Hallo liebe Forengemeinde,
ich habe mich soeben neu hier angemeldet, da ich glaube, dass das Thema "Vater sein nach Trennung" für mich in absehbarer Zeit aktuell werden könnte ...
Hier meine derzeitige Lebenssituation:
Ich bin 39 Jahre alt, verheiratet seit 13 Jahren, meine Frau kannte ich vor der Ehe 2 Jahre. Wir haben zwei Töchter, 6 und 9 Jahre alt. Die Kleine ist gerade in die Schule gekommen, die Große geht jetzt in die vierte Klasse. Wir haben vor 7 Jahren ein Haus gebaut, ich bin im öffentlichen Dienst einer Institution des Landes NRW als Admin und Anwendungsentwickler angestellt.
Meine Ehe war anfangs sehr glücklich und trotz der üblichen Aufs- und Abs war sie es auch noch bis einige Zeit nach der Geburt unserer zweiten Tochter. Seit ca 2 Jahren geht es aber stetig bergab.
Es fing damit an, dass mich meine Frau aus dem ehelichen Schlafzimmer verbannte, da ich schnarche und sie damit um ihren Schlaf brachte. Wir haben im Keller einen bisher kaum genutzten Hobbyraum, in dem wir auch unser altes Futonbett untergebracht haben. Bei sommerlichen Temperaturen schlafe ich dort ohnehin öfters, weil ich nur in kühlen Räumen gut schlafen kann. Nun aber zog ich "bis zur Lösung des Schnarchproblems" dauerhaft in den Keller. Ich ging zum HNO, er diagnostizierte eine schiefe Nasenscheidewand, nach deren Begradigung sich auch das Schnarchproblem beheben solle. Vor der entsprechenden OP hatte ich allerdings gehörig Schiss, dazu kam, dass man damit 3 Wochen ausfällt und es dienstlich immer wieder "ungünstig" gewesen wäre, also schob ich das ganze vor mir her. Erst im Mai diesen Jahres habe ich die OP dann durchgezogen. Leider schnarche ich aber immer noch. Es gibt noch weitere Methoden gegen das Schnarchen, von deren Anwendung ich aber jetzt erstmal absehe.
Nachdem ich aus unserem gemeinsamen Schlafzimmer in den Hobbyraum umgezogen war, ging es zunächst mit unserem Sexualleben schleichend bergab. Es war immer schon so, dass sie seltener Lust hatte als ich, nun wurde es noch weniger. Ich hatte über die letzten zwei Jahre mit Arbeitsüberlastung zu kämpfen, dazu kam zunehmend auch die Sorge, dass wir uns mit dem Haus übernommen haben könnten. Dementsprechend war ich abends oft gar nicht in der Stimmung für "Bettaktivitäten" und suchte die Schuld eher bei mir.
Seit ca. einem halben Jahr ist nun totale Funkstille. Damit habe ich mich mittlerweile sogar abgefunden. Wenn man sich mit dem Wunsch nach Geschlechtsverkehr bei der eigenen Ehefrau wie ein Bittsteller vorkommt und - wenn es dann tatsächlich mal dazu kommt - man das Gefühl hat, dass sie nur einer lästigen Pflicht genüge tut, dann lässt man es auf Dauer sein.
Nicht mal mehr Zärtlichkeiten gibt es, ich traue mich schon gar nicht mehr, sie mal in den Arm zu nehmen, aus Angst, abgewiesen zu werden. Dabei sehne ich mich sehr nach Zuneigung, die sie mir aber konsequent verweigert. Wenn ich abends zu Hause bin und sie mal nicht beim Sport ist, geht sie mir aus dem Weg.
Irgendwann vor ein paar Monaten fiel es mir dann so richtig auf, dass ich meine Frau immer weniger zu Gesicht bekam. Seit wir beide auf die 40 zugehen (auch meine Frau wird im nächsten Jahr 40) zeigt sie plötzlich einen übersteigertes Körperbewusstsein. Es werden nur noch Bio-Produkte gekauft, sie rennt ständig zu allen möglichen Vorsorgeuntersuchungen, lässt sich Muttermale entfernen, hat ihr Sportstudio gewechselt und verbringt dort nun viel Zeit. Da auch ich Sport mache, gestehe ich ihr das natürlich zu. Nur neigt sie etwas zur Übertreibung - neulich verkündete sie, dass sie sich von nun an wie 25 fühlen würde und dies auch so bleiben werde.Ich machte einen Scherz und meinte "Na dann gib mir doch mal einen Kuss, ich bin schon lange von keiner 25-jährigen mehr geküsst worden." Ihre Antwort: "Zwing mir doch nicht immer was auf." Damit war ich bedient.
Es ist mittlerweile so weit, dass ich von der Arbeit nach Hause komme und wir uns quasi die Klinke in die Hand geben, sie mit der Sporttasche in der Hand.
Vor einiger Zeit wollte sie mal wieder abends ausgehen (ohne mich), ich fragte, warum ich nicht mitkommen könne, ein Babysitter wäre nicht das Problem gewesen. Die Antwort war "Du ziehst mich runter, Du bremst mich aus, Du hast so eine negative Einstellung, da gehe ich lieber ohne dich aus." Ich fühlte mich, als habe sie mir mit dem Holzhammer eins übergezogen.
Als ich sie dann einige Tage später nochmal darauf angesprochen habe, gab sie mir zu verstehen, dass ich in letzter Zeit eine negative Einstellung an den Tag legen würde, die sie sich nicht antun wolle.
Ich erklärte ihr, dass ich mir - meiner Meinung nach berechtigte - Sorgen um unsere finanzielle Zukunft mache, ob wir das Haus auf Dauer halten können, dass ich mit viel Stress auf der Arbeit zu kämpfen hatte. Sie zeigte dafür kein Verständnis, das Gespräch hat uns nicht weiter gebracht.
Derzeit scheint sie folgende Prioritätenliste zu haben:
- Die Kinder
- Ihre Meerschweinzucht (die auch viel Zeit kostet)
- Sport
- Haus und Garten (gegen meinen Willen wurde ein Schwimmteich angelegt)
- Ausgehen mit Freundinnen
Ich selbst habe zur Zeit nicht den Eindruck, auf dieser Liste auch nur einen unteren Platz beanspruchen zu können.
Nun bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich nicht mehr weiss, wie es weitergehen soll. Eine Trennung scheint unabdingbar, da es meiner Meinung nach an einer gemeinsamen Basis - abgesehen von den Kindern - mangelt. Aber wie gehe ich das an ? Ich habe Angst, dass sie auf stur schalten wird, sobald ihr klar wird, dass wir das Haus nach einer Trennung nicht werden halten können. Denn das würde auch bedeuten, dass sie ihre Meerschweinchenzucht aufgeben muss, sich generell einschränken muss und ihr für sie anscheinend derzeit komfortables Leben sich radikal ändern würde. Dann könnte sie die Kinder als Waffe einsetzen, und nichts würde mich härter treffen, da ich meine beiden Süßen sehr liebe - gäbe es sie nicht, wären wir sicherlich schon getrennt.
Aber ich will nicht nur für die Kinder diese Ehe aufrecht erhalten, zumal ich denke, dass eine Ehe, die keine mehr ist, auch für die Kinder auf Dauer nicht gut sein kann. Und mittlerweile zweifele ich eben stark daran, dass unsere Ehe noch eine Zukunft hat.
Was meint ihr ?
Was für Schritte kann ich unternehmen ?
Gruß
Torsten
Hallo,
Eine Trennung scheint unabdingbar, da es meiner Meinung nach an einer gemeinsamen Basis - abgesehen von den Kindern - mangelt.
Du wirst leider erst bei der tatsächlichen Trennung herausfinden können, ob die Kinder tatsächlich auch für Deine Frau eine gemeinsame Basis darstellen, oder Deine Befürchtungen gerechtfertigt sind.
Für den ersten Überblick empfehle ich diese Seite:
http://www.trennungsfaq.de/
Genaueere Hinweise zu vorausschauender Handlungsweise erhältst Du sicher von anderen erfahrenen Scheidungsprofis hier.
Moin LV72.
Das klingt alles in der Tat nicht gut was Eure Beziehung betrifft. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass viele der Anzeichen, die Du beschrieben hast (plötzliches Thematisieren eines Schnarchprolems, Zurückweisen von Zärtlichkeiten, plötzlich ein anderes Verständnis für kleine Scherze) sind untrügliche Anzeichen, dass sich was andern muss oder wird. Auch aus eigener Erfahrung möchte ich Dir den Hinweis geben, dass Du Deine Schlüsse aus diesen Zeichen ziehen solltest ( und den ersten Schritt hast Du hier ja schon getan :thumbup:), denn sonst tut das irgendwann Deine Frau. Und Frauen, so scheint mir auch aus dem was man hier im Forum liest, sind da wohl manchmal planvoller und bereiten die Trennung schon vor oder - auch das kann es natürlich geben - richten sich in einer oberflächlich komfortablen Situation ein.
Was moechte ich Dir mit auf den Weg geben:
Zum einen denke ich, dass ihr es Eurer langen Beziehung (und nicht in erster Linie den Kindern) schuldig seid, mit externer Hilfe die Situation offen und ehrlich aufzuarbeiten. Und dabei sollte sich zeigen, ob es eine gemeinsame Zukunft geben kann oder vielleicht auch erste Absprachen für eine gütliche, planvolle Trennung getroffen werden. Und dies beides ist dann auch zum Wohle Eurer Kids. Aus der Reaktion Deiner Frau auf einen solchen Vorschlag kannst Du sicherlich auch schon interessante Rückschlüsse ziehen.
Parallel solltest Du - der in Eurer Beziehung ja scheinbar für das finanzielle zuständig- Vorsorge treffen, nicht das im Falle einer Eskaltion, plötzlich irrationale Handlungen passieren, die die wahrscheinlich ohnehin prekäre finanzielle Situation als Folge einer Trennung noch zu Deinen Ungunsten verschlechtern. Das wäre: sichern der wesentlichen Unterlagen, liquide Mittel, soweit vorhanden, aus dem Zugriff der Ehefrau bringen, Dispo begrenzen oder auf Null setzen.
Vielleicht fällt den Kollegen hier noch weiteres ein.
Viel Erfolg wünsche ich Euch, Toto
Hallo Thorsten, ich muss mich dem leider anschließen.
Das klingt überhaupt nicht gut.
Leider scheinen bei dir auch alle Voraussetzungen für einen langen und blutigen Ehekrieg vorhanden zu sein.
Haus
Relativ gutes Einkommen
Knappe Finanzierung
Frau, die nicht arbeitet.
Frau die für sich ein Defizit an Lebensqualität festgestellt hat.
Das sind leider alles die Zutaten, die ein Desaster befürchten lassen.
Es muss zwar nicht so kommen aber die Höhe der Beute ist ein super Köder für Parasiten in schwarzen Roben, die alles tun damit das Feuer ordentlich entfacht wird, an dem sie sich wärmen wollen.
Darüber hinaus gibt es jede Menge Aasgeier, die deiner zukünftigen Exfrau einreden werden, dass sie sich lange genug für dich abgerackert hat und nun endlich an sich und die Kinder denken soll.
Der Anwalt wird sie umfassend über ihre zahlreichen Rechte informieren, und dass absolut legitim sei, dir alles zu nehmen, denn schließlich nimmt sie ja nur was ihr zusteht.
Alles was du jetzt vorbeugend tun kannst birgt natürlich das Risiko, dass damit der Funke in das Fass fällt aber so wie du es beschreibst, liegt das Streichholz eh schon oben drauf.
Das erste, was du tun solltest ist, die wichtigsten Unterlagen zu sichern oder zumindest zu kopieren.
Gut wäre es auch, wenn du deiner Frau nahelegen würdest, sich doch auch mal um eine Berufstätigkeit zu bemühen.
Zum Einen, weil das deine Unterhaltslast senken würde und weil die Reaktion Rückschlüsse auf ihre Lebensplanung und Ansprüche zulässt.
Was du auf keinen Fall tun solltest, nun etwa deine Erwerbsbemühungen zu intensivieren.
Im Gegenteil.
Jeder Euro den du heran trägst, ist an sie als Unterhalt abzuführen und führt zu weitergehenden Ansprüchen.
Mache dir und klar, dass du gedenkst, in Zukunft beruflich etwas kürzer zu treten um mehr Zeit für die Familie zu haben.
Für eine Prognose, gib mal ein paar Zahlen zum Nettoeinkommen, zu den Besitzverhältnissen des Hauses sowie über die Vermögensverhältnisse jetzt und zu Beginn der Ehe.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Hallo zusammen,
danke für Eure Antworten. Ziemlich ernüchternd, aber damit hatte ich irgendwie gerechnet.
Zum Thema Finanzen: Ich bin der Haupternährer, allerdings arbeitet sie auf 400-Euro-Basis. Aus steuerlichen Gründen hat es bisher keinen großen Sinn gemacht, dass sie auf eine Halbtags- oder gar Zwei-Drittel-Stelle wechselt. Bis zur Geburt des ersten Kindes (2002) war sie in Vollzeit berufstätig, danach blieb sie zu Hause, irgendwann kam dann der 400 Euro Job.
Mein Nettoeinkommen liegt bei monatlich ca. 3.200,- Euro (x 13 Gehälter).
Darlehensverträge für das Haus sind alle auf uns beide abgeschlossen. Meine Mutter hat beim Bau des Hauses 40000 Euro für das Grundstück dazu getan,
darüber gibt es aber leider nichts schriftliches. Inklusive Grundstück und allem, was wir noch so investiert haben (z.B. Photovoltaik) liegt das Haus bei ca 280.000 Euro. An offenen Darlehen sind ca 240.000 vorhanden.
Was Vermögen jetzt und vor der Ehe angeht:
Geldvermögen existiert quasi nicht (auch schon vor der Ehe), wir haben immer nur so viel zurücklegen können, um kleinere Anschaffungen machen zu können (neue Waschmaschine, neuer Fernseher, etc.) bzw mal einen Urlaub alle 2 bis 3 Jahre. Dass mehr nicht drin ist, so viel Verständnis war von Ihrer Seite aus vorhanden.
Tatsächlich bemühe ich mich schon seit einigen Jahren, mal dauerhaft aus dem Dispo raus zu bleibem , was mir aber bis jetzt noch nicht gelungen ist.
@Beppo: Eine Eheberatung möchte ich auf jeden Fall in Anspruch nehmen. Ich hoffe mal, dass sie sich darauf einläßt, ansonsten dürfte ja dann eh klar sein, wohin die Reise geht.
Ich bin Anfang Oktober eine Woche mit dem Kegelclub in Urlaub, worauf wir mehrere Jahre gespart haben. Um mir diesen Urlaub nicht zu vermiesen, werde ich ein klärendes Gespräch erst danach suchen bzw den Vorschlag machen, zur Eheberatung zu gehen. Bis dahin halte ich den Ball flach und tue das, was im Trennungs-FAQ steht: Lächeln und sich nichts anmerken lassen.
Naive Frage: Welches sind die wichtigsten Unterlagen ? Man liest zwar überall, diese seien zu sichern, aber welche ??
Beste Grüße
Torsten
Hallo!
Welches sind die wichtigsten Unterlagen ? Man liest zwar überall, diese seien zu sichern, aber welche ??
Naja, alles was den finanziellen Zustand zum Zeitpunkt der Eheschliessung, Finanzierung der Investionen, Eigentumsnachweise, Versicherungspolicen, Gehaltsnachweiße, Schenkungen, finanzieller Status jetzt dokumentiert. Vielleicht auch dir Kinderreisepässe (wenn das unauffällig geht)
zum Dispo: wenn ihr ein gemeinsames Konto habt (oder sie Vollmacht zu diesem hat), dann begrenze den Disporahmen auf diesem auf ein Minimum. Nicht dass dieser plötzlich voll ausgeschöpft ist... und nochmal der eindringliche Hinweis: versuche alles was schnell verflüssigt werden kann (Aktien, Wertpapiere) vor ihrem Zugriff in Sicherheit zu bringen, just in Case...
Ich bin Anfang Oktober eine Woche mit dem Kegelclub in Urlaub,
Ob das so eine gute Idee ist? nicht, dass Dein Haustürschlüssel bei der Rückkehr nicht mehr passt... Dann hat sich das Thema Eheberatung von alleine erledigt. Ich will Dir keine Angst machen, aber es ist halt nicht auszuschliessen, dass Deine Frau schon 2 Schritte weiter ist als Du und nur auf die richtige Gelegenheit wartet...
Gruß, Toto
Hallo TotoHH,
danke für Deine Auflistung.
Was die Reise mit dem Kegelclub angeht: Da mache ich mir keine so großen Sorgen. Nach meinem Bauchgefühl (und nach 15 Jahren kenne ich meine Frau eigentlich ganz gut - glaube ich jedenfalls) bin zur Zeit ich derjenige, der in Sachen Trennung einen Schritt voraus ist. Ich habe den Eindruck, dass sie sich ganz komfortabel in der jetzigen Situation eingerichtet hat. Solange ich keine Trennungsabsichten erkennen lasse, könnte das ganze von Ihrer Seite aus wohl noch lange so weiter gehen. Sie hat ja auch alles, was sie will: Sie geht öfters abends mit ihren Freundinnen weg, macht Sport wann sie will, jetzt ist sie seit Freitag mit Ihren Meersäuen auf einer Ausstellung und kommt heute abend erst wieder. Währenddessen habe ich die Kinder betreut, den Haushalt in Schuss gehalten, gebügelt, gesaugt, gekocht, Rasen gemäht. Am Montag gehe ich dann wieder ins Büro und setze meine Arbeitskraft zum Wohl der Familie ein.
Mit Wünschen nach Zuneigung oder körperlicher Vereinigung habe ich sie ja schon seit Monaten nicht mehr belästigt, und SIE scheint das ja auch nicht zu vermissen.
Also ist das doch für sie eigentlich fast wie All Inclusive, oder ?
Nein, ich glaube der Terror wird erst losgehen, wenn ich ihr eine potentielle Trennung in Aussicht stelle.
Wir werden sehen ...
Beste Grüße
Torsten
Moin.
klar, Deine Frau kannst Du am Besten einschätzen. und klar auch, sie hat sich derzeit ganz gut eingerichtet.
Wenn es denn vermutlich nicht sehr pressiert, komme ich nochmal auf den Vorschlag von Beppo zurück:
Gut wäre es auch, wenn du deiner Frau nahelegen würdest, sich doch auch mal um eine Berufstätigkeit zu bemühen.
Zum Einen, weil das deine Unterhaltslast senken würde und weil die Reaktion Rückschlüsse auf ihre Lebensplanung und Ansprüche zulässt.
Das Argument, dass es sich steuerlich nicht lohnt, ist ja erst einmal zweitrangig. Mit Blick auf das was kommen kann, wäre es für Dich wichtig, dass sie - bevor die Situation beim Vorschlag der Paar-/ Trennngsberatung möglicherweise eskaliert - in Lohn und Brot steht. Also, vielleicht vor der Ehetherapie ihr die Aufnahme eines Jobs nahelegen (Kinder werden größer, jetzt sieht es gesamtwirtschaftlich gut aus einen interessanten Job zu bekommen).
viel Erfolg, toto
Moin Toto,
Das Argument, dass es sich steuerlich nicht lohnt, ist ja erst einmal zweitrangig. Mit Blick auf das was kommen kann, wäre es für Dich wichtig, dass sie - bevor die Situation beim Vorschlag der Paar-/ Trennngsberatung möglicherweise eskaliert - in Lohn und Brot steht. Also, vielleicht vor der Ehetherapie ihr die Aufnahme eines Jobs nahelegen (Kinder werden größer, jetzt sieht es gesamtwirtschaftlich gut aus einen interessanten Job zu bekommen).
Ich gebe Dir da völlig Recht. Vor dem Hintergrund, dass wir mit etwas mehr Einnahmen vielleicht weniger Geldsorgen hätten (zumal uns ab dem nächsten Jahr rund 4.000,- Euro Eigenheimzulage fehlen werden) habe ich schon mal mit ihr darüber gesprochen, ob nicht ein Wechsel zu einer "echten" Stelle Sinn machen würde.
Das hat sie aber abgelehnt, Zitat sinngemäß: "Da hätte ich dann entsprechend weniger Zeit für den Haushalt und wir bräuchten dann wenigstens eine Putzfrau, die Kinder müssten dann in die OGS, das kostet dann auch wieder mehr Geld, da hätten wir auch nicht viel mehr als vorher und ich hätte nur mehr Stress."
Dieses Gespräch ist noch gar nicht so lange her, letztlich hat sich seitdem nichts geändert, was mir neue Argumente in die Hand geben würde.
Sie verdient in Ihrem Job leider auch nicht die Welt, hat eine Ausbildung als Garten- und Landschaftsbauerin und dazu eine Fortbildung zum geprüften Kundenberater.
Letzten Endes ist sie also eine Fachverkäuferin mit guter Ausbildung, aber in Gartencentern gibt es kaum annähernd gut bezahlte Stellen in Vollzeit für Leute mit Ihrer Quali, geschweige denn Teilzeit-Stellen. Ergo kommt ihre qute Quali nicht zum Tragen und sie ist für einen "normalen" Verkäuferjob in der Branche eigentlich überqualifiziert.
Bevor die Kinder kamen, als sie noch Vollzeit gearbeitet hat, hat sie quasi inoffiziell die stellvertretende Leitung eines kleinen Gartencenters inne gehabt, wobei sich das auch hauptsächlich durch erhöhte Arbeitsleistung, nicht jedoch durch mehr Gehalt wieder gespiegelt hat. Und eine leitende Funktion in einem Gartencenter als Teilzeit-Job ... nun ja, da gibt es auch eher eine Audienz beim Papst. Sie hat auch mal einen Bürojob ausprobiert, das ist aber nicht wirklich ihr Ding, sie muss einfach in der Erde wühlen, nur am Schreibtisch sitzen kann sie auf Dauer gar nicht.
Die Kosten für die OGS sind ebenfalls nicht von der Hand zu weisen, leider ist unsere Grundschule da sehr unflexibel - entweder OGS die ganze Woche oder gar nicht. Wenn man die OGS anteilig nur für die Tage in Anspruch nehmen könnte, wenn sie arbeiten müsste, sähe das schon etwas anders aus.
Das mit der Putzfrau ist natürlich Quatsch, aber argumentier' Du da mal als Mann gegen ... keine Chance.
Und mit dem Argument "Schatz, wenn Du wieder einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehst, brauche ich später mal weniger Unterhalt zu zahlen" kann ich ihr ja wohl schlecht kommen 😉 !
Dennoch werde ich das Thema sicherlich noch mal mit ihr besprechen, zumal sich bei ihrem jetzigen 400 Euro Job Veränderungen ergeben haben, die ihr nicht so gefallen und sie sich ohnehin nach einem anderen Job umsehen will. Denn dass wir zumindest die 400 Euro brauchen, DAS hat sie eingesehen.
Beste Grüße
Torsten
Hi Torsten,
ich kann mich Totos Warnung leider nur anschließen. Du sagst, Du kennst Deine Frau seit zig Jahren - ich denke mal viele hier können Dir das nachvollziehen. Was Du allerdings noch nicht kennst, ist das Gefühl wenn Fakten geschaffen worden sind und Du merkst, dass Du diese Frau 0,0 Prozent kennst.
Und glaub mir, nicht wenige von uns mussten das bitter lernen. Frauen sind nicht dumm und auch sie wird Deinen Terminkalender kennen. Bei mir war es so, dass die Zeit eines geplanten Kurzurlaubes dazu genutzt wurde, die letzten Fakten mit dem Next abzusprechen und dann bei Wiederkehr die Faktenlage zu präsentieren. Das manche Exen auch gerne Kinderzimmer leer räumen und weg sind gehört auch dazu, ist hier warscheinlich aber nicht zu erwarten.
Also wenn Du Dir sicher passt, mach es. Bereite Dich aber trotzdem auf den Kriegsfall vor - sichere die Unterlagen wie es die anderen schon beschrieben haben und höre Dich auch schon mal nach einem guten Anwalt für FamRecht in Deiner Umgebung um. Du magst jetzt noch schmunzeln über diese Tipps - so ging es mir auch mal. Gruß Ingo
Moin.
Ich mache mal ne kleine Beispielrechnung auf:
Bei ca. 3.500,- durchschnittlichem Netto hast du etwa 5.400,- Brutto.
Mit Steuerklasse 1 sind davon noch rund 3.000,- übrig.
Davon würdest du nach DT 2 mal 327,- € = 654,-€ an KU bezahlen.
Von den verbleibenden 2.350,- gehen ca. 1.000,- an deine zukünftige Exfrau.
Danach muss aber noch das Haus mit, vermutlich rund 1.000,-€ abbezahlt werden, deine neue Wohnung deine Umgangskosten mit den Kindern und deine Anwaltskosten bezahlt werden.
Das Haus darfst du nicht mehr betreten, dafür aber vermutlich bezahlen, denn wahrscheinlich hält sich die Bank erstmal an dich.
Von den verbleibenden minus 250,-€ musst du dann leben.
Mit etwas Glück bleiben dir aber vielleicht auch 0,-€ zum Leben.
Das wird nicht gehen, daher ist das Haus nicht halten.
Ob ihr aber im Streit noch die offenen 240.000,- rein bekommt ist fraglich. (280.000 minus 40.000 = 240.000. Habt ihr noch nichts selber getilgt? Wie lange habt ihr das Haus schon?)
Es blieben dann also noch Schulden übrig.
Du siehst, ihr steuert auf ne wirtschaftliche Katastrophe zu und die Justiz wird sich redliche Mühe geben diese Katastrophe von der armen allein erziehenden Mutter und den Kindern fern zu halten.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Moin Torsten,
auch von meiner Seite ein Willkommen im Club (Deine Geschichte kommt mir irgendwie bekannt vor) ...
Neben den Warnungen, die bereits ausgesprochen wurden, solltest Du Dir im Klaren darüber sein, dass die Zeit nicht für Dich spielt.
Meiner Meinung nach solltest Du tatsächlich das Thema "Ehetherapie" progressiv antreten ...
... in Deinen Augen gibst Du Deiner Frau alle Freiheiten, die sie braucht:
Also ist das doch für sie eigentlich fast wie All Inclusive, oder ?
In der Tat hört sich das nach "All-Inclusive" an, aber ...
... "All" beinhaltet derzeit noch einen Ehemann, der sich, wenn aufm Mädelsabend mal ein toller Typ auftaucht, durchaus als freiheitsraubendes Hindernis erweisen kann.
Nein, ich glaube der Terror wird erst losgehen, wenn ich ihr eine potentielle Trennung in Aussicht stelle.
Vermutlich.
... und das Tollste dabei:
Du siehst, ihr steuert auf ne wirtschaftliche Katastrophe zu und die Justiz wird sich redliche Mühe geben diese Katastrophe von der armen allein erziehenden Mutter und den Kindern fern zu halten.
Man wird sich nicht nur Mühe geben, sondern sie dabei tatkräftig unterstützen.
Während Du als geiziger Großverdiener alle Anwalts-/Gerichtskosten aus eigener Tasche zahlst, wird die arme, alleinerziehende Mutter zu allen Einigungsversuchen schlichtweg "nein" sagen dürfen und ihre Kosten gehen via VKH (Verfahrenskostenhilfe) zu Lasten der Allgemeinheit.
(Nur am Rande: Das gewählte Vokabular ist durchaus väterfreundlich ...)
Das Zahlenspiel ist zwar meines Erachtens nicht ganz korrekt (die Hauslasten müssten vorab einkommensmindernd angesetzt und Frau muss sich einen Wohnvorteil anrechnen lassen - für eine genauere Berechnung ist es definitiv zu früh), Fakt ist aber, dass 2x Urlaub im Jahr wohl eher nicht mehr drin sein würden ...
Besten Gruß
United
Das Zahlenspiel ist zwar meines Erachtens nicht ganz korrekt (die Hauslasten müssten vorab einkommensmindernd angesetzt und Frau muss sich einen Wohnvorteil anrechnen lassen - für eine genauere Berechnung ist es definitiv zu früh)
Zugegeben, ich habe das etwas zugespitzt.
Da aber ansonsten für die arme Frau und Mutter nichts mehr übrig bliebe und sie somit der Staatskasse anheim fiele, ist meine Berechnungsformel keineswegs völlig aus der Luft gegriffen.
Auf diese Art kann und wird nämlich auch Druck aufgebaut, die Immobilie zu verwerten.
Solange ein Vater noch nicht verhungert ist, gilt er für die Justiz immer noch als Leistungsfähig.
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Servus,
Nein, ich glaube der Terror wird erst losgehen, wenn ich ihr eine potentielle Trennung in Aussicht stelle.
Ist es wirklich das, was Du willst?
Auch ich kann die Ausführungen udn Berechnungen meiner Vorschreiber nur unterschreiben.
Eine Trennung würde den finanziellen Ruin auf Dauer für Dich bedeuten. Darüber musst Du Dir im Klaren sein. Unterhalt wirst Du aich an Deinen dann Ex-Frau zahlen, während sie sich schon längst im Sportstudio einen Next angelacht hat und somit ein komfortables finanzielles Auskommen für sich gesichert hat.
Aus Deinen Äußerungen sehe ich nicht, dass Du schon endgütlig mit ihr abgeschlossen hast. Auch Dein Zuspruch für eine Paarberatung sagt mir was anderes.
Versuche erst mal alle anderen Möglichkeiten die sich für Dich noch stellen, bevor Du ins offene Messer rennst.
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Hi
auch mal meine Ideen dazu
Derzeit scheint sie folgende Prioritätenliste zu haben:
- Die Kinder
- Ihre Meerschweinzucht (die auch viel Zeit kostet)
- Sport
- Haus und Garten (gegen meinen Willen wurde ein Schwimmteich angelegt)
- Ausgehen mit Freundinnen
Ich selbst habe zur Zeit nicht den Eindruck, auf dieser Liste auch nur einen unteren Platz beanspruchen zu können.
Was meint ihr ?
Was für Schritte kann ich unternehmen ?
Der größte und nachhaltigste Paar-Killer ist aus meiner Sicht der Verlust von Achtung und Respekt, natürlich in beide Richtungen.
Ob ihr den gegenseitig schon verloren habt, weiß ich nicht. Mir scheint, sie hat wenig Respekt oder Achtung vor dir und so richtig attraktiv scheint sie dich auch gerade nicht zu finden.
Ich denke du legst deinen fokus sehr auf deine Frau, was sie denkt, was sie tut usw., und vergisst dich selbst ein bißchen. Du musst wissen, dass ein klein wenig gesunder Egoismus ganz gesund ist und auch interessant sein kann 😉
Vielleicht kann eine Paartherapie es bringen, dass ihr euch wieder annähert. Vielleicht kannst du auch ohne Hilfe von außen selbst herausfinden, unter welchen "Bedingungen" sie dich wieder attraktiv finden würde, und ob es einseitige Bedingungen sind (=respektlos) oder ein echter Versuch auch für sie, euch wieder aneinander anzunähern.
Sie hat keine echte Arbeit, und deshalb sucht sie sich Ersatz, wie ihre Hobbies. Schön wäre es, in einer Einverdienerehe dass die Frau das Wohl des Mannes auch ganz oben auf der Liste hat, und schön wäre es in einer Einverdienerehe, dass der mann auch respektiert, was seine hausfrau da so leistet, denn das will ich nicht herunterspielen, sondern es kommt wie immer nur darauf an: Achtung und Respekt.
Finanziell und emotional wärst du der Verlierer einer Trennung, denn das hier
Also ist das doch für sie eigentlich fast wie All Inclusive, oder ?
Nein, ich glaube der Terror wird erst losgehen, wenn ich ihr eine potentielle Trennung in Aussicht stelle.
kannste vergessen. Dank des frauenfreundlichen Familienrechtes wird es für SIE all-in weitergehen, während DU die Folgen eines doppelten Haushaltes allein zu schultern hast. Traurig aber wahr, und eben gesellschaftlich so gewollt.
Deshalb sollte dir schon dran liegen, die Beziehung zu retten. Aber, das sage ich auch ganz deutlich, nur unter der Bedingung, dass wieder eine echte Beziehung draus wird. Ich wünsche mir für dich nicht, dass du alles duldest und denkst, lieber heri im keller leben, aber dafür nicht getrennt zu sein. Du erkennst dich dann irgendwann nicht mehr im Spiegel...oder anders gesagt: Wenn du weiter zulässt, dass deine Frau eine Prioritätenliste ohne dich hat, verliert sie erst recht die Achtung vor dir. Frauen wollen keine Machos, nein, aber auch keine Weicheier...ich hoffe ich konnte es deutlich machen.
ligr ginnie
Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
Hallo alle zusammen, die mir in der Zwischenzeit geantwortet haben.
Danke für Eure Beiträge. Ich sitze momentan irgendwie zwischen allen Stühlen ... wenn man mich festnageln wollte, ob ich glaube, dass unsere Ehe noch zu retten ist und vor allem, ob (das Finanzielle mal völlig aussen vor gelassen) ich das überhaupt noch will - ich könnte es nicht eindeutig beantworten.
Ich denke aber, es ist zumindest von meiner Seite noch genug Gefühl da, um wenigstens eine Paartherapie zu versuchen.
Die Sache mit dem Respekt ist genau der wunde Punkt. Ich habe immer versucht, ihr klar zu machen dass ich das, was sie zu Hause leistet, absolut respektiere. Schon länger konnte ich aber keinen Respekt mehr von ihr wahrnehmen für das, was ich so täglich im Büro leiste. Das ist ihr wohl immer schon schwer gefallen, wahrscheinlich, weil für Sie nur "händische Arbeit" richtige Arbeit ist - Büro, das ist ja nur Kugelschreiber festhalten. Mein guter Verdienst hat sie andererseits aber auch nie gestört ...
Dass sie keine Arbeit hat, trifft eigentlich so nicht mehr zu, denn sie macht ja den 400 Euro Job - und mehr will sie auch gar nicht, wäre ihr neben dem Haushalt zu stressig und würde sich ihrer Meinung nach auch nicht lohnen - siehe mein Posting weiter oben, Stichwort "Putzfrau".
Was andererseits wiederum nicht heissen soll, dass sie nicht ehrgeizig ist - davon hat sie sogar genug für uns beide. Nur fliesst der Ehrgeiz eben in letzter Zeit hauptsächlich in ihre Hobbies.
Egal, von meiner Seite aus steht einer Paartherapie nichts im Weg.
Jetzt aber mal völlig davon abgesehen rein informativ gefragt:
Wäre sie, wenn es denn zum Äußersten = Trennung käme angesichts des Alters der Kinder nicht verpflichtet, mindestens einen Halbtagsjob anzunehmen ?
Wie würde sich der Unterhalt für Sie dann berechnen ? Dann müsste doch ihr eigenes Einkommen mitzählen ?
Und wenn sie einen Next hätte und mit ihm zusammenzieht, hätte das keinerlei unterhaltsmindernde Auswirkungen ?
Denn: Das Haus würden wir m.E. ohnehin nicht halten können. Ich könnte mich auch gut wieder davon verabschieden - es hängt mir schon viel zu lange wie ein Mühlstein am Hals.
Wie ist die Lage, falls ich mich dann vom Haus trennen will, sie aber nicht ?
Ok, wahrscheinlich naiv gefragt, ihr dürft mich auch gerne auf andere Unterforen verweisen oder mir die "Such mal nach ... " - Maxime an den Kopf werfen 😉 !
Jedenfalls nochmal vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten !
Grüße
Torsten
Hallo liebender Vater,
rein informativ
wäre sie zumindest für die Dauer der Trennung [glow=red,2,300]nicht [/glow] verpflichtet einen Halbtagsjob anzunehmen. Stichworte hierbei sind eheprägend etc.
Du hast diesbezüglich echt schlechte Karten, so leid mir das tut.
Ich verstehe Dich gut, denn ich bin auch ein einer ähnlichen Situation und könnte es derzeit auch nicht sagen
wenn man mich festnageln wollte, ob ich glaube, dass unsere Ehe noch zu retten ist und vor allem, ob (das Finanzielle mal völlig aussen vor gelassen) ich das überhaupt noch will - ich könnte es nicht eindeutig beantworten
Aber egal wie Du es wendest, nur wegen der Kinder oder des Geldes wegen zusammenzubleiben, mußt Du Dir gut überlegen.
Ich schließe mich da komplett meinen Vorrednern an: Versuche Dich bestmöglich zu wappnen, und wenn Du bereit bist, lege die Karten auf den Tisch, in der Form, dass Du vor allem von Dir sprichst, wie es Dir geht, was Du Dir wünschst und was Du in letzter Zeit vermisst hast, und dass Du bereit bist, das Dir mögliche dazu beizutragen, dass Eure Ehe wieder für Euch beide erfüllend wird.
Gib ihr Zeit, darüber nachzudenken, vielleicht sieht sie auch manche Dinge selbstkritisch, aber mach zugleich deutlich, dass es Dir ernst ist und Du so keine 10 Jahre weitermachst, Geld und Haus hin, Kinder her.
Mir hat geholfen, dass ich versucht habe, das Szenario "Trennung" wirklich komplett in Gedanken (Kinder, gemeinsame Bekannte, gemeinsame Termine etc.) und auch schriftlich (Ausrechnen KU/TU -> Kindesunterhalt, Trennungsunterhalt) durchzuspielen und auch mit Bekannten darüber geredet habe.
Gut informiert zu sein, schadet jedenfalls nicht.
Und achte auf Deine Gesundheit.
Gruß VV4
Hi Liebender,
wenn Du noch Hoffnung siehst, probiere es mit der Paartherapie bzw. achte einfach mal auf die Reaktionen, wenn Du das Thema ansprichst. Auf jeden Fall kann es so nicht weitergehen, Dich in den Keller zu verbannen etc.
Zum Finanziellen: Beppo hat Dir das schon ziemlich realistisch ausgerechnet. Du kannst davon ausgehen, dass Du ab dem Satz "So, es ist aus. Ich bin dann ab nächste Woche bei einer Freundin / Eltern / dem Next aus dem Sportverein / Internet" um die 1000 Euro pro Monat Trennungsunterhalt leisten darfst. Ja, der 400 Euro Job wird auch angerechnet, es bleibt aber faktisch bei diesem Zahlbetrag für mindestens 1-2 Jahre, denn so lange dauert es bis zum Scheidungstermin locker. Wie gesagt nur TU. Unterhalt für die Kinder geht natürlich noch mal extra.
Faktisch ist es so, dass die lieben Exen, und da wird Deien keine Ausnahme sein, glaub mir das mal, innerhalb von 2-3 Wochen jemand Neues an ihrer Seite haben werden (denn alleine sein ist ja blöd). Während Du finanziell ums Überleben kämpfst, kann sie es sich ziemlich gemütlich machen. Gut ist auch wenn die Nexts kein bis wenig Geld verdienen, dann finanzierst Du ihn sozusagen mit, was die Stimmung meist enorm verbessert. Ach ja, nach 2 Jahren verfestigter Beziehung kannst Du mal veruchen, auf Verwirkung des TU oder nachehlichen Unterhalts zu gehen. Kinder sind dabei immer eine Bremse und können diese Reduktion zu Nichte machen. ´
Ich hab halt gute Erfahrungen mit der einvernehmlichen Trennung mit Scheidungsfolgevereinbarung gemacht. So seid ihr es wenigstens, die sich rechtsverbindlich über die Folgen der Trennung einig werdet. Verlangt natürlich von beiden Selbstdisziplin und Gesprächsbereitschaft, kann aber viel Schaden vermeiden. Dort könnt ihr den Verkauf / Vermietung des Hauses regeln, den Wohnort der Kinder, Zugewinn regeln / ausschließen und - auch ziemlich wichtig - den Versorgungsausgleich regeln.
Da es illusorisch ist, dass sie mit einem 400 Euro Job das Haus halten kann, wird ihr nicht viel übrig bleiben als der Verwertung zuzustimmen. Ansonsten müsste eine Teilungsversteigerung eingeleitet werden, was wieder unwirtschaftlich wäre.
Wenn Du Fragen hast, frag einfach. FamRecht und Co. sind gerade als Trennungsanfänger sehr verwirrend und vieles lernt man erst durch die "traurige" eigene Praxis mit der Materie. Gruß Ingo
Moin Torsten,
nach wie vor: Paartherapie sollte Prio haben.
Wie würde sich der Unterhalt für Sie dann berechnen ?
Quick & Dirty (mit teilfiktiven Zahlen - Frau verbleibt im Haus):
3.450 EUR (Netto - Stkl. 3)
./. 300 EUR (Altersvorsorge - bis 4% Brutto, wenn tatsächlich vorhanden - ggf. empfiehlt sich der Abschluss eines Riester-Vertrags)
./. 150 EUR (berufsbedingter Aufwand - pauschal 5%)
./. 1.000 EUR (Hausdarlehen)
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2.000 EUR (Bereinigtes Netto)
./. 2 x 291 EUR Kindesunterhalt (DDT EK-Gr. 3 um eins herabgestuft, da 3 Unterhaltsberechtigte)
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1.418 EUR (Du)
400 EUR (ich erspare mir Bereinigung)
+ 350 EUR (angemessener Wohnwert)
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750 EUR (Frau)
TU = (1.418 - 750) *3/7 = 287 EUR
Bei Steuerklasse 4 bliebe vermutlich nix für TU.
Unrealistisch ist diese Berechnung nicht, ein Richter könnte daran herumspielen, weil es ein Desaster nicht nur für Dich, sondern vermutlich auch für Deine Frau darstellen würde.
Wenn Du mehr wissen möchtest, empfiehlt sich das Studium der Düsseldorfer Tabelle sowie der Unterhaltsrechtlichen Leidlinien (Abzugspositionen und Erwerbsbonus werden tlw. unterschiedlich gehändelt) des für Dich zuständigen OLG (und ggf. ein eigener Thread).
Besten Gruß
United
Hallo zusammen,
es gibt eine überraschende neue Entwicklung - ich bin geneigt, sie positiv zu bewerten.
Meine Frau hat ihren 400-Euro-Job aufgegeben. Es war absehbar, dass dieser Job für sie nur eine Notlösung sein konnte weil es ein Bürojob war und sie lieber in Ihrem erlernten Beruf arbeiten will.
Nun hat sie von sich aus kund getan, dass sie sich mindestens eine 2/3, eventuell sogar 3/4 Stelle suchen will, nach Möglichkeit mit mehr Verantwortung. Sie wollte wissen, ob ich damit einverstanden wäre, auch wenn dadurch vielleicht tatsächlich aufgrund der ungünstigen Steuerklasse und anfallender Kosten für die OGS nicht wirklich viel mehr an Verdienst herausspringt.
Das ist eine 180-Grad Kehrtwende von ihrer bisherigen Einstellung. Anscheinend hat sie erkannt, dass ihr eine berufliche Herausforderung fehlt. Ich habe ihr natürlich zugestimmt, und das nicht nur aus dem Grund, dass sie dann ein halbwegs nennenswertes eigenes Einkommen hat. Vielleicht wird sie ja dann wieder ausgeglichener und muss ihre Befriedigung nicht mehr nur ausser Haus suchen.
Wir saßen dann gestern abend tatsächlich mal zusammen vor dem Fernseher und rätselten gemeinsam bei einer Quizsendung mit, hatten Spaß dabei und stellten fest, dass wir immer gegenseitig die Antworten wussten, die der Partner nicht wusste. Das war ein regelrecht harmonischer Abend. Wow. Schon erstaunlich, aber solche Kleinigkeiten haben für mich bereits einen Stellenwert.
Beste Grüße
Torsten
