Hallo Tina (dieMystiks),
meine Tochter ist heute 21 und wir reden eigentlich über alles. Sie kann sich nicht vorstellen, wie es ist, wenn man mit einem 42-jährigen zusammen ist und es war ihr auch immer peinlich, dass sie einen so alten Vater hat.
Mein Mann ist ihr sozialer Vater und sie weiß genau, dass er all das, was er für seine leiblichen Kinder tut, auch für sie tun würde (wenn nicht noch mehr!). Somit hat sie sich ein wenig mit ihrem Schickal versöhnt.
Und ja, sie weiß, dass ich stark war/bin und um und für sie gekämpft habe und sie hat die Stärke und Kampfkraft von mir mitbekommen, aus ihr ist auch ein Kämpferin geworden. Und darauf bin ich sehr stolz.
Liebe Grüße
eskima
Mal etwas offtopic, sorry eskima,
Und bereits mit 21 war mir ein wichtiger Wert, nicht in eine bestehende Beziehung einzudringen, bzw. sofern ich davon erfahre dass eine besteht, die Sache umgehend zu beenden.
Hut ab elwu, für deine Reife schon mit 21. Ein Wert war mir das in diesem Alter auch schon, aber wenns halt gefunkt hat, meine Güte, da hab ich schon auch noch alles geglaubt.
Ich finde das Verhalten eines 42-jährigen verheirateten Mannes, der sich mit einer 21-jährigen einlässt und dabei seine Ehe riskiert weit schlimmer, als das, was eskima "getan" hat.
Gruß AJA
@ elwu
Heute, mit fast 45 Lenzen sehe ich auch vieles anders als mit 21 Jahren, das mal vorab. Es stört mich aber explizit, dass du die Nichtanerkennung deiner Wertmaßstäbe nur an meiner Person festmachst. Hälst du Männer grundsätzlich für so schwach, dass sie nicht an sich halten können, wenn sie verheiratet sind?
Hi,
das ist hier nicht das Thema. Das Verhalten dieses Mannes steht nicht zur Debatte weil er an selbiger nicht teilnimmt. Und du darfst berught davon ausgehen dass ich in solchen Fällen nicht nur den Einbrecher in die Beziehung, sondern auch den Ausbrecher aus selbiger mit genau denselben Maßstäben messe - nein, falsch: den Ausbrecher mit noch strengeren. Aber, wie gesagt, der ist hier nicht das Thema.
cya,
elwu
Lieber elwu,
Und ja, ich hoffe meiner Tochter kann ich vermitteln, dass manche konservativen Werte, unter anderem das Prinzip, nicht mit nicht-freien Menschen eine Beziehung oder auch nur Affäre anzufangen, wichtiger und nachhaltiger gut für alle Beteiligten sind, als Emotionen und unrealistischen Hoffnungen nachzugeben.
Und du darfst berught davon ausgehen dass ich in solchen Fällen nicht nur den Einbrecher in die Beziehung, sondern auch den Ausbrecher aus selbiger mit genau denselben Maßstäben messe
Ich schätze Deine Wertvorstellungen und ich teile sie auch. Nur, und das wirst Du auch bei Deiner Tochter erleben: Das Leben geht seine eigenen Wege und orientiert sich mitunter nicht Werten.
Ich wollte meine Kids immer gewaltfrei erziehen. Was machen sie wenn sie keine Pistole haben: Sie brechen sich einen Stock ab und machen Peng Peng!
Du kannst Kids hundertmal erzählen, sie sollen nicht bei Rot über die Straße laufen. Je nach Alter bleibt die Chance groß, dass sie hinterherlaufen, wenn ein Erwachsener es ihnen vormacht.
Gerade bei der Partnersuche, der Fortpflanzung hat die Biologie/Evolution ihre eigenen Mechanismen entwickelt und die kennen kein Werte. Das einzige Ziel ist die Maximierung der Anzahl an Nachkommen. Du kannst wer weiß wie viele Werte vermittelt bekommen haben: wenn "die Liebe" im Spiel ist, wirst Du tausend Gründe finden, warum diese in Deinen speziellen Fall nicht anwendbar waren - je jünger Du bist um so eher gilt das. Gerade in der pubertären Phase sind das Kennenlernen, Abgelehntwerden, Verlassenwerden, "Betrogenwerden", die ja noch auf niedrigem Niveau ablaufen, wichtige Erfahrungen zur Ausbildung einer eigenen Persönlichkeit!
Gehe mit Deiner Tochter also nicht zu hart ins Gericht, wenn sie mitunter Deinen Wertvorstellungen nicht entsprechen wird.
Uli
Moin,
in zwei Tagen habe ich Geburtstag, Zeit für ein Update.
Ich werde 46 und Töchting im August 23, dann bin ich also doppelt so alt wie sie. Als ich in ihrem Alter war, da war ich bereits schwanger mit ihr...
Sie macht eine Ausbildung zur Erzieherin, hat ein rundes Zweierzeugnis, ein Jahr hinter sich und zwei Jahre vor sich. Heute war sie bei mir, es gab Schwierigkeiten mit der Krankenversicherung, die sie rauskicken wollte (sie ist über ihren Vater versichert). Nach zwei Telefonaten sind wir (Versicherungsfachmann und ich) dann übereingekommen, dass die Krankenkasse eine Schulbescheinigung bekommt und Töchting dann bis zum 25. Lebensjahr weiterhin dort versichert sein kann. Töchting war sogar so schnell, dass sie mir die Schulbescheinigung schon auf den Tisch gelegt hatte, dort waren auch gleich die nächsten zwei Jahre mit aufgeführt. Demzufolge hatte sie das perfekte Timing, zusammen mit dem Ende der Krankenversicherung über ihren Vater ist auch ihre Ausbildung beendet.
Ach, es tut schon gut zu sehen, wenn es dem Kind gut geht. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich nicht nur manches falsch, sondern auch vieles richtig gemacht habe.
eskima
Hallo Eskima,
ich wünsche mir, dass ich auch mal so zurückblicken kann und möchte dir an dieser Stelle (ätsch, nicht im allgemeinen Geburtstagsthread) alles Gute wünschen, zum Geburtstag, fürs nächste Jahr, für weitere viele erfolgreiche Jahre mit deiner Tochter und dass du auch als "Oma" noch sagen kannst: Ich habe vieles richtig gemacht!
LG AJA
AJA,
danke für die guten Wünsche. Gestern waren wir bei Töchting, Burtzeltag feiern. Nun bin ich also doppelt so alt wie sie - eigentlich kann ich gut damit leben 🙂
Etwas ganz anderes, etwas, was eigentlich gar nicht in ein Familienforum gehört, aber eben doch zu meiner Geschichte, macht mir seit einigen Wochen zu schaffen: ich habe bei mir eine Lactoseunverträglichkeit festgestellt. Jahrelange Beschwerden haben die Ärzte auf die Psychoschiene geschoben (und ich habe ihnen geglaubt).
Momentan legt sich mein Hauptaugenmerk darauf, was ich essen kann, ohne gleich aufs Örtchen zu müssen. Die Einkaufsmöglichkeiten werden danach beurteilt, ob sie mit Örtchen oder ohne Örtchen sind. Und diese "Befindlichkeitsstörung" habe ich schon seit einigen Jahren.
Essen mit Lactoseunverträglichkeit bedeutet, dass man bei jedem Nahrungsmittel die Zutatenliste durchlesen muss. Lactose befindet sich nicht nur in Milch, Sahne, Joghurt, Käse und Quark. Laktose wird auch vielen Gewürzen, Würsten, Aufschnitt, Fertiggerichten und sonstigem zugegeben. Essen gehen ist fast unmöglich.
Letzte Woche waren wir in der Stadt zum Shoppen und beim "kleinen Hunger" sind wir in eine Metzgerei gegangen. Ich habe gefragt, ob die "Wiener" lactosefrei sind und der Metzger konnte mir keine Antwort darauf geben, weil er Würzmischungen benutzt. Die Antwort kam ziemlich pampig rüber.
Es ist eine Einschränkung im Leben, auf die ich mich erstmal einstellen muss. Mein Mann ist total loyal, liest alle Zutatenlisten mit durch und verlässt auch jedes Geschäft, in dem ich eine blöde Antwort bekomme. Aber es ist eine Einschränkung der Lebensqualität, die mich erstmal die Prioritäten neu setzen lässt.
Günstig kochen ist auch nicht mehr wirklich möglich. Da, wo ein Päckchen Sahne für knapp 40 Cent verwendet wird, muss ich was mit Hafer oder Reis nehmen, das kostet dann gleich 1 Euro. Ebenso bei der "Ersatzmilch", meine Krankheit frisst uns grad die Haare vom Kopf. Ich habe null Toleranz und vertrage wirklich nichts mit Lactose.
Von daher bitte ich meine momentane Zurückhaltung bei den Themen hier zu verstehen. Ich muss mich erstmal neu sortieren.
eskima
hallo eskima,
mensch...so ein mist. tut mir total leid für euch.
liebe grüsse
bengel
Hallo Eskima,
das tut mir wirklich leid.
Ich habe eine Freundin, die auch unter LI leidet. Sie nahm Tabletten ein, die "Laluk" heißen und damit war ihr sehr geholfen. Es gibt ja viel auf diesem Markt, wahrscheinlich hilft jedem etwas anderes. Du hast sicher schon selbst im web geschaut, der Besuch bei lactonet.de und libase.de lohnt sich vielleicht. (Darf man das so angeben?)
Meinem Sohn hat als Baby die Bioresonanztherapie geholfen, er hatte immerhin zwei Jahre völlig Ruhe und heute, mit 13 kann er immernoch fast alles essen, auch wenn Milch drin ist. Manchmal bekommt es ihm gut, manchmal weniger gut, aber es ist noch so, dass er nicht allzu sehr darunter leidet. Er nimmt aber auch überwiegend Sauermilchprodukte zu sich.
Vielleicht hilft Dir sowas auch?
Viele Grüße
Wolke7
Hallo Wolke,
Ich habe eine Freundin, die auch unter LI leidet. Sie nahm Tabletten ein, die "Laluk" heißen und damit war ihr sehr geholfen. Es gibt ja viel auf diesem Markt, wahrscheinlich hilft jedem etwas anderes. Du hast sicher schon selbst im web geschaut, der Besuch bei lactonet.de und libase.de lohnt sich vielleicht.
[Flüstermodus on] bei libase verbringe ich momentan mehr Zeit als bei vs [Flüstermodus out]
Ich bin ja noch in der Phase, wo der Magen-Darm-Trakt sich von jahrelanger "falscher" Ernährung erholen muss. Ich bevorzugte den Ovo-Lacto-Ernährungsstil und könnte einfach heulen, dass ich mich umstellen muss. Auch die minus-L-Produkte habe ich durchprobiert und nicht vertragen. Und jedes Probieren hat natürlich bei Misserfolg körperliche Beschwerden zur Folge :thumbdown:
Lactasetabletten habe ich mir auch gekauft. Da sie als Nahrungsergänzung eingeordnet sind, gibt es sie nicht auf Rezept und kosten nicht grad wenig. Dazu kommt, dass jeder erstmal seine individuelle Dosierung herausfinden muss und man oft einfach nur schätzen kann, ob und wie viel Lactose sich im Essen befindet. Ich weiß jetzt, dass ich für einen Cheeseburger 3.000 Lactaseeinheiten einnehmen muss, aber weiter bin ich noch nicht mit meinem Ausprobieren.
Hinzu kommt, dass es mir körperlich gut tut, keine Lactose zu mir zu nehmen. Erstens habe ich in meiner lactosefreien Zeit kein einziges Mal Migräne gehabt :thumbup: und zum zweiten gelingt es mir endlich, ein paar Kilo abzunehmen. Vorher konnte ich essen was ich wollte, ich nahm über die letzten Jahre kontinuierlich zu. Auf einmal habe ich vier Kilo abgenommen, ohne dass ich auf fettarme Ernährung geachtet habe, weil ich viel zu sehr mit Lactose beschäftigt war.
Das Schlimmste ist wohl die mentale Umstellung :redhead: Wenn ich mich mit meinem Schicksal wieder versöhnt habe, wird es bestimmt leichter.
eskima
Hallo Eskima
Bei mir wurde vor zwei Monaten genau das gleiche Diagnostiziert. Ichhabe auch Monatelang gelitten und wusste nicht recht warum ich immer Magen Darm Kolliken hatte nach dem Essen. Der Arzt hat es nun auch rausgefunden. Bei mir war es so, dass ich mich relativ schnell mit der Krankheit abfinden konnte. Ich habe jedoch nicht an Lebensqualität verloren, sondern gewonnen. Denn ich kann endlich wieder raus, ohne immer zu schauen wo ich hingehen kann und es ein klo in der nähe hat oder ob ich den langen spaziergang am abend weder ausfallen lassen muss weil ich nicht sicher war wann die koliken wieder losgingen.
klar, rückschläge gibt es auch nach zwei monaten noch & wird es wohl immer wieder geben.
& trotzdem war ich einfach nur erleichtert endlich eine diagnose zu haben & zu wissen woran man leidet.
Mal ehrlich eskima, so weitermachen wie vorher konntest du ja auch nicht, dass war doch auch keine lebensqualität, oder?
& das mit deinem mann finde ich süss, meiner sucht sich auch sehr penibel die lebensmittel aus die er kauft. finde ich super toll & lieb. er isst auch mehrheitlich nur noch was ich auch essen darf. auf sahne oder andere vergleichbare produkte / alternativen verzichte ich gänzlich. esse hauptsächlich nur noch frisch, mit viel gemüse. & abnehmen ist dabei ein toller nebeneffekt:-)
wünsche dir ganz viel kraft & um über die erste, schwierige zeit hineweg zu kommen.
fühl dich gedrückt & es wird schon
engelherz
Hallo engelherz,
Mal ehrlich eskima, so weitermachen wie vorher konntest du ja auch nicht, dass war doch auch keine lebensqualität, oder?
Natürlich nicht, sonst würde ich ja so weitermachen wie vorher 😉
Ich empfinde die Nahrungsumstellung halt als Entbehrung, ich könnte vor der Käsetheke stehen und anfangen zu heulen. Ich mochte noch nie gern Fleisch oder Wurst, hab aber alle Variationen von Käse geliebt, egal ob auf Brot, Auflauf oder Pizza.
Zudem ist die LI noch nicht alles, ich bin noch am Testen, ob ich "nur" auf Knoblauch und Zwiebeln reagiere oder sich noch eine andere Unverträglichkeit oder Allergie "eingeschlichen" hat. Mein erster Gedanke war nämlich auch die Ausweichmöglichkeit auf Obst und Gemüse. Klappt aber nicht. Zuerst dachte ich an unbewußte Diätfehler, aber das kann ich mittlerweile ausschließen.
Dafür vertrage ich Körnerfutter ohne Beschwerden.
eskima
Liebe Eskima,
ich nochmal,
hast Du mal über Bioresonanz nachgedacht? Ich weiß leider nicht, ob bei Erwachsenen sowas die Krankenkasse zahlt. Manche halten es für Hokuspokus, meinem Sohn hat es aber auf wundersame Weise geholfen.
Er wurde auf Lactose- und / oder Fruchtzuckerintoleranz lange behandelt. (Diagnose mit versch. Tests, auch Atemtests).
Im Alter von 10 Jahren, nachdem er sich wieder zunehmend, nach anfänglicher Beschwerdefreiheit bis ca. 2 Jahre nach Bioresonanz, jahrelang mit Durchfällen, Bauchschmerzen und Migräne, später seelischen Verstimmungen und Antriebslosigkeit sowie deutlichem Gewichtsverlust rumgequält hat, wurden - erst auf mein Drängen - weitere Untersuchungen gemacht.
Es wurde dann leider eine CED (chronisch entzündliche Darmerkrankung) festgestellt.
Die Therapie sieht gänzlich anders aus, die Diagnose ist niederschmetternd, aber wir wissen jetzt wenigstens, worauf wir noch achten müssen. Manchmal vermischen sich Diagnosen.
Heute geht es ihm schon ganz gut, den Umständen entsprechend natürlich.
Er trinkt Milch und Kakao sehr gerne, davon kann ich ihn nicht abhalten, auch wenn er später manchmal Kopfschmerzen oder Durchfall davon bekommt.
Für uns gilt: Egal, welche Diagnose stimmt, als Säugling half ihm Bioresonanz, heute die MC-Medikamente. Hauptsache, er nimmt nicht noch mehr ab und sein Darm hält durch, ohne OP.
Wenn die Diagnose nicht 100 %ig wasserdicht steht, lass vielleicht lieber nochmal nachschauen, wenn Du den Eindruck hast, dass evtl. eine Vermischung verschiedener Sachen da sein könnte und man sich zu schnell auf eine Diagnose festgelegt hat.
Gute Besserung, Du kriegst das bestimmt hin :thumbup:
Wolke7
Hallo Wolke,
Wenn die Diagnose nicht 100 %ig wasserdicht steht, lass vielleicht lieber nochmal nachschauen, wenn Du den Eindruck hast, dass evtl. eine Vermischung verschiedener Sachen da sein könnte und man sich zu schnell auf eine Diagnose festgelegt hat.
Ich werde jetzt erstmal eine Reisdiät machen und dann Stück für Stück Lebensmittel dazunehmen. Mit dem Reis (heute mit Fisch) geht es mir gut. Ich habe keine Komaschlaf-Attacken und auch keine sonstigen Beschwerden. Dazu werde ich mir Vitamintropfen ohne Lactose holen und Flohsamen.
Und ich werde mit Sicherheit nicht weiter von Arzt zu Arzt laufen um dann festzustellen, dass sie mir nicht helfen können. Alles Weitere wird mir hier im Forum nun zu persönlich.
eskima
Hallo,
mal wieder weg von meiner Problematik mit der Lebenmittelunverträglichkeit (die mir sicher noch weiterhin Kopfzerbrechen bereitet):
Töchting redet mittlerweile von "ihren Eltern", wenn sie bei meinem Mann und mir ist. Ich hatte da anfangs echt Probleme mit, denn für mich gibt es den leiblichen Vater, meine Tochter und meinen Mann. Natürlich gibt es auch die Kinder meines Mannes. Und Töchting in ihrem "hohen Alter" sieht nun alle zusammen als ihre Familie, genauso wie sie die anderen Kinder ihres Vaters als ihre Familie ansieht.
Während ich die Halbgeschwisterschaft noch im Kontakt gefördert habe, war die Stiefgeschwisterschaft für mich eher ein notwendiges Übel. Ebenso habe ich meinen Mann als "Stiefvater" nie so betitelt oder ihn in die Vaterrolle gedrängt. Herrjeh, das Kind hat einen Vater, auch wenn er nicht der Traumvater schlechthin ist (wer hat den schon???)
Ich erlaube mir noch einige Worte, warum ich die Stiefgeschwister als "notwendiges Übel" bezeichne. Dies ist meine Sicht als Mutter. Die Kinder sind so, dass ich sie mir nicht als Freunde meiner Tochter hätte vorstellen können. Als Frau meines Mannes konnte ich die Kinder annehmen und wo immer möglich, fördern. Aber sie haben nie das Niveau erreicht, dass ich sie mir als Freunde meiner Tochter hätte vorstellen können. Aus genau diesem Grund lehnte meine Tochter übrigens auch den Familiennamen ab, sie wollte nicht mit den Göga-Kindern in eine Schublade geworfen werden.
Und nun beschreibt uns Töchting also als "ihre Eltern". Ich hab länger damit gekämpft, wollte das irgendwie nicht akzeptieren. Heute meinte mein Mann, dass er sich über Töchting freut, dass sie ihn als "Elter" bezeichnet. Er fühlt sich in seiner Rolle, die er längst zwangsläufig durch ehemaliges Zusammenleben und heutiges Miteinander-Leben eingenommen hat, bestätigt. Okay, er verhält sich auch so, wie ich es von einem Vater erwarten würde. Eigentlich braucht Töchting nur zu sagen, was sie will und er schaut, ob er das möglich machen kann oder ob was dagegen spricht.
Er behandelt sie so, als ob sie seine Tochter wäre. Er fährt mit ihr einkaufen, er fährt sie zum Festival, er repariert ihre Elektrosachen soweit, dass der Freund sie anschließen kann, wir haben in ihrer Wohnung die Erstrenovierung vorgenommen und nun, bei der Zweitrenovierung, hat sie ihrem Freund angedroht: wenn das nicht klappt, dann rufe ich meine Eltern an, die wissen, wie das geht!
Ja, wir sind ihre Eltern. Aber irgendwie fühlt sich das komisch an. Für mich.
eskima
Hallo Eskima,
ich finde das nicht "verkehrt". Für mich sind meine Mutter und mein Stiefvater auch "meine Eltern" und ich sage auch "meine Eltern kommen zu Besuch..." o. ä. Das heißt aber nicht im Umkehrschluss, dass ich meinen Vater (auch wenn er nicht mehr lebt) deshalb aus seiner Vaterrolle mir gegenüber gekickt habe. Vielmehr habe ich meinen "Elternkreis" um eine Person erweitert. Mal abgesehen, dass bei Eintritt meines Stiefvaters in unsere Familie keine Erziehungsarbeit mehr nötig war (ich war 19 Jahre alt), hat er sich auch immer so eingebracht, wie mein Vater es getan hat, ohne ihm dabei Konkurrenz zu machen.
Übrigens redet auch mein Sohn von "alle meine Eltern". Ich glaube, er hat da eine andere Vorstellung von als Mama+Papa= Eltern.
Ich finde, wenn in einer gesunden Familie klar ist, dass Mama immer Mama bleibt und Papa immer Papa, schadet es auch nichts, wenn die Grenzen dann etwas verschwimmen.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Moin,
Zeit für ein Update.
Dank der Rückmeldung von LBM und meinem "an mir arbeiten" kann ich jetzt gut damit leben, dass Töchting meinen Mann und mich als Eltern betitelt. Ich denke auch nicht, dass wir den leiblichen Vater damit ausgrenzen, er hat sich längst selbst ausgegrenzt.
Zum Beispiel: es fand die jährliche Überprüfung der Krankenkasse statt und Töchting ist über ihren Vater versichert. Sie bekam einen Erfassungsbogen, auf dem ihr Vater schon seine anderen Kinder eingetragen hatte. Bei ihr war einmal quer handschriftlich rübergeschrieben: "da müssen Sie <Name Töchting> selber fragen. Töchting hat dann den Bogen ausgefüllt und zurückgeschickt, aber prall war es für sie nicht.
Nungut, Weihnachten ist da. Die Kinder meines Mannes haben ja gesagt, dass sie nicht mehr regelmäßig kommen wollen, sich aber melden würden. Sie haben sich bis heute nicht gemeldet. Mein Mann hat sich hingesetzt und jedem Kind eine Weihnachtskarte geschrieben und ihnen frohe Weihnachten gewünscht. Die Karten wurden per Post so abgeschickt, dass sie Heiligabend ankommen. Ob jemand die Annahme verweigert, wissen wir also noch nicht.
Töchting war am Heiligabend da und erzählte, dass sie bei der Mutter ihres Freundes am zweiten Feiertag eingeladen ist. Bei uns ist es so, dass sie ihren Freund jederzeit mitbringen kann und von daher hatte ich nicht extra für Weihnachten eingeladen. Ich wollte ihr auch den Stress ersparen, Weihnachten von einer Einladung zur nächsten zu fahren.
Töchting erzählte nun, dass ihr Freund gern von uns eingeladen worden wäre. Sicherlich wäre es auch ihre Schuld, weil sie es nicht früher erzählt hat, sie ist ja auch jemand, der nicht von Einladung zu Einladung fahren mag :tannenbaum: Okay, wir haben uns darauf geeinigt, dass sie dann am Samstagabend mit Freund zu uns zum Essen kommt.
Für mich gab es noch ein anderes Resümee: wenn irgendwo eine Tür zufällt (Kinder meines Mannes), dann öffnet sich woanders ein Fenster (Freund von Töchting). Oder wie mein Mann sagte:
Es liegt nicht an uns.
eskima
"Kinder" wie die Zeit vergeht. Zeit für ein Update 🙂
Töchting hat sich vom Freund getrennt. Sie mag ihn, aber mehr wie einen Bruder. Er leidete Höllenqualen.
Töchting ging nach der Trennung öfter mit anderen Freunden aus. Sie lernte unter anderem Jemanden kennen, der so eben noch unter 40 Jahren alt war und erzählt hat, dass er verheiratet ist, aber ständig auf Achse, etc. Er hat sie angebaggert und sie hat mit ihren Freunden festgestellt, dass sie wohl gut für "untenrum" ankommt :rofl2:
Mir sagte sie, dass sie sich so ihren Vater vorstellt, wie sich dieser Mann ihr gegenüber verhalten hat. Oder aber, dass sie sich die Situation so vorstellt, wie es war, als ich ihren Vater kennengelernt habe.
Mich macht das ziemlich perplex, denn offen gestanden weiß ich gar nicht mehr, wie ihr Vater ist, wie er war. Ich kann nur noch aus Erinnerungen erzählen, aber so konfrontiert mit alltäglichen Erlebnissen, ist es bei mir schon ganz weit weg.
Ich fühle mich hilflos. Aber ich merke, dass Töchting eine tolle Frau ist, die ihren Weg gehen wird. Und ich bin auch stolz auf sie.
eskima
edit: nachdem ich diesen Beitrag abgeschickt habe, ist es mir wie Schuppen aus den Haaren gefallen. Menno, was war ich für ein Idiot. Jahrelang habe ich versucht, den KV irgendwie präsent zu machen. Ich habe Töchting Fotos aus unserer "glücklichen Zeit" für ihr Fotoalbum geschenkt, damit sie weiß, dass sich ihre Eltern geliebt haben. Und eigentlich hat "meine" Tochter mir gesagt, dass ich nur gut für "untenrum" war. Wenn ich das mal zulasse und sacken lasse, dann hat sie Recht.
Auf der einen Seite habe ich damit bei Töchting eine sehr gute Arbeit geleistet. Sie kann die Augen aufmachen und sehen. Auf der anderen Seite fühle ich mich grad ganz klein, viel kleiner, als meine Tochter. Sie ist wirklich erwachsen und sie kann sehen. Sie kann sogar mehr sehen als ich. Und sie hat Recht. Das ist schmerzhaft und heilsam zugleich.
Schönen guten Tach und moin moin,
schon länger habe ich hier nicht mehr geschrieben, bin aber doch regelmäßig anwesend. Viele Wegbegleiter sind nicht mehr da, das finde ich schade. Aber all die, die mich noch kennen, für die schreibe ich heute einen Beitrag.
Meine Tochter ist grad im letzten Semester ihres Master-Studiums. Sie lebt mittlerweile durch ihr Studium in ihrem Geburtsort und hat die letzte SemesterPrüfung mit 1,63 bestanden. Sie lebt von Bafög und geht arbeiten, ihre gluten- und lactosefreie Nahrung sowie ihre Kontaktlinsen und Pflegemittel verursachen zusätzliche Kosten.
Sie hat ganz eindeutig meine Nehmerqualitäten und beißt sich durch. Es ist nicht leicht. Aber sie hat früh gelernt, dass das Leben nicht fair ist.
Und wenn sie ihr Studium fertig hat, dann will sie promovieren.
Sie ist mir über den Kopf gewachsen - im positiven Sinne.
LG eskima
Liebe Eskima!
Auch dir und deiner Tochter einen herzlichen Glückwunsch! Ich finde es till zu sehen, wie die Trennungskinder von damals jetzt straight ihren Weg gehen!
Chapeau!!
Alles Liebe LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

