Hallo zusammen,
habe gerade einen schönen Tag mit meinem Sohn verbracht.
Aber dennoch beschäftige ich mich fast pausenlos mit Schuldgefühlen, wenn er nicht bei mir ist.
Bin ich ein guter Vater für ihn, wenn ich ihn nur 1 Tag in der woche bei mir haben darf?
Er ( 5 J. ) hat sich seit 3 Wochen ein wenig verändert ( vor 4 Mon, war die Trennung).
Anfangs wollte er nur kuscheln mit mir, jetzt wird es immer weniger....
Er hat Phasen da ist er richtig gut drauf, aber sobald andere Kinder oder Erw. ( die er allesamt lange kennt)
in unserer Nähe kommen. ( Also auf dem Spielplatz, Besuche, oder zufällige Treffen mit Nachbarn ) ,
dann verkriecht er sich in die hinterste Ecke und spricht kein Wort, antwortet auch nicht wenn man ihn anspricht.
Kaum sind wir wieder alleine, Schalter umgelegt und er lacht und spricht wieder.
Ausserdem macht er häufig wieder Pipi in die hose und stottert immer mehr.
Er kommt gerne zu mir und wartet auch immer schon an seinem Fenster auf mich, wenn ich ihn abhole.
Dann sieht er mich und freut sich tierisch und winkt mir lachend zu.
Dann kommen so Sätze von ihm, wie.... ich möchte viel öfter bei dir sein und ich will mit zu dir auf deine arbeit, damit ich immer bei dir sein kann.
Es tut mir sehr weh, das ihm das angetan wird. Meine Frau entschied sich zur Trennung und lebt nun von Hartz4 mit ihm in einer Sozi.Wohung unterm Dach ohne Balkon.
Jeden Tag geht sie mit ihm Eis essen, Spielplatz, Ponyreiten, Kino, Mc Doof etc.
Ich sitze hier nun in unserem Haus mit grossem Garten, und mein Sohn sagt mir häufig, Papa du ziehst hier doch nie aus,wie Mama, denn ich möchte doch meinen Garten, meine Spielstrasse, mein Kettcar und Schaukel und Baumhaus etc., behalten.
Will nicht dass mein Engel leidet, wie kann ich ihm am besten und schnellstens helfen???
Gruß
Noah
Per te mio figlio vorrei passare per il fuoco
Hi Noah1401,
stell genau die Fragen Deiner Ex. Nur wechsele "mein" Engel zu "unser" Engel.
Alles andere zerstört gemeinsame Elternschaft, und die habt ihr, bis. . . es biologische Änderungen gibt.
Nimm ihr die 20 Wünsche der Trennungskinder mit.
E.
Es wird gekreuzt, wenn der Gegenwind zu stark ist, und das Spinnaker bei achterlichem Wind gesetzt. Es wird Containerschiffen ebenso wie einem Kanu Raum gegeben. Manchmal allein, manchmal mit Crew. Nur das Ziel darf nicht aus den Augen verloren gehen.
Hi noah
habe gerade einen schönen Tag mit meinem Sohn verbracht.
Aber dennoch beschäftige ich mich fast pausenlos mit Schuldgefühlen, wenn er nicht bei mir ist.
Schön ist, das du mit ihm einen schönen Tag hattest.
Schuldgefühle brauchst du nicht zu haben.
Bin ich ein guter Vater für ihn, wenn ich ihn nur 1 Tag in der woche bei mir haben darf?
Ich denke schon, es kommt auch nicht auf die Zeit an, sondern darauf, wie ihr sie erlebt.
Anfangs wollte er nur kuscheln mit mir, jetzt wird es immer weniger....
Das ändert sich bei Kindern von Zeit zu Zeit, also nicht so schlimm.
Es tut mir sehr weh, das ihm das angetan wird. Meine Frau entschied sich zur Trennung und lebt nun von Hartz4 mit ihm in einer Sozi.Wohung unterm Dach ohne Balkon.
Dazu wieder ein Bericht aus meiner ''Geschichte'':
Meine Kinder lebten die ersten 6 Jahre bei mir.Ein Haus, 4000 quadratmeter, +Weide mit Pferden und Pony,+Stallungen,+angrenzender Wald, Freiheit ohne Ende.
Nach der Flucht meiner EX, Mietswohnung, kein Spielplatz, keine anderen Kinder.Jetzt nach dem, was weiß ich wievieltem Umzug, immer noch ohne Spielplatz, aber dafür sind die Kid's mittlerweile zu alt.Die Kinder gewöhnen sich aber daran.
Will nicht dass mein Engel leidet, wie kann ich ihm am besten und schnellstens helfen???
Indem du für ihn da bist.Ihm einen Ruhepol bietest, und selbst wenn das mit dem Haus irgendwann nicht mehr klappen sollte, das du für ihn da bist.
Gruss Wedi
Hi noah,
ich kann jetzt aus Deinen Schilderungen nicht erkennen, warum Du kein guter Vater sein solltest.
Das mit dem Kuscheln wechselt, wie schon von wedi geschrieben. War/ist bei meinen kids auch so.
neuezeit
So ist das Leben
Guten Morgen, noah,
hmmm. (entschuldige, ich hab heute meinen "direkten".
Natürlich leidet euer Sohn. Was denkst du denn?
Das ist doch völlig verständlich nach so einer Trennung.
Aber: zu einer Trennung gehören IMMER zwei Parteien. Will sagen: irgendwelche Gründe wird deine Ex gehabt haben, die sie dazu bewogen haben, eine - wie du beschreibst - relative materielle Sicherheit und materiellen Wohlstand für Hartz IV und Dachwohnung aufzugeben. Sie scheint ja auch das beste draus zu machen. Mach du es auch 🙂
Also würde ich an deiner Stelle jetzt nicht irgendwelche Schuldfragen aufhäufen, wer denn nun Schuld am derzeitigen Zustand eures Kindes ist. Wenn ihr einigermassen erwachsene Leute seid, dann setzt ihr euch an einen Tisch und überlegt GEMEINSAM, wie ihr eurem Kind die Trennung erleichtern könnt. Schaut, ob es helfen würde, wenn du ihn vielleicht öfter sehen kannst etc.
Wie habt ihr denn eurem Sohn die Trennung erklärt? Gab es da Gespräche? Er ist ja schon 5.
Wenn ihr euch unsicher seid, wie ihr es ihm "richtig" bebringen könnt, dann sucht euch Hilfe bei einer Beratungsstelle oder so. Die sind da sehr offen und freundlich und hilfreich 🙂
Ihr seid jetzt GEMEINSAM als Eltern gefragt, eurem Sohn so gut wie möglich zu helfen, so dass er bald wieder ausgeglichener und glücklicher wird.
LG und ein gutes Händchen!
Mino
PS: als "Erklärungsangebot": ich habe auch eine "relative" materielle Sicherheit aufgegeben und müsste eigentlich Hartz IV beantragen (aus der Elternzeit heraus getrennt, durch mehrere Umzüge in derselben jetzt in die Arbeitslosigkeit und da 3 Monate vor der Geburt aus gesundheitlichen Gründen auf 0 Stunden gesetzt vom AG=kein Anspruch mehr auf ALG I, so kanns gehen), kann mich aber mit Unterhalt und freiberuflichen Aufträgen gerade über Wasser halten. ABER ich bin wieder meine eigene Herrin. Vorher als unglückliches Häufchen Elend bin ich unserer Tochter in keinster Weise mehr gerecht geworden.....
Moin,
ob euer Sohn leidet und wieviel, ist denke ich Spekulation. Natürlich geht es nicht spurlos an
ihm vorbei.
Was euer Sohn nun durchlebt ist ein Loyalitätskonflikt. Das heisst, er hat beide Elternteile gerne
und es wäre ihm am liebsten, wenn Papa und Mama sich wieder mögen würden und alles wäre
wie vorher.
Das ist nun nicht mehr so. Euer Sohn hat nun Angst, etwas falsch zu machen beim anderen Eltern-
teil. Dadurch kann auch das einnässen kommen.
Euer Ziel sollte sein, vernünftig miteinander umzugehen im Sinne eures Sohnes.
Gruss
Agent
Mantra:
NEIN, NICHT nächste Woche. Heute noch oder morgen. Und schreib jetzt nix vom Anwalt (...), sondern heb Deinen Hintern samt Eiern hoch und werde aktiv.
Zitat Brille007, 22. August 2008, 22:44:25
Moin noah,
ich kann mich speziell den letzten beiden Vorschreibern nur anschliessen. Viele Erwachsene neigen in Trennungssituationen dazu, die eigenen Befindlichkeiten auf ihre Kinder zu übertragen; Motto "wenn es für mich schlimm ist, dass meine Ehe gescheitert ist / ich mein Haus verloren habe / mein Ex-Partner mich nicht mehr liebt, muss es für das Kind ja noch viel schrecklicher sein!" Nicht selten verbunden mit der Erwartung "mein Partner, der mich verlassen hat, muss nur alles wieder rückgängig machen; dann geht es auch dem Kind wieder gut."
Wenn eine Trennung noch frisch ist, mögen solche Gedanken auch auch legitim sein. Nach relativ kurzer Zeit sollte der Blick aber wieder nach vorn gehen. Kinder brauchen keine Eltern, die als klassische Familie unter einem Dach leben oder in der eigenen Immobilie wohnen. Kinder können sich auf unterschiedlichste Lebenssituationen ganz schnell und unkompliziert einstellen - wie jeder weiss, der mit Kindern schon einmal im Ausland war: Die Eltern haben noch nicht einmal die Koffer ausgepackt, während die Kinder bereits mit anderen Kindern spielen, deren Sprache sie nicht einmal sprechen.
Das "Zuhause" das Kinder brauchen, ist seelischer Natur: Sie brauchen ungehinderten Zugang zu beiden Elternteilen, die sie in der Vergangenheit als Vertrauenspersonen erlebt haben. Ob diese Eltern unter einem oder zwei Dächern wohnen und ob sie eine Ehe führen, die "allgemeinen gesellschaftlichen Konventionen" entspricht, ist Kindern weitgehend egal. Auch Schuldfragen am Scheitern der Partnerschaft der Eltern sind für Kinder irrelevant; sie wollen ihre Eltern einfach lieben dürfen und mit Trennungskäse in Ruhe gelassen werden. Es ist feige, die Kinder vorzuschieben, um den Ex-Partner in eine Ex-Rolle zurückzuzwingen.
Die Frage, ob Euer Sohn leidet, liegt in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit. Wenn Du/Ihr die Trennung nicht ständig als Drama vor Dir/Euch hertragt, beklagt und thematisiert, ist sie auch keines. Oder andersherum: Ob Dein Sohn leidet, hast Du zu wesentlichen Teilen ganz allein in der Hand. Sei Dir dieser Verantwortung bewusst - und mach was draus!
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hi Noah,
hast du vielleicht die Möglichkeit deinen Sohn das ganze Wochenende zu nehmen?
Allein um eure Bindung zu stärken, was sich der Sohn ja wünscht.
Kommt natürlich darauf an, wie weit Ihr voneinandern wohnt.
Sprich es mit der Mutter ab, sie wäre damit entlasstet. Bzw. sollte Sie es ja eigentlich auch gut heißen.
Binde dich auf alle Fälle soweit wie möglich ins Leben des Kindes ein. Kontaktiere den Kindergarten, frag nach Veranstaltungen und
hol die Feedback zu seinem Verhalten. Scheidungskinder in dem Alter ändern sich.
War bei meinem Sohn genauso. Der ist genauso alt wie deiner. Wichtig ist, dich stark einzubringen, gerade weil du ihn nicht so oft siehst
wie die Mutter. Wenn du dich mit der Mutter noch verstehst könntet ihr darüber reden, wenn nicht ist es wichtig, dich viel selbst
einzubringen. Lass dich nicht nur auf ein paar Stunden am Tag festnageln!
Gruß
Charlie
