*abgetrennt von "Tiefes Loch" von lesemaus*
Hallo Lesemaus,
eigentlich bin ich auf diese Seite eher durch Zufall gestoßen und hatte bei Google "Einmalzahlung Unterhalt" eingegeben. Nun habe ich die letzten Stunden in DEINER Geschichte gelesen und bin tief bewegt.
Irgendwie ist es mein Loch, was da jetzt so tief ist, und es tut verdammt weh zu erkennen und sich einzugestehen (was mann hier: Frau) dass ich die letzten 4 Jahr vergeudet habe.
Ich ziehe meinen Hut vor dir und ich danke dir für die vielen Gefühle, Einsichten und Ansichten die ich lesen durfte. Es gibt mir Mut und Kraft endlich wieder an mich zu denken und einzusehen, dass auch ich ein Recht habe glücklich zu sein und dass verdammt nochmal ich dafür etwas tun muss. Danke,Danke.
Wenn es jemanden interessiert, dann erzähle auch ich meine Geschichte. Vielleicht ist das ein guter Anfang. Eigentlich gehöre ich ja hier nicht her, aber was solls. Nur vorab- wer das Folgende liest, denkt sicher ich bin eine naive blöde Pute, bin ich vielleicht auch, aber ich habe einfach von einen Glück geträumt, was nie da war- und diese Blase ist jetzt einfach geplatzt.
Ich habe vor vielen Jahre (glaube 5 1/2) eine Beziehung mit einem verheirateten Mann angefangen. Fand ihn eigentlich furchtbar, aber dennoch hat es irgendwann gefunkt. Angeblich (heute weiß ich es nicht mehr) lief die Ehe nicht mehr, blabla... Seine Frau wußte von uns, hatte wohl auch einen Freund. Die Zeit war schön und es war ein offenes Geheimnis, dass wir ein "Paar" waren. Dann bin ich ungewollt schwanger geworden (war tatsächlich so und wir beide wohl Schuld), er wollte das Kind nicht (er hat selber 3 eheliche und wie ich jetzt weiß auch noch ein uneheliches) und ich hatte lange überlegt und mich erst kurz vorher gegen die Abtreibung entschieden. Mein Sohn (***) wird nächsten Dienstag 4 Jahre und ist mein ganzer Stolz.
Nun ja, er wollte erst keinen Kontakt, hat sich dann aber rührend um "unser" Kind gekümmert. Er wohnte noch immer "zu Hause" und wir lebten weiter "unsere Beziehung". Mein Sohn sollte auch Papa sagen.... Gab auch keinen Stress wegen Vaterschaft und Unterhalt.
Nach 2 Jahren hörten die Besuche fast schlagartig auf. Er teilte mir mit, dass er bei seiner Familie bleibt und es für uns keine Zukunft gibt. Angeblich kann er sich nicht trennen wegen Existenz (eigene Firma 5 Kinder Frau die nicht arbeitet) So, jetzt denken wahrscheinlich alle- war doch klar, wie naiv. Für mich eben nicht. (rosarote Brille)
Ich wollte und will ihm nichts böses, habe die letzten 2 Jahre für meinen Sohn gekämpft, dass er auch einen Vater hat. Immer wieder betteln, kümmere dich bitte, besuche ihn.... Wir wohnen im gleichen Ort (26.000 EW). Letztes Jahr hat er ihn 4x gesehen. Mein Sohn hat vergessen dass er sein Vater ist, kennt ihn aber und fragt auch nach Onkel .....
Vor 3 Wochen teilte mir der KV mit (per SMS, anders kommuniziert er nicht mehr mit mir), dass er für sich einen Schnitt will und niemals mehr Kontakt zu mir oder "seinem" Sohn. Er bietet mir eine Einmalzahlung an (Mindestunterhalt bis zum 18.lj vom kind) entweder ich unterschreibe beim Notar oder er bringt dem Jugendamt einen neuen Gehaltsschein (kann er als gesellschaftender GF) und ich sehe gar kein Geld mehr. (Kinder von ihm 22, 18, 9, 5, 4)
Die Welt ist zusammen gebrochen und die Seife zerplatzt. Ich bin alleinerziehend und habe die letzten Jahre nur damit verbracht, für meinen Sohn einen Vater zu bewegen, der kein Interesse hat. Irgendwie ist das Loch einfach riesig groß und ich stehe davor.
Einen guten Job und erfolgreich (deshalb gehts und ging es mir nie ums Geld, brauche es ansich nicht) aber ohne Partner ohne Vater ohne "privates Glück als Frau", dafür mit dem schlechten Gewissen, alles falsch gemacht zu haben, 4 Jahre verplempert zu haben und Schuld daran zu sein, dass mein Sohn ohne Vater aufwächst.
Interessiert wahrscheinlich gar keinen, aber so ist es.
Für die Männer hier im Forum-es geht auch anders, ich will dem "EX" nicht böses, darum geht es nicht- aber ich bin verletzt, weil ich mich total verarscht fühle und nicht verstehen kann, wie man einem Kind mit Milchzähnen und Kleidergröße 104 soetwas antun kann.
Aber wahrscheinlich bin ich einfach nur zu blöd und naiv.
Liebe Grüße
Nadine (34 J. , die hofft, auch den richtigen Weg zu finden wie lesemaus)
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Anm.: Bitte Forenregeln beachten.
Hallo Luca
Lass dich erstmal drücken und knuffen, wie du dich fühlst kann ich mir nur in Grenzen vorstellen, da mein Exmann und jetzt wieder Freund sich niemals von unserem Sohn getrennt hätte.
Wie will man dir am besten helfen, Unterhalt fürs Kind muss auf jeden Fall geleistet werden, ob das mit dem Vergleich möglich ist
glaube ich nicht aber frag am besten Mal bei RA nach oder lass dir Tips von den Papas hier geben.
Aber bei dir ist jetzt erst mal die Schockwirkung vorhanden, die Jeder oder jede erlebt wenn die Beziehung endet, obwohl wenn man ein paar mon. später darüber nachdenkt und wieder klar sieht es merkt, dass der Schnitt besser ist für dich und dein Kind.
Das er sein Kind nie mehr sehen will, hm glaube ich eigentlich nicht, vielleicht wollte er so die Trennung für ihn leichter durchziehen, denn ich ignoriere auch gerne Sachen wenn ich was unangenehmes machen muss.
Sollte er natürlich echt das Kind komplett aus seinem Leben streicht, dann ist er den Namen Vater nicht wert.
Aber, da wir hier immer nur die eine Seite sehen, kann ich nur meine neutrale Meinung darstellen.
Such dir jemanden mit dem du reden oder schreiben kannst.
Schreib ein Trauertagebuch in dem du deine Sorgen und Nöte aufschreibst.
Nimm ruhig das Kind auf dem Arm und knuddel es, weine ruhig, aber schimpf nicht vor dem Kind.
Wenn das Kind versteht was passiert ist, rede ruhig und ohne böse Worte über den Vater. Mach gegenüber dem Kinde niemals schlechte Anmerkungen über den Vater.
Ihr, der Vater und du müsst jetzt schaffen von der Beziehungsebene auf die Elternebene zu wechseln das geht nicht von heute auf morgen das dauert, bei mir 8 mon. und jetzt gehts schon wieder los.
Aber eine neutrale Ebene ist erst möglich wenn man ausgetrauert hat und in der Lage ist die zerbrochene Beziehung aus einem anderen Sichtwinkel zu sehen.
Und denke dran auch wenn es ganz weh tut eine Beziehung zerbricht nicht nur wegen einer Person zur Trennung gehören zwei.
Nimm den Zwerg halte ihn lieb und denk an die schönen Zeiten.
Und dann tritt für die Rechte deines Kindes ein.
Ich werde aber heute Abend an dich denken.
Liebe Grüße (ganzliebübersköpfchenkraul)
ANGELA
Liebe Angela,
vielen Dank für die lieben Worte, es hilft ungemein etwas Zuspruch zu erhalten und den Tritt dass es weiter geht.
Wenn ich hier so in den andrern Geschichten lese, dann kann ich wahrscheinlich sogar noch froh sein mit meiner Situation. Aber auch ich kann sagen, es ist sch..... wenn alles auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird, so oder so. Ich kenne mich Rechtsangelegenheiten recht gut aus (von berufswegen) hatte mir dennoch zusätzlich Rat bei einer Familienanwältin geholt und habe auch gute Kontakte zum Jugendamt (von berufswegen). Alles in allem ist es schon rechtswidrig wenn wir uns in einem Vergleich über KU einigen, aber der Gesetzgeber kann nichts dagegen tun, weil ich ja in dem Sinne nicht auf KU verzichte, sondern dieser in einer Einmalzahlung beglichen wird. Nach viel lesen und durchforsten von Gerichtsurteilen wird mir gar nichts anderes übrig bleiben, als mich auf diesen "mie..." Deal einzulassen.
Er hat einfach zuviele Möglichkeiten auf dem Papier nichts zu haben (was er mir bereits angedroht hat) und ich müßte einen langen dreckigen Krieg vor Gericht führen, um überhaupt etwas KU zu erhalten. Und die Kraft möchte und kann ich einfach nicht aufbringen.
Leider kenne ich den KV zu gut-eine Elternebene werden wir nie erreichen und wenn er sagt, er will nichts mehr mit seinem Sohn zu tun haben, dann zieht er dass auch durch. Ich wette sogar, dass er sich am Kindergeburtstag (8.4.) auch nicht meldet. Sein "Stolz" verbietet ihm das-eine Entscheidung nimmt er niemals zurück, auch wenn er weiß, dass sie falsch ist. Vielleicht kann mir das mal ein Mann erklären, warum das so ist.
In eine paar Monaten (hoffentlich vergehen die gaaaanz schnell) werde ich vielleicht wirklich froh sein, aber ich werde dennoch nie verstehen, wie man sein eigenes Kind einfach so wegwerfen kann und aus seinem Leben streichen.
Es ist nicht einfach, stark zu sein, wenn man sich doch nichts sehnlicher wünscht als eine starke Schulter zum anlehnen. Aber das ist wahrscheinlich das Schicksal, wenn Frau nach aussen ihren Job meistert und auch das Leben, da kommt keiner drauf, dass ich auch einfach nur jemandem das Abendbrot machen möchte, das Frühstück ans Bett bringen und den Rücken kraulen...
Das was für mich sehr schwer ist, mein Sohn spürt, dass mit seiner Mama etwas nicht stimmt. Er ist aggressiv geworden, auch autoaggressiv, was ich von ihm nicht kenne. Er ist ein total pfiffiger, aufgeweckter und lieber Junge. Wir leben zwar mit Oma und Opa in einem Haus (aber getrennte Wohnungen!!!), so dass er seine gewohnte Umgebung auch hat, wenn Oma und Opa auf ihn aufpassen, aber weint schon ,wenn er sieht, dass ich mit einem Dienstwagen nach hause gekommen bin. Dann weiß er, dass ich weg muß, auch wenn es nur mal Abends ist. Er hat totale Verlustängste und ich versuche noch mehr für ihn da zu sein. Wie lange das mein Körper und meine Seele mitmachen, keine Ahnung.
Mit dem KV kann ich nichts besprechen. Er hat mir eine Summe genannt, bestimmt den Notar (außerhalb, weil als Bauunternehmer kennt er in unserer Stadt jeden Notar und dort will er natürlich nicht)- entweder ich sage ja oder wir sehen uns beim JA und mit Sicherheit beim Notar. Haus hat er schon auf seine Frau umgeschrieben und diese arbeitet jetzt angeblich auch in der Firma mit (niemals!) und bekommt gutes Gehalt. Alles andere brauche ich wohl an dieser Stelle nicht schildern. Jeder weiß, was er damit erreeichen will.
Um das Kind geht es bei ihm nicht, er nimmt das Wort Sohn oder den Namen gar nicht in den Mund. Ist einfach Luft für ihn.
Wie es weiter geht, weiß ich momentan nicht. Ich hoffe, dass ich meinen Optimismus wieder finde, und auch für mich die Kurve im Leben mal wieder nach oben zeigt. "Lesemaus" hat es ja vorgemacht. Vielleicht schreibt sie ja mal ein Buch-findet bestimmt reißenden Absatz.
liebe Grüße an alle
Nadine
Hallo Nadine,
habe eben erst deine Geschichte entdeckt, sorry, war ein paar Tage nur flüchtig on....
Ach je, das ist wirklich schwer, dir da etwas trostvolles zu schreiben.
Aber ein paar Gedanken will ich dir dennoch mitteilen.
Du schreibst, du betrauerst die "starke Schulter", die dir ohne ihn fehlt.
Wenn man so liest, was er anscheinend für ein Mensch ist, dann kann das ja unmöglich eine starke Schulter gewesen sein, die er da hat. Allein schon die Tatsache, sich jahrelang in irgendwelchen halbgaren Zuständen zu bewegen, auf der einen Seite eine neue Beziehung, im Hintergrund die Familie, bei der zwischendurch gewohnt (und gelebt) wird, und ganz nebenbei (und für dich im Nachhinein, aber viel Abstand zu DEINEM Sohn hat das plötzlich aufgetauchte fünfte Kind nicht, oder??) ein weiteres Kind...
Dass der Mann mit dir nichts mehr zu tun haben will, musst du schlicht akzeptieren und für dich verarbeiten. Nicht einfach, tut weh, weiß ich, aber daran kann man nichts ändern.
Dass er dagegen mit seinem Sohn nichts mehr zu tun haben will, das ist schwer vorstellbar.
Wenn er aber so ist, und du sagst, er bleibt bei einem solchen einmal gesprochenen Wort, dann ist er wirklich ein unglaublich armseliger Mensch, was dir wiederum helfen sollte, ihn ganz schnell auf das zu reduzieren, was er ist (und was ich hier nicht schreiben kann, weil dann die Zensur zuschlägt)!!
Wie ihr das mit dem KU regelt, ist die eine Sache, das wird so oder so geklärt, und ist für dich anscheinend von wenig Belang.
Was die Gefühle angeht, die Leere und Sinnlosigkeit, die du anscheinend in deinem Leben siehst, das ist schon schwieriger zu lösen, und kostet eine Menge. Zeit und Kraft. Aber da solltest du dich gnadenlos dran machen.
So objektiv wie möglich. Und so ehrlich wie möglich.
Mache etwas für dich, rede mit Freunden, geh mit Freunden weg, geh raus, mach Sport, schreibe alles auf, was dir durch den Kopf geht, wirst sehen, dann wird auch die Leere vergehen.
Nochmal zum KV und seiner Weigerung, etwas mit dem Kind zu tun haben zu wollen:
Ich würde ihm in allerschönster Regelmäßigkeit Bilder und evt. kleine Berichte zukommen lassen, aber ohne irgendwelche emotionalen Kommentare, vielleicht so alle halbe Jahre.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ihn das vollkommen kalt lässt.
Kopf hoch, Blick nach vorne.
Gibt leider kein Rezept und keine festgeschriebene Zeit, wie lange sowas dauert.
Aber ich habe für mich selbst gemerkt, dass man entscheidend dazu beitragen kann, die Trauerzeit nicht unnötig in die Länge zu ziehen, wenn man möglichst aktiv ist, in jeder Beziehung.
Am Wichtigsten ist eigentlich, seinen eigenen Wert wieder zu finden. Und den niemals mehr abzugeben oder von außen schmälern zu lassen.
Komisch, was im Beruf oft so gut funktioniert, lässt sich nicht immer auf das Privatleben umsetzen, gell?
Liebe Grüße, Lesemaus (di ezwar ein Buch am Schreiben ist, aber a) gehts da nicht um mich, b) wird das nie fertig 😉 )
Getretener Quark wird breit, nicht stark
... und jetzt auch mal von einem Mann.
Moin luca,
mach ihm Feuer unter dem A.... . Das einzige, was der Herr auf der Pfanne hat, ist Dein Bemühen um Frieden. Du wirst ihn, folgt man Deinen Schilderungen, nicht dazu bewegen können, euren Sohn zu sehen, zu lieben oder ihn überhaupt zu behüten. Wieso läßt Du einen solchen Portemonnaie-Philosophen einzig und allein die Spielregeln aufstellen und richtest Dich dann auch noch danach?
Für euren Sohn? Mit welchem Nutzen? Wird er deswegen vom Vater geliebt? Braucht Dein Sohn das Geld, dieses schmierig Angebot eines KU-Almosens? Aus den Beiträgen lese ich raus, dass sich all diese Fragen mit einem Nein beantworten lassen.
Für Dich? Da brauche ich gar keine Fragen zu formulieren. Kann man aus jeder Zeile lesen, dass Du mit KVs "Angebot" nur schwer umgehen kannst.
Wenn der Gute feixend die leeren Handflächen aufdreht und die Behauptung aufstellt, dass bei ihm nicht zu holen sei, dann schau ihm beim nächsten Mal milde in die Augen und sag ihm, das könne ja dann immer noch der Richter entscheiden. So seh ich das. Alles andere ist Rumgeeier. Und ich gebe Dir Brief und Siegel darauf, er bleibt dann nicht lange bei seiner überlegenen Haltung, der Herr "Aberlassunsdasallesbeieinemauswärtigennotarabschliessen".
Später etwas mehr dazu, mich packt gerade die kalte Wut.
Grüß
Till
Kriegt nichts! Hat nur seine verfluchte Schuldigkeit getan!
(Friedrich der Große 1712 - 1786)
Haus hat er schon auf seine Frau umgeschrieben und diese arbeitet jetzt angeblich auch in der Firma mit (niemals!) und bekommt gutes Gehalt. Jeder weiß, was er damit erreeichen will.
Mir ist überhaupt nicht klar was er damit erreichen will. Wenn ich als Unterhaltspflichtiger beschlösse mit meiner Flamme zusammen zu ziehen und fortan schön in eheähnlicher Gemeinschaft zu leben, dann würden unsere Einkommen für die Unterhaltsberechnungen doch zusammen gerechnet. Oder sehe ich das falsch? Was also hat er dann davon, wenn seine Frau in der Firma arbeitet (mit gutem Gehalt)? Kann mir das mal einer erklären?
Kriegt nichts! Hat nur seine verfluchte Schuldigkeit getan!
(Friedrich der Große 1712 - 1786)
Nein Till,
das Einkommen wird nicht zusammengerechnet. Im Höchstfall kann sein Selbstbehalt gemindert werden, weil durch das Zusammenleben eine Haushaltsersparnis angerechnet werden kann.
Andere Variante: Er macht auf Hausmann, sie verdient, dann muss sie ihm Taschengeld zahlen, das er zunächst für den KU verwenden muss.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Liebe Nadine,
nun habe ich dein Posting einige Male durchgelesen, die Antworten dazu studiert und bin ein wenig runter von meiner Empörung über den KV. Dennoch habe ich von dem in Antwort #4 nix zurückzunehmen. Meiner Ansicht nach hast Du allen Grund hier ein kleines Fass aufzumachen. Nämlich deshalb:
1. Tu's für Dich
......dafür mit dem schlechten Gewissen, alles falsch gemacht zu haben, 4 Jahre verplempert zu haben und Schuld daran zu sein, dass mein Sohn ohne Vater aufwächst.
Und weil Du ein schlechtes Gewissen hast, wobei sich jeder klar denkende Mensch fragen muss weshalb eigentlich, machst Du Dich kleiner als Du bist? Schon die Aufstellung der Schuldfrage ist doch schief. Beantworte mir bitte die Frage, weshalb es Deine Schuld ist, dass der Vater den Sohn nicht sehen möchte. Und komm nicht mit dem Einwand, KV hätte damals auf Abtreibung gedrungen. Dieser Einwand ist schon längst verfallen. Schon vor der Zeugung. Der verfiel schon mit weglassen der Lümmeltüte.
Willst so lange mit einem schlechten Gewissen herumlaufen, wie Du eueres Sohnes angesichtig wirst? Das könnte sehr lange dauern, Du. Ich an Deiner Stelle würde mir das gut überlegen, ob dabei nicht zu viel Lebensqualität abgesaugt wird. Wie Du dann da raus kommst ist eine andere Frage. Aber eine andere Einstellung zu dem ganzen solltest Du schon anstreben. Wäre es nicht besser und ein guter Anfang, dem KV aufrecht gegenüber zu treten und sein Loskauf-Angebot auszuschlagen? Stattdessen den direkten Weg zu gehen? Selbst wenn Du zunächt leer ausgehen solltest, Du braucht sein Geld nicht. Du schreibst ja selbst
Einen guten Job und erfolgreich (deshalb gehts und ging es mir nie ums Geld, brauche es ansich nicht)
Was für Gerichtsstreitereien erwartest Du? Eine Unterhaltsklage, er sagt er hat nix und alle zwei Jahre neue Auskunft einfordern. Viel Arbeit ist das ehrlich gesagt nicht. Dein Filius hätte dann immerhin mit 18 die Chance, selbst zu entscheiden, ob der seinen Vater rannehmen will. Darum:
2. Tu's für euer Kind...
...denn wenn ich Deine Beiträge so durchlese, dann wächst in mir der Verdacht, dass Dir diese Geschichte so lange im Weg steht und nachhängt, so lange das nicht bereinigt ist. Ich gewinne den Eindruck, Du fühlst Dich vom KV benutzt und unverstanden. Dein Selbstwertgefühl leidet darunter und das muß sich irgendwann auf das Kind übertragen. Ich möchte Dir nicht zu nahe treten Nadine, aber hast Du schon mal darüber nachgedacht, ob solche Szenen
aber weint schon ,wenn er sieht, dass ich mit einem Dienstwagen nach hause gekommen bin. Dann weiß er, dass ich weg muß, auch wenn es nur mal Abends ist. Er hat totale Verlustängste und ich versuche noch mehr für ihn da zu sein.
entstehen, weil seine Verlustängste unbewußt durch Deine Grundstimmung und Verzweiflung verstärkt oder geschürt werden? dass sich da etwas von Dir auf ihn überträgt? Sowas geht so schnell. Beispiel: Ich kann mich gut an die ersten Kindergartentage unserer Kinder erinnern. Die Kinder, die das meiste Theater machten, waren die, deren Mütter heulend vor der Tür standen, weil die nicht mit ansehen konnten, wie schlecht ihre armen Kleinen mit der Trennung klar kamen. Die Kleinen wiederum kamen mit der Trennung nicht klar, weil ihre Mütter ...... lakonischer Kommentar einer Erzieherin." In ein paar Tagen haben die Mütter sich beruhigt und dann geht's wieder." Zagahft vorgetragene Hinweise, dass ein Kind nicht loslassen kann, wenn man es nicht loslassen läßt, wurden brüsk zurückgewiesen. Schließ dieses Kapitel "Ein Vater ist immer für sein Kind da" für Dich ab, so schwer es fällt. Dann wird Dein Sohn nämlich sicherlich auch besser damit umgehen können.
Du scheinst mit Deinem Wunsch nach Anlehnung an einen recht egomanischen Machtmenschen geraten zu sein. Nun, solche Fehler passieren - Liebe macht blind. Das ist aber kein Grund, den Guten mit seiner Masche durchkommen zu lassen.
Grüße
Till
Kriegt nichts! Hat nur seine verfluchte Schuldigkeit getan!
(Friedrich der Große 1712 - 1786)
Hallo an alle,
hatte die letzten Tage viel zu tun. Danke für eure Worte. Ich antworte heute später noch darauf.
Nur soviel- Sohnemann hatte gestern Geburtstag- ist 4 Jahre alt geworden (Hilfe,mein Großer). Der KV hat sich nicht gemeldet-nichts, keine Regung!
Gruß Nadine
Hallo Nadine,
ich würde für den Umgang von Papa und Kind auch eine Menge tun. Aber wenn er sich so krass dagegen sträubt, dann würde ich darum nicht weiter betteln. Er ist erwachsen und sicher in der Lage zu verstehen, dass der Papa wichtig für das Kind ist. Handelt er trotzdem so, dann würde ich es akzeptieren und mir einen Weg überlegen, was ich dem Kind langfristig erkläre, warum "kein" Papa bei ihm ist oder ihn besuchen kommt.
Das ist zwar echt ein harter "schwarzer Peter", aber es kommt dann Ruhe in euer beider Leben. Und ich glaube, das ist mehr Wert, als ein Vater, der einfach nicht will. Vielleicht habt ihr eine andere männliche Bezugsperson, an der er sich in seiner "Jungsentwicklung" orientieren kann.
Mein Sohn hat zwar Kontak zu seinem Papa, aber das ist momentan auch alles "schwebend". Neben Papa ist sein Stiefopa seine männliche Bezugsperson. Ein richtiger Hafen, sein "Gott". Was sein Opa sagt, ist Gesetz 😉 Er ist wirklich für uns beide wichtig.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo LBM, lesemaus, Bronze,
das mit dem Haus umschreiben ist genauso gewollt von ihm. Wenn seine Frau Eigentümerin ist, dann hat er kein Vermögen, was gegengerechnet werden kann. Er stellt sich einen niedrigeren Gehaltsschein aus, dafür arbeitet plötzlich seine Frau in der Firma und sein 22jähriger Sohn (noch Student). So wird sein Gehalt einfach "umgelagert"- und er hält die leeren Handflächen nach oben. (O-Ton Bronze). Der Punkt ist tatsächlich, dass ich nichts machen kann, weil ich keine Beweise habe. Selbst die vielen SMS, die er mir freundlicherweise schickt und sein Handeln ankündigt (er will aber nicht drohen -O-Ton KV) reichen nicht aus. Ein Gericht könnte eine Tiefenprüfung der GmbH anordnen. Aber wenn er geschickt ist, gibt es auch da keine Handhabe. Und da der KV niemals einlenken würde, geht das "Spiel" ein Leben lang. Darüber hinaus hat er reichlich KU an viele Kinder zu zahlen (auch wenn nur auf dem Papier). Da braucht es nicht viel, eine Mangelfallberechnung zu machen.
Nichtmal die Summe war Verhandlungsbasis. Das einzige, was ich erreicht habe ist, dass alles nur bis zum 18.lj vom Sohnemann gilt, da ich nur bis dahin die "Verantwortung" für den KU trage. Dann beginnt alles von vorn- JA und KU berechnen.
Vom Gefühl her (vor allem der Wut), täte ich nichts lieber, als nein zu sagen und mich mit ihm vor Gericht zu streiten- und darauf würde es in jedem Fall hinaus laufen. Darüber hinaus bringt die Einmalzahlung nur Vorteile für ihn. Weil das einzige Risiko für ihn ist, dass wenn ich bzw. mein Sohn später einmal bedürftig sind, weil ich die Kohle um die Ecke gebracht habe, er trotzdem KU zahlen müßte. Wenn ich die Rechtslage richtig verstanden habe. Da mein Gehalt als Lebenszeitsklave (auch Beamte genannt) aber für die nächsten 100 Jahre vorauszusagen ist, hat sich sein Risiko damit auf Null reduziert. Ich würde mich nur zu gern wehren. Nur was bringt mir das? Ich will ja eigentlich, dass er sich um seinen Sohn kümmert- und das erreiche ich wahrscheinlich so oder so nicht. Und ich kenne den KV (das hätte ich wohl eher vor 5 Jahren tun sollen), er bleibt nicht fair und wird einen dreckigen langen Krieg (O-Ton KV) gegen mich führen und in meiner Position im öffentlichen Dienst wird mir das nicht gut tun (auch O-Ton KV).
Ist es das alles wert? Ich bin ich mir dafür nicht zu schade? Mein Gefühl sagt HASS WUT TRAUER. Mein Kopf sagt, der Typ (KV) ist doch ein armes Würstchen sei froh, dass du den los bist, mache einen Schnitt und fange von vorne an. Schließlich gab es ja auch ein Leben davor und das wird es auch danach geben. Ich glaube es ist einfach besser "nachzugeben" und sich einzureden, dennoch nicht verloren zu haben sondern die Chance gewonnen zu haben glücklicher zu werden. Ich schreibe es noch ein parr mal, dann glaube ich es auch selber.
Bronze, du hast völlig Recht, dass das Verhalten von meinem Sohn natürlich den Ursprung in meiner Situation und in meinem Verhalten hat. Natürlich spürt er, dass ich oft nicht bei ihm bin (körperlich ja, aber nicht geistig) und er einfach nicht mehr meine volle Kraft hat. Habe mir bereits Hilfe gesucht, und soweit bin ich noch bei Sinnen, dass ich weiß, dass das "Übel" fast immer bei uns Erwachsenen liegt, und mein Verhalten etwas analysiert und ich denke, dass es langsam wieder wird. Das Problem war einfach, dass ich meinem Kind signalisiert habe, ich stehe über allem-wahrscheinlich Schutzmauer um nicht alles und jeden ranzulassen. Das hat ihn frustiert, keine "Gefühle" (ich liebe ihn über alles) von mir zu erhaschen und da er damit nicht umgehen konnte gab es die Agressionen. Versuche jetzt ihm sofort "mitzuteilen", wenn ich traurig oder verletzt bin, wenn mir etwas nicht gefällt..... und versuche, "intensiver" bei ihm zu sein und wenn wir Zeit miteinander haben, die Probleme wegzuschieben. Ich hoffe, meine Kraft reicht dafür.
Mein Selbstwertgefühl? Eigentlich bin ich eine starke Frau und kriege Kind und Job auch unter einen Hut, aber zur Zeit ist es einfach sch..... Als Frau, als Mutter- das Gefühl versagt zu haben ist schon stark. Und hätte ich die richtige Wahl getroffen, hätte mein Sohn einen Vater, weil er kann sich den ja nicht aussuchen, aber ich wohl....
Meine Eltern leben mit in unserem Haus (eigene Wohnung). Mein Sohn hat schon eine männliche Bezugsperson und was Opa sagt, ist auch Gesetz. Im Kindergarten hat er letztens erzählt, er war mit seinen Eltern Ski fahren. Da meinte er Oma, Opa, Mama. Mein Vater kümmert sich schon sehr um die "Männersachen" wie Technik, Fußball, Buddeln..... Dennoch kommen die Worte "mein Papa ist immer arbeiten" wenn andere von ihrem Papa erzählen. Wohl seine "Rechtfertigung", dass Papa nie da ist.
Dem KV Informationen über sein Kind zu senden und ihn so zu "erweichen" habe ich schon probiert- absolut keine Reaktion. Wie gesagt, sein Auto fuhr gestern vorbei, als wir mit Luftballons auf Schatzsuche waren. Kein Blick, kein Grüßen- er tut einfach so, als ob es seinen Sohn nicht mehr gibt- und der kleine Mann hat mal Papa zu ihm gesagt.
Vielleicht ist es tatsächlich besser, wie LBM sagt, auch mit dem Thema KV abzuschließen. Wahrscheinlich hat er so ein tolles Kind (und so eine tolle KM- ich bin ja wirklich nett im Vergleich zu anderen, was ich hier lese) gar nicht verdient und irgendwann findet sich vielleicht auch wieder eine starke Schulter für mich und für ihn.
Was mache ich eigentlich, wenn der Herr in 1- 2 Jahren plötzlich auftaucht und Kontakt möchte?
Liebe Grüße an alle
Nadine
PS: der gestrige Kindergebrtstag war furchtbar anstrengend (4 Jungs 2 Mädchen alle 4 Jahre!!!), aber hat mir schon gezeigt was im Leben zählt- strahlende Kinderaugen und die herzliche Umklammerung "Mami mein Geburtstag war so toll. bin ich jetzt ein großer Junge"
allerdings beim Anblick des neuen Zimmers (Schrank,Regal)- "oh Mami das ist geil" und des neuen Capis, was natürlich verkehrt herum aufgesetzt wird- "Mami, das ist ja arschcool" Was soll man dazu sagen- Kinder tun gut
Hallo Nadine,
ich weiß ja nicht, ob Du mit Deinem Gehalt Dich und Sohni über Wasser halten kannst. Von welcher Abfindungssumme sprechen wir denn?
Meine Situtation in finanzieller Hinsicht ist Deiner nicht unähnlich, nur ohne Abfindung und dass mein Mann zahlen würde, wenn er könnte. Und er will auch (noch..?) Kontakt zu seinem Sohn... ABER, die finanzielle Verantwortung werde ich auch wohl eher allein tragen müssen (und das so Gott will auch als Beamtin).
Exkurs Ende 😉
Was den Kontakt angeht in ein paar Jahren, das ist für mich auch ein Bauchschmerzthema.
Die subjektive Seite in mir sagt: Er hat eine Entscheidung getroffen (kein Kontakt), die muss ich in dem Fall schlucken. Er muss sich klar sein, dass das eine endgültige Entscheidung ist, weil man muss ja auch dem Kind eine Erklärung dafür geben, mit der er zurecht und zur Ruhe kommt. Also muss er wissen, was er tut und dazu auch stehen. Und dem Kind ist dieses Hü und Hott nicht zumutbar, zumal man nicht weiß, ob er DANN auch dabei bleibt, Umgang zu wollen oder das Kind in Kürze wieder im Stich lassen wird.
Die objektive Seite sagt: Das Kind hat ein Recht auf Umgang. Das ist - wie wir seit kurzem wissen - nicht erzwingbar, aber sobald durchführbar, zu unterstützen.
Mein Bauchgefühl sagt: Wenn der KV sich melden würde, würde ich zunächst auf ein 4-Augen-Gespräch oder besser noch 6-Augen-Gespräch beim Jugendamt bestehen und eben die subjektiven und objektiven Faktoren zu klären. Denn, wenn KV merken sollte, dass er sich da wie ein Idiot verhalten hat und seinen Fehler einsieht, würde ich ihm eine Chance geben, denn Fehler kann ja jeder mal machen (wenn auch dieser nur schwer entschuldbar wäre.)
Schließlich muss man dann dem Kind auch eine logische Erklärung bieten, warum der KV erst von der Bildfläche verschwindet, dann wieder da ist (und vielleicht auch eher weg..). Und dann hängt es ja auch ein bißchen vom Alter des Kindes und seiner Einstellung dazu ab.
Wenn ich dem Kind zuvor erklärt habe, dass der Papa sich entschieden hat, keinen Kontakt zu mir und Kind zu wollen, würde ich das nicht "bewerten" sondern einfach als Tatsache darstellen und vielleicht noch mit "schade aber nicht zu ändern" kommentieren.
Sollte das Kind dann bei einem eventuellen Umgangswunsch des Vaters nicht wollen (und ich betone da noch mal BEWUSST, dass ich das nicht beeinflussen würde!), würde ich es NICHT zwingen (und dazu stehe ich). Wie gesagt, das ist auch bißchen altersabhängig und eben vor allem situationsabhängig.
Das ist jetzt eine schwierige Kiste, weil Du generell momentan über die Dinge die geschehen (abseits der finanziellen Seite) keine "Gewalt" hast.
Der einzige Vorteil, den ich im allgemeinen gerichtlichen Weg sehe ist, dass Du vielleicht im Urteil stehen hast, dass der KV keinen Umgang will. Und dazu würde ich mich nicht so unter Druck setzen lassen bzw. erpressen lassen.
Dabei fällt mir ein: beantrage doch beim Jugendamt eine Beistandschaft für den Kindesunterhalt. Dann kann er sich mit denen rumstreiten und nicht mit Dir!
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo LBM,
mein Exkurs viel mir auch schwer.:-) Rede nicht so gerne über das was ich bin und "verdiene", ich weiß was ich kann, das reicht. Aber anscheinend hilft es der Sache, also nach Abzug Krankenversicherung für mich und Kind bleiben schon 2.100 plus Kindergeld-Tendenz steigend. Und da ich von meinen Eltern das Sparen gelernt habe, ist das mehr als ausreichend, um meinen Lebensunterhalt und den meines Kindes zu bestreiten. Der finanzielle Aspekt steht also nicht im Vordergrund. Die Eckpunkte für den vom Kv vorgeschlagenen Deal sind 43tsd bis zum 18.Lj von Sohnimann, also der Mindestunterhalt nach derzeitiger DT für die nächsten 14 Jahre entsprechend der Altersstufe.
Wenn ich es anlegen würde (weil ich es primär nicht brauche) käme da schon eine anständige Summe heraus, denke ich. Aber darum geht es mir ja nicht.
Sondern darum, dass der KV sich einfach seiner Verantwortung entzieht, und ich will ja gar nicht mehr, als meinem Sohn zusteht, sondern nur das, was ihm zusteht. Und wie gesagt, auch wenn kaum vorstellbar, ich habe die Wahl zwischen Deal oder Gericht-so ein "Grunz" ist der KV, und er zieht das durch.
Ist schon komisch, die meisten hier kriegen keinen Kontakt zu ihren Kindern und müssen darum kämpfen, und ich habe ein Kind, was der Vater nicht will. Vielleicht gibt es ja hierfür mal eine Tauschbörse-Habe Kontaktwillen, suche Kind und umgekehrt.... Sorry, kleiner sarkastischer Ausflug.
Bei einem späteren Kontakt zwischen Kind und KV vertraue ich mal auf meinen Sohn. Klar werde ich den Kontakt nicht verhindern, und hoffe (jetzt doch etwas egoistisch) dass mein Kind ihn dann gar nicht mehr will. Kann der KV sich den Kontakt dann einklagen, selbst wenn ich schriftlich habe dass es keinen Kontakt wollte und auch nie hatte? Das wäre schon bitter. Das besagte (in Presse oft falsch interpretierte- Ich habe es komplett gelesen) Gerichtsurteil sagt ja auch, dass ein Kind grundsätzlich ein Recht auf Mutter und Vater hat- nur, der Kontakt des Vaters kann (wie in diesem Fall) nicht mit Behördenzwang (Zwangsgeld) durchgesetzt werden.
Mit der Beistandschaft habe ich auch schon überlegt. Nur eines ist klar, das JA kann sich ausschließlich auf gesetzliche Rahmenbedingungen stützen und mir gehen dadurch eventuelle außergerichtliche Kompromisse verloren.
Und meine berufliche Tätigkeit steht mir hier tatsächlich etwas im Weg- ich gehe zwar hin und wieder mit der Chefin des JA Mittag essen und habe auch schon in "lockeren" Gesprächen Dinge erfragt, wenn allerdings "von Amts wegen" mein Fall übernommen wird, könnte es für mich schon problematisch werden. Und der KV wird dreckige Wäsche waschen, auch wenn nichts davon stimmt- der Ruf ist ruiniert. Und die Frage ist wohl abzuwägen, was sinnvoll ist.
Danke auch an LBM, unsere Situation ist tatsächlich etwas ähnlich (lt Profil sogar PLZ und Alter)
Nadine
Hallo Nadine,
also ich sehe das ebenfalls so, dass man einen KV nicht zu Umgang zwingen sollte, das bringt nur Verdruss auf allen Seiten.
Generell kann ich nicht nachvollziehen, wie ein Mensch (egal ob Mann oder Frau) sich bewusst GEGEN sein Kind entscheidet, es nicht mehr sehen will.
Darum ist es natürlich absolut vorstellbar, dass er in 10 Jahren die große Reue kriegt und plötzlich seinen Sohn sehen will, dann plötzlich Umgang fordert.
Nun, wenn du dein Leben mit deinem Sohn jetzt so einrichtest, dass Papa eben nicht da ist, und das eben möglichst sachlich und neutral dargelegt wird, und in 10 Jahren kommt Papa und will Kontakt, dann ist Sohni 14 Jahre alt, und der Papa kann sich vermutlich ganz nett was anhören von seinem Sohn.
Ich frage mich nur seit ein paar Minuten, wie ich das lösen würde, für eben all die Zeit, wo der Vater NICHT present ist.
Man kann ihn weder totschweigen, noch etwas blumiges erfnden (was auch?), man sollte Kinder weder belügen noch Dinge oder eben auch Gefühle bewusst totschweigen. Du hast ja bereits gemerkt, dass dein Sohn auf fehlende Gefühle aggressiv reagiert.
Was denkt ein Kind, wenn man auf Nachfrage immer sagt "Papa hat keine Zeit!" "Papa lebt nicht bei uns, kann uns momentan (aber aus welchem Grund??) auch nicht besuchen."
Sicher hat dein Sohn in seinem Opa eine "Vaterfigur" und wird ohne große Beeinträchtigungen "groß werden" und sicher nicht zwangsläufig unglücklich, weil der KV nicht da ist.
Aber hier siehst du mich wirklich ratlos.
Nun, ich denke, manches muss man auf sich zukommen lassen, mit Sicherheit reagiert jedes Kind individuel auf so eine Situation.
Für mich gelten einfach ein paar grundsätzliche Werte und Regeln und auch Prinzipien:
- niemals schlecht über den KV reden dem Kind gegenüber (auch wenn sein Verhalten mehr als bescheiden IST)
- trotz Wut/Hass/Trauer dem KV gegenüber fair sein, was seine "Rechte" angeht (auch wenn er sie mit Füßen tritt), sprich, Infos geben, auch wenn sie nicht verlangt werden.
- meinen Frust niemals am Kind auslassen (machst du sicher nicht), Gefühle dagegen, dass man traurig ist, auch mal wütend, das sollte man schon transportieren, denn das sind Gefühle, die auch ein Kind hat und versteht. Eltern sind keine Gottheiten, sie haben die gleichen Gefühle wie Kinder auch.
Du hast ja längst erkannt, dass dieser Mann menschlich gesehen nichts taugt, jetzt fang an, ihm Raum zu nehmen, den er in DEINEM Leben noch hat.
Vergiss die "verschwendeten" fünf Jahre. Sie sind vorbei, und du kriegst sie nicht wieder. Aber jeder Tag, den du dich in welcher Form auch immer mit ihm als Ex-Partner auseinander setzt, ist Verschwendung vom Rest deines Lebens.
(Obwohl ich zugeben muss, dass mir das auch heute noch nicht immer gelingt....)
Für mich war der Rückerhalt meines Selbstwertgefühles das größte Stück Arbeit und zugleich der wichtigste Schritt.
Die Frage: Wo möchte ich hin.
Und die Frage, wo möchte ich NIE MEHR hin.
Beide Fragen kannst du sicher relativ leicht beantorten.
Und dann setz das Schritt für Schritt um.
Das aussprechen, was man meint, auch wenn es mal prellt.
Das tun, was man meint, das einem jetzt gut tut, auch wenn es vielleicht ungewöhnlich ist.
Manchmal muss man sich auch von Freunden verabschieden, die in Wahrheit keine sind.
Das alles geht nicht schnell und stolperfrei, aber du wirst ziemlich bald merken, dass du dich besser fühlst.
Dein Sohn wird das ebenfalls merken und entsprechend darauf reagieren.
Du schaffst das! Lieben Gruß, Lesemaus
Weißt du, mein Ex ist sicherlich nicht so ein ... wie deiner, aber auch er bringt mich oft genug auf die Palme.
Wenn ich jedesmal anrufen würde und ihm die Meinung geigen würde (die trotz allem noch immer nicht immer objektiv ist, sondern immer noch mit Emotionen verwoben, so bin ich halt), dann würde er sehr kalt werden, alles verdrehen oder mit Gegenvorwürfen kommen.
Nö. Ich schluck viel runter, weil es im Endeffekt nicht relevant oder schadhaft für die Kinder ist.
Ich schreib ihm lieber eine (wirklich nette) Karte zur Hochzeit. Da hatte er sichtlich ein Prob, mit umzugehen. Denn damit hat er nicht gerechnet.
Ich entziehe ihm meistens die Angriffsfläche.
Und so klappt´s.
Und mir geht´s (meistens) gut dabei. Insgesamt gesehen.
Getretener Quark wird breit, nicht stark
Hallo Nadine,
also ich würde - wenn es nicht gegen irgendwelche Gesetze verstößt - das Geld annehmen, anlegen, ggf. Anschaffungen davon tätigen, wenn diese nötig sind und ansonsten mit dem was ich habe leben.
Es wäre ein sauberer Schnitt und über die "wenns" und "abers", die in Zukunf kommen könnten, kann man sowieso nur spekulieren.
LG LBM
PS: Ich schreibe Dir eine PN
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
@ lesemaus
Danke für die netten Worte, sie sind immer so etwas wie "A... treten" und streicheln zur gleichen Zeit. Tun wirklich gut. Im Grunde genommen (bin zwar teilblond aber nicht...) weiß ich ja, dass ich akzeptieren muss und loslassen- die Erde dreht sich und Stillstand bedeutet Rückschritt, so dreht sich auch die Spirale des Lebens..... Wissen tu ich das, aber umsetzen fällt sehr schwer und der Kraftaufwand ist hart, und das Schlimme ist- Jammern hilft nicht! 😡
Ich lerne und gelobe Besserung.
Ein Schnitt wird wohl das beste sein und ich kann ja eh nichts dagegen machen.
4mal im Jahr unter Aufsicht Pflichtkontakt zum Kind, soviel zum Urteil, na das weiß doch jeder, dass dies nicht zum Kindeswohl sein kann- teile das Urteil auch voll.
Mein Sohn hat mich nach seinem Papa gefragt, warum er nicht mehr kommt. Habe ihm gesagt, dass Onkel.... die Mama nciht mehr so lieb hat und die Mama nicht mehr sehen will und dass er bei einer anderen Familie ist. Was soll ich ihm sonst sagen.
Er hat gefragt "Hat Onkel ..... mich noch lieb?" Muß ich für diesen Mistke..... (sorry) auch noch lügen?
@LBM
Habe versucht dir zu antworten. Keine Ahnung ob die Post angekommen ist. Bin nicht so bewandert mit Internet usw. Reicht für Schreiben und EMail, aber hier bei VS habe ich mich noch nicht komplett eingearbeitet.
liebe Grüße von Nadine
Hallo Nadine,
bei der "mich noch lieb"-Frage, lügst Du nicht für den "Mistkerl" sondern für Deinen Sohn. Ich weiß zwar nicht, ob es sinnvoll ist da zu lügen, aber "richtig" und "falsch" ist bei Gefühlssachen immer subjektiv.
Vielleicht kannst Du ihm eine diplomatische Antwort geben wie: "Manchmal können Menschen sich nicht sehen, auch wenn sie sich lieb haben!" Das ist zwar auch rumeiern, aber Himmel, einem 4jährigen kann man nicht sagen: "Du bist Deinem Vater leider scheißegal!"
Ich kenne dieses Rumeiern sehr gut! Der Grat zwischen kindgerechter Erklärung, Ehrlichkeit aber auch keinen Schaden fürs Leben hinterlassen wollen ist wirklich mikroskopisch dünn.
LG LBM
PS: Hat super geklappt mit PN 😉
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
also gerade die Fragen von meinem Schatz sind schon schwer zu beantworten. Und egal, was ich sage, es ist alles blöd und er versteht alles nicht wirklich.
Wenn wir zu (Lieblings)opa ins Büro fahren, muss ich immer an der Firma von KV vorbei. Sind beide auf dem gleichen Gelände. Wir fahren vorbei und Auto (Protz) von KV steht vor der Tür- natürlich erkennt Sohnimann das Gefährt. "Mami laß uns zu Onkel ..... gehen, ich möchte Gabelstapler fahren..."
Ist schon schwer, jedesmal das Kind zu enttäuschen, aber ich kann doch nicht wegziehen, nur damit wir diesem A...... nicht über den Weg laufen.
Ich habe noch ein ganz großes Anliegen- wäre für Hinweise ewig dankbar. Ich habe hier viel gelesen und gelernt: Sonderbedarf hat ja wohl nichts mit KU zu tun -oder?
Falls ich also den m... Deal eingehen sollte beim Notar, sollte ich darauf achten, dass nur Einmalzahlung KU drinsteht, oder? Könnte ich dann den KV bei Sonderbedarf dennoch "anzapfen"? Sorry, liebe Väter, natürlich nur das, was dem Kind zusteht, bin keine hEXe.
Aber gefallen würde mir das schon.
In der Hoffnung, dass KV hier nicht liest, aber das tut er sowieso nicht, weiß ja alles besser....
Nadine
Hi Nadine,
was das Rechtliche angeht, bin ich bei diesem Thema nicht fest im Sattel. Da mögen Dir bewandertere Leute einen Ratschlag zu geben.
Was den Sonderbedarf angeht sind viele Ausgaben strittig. Ich muss ehrlich sagen, dass ich zu den Leuten gehöre, die immer versuchen alles selbst auf die Beine zu stellen, eh sie irgendwo ein Fass aufmachen (und sich damit Ärger einhandeln). So Sachen wie Schulbücher, Klassenfahrten und neue Möbel sind immer vorhersehbar und von daher sind Rücklagen zu bilden. Brille, Zahnspange o. ä. könnten da eher drunter fallen.
KV könnte noch anmerken, dass ihr einen Zinsvorteil habt.
Und für den Fall, dass es zu einem Notarvertrag kommen sollte, würde ich auch - auch wenn das ein schrecklicher Fall wäre - regeln, was mit der gezahlten Summe KU passiert, falls Deinem Sohn was zustoßen würde.
Sorry für den Gedanken.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Danke LBM,
und Angebot war ganz lieb und ernstgemeint, würde mich auch echt auf LB freuen- zwei solch Chaoten, wie lustig.
Ich will eigentlich auch keinen Stress und kriege auch den Sonderbedarf hin, aber ich bin für einen Kompromiss im Sinne des Friedens bereit, will aber nicht, "mein Kind unter Wert verkaufen". Das ist eine total bekloppte Formulierung, aber ich hoffe, jeder versteht, was ich meine.
14 Jahre (bis 18.LJ) ist eine lange Zeit, da kann viel passieren. Über den Fall dass Sohni etwas passiert, denke ich jetzt nicht nach, vielleicht später, wenn ich mir einen angesoffen habe (also nach 1 Glas Wein!), aber was ist, wenn mir etwas passiert? Meine Eltern sind bodenständig und kommen klar ohne Klagen, aber sie verdienen sehr wenig und wenn Rente kommt, o je. Die können auf keinen Fall Sonderbedarf usw. abdecken, auch wenn ich schon vorsorgen werde.
Mit Zinsen kam der KV (in früheren Diskussionen) auch schon. Klar, geht ja aber nur, weil ich das Geld tatsächlichen anlegen kann und verantwortungsvoll mit umgehe. Dafür trage ich Risiko Regelsatzerhöhungen, Gesetzesänderungen, "Wegfall" anderer KU-Verpflichtungen, seine späteres Einkommen.... Es kann so oder so werden. Darum geht es auch nicht. Nur darum, ob ggf wirklich (zBsp meine Eltern) wenn benötigt Sonderbedarf anmelden könnten, selbst wenn Einmalzahlung KU.
Vielleicht weiß ja jemand Bescheid.
lg Nadine
