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die verhasste Mutter

 
(@soulsister)

Hallo

ich muss euch mal wieder um Hilfe fragen. Wie ihr vielleicht wisst, lebt die Tochter von DWH nun seit gut zwei Jahren bei uns. ÖIn diesen zwei Jahren ist das Verhältnis zu ihrer Mutter immer schlechter geworden. Eigentlich ist es gleich NULL.

Nun habe ich es nach langem Zögern akzeptiert, dass man da nichts machen kann. Dass eben das Kind ( fast 15 Jahre ) keinen Bock auf Mama hat und auch die Mama bemüht sich eigentlich in keinster Weise Kontakt aufzubauen.

Doch was mir Sorgen macht und auch Angst, ist die Wut und der Hass den das Mädchen auf ihre Mutter entwickelt. Das wird immer schlimmer und mehr. Die wüstesten Beschimpfungen, Hasstiraden und solche Dinge gegen die Mama sind fast an der Tagesordnung. Wenn auch nur das kleinste Wort über die Mama fällt, ballt sich ihr Gesicht zur Faust, und sie sagt irgendwas böses. Und wehe, ich oder ihr Vater erlauben uns die Mama in Schutz zu nehmen, oder zu sagen, so würde man doch nicht über seine Mutter reden.

Ich kann es hier gar nicht so in kurzen Worten beschreiben was da so abläuft.
Gestern zum Beispiel kam mir ein Bild beim Umräumen in die Hand, auf dem mein Mann mit Ex und kleinem Baby, also Tochter, abgebildet waren. Da es ein sehr schönes Bild ist, und von schönen Zeiten zeigt, in der die Mama eben lieb war, habe ich das Bild in J. Zimmer gelegt und gemeint sie solle es doch aufheben, vielleicht hätte sie es später mal gerne.

Wutentbrannt hat sie es uns entgegen geschleudert, mit den Worten " was soll ich mit dem Sch.. ß ! Das verlogene Ding hat mich damals schon nicht geliebt ! " Da hilft auch kein Reden und Beteuern, dass dies alles nicht so sei.

Und nun heute wieder der Hammer. Ein Päckchen ist angekommen, für J. von Mama, für Nikolaus. Sehr skeptisch hat J. es angenommen, ich natürlich wieder gesagt " da siehst mal. Die Mama denkt doch an dich. Hat dir sogar zu Nikolaus etwas gekauft. Sie ist doch lieb. " Doch nach Öffnen des Päckchens wusste sogar ich nicht mehr was ich sagen sollte :In einem Päckchen für 4 Euro 10 Versandkosten war ein 59 cent Adventskalender von Norma !!! Sonst nichts .  Und das für ein fast 15 jähriges junges Mädchen.

J. hat den Kalender aufgerissen, weggeworfen und gesagt : " Und ? Siehst du wie LIEB sie mich hat ? "

Was soll ich nur noch tun ? Das Kind leidet, ich weiss das. Und ich kann ihr nicht helfen.


Zitat
Geschrieben : 02.12.2010 17:40
(@totohh)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin.
Das ist echt schwierig. Aber mit 15 Jahren ist das Mädchen sicherlich auch unabhängig von der Trennung der Eltern, dem Umzug in einer schwierigen Phase - bin mal gespannt, was da in 11 Jahren auf mich zukommt  :puzz:

Aber wenn man das so liest, empfehle ich, dass Ihr (also dwh aber ganz besonders Du) Euch da ein wenig zurück nehmt. Das muss die Tochter wohl erst mal mit sich selbst ausmachen. Ich denke z.B. dass Deine - sicherlich lieb gemeinten - Kommentare zum Päckchen bei einer 15jährigen eben nicht zielführend sind. Das stellt sie schon selbst fest, da braucht sie keine Bestätigung à la "siehst, hab ich doch gesagt" (nochmal: auch wenn Du es sicherlich nicht so gemeint hast).

Und wenn dass dann auch noch nach hinten los geht wegen des Inhalts, umso schlimmer,

Nix für ungut,
LG, Toto


AntwortZitat
Geschrieben : 02.12.2010 18:40
(@soulsister)

Hallo,

die Trennung der Eltern ist nun schon 5 Jahre her. Darunter leidet sie sicher nicht mehr. Ganz im Gegenteil, sie würde NIEMALS wollen, dass ihre Eltern wieder zusammenkommen, schon deshalb weil sie dann wieder bei der Mutter leben müsste. Sie hat damals unbedingt zu uns gewollt und es dann auch gerichtlich durchsetzen können.
Wir nehmen uns da jetzt ja schon 2 Jahre zurück, bei uns wird nie schlecht über die Mutter gesprochen, ganz im Gegenteil. Ich versuche immer wieder dem Kind klar zu machen, dass ihre Mutter kein schlechter Mensch sei. Aber sie verzeiht ihrer Mutter nicht " dass sie die Familie zerstört hat und ihre Kindheit damit kaputt gemacht hat." Ausserdem habe sie Angst um ihre Geschwister, denn die müssten ja immer noch das durchmachen, was sie durchmachen musste, nämlich ein total liebloses Leben ohne jemand der sich um einen kümmert. Und vor allem habe sie Angst dass die Mutter die anderen Kinder genauso kaputt mache wie sie kaputt gemacht worden sei. ( Originalton des Mädchens beim Jugendamt ).

Wir können nicht einfach tatenlos zusehen, denn auch bei ihren Geschwistern hetzt sie sehr auf ihre Mutter.


AntwortZitat
Geschrieben : 02.12.2010 19:26
(@totohh)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin.
Nicht falsch verstehen - ich will Euch gar keinen schwarzen Peter zuschieben.
Folgendes fällt mir an Deinem Reply auf:

Darunter leidet sie sicher nicht mehr. Ganz im Gegenteil, sie würde NIEMALS wollen, dass ihre Eltern wieder zusammenkommen,

woher weisst Du das so genau? Zumal "leiden" unter Trennung ja nicht zwangsläufig heisst, dass sie den Wunsch auf ein wieder zusammen kommen hat.

Aber sie verzeiht ihrer Mutter nicht " dass sie die Familie zerstört hat und ihre Kindheit damit kaputt gemacht hat." Ausserdem habe sie Angst um ihre Geschwister, denn die müssten ja immer noch das durchmachen, was sie durchmachen musste, nämlich ein total liebloses Leben ohne jemand der sich um einen kümmert.

sorry, sie leidet doch! und braucht vielleicht professionelle Hilfe??

Wir nehmen uns da jetzt ja schon 2 Jahre zurück, bei uns wird nie schlecht über die Mutter gesprochen, ganz im Gegenteil. Ich versuche immer wieder dem Kind klar zu machen, dass ihre Mutter kein schlechter Mensch sei.

ich wollte gar nicht unterstellen, dass ihr schlecht über die KM redet. vielmehr meinte ich mit zurücknehmen gerade das, was du als "im gegenteil" darstellst. Ich glaube, das Kind will nicht von Euch/ von Dir bestärkt werden, dass KM doch eine gute ist. Sie sieht es anders, will es (zur Zeit) anders sehen, hat ihre eigenen Erfahrungen gemacht... Ich hatte es vorhin schon mal geschrieben: Ein

"siehst, hab ich doch gesagt" ,

"Deine Mutter ist doch lieb"
hilft der Tochter nicht weiter und will nicht gehört werden.

Nix für ungut, Toto


AntwortZitat
Geschrieben : 02.12.2010 20:14
(@ginnie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo

ich sehe es auch so wie toto.
Wahrscheinlich steckt hinter dem Hass eigentlich die Wut, da sie lieber eine Mutter hätte, zu der sie aufsehen kann, und die sie lieben kann. Ich hoffe sie ist stark genug sich da nicht allzusehr reinzusteigern.

Ich denke man kann nur versuchen in die Zukunft hinzuarbeiten. Also J bestärken, später alles "anders" zu machen und sie zu bestärken, die schlechten Zeiten die sie empfindet nicht als negativ und Kindheitsverlust zu sehen, sondern ihr zu zeigen, dass jeder Mensch Erfahrungen macht und dass er nur wegen dieser Erfahrungen so ist wie er ist.
Und dass ihr es gut findet wenn sie sich so damit auseinandersetzt, und dass sie nie verlernen soll zu lieben. Sie soll nicht verbittern, jedem widerfährt gutes und schlechtes im Leben. Vielleicht sagst du nicht "sieht du die Mutter hat ja doch an dich gedacht", sondern formulierst so etwas als Wunsch. "Ich wünschte sie würde..." Dann merkt J dass du sie ernst nimmst und genau merkst, dass die KM es nicht so macht, dass das aber wünschenswert wäre.

Und zu den Geschwistern, ich kann total verstehen dass sie sich da Sorgen macht. hier habt ihr nur die Chance ihr zu sagen, dass es (leider) nicht in eurer/ihrer Macht steht, und dass die Geschwister eben auch ihre Erfahrungen machen müssen. Und außerdem ist es auch so, dass jeder es anders empfindet, schließlich lieben ja auch nicht alle denselben Mann, und deshalb kann jeder so empfinden wie er es für richtig hält. Da sollte sie die Geschwister also nicht massiv bedrängen, die kennen ja ihre meinung und werden jederzeit auf sie zurückkommen, wenn sie sie teilen. J ist aber nicht verantwortlich für ihre Geschwister, auch das muss deutlich werden (denn sie fühlt sich wohl verantwortlich)

Hilft dir das ein wenig weiter??

Bietet ihr ein stabiles Elternhaus, wo sie zur Ruhe kommt, und sich gut entwickeln kann. Werdet nicht müde, ihren guten Charakter ihre Stärken, ihre Sensibilität zu loeben und zu bestärken. Und wenn es passt, könnt ihr ihr auch vor Augen halten, dass sie so geworden ist "trotz"  der KM. Also ist doch alles gut.

ligr ginnie


Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist

AntwortZitat
Geschrieben : 02.12.2010 20:28
(@soulsister)

Hallo,

sorry, sie leidet doch! und braucht vielleicht professionelle Hilfe??

Hatten wir schon. sie war jetzt zwei Jahre bei der Erziehungsberatung, dann hatten wir eine SPFH, wir waren beim Psychologen. hat alles nichts gebracht, wurde immer schlimmer.

Ausserdem leidet sie nicht unter der Trennung ihrer Eltern, sondern unter dem " nicht geliebt werden " von ihrer Mutter.

Sie sieht es anders, will es (zur Zeit) anders sehen, hat ihre eigenen Erfahrungen gemacht...

Ehrlich gesagt sehe ich es ja auch wie sie. Das ist ja das Problem. Wir wissen, dass die Mutter , um es mal ein wenig nett auszudrücken " nicht unbedingt eine Übermutter " ist und ihr das Kind ziemlich egal ist. Aber erstensmal ist es ihre Mutter, und da sollte man den Kontakt föfrdern und zweitensmal weiss ich aus Erfahrung wie schlimm es vor allem für ein Mädchen ist, das Gefühl zu haben von der Mutter nicht geliebt zu werden. und daher versuche ich bisher alles um eine Beziehung zu fördern.

Aber es ist ein Kampf gegen Windmühlen, vor allem da ja beide Seiten nicht wollen.

Wahrscheinlich steckt hinter dem Hass eigentlich die Wut, da sie lieber eine Mutter hätte, zu der sie aufsehen kann, und die sie lieben kann. Ich hoffe sie ist stark genug sich da nicht allzusehr reinzusteigern.

Du hast es genau erkannt ! Und leider ist sie nicht stark genug, sie hat schon angefangen sich zu ritzen, da sie wie sie sagt " nur so den inneren Schmerz " ertragen kann.

Dann merkt J dass du sie ernst nimmst und genau merkst, dass die KM es nicht so macht, dass das aber wünschenswert wäre. 

Da bekomme ich dann immer Probleme mit DWH, da er der Meinung ist, ich dürfe J. nicht merken lassen, dass ich damit einverstanden sei, was die Mama macht.

Und wenn es passt, könnt ihr ihr auch vor Augen halten, dass sie so geworden ist "trotz"  der KM

Das ist ihre größte Angst, so zu werden wie ihre Mutter. Sie merkt leider, dass sie jetzt schon sehr viele Charakterzüge von ihrer Mama hat und oft genauso reagiert wie diese.

und zu den Geschwistern, ich kann total verstehen dass sie sich da Sorgen macht. hier habt ihr nur die Chance ihr zu sagen, dass es (leider) nicht in eurer/ihrer Macht steht, und dass die Geschwister eben auch ihre Erfahrungen machen müssen. Und außerdem ist es auch so, dass jeder es anders empfindet, schließlich lieben ja auch nicht alle denselben Mann, und deshalb kann jeder so empfinden wie er es für richtig hält. Da sollte sie die Geschwister also nicht massiv bedrängen, die kennen ja ihre meinung und werden jederzeit auf sie zurückkommen, wenn sie sie teilen. J ist aber nicht verantwortlich für ihre Geschwister, auch das muss deutlich werden (denn sie fühlt sich wohl verantwortlich)

Sie weiss, dass wir alles getan haben um ihre Geschwister dort rauszuholen. Aber ihre Geschwister empfinden die Mutter nicht so schlimm. Vor allem haben die Geschwister dort, die Beschützerrolle übernommen. Sie würden die " arme " Mama nicht alleine lassen, es reicht ja, dass J. das getan hat ( so wird das von der Mama suggeriert ).
Dass sie nicht verantwortlich ist für ihre Geschwister, das sagen wir ihr immer wieder, und dass wir ja da seien um die Geschwister im Notfall zu beschützen. Aber sie meint, wir würden ja nicht wissen, was dort abläuft und könnten nicht immer rechtzeitig da sein.
Aber ich muss dazu sagen, dass sie das Problem größer sieht als es ist. Die Kinder sind nicht in Gefahr dass ihnen gesundheitlich etwas passiert, es ist vor allem das seelische, das dort ein Problem ist. Aber wie wir ja alle wissen, interessiert das ja das JA nicht.


AntwortZitat
Geschrieben : 03.12.2010 11:55
(@achhja)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo

ich sehe es auch so wie toto.
Wahrscheinlich steckt hinter dem Hass eigentlich die Wut, da sie lieber eine Mutter hätte, zu der sie aufsehen kann, und die sie lieben kann. Ich hoffe sie ist stark genug sich da nicht allzusehr reinzusteigern.

Seh ich auch so! Sie will die Mutter nicht an sich rankommen lassen, um nicht noch mehr druner zu leiden.
Und - was ja noch dazukommt - ist sie im besten Alter, um richtig wütend zu werden.


AntwortZitat
Geschrieben : 03.12.2010 18:23
(@ginnie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi

Da bekomme ich dann immer Probleme mit DWH, da er der Meinung ist, ich dürfe J. nicht merken lassen, dass ich damit einverstanden sei, was die Mama macht.

du meinst NICHT einverstanden oder?

Das ist ihre größte Angst, so zu werden wie ihre Mutter. Sie merkt leider, dass sie jetzt schon sehr viele Charakterzüge von ihrer Mama hat und oft genauso reagiert wie diese.

Hey, ohne euch zu kennen und aus der Ferne: wird sie nicht. Denn sie setzt sich damit auseinander und es ist ihre Angst, also kannn sie aktiv was dagegen tun. Angst kann auch ein Motor sein.

Ich denke sie steckt in einem Selbstfindungsprozess der sehr schmerzhaft ist.
Ich bin fest davon überzeugt dass jeder so werden/sein kann wie er will. Gene sind keine Fessel, die sind nur ein Potenzial. Das kann man nutzen, man muss es aber nicht verwenden, da man noch anderes Potenzial hat  😉
Und so ist es auch mit dem Charakter, den kann man sich selbst formen wenn man will.

Ich hoffe ihr könnt ihr die Angst nehmen bzw sie kann lernen damit umzugehen.

Wäre eine Verhaltenstherapie angebracht? Da kann sie lernen mit unerwünschten eigenen Verhalten umzugehen (ist wie ein Kurs würde ich mal flapsig sagen). Und da könnte sie lernen, wie sie ihre unerwünschten Charakterzüge beherrschen kann.

ligr ginnie


Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist

AntwortZitat
Geschrieben : 03.12.2010 21:27