Hallo miteinander,
mir ist es jetzt ein wenig schwer gefallen, einen richtigen Betreff zu finden.
Unsere Tochter (17) hatte vor einem guten dreiviertel Jahr den sehnlichen Wunsch gefasst, Sozialpädagogik zu studieren. Nach einem mittelmäßigem Realschulabschluss auf dem Mathezweig (FOS-Schnitt 2,33, Gesamtschnitt 3,0) wollte sie dementsprechend unbedingt auf die FOS Sozialwesen.
Der Start, zumindest im Praktikum war absolut senkrecht. Sie glücklich ohne Ende, die Praktikumsbetreuerin mehr als zufrieden. In der Schule hatte sie allerdings von Anfang an Probleme. Der Lehrstoff ist unter ihrem Niveau, ihre Mitschülerinnen sind alle miteinander "blöde Tussis". Genau vier Jungs gibt es in ihrer Klasse, davon sind zwei Bauerntrampel, einer unscheinbar und der vierte so lala.
Als sie bei mir den Wunsch nach dem Richtungswechsel geäußert hatte, habe ich ihr gesagt, dass sie sich halt erkundigen soll, ob das noch möglich ist. Natürlich hätte ich ihr das abnehmen können, auf der anderen Seite beschwert sie sich die ganze Zeit (m. M. nach zu Unrecht), dass wir sie nicht als Erwachsene behandeln würden. Die Ausrede, dass sie da gerade im Praktikum war ist wirklich nur eine Ausrede, denn sie hätte A) jederzeit vom Praktikum aus telefonieren können und B) ging das auch über die Schulzeit.
Inzwischen überschlagen sich die Ereignisse. Vorletzte Woche hat nach längerer Pause mal wieder ihr Vater angerufen, dem sie brühwarm von ihrem Problem erzählt hat. Dummerweise hat er (ganz gegen seine sonstige Gewohnheit - aber da habe ich so meine ganz eigenen bösen Gedanken dazu) ohne Rücksprache mit mir bei der Schule angerufen und in Erfahrung gebracht, dass ein Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr möglich ist. Zwei Tage später rief der KV mich an und ich sagte ihm, dass diese eigenmächtige Handlung etwas kontraproduktiv fand, da Töchterchen das eigentlich selbst hätte erledigen sollen, weil sie ja eben "erwachsen" sein möchte.
Am nächsten Tag saßen wir zu dritt, KV, Tochter und ich ungefähr drei Stunden zusammen und haben versucht zu ergründen, woher dieser doch so plötzliche Sinneswandel kommt.
Einig waren KV und ich uns in dem Punkt, dass wir die Tochter nicht sofort und unbesehen von der Schule abmelden, ohne dass sie uns eine Alternative in Form von z. B. einem Praktikumsvertrag bietet.
Das allerdings hatte ich ihr schon Wochen vorher schon so gesagt, ist allerdings bei ihr nicht angekommen.
Einen weiteren Tag später waren wir zu dritt beim Beratungslehrer in der Schule, der im Grunde nichts anderes sagen konnte als wir. Erst nach einer Alternative suchen - vor allem in dem Bereich, den sie jetzt anstrebt und von dem sie nun mal null Ahnung hat - und erst dann, wenn überhaupt - abmelden.
Heute war ich nun mit Töchterchen beim JA, der SB ihres Vertrauens, bei der auch der Wunsch nach diesem Studiengang entstanden ist.
Quintessenz des Gespräches bei Tochter nach eineinhalb Stunden: Der Sozialzweig mag ja doch der richtige sein, aber nicht in der Klasse und nicht mit diesem Unterrichtsstoff.
Quintessenz der SB: Hätte ich sie nicht anders kennen gelernt und wüsste ich nicht, dass... würde ich sagen, das ist pubertäres Verhalten. Aber sie ist für ihre 17 weit ihrem Alter voraus, es könnte alles auf eine Depression hindeuten.
Na KLASSE. Die genentische Veranlagung dafür ist leider vorhanden.
Tochter hat nun Angst, mehr Angst als zuvor. Sie will kein "Psycho" sein.
Klar, sie hat das große Negativbeispiel ihres Vaters vor Augen. Auch wenn die SB beim JA ihr heute nicht zum esten Mal gesagt hat, dass Depressionen bei Jugendlichen ganz anders sind als bei Erwachsenen und dass es auch da große Unterschiede gibt - die Angst bleibt.
Nun wird sie morgen zur ortsansässigen Kinder- und Jugenpsychologin gehen, sich erst mal krank schreiben lassen, zeitgleich einen Termin bei der Beratungsstelle für psychische Gesundheit machen, dir normal nur für Erwachsene zuständig sind, aber wir sind uns alle einig, dass sie da auf Grund ihres Entwicklungsstandes dort besser aufgehoben ist, als bei einer Kinder- und Jungendpsychologin.
Mann, ich weiß grad echt nicht mehr weiter.
Irgendwie dachte ich, wir hätten die Phase der schlimmsten Pubianfälle hinter uns. Irgendwie fühle ich mich gerade vier Jahre zurück geworfen. Irgendwie ist es aber doch anders und hat wohl mit Pubi wirklich nichts mehr zu tun. Irgendwie hasse ich den KV, dass er sich immer so zurück hält und dann im falschen Moment aufschlägt.
Irgendwie hasse ich auch mich, weil ich wohl so einiges falsch gemacht habe. Vielleicht auch nicht, aber so fühle ich es jetzt gerade.
Jetzt beim nochmaligem Durchlesen ist mir aufgefallen, dass ich so einige Details ausgelassen habe - schon, damit es kein Roman gibt. Also, wenn jemand helfen kann und will, fragt.
Gruß pk
Wenn sie so unterfordert ist, gibt es dann nicht die Möglichkeit prüfen zu lassen, ob sie eine Klassenstufe hochgestuft werden kann? Wenn nicht jetzt, dann vll. zum Halbjahr?
LG, das Schwarzwaldmädel
Hallo Schwarzwaldmädel,
danke für deine Antwort. Allerdings geht ein "hochstufen" auf der FOS nicht und das ist auch nicht angezeigt.
Hier stehen die Praktika im Weg und die Leistungen von Töchterchen zeigen nun auch nicht gerade auf eine Unterforderung. Von der Geschichtsex mit drei Punkten über die Englischex. die sie mir noch nicht gebeichtet hat, bis zur Matheschulaufgabe mit 10 Punkten, dann noch eine Pepsi (Pädagogik-Psychologie) mit 13 Punkten und einer Deutscharbeit mit 12 Punkten haben wir hier die gesamte Bandbreite.
Nein, ich glaube, das Problem liegt an einer ganz anderen Stelle. Bei uns, bei ihr, beim KV, in ihrem Leben...
Ich weiß es nicht ;( .
Gruß pk
Oh ok, dann hab ich das mit dem Lehrstoff unter ihrem Niveau reichlich falsch verstanden.
Hat sie schon ein Mal einen ausführlichen Berufsinteressentest absolviert (nicht den vom Arbeitsamt, der taugt nichts)? Da kommen oft Dinge bei raus, auf die man so nie gekommen wär, die aber eigentlich ganz gut passen.
Ansonsten sieh es nicht so eng. Viele in diesem Alter wissen noch nicht mal, wohin es später mal gehen soll und brechen eine Lehre nach der anderen ab oder machen erst mal nichts, höchstens jobben...
Bleibt dabei, dass sie die Schule mindestens so lange durch zieht, wie nichts anderes in trockenen Tüchern ist, denn nichts macht sich schlechter als etwas ersatzlos hinzuschmeissen.
LG, das Schwarzwaldmädel
Hallo ProKids,
erst mal ein Wort zu diesem Teilaspekt des Problems:
Vorletzte Woche hat nach längerer Pause mal wieder ihr Vater angerufen, dem sie brühwarm von ihrem Problem erzählt hat. Dummerweise hat er (ganz gegen seine sonstige Gewohnheit - aber da habe ich so meine ganz eigenen bösen Gedanken dazu) ohne Rücksprache mit mir bei der Schule angerufen und in Erfahrung gebracht, dass ein Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr möglich ist. Zwei Tage später rief der KV mich an und ich sagte ihm, dass diese eigenmächtige Handlung etwas kontraproduktiv fand, da Töchterchen das eigentlich selbst hätte erledigen sollen, weil sie ja eben "erwachsen" sein möchte.
Ich finde, Töchterchen hat sich hier durchaus "erwachsen" verhalten, oder nenn' es meinetwegen "bauernschlau": Sie hat sich erfolgreich einen Deppen gesucht, der ihr eine lästige Arbeit abnimmt ...
Und dass dieser Depp nun ausgerechnet dein Ex ist, könntest du m.E. mit einem Schulterzucken oder auch mit einem breiten Grinsen ignorieren 😉
Zu den ernsteren Dingen:
Der Lehrstoff ist unter ihrem Niveau, ihre Mitschülerinnen sind alle miteinander "blöde Tussis". Genau vier Jungs gibt es in ihrer Klasse, davon sind zwei Bauerntrampel, einer unscheinbar und der vierte so lala.
(...)
Quintessenz des Gespräches bei Tochter nach eineinhalb Stunden: Der Sozialzweig mag ja doch der richtige sein, aber nicht in der Klasse und nicht mit diesem Unterrichtsstoff.
Mademoiselle muss offenbar noch lernen, dass das Leben kein Wunschkonzert ist. Yep, das ist eine der härtesten Lektionen, die so ziemlich jeder Mensch irgendwann begreifen muss, also ist es erst mal völlig okay, wenn jemand das mit 17 Jahren noch anders sieht. Fragt sich also, welche Alternativen hat sie, ohne gleich die Flinte komplett ins Korn zu werfen?
Zu den blöden Klassenkameraden: Es steht ihr jederzeit frei, sich außerhalb der Schule einen Freundeskreis zu suchen, der ihren eigenen Ansprüchen besser gerecht wird, Schule ist ja nicht an sieben Tagen in der Woche. Eventuell reicht sogar innerhalb der Schule bereits ein Blick über den Tellerrand der eigenen Klasse hinaus - wie sieht es aus mit irgendwelchen klassenübergreifenden Veranstaltungen (Schulchor, Theater-AG, Schülerzeitung, ...)? Wenn es gar nicht anders geht, kann sie sich informieren, welche gleichartigen Schulen es im weiteren Umkreis gibt, und z.B. einen Schulwechsel zum nächsten Schuljahr anpeilen. Wobei ihr bei ihren Recherchen hoffentlich ziemlich schnell klar wird, dass das ein paar unangenehme Begleiterscheinungen hat (z.B. deutlich längere Fahrzeiten) und es auch keine Erfolgsgarantie gibt, weil auch an der anderen Schule die Tussis blöd und die Jungs unscheinbar sein könnten.
Zum Lernstoff, der unter ihrem Niveau ist: Das kann tatsächlich so sein und schlechte Noten sind da kein Gegenbeweis (wenn mich etwas nicht interessiert, höre ich nicht zu, und wenn ich nicht zuhöre, bin ich notentechnisch zumindest in jenen Fächern aufgeschmissen, in denen es im Wesentlichen ums stupide Auswendiglernen geht, und zwar unabhängig davon, was ich in diesem Fach tatsächlich leisten könnte, wenn ich nur wöllte). Wie auch immer, auch hierfür gilt: Schule ist nicht an sieben Tagen in der Woche, und wenn man von Montag bis Freitag seinen Geist nicht auslasten kann, sucht man sich halt fürs Wochenende eine passende Beschäftigung. Meinetwegen lernt sie Japanisch. Oder frisst sich mal durch die Bücher der Herren Nietzsche, Hegel, Kant, Schopenhauer usw. durch. Oder lernt die Grundlagen der Elektrotechnik. Oder spielt Schach-Turniere. Oder wofür auch immer sie sich interessiert und was immer sie als ein "angemessenes" Niveau betrachtet. Idealerweise sucht sie sich dafür Leute, mit denen sie das zusammen machen kann und die ein gewisses Kontrastprogramm zu blöden Tussis und Bauerntrampeln bilden, dann schlägt sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe ...
Zu den angeblichen oder tatsächlichen Depressionen kann ich wenig sagen. Nur ein Gedanke dazu (und falls ich jetzt Blödsinn rede, dann vergiss' es gleich wieder): Wenn alle Welt betont, wie erwachsen sie wirkt und wie sehr sie ihrem Alter voraus sei - kann es dann nicht im Gegenteil sein, dass ihr alle die junge Dame für erwachsener haltet, als sie im Innersten ist? Dass du und die JA-Sachbearbeiterin, und vielleicht sogar Töchterchen von sich selbst, einfach nur ein Übermaß von dieser Erwachsenen-Vernunft erwartet?
Viele liebe Grüße,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Hallo prokids,
wenn sie ihre berufliche Zukunft davon abhängig macht, dass sie einen Bruchteil ihres Lebens mit blöden Schulkameraden auskommen muss, dann ist sie sicher nicht weit ihrem Alter voraus. Sie könnte es ja als gute Übung für später ansehen, da muss sie auch mit denen auskommen, die man ihr vorsetzt, oder sie muss (darf) solche Leute anleiten oder führen...
wenn sie sagt, der Schulstoff wäre unter ihrem Niveau, aber die Leistungen nicht glatt 1 sind, dann ist der Spruch eher eine Ausrede fürs nicht-anstrengen wollen. Sie könnte ja auch ihre Leistung bringen, und ihre Intelligenz für was anderes zusätzliches nutzen (Sprachkurs usw usw).
Aber ich will nicht kritisieren, was ja schon sowieso nicht geht, weil ich euch nicht kenne. Ich denke eher, ihre Nullbockphase ist ein völlig altersgerechtes Verhalten.
Vielleicht hat sie Angst es nicht zu packen, das Leben nicht zu packen, und gibt deshalb schon vorher auf, will das Berufsleben, und die Verantwortung, die das Erwachsenwerden mit sich bringt, vor sich herschieben. Kann das sein??
Wichtig ist, dass sie weiß, welchen Weg sie einschlagen will, zumindest die Richtung. das ist ihr Fundament, was erst mal gebaut werden muss. Wie beim Hausbau entscheidet sich erst viel später, ob grüne oder blaue Fenster reinkommen 😉
Im übrigen kann ich mich sehr gut erinnern, wie ich mich von meinen Eltern ab einem gewissen Alter "im Stich gelassen" gefühlt habe. Da haben sie mir einfach nicht mehr die Entscheidungen abgenommen, es war verdammt schwer, aber notwendig und hilfreich. Es gehört dazu, wenn man auf eigenen Füßen stehen will. Man hasst seine Eltern quasi dafür, aber später dankt man es ihnen. So war es bei mir.
ligr ginnie
Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
ach und im übrigen finde ich diese Hobbydiagnose von der SB völlig daneben.
Depressionen auch bei Jugendlichen mögen sich ja abzeichnen, bzw es mag Anzeichen dafür geben, aber nie kann man aus einem Gespräch so etwas diagnostizieren.
Wenn sie aber nun Angst hat, soll sie doch mal zu einem Arzt gehen, diese ganzen Fragebögen ausfüllen und Gespräche führen, und dann wird es sich schon zeigen, was Sache ist. Sollte nämlich was dran sein, ist es am ALLERBESTEN schnell zu reagieren anstatt den Kopf in den Sand zu stecken. Wäre es eine Familienveranlagung, an einem bestimmten Krebs zu erkranken, würde sie ja auch die notendigen Vorsorgeuntersuchungen machen lassen - oder? Ist nun eine familiäre Veranlagung für psych. Erkrankungen vorhanden, dann muss man eben auch hier vorsorglich darauf achten. Auch ein Zeichen von Erwachsenwerden, sich um so etwas zu kümmern.
ligr ginnie
Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
Hi,
interessant was die Dame vom JA da wissen will. Depressionen bei Jugendlichen sind zwar nicht selten, aber von deiner Schilderung aus würde ich nicht unbedingt davon ausgehen, dass sie depressiv ist. Da wären typische Anzeichen z.B. das sie sich um nichts mehr kümmert, die Schule vernachlässigt, ihr Zimmer verwahrlost, sich weniger um ihr Äußeres kümmert, starke Schlafprobleme hat usw. Die Diagnose kann allerdings echt nur ein Arzt stellen und dann hängt die Diagnose viel davon ab wie sie an dem Tag drauf ist und welche Häckchen sie am Fragebogen setzt...........
Kann es nicht einfach sein, dass es grad nicht so läuft wie sie es gerne hätte? Diese Erzählung aus ihrer Klasse: sorry das ist im sozialen Bereich normal. Männer sind Mangelware (in meiner Klasse waren es zwei, einer so unauffällig das er fast unsichtbar war und der andere hat nach wenigen Monaten geschmissen). Aber wenn wir ehrlich sind, es gehört zum Leben dazu zu erkennen das etwas nicht so läuft wie wir es gern hätten, wie wir uns das vorgestellt haben. Das das keinen Spass macht ist klar. Es gehört aber auch zum Leben dann zu entscheiden: Bin ich hier im richtigen Bereich? Will ich das wirklich machen? Was könnte ich statt desssen machen? Wenn ich dieses Berufsgebiet wirklich will dann muss ich da jetzt durch und sollte in meinem eigenen Interesse dafür sorgen das meine Noten besser sind.
Grade weil ihr Vater psychische Probleme hat würde ich nicht sofort zum Psychiater rennen, wenn da wirklich was nicht stimmt wirst du das sehr schnell merken. Einige Monate miese Stimmung oder Durchhänger ist in diesem Alter einfach normal. Ich vermute mal, dass du auch bei deinem Ex damals gemerkt hast wie es ihm schlechter ging. Deine "Antennen" dafür sind ziemlich sicher sehr viel sensibler als bei anderen Müttern. Meine Erfahrung ist auch, dass bei einem kranken Partner/ Vater schnell mal völlig gesunde Familienangehörige zum Psychiater geschickt werden. Da denkt das Jugendamt eben auch schnell in diese Richtung - auch wenn bei einem anderen Jugendlichen mit gleicher Geschichte nicht daran gedacht werden würde. Kinder von psychisch Kranken haben ein etwas höheres Risiko zu solchen Erkankungen, aber eben nur etwas höher.
Erwachsen werden macht nicht immer Spass und ich hoffe das meine Kinder in dem Alter friedlicher sein werden als ich es war 😉
LG
Nadda
Hallo miteinander,
erst mal Danke für eure Statements.
Ganz klar vorweg: es war keine "Diagnose" der SB sondern eine Vermutung, die m. E. nicht so ganz unbegründet ist. Ich habe zu diesem Thema heute auch mit einem Menschen gesprochen, der sich damit auskennt. Er meinte auch, dass es sicher sinnvoll ist, das abzuklären. Er kennt meine Tochter ganz gut und glaubt zwar auch, dass nichts dran ist, aber abklären kann nicht schaden.
Ginnie, du hast teilweise Recht. Anstrengung in Bezug auf Lernen ist nicht so hundertprozent ihr Ding, wobei sie das kann, wenn sie will. Aber momentan steht sie auf dem Standpunkt: Der mittlere-Reife-Abschluss war eine Herausforderung. Sie war zwar immer gut in Mathe, aber es war absolut nicht ihr Lieblingsfach. In der 9. war sie dementsprechend fast am Durchfallen, hat es aber dann bis zur Prüfung zu einer guten 2 geschafft. Und die FOS ist KEINE Herausforderung und sie will keine guten Noten für keine Herausforderung bekommen :knockout:. Sie sieht das nicht als Chance, sondern als Beleidigung.
Grade weil ihr Vater psychische Probleme hat würde ich nicht sofort zum Psychiater rennen, wenn da wirklich was nicht stimmt wirst du das sehr schnell merken. Einige Monate miese Stimmung oder Durchhänger ist in diesem Alter einfach normal.
Genau das ist auch Töchterchens Problem: ich bin doch kein Psycho, aber du sagst immer, dass ich dem Papa sehr ähnlich bin.
Okay, das habe ich in keinster Weise jemals so gesagt, ebensowenig, wie ich sie angeblich nicht ernst genommen habe. Aber bei ihr kommt halt grad nur das an, was ankommen will.
Ich bin so durcheinander, es gibt so viele Möglichkeiten.
Heute habe ich, nachdem sie es bei all ihrem Erwachsenseinwollen nicht geschafft hat, bei der Kinder- und Jugendpsychologin angerufen und erfahren, dass diese keine Krankmeldung ausstellen wird, ehe sie sie nicht gesehen hat. Zuruf vom JA reicht da nicht. Frühester Termin: 10. Januar. Also habe ich Töchterchen wieder angerufen (ich war im Büro), dass sie zum Hausarzt gehen muss. Da geht sie seit über drei Jahren immer ganz allein hin. Nein und das macht sie nicht und ich soll da mit.
Verstanden habe ich es nicht wirklich.
Nachgefragt bekam ich dann heute Abend die Antwort, es würde sie ja eh jeder wie ein Kind behandeln. Wo wir das machen würden, fragte ich sie. Antwort: Die Tussi bei der Psychologin. HALLO? Was hat das mit uns zu tun? Was hat das mit dem Hausarzt zu tun. Ja, der hätte mich ja auch schon angerufen, weil sie da was nicht alleine machen konnte. Stimmt, da ging es um die Ergebnisse einer Blutuntersuchung, weil sie sich eine Zeitlang immer so schlapp gefühlt hat. Ist ja wohl klar, dass er das Ergebnis mit mir bespricht. Angemerkt: damals war sie 15!
Noch mehr so "Babykram": dem "kleinen Bruder" schiebst du jeden Donnerstag 2,50 € in den A... damit er sich ein Döner kaufen kann, nur weil er nachmittags Unterricht hat und ich muss fast verhungern im Praktikum.
Fakt: "kleiner Bruder" bekommt bei weitem nicht jeden Donnerstag 2,50 €. Manchmal weniger, manchmal auch nichts, denn er kann sich auch jederzeit was von zu Hause mitnehmen. Töchterchen hat die Möglichkeit im Praktikum ein Mittagessen zu bekommen und wenn mal nichts übrig bleibt, dann kauft sie sich halt was und muss es mir nur sagen.
Jaaa, klar, hab ich ja und dann hab ich WIE LANGE darauf gewartet? Ja, okay, hat sie, weil ich nicht immer Kleingeld im Geldbeutel habe. Aber wenn sie mir was erklärt hat, hat sie es immer bekommen.
Sie bekommt monatlich 27 € Taschengeld, 35 € Kleidergeld und 5 € Handygeld. Zusätzlich raucht sie seit ein paar Monaten ungefragt und ungestraft unsere Zigaretten und das nicht wenig. Insgesamt schlägt sie uns mit geschätzten 100 € zu Buche. Und fühlt sich noch immer vernachlässigt.
Stunden über Stunden saßen wir bei Gesprächen über ihre Schulprobleme zusammen. Ihr Vater, der telefonieren mehr als alles andere auf der Welt hasst, hat zweimal bei der Schule angerufen. Wir waren gemeinsam (mit KV) beim Beratungslehrer. Ihr Vater hat sich hingeschleppt, im wahrsten Sinne des Wortes. Er geht inzwischen auf Krücken, weil er sein Übergewicht anders nicht mehr bewegen kann, kam in der Sprechstunde an und hat erst mal minutenlang nach Atem gerungen. Aber er war da!
Wir waren beim Jugendamt, heute der Anruf bei der Psychologin (nur so nebenbei: ich arbeite in einem Büro, das mir nur sehr wenig Freiraum für solche Telefonate bietet. Nach Rücksprache mit meinem Chef, weil ausgerechnet heute, was ich nicht wusste, auch noch die Handwerker im Haus waren, die mit ihren großen Ohren ja nun wirklich nicht alles mitbekommen müssen, habe ich mich mit dem Telefon in die Kälte gestellt), und dann muss ich mir anhören - na Danke, dass du wenigstens DAS geschafft hast.
Während ich das jetzt so schreibe, kommen mir Gedanken in den Kopf. Kann es sein, dass sie die Enttäuschung, die sie mit ihrem Vater erlebt hat, auf mich projeziert?
Ich mache alles für meine Kinder, solange es in meinen Möglichkeiten ist. Mein Chef gibt mir jederzeit frei, wenn irgendwas mit den Kindern ist, aber die Zeit muss ich natürlich irgendwie nachholen.
Ich bin eine Kämpferin, ich habe nach der Trennung mit den Kindern buchstäblich bei Null angefangen. Bei 100 bin ich noch lange nicht, aber schon weit weiter als der KV.
Immer habe ich versucht, den Kontakt zwischen Vater und Kindern aufrecht zu erhalten. Mal hat es geklappt, mal nicht.
Warum ist sie jetzt so enttäuscht von mir und ist das der Grund für ihre momentane Verweigerung?
Ich weiß nicht mehr weiter...
Gruß pk
Servus pk,
wenn sie ihre berufliche Zukunft davon abhängig macht, dass sie einen Bruchteil ihres Lebens mit blöden Schulkameraden auskommen muss, dann ist sie sicher nicht weit ihrem Alter voraus. Sie könnte es ja als gute Übung für später ansehen, da muss sie auch mit denen auskommen, die man ihr vorsetzt, oder sie muss (darf) solche Leute anleiten oder führen...
Da möchte ich mich erst mal anschließen. Wer im Sozialen Bereich arbeiten will, der darf sich von vornherein darauf einstellen, dass er nicht immer die Leute vor sich hat, die er da gerne sehen möchte. Genau das Gegenteil ist der Fall.
Wer seine Mitschüler als Bauerntrampel bezeichnet, sollte am besten einen anderen Weg einschlagen!
Und dass meine ich auch unabhängig davon, ob die Ursache für solche Äußerungen möglicherweise sogar einer Depression geschuldet sind.
An diese Diagnose mag ich nach Deinen Berichten eh nicht recht glauben.
Du hast allerdings recht, wenn es mal durch eine kompetente Person abgeklärt wird.
Ich vermute mal eine ungute Mischung aus spätpubertärem Verhalten, Frust, Neid auf den Kleinen und mehr, die zu der derzeitigen Situation geführt haben. Aber wenn die junge Dame schon auf erwachsen machen will, dann muss sie sich auch in die Pflicht nehmen lassen.
Ich weiß, insgesamt recht ungnädig ausgefallen mein Urteil, aber auch für junge Menschen gilt, dass das Leben eben kein Zuckerschlecken mit Wunschkonzert ist.
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Moin,
ich werfe bezüglich "Depressionen" und "Abklärung" mal noch einen anderen Aspekt in den Raum: Muss alles sofort in eine Norm oder eine Schublade passen - und falls nicht, zumindest ein medizinisches Etikett bekommen? Kann ein junger Mensch, der seine Pubertät noch nicht ganz hinter sich und seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat, nicht einfach mal anders sein als Eltern oder sonstwer von ihm erwarten, ggf. auch mal unfertig, uneinsichtig oder bockig? Muss gleich mit irgendeiner Diagnose oder auch nur Vermutung eine "Abweichung von der Norm" festgestellt und eine Behandlung angeleiert werden?
Aus den "vorbildhaften" USA ist immer wieder zu hören, dass eigentlich nur "normal" sei, wer regelmässig seinen Psychotherapeuten aufsuche. Und in Deutschland haben manche Kinder und Jugendliche heute schon eine Arztbesuch-Frequenz, wie sie ansonsten nur bei gelangweilten >>>Rentnern <<< vorkommt, die sich lieber in ein Wartezimmer setzen als allein zuhause zu sein. Neulich im TV gesehen: Die Deutschen bringen es statistisch auf knapp 20 Arztbesuche pro Jahr; die benachbarten Niederländer oder Schweizer nur auf 4. Sind wir viel kranker als unsere Nachbarn? Oder ist das nicht eher der Hysterie geschuldet, für seine Krankenkassenbeiträge auch eine Gegenleistung bekommen zu wollen und bei jedem Unwohlsein gleich zum Doc zu rennen? Die Wirtschaft hat jedenfalls längst reagiert und so genannte >>>Designer-Krankheiten<<< erfunden. Dazu passt auch das bekannte Ärzte-Bonmot: "Niemand ist wirklich gesund; es gibt nur Leute, die noch nicht genügend untersucht worden sind..."
Grüssles
Martin
(dessen Kinder mit maximal 1-2 Arztbesuchen pro Jahr aufgewachsen sind)
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Die Wirtschaft hat jedenfalls längst reagiert und so genannte >>>Designer-Krankheiten<<< erfunden. Dazu passt auch das bekannte Ärzte-Bonmot: "Niemand ist wirklich gesund; es gibt nur Leute, die noch nicht genügend untersucht worden sind..."
Ist mit Sicherheit nicht ganz von der Hand zu weisen. Auch die Tatsache, dass die Deutschen viel zu oft zum Arzt rennen ist allseits bekannt.
Sogar in Bayern hat der Gesundheitsminister Söder nun laut erklärt, dass eine Überversorgung mit Ärzten vorherrscht. Damit hofft er nun dem Proteststurm der bayer. Hausärzte, die ihre Kassenzulassungen im streit um höhere Honorare zurückgeben wollen, den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Aber andererseits kommen eine wesentlich geringere Sterblichkeitsrate bei Kindern oder eine höhere Lebenserwartung beil Älteren natürlich auch nicht nur vom lieben Gott aus dem Himmel zu uns herab.
Der Fortschritt in Medizin und auch Pharmakologie hat hier natürlich einen großen Beitrag dazu geleistet. Das hierbei beim strebennach Gewinnmaximierung auch einige "Überschüsse" entstehen mag ich insgesamt natürlich nicht bestreiten.
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Ich gebe euch recht, es hört sich wirklich sehr unreif an, was sie momentan so von sich gibt. Aber genau das ist der springende Punkt. Bisher war sie ganz anders und wirklich schon sehr weit. Das hat die Rektorin der Realschule vor über einem Jahr schon bestätigt, ebenso wie ihre Praktikumsbetreuerin und die SB vom JA. Aber jetzt ist sie an einem Punkt, an dem sie mir vorkommt, als wäre sie drei und mitten im Trotzalter.
Pubertät - hm, die hatten wir eigentlich durch, die begann mit 8 und endete vor etwa zwei Jahren. Sprich: in den letzten zwei Jahren hatte ich hier eine vernünftige, gradlinige und sozial verträgliche junge Erwachsene, die auch manchmal ihren Geschwistern beigebracht hat, wie der Hase zu laufen hat.
Ärzte sind für mich grundsätzlich Horror, da muss schon viel passieren, bis die mich mal sehen. Töchterchen war das letzte Mal beim Arzt, als sie sich vor über einem Jahr die Schweinegrippe eingefangen hatte. Die jüngere Tochter war zuletzt beim Arzt bei der J1 vor zwei Jahren und Junior muss lediglich regelmäßig zum Lungenarzt, weil er leichtes Asthma hat. Zweimal im Jahr steht der Zahnarzt an, aber das wars dann auch schon. Aus Langeweile geht hier ganz bestimmt keiner zum Arzt :exclam:.
Wie auch immer, der Hausarzt hat heute klare Worte gefunden (sie wollte ja nur den gelben Zettel) und direkt einen Termin beim Facharzt für Neurologie und Psychiatrie gemacht. Sollte sich herausstellen, dass es keine Depression ist (wovon ich ausgehe), wird er sie auch nicht weiter krank schreiben. Dann ist es wieder an mir, sie so zu motivieren, dass sie dieses verd... Schuljahr erhobenen Hauptes hinter sich bringt.
Gruß pk
Hallo
Bisher war sie ganz anders und wirklich schon sehr weit.
das mag ja sein.
Der Weg, erwachsen zu werden, ist aber überhaupt nicht gradlinig und direkt von A nach B, sondern mit Umwegen verbunden. Auch bei Kleinkindern gibt es manchmal scheinbare Entwicklungsrückschritte (zB wenn sie sauber waren und plötzlich wieder einpinkeln aber dafür sprechen lernen).
Vielleicht hilft es euch, einfach etwas entspannter da ran zu gehen, und es als Entwicklungsumweg zu akzeptieren...
...natürlich würde ich das mit der Depression lieber untersuchen lassen, das würde ja nicht allein weg gehen...aber ansonsten... sag dir einfach "das Gehirn wächst gerade" und hab Vertrauen, die Geradlinigkeit der letzten 2 Jahre kommt bestimmt bald wieder. Nur Mut!
ligr ginnie
Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
Das Rad dreht sich weiter.
Dieses Wochenende hat sie auf dem Weihnachtsmarkt mitgearbeitet. Kam schon am Freitag völlig durchgefroren, aber strahlend nach Hause. Lediglich über ihre Hand jammerte sie. Da hat einfach aus Unachtsamtkeit ihr jemand Feuerzangenbowle über die Hand gekippt. Die war auch echt rot, ich verabreichte ihr Bepathen und am nächsten Tag war es wieder gut.
Heute kam sie ebenso glücklich wieder nach Hause, mit einer fürstlichen Entlohnung und ich habe ihr noch mal ins Gewissen geredet. Wenn am Dienstag heraus kommt, dass sie unter keiner Depression leidet, wovon ich ausgehe, dann muss sie am Mittwoch wieder zur Schule gehen.
Auf dem Weihnachtsmarkt hat sie jemanden kennen gelernt, der in einer Firma arbeitet, die auch Praktikanten einstellt und wenn sie sich gut anstellt, könnte sie einen 400,-- € Job bekommen. Na gut, wenn sie das hat, von mir aus, melde ich sie von der Schule ab.
Ich glaube, sie hat inzwischen verstanden, dass ein Abbruch einfach so nicht geht, auch wenn immer noch wieder das gleiche Lamentieren über diese Klasse los geht.
Gruß pk - nach wie vor auf Dienstag gepannt
Hi
und wenn sie sich gut anstellt, könnte sie einen 400,-- Job bekommen. Na gut, wenn sie das hat, von mir aus, melde ich sie von der Schule ab.
ich persönlich finde eine solide Ausbildung am wichtigsten, und würde diese nie zugunsten eines Minijobs kippen. Höchstens als Not-Übergangslösung für ein paar Wochen. Aber jetzt, wo das Schuljahr gerade angefangen hat?? Ehrlich ich hätte Sorge, dass sie dann gar keine Ausbildung mehr beginnt, weil ihr 400 € für den Moment so toll vorkommen...man muss es aber ein bißchen mittelfristiger sehen.
ligr ginnie
Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
Moin,
Ehrlich ich hätte Sorge, dass sie dann gar keine Ausbildung mehr beginnt, weil ihr 400 € für den Moment so toll vorkommen...man muss es aber ein bißchen mittelfristiger sehen.
ich sehe das auch eher andersherum: Wenn man erst einmal festgestellt hat, wie krumm man sich als ungelernte Hilfskraft für 400 Euros legen muss, dass man in solchen Jobs intellektuell nicht unbedingt gefordert wird und dass man sich auch in der Arbeitswelt seine Kollegen nicht aussuchen kann, erscheint die Fortsetzung der Ausbildung als Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und wirtschaftlich unabhängiges Leben vielleicht schon nach kurzer Zeit in einem völlig anderen und viel positiveren Licht...
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
So ihr Lieben, jetzt ist es "amtlich". Tochter hat keine Depression. Die Diagnose wurde wo was von fachmännisch gestellt, dass mir noch immer die Ohren schlackern.
Bereits im zweiten Satz machte der Psychiater klar, dass er keine Zeit für solche Kinkerlitzchen hat, ohne überhaupt zu wissen, worum es geht. :question:
Er hat mich überhaupt nicht zu Wort kommen lassen. Fragt die Tochter, ob sie sich depressiv fühlt. Sie beantwortet die Frage mit: nein, ich bin ja nicht wie mein Vater.
Daraufhin schickt er mich raus.
Keine zwei Minuten später wurde ich wieder rein geholt und er meinte nochmal ausdrücklich, dass ihm für "so was" seine Zeit zu schade sei. Und: ICH solle nicht alles psychiatrisieren? HALLO? Ich hab ja gar nichts gesagt, ich bin ja wie gesagt gar nicht zu Wort gekommen und außerdem war das ja nicht meine Idee!
Der Typ kennt weder mich, noch Tochter und schon gar nicht unsere Geschichte, aber wagt es, nach zwei Minuten eine hieb- und stichfeste Diagnose zu stellen :knockout:.
Habe später Tochter gefragt, was er mit ihr besprochen hätte. Nichts, meinte sie, er hätte sie nur zugetextet und nicht zu Wort kommen lassen (kann ich mir lebhaft vorstellen). Ob er auf ihre Bemerkung, sie sei ja nicht wie ihr Vater eingegangen ist - nein, keine Rede vom Vater :knockout:.
Wie auch immer - heute habe ich mal wieder gelernt, was für was gut ist. In dieser Praxis habe ich mich vor ca. zwei Jahren als Schreibkraft in Rahmen eines 400,-- € Jobs beworben. Ich hatte damals nie wieder was gehört, keine Unterlagen zurück bekommen, keine Absage, nichts. Heute weiß ich, dass es gut war. Mit einem solchen Chef hätte ich nie und nimmer zusammen arbeiten können.
Langer Rede, kurzer Sinn. Tochter und ich haben uns auf der Nachhausefahrt fürchterlich gestritten. Ich war sauer auf diesen Pseudo, der mich runter gemacht hat wie ein kleines Schulmädchen. War in diesem Moment einfach nur sauer auf Tochter, die mich irgendwie in diese Lage gebracht hat mit ihrer Uneinsichtigkeit.
Nach dem sie mich ein paar mal angeschrieen hatte, dass ich sie einfach nur in Ruhe lassen soll, bin ich auch wieder runter gekommen und als wir zu Hause ankamen, war mir klar, dass ich sie von der Schule abmelden werde.
Habe ich dann heute Nachmittag - nach Rücksprache mit ihrem Vater - auch getan.
Ob es richtig war, wird sich sicher erst in ein paar Jahren zeigen.
Der große Renner wird ein 400,-- € Job für sie sicher nicht werden, denn ihr ist klar, dass sie das Kindergeld (das wir dann nicht mehr bekommen) und anteilig ihr Taschengeld abgeben muss, so dass sie unterm Strich nicht mehr haben wird, als jetzt. Auch möchte sie unbedingt den "höheren" Schulabschluss.
Was ich für mich jetzt einfach lernen muss, ist los zu lassen. Zu kapieren, dass man 17-jährige einfach nicht mehr zu ihrem Glück zwingen kann und auch mit möglichen Fehlentscheidungen leben muss.
Zu Hause haben wir uns dann wieder vertragen, sie hat geheult ohne Ende als sie in meinen Armen lag und heute Nachmittag auf Anhieb ihre Führerscheinprüfung bestanden und danach souverän unser Auto nach Hause gefahren.
Ich danke für eure Anteilnahme und hoffe nur, keinen Fehler gemacht zu haben.
LG pk
und hoffe nur, keinen Fehler gemacht zu haben.
Die Antwort darauf wirst Du vermutlich erst in einigen Jahren kennen.... 😉
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
