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Mit den Nerven am Ende

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(@msewelies)
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Hallo,
die Überschrift ist wahr.
Ich bin Softwareentwickler und meine Frau hat sich nach fast 10 Jahren von mir getrennt.

Wir waren nicht verheiratet aber aus unserer Verbindung gingen 2 tolle Kinder hervor.
In den Jahren haben wir uns einen ansehnlichen Rahmen geschaffen. Tolles Wohngebiet, Neuwagen und Kinder u. Frau  können reiten gehen. Kurz: ländliche Idylle.
Wir waren immer ein sehr inniges/intensives Paar. Nie sah man uns nicht Händchenhalten. VHS Kochkurse oder Partermassagen waren uns eine Pflicht. Zweimal im Jahr in den Urlaub saß auch immer dran. ( alles mit LStKl. 1 )
Na ja, dafür mussten wir auch immer viel arbeiten.
Dafür gab es abends immer gemütliche Abende mit Rotwein o.ä..
Ehrlich, wir hatte nie gestritten.

August 2006 ist Schwiegervater gestorben, Oktober 2006 sind wir noch umgezogen, Februar 2007 ist ihre Oma gestorben und im Februar 2007 habe ich auch noch eine kostspielige Weiterbildung angefangen.

Im März 2007 hat sie einen anderen kennen gelernt.
7 Wochen Später war ich raus.
Jede Chance auf Probezeit oder Paartherapie lehnte sie ab.
Ihre Begründung( O-Ton): "Ich hatte mich die letzten 9 Jahre nicht glücklich gefühlt. Jetzt endlich bin ich's."
Ich hatte ihr mehrere Brief geschrieben und keiner wurde bis heute beantwortet.
Ich kann von mir behaupten: nichts unversucht gelassen zu haben.

Ich fühle mich wie abgelegt und weggeworfen.
Bis heute.
Innerhalb von wenigen Tagen gab es mich einfach nicht mehr.

Bis heute stehe ich jeden Tag auf und Frage mich:
- Ist das alles ein Traum?
- Wie konnte das passieren?
- Uns ging es doch so gut!
- Warum haben "wir" keine Chance mehr bekommen?
- Warum hat sie mich, so mir nichts dir nichts, weggeworfen?

Jedes Mal wenn ich die Kinder hole oder bringe ( fast jedes Wochenende ) und sehe "sein" Auto vor der Tür, dann brauche ich wieder 2 Tage um aus einer Haßspirale raus zu kommen. In dieser Zeit bin ich nicht mehr ich.
Ich denke dann immer folgendes: "Er" lebt jetzt mein Leben weiter. Es kommt der Tag, wo ich mich ..... werde.

Wenn ich meine Frau sehe, dann fange ich immer noch an innerlich zu zittern. Ich suche ihre Nähe, obwohl ich weiss, daß sie nicht gut für mich ist. Letztens habe ich ihr gesagt, daß ich sie noch liebe. Ihre Antwort war, daß ich mir keine Hoffnung machen brauche.
Ich versuche ihr immer noch ein schlechtes Gewissen einzureden. ( "Du bist verantwortungslos" ... u.s.w. )
Ich verharre immer im Gedanken mit: Ich habe alles verloren und ihr geht es richtig gut.

Das schlimme ist, dass ich jede Frau verurteile. "Sobald sie satt sind und ihnen wird langweilig, dann verlassen sie einen sowieso."
Das schlimme ist auch, dass sich meine negative emotionale Lage nicht abschwächt, sonder mit jedem Monat stärker wird.
Manchmal denke ich, dass mein Leben vorbei ist. Den Kinder ein guter Vater sein und die nächsten 20 Jahre ableben.

Ich finde nicht mehr zurück.


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 17.11.2007 18:43
(@jemmy)
Registriert

Hallo MSewelies

Was dir passiert ist, ist schlimm. Du stehst am Anfang eines langen und sehr harten Weges. Im Moment, wirst du wohl der Meinung sein, dass nicht zu schaffen. Das ist der Punkt, an dem du dir professionelle Hilfe suchen solltest. Umso länger du damit wartest, umso schwieriger wird es, die Vergangenheit zu verarbeiten und wieder hoffnungsvoll in die Zukunft blicken zu können.

Ich möchte dir den dringenden Rat geben, dir schnellstens Hilfe zu holen. Du hast Verantwortung für dich und deine Kinder. Dieser Verantwortung kannst du nur gerecht werden, wenn es dir gelingt, dein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Auf diesem Wege sende ich mal eine Portion Kraft.

Bis bald
Thomas


Die Lüge wird nicht zur Wahrheit, weil sie sich ausbreitet und Anklang findet. (Mahatma Ghandy)
Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen (Edmund Burke).
Everybody wants to rule the World

AntwortZitat
Geschrieben : 17.11.2007 19:14
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo MSewelies,

ich kann Deine Trauer um die verlorene Beziehung verstehen. Sowas tut immer weh, besonders, wenn man sich selbst als Verlierer empfindet und der Expartner ein tolles, neues Leben fühlt.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass in den seltensten Fällen Trennungen einfach so vom Himmel fallen. Sicher passiert es immer wieder, dass sich ein Partner neu verliebt. Aber dem gehen in der Regel auch Missstimmungen und Unzufriedenheit voraus. Irgendetwas, was sich in Form von Diskussionen, fühlbaren Diskrepanzen oder ähnlichem äußert. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das so mir nix dir nix kommt.

Ich denke, was Du tun solltest, ist Deine eigene Rolle im Geschehenen finden. Es ist völlig kontraproduktiv für den eigenen Besserungsweg,  wenn man sich selber nur in der Opferrolle sieht und den anderen in der Täterposition. Denn dann bist Du völlig passiv.

Innerhalb von wenigen Tagen gab es mich einfach nicht mehr.

Das ist eine Aussage, die Dir selbst Angst machen sollte. Du scheinst Dich vollkommen über diese Beziehung zu definieren. Daher kann ich mich Jemmy nur anschließen: Hol Dir Hilfe! Du mußt Deinen Selbstwert wieder finden, spüren, dass DU unabhängig von dieser Beziehung einen Wert hast.

Auch die Art, wie Du Deiner Exfreundin entgegentrittst ist in meinen Augen zerstörerisch. Du liebst sie, Du haßt sie, Du bist total fixiert. Du verurteilst pauschal alle Frauen. Auch dabei stehst Du als Opfer in einer zentralen Position.

Für eine gewisse Phase mag das in Ordnung sein, aber wenn man aus dieser nicht mehr heraus findet, dann denke ich, wirst Du nicht daran vorbei kommen, Dir psychologische Hilfe zu holen, die Dich in die Lage versetzt, erst mal selbst zur Ruhe zu kommen, wieder losgelöst von Deiner Ex zu fühlen und vor allem auch Dich selbst aus der Opferrolle herauszuholen.

Wie klappt denn eure Kommunikation als Eltern?

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 17.11.2007 19:38
(@msewelies)
Schon was gesagt Registriert

Danke für euren Zuspruch.

Die Elternkommunikation ist in Ordnung. Sie sicherte mir zu, die Kinder sooft zu haben wie ich will.
Das klappt bisher auch. Ich habe sie jede freie Minute. ( Wohne ja auch im Nachbardorf )
Dann ist meine Welt wieder halbwegs i.O.

Ich glaube, bisher gab es nur wenig Berührungspunkte mit den Kindern und ihrem "Neuen".
Aber so langsam ( letzter Zeit ) glaube ich, dass ihre Planungen anders aussehen.
Sie sagte so etwas wie: "Wir wollen die Kinder langsam involvieren"

Alleine diese Vorstellung macht mich fertig.

Warum kann sie nicht einfach die Kinder aus ihrer neuen Beziehung heraushalten?
Ich würde noch mehr Zeit mit den Kindern verbringen, nur damit die Kids nicht mit "ihm" in Berührung kommen.

Er hat schon meine Frau, den Kampf habe ich verloren. Meine Kinder bekommt er nicht.
Die Vorstellung ist wie eine einzige Ohnmacht.
Langsam gehen meine Batterien leer.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 17.11.2007 20:02
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo nochmal,

mir scheint, Deine Ex geht mit euren gemeinsamen Kindern sehr verantwortungsvoll um, denn sie fördert scheinbar, dass Du die Kinder so oft es geht sehen kannst und sie hat sich etwas Zeit gelassen, bis sie die Kinder in ihre neue Beziehung einführt.

Wenn Du Dich hier ein wenig belesen hast, dann wirst Du sehen, dass Du Dich damit quasi glücklich schätzen müßtest. Von Aussagen wie:

Meine Kinder bekommt er nicht.

mußt Du runterkommen. Denn DU bist ihr Vater. Daran scheint ja auch Deine Ex überhaupt nicht rütteln zu wollen. Aber Du kannst ihr nicht verbieten, dass sie ihre Kinder mit ihrem Freund bekannt macht. Genauso wie sie das nicht verhindern könnte oder dürfte, wenn Du irgendwann mal eine neue Freundin haben wirst.

Du mußt Deinen persönlichen Schmerz über den Verlust der Freundin und des Familienlebens von allem anderen trennen! Und das möglichst schnell, eh Du durch Dein Verhalten dafür sorgst, dass Deine Ex noch auf dumme Gedanken kommt, z. B. Dir den Umgang einzuschränken. Wenn Du jetzt nämlich durch Sprüche oder so die Kids gegen den Freund aufbringst, dann wirst Du genau das erreichen. Provoziere jetzt nicht Krieg, wo Du eine supergute Ausgangsbasis im Umgang mit euren Kindern hast.

Hast Du für die Kinder mit ihr gemeinsames Sorgerecht?

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 17.11.2007 20:26
(@pappasorglos)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo MSewelies,

sieh's doch mal positiv. Anderen Vätern hier werden die Kinder entzogen und sie zerbrechen an den Unterhaltslasten. Alles nicht Deine Probleme, wenn ich das richtig lese. Das Problem, dass Du beschreibst, heisst Liebeskummer. Nichts schlimmes eigentlich, völlig normal, aber nach einem halben Jahr sollte es eigentlich vorbei sein.

Ich schliesse mich den anderen beiden an: Du bist Kopfarbeiter, Du brauchst einen freien Kopf für Deinen Job. Wenn Deine berufliche Leistungsfähigkeit gefährdet ist, solltest Du Dir Hilfe suchen. Leute wie Du haben oft auch eine private Krankenversicherung, und die erstattet Psychotherapie zum grössten Teil. Also greif zu, dafür ist es da.

Er hat schon meine Frau, den Kampf habe ich verloren. Meine Kinder bekommt er nicht.

Komm da runter, hier nicht kämpfen, falsche Front. Es ist normal, dass Deine Kinder auch eine Beziehung zu ihrem "Neuen" aufbauen, genau wie's umgekehrt normal wäre, wenn Du eine neue hättest. Solange sie nicht "Papa" zu ihm sagen, da reagieren viele sensibel, kann ich auch verstehen. Und Du kannst es auch nicht auf Dauer durchhalten, Deine Kinder "jede freie Minute" zu holen, wann willst Du denn dann Deine Steuererklärung machen oder "Deine Neue" kennenlernen? Also nur jedes zweite Wochenende hat auch Vorteile. Oder willst Du ein Wechselmodell? Aber ich kan mir nicht vorstellen, dass Du das mit Deinem Job auf die Reihe kriegst.

Also: mach Dich locker, Leben geht weiter, es gibt viele schöne Töchter, Du hast zwei tolle Kinder, kein Grund zur Traurigkeit.


AntwortZitat
Geschrieben : 17.11.2007 20:42
(@msewelies)
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Nein. Ein gemeinsames Sorgerecht haben wir nicht.
Ich hatte mich nie darum gekümmert, da mir der Gedanke einer Trennung nie in den Sinn gekommen war.

Im Forum ist eine Liste "Wünsche von Trennungskindern" oder so ähnlich.
Ich halte mich strikt an die Punkte.
Keine Instrumentalisierung, keine Fragen.
Wenn meine Kids bei mir sind, konzentriere ich mich nur auf sie. Allgemeine Fragen zum Privatleben der Mutter unterlasse ich.

Aber Du kannst ihr nicht verbieten, dass sie ihre Kinder mit ihrem Freund bekannt macht.

Ich weiss, dass ich es ihr nicht verbieten kann. Aber ich werden doch nur mit der Vorstellung nicht fertig.
Ich würde Gott weiß was tun, dieses im legalen Bereich zu verhindern. Mehr meinte ich nicht.

Genauso wie sie das nicht verhindern könnte oder dürfte, wenn Du irgendwann mal eine neue Freundin haben wirst.

Sollte ich je wieder eine Verbindung eingehen, dann muss die Frau eine strikte Trennung von "Uns" und meinem Leben mit meinen Kindern machen können.
Für mich steht fest, meine Kinder sollen ein Weltbild vermittelt bekommen, indem sie der zentrale Punkt sind.

Wie soll ich dir das erklären ...

Ich bin der Meinung, wer den Mut aufbringt Kinder in die Welt zu setzen, der sollte sich vorher überlegen, ob er auch die Bereitschaft besitzt zu verzichten. Zumindest solange bis die Kinder 10 oder älter sind. ( Meine sind 8 + 5 )
Alles andere halte ich für verantwortungslos.
So werde ich es auch meinen Kleinen vorleben. Ich bin für sie immer da. Insbesondere in den nächsten Jahren.

Deine Ex geht mit euren gemeinsamen Kindern sehr verantwortungsvoll um, denn sie fördert scheinbar, dass Du die Kinder so oft es geht sehen kannst und sie hat sich etwas Zeit gelassen, bis sie die Kinder in ihre neue Beziehung einführt.

Verantwortungsvoll wäre gewesen, sie hätte uns vier noch eine Chance gegeben.
Alles andere sehe ich nicht.

Was meist du, wo liegt mein kognitiver Fehler.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 17.11.2007 20:47
(@3cad1)
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hallo MSewelies,

ich steck auch gerade mitten in so einer Trennung. Aber genau auf der anderen Seite. Bis zum Schluss eurer Beziehung haben wir so manche Paralellen.

Allerdings ging es mir selbst so wie deiner Frau, ich habe jemand kennengelernt der einfach besser zu mir passt und ich fühle mich mit der Frau heute um einiges glücklicher.

Meine Kleine hat mittlerweile meine neue LG kennengelernt und die beiden verstehen sich auch super. Was ich dir aber hier mitgeben möchte:

Die neue ist keine Mutter für meine Kleine, oder auch nur annäherd ein Ersatz! Sie ist für sie eine gute Freundinn, nicht mehr und nicht weniger!!! Ich würde es auch nicht dulden dass die Kleine jeh Mama zu ihr sagen würde. Ohnehin, die Kleine käm nicht drauf. Sie hat sie als meine Freundinn kennengelernt, spricht sie beim Vornamen an und dabei wird es auch bleiben.

Meine Exe tickert deswegen gerade genauso aus wie du, nur habe ich das Pech dass ich nun meine Kleine nicht mehr sehen darf.

Denk daran, DU bist der Vater Deiner Kinder und niemand sonst wird es sein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

... und wie meine Vorredner spachen: hör auf dich über dein altes Leben zu identifizieren.
Ich kenne das Gefühl alles verloren zu haben. Nicht nur einmal!

Du hattest dir etwas geschaffen und du wirst dir wieder etwas für dich schaffen!  :thumbup:

Schau nach vorn, nimm dein Leben in die Hand und bis jetzt hast Du, wenn ich das richtig lese, noch keinen Grund über den Verlust Deiner Kinder zu machen!

Grüsse

Alles andere kannst Du dir wieder aufbauen !!!!

Ich stehe genau wie Du gerade im Nichts, aber wir werden wieder etwas schaffen, ich und auch DU.


AntwortZitat
Geschrieben : 17.11.2007 21:14
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin MSewelies,

Deine Trennung war im März diesen Jahres; im Juli hast Du Dein Problem zum ersten Mal hier gepostet und jetzt, 5 Wochen vor Weihnachten, bist Du immer noch nicht weiter. Das Problem ist, dass Du Dich offenbar ausschliesslich in der Vergangenheitsspirale befindest und nicht in der Gegenwart; dass Deine Fragen nicht heissen "Wie mache ich aus den Gegebenheiten das Beste?", sondern nur "Wie konnte sie mir das antun?"

Ganz pragmatisch: Selbst wenn Du das heute erfahren würdest, würde es nichts ändern. Es nützt Dir deshalb nichts, bockig darauf zu beharren, dass Du das Beste gewesen wärst, was Deiner Frau je passieren konnte - wenn sie das anders sieht. Und Hass auf den neuen LG ist auch nicht angebracht? Deine Ex-Freundin ist offenbar eine tolle Frau - das sieht er sicher nicht anders als Du. Was willst Du ihm also vorwerfen?

Eure Beziehung ist nicht an diesem Mann gescheitert. Wenn sie ok gewesen wäre, wäre Deine Frau immun gegen solche Reize von aussen gewesen. Möglicherweise warst Du nur verliebt in die Illusion von der perfekten Beziehung - und hast dabei übersehen, dass sie nicht perfekt war. Sowas kommt vor.

Wie auch immer: Die Dinge sind, wie sie sind, und die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Nach einem Dreivierteljahr wird es aber Zeit, dass Du Dein Leben wieder selbst in die Hand nimmst anstatt es von "bad emotions" bestimmen zu lassen; ggf. mit Hilfe eines sachkundigen Psychotherapeuten. Wie andere schon schrieben, handelt Deine Ex offenbar sehr verantwortungsvoll, indem sie die Kinder nicht als Druckmittel einsetzt. Also tu das Gleiche und lebe das, was Du bist und immer sein wirst: Der Vater dieser Kinder. Alles andere ist Schnee von gestern.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 17.11.2007 21:25
(@msewelies)
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Hallo brille007,

danke für Deine Zeilen.

Aber ist das alles nicht zu einfach dargestellt?

Demnach, wenn man alles pragmatisch sehen könnte, könnte man sich immer dann trennen, wenn mal gerade eine Flaute übers Land zieht.
Wo ist da der Wertebestand, auf den ich mich verlassen kann?

Darum geht es.

Ich verurteile sie, wegen der Chancenlosigkeit die unsere kleine Familie hatte.
Nach zehn Jahren: Tschüs, Aus Ende ( und 3 Wochen vorher hatte sie mir noch ins Ohr geflüstert, wie sehr sie mich liebt )
An dem Punkt verzweifel ich schier.
Das ist der Punkt, den ich bis heute nicht überwunden habe.
Der geht mir jeden Tag durch den Kopf. Das kann ich nicht steuern.

Neu anfangen? Schon wieder? Nochmal soviel Energie aufbringen?
Wozu, ... der Wertebestand schein ja pragmatisch jederzeit auflösbar zu sein ( bitte nicht persönlich nehmen )

Ich gebe meinen Vorrednern Recht: Ich hatte mich zu sehr über meine Familie definiert.

Ich werde alleine bleiben und jede freie Minute mit meinen Kinder zusammen sein. Ihnen ein Weltbild vorleben, indem Bestand das Zentrum ist.

Es tut mir gut mit euch zu posten.
Vielen Danke!


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 17.11.2007 21:55




(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin MSewelies,

Demnach, wenn man alles pragmatisch sehen könnte, könnte man sich immer dann trennen, wenn mal gerade eine Flaute übers Land zieht.
Wo ist da der Wertebestand, auf den ich mich verlassen kann?

natürlich soll man sich nicht einfach trennen, nur weil gerade mal Flaute ist. Aber wenn Du tatsächlich der Ansicht bist, dass es einen "Wertebestand gibt, auf den man sich verlassen kann", hast Du Partnerschaft möglicherweise nie richtig verstanden: Es gibt kaum einen Lebensbereich, in dem es weniger "Garantien" gibt als diesen. Eine Partnerschaft ist kein Bügeleisen mit 24 Monaten Werksgarantie. Partnerschaft ist Leben. Worauf wolltest Du Dich denn verlassen oder welche Garantien einfordern, wenn Dein Partner unheilbar krank wird?

Nach zehn Jahren: Tschüs, Aus Ende ( und 3 Wochen vorher hatte sie mir noch ins Ohr geflüstert, wie sehr sie mich liebt )
An dem Punkt verzweifel ich schier.
Das ist der Punkt, den ich bis heute nicht überwunden habe.
Der geht mir jeden Tag durch den Kopf. Das kann ich nicht steuern.

Was immer Deine Ex Dir kurz vor der Trennung ins Ohr geflüstert haben mag: Es ist nichts, worauf Du sie festnageln könntest - und es kann zu dieser Zeit auch nicht mehr gestimmt haben. Vielleicht hat sie auch mehr das "heile Leben" mit den Kindern und Dir geliebt als Dich selbst. Möglicherweise wart Ihr beide besoffen von Eurer Illusion, das perfekte Paar zu sein. Wenn beide (!) das merken und beide (!) es ändern wollen, kann man eine Paartherapie machen, die die Kommunikationslücken aufzeigt. Wenn nicht - nun, dann eben nicht. Niemand ist verpflichtet, einen anderen zu lieben; man kann es einfach nicht erzwingen. An diesem Punkt musst Du aber aufhören, mit dem Fuss auf den Boden zu stampfen und zu sagen "Das darf nicht sein!" Denn Du bremst damit nur Dich selbst aus.

Neu anfangen? Schon wieder? Nochmal soviel Energie aufbringen?

Ja klar, warum nicht? Leben bedeutet, einmal mehr aufzustehen als man hingefallen ist. Du wirst auch in Zukunft keine Garantien kriegen. Ausser die, dass Du einsam und allein sein wirst, wenn Du Dich dem Rest der (Frauen-)Welt sicherheitshalber verschliesst.

Ich werde alleine bleiben und jede freie Minute mit meinen Kinder zusammen sein. Ihnen ein Weltbild vorleben, indem Bestand das Zentrum ist.

Das ist ein hehres Ziel. Verliere dabei aber nicht aus den Augen, dass Kinder nicht zwangsläufig das Weltbild ihrer Eltern übernehmen; schon gar nicht, wenn sie es ständig "um die Ohren gehauen bekommen". "Bestand" mag für Dich persönlich ein hoher Wert sein; Deine Kinder werden ihn möglicherweise hassen, wenn sie in die Pubertät kommen - und mit ziemlicher Sicherheit genau das Gegenteil von dem tun, was Du von ihnen erwartest. Du wirst es nicht verhindern können. Es ist Deine Aufgabe als Vater, Deine Kinder anzuleiten und zu begleiten - und zwar jeden Tag ein Stückchen weniger. Du wirst es aber nicht dauerhaft schaffen, ihnen Dein Weltbild aufzuzwingen.

Ich orakle jetzt allerdings einmal: Wenn diese Kiste mit dem "Weltbild" Deine Einstellung ist - könnte es sein, dass genau das auch für das Ende Deiner Partnerschaft eine Rolle spielte? Dass Deine Frau es eines Tages einfach genossen hat, sie selbst sein zu dürfen und nicht mehr "Mrs Perfect" sein zu müssen?

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 17.11.2007 22:25
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo,

Du wirst keine Beziehung führen können, wenn Du Dein Leben mit den Kindern konsequent davon trennst. Das ist weder partnerschaftlich sinnvoll, noch für die Kinder.

Kinder können, wenn die Erwachsenen damit vernünftig umgehen, sehr wohl damit klarkommen, dass sowohl Papa als auch Mama neue Beziehungen haben. Ich halte das sogar für wichtig, weil sie so lernen können, dass man sich liebt, dass das unter Umständen kein lebenslanger Zustand ist, aber dass man diesen auch mit Würde und Anstand beenden kann.

Meiner Meinung nach wachsen kleinere Kinder da unter Umständen sogar leichter rein als ältere Kinder. Auf jeden Fall finde ich es sinnvoller, eine Trennung zu vollziehen, wenn die Beziehung nicht mehr funktioniert, als den Kindern heile Welt vorzuspielen, wenn sie nicht heil ist. Das merken die nämlich, weil sie dafür sehr feine Antennen haben. Diese latente Bedrohung, die Familie zu verlieren ist schlimmer, als geklärte Verhältnisse, bei denen sie wissen, auf der einen Seite ist Mama mit Freund X und auf der anderen Papa mit Freundin Y und beide sind glücklich und beide kümmern sich um sie.

Ich denke, Du solltest Dein persönliches Weltbild nicht auf die Kinder rüberkleistern.

Dazu gehört noch, dass Kinder keinesfalls das Zentrum des elterlichen Universums sein müssen. Sicher sind sie auf eine Art das Wichtigste, was Eltern haben. Aber sie haben auch ein eigenes Leben. Und für Kinder ist es auch wichtig zu lernen, dass sie nicht permanent im Fokus elterlichen Wirkens stehen und alles sich nur um sie dreht. Es sei denn, man wünscht sich kleine Egomanen.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 17.11.2007 22:27
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin,

- Ist das alles ein Traum?

- Wie konnte das passieren?Nein.

- Ist das alles ein Traum?- Uns ging es doch so gut!

Das ist deine Empfindung.

- Ist das alles ein Traum?- Warum haben "wir" keine Chance mehr bekommen?

Weil "sie" keine will.

- Ist das alles ein Traum?- Warum hat sie mich, so mir nichts dir nichts, weggeworfen?

Darauf gibt es keine Antwort.

Das, um dich wachzurütteln, ganz unromantisch.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 17.11.2007 22:54
(@bengel)
Registriert

he MSewelies,

du bist jung genug um deine zukunft nicht bereits hinter dir zu haben. deine endzeit-stimmung ist unangebracht, auch im sinne der kiddies. wach auf und packe die zukunft an. und wenn du nun sagst, "ihr habt leicht reden": fast alle hier haben das hinter sich oder sind dabei. aber zetern und jammern über das ach so böse schicksal ist der falsche weg.

sei aktiv, sei ein prima papa, aber denke dran: es gibt noch ein leben vor dem tode.

gruss

bengel


AntwortZitat
Geschrieben : 17.11.2007 23:13
(@lesemaus)
Registriert

Hallo MSewelies,

puah, du steckst tief drin in der Hassspirale.
Nach vollziehen können das ein Stück weit viele hier, ganz sicher, ich auch.

Aber: Vermutlich merkst du es selbst, du´kommst so nicht weiter.

Was du brauchst ist eine gnadenlose Kopfwäsche, und zwar in Richtung Selbstachtung/Selbsterhalt.

Deine Freundin hat dich verlassen.
Deine Wertvorstellungen hat sie nicht erfüllt.
Deine Lebensziele will sie nicht weiter mit dir erfüllen.
Sie hat dich "ausgetauscht", ja shit, DAS tut weh bis Anschlag.
Ist aber leider ein Fakt, sprich, sie hat einen neuen Lebenspartner.

Nun, es gibt zwei Möglichkeiten, damit umzugehen:

1. Du haust ihr bei jeder sich bietenden Gelegenheit um die Ohren, dass SIE euer Leben zerstört, und das eurer Kinder, weil sie aus eurem Familienverbund ausgebrochen ist.
Du baust dir ein Bild von Frauen auf nach dem Motto: Es wird immer so sein. Früher oder später gehen sie, weil sie etwas "Besseres" gefunden haben.
Meine Kinder haben eine Familie verdient, diese Familie bin ICH, die KM und sie. Alles andere ist nicht geplant gewesen, und folglich falsch. Sie ist schuld dran.
Der Neue kriegt nicht meine Kinder. Ich will nicht, dass er sie auch nur anspricht, sieht, mit ihnen irgendwas erlebt. Es sind MEINE Kinder, Finger weg.
Ect. pp, dir fällt bestimmt noch mehr ein. Dazwischen kannst du in sentimentalen Momenten deiner Ex versuchen ein schlechtes Gewissen zu machen, denn SIE SIE ist die Böse Böse, die weggegangen ist. (Stimmt natürlich ein Stück weit, aber: Aus einer erfüllten Beziehung spaziert niemand heraus. Leider ist es so, dass es oft so ist, dass einer komplett unausgefüllt ist, das leider nicht thematisiert, dem anderen  assoziiert, "alles roger" und der leider evt. vorhandene Signale nicht empfängt...)

2. Du  ziehst dich eine gewisse Zeit in ein Loch, leidest, weil es IST Mist hoch zehn, ausgetauscht zu werden. Aus Gründen die einem nicht einleuchten.
Du machst dir klar, was dir wichtig ist: Die Kinder.
Du machst dir klar, was mindestens genauso wichtig ist: DU SELBST.
Du machst dir klar: Ich bin ich, ich will meine Kinder behalten, ich habe meine Lebenspartnerin verloren, aber das heißt nicht, dass ich sch... bin, sie hat sich einfach einen anderen gesucht, oder er sie, oder wie auch immer sie zusammen gekommen sind.
DAS HEISST NICHT, DASS ICH FALSCH BIN, NUR ANSCHEINEND FALSCH FÜR SIE.
ICH bin xy, ich will dies und das, ich will meinen Kindern ein guter Vater sein und bleiben.

Okay, dein Hass auf den Neuen frisst dich auf (verstehe ich), also vermeide es, mit ihm konfrontiert zu sein.
Er ist nichts weiter, als der Partner deiner (leider für dich ) Ex.
Er ist für die Kinder (höchstens) der neue Freund von Mama.
Und sie werden mit Sicherheit ihrer Mutter Fragen stellen.

Solange du in der Hassphase bist: Ignorier den Kerl für dich.
Bleib den Kindern gegenüber neutral, was die ganze Paarsache angeht.
Papa wohnt zwar jetzt nicht mehr zu Hause, ist aber da.

Mach das, was alle tun, leck die Wunden und fang an, zu regenerieren.
Besinn dich auf dich, mach Sport, geh raus, rede mit Freunden, werde wieder du selbst.
Kümmer dich um Vereinbarungen wie Umgangsregelungen und das GSR. Nutze es, dass deine Ex kommunikationsbereit ist.
Versuche die Phasen des Selbstmitleides stückweise zu reduzieren und ersetze sie mit produktiver Aktivität.

Ein guter Anfang: Fang an, die Mutter deiner Kinder "Ex" zu nennen, akzeptiere, dass sie sich getrennt hat. Es ist eine Tatsache.

seufz. Ich weiß, wie schwer das ist.

Und: Verteufle nicht alle Frauen. Du musst dir keine neue suchen (Himmel hilf, nein!) nicht so bald.
Finde erstmal dich selbst wieder.
Verinnerliche dass deine Ex weg ist für dich als Partnerin, steuere alle Gedanken und Gespräche mit ihr Richtung Kinder und neutral.

STEH AUF, BIEG DICH GRADE  UND WERDE DU SELBST!!!
Und wenn Frust hochkommt: Kübel dich hier aus!
Hier gibt´s genug, die nachvollziehen können, was du durch machst.
Verschwende keine Zeit, verwende diese für deine Kinder.

Kopf hoch. Ich habe all das durch. Weiß, wie weh das tut. Weiß aber auch, wie fruchtlos Hass und Stillstand ist.

Aufmunternde Grüße, Lesemaus


Getretener Quark wird breit, nicht stark

AntwortZitat
Geschrieben : 18.11.2007 05:03
(@msewelies)
Schon was gesagt Registriert

Hallo lesemaus,

vielen Dank für Deine Zeilen.

In diesem Thread habe ich zum ersten Mal verstanden, dass nicht "sie" mein Problem ist, sondern dass ich (meine Auffassung von allem) mein Problem ist.

Zwar werde ich nie verstehen, dass man "glücklich sein" vor der Elternverantwortung stellt, aber ich werde in Zukunft weniger Angst um meine Kinder haben.
Der Thread hat mir verdeutlicht, dass, wenn ich ( wie bisher ) meinen Kindern ein guter und fürsorglicher Vater bin, besteht keine Gefahr, dass die Kids sich mehr zu "ihm" hingezogen fühlen.
Diese Einsicht nimmt mir ein großes Stück Angst.

Es ist wahr, dass ich mich ausschließlich über meine Kinder/Frau/soziales Umfeld/Errungenschaften u.s.w definiere.
Das ist, glaube ich, ein pers. Problem.

Als ersten Schritt werde ich meine Rachegedanken in die Tonne werfen.
Für den zweiten Schritt, werde ich mit meiner Frau, über mich und die persönliche Notwendigkeit meine Kinder sehr oft zu sehen, sprechen. Vielleicht versteht sie es.

Danke für Deine/Eure Teilnahme.

LG Michael


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 18.11.2007 15:24
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo Michael,

versuch doch mal zu sehen, dass Glücklichsein ein Teil der Elternverantwortung ist.

Glück oder persönliche Zufriedenheit schafft ein positives Klima. Wer glücklich und zufrieden ist, kann selbst Ruhe, Ausgeglichenheit und Freude verbreiten. Das ist wichtig für die Kinder.

Außerdem glaube ich auch nicht, dass es für die später erwachsenen Kinder ein tolles Gefühl ist, wenn sie merken, dass Ihre Eltern aus Verantwortungsgefühl ihnen gegenüber ein Paar geblieben sind. Man kann damit signalisieren, dass ab dem Zeitpunkt, in dem man Eltern wird, das Recht auf persönliches Glück erlischt.

Wenn das so wäre, wäre ich niemals Mutter geworden.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 18.11.2007 16:01
(@msewelies)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Lausebackesmama,

auch Dir vielen Dank für deine Zeilen.

Aber:

Glück oder persönliche Zufriedenheit schafft ein positives Klima. Wer glücklich und zufrieden ist, kann selbst Ruhe, Ausgeglichenheit und Freude verbreiten. Das ist wichtig für die Kinder.

... bedeutet das nicht auch, dass man in ein temporäres nicht steuerbares Gefühl, höchste Verantwortung legt?
Oder mal anders, haben Kinder nicht maximale Sicherheit verdient?

Ein Beispiel:
Nehmen wir mal an, da ist eine Familie mit sehr geringem Einkommen. Die Familie kommt gerade mal so aus.
Einer der beiden bricht aus. Folge: Es werden zwei Sozialfälle produziert. Vom volkswirtschaftlichen Schaden mal ganz abgesehen, welche Perspektive haben die Kinder jetzt noch?
Vorher war vielleicht noch das Eine oder das Andere im Rahmen des Möglichen.
Aber jetzt?
Nur weil einer ausbrechen wollte müssen u.U. alle anderen für sehr lange Zeit Einschränkungen hinnehmen.
Für die Kinder, sollte ein sozialer Abstieg erfolgen, ist es ein Minusgeschäft.
... nur weil einer ausbrechen wollte ... wo ist hier die Elternverantwortung?
Rechtfertigt das schöne Gefühl im Bauch diese Schilderung?

Gerne hätte ich Deine meinung dazu gehört!

In unserem Fall besteht nicht die Gefahr, aber es geht mir ums Wesendliche.
Um das Prinzip der Verantwortung.

LG Michael


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 18.11.2007 17:16
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hi Michael,

für mich sähe es in dem von Dir skizzierten Fall vor, dass beide Elternteile ihren Hintern hoch kriegen und arbeiten und dabei versuchen, ihren Kindern emotionale Stabilität zu geben, gemeinsam Eltern sind und den Kindern dabei vorleben, dass jeder einzelne Mensch für sein Wohlergehen verantwortlich ist.

Ich würde erwarten/hoffen/verlangen, dass die Elternverantwortung jenseits der Trennung weiter existiert, sprich, dass an einer nachehelichen Elternsolidarität gearbeitet wird.

Ich weiß wovon ich rede. Ich bin in der Ausbildung, mein Mann ist arbeitsuchend. Finanzielle Sicherheit ist momentan nicht vorhanden, wir arbeiten beide daran, beruflich und finanziell Fuß zu fassen. Dass jeder von uns für sich mit jedem Euro rechnen muss, hindert uns nicht daran, als Eltern zusammenzuarbeiten. Um meine Ehe habe ich lange gekämpft, als ich aufgegeben habe, war ich an der Grenze meiner körperlichen und psychischen Belastbarkeit (was einem so richtig erst lange hinterher klar wird, wenn man merkt, wie gut es einem plötzlich geht!!). Und ich kann Dir versprechen, dass ich unter der Belastung der Beziehung damals eine furchtbare Mutter war. Lausebacke ist nach der Trennung aufgelebt. Einfach weil ich wieder zur Ruhe kam, viel besser mit ihm umgehen konnte und er seinen Papa zwar zeitlich weniger aber qualitativ besser erleben kann.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 18.11.2007 17:39
(@lesemaus)
Registriert

Lieber Michael,

ich glaube zu verstehen, was du zum Ausdruck bringen willst, bzw. was dir durch den Kopf geht, aber diese Gedanken sind völlig verflochten mit der irrationalen Wut (auf deine Frau).
Du bist wütend, dass das Modell "Familie" für deine Kinder nicht mehr existiert, weil SIE daraus ausgebrochen ist, ohne dass du dafür eine Notwendigkeit siehst.
Du glaubst, dass sie, unabhängig davon, was sie fühlte, ob sie glücklich war oder eben unglücklich (was du ja gar nicht geahnt hast offensichtlich), die Zähne hätte zusammenbeißen können, solange, bis die Kinder dieses "heile Familienbild" nicht mehr benötigen.
Du sagst, es ging doch eigentlich allen gut, besonders den Kindern, nun ist alles so zerissen.

Nun, ich kenne diese Gefühle und Gedanken.
Wahrscheinlich nicht nur ich, denn derjenige, der (relativ abrupt) beziehungstechnisch ins Off gesetzt wird, kann nur verletzt sein.
Ich war das auch, obwohl es bei mir sogar so war, dass selbst ich diese Beziehung eigentlich nicht mehr gewollt habe.

Wenn man einen Schritt weiter gekommen ist mit seinen Gedanken, dann kann man aber in der nächsten Phase das umsetzen, was auch LBM gesagt hat, nämlich eine neue Elternverantwortung leben, die Trennung für die Kinder so schmerzarm wie möglich zu gestalten, und als Eltern (und das kostet gerade am Anfang viel Kraft, weil man alles emotionale was die Paarebene angeht, gewaltsam wegdrücken muss) zusammen zu arbeiten.

Ich stimme der Meinung zu, dass es für Kinder am allerwichtigsten ist, dass ihre Eltern glücklich sind. Und für Kinder ist es dabei nicht wirklich von Bedeutung, dass die Eltern dafür zusammen leben.
Sicher betrauern sie die meist zwangsläufig weniger gewordene Zeit mit dem Papa (aber auch das muss nicht sein, das liegt in eurer Hand!)

Also kümmere dich wirklich darum, dass sie dir die gemeinsame Sorge zugesteht, das ist IHRE Elternverantwortung (und liegt leider in ihrem Ermessen)
Wichtig ist, dass du jetzt rauskommst aus diesem lähmenden und unproduktiven Mix aus Verletztheit, Hass und Nichtverstehen IHRER Gefühle.
Bau keine Szenarien, was hätte wäre wenn..., sondern bau den Kindern ein neues sicheres Elternnetz. Das geht auch getrennt.
Und wenn deine Frau offen und gesprächsbereit ist was die Kinder angeht, dann nutze das ganz intensiv und sichere dir soviel Zeit wie möglich mit den Kindern.

Liebe Grüße, Andrea


Getretener Quark wird breit, nicht stark

AntwortZitat
Geschrieben : 18.11.2007 18:43




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