Fremdelphase
 
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Fremdelphase

 
(@simone)
Rege dabei Registriert

Hi,

mein Sohn (15 Monate) hat zur Zeit die Fremdelphase...

Er ist seit einem guten Jahr in der KiTa in der auch meine Tochter (10) ist. Dort geht er auch sehr gerne hin und lacht und freut sich schon morgens, wenn wir zur KiTa reinkommen. Auch die Kindergärtnerin wird regelmäßig angestrahlt. Alles in allem bin ich sowie auch meine Tochter, die bereits seit 7 Jahren dort hingeht, sehr zufrieden.

Seit neuestem ist es allerdings so, dass der Kleine sich zwar freut, aber wenn ich dann morgens los muss und ihn der Kindergärtnerin „übergebe“, er sofort anfängt heftig zu weinen und Mama, Mama ruft.

Oft hab ich es dann so gemacht, dass ich mich noch einen Moment mit ihm zu den anderen Kindern gesetzt habe (die Kindergärtnerin meist auch) und noch etwas mitgespielt habe. Das klappte auch ganz gut, sofern ein Spiel der Kinder untereinander zustande gekommen ist (fast immer). Oder, jetzt wo noch Schulferien sind, ist seine Schwester dann noch ein paar Minuten dort geblieben. Das ging ganz gut, da er in seine Schwester total vernarrt ist und sie in ihn. Das geht aber nicht mehr, wenn jetzt bald die Ferien zu Ende sind.

Auch ist es von Anfang an so geregelt, dass ich ihn erst ab 08:00 Uhr zur KiTa bringe, da im vorherigen Frühdienst wechselnde Kindergärtnerinnen dort sind und er sich an so einen Personenwechsel nicht auch noch gewöhnen musste.

Momentan nutzt das aber alles nichts. Wenn ich denn los muss geht das Theater los. Jeden Tag gehe ich mit, sinnbildlich ausgedrückt, hängendem Kopf zur Arbeit und höre ein herzzerreißend weinendes Kind nach mir rufen.

Ich weiß, dass die Fremdelphase normal ist. Aber so heftig bei ihm bekannten und vertrauten Personen? Momentan darf quasi keiner außer Oma, Schwester und eine Freundin von mir an ihn ran. Oder zwei andere Personen, aber nur, wenn ich direkt daneben bleibe und nicht auch nur mal kurz den Raum verlasse.

Habt ihr einen Tipp für mich, wie ich ihm das erleichtern kann? Zur Zeit ist das ganz schön anstrengend für beide Seiten. Und in dem Maße kenne ich das nicht von meiner Tochter. Natürlich hatte sie die Phase auch, aber nicht so heftig.

Gruß
Simone


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 10.08.2006 15:13
 sky
(@sky)
Registriert

Hallo Simone,

für mich hört sich das alles normal an. Ich denke, diese Phase ist bei Kindern mal mehr und mal weniger ausgeprägt.

Mir wurde nahegelegt den Abschied "kurz und schmerzlos" zu halten. Sprich, sich vom Kind verabschieden und wirklich gehen. Je länger man dort bleibt und auf das Kind eingeht, desto schwieriger bzw. anstrengender wird es für Kind und Mutter/Vater. Die Erfahrung hat wohl gezeigt, dass sich das beim Abschied weinende Kind ganz schnell wieder beruhigt. So war es bei meiner Tochter, und auch bei vielen anderen Kindern im Kindergarten, die ich in der Abschiedssituation (und eben auch nachdem Mutter/Vater weg war) beobachten konnte.

Grüsse
sky


Je mehr Käse, desto mehr Löcher. Je mehr Löcher, desto weniger Käse. Daraus folgt: Je mehr Käse, desto weniger Käse a050

AntwortZitat
Geschrieben : 10.08.2006 15:40
(@Aniram)

Liebe Simone !

Aber so heftig bei ihm bekannten und vertrauten Personen?

Doch, das ist völlig normal.

Mein Sohn ging ebenso gerne in den Kindergarten wie Deiner.
Trotzdem hatten wir am Anfang dasselbe Problem. Wobei er
mir jedesmal schon auf dem Weg dorthin versicherte, er werde
nicht weinen. Ich glaub er hat ziemlich deutlich gespürt, wie schwer
mir selbst der Abschied fiel und wollte mehr mich trösten als sich
selbst. Vielleicht war es sogar meine Schuld, weil ich meine
eigene Traurigkeit nicht gut genug verbergen konnte.

Eine Kindergärtnerin gab mir dann die Gelegenheit zu beobachten,
daß mein Kind nicht wie ich dachte, kreuzunglücklich ist. Sie lotste
ihn und zwei andere Kinder in einen Raum der von der Strasse
aus gut einsehbar war.

Und dort sah ich das strahlende und lachende Gesicht meines
Kindes der fröhlich mit den anderen beiden herumlief. Ihm ging es gut
und er war kein bißchen traurig - und ich war sehr, sehr erleichtert.

Vielleicht hast Du diese Möglichkeit auch.

Mein Sohn war damals übrigens 2 Jahre alt.

LG Marina


AntwortZitat
Geschrieben : 10.08.2006 15:51
(@haddock)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo, Simone,
ich kann mich meinen beiden Vorschreibereinnen nur anschliessen. Als mein Sohn (erst mit über 3 Jahren - vorher Tagesmutter) in den KiGa kam war er beim "einchecken" so kreuzunglücklich, das es mir schier das Herz zerriss. Auch vorher bei der Tagesmutter gab es eine Zeit (Trennung), in der er überhaupt nicht ohne meine Nähe sein wollte, nachdem ihm aber klar war, dass ich immer wieder zurückkommen würde war es kein Problem mehr.

Das Problem bei der kiGa-Verabschiederei war aber wohl eher meines, denn x. hatte seinen Kummer im Moment meines Verlassens des Raumes vergessen, und trollte sich vergnügt zu den anderen Leuten/Kindern.

Wie Sky schon sagte: Kurz und schmerzlos, das ist bestimmt der richtige Weg.

Da ich nicht luschern konnte habe ich eben manchmal angerufen und gefragt, ob er sich den wieder beruhigt hatte, und es war immer kein Problem.

Was sagen denn die Erzieherinnen dazu?

Gruß
haddock


AntwortZitat
Geschrieben : 10.08.2006 16:16
(@simone)
Rege dabei Registriert

Hallo,

ich denke, mit dem kurz und schmerzlos ist wohl richtig. Dass er nicht unglücklich ist, weiß ich.  Wenn ich nur nicht mit meinen eigenen Gedanken dabei ins Gehege kommen würde.....

Es tut halt weh, das Kind weinen zu hören. Auch wenn ich weiß, dass das nach ein paar Minuten vorbei ist und er sich ganz dem Spiel widmet und fröhlich durch die Gegend tappst. (Marina, ich kann auch vom Außengelände gut reinschauen J )

Für mich persönlich hab ich einfach das Gefühl in dem Moment, ich würde ihn abschieben, obwohl ich weiß, dass das ja gar nicht so ist.

Und die Kindergärtnerinnen sagen ja auch, dass es nach ganz kurzer Zeit vorbei ist. Also kurz und schmerzlos ist wohl besser.

Nun gut, dann müssen wir (insbesondere ich) wohl jetzt dadurch und ich muss mir mal dieses schlechte Gewissen abgewöhnen. Denn gut aufgehoben sind die beiden ja.

LG
Simone


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 10.08.2006 16:41
(@todtraurig)
Rege dabei Registriert

Hallo Simone,

mein Kleinster hatten auch solche Tage im Kindergarten. Die Erzieherin hat ihn dann an die Hand genommen. Ich hab Tschüß gesagt und viel Spaß gewünscht. Und bin dann gegangen. Er hat geweint und geschrien, das man sich selber mies gefühlt hat. Bei Abholen war dann wieder eitler Sonnenschein. Und im Gespräch mit der Erzieherin erfuhr ich dann, nach zwei drei Minuten war alles wieder gut.

Todtraurig


Ich äußere nur meine Meinung.

AntwortZitat
Geschrieben : 10.08.2006 20:16