............
Später stellte sich heraus, dass der gesamte Freundeskreis inkl. Arbeitskollegen meines Ex auf den Kleinen eingeredet hatten......
Nun denn, es ging damals darum Ruhe für das Kind herzustellen. Hätte ich massiv gegen den Vater gewirkt, wäre mein Sohn damals in einer Pflegefamilie gelandet.
Soviel zu: die Wahl zwischen Pest und Cholera
Hallo Tannja,
es geht hier also allein um die Zukunft, wenn Du einerseits nachfragst, ob eine Chance besteht, dass Dein Sohn wieder zu dir kommt - in ein, zwei, drei Jahren, Du aber gleichzeitig sagst, dass Du es derzeit gar nicht willst?
Okay, wenn Du eine erfolgreiche Therapie machst und Dein Sohn glaubhaft versichert - in ein, zwei Jahren -, dass er nur bei Dir leben will, dann sehe ich da auch Chancen für Dich.
Wenn es Deinem Sohn so beschissen geht, dass er nicht mehr anders kann, dann hat er immer die Möglichkeit um Inobhutnahme zu bitten. LBM schrieb es schon.
Gruß
Krishna
Gruß
Krishna
Hätte ich massiv gegen den Vater gewirkt, wäre mein Sohn damals in einer Pflegefamilie gelandet.
Das wäre in meinen Augen die beste Lösung für das Kind gewesen, wenn beide Seiten so massiv an ihm zerren. Kennst Du den "Kaukasischen Kreidekreis"?
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo
Das JA möchte das Ende der Gruppe abwarten. Bis dahin gibt es begleiteten Umgang . Also werden die Osterferien nicht stattfinden. Stattdessen werde ich mich mit meinem Sohn begleitet durch SB des JA für 2 h in... besuchen.
Wurde der BU von einem Gericht beschlossen oder ist das eine einsame Entscheidung eines Sachbearbeiters bei der Kinderklaubehörde ( JA) ?
LG Jemmy
Die Lüge wird nicht zur Wahrheit, weil sie sich ausbreitet und Anklang findet. (Mahatma Ghandy)
Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen (Edmund Burke).
Everybody wants to rule the World
Hallo Tanja,
jetzt noch ein paar Wörtchen von mir.....
- Wie seht ihr meine Chancen, wenn mein Sohn (was ja jetzt schon der Fall ist), in 1,2 oder gar 3 Jahren bei mir einziehen möchte? Werde ich diesen Psychostempel nochmal los? Wird man sich die Mühe machen und meinen Gesundheitszustand neu beurteilen ?
Die Frage ist sicherlich verständlich, aber eine Antwort ist wie lesen im Kaffeesatz - alles und nichts ist möglich. Ich denke, dass du im Augenblick auch andere Probleme hast, um die du dich kümmern solltest. Setz deine Energie ein, wie du einen regelmäßigen und verlässlichen Umgang herstellen kannst.
Greif das angesprochene Problem an, wenn es soweit ist - jetzt raubt es dir nur unnötig Energie und Kraft.....
- Soll ich eine Therapie anfangen, um irgendwann mal beweisen zu könne, dass ich eine gemacht habe und alles im Griff habe?
Wenn ich deine ganzen Zeilen lese - ja ich denke, das du eine Therapie anfangen solltest. Allerdings darf der Grund dafür nicht sein, dass du irgendwann einmal irgendetwas beweisen willst.
Vielmehr muss es doch darum gehen, dass du ein glückliches und zufriedenes Leben führst. Dass du stabil und belastbar bist. Und - richtig - nur so kannst du auch deinem Sohn eine stabile und verlässliche Bezugsperson sein.
Und bitte merke: Nicht dein Sohn ist der Schlüssel für deine Stabilität und Zufriedenheit - vielmehr ist es deine Aufgabe deinem Sohn ein verlässliches Umfeld zu schaffen.
Schau mal selbst und beurteile dann, ob du schon soweit bist....
Ich bleibe sehr gern, sofern es mir nicht zu anstrengend wird.
Ich bin ein sehr selbstreflektierter, selbstkritischer und kritikfähiger Mensch. Das ist manchmal
sehr anstrengend und ich möchte mich nicht überfordern.
Ich bin seit kurzem wieder berufstätig. Unter diesen Umständen (Doppelbelastung Kind/Job) möchte ich momentan nicht, dass unser Sohn bei mir einzieht.
Zu guter letzt:
- In welchem Alter hat mein sohn das erste Mal eine kleine Chance mitzubestimmen?
Mein Sohn lebt seit letztem April bei mir. Er war bei dieser Entscheidung 11 Jahre alt und hat seiner Mutter damals sehr deutlich gemacht, dass er bei mir leben möchte. Und das nicht, weil meine Ex eine schlechte Mutter ist - nein, sondern, weil die Bindung zu mir enger war.
Du siehst - alles ist möglich. Aber alles zu seiner Zeit.
Kümmer dich um dich und dein Leben - stehst du mit beiden Beinen fest am Boden, dann kannst du auch die rage angehen, ob dein Sohn zu dir will. In der Zwischenzeit kümmer dich um den Umgang. Und zieh nicht an deinem Sohn - wenn er kommen will, wird er von alleine kommen.
Jetzt hätte ich noch eine Frage:
Welche Problematik wurde denn bei dir diagnostiziert???
Grüße
galaxy
Hallo an alle, die mir bis jetzt geantwortet haben.
1. Ich nehme an, der Kaukasiche Kreidekreis ist die Geschichte, in der zwei Mütter behaupten, die leibliche Mutter zu sein und bei dem Gezerre um das Kind, die eine zum Wohl des Kindes nicht mitmacht und daran erkannt wird, das sie die leibliche Mutter ist.
2. Bei dem Gespräch mit der Hortleitung, als es darum ging, dass unser Sohn fast in einer Pflegefamilie gelandet wäre, bezog ich Position und stellte klar, dass ich diesen schweren Schritt für durchaus sinnvoll gehalten hätte....
3. Mein Sohn hat vor gut 2 Jahren auf eigenen Wunsch eine Nacht im Kinderheim verbracht. Er wollte einfach nicht mehr von mir weg. Ihr könnt euch nicht vorstellen mit was für einer Kraft er sich an mich geklammert hat. Ich rief das JA an, um evtl sofort mit meinem Sohn dort vorsprechen und Hilfe bekommen zu könne. Die zuständige SB (eben genau die Dame, mit der ich mir leider nicht ganz grün war), meinte, sie hätte gerade Sprechstunde und das Wartezimmer wäre voll. Ich erreichte dann zum Glück den Leiter einer flankierenden Einrichtung (soz. päd. Famiilienhilfe), der unsere Familie kannte und dieser nannte mir Notrufnummern.
Ich habe das alles sehr gut und ohne große Dramatik in die Wege geleitet. Eine Dame vom JA-Notruf sprach sehr lange mit meinem Sohn und er sagte immer wieder: Nein, ich geh nicht zu Papa. Dann eben ins Heim.
Ich hatte meinem Sohn gesagt, dass er mit dieser Entscheidung seinen Willen bei mir wohnen zu wollen nicht so einfach durchsetzen könne. Auch machte ich ihm klar, dass ich am nächsten Morgen nciht mit frischen Brötchen zu ihm kommen könnte, sondern er wohl mit der SB vom JA sprechen würde. Er blieb bei seiner Entscheidung.
Er wurde von der SB des JA dem Vater übergeben, da diese keinen Anlass für einen weiteren Heimaufenthalt o.ä. sah.
Später stellte sich heraus, dass die SB des JA wohl arg auf meinen Sohn eingeredet hat und dieser davon ausging, so wie er als Kind ihre Art und ihre Worte aufnahm, dass er zu seinem Vater zurückzughen habe.
4. Der begleitet Umgang ist bis jetzt nur vom JA ausgesprochen worden.
Mein Ex-Mann untersagt nicht den Umgang mit meinem Sohn. Jedenfalls nicht direkt. Beim JA hat er sogar gesagt: der Junge braucht seine Mutter. Ihm fällt das wohl sehr schwer, die Konsequenzen für unseren Sohn, die aus dem Umzug hervorgehen zu tragen. So hat er sich das wohl nicht vorgestellt.
5. Therapieziele
Selbstverständlich mache ich die Therapie in erster Linie für mich. Ich sagte ja, ich möchte die Dinge aufarbeiten.
Dabei möchte ich auch über meine "Erziehungsfähigkeit" und Belastbarkeit (man bedenke: kein Partner, keine familiäre Unterstützung) reflektieren bzw. mal genauer hinschaun, was evtl noch im argen ist. Wenn diese Durchführung einer Therapie dann auch noch von Ämtern und Behörden als positiv gewertet würde, ist das doch klasse.
Danke für eure Beiträge.
lg tannja
galaxy, ich vergass deine Frage zu beantworten:
Diagnose = emotional instabile Persönlichkeit
Wenn du mehr wissen möchtest, gerne.
tannja
Oder kurz: Borderline.
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
