Hallo alle zusammen
Ich treibe mich ja nun schon länger hier bei vatersein herum und lese auch viele Beiträge. Mir gefällt die Seite vor allem, da ich das Gefühl habe, dass wirklich alle nett zu einander sind und wirklich helfen wollen.
Nun so ganz passe ich natürlich nicht her da ich auf der anderen Seite bin, da meine 3 Söhne bei mir leben. Aber mich würde einfach euere Meinung zu einigen Punkten interessieren also aus Sicht der Partner ohne die Kinder.
Zunächst aber mal ein wenig über meine Geschichte.
Ich war 16 Jahre verheiratet, wobei die letzten Jahre mehr ein nebeneinander her leben waren. Der Kinder wegen habe ich das durchgehalten und auch wenn’s manchmal schwer war ich würde es wieder tun. Nur irgendwann kam der Tag da wollten auch die Kinder ( zumindest die 2 Großen ) die Trennung. Da war es für mich Zeit einen Schlussstrich zu ziehen. Für meinen Mann hätte diese Zweckgemeinschaft noch länger anhalten können denn wo bekommt man sein Essen, die Wäsche gewaschen, geputzt und sonst noch so alles gemacht.
Na ja im September letzten Jahres haben wir uns also getrennt und am 1.11. ist er ausgezogen. Wir haben eine Anwältin und uns auch recht schnell geeinigt. Wichtig war ihm das gemeinsame Sorgerecht und dass er die Kinder (16, fast 15, und fast 11Jahre) oft sehen kann. Nur warum das Ganze ist mir nicht klar. Er hat sich um nichts was die Kinder betrifft also z.B. Schule, Krankheiten oder Probleme gekümmert, obwohl ich versucht habe ihn einzubinden.
Ich möchte euch nun ein paar Dinge erzählen zum Umgang mit den Kindern und gerne euere Meinung hören. Ich möchte vermeiden so zu sein wie die Mütter die den Vätern ihre Kinder vorenthalten ( hat auch meine Schwägerin getan ). Ich finde es toll wenn Väter auch nach der Trennung sich um ihre Kinder kümmern und sich Gedanken machen. Genauso wie ich total sauer auf Mütter bin die dies verhindern. Aber nun zu meiner Geschichte zurück.
Man muss noch sagen, dass meinem Mann im letzten Jahr sein Hund wesentlich wichtiger war als die Kinder und erst nachdem der Hund gestorben war und die Trennung besprochen, hat er festgestellt, dass er auch Kinder hat und zu dem Zeitpunkt hat er angefangen mit dem Jüngsten zu spielen (Gesellschaftsspiele) . Und nach seinem Auszug hat er noch 2 Wochenenden seinen jüngsten Sohn geholt an beiden Tagen. Am 3ten Wochenende stellte er ihm dann seine neue Freundin vor die er gerade mal einen Tag kannte. Ein paar Tage später mussten auch die Großen die Freundin kennen lernen. Er hat sich zu einer Ausstellung mitgenommen wo er wusste dass ich mit den Kindern dort bin.
Na und das ganze hielt ca. 4 Wochen dann war es zu Ende. Aber die nächste war auch gleich wieder da und damit die Kinder sie auch kennen lernen können ist er mit allen ins Schwimmbad gefahren. Diese Freundin hat 2 Kinder (16 und 13 Jahre). Nun will er wieder mal seinen Willen den Kindern aufzwingen. Die Kinder sollen das alles so akzeptieren vor allem kümmert er sich nun um die beiden Kinder seiner Freundin mehr und schwärmt gerade zu von denen und unsere gemeinsamen Kinder sollten das toll finden. Er spielt z. B. PC spiele mit dem Jungen und bei seinen eigenen hat er sich immer geweigert. Außerdem schwärmt er vor wie selbstständig sie sind. Will unser Sohn Hilfe bei der Fahrradreparatur sagt er hab auch keine Ahnung ohne es anzuschauen (früher hat er immer die Fahrräder repariert ), aber unser Sohn soll schon helfen den PC seiner „neuenTochter“ versuchen wieder in Gang zu bringen.
Kontakt besteht nur zu den beiden Großen wenn er was von ihnen will, zum Jüngsten immer Sonntags für 4 Stunden, aber es frägt sich wie lange noch.
Ich finde es ja schön wenn er glücklich ist, aber es tut mir weh wenn ich sehe wie die Kinder sich immer mehr von ihm entfernen.
So ich denke es reicht erst mal.
Gruß
askaban
Moin askaban,
neben der Zweckmäßigkeit einer Versorgungsehe gibt es u.U. auch finanzielle Gründe, weshalb eine Trennung nicht in Frage kommt, obwohl die Uhr für beide erkennbar abgelaufen ist.
Die vornehmliche Zuwendung zum Hund ist vielleicht darin begründet, dass dieser eben das tat, was Herrchen wollte. Auch genießen Menschen bisweilen die Abhängigkeit des Tieres und interpretieren die Schmuserei als Zuneigung und nicht als Wunsch des Hundes, mal dringend an einem nahegelegenen Baum sich erleichtern zu müssen.
Und die plötzliche Beschäftigung mit den Kindern in der verbleibenden Restzeit, wenn die Trennung vereinbart ist, ist ein typisches Verhalten. Es wird versucht, jeden Moment noch einmal auszukosten, so als gäbe es kein nachher. In den Gedanken gibt es das auch erst einmal nicht, denn ein lange Jahre das Leben bestimmendes Beziehungsgeflecht zerbricht. Ab und an ist Berechnung dabei, so nach dem Motto "Wenn ich jetzt nett zu den Kindern bin, kommen sie zu mir." Dieses Verhalten ist immer zu beobachten, unabhängig davon, ob die Kontakte sich künftig vernünftig gestalten oder nicht.
Ich habe fast den Eindruck, so schnell wie dein Ex sich in neue und aberneue "Abenteuer" stürzte, dass er es sich selbst beweisen wollte, seine "freiheit" genießt. Ist vielleicht diese ominöse Midlife-Crisis (btw. wann ist die eigentlich?). Und da er die jeweilige Frau mochte, nahm er seine Gefühle fälschlicherweise auch bei den Kindern an. Doch die Kinder sehen nur ihre Eltern, vor allem dann, wenn sie doch eigentlich mit beiden Elternteilen gut klar kamen. Er muss sich schnellstens verdeutlichen, dass die Kinder ersteinmal die Eltern lieben und, bei entsprechendem Alter, dann kommt die eigene Freundin/der eigene Freund. Dann kommt erst mal eine ganze Weile gar nix und schon erst recht nicht irgendeine Frau, die der Papa anschleppt. Die Kinder für sich müssen die Trennung erst einmal verarbeiten. Hierzu haben wir auch gerade einen Topic von Unbekannt "Habe ich meine Kinder verloren?"
Besonders fies finde ich das Emporheben fremder Kinder gegenüber den eigenen. Da fällt mir nix mehr zu ein, außer :mestupid:
Nur, wie ihn belehren? Auf Einsicht kannst du wohl nicht hoffen und ihn drängen könnte das ungewollte Gegenteil bewirken. Es wird nur ein klärendes Gespräch für Klarheit bei ihm sorgen. Und wenn das nicht hilft, gib ihm mal meine Telefonnummer. Ich erzähle ihm gern ein paar Takte über Vaterverantwortung gerade bei Trennungskindern.
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
