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Kind wendet sich hilfesuchend an Papa

 
(@cherry)
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Hallo zusammen,

ich wende mich heute mit keinem großen Problem an euch, meinen LG treibt es jedoch ein wenig herum und er schiebt's vor sich her.
Zunächst die Rahmendbedingungen:
Die Kleine ( 8 ) ist alle zwei Wochen bei uns, bzw. bei meinem LG (bin auch oft nicht dabei).
Die KM ist an den WE bei ihrem Freund, die Wochenenden dazwischen sind KM+Kind bei dem Freund und dessen Sohn.
Unter der Woche arbeitet die KM halbtags, die Kleine ist viel bei der Oma.
Kommunikation auf der Elternebene funktioniert sehr gut. Alles, was das Kind betrifft kann problemlos besprochen werden.

Im letzten Sommer (KM hatte ihren Freund ganz frisch) erzählte mir die Kleine, dass sie darunter gelitten hat, dass die Mama und X immer so viel rumgeknutscht haben, wenn sie daneben saß. Und dass sie Sonntagmorgens immer so lang liegen geblieben sind. Sie hat der Mama dann gesagt, dass sie ja den X ruhig küssen kann, aber nicht dauernd und so oft und immer, wenn sie dabei ist. Laut ihrer Aussage hätte das auch was gebracht.

Vor zwei Wochen jedoch (ich war an dem WE nicht bei meinem LG) hat sie ihrem Papa wieder erzählt, dass sie darunter leidet, dass die Mama am WE gar keine Zeit für sie hat, weil sie immer bei X sind und wenn sie bei ihm sind, würde die Mama nur mit ihm was machen und sie "müsste" dann mit dessen Sohn Fußball spielen oder bei den Kindern in der Nachbarschaft sein.

Man muss dazu sagen, dass die KM in der heißen Phase der Trennung die Kleine zum Partnerersatz gemacht hat und dementsprechend sehr viel Zeit mit ihr verbracht hat.
Jedenfalls hat die Kleine sich jetzt an den Papa gewendet und ihn gebeten, mit der Mama zu sprechen, dass sie nicht immer so mit X "rummachen" soll und auch am WE mehr Zeit mit ihr verbringen soll.

Der Papa steht jetzt vor dem Problem, dass er einerseits natürlich die Sorgen seiner Tochter ernstnehmen will und mit der KM ja über das Kind auch reden kann. Andererseits möchte er sich natürlich überhaupt nicht in das Privatleben der Ex einmischen, was durch die Situation natürlich auch berührt würde.

Hat jemand Erfahrungen damit? Oder weiß einen Rat?

LG, Cherry

Edit von Beppo: Alter des Kindes berichtigt


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 26.05.2008 18:34
(@riviera)

Hallo Cherry,

in der Tat ist das etwas verzwickt.

Wenn ein Gespraech in Bezug auf alles was das Kind betrifft gut funktioniert, dann kann der Vater vielleicht auf der vorsichtigen Schiene das mal anklingen lassen. Es ist immer die Wortwahl auf die man achten sollte.

Also einfach auf die Formulierung achten und keinen Staatsakt draus machen. Wenn es sich anhoert als wenn der Vater was dagegen hat, dann wird Mama wohl eher abweisend sein, wenn es aber aus Richtung Kind kommt, dann weniger.

Ich habe meinen Ex damals einfach gebeten da ein wenig aufzupassen, das ging dann einigermassen. Ansonsten denke ich, ist es fuer ein Kind immer schwierig, wenn die Eltern dann durch neue Partner "ersetzt" werden, das verunsichert ja auch.

Vielleicht dem Kind auch sagen, dass sich an der Liebe zu ihr seitens Mama nichts aendern wird, das gibt dem Kind vielleicht ein etwas besseres Gefuehl.

Und dann mal ne Weile beobachten was kommt. So bloede es ist, aber Kinder muessen nunmal auch lernen, dass Mama oder Papa nicht ewig alleine bleiben. Die Art und Weise ihnen das nahezulegen ist natuerlich immer abzuwegen.

Gruss riviera


AntwortZitat
Geschrieben : 26.05.2008 19:41
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin cherry,

denk Dir einfach den umgekehrten Fall: Wie prickelnd fändest Du es, wenn die Ex Deines LG sich darüber auslassen würde, wie oft Ihr miteinander "rummacht", wie lange Ihr am Wochenende schlaft , wo und wie oft Ihr Euch küsst etc.? Solche Dinge gehören zur persönlichen Lebensplanung jedes Menschen; der Ex-Partner ist die denkbar schlechteste Institution, hier Änderungen zu verlangen. Auch nicht unter dem Deckmäntelchen des "Kindeswohles". Kinder fallen nicht tot um, wenn sie sehen, dass ihre Eltern einen Partner haben, den sie lieben; sie haben das nur bei den Eltern als Paar oft nie erlebt. Trotzdem verlangt niemand, dass man mit dem neuen Partner möglichst viel streitet, weil die Kinder es so gewohnt sind, oder?

Hinzu kommt: So "gut" entsprechende Hinweise auch gemeint wären, so verkehrt kämen sie bei der Ex an ("...der kann es nicht verknusen, dass ich einen neuen Partner habe und instrumentalisiert dafür das Kind..."). Dass das Kind in Eurem Fall eine Zeit lang "Partner-Ersatz" war, vereinfacht die Angelegenheit natürlich nicht; ein neuer Partner der Mutter kann da durchaus die Angst auslösen, irgendwann nicht mehr "wichtig" zu sein. Abgesehen davon muss nicht 100-prozentig stimmen, was das Kind erzählt; gar nicht so selten kalkulieren Kinder damit, mit solchen "Informationen" beim anderen Elternteil punkten zu können.

Was Ihr tun könnt und solltet: Messt dem ganzen keine allzu grosse Bedeutung bei und thematisiert es auch nicht gegenüber der Ex. Setzt stattdessen lieber auf positive Verstärkung à la "Ist doch toll, wenn es der Mama mit XYZ gut geht; uns beiden geht es ja auch gut, seit wir uns kennen." Mehr müsst Ihr zum Thema gar nicht sagen.

Just my 2 cents
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.05.2008 20:00
(@cherry)
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Hallo ihr beiden,

danke für eure Antworten.

@riviera: du hast Recht, der Ton macht - wenn überhaupt - die Musik. Aber mein LG ist da leider eher Kategorie "Elefant im Porzellanladen", was seine Feinfühligkeit bei so etwas angeht. Und weil er das selbst weiß, geht er solch einer Angelegenheit ohnehin lieber aus dem Weg, da er selber auch der Meinung ist, dass es schön ist, dass die KM einen Partner hat, mit dem sie die Zeit genießen kann, und argumentiert dahingehend auch bei der Kleinen.

@brille: du fragst, wie ich das finden würde? - Ich fände es einfach dreist von der / dem Ex eine Einmischung in mein Privatleben zu erfahren. Aus dem Grund habe ich zu meinem LG auch gesagt, dass das doch eine Sache zwischen KM und Kind sei und er ja wohl kaum die richtige Person ist, der sie auf so etwas "hinweisen" sollte. Er stellt es sich so vor, dass er der KM sagt, was die Kleine erzählt und dass sie das dann mit dem Kind klären soll, aber nicht dass ER der KM sagt, wie das dann in Zukunft aussehen soll.  Was das "punkten" wollen angeht, kann ich dir nicht ganz folgen. Die Kleine mag den Neuen ihrer Mutter, soweit wir das aus ihren Erzählungen heraushören können.

LG, Cherry

LG, Cherry


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.05.2008 20:15
(@papajo)
Nicht wegzudenken Registriert

Moin Cherry,

Ich fände es einfach dreist von der / dem Ex eine Einmischung in mein Privatleben zu erfahren.

ZUSTIMM!

Er stellt es sich so vor, dass er der KM sagt, was die Kleine erzählt und dass sie das dann mit dem Kind klären soll

Das würd ich dem Kind doch ersparen. Das ist, auch wenn es sich um ein Kind handelt, doch die Angelegenheit des Kindes. Es liegt schon an ihr, das zu klären.

Wenn es ihr nicht passt, dass die beiden rumknutschen, könnte sie doch an den WE's zu euch kommen.
Vielleicht könnt ihr ihr  das anbieten?
Je nachdem, ob dies für euch möglich ist und für Sie interessant ist, wird sie es dann ja bei der KM thematisieren.

Gruß
jo


AntwortZitat
Geschrieben : 27.05.2008 10:37
(@cherry)
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Hallo Jo,

der Kleinen geht's nicht darum, dass sie nicht mit der Mama und ihrem Freund zusammen sein will, sondern dass sich die Mama an dem WE wenn sie zusammen bei X sind trotzdem um sie kümmert und Zeit für sie hat. Der Papa hat sie vor einer Weile mal gefragt (das Umgangs-WE war wegen einer Familienfeier von KM ausgefallen) ob sie an dem WE kommen will, an dem sie mit der Mama bei deren Freund sein sollte. Wollte sie nicht.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 27.05.2008 11:17
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin cherry,

der Kleinen geht's nicht darum, dass sie nicht mit der Mama und ihrem Freund zusammen sein will, sondern dass sich die Mama an dem WE wenn sie zusammen bei X sind trotzdem um sie kümmert und Zeit für sie hat.

Du siehst: Sie kann das wunderbar artikulieren; es besteht daher keine Notwendigkeit, einen Umweg über Papa als "Pressesprecher" zu nehmen und diesen damit zur Einmischung zu zwingen. Dein LG sollte seine Tochter einfach ermutigen, die Dinge, die sie stören, direkt an der Quelle zur Sprache zu bringen - nicht motzig, sondern freundlich und konstruktiv.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 27.05.2008 11:35
(@papajo)
Nicht wegzudenken Registriert

Moin,

Dein LG sollte seine Tochter einfach ermutigen, die Dinge, die sie stören, direkt an der Quelle zur Sprache zu bringen

:genauso:

Sie wird die Ziele die sie erreichen möchte, eher schaffen, wenn ihr sie in Ihrer Selbstständigkeit stärkt.

Gruß
jo


AntwortZitat
Geschrieben : 27.05.2008 12:59