Hallo Leute,
bevor ich meine Geschichte niederschreibe, ein paar kurze Infos zum mir. Ich bin 38 Jahre alt, seit 4 Jahren verheiratet und ich habe 2 Kinder(2+4). Bis vor ein paar Monaten habe ich in einer traumhaften Familienidylle gelebt, die vor ein paar Tagen mit einer entgültigen Aussprache für beendet erklärt worden ist.
So stehe ich jetzt völlig aus dem leeren vor einem gewaltigen Scherbenhaufen, für den ich noch keinen wirklichen Überblick habe. Von begreifen ganz abzusehen.
Die Geschichte:
Vor 4 Jahren kam nach 4 Jahren glücklichster Beziehung unser 1. Kind zur Welt. Ein Traum-, ein Wunschkind. Vor 2 Jahren kam dann das 2. Kind, ebenfalls ein gemeinsames Wunschkind auf die Welt. Mit den Beiden Kindern haben wir uns, so das letzte Statement meiner Frau, über die Jahre aus den Augen verloren. Wir hätten nur noch als Eltern funktioniert. Ich hätte nie geglaubt das es meiner Frau wirklich so "schlecht" gegangen sei. Bei Gesprächen usw. kam nie diese Angst oder solche Eindrücke zur Sprache bzw. zum Ausdruck.
Seit 3 Monaten gehen wir zur Eheberatung. Wie sich die letzten Tage rausgestellt hat ohne Erfolg. Eher wurde die Frage der Entscheidung von meiner Frau nur vorweg geschoben. Bis eben zu einem Gespräch vor ein paar Tagen, worin ich um eine klare Ansage gebeten habe.
Jetzt stehe ich da und komme nicht weiter, drehe mich mit meinen Gedanken um Kreis und bin total verzweifelt. Neben der Gefühlswelt dreht sich bei mir alles um die Kinder. Wie wird es weiter gehen? Wie soll das finanziell funktionieren? Kann man den Kindern überhaupt gerecht werden?
Details: Ich schaffe es trotz Vollbeschäftigung nicht, den vollen Unterhalt für meine Kinder zu erwirtschaften. Nebenbei sehe ich mich vor einem großen finanziellen Scherbenhaufen aus dem ich noch keinen Ausweg sehe. Das einzig Gute ist, daß wir Schuldenfrei in die Trennung gehen.
Fragen sind im Moment neben den o.g., die nach dem wo bleibe ich am Ende finanziell so wie persönlich? Wie kann man als künftig "aussenstehder" den Kindern gerecht werden bzw. das noch bestehende zusammen halten, bewahren? Was steht mir finanziell zu bzw. was bleibt mir? Wo finde ich Anlaufstellen die mir in diesen Fragen auch weiter helfen können?
Ich glaube, das ich hier die nächste Zeit einiges an freien Minuten verbringen werde und hoffe auf konstruktive Gespräche die mir weiterhelfen und mit denen ich auch weiterhelfen kann.
Einen schönen Abend
DocXX
Was hat es bisher gebracht, wenn man immer nur gibt? Jetzt habe ich das Los immer nur geben zu müssen. Ich danke an dieser Stelle all den Gesetzesdichtern. Ich liebe euch doch alle 😀
Hallo DocXX,
und herzlich willkommen hier.
Wo finde ich Anlaufstellen die mir in diesen Fragen auch weiter helfen können?
Eine der wenigen Anlaufstellen hast du bereits gefunden: Genau hier, bei vatersein.de 😉
Von offizieller Seite hast du in dieser Drecksrepublik als Vater nach der Trennung nämlich nichts Gutes zu erwarten.
So stehe ich jetzt völlig aus dem leeren vor einem gewaltigen Scherbenhaufen, für den ich noch keinen wirklichen Überblick habe. Von begreifen ganz abzusehen.
Auch wenn's schwer fällt: Wende den Blick nicht in die Vergangenheit mit irgendwelcher "Ursachenforschung", sondern konzentriere dich darauf, wie die Zukunft für dich und die Kinder aussehen soll. Die Eheberatung habt ihr ja schon vergeblich durch, da kann deine weitere Analyse, warum ihr als Paar letztlich gescheitert seid, gerne noch ein paar Monate oder Jahre warten - falls dich das dann überhaupt noch interessiert 😉
Stichwort Zukunft: Du denkst offensichtlich vollständig in den "klassischen" Bahnen: Nach der Trennung kommen die Kinder zu Mutti, und Papi schafft weiter die Kohle ran. Denk' bitte mal darüber nach, ob es nicht auch völlig anders sein könnte: Kinder zu dir - oder, m.E. die ideale Lösung, ein Wechselmodell, wo die Kinder zu gleichen Zeitanteilen bei Vater und Mutter sind (z.B. im wöchentlichen Wechsel). Und bevor du jetzt sagst, das geht doch nicht - denk' bitte in Ruhe darüber nach. Deine Chancen dafür sind hierzulande zwar nicht besonders gut, aber du stehst jetzt ganz am Anfang - wenn überhaupt, dann ist jetzt die Gelegenheit, die Weichen entsprechend zu stellen!
Ich schaffe es trotz Vollbeschäftigung nicht, den vollen Unterhalt für meine Kinder zu erwirtschaften. Nebenbei sehe ich mich vor einem großen finanziellen Scherbenhaufen aus dem ich noch keinen Ausweg sehe.
Am besten, du machst schleunigst einen weiteren Thread im Unterforum "Unterhaltsrecht" auf, und stellst dort deine Einkommenszahlen ein. Guck' dir vorher ein paar von den anderen Unterhaltberechnungen an, dann merkst du schnell, welche Art von Information wir brauchen, um dir eine erste Schätzung zu geben, was da finanziell auf dich zukommt, wenn's doch auf das Standard-Modell "Wochenendpapa und Zahlesel" hinausläuft.
Gegebenenfalls außerdem einen weiteren Thread im Unterforum "Zugewinn-/Versorgungsausgleich, Hausrat", falls auch auf dieser Baustelle die Hütte brennt. Im Moment vermute ich aber, dass der Unterhalt dein vorrangiges Problem ist.
Kann man den Kindern überhaupt gerecht werden?
Ja, man kann. Dass die Trennung der Eltern eine Belastung für jedes Kind ist, das versteht sich von selbst; aber es liegt in der Hand der Erwachsenen, wie schwer diese Belastung wiegt. Idealerweise schaffen du und deine Demnächst-Ex es, die Paarebene von der Elternebene zu trennen; oder, um es etwas weniger psychologisierend zu formulieren: Ihr müsst beide möglichst schnell erkennen, dass ihr zwar eure Ehe auf Grundeis gesetzt habt - aber dass ihr alle beide für alle Zeiten die Eltern eurer gemeinsamen Kinder seid und bleiben werdet.
Immer wieder lesenswert in diesem Zusammenhang: Die zwanzig Wünsche von Trennungskindern. Guckst du hier: http://www.vatersein.de/Forum-topic-88.html
Viele liebe Grüße,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Hallo Docxx,
Dein momentanes Gefühlschaos kann ich (und wahrscheinlich viele hier) nachvollziehen. Mir ging es vor zwei Jahren genauso. Der Scherbenhaufen, vor dem ich stand, schien mir zu groß um ihn zu bewältigen.
Heute kann ich sagen, dass ich in den letzten Jahren diesen Haufen fast abgearbeitet habe. Bei mir steht jetzt die Scheidung an und dann ist die letzte große Last weg.
Hast Du einen Menschen an Deiner Seite der Dich dabei unterstützen kann? Ich habe eine Partnerin gefunden habe die mir in allen Lebenslagen zur Seite steht. Auch meine drei Kids kommen bestens mit ihr zurecht so das wir alle 14 Tage am Wochenende ein sehr harmonisches "Familienleben" führen.
Ich habe also mein großes Glück gefunden und ich bin mir sicher DU findest es auch.
Meine Ex ist allerdings der Typ Mensch die sich für nichts zu schade ist mir auch noch den letzte Cent abzunehmen. Obwohl sie die Trennung zum größten Teil verursacht hat (Affäre) macht sie mir das Leben schwer und hat auch scheinbar kein schlechtes Gewissen eine Familie zerstört zu haben.
Sie gibt auch Ihr Einkommen nur zum Teil an weil ein Teil Ihres Gehaltetes "bar auf die Hand" gezahlt wird.
Am Donnerstag steht jetzt die Güteverhandlung an. Da bin ich mal gespannt wieviel mir am Ende noch zum Leben bleibt.
Alles Gute für Dich
Hallo DocXX,
und herzlich willkommen hier.
Vielen Dank. Das kann ich gut brauchen.
Stichwort Zukunft: Du denkst offensichtlich vollständig in den "klassischen" Bahnen: Nach der Trennung kommen die Kinder zu Mutti, und Papi schafft weiter die Kohle ran. Denk' bitte mal darüber nach, ob es nicht auch völlig anders sein könnte: Kinder zu dir - oder, m.E. die ideale Lösung, ein Wechselmodell, wo die Kinder zu gleichen Zeitanteilen bei Vater und Mutter sind (z.B. im wöchentlichen Wechsel).
Das hatten wir bereits angesprochen. Glücklicherweise scheint die Elternrolle noch zu funktionieren. Wir leben ja auch noch zu viert in einer 3Raum-Wohnung.
Das Problem ist mit den gesetzlich vorgegebenen Rahmenbedingungen von 360 Euro Warmmiete hier eine Wohnung zu finden, die einer Familie mit jeweils einem Elternteil gerecht wird, kaum umsetzbar. Jedenfalls hat der Wohnungsmarkt aus Tagespresse, Internet noch nicht mal annähernd eine Lösung geboten.
Es sollten ja auch 2 Wohnungen sein, die für die Kinder später von der Schule aus gut zu erreichen sind. Wobei ich das eher als Träumerei sehe.
Meine Frau macht sich da wohl keine großen Gedanken, was die Kosten angeht. Obwohl auch sie mit ihrem Einkommen und dem anteiligen Kindesunterhalt nicht gerade gut finanziell dastehen wird. Man(n) könnte jetzt sagen, als Frau hat man es auch in diesem Punkt leichter. Aber das sind Dinge, die man(n) nicht zu laut denken sollte. Ich bin jedoch frustriert und darf das!!
Am besten, du machst schleunigst einen weiteren Thread im Unterforum "Unterhaltsrecht" auf, und stellst dort deine Einkommenszahlen ein. Guck' dir vorher ein paar von den anderen Unterhaltberechnungen an, dann merkst du schnell, welche Art von Information wir brauchen, um dir eine erste Schätzung zu geben, was da finanziell auf dich zukommt, wenn's doch auf das Standard-Modell "Wochenendpapa und Zahlesel" hinausläuft.
Ich hoffe nicht auf nur Zahlesel.
Gegebenenfalls außerdem einen weiteren Thread im Unterforum "Zugewinn-/Versorgungsausgleich, Hausrat", falls auch auf dieser Baustelle die Hütte brennt. Im Moment vermute ich aber, dass der Unterhalt dein vorrangiges Problem ist.
Da brennt glücklicherweise noch nichts. Andererseits gibt es da auch nichts weiter. Soweit ich schon in Erfahrung bringen konnte, spielen Erbe und Geschenke beim Zugewinn keine Rolle. Alles andere an Einkommen steckt im Haushalt.
Ja, man kann. Dass die Trennung der Eltern eine Belastung für jedes Kind ist, das versteht sich von selbst; aber es liegt in der Hand der Erwachsenen, wie schwer diese Belastung wiegt. Idealerweise schaffen du und deine Demnächst-Ex es, die Paarebene von der Elternebene zu trennen; oder, um es etwas weniger psychologisierend zu formulieren: Ihr müsst beide möglichst schnell erkennen, dass ihr zwar eure Ehe auf Grundeis gesetzt habt - aber dass ihr alle beide für alle Zeiten die Eltern eurer gemeinsamen Kinder seid und bleiben werdet.
Ich hoffe langfristig auf das nötige Verständnis. Im Moment ist die Enttäuschung auf meiner Seite so groß, das kaum Gespräche stattfinden. Ich hoffe das baldmöglichst bei uns beiden Besserung eintreten wird. Dazu habe ich mir prof. Hilfe ins Boot geholt und mir eine Therapeutin zur Seite gestellt.
Immer wieder lesenswert in diesem Zusammenhang: Die zwanzig Wünsche von Trennungskindern. Guckst du hier: http://www.vatersein.de/Forum-topic-88.html
Den Artikel habe ich mir bereits zwischengespeichert. Die Kinder sind mit 2 und 4 leider noch nicht weit.
Beste Grüße
Jan
Was hat es bisher gebracht, wenn man immer nur gibt? Jetzt habe ich das Los immer nur geben zu müssen. Ich danke an dieser Stelle all den Gesetzesdichtern. Ich liebe euch doch alle 😀
Hallo Jan,
Meine Frau macht sich da wohl keine großen Gedanken, was die Kosten angeht.
Betrachte das als Alarmzeichen. Du weißt bereits, dass es finanziell verdammt eng wird - sie weiß es anscheinend noch nicht, aber auch sie wird es in den nächsten Monaten merken. Und sie wird eher früher als später an die typischen Vertreter der Helferindustrie geraten (Jugendamt, Trennungsberatungsstelle, Rechtsanwalt, erfolgreich geschiedene Freundin, ...), die ihr mal eben haarklein verklickern werden, auf welche Art und Weise frau möglichst viel aus dir herauspressen kann ;-(
Viele liebe Grüße,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Es ist wirklich schlimm, so was zu erleben, wünsche Dir natürlich viel Glück
Hallo sandra33,
Deine Anteilnahme an jetzt mind. 10 threads innerhalb der letzten 30min. ist ja rührend aber welchen Sinn macht es eigentlich immer den fasr gleichen satz dazulassen.
Sammelst Du Einträge oder wofür ist das gut?
Nichts für ungut.
minna
Wenn die Sonne der Intelligenz tief steht werfen selbst Zwerge lange Schatten...
hmm, jetzt ist sie ja schon wieder weg...
Mal sehen, ob sie wieder kommt.
So win wenig hat mich das jetzt an einen Pfarrer mit dem Weihwasserkessel erinnert :phantom:
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
So win wenig hat mich das jetzt an einen Pfarrer mit dem Weihwasserkessel erinnert
🙂 :thumbup:
Wenn die Sonne der Intelligenz tief steht werfen selbst Zwerge lange Schatten...
Ich danke Euch für eure Anteilnahme. Vor lauter Mitgefühl solltet Ihr aber daran denken, das ich und auch viele Andere nicht den Kopf in den Sand stecken wollen. Wir wollen das Thema sachlich und möglichst realistisch bewerten und nach Lösungen suchen.
Auf mich selbst falle ich oft genug zurück, das geht tief genug 😉
LG Jan
Was hat es bisher gebracht, wenn man immer nur gibt? Jetzt habe ich das Los immer nur geben zu müssen. Ich danke an dieser Stelle all den Gesetzesdichtern. Ich liebe euch doch alle 😀
