Zunächst will ich mal meine Situation genauer erläutern.
Wir leben nun seit 3 Jahren getrennt. Das 6-jährige Kind wohnt bei ihr und wird von mir des öfteren übers Wochenende oder in Urlaubszeiten geholt. Die Scheidung wurde bis jetzt von beiden Seiten noch nicht eingereicht. Jedoch ein Zurück wird es sicherlich nicht mehr geben.
Unser momentanes Verhältnis ist auszuhalten. Das heisst, wir reden miteinander und einigen uns über die Wochenenden und Urlaube, an dem unsere Tochter bei mir ist. Ich habe gelernt, dass ich mich aus ihrem Leben raushalte, obwohl ich absolut anderer Meinung bin, dies jedoch das Verhältnis wieder deutlich trüben würde. Sie hat mir dies schon oft genug deutlich gezeigt.
Jetzt will ich mal zu meiner Frage kommen und hoffe, dass ich genügend Antworten bekomme.
Meine Ex- oder Nochfrau lebt nun seit 3 Jahren mit unserer Tochter, von mir 50 km entfernt, bei ihren Eltern. In meinen Augen herrschen dort katastrophale Zustände. In der 3-Zimmer-Wohnung leben nun mit dem 20-jährigen Bruder meiner EX, 4 Erwachsene und unsere Tochter auf engstem Raum. Der Bruder hat sein Zimmer, die Eltern haben ein Schlafzimmer, und meine Ex bewohnt mit unserer Tochter das Wohnzimmer. Die Tochter schläft auf einer Ausziehcouch und die Ex auf dem Fußboden. Die Tochter, die vor kurzem eingeschult worden ist, muss ihre Hausaufgaben auf dem Fußboden machen, da es keinerlei Platz für nen Tisch oder Stuhl gibt. Die kleine Küche ist auch komplett überfüllt. Wenn ich die Tochter abhole, gibt es keinerlei Sitzmöglichkeit, da alles mit irgendwelchen Grimsgram belagert ist.
Meine Ex hat gerade wieder erwähnt, dass sie keine eigene Wohnung möchte, weil sie gerne bei den Eltern lebt und so ihr Leben besser genießen kann. Es ist ja eigentlich immer jemand da, der auf unsere Tochter aufpassen kann.
Völlig unverständlich diese Einstellung, aber genau so ist es.
Sie liebt aber unsere Tochter auch sehr, nicht dass ich hier den Eindruck erwecke, dass sie sich nicht um sie kümmern würde.
Seit ca. 2 Jahren arbeitet meine Ex von 7 bis 14 Uhr. Das Kind wird nun morgens, kurz nach 6 Uhr in einen Hort gebracht und am späteren Nachmittag abgeholt.
Ich habe sie schon mehrmals darauf angesprochen, dass ich das Kind zu mir nehmen möchte, hatte auch schon einen Ganztageskindergartenplatz, doch sie lehnt dies strikt ab, weil es ihr Kind ist, und das muss bei ihr sein.
Ich bin voll berufstätig, aber so einen Hort gibt es hier auch. Ich könnte sie um 6,30Uhr abgeben und nach feierabend um 16 Uhr dort abholen. Also wäre es in dieser Hinsicht auch nicht schlimmer für die Tochter. Desweiteren besitze ich ein Wohnhaus mit Kinderzimmer, Garten usw. das ich schon vor der Ehe besaß. Also die Wohnmöglichkeit wäre deutlich besser für unsere Tochter.
Als weiteres Problem sehe ich, dass es sich bei meiner Ex um eine Aussiedlerin handelt, und in deren Wohnung eigentlich nur russisch gesprochen wird. Die Tochter spricht diese Sprache inzwischen auch schon sehr gut. Aber sollte es zu schulischen Problemen kommen, sehe ich auch hier Probleme, denn die deutsche Sprache ist bei allen mehr schlecht als recht. Dies soll aber keine Ausländerfeindlichkeit meinerseits sein, denn sonst hätte ich ja diese Frau auch nicht geheiratet.
Wie ihr nun wahrscheinlich alle bemerkt habt, geht es mir in erster Linie um das Wohlsein und die Entwicklung meiner Tochter. Dass es für mich dann deutlich schwerer werden würde, ist mir völlig klar, aber dies wär es mir wert.
Wie könnte ich nun am besten vorgehen, um eine Eskalation zu vermeiden. Gibt es überhaupt ne Chance, dies als Vater durchzusetzen? Oder sagen die Rechtsprecher ebenfalls, dass ein Kind in erster Linie zu der Mutter gehört?
Hey
Also die Wohnsituation ist wahrlich wohl nicht die beste, so wie du sie beschreibst..das mit der Sprache ist eher völlig nebensächlich..viele Kinder wachsen heute schon mehrspachig auf u das bedeutet da absolut kein Problem.
Aber ob du wirklich Chancen hast, insebsondere wenn die KM hier nicht "mitspielt" steht wirklich leider auf einem anderen Blatt.
So wie es klingt ist es ein eheliches Kind, womit du schon mal das GSR inne hst, als auch das ABR, oder wurde da mal etwas gerichtlich geregelt in der Richtung? Wenn nicht ist das schon mal von großem Vorteil für dich.
Allerdings, da die KM sich ja offensichtlich eher gegen einen Wechsel zu dir sich ausgesprochen hat, seh ich u.a. ein kleines Problem darin, das du bisher diese Lebenssituation 3 Jahre schon aktzeptiert hast u bisher nichts unternommen hast dagegen, das wird man dir evtl. vorhalten u darauf solltest du reagieren können..
Weitere Problem gibt es aber nicht?! Also in Bezug auf Erziehungsfähigkeit der KM etc. ?
Ob nun die Aussichten wirklich groß sind, wenn du ein gerichtliches Verfahren anstreben würdest, anderes würde vermutlich nichts bringen ist fraglich..
Sicher wäre es dennoch hilfreich, hier zu versuchen eine einvernehmliche Einigung zu erzielen mit der KM, z.B. über eine Beratungsstelle.
Gruß
Jens
Hallo Sperling,
wenn ich mir die Wohnsituation anschaue wundere ich mich das du dir das so lange angeschaut hast. Wie äußert sich deine Tochter? Beklagt sie sich über die Situation?
Ich persönlich halte es nicht für ausgeschlossen das du das ABR bekommst. Die Rechtsprechung sagt in vielen Fällen das ein Kind zur Mutter gehört. Aber eben nicht in allen.Da du ohnehin die Scheidung einreichen musst würde ich mir überlegen das Thema ABR im Scheidungsverbund zu beantragen.
Ich gebe zu Bedenken das du dir selbst 100% Sicher sein musst das DU das auch wirklich willst.
Gruß
Bart
Hallo sperling
Willkommen bei VS.de
Ich befürchte, bei dieser Konstellation, sind die Aussichten eher trübe, die Kleine gegen den Willen der KM zu dir zu holen. Was hält den die Lütte von der Idee ? Hat sie sich in diese Richtung schonmal geäußert ?
Nach 3 Jahren bei der KM spricht die Kontinuität eindeutig für sie. Mal davon abgesehen, würde sie KU und KG verlieren und selber KU pflichtig werden. Kannst du ihr anbieten, ihr finanziell zu helfen, wenn Töchting zu dir kommt ?
Die Wohnsituation ist sicher nicht optimal, wird aber keinen Richter bewegen, das Kind zu dir zu geben. Das zweisprachige Aufwachsen, kann auch als Vorteil ausgelegt werde, denn mit dem späteren Schulenglisch sind es dann 3 Sprachen, die das Kind mehr oder weniger beherscht.
Alles im allem, ohne Einigung eher schlechte Karten für dich. Sorry, ist leider so. Wie Jens schon sagte, versuche es mit einem Gespräch mit KM bei einer Beratungsstelle.
LG Thomas
Die Lüge wird nicht zur Wahrheit, weil sie sich ausbreitet und Anklang findet. (Mahatma Ghandy)
Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen (Edmund Burke).
Everybody wants to rule the World
Die Tochter kennt es eigentlich nicht anders. Sie genießt natürlich, wenn sie bei mir ist, ihr eigenes Zimmer, aber wenn sie hier weggeht, geht sie in ihre gewohnte Normalität zurück.
Was für Beratungsstellen gibt es denn hierfür zum Beispiel?
Ich würde gerne auf den KU verzichten. Selbst das Kindergeld würde ich ihr überlassen. Ich möchte eigentlich garnichts von ihr.
Hi,
eigentlich wurde schon alles gesagt. ...und das ABR, wie @bart meint, würde ich noch nicht beantragen.
Der Umgang scheint ja ganz gut zu klappen.
Diesen Umgang würde ich versuchen zu erweitern, bzw. das Wechselmodell anstreben.
Tochter wird früher oder später merken, wo sie sich wohler fühlt, und vor allen Dingen, Freiräume genießen kann.
Sonst sehe ich da keine Chance, aus den Gründen wie oben beschrieben wurde...Kontinuität steht bei den Unrechtssprechern an erster Stelle.
Edit: Huch 2 Beiträge in der Zwischenzeit....ich laß es trotzdem stehen
Gruß
babbedeckel
Ein Ruin kann drei Ursachen haben: Frauen, Wetten oder die Befragung von Fachleuten (Georges Pompidou)
Hallo sperling
Was für Beratungsstellen gibt es denn hierfür zum Beispiel?
Das geht beim JA ( Jugendamt ), bei Erziehungsberatungsstellen und bei caritativen Einrichtung.
LG Jemmy
Die Lüge wird nicht zur Wahrheit, weil sie sich ausbreitet und Anklang findet. (Mahatma Ghandy)
Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen (Edmund Burke).
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Hey
Was für Beratungsstellen gibt es denn hierfür zum Beispiel?
Da gibt es viele,...allerdings von Stadt/Kreis zu Stadt/Kreis unterschiedlich.
z.B. gibt es hier kirchliche Einrichtungen wie SKF (Sozialdienst katholischer Frauen u Männer) , Caritas etc.
Aber auch öffentlichte, wie z.B. Ehe u Familienberatungsstellen/Erziehungsberatungstellen bei den Kreisen oder Städten angesiedelt...
Schaue vielleicht mal auf den Internetseiten deiner Stadt vorbei u suche nach so etwas..
Es gibt aber auch spezielle Mediatoren..
Wie befrag einfach mal google u die I-Seiten deiner Stadt/Gemeinde/Kreis....
Gruß
Jens
*edit
Ja geht natürlich auch wie von @Jemmy erwähnt....allerdings würde ich pers. davon eher erstmal abraten, denn für die KM könnte das einen bitteren Beigeschmack evtl. haben..u ansich finde ich das eher auch nicht so optimal..beim JA werdet ihr dann wenn es weiter gehen sollte eh noch landen...ich würd pers. erstmal empfehlen die freien Träger zu nutzen..
Das JA wird diese Gespäche eher noch in eine eventuelles Verfahren einfließen lassen...von daher sind die anderen Beratungstellen erst noch vorzuziehen denk ich.
Moin,
die Wohnsituation "5 Menschen in einer 3-Zimmer-Wohnung" ist per so noch kein Beleg für irgendwas. Kein Richter macht deswegen ein Fass auf; ansonsten gäbe es eine Klagewelle. Wenn dort keine unhygienischen Zustände herrschen, lässt sich daraus kaum Honig saugen. Auch dass es für ein Kind besser sein soll, wenn es in einem Eigenheim wohnt, ist juristisch kein Argument. Und ob Euer Kind an Deinem Wohnort oder an dem Deiner Ex fremdbetreut wird, spielt keine Rolle.
Ein Wechselmodell wird bei einer Entfernung von 50 Kilometern eher nicht klappen - wie soll das gehen mit der Schule? Abgesehen davon, das Madame zustimmen müsste - was sie wohl eher nicht tun wird.
Deine Ex könnte allerdings in eine grössere, eigene Wohnung umziehen. Sie müsste auch noch nicht im beschriebenen Umfang arbeiten. Das könnte Dir saftige Unterhaltsforderungen ihrerseits bescheren. Willst Du das wirklich?
Haupt-Knackpunkt ist aber (wie Jemmy schon schrieb): Du hattest drei Jahre lang keine Einwände gegen diese Konstellation; wie willst Du Deinen plötzlichen Sinneswandel in Sachen Kindeswohl begründen?
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hi,
das mit der Zweisprachigkeit stimmt bedenklich. Hier ist sicherlich nicht gemeint, dass die Tochter gutes Deutsch und gutes Russisch spricht.
Deine Tochter wurde gerade eingeschult. Somit wird es in den kommenden Monaten neutrale Rückmeldungen aus der Schule geben.
Diese Rückmeldungen können für Dich eine extrem wertvolle Orientierungshilfe sein.
Kannst Du den Kontakt zur Schule - proaktiv - ausbauen ?
Evtl. trotz der Entfernung am Elterngespräch teil nehmen und auch DEIN Kind dort von Zeit zu Zeit hin bringen und zufällig mit der Klassenlehrerein ins Gespräch kommen ?
Ich ziehe nicht aus.
oh ja. Ich werde mich mal in näherer Zukunft mit der Lehrerin unterhalten. Danke.
oh ja. Ich werde mich mal in näherer Zukunft mit der Lehrerin unterhalten. Danke.
... sei aber hierbei sehr vorsichtig.
Vielleicht ist die Lehrerin der Meinung das ein Kind zur Mutter gehört...
Ich ziehe nicht aus.
Hey
Warum soll er da vorsichtig sein?
Und wenn auch die Lehrerin die Einstellung hat, das ein Kind zur Mutter gehört nach einer Trennung, so hat er das Recht auf Information u er kann sich sehr wohl mit der Lehrerin austauschen, denn er hat GSR.
Wobei es der Lehrerin ansich völlig egal sein sollte wo das Kind lebt (wenn dem auch leider gelegentlich nicht so ist) ..
Und am Rande erwähnt, ihre Einstellung hierzu wäre bei einem eventuellen ABR Verfahren eh völlig egal...
Zumindest ist es immer gut wenn auch der KV hier sich für die schulischen Belange interessiert.
Wobei wo hier das Problem mit der Mehrspachigkeit sein soll erschließt sich mir nicht wirklich.
Gruß
Jens
Hallo Sperling,
wenn du dir die Option ABR offenhalten willst rate ich dir bis dahin den Umgang soweit wie möglich auszuweiten. Dokumentiere die Zeiten. Schreib auf wann und wie oft die Kleine bei dir ist.
Hab ein offenes Ohr wenn sie von Zuhause erzählt. Aber frag sie niemals aus!! Schreib die Dinge auf die dir komisch vorkommen. Führe eine Art Tagebuch.
Deine Tochter muß dir Vertrauen können.
Wenn du die Situation lässt wie sie ist schadet so etwas nicht. und für den Fall das du den Weg gehen willst ist es sehr wichtig sowas zu haben.
Gruß
Bart
