Liebes Forum,
ich habe vor 5 Monaten meine Familie verlassen. Wir waren fast 18 Jahre verheiratet, sie war meine erste große Liebe, unser sohn ist 16 Jahre alt und war und ist mein allergrößtes Geschenk. Ich habe vor 2 Jahren bereits einmal einen Versuch unternommen, mich von meiner Frau zu trennen, weil sich viele Dinge angestaut hatten, sich nicht mehr zum positiven ändern ließen, habe es aber nach ein paar Wochen nicht mehr ausgehalten und den Versuch einer Paartherapie gestartet. Das hat zunächst auch geholfen, aber nach gut einem Jahr waren wir wieder an dem Punkt, der mich zuvor zu dem Schritt der Trennung veranlaßt hatte. Es war bei weitem nicht so 'schlimm' wie vor der Beratung, aber die Tendenzen waren die Gleichen und ich habe aufgegeben. Zunächst passierte nichts weiter, ich habe die wenigen Glücksmomente mit meinem Kind und seinen Freunden genossen. Meine Frau war dann für einige Wochen auf einem Lehrgang und ich habe gemerkt, dass sie mir überhaupt nicht mehr gefehlt hat. Wie auch immer, ich war offen für jemand anderen und nach einiger zeit kam es, wie es kommen mußte. Ich traf eine Frau beim Sport, die viele meiner Interessen teilte, die ... wie auchimmer, ich verliebte mich und nach einem halben Jahr Versteckspiel haben wir uns geoutet.
Meine Frau hat der Schlag getroffen, obwohl sie natürlich gemerkt hatte, dass irgendwas im Busch ist. Sie war für 3 Tage verschwunden, kam dann wieder, aber es kam nur noch zu Vorwürfen, Anschuldigungen, Horrorvisionen und Drohungen. Das Konto wurde leergeräumt und das 'Übliche' eben.
Meinem Sohn habe ich versucht, das Ganze selbst beizubringen, aber nachdem er schon über die Erfahrungen aus der ersten Trennungsphase verfügte und wußte, dass er von seiner Mama als Ersatzpapa mißbraucht werden würde, flippte er völlig aus und beschimpfte mich in schlimmster Art und Weise, drohte mit Handgreiflichkeiten und war nicht in der Lage, ein vernünftiges Gespräch mit mir zu führen. Er und ich haben sehr viel Zeit mit einander verbracht. Jede freie Minute, die ich hatte (ich bin selbständig seit 10 Jahren und habe einen sehr intensiven Job) haben wir miteinander Sport getrieben, die Beine baumeln lassen, uns schöne Dinge angesehen ... Das alles zählt aber nicht mehr. Er hält mich für krank, unverantwortlich, hat meine Geschäftsräume, die im selben Haus liegen verwüstet, Gott sei dank war es eine 'Verwüstung light' denn die teuren Geräte und Apparate ließ er außen vor.
Zwischenzeitlich hatte sich das Verhältnis wieder verbessert, aber nach einer Szene mit meiner Noch-Ehefrau hier in meinen Geschäftsräumen, die sie vor den Kunden losließ, steht er mir gegenüber völlig auf Abwehr, Mißachtung, sieht mich gar nicht.... Ich muß dazu sagen, dass Mutter und Sohn noch im Haus wohnen, ich hatte mir damals eine kleine Wohnung gesucht.
Mir fällt vor allem schwer, dass ich meinen Sohn nicht sehen kann, noch mit ihm Zeit verbringen. Ich mache mir inzwischen große Vorwürfe, dass ich vielleicht zu egoistisch war, dass ich das niemals hätte tun dürfen, aber wie es vorher war, war es ja für mich auch nicht in Ordnung und Anstrengungen habe ich die letzten Jahre genug unternommen, um zu retten, was zu retten war. Aber vielleicht doch nicht genug? Ich weiß im Moment nicht ein noch aus. Auf der einen Seite vermisse ich mein Kind, auf der anderen Seite möchte ich auch nicht in die alte Situation zurück, manchmal bin ich mir selbst darüber nicht mehr sicher.
Freunde, die die gleiche Situation durch haben, sagen, es wird schon wieder, in ein paar JAHREN kriegt er sich schon wieder ein, aber ich möchte nicht ein paar Jahre meines Sohnes versäumen, der Preis ist mir zu hoch. Manchmal komme ich gut damit zurecht, manchmal zerreisst es mich schier. Ich bin bestimmt kein Jammerlappen, aber ich bin oft an meinen Grenzen zur Zeit.
Wie komme ich wieder an ihn ran? soll ich ihm einfach zeit und Abstand lassen und hoffen, dass er den Weg alleine findet. Aber findet er vielleicht einen Weg ganz ohne mich? Ich hoffe einfach, dass es ihm bald wieder besser geht und dass er sich mir wieder zuwendet.
H.
Hallo herbal essence,
zunächst mal herzlich willkommen bei vatersein.de, dem Forum auch für verunsicherte Väter.
Du hast die Antwort auf Deine zentrale Frage bereits gegeben; sie steht in Deinem letzten Satz: Ja, vermutlich musst Du erst einmal loslassen. Es ist in Deiner Situation zwar durchaus verständlich, dass man sich die Birne zermartert, was gewesen wäre, wen - aber eine Rückkehr zu Verhältnissen, die schon zwei Mal zu einer Trennung geführt haben, ist nur in der Theorie ein Weg; in der Praxis wärest Du garantiert nach kürzester Zeit ein drittes Mal an diesem Punkt - und nichts wäre besser. Auch und vor allem für Deinen Sohn nicht - er sässe weiterhin zwischen allen Stühlen.
Dein Sohn ist 16 und damit hin- und hergerissen zwischen seinen beiden "Rollen" als Kind und als Mann. Vor allem, wenn Deine Noch-Frau die Trennung nicht verkraftet hat und ihn - bewusst oder unbewusst - als "Mann im Haus" instrumentalisiert, lastet eine Verantwortung für das Wohlergehen seiner Mutter auf seinen Schultern, die er weder tragen kann noch sollte. Dem kannst Du aber nicht dadurch begegnen, dass Du Dich bis zur Selbstaufgabe krümmst und reumütig zurückkriechst, auch nicht durch Aufgabe Deines neuen Glücks mit einer neuen Frau, sondern nur durch Gespräche von Mann zu Mann. Und die werden möglich sein und stattfinden - vielleicht nicht heute oder morgen, aber zur richtigen Zeit.
Dein Sohn konfrontiert Dich derzeit mit der Meinung seiner Mutter, denn er braucht noch Zeit, seine eigene zu finden. Du solltest ihm immer wieder signalisieren, dass sich an Deinem Verhältnis zu ihm nichts geändert hat und dass bei Dir sämtliche Türen offenstehen. Denn in dieser Lebensphase stellt er gerade fest, dass fast nichts für die Ewigkeit ist; auch die Eltern von Kumpeln trennen sich. Gemeinsame Unternehmungen wie Sport können Eure Gespräche auf eine neue Ebene heben und vieles erklären. Und wenn die ersten Mädels kommen (und wieder gehen), gibt es auch eine neue Verständnisebene bei ihm.
Nur wie gesagt: Schlag Dir jede Überlegung aus dem Kopf, Sohnemann zuliebe irgendwas zurückdrehen zu wollen: Als Weichei, dessen Handeln von den Wutausbrüchen eines 16-jährigen gesteuert werden können, wärest Du alles andere als ein väterliches Vorbild, sondern nur eine Lusche. Du tätest ihm keinen Gefallen.
Ermutigende Grüsse
Martin
(der in dieser Frage sehr genau weiss, wovon er redet)
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hi herbal essence,
erstmal herzlich willkommen.
Ich versuche mal zu antworten:
Du hast ein Sohn, der 16 ist, und auch noch gerade pubertiert ... das nur am Rande.
In seinen Augen; hast du die Familie verlassen, bzw. "zerstört", wie gesagt in seinen Augen.
Eigentlich hättest du vorher schon versuchen müssen, ihn darüber -seinem Alter gerecht- über die Trennung
aufzuklären.
Da du aber -anscheinend- einen guten Draht zu ihm hast, würde ich ihm das ausführlich erklären.
Ein Briefchen wäre unter Umständen auch nicht schlecht. Weiter würde ich ihn einladen, das er gerne macht.
Fußballstation oder ähnliches. Vielleicht auch mal einen Männerkurzurlaub 😉 Alles erstmal ohne die Next.
Ich gehe davon aus, daß du schon an ihn rankommst, nur er zeigt es nicht 😉
Er denkt halt du bist der Böse. Sei ihm trotzdem ein guter Vater, in dieser speziellen Situation, für deinen Sohnemann.
Abwarten würde ich nix, sonder werde aktiv.
Gruß
babbedeckel
Ein Ruin kann drei Ursachen haben: Frauen, Wetten oder die Befragung von Fachleuten (Georges Pompidou)
Hi herbal,
herzlich willkommen bei VS, dem Mutmacherforum 😉
babbedeckel bringt es eigentlich auf den Punkt und die Vorgehensweise finde ich besser als abzuwarten bis sich etwas an der Haltung ändert, denn ich denke auch dass der Zugriff der KM dort sehr durchschlägt.... mach auf Kumpel, versuch die Sachen bei nem Bierchen zu klären, offen anzusprechen, auch deine Ängste ihn zu verlieren etc.... Kurzurlaub finde ich ne klasse Idee, ein Wochenende mal raus und sich mal aussprechen ist denke ich die beste Lösung und zeigt deine ungebrochenes Interesse und deine Liebe zu deinem Sohnemann...
das hier
Ich mache mir inzwischen große Vorwürfe, dass ich vielleicht zu egoistisch war, dass ich das niemals hätte tun dürfen, aber wie es vorher war, war es ja für mich auch nicht in Ordnung und Anstrengungen habe ich die letzten Jahre genug unternommen, um zu retten, was zu retten war. Aber vielleicht doch nicht genug?
... ist Quark denn dann würdest Du dich für eine nicht intakte Familie aufgeben und letztendlich dich auch neuem verschliessen.....
Also Kopf hoch, geh auf deinen Ableger zu und schlage ihm das Vater / Sohn WE vor..... :thumbup:
Grüssung
Melmi
Life is a Rollercoaster 😉
Hi Forumsies,
das ging ja schnell, so viele ermutigende Antworten. Ich bin eher der aktive Typ und kann Probleme schlecht auf die lange Bank schieben. Insbesondere, wenn sie mir so auf den Nägeln brennen, wie diese.
Die gemeinsamen Wochenenden habe ich ihm schon mehrfach vorgeschlagen. Leider kam es bisher nie zustande. Ich habe manchmal Angst, dass ich ihm 'auf den S... sorry Nerv' gehe damit. Aber ich werde es eben immer wieder versuchen. Ich befeuere ihn auch nicht andauernd mit meiner Liebe, sondern lass ihn in Ruhe, besonders wenn es zu Begegnungen mit negativem oder gar keinem Ausgang kommt.
Bisher wurde die einzige Phase der Annäherung durch den spektakulären Auftritt meiner Ex-Frau abrupt beendet. Er hat mir auch mal gesagt, damals, dass sie nicht möchte, dass er mit mir spricht, damit ihm keine Flöhe ins Ohr gesetzt werden. Nun ist sie mir gegenüber extrem freundlich die letzten 2 Wochen, aber das muss ja nicht heissen, dass sie dem Kind gegenüber vrenünftig reagiert. Keine Ahnung, auf jeden Fall erkenne ich sie nicht wieder.
Danke für Eure Beiträge
Hartmut
von ;( zu :gunman: zu 🙂
Hallo Hartmut,
mach weiter so, ich denke, Du bist aufm richtigen Weg und zeigst dem Jungen, daß Du für ihn da bist ... irgendwann wird er aufhören zu "schmollen" und sich möglicherweise Deine Sicht der Dinge anhören und bewerten wollen...
Kopf hoch und weiter viel Kraft und Geduld!!
Grüße ausm Süden
Marco
Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
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Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!
Hi again,
gestern abend war ich in der bis dato gemeinsam genutzten Wohnung um eine kleine Reparatur durchzuführen. Außerdem brauchte ich eine Unterschrift auf einem Formular. Die KM und ich hatten zunächst ein freundliches Gespräch über alltägliche Dinge. Ich hatte schon fast die Hoffnung, es würde sich ein normales Gespräch entspinnen. Als ich nach meinem Sohn fragte, der übrigens auch auf Briefe, emails, sms nicht antwortet, hörte ich wieder die gleiche Leier. Er durchblickt die Situation mit den Augen seiner Mutter, ohne dass sie ihm die Augen öffnen müsse. Er sei nicht bereit zu einem Gespräch und wenn übrehaupt, dann nur wenn ich zurück kehren würde, was aber völlig unmöglich sei, weil sie (Beide) ja auch die Scheidung wollen. Auf meine Erwiderung, dass ich mich ja nur von ihr scheiden lassen will, wurde ich gefragt, ob ich eiskalt und gefühllos wäre.
Wie auch immer, es wird ein WE ohne meinen Sohn, der von mir nach wie vor nichts wissen will. Ich werde morgen mal zum Handball gehen, da spielt er. Und zwar nicht schlecht. Auch so eine gemeinsame Leidenschaft. Ich weiß nur gar nicht mehr, ob das vielleicht auch wieder falsch ist. Aber ich denke, er soll wissen um mein Interesse an ihm.
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!
H.
hi,
Ich werde morgen mal zum Handball gehen, da spielt er. Und zwar nicht schlecht. Auch so eine gemeinsame Leidenschaft. Ich weiß nur gar nicht mehr, ob das vielleicht auch wieder falsch ist. Aber ich denke, er soll wissen um mein Interesse an ihm.
Das ist nicht falsch, sondern RICHTIG :thumbup:
Du zeigst Interesse, und das merkt er. Sprich vielleicht auch mal mit dem Trainer.
Vielleicht kannst du dich einbringen, als Fahrer, für Auswärtsspiel, oder so.
Kaufe mal Karten für ein Bundesligaspiel. WM ist ja jetzt zu spät 😉
Weißt du, meine Tochter(13) spielt ebenfalls Handball. Da KM noch nie gekommen ist, denkt sie, ihre Mutter hätte kein Interesse an ihr. Tochter möchte auch nicht zu ihrer Mutter, da sie sich so ätzend verhält, Termine werden abgesagt, keine Verläßlichkeit etc.
Imho ist es bei deinem Sohn so, daß er enttäuscht ist, und er aber noch nicht alles einordnen kann.
Dann kommt noch dazu, daß Freunde immer wichtiger werden.
Bleib halt am Ball...
Gruß
babbedeckel
Ein Ruin kann drei Ursachen haben: Frauen, Wetten oder die Befragung von Fachleuten (Georges Pompidou)
Die Handballidee war nicht schlecht. Ich war auch dort, wurde aber von meinem Sohn keines Blickes gewürdigt. Dafür war die KM da und wir haben ein paar Worte gewechselt. Insgesamt hoffe ich einfach, dass der stete Tropfen den Stein höhlt und er es doch bemerkt und es bei ihm weiter arbeitet. Auch wenn die KM mir da wenig Hoffnungen gemacht hat. Entweder ich komme wieder oder er will mich nicht mehr sehen. Wird ihm vielleicht auch suggeriert, werden wir alles sehen am Ende, wie auch immer es ausgeht.
Meine LG sucht für sich und ihre Kinder dringend eine Wohnung. Sie besteht an und für sich darauf, dass ich dort mit einziehe. Sie fürchtet ansonsten ein Ende unserer Beziehung, weil wir einige km aus einander wohnen. Bisher wohnen wir in meiner 2-Zimmer-Fluchtburg zusammen mit unseren Hunden und Katzen. Ist eh schon eng genug, die Kinder (w17, m19) kommen oft und gerne, aber sie wollen zu ihrer Mama. Ich habe mehrfach angedeutet, dass ich in meiner Wohnung bleiben möchte, auch damit mein Sohnemann einen Anlaufpunkt hat. Vielleicht nutzt er ihn nicht, vielleicht aber doch. Im Moment habe ich diesen Strohhalm für mich aufgebaut. Seit dem ich das ganz deutlich gesagt habe gestern mittag und abends bekräftigt, hält meine Liebste Abstand. Sie deutet immer wider eine bevorstehende Trennung an, dadurch wird für mich der emotionale Druck nur immer stärker. Ich möchte sie natürlich nicht verlieren, aber auf gar keinen Fall meinem Sohn die Chance nehmen, zu mir kommen zu können, wenn er das mag.
Sehe ich das so falsch? Soll ich es einfahc in der Konstellation: Meine LG, ihre Kinde und ich durchziehen und er muß sich in die Situation einfinden? Ist es zu viel Hin und Her und Vor-Zurück-Zur Seite-Ran. Ist es besser, ganz klare Verhältnisse zu schaffen und zu sehen, wie alle zurecht kommen oder trotz allem, wie er sich verhält, Rücksicht zu nehmen und zu hoffen, dass er die Chance ergreift.
Meine LG argumentiert, er würde auf diese Weise 'gewinnen' und uns auseinander bringen. Obwohl ich das anders sehe. Wir sind beide motorisiert und die Wohnungen liegen ein Autoviertelstunde auseinander.
Ganz hin und hergerissen
Herbal E.
Moin herbal essence,
Deine LG scheint festzustellen, dass Du Dich lieber an einen fiktiven Strohhalm klammerst als Fakten zu schaffen. Das ist der Vordergrund; im Hintergrund sieht sie einen Mann, der unfähig ist, selbstbewusst Entscheidungen zu treffen. Und auf solche Männer stehen die meisten Frauen nicht; keine "schmückt" sich gerne mit einem Weichei (Söhne übrigens auch nicht).
Halten wir die Fakten fest:
- Die derzeitige Wohnsituation ist vollkommen unzureichend.
- Deine LG ist der (zutreffenden) Ansicht, dass Paare durchaus einen gemeinsamen Wohnsitz haben sollten.
- Du willst am bisherigen Wohnsitz festhalten, damit Sohnemann - so er sich irgendwann zu einer Kontaktaufnahme entschliesst - einen kürzeren Weg hat.
Das sind auch nach meiner Meinung die falschen Prioritäten: Wenn Dein Sohn Dich besuchen will, wird er es tun - egal, wie weit Du weg bist. Wenn er Dich nicht sehen will, wird er auch das durchziehen - selbst wenn Du in der Nachbarwohnung lebst. Räumliche Entfernungen spielen bei dieser Frage die kleinste Rolle.
Die "Eventualität", mit der Du Dein zögerliches (Nicht-)Handeln zu begründen versuchst, ist nicht viel anders als wenn Du Dir heute schon einen Sarg in den Keller stellen würdest - mit der Begründung, diesen ja irgendwann mal zu brauchen. Damit wirst Du nichts gewinnen - aber voraussichtlich Deine LG verlieren. Wenn's Dir das wert ist...
Nachdenkliche Grüsse
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Moin Martin,
auf der anderen Seite sollte die LG von herbal essence auch akzeptieren können, wenn er etwas nicht will. Jemanden zu etwas treiben wollen, indem ein (hier. zusätzlicher) Druck aufgebaut wird, indem zumindest meinem Textverständnis mit Trennung gedroht wird, stellt dann die Frage, was bei der nächsten diskussionswürdigen Angelegenheit dabei herauskommen mag. Man kann natürlich lange drüber diskutieren, ob die Beweggründe von herbal essence haltbar oder objektiv begründbar sind; tatsächlich ist es aber anscheinend eine feststehende Entscheidung. Diskutieren und ggf. anpassen sollt eman das schon - aber per Festlegung "alles oder nichts" ist niemandem gedient.
Gruß, Xe
Harter Tobak. Aber in Ordnung. Ich bin kein Weichei und treffe täglich selbständig Entscheidungen, weil ich selbständig bin und das sehr erfolgreich. Aber in der Frage komme ich zu keinem Entschluß. Ich fühle mich einfach nur gedrängt und in die Enge getrieben. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass ich einfach zu zögerlich bin. es gibt aber zusätzlich zu dieser Wohnung-Sohn-Frage noch andere Momente, die mich nachdenklich stimmen. Vielleicht ist der Sohn auch nur ein vorgeschobenes Argument. Auch nicht wirklich fair, ich weiß.
H.
Hallo herbal,
ich kann brille nur zustimmen, möchte aber einen weiteren Aspekt einbringen.
Dein Sohn ist 16, also nehm ich mal an das er so die erste Beziehung und den ersten Liebeskummer sicher schon hinter sich hat. Klar, wird er sagen ,das das was ganz anderes ist als bei Mama und Papa. Aberirgendwann wird er verstehen ,das eben auch Mama und Papa menschen sind und Liebe genauso bei ihnen vergehen kann ,wie es ihm immer mal wieder passiert. Ihm wird irgendwann auch klar werden, das Eltern eben nicht nur Eltern, sondern auch Individuen mit Bedürfnissen sind.
Das Kerlchen ist 16, also fast erwachsen, je nach Schulbildung und was auch immer, wird er sowieso bald flügge sein und sein Leben leben wollen. Vielleicht wird er irgendwann studieren, dann wird er auch wegziehen und nicht überlegen an der Uni nebenan zu bleiben, damit er mal schnell zu Mama und Papa kann.
Was ich damit sagen will: Egal ob nun "heile" Familie oder getrennte Familie er ist in einem Alter in dem er sich abnabelt unddie Familie immer mehr in den Hintergrund treten wird. Wenn er dann zu dir komemn will ist es egal wo du wohnst (klar ist es mit einer LG etwas schwieriger, wenn er sie nicht akzeptiert). Wenn du deine Beziehung aufs Spiel setzt in der Hoffnunf, das er irgendwann ja mal zu dir kommt, tust du nichts anderes als die vielen, vor allem Mütter, die das Wohlergehen ihrer Kidner über das eigene stellen und irgendwann einsam und deprimiert irgendwo rumhocken und ihre Kinder für ihr Schicksal verantwortlich machen. "Ich hab alles für dich getan und was ist der Dank? Du kümmerst dich gar nicht"
Fange an ihm auf behutsam auf einer mehr und mehr Erwachsenenebene zu begegnen und es wird auch ihm helfen die Situation zu akzeptieren.
Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hallo herbal,
diese Weicheidiskussion hat mich jetzt zum Nachdenken gebracht, wobei ich dieses Wort in diesem Zusammenhang daneben finde.
Fakt ist: du hast dich für ein anderes, neues Leben entschieden. Dein Sohn kommt, aus welchen Gründen auch immer, nicht damit klar. M. E. ist es jetzt an ihm, darüber zu reflektieren. Sicher wird die KM ihn beeinflussen und so einiges, was er von sich gibt, kommt nicht wirklich aus seinem Mund. Aber mit 16 sollte er so weit sein, auch die "andere Seite" betrachten zu können. Sprich, wenn du mit ihm redest, ihm erklärst, wie das halt so ist mit Beziehungen, dass nicht immer eine Partnerschaft fürs Leben hält und das rein gar nichts mit den Kindern zu tun hat, du also nicht IHN verlassen hast, sehe ich gute Chancen.
Ob es JAHRE dauert, bis er das versteht, möchte ich nochmal dahin gestellt lassen. Es wird nicht von heute auf morgen gehen. Aber ich glaube ganz sicher, dass du, wenn du deine Entscheidung "mannhaft" vertrittst, dich für deine LG entscheidest und die KM nur rumjammert, was für ein schlimmer Kerl du bist, weil du Mutter und Sohn verlassen hast, die besseren Karten hast.
Zeig dich weiter, ob beim Handball oder sonst wo, aber versuche, nicht "aufdringlich" zu sein.
Ich hoffe, du verstehst, was ich meine.
Gruß AJA
Hallo AJA,
er verweigert jegliches Gespräch, sieht mich nicht mal. Ich stehe zu meiner Entscheidung und sehe mittlerweile auch wieder klarer. Weichei oder nicht, ich glaube jeder braucht seine Zeit, um seine Entscheidungen zu treffen. Mir fällt der Abschied von meinem Sohn eben unglaublich schwer. Und so wie es aussieht, komme ich da im Moment nicht drum rum. ich hätte ihn gern bei mir, will ihm aber auch nicht 'auf den Sack' gehen. Er bekommt immer wieder Nachricht von mir und wenn wir uns über den Weg laufen, wie gesagt, Wohnung und Geschäftsräume sind im selben Haus, dann bin ich einfach freundlich.
ich lass ihm jetzt einfach ein wenig Zeit. Und ich werd die Wohnung behalten, auch als Refugium für mich. Aber ich werde mit meiner LG eine gemeinsame Wohnung einrichten, die unser Nest wird, zusammen mit ihren Kindern. Das ist für mich die beste Lösung.
Viele Grüße
Herbal E.
Servus Hatmut,
ich weiß nicht, ob dies an anderer Stelle schon vorgeschlagen wurde:
Vielleicht hilft erst mal ein Brief von Dir, in welchem Du einfach mal Deine Situation aus Deiner Sicht schilderst. Dann hätte der Junge schon mal Deine Ansicht und könnte (möglicherweise) damit beginnen, abzuwägen und sich ein eigenes Urteil zu bilden.
Vielleicht wäre die Frage gut, wie er sich an Deiner Stelle verhalten hätte (möglicherweise hat er auch schon seinen ersten Liebeskummer durchgemacht)?
Lade ihn in dem Brief ein, Dir zu antworten, damit er Dir hilft, ihn zu verstehen!?
Du weißt ja, Papier ist geduldig...
Grüße ausm Süden
Marco
P.S. Sei weiter für ihn da, er wird es irgendwann realisieren ... jetzt möglicherweise aus pubertierenden Gründen eher nicht? 😉
Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
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Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!
Servus herbal essence,
in Deinem Post an AJA stehen gute Antworten und Lösungen, vor allem diese:
ich lass ihm jetzt einfach ein wenig Zeit. Und ich werd die Wohnung behalten, auch als Refugium für mich. Aber ich werde mit meiner LG eine gemeinsame Wohnung einrichten, die unser Nest wird, zusammen mit ihren Kindern. Das ist für mich die beste Lösung.
Wenn ich mit meiner deutlichen Antwort von gestern dazu beigetragen haben sollte, freut mich das. Denn es ist nicht nur für Deine LG, sondern vor allem für Dich wichtig, ein Zeichen zu setzen, das sinngemäss heisst: "Das alte Leben ist vorbei; jetzt fängt das neue an." Und möglicherweise macht es ja auch Sinn, die kleine Wohnung trotzdem nebenbei zu behalten: Sohnemann könnte sie brauchen, wenn er 18 ist.
Tipp aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz: Mein Sohn hat nach der Trennung 1,5 Jahre bei mir und meiner LG gelebt; nach eigenem Bekunden ging es ihm hier besser als je zuvor. Als er 16 war, fiel seiner Mutter jedoch ein, dass ihre Eigen-PR ("...warum lebt Ihr Sohn nicht bei seiner Mutter?...") darunter litt und dass sie ihn darüber hinaus als Unterhaltsgeisel brauchen könne. Also hat sie systematisch begonnen, ihn bei Besuchskontakten mit materiellen Versprechungen und frei erfundenen Geschichten über meine LG und mich "umzudrehen" - und er hat sich schliesslich kaufen lassen und ist unter Absingen wüster Lieder hier ausgezogen (und Wochen nach seinem Auszug per Nachschlüssel gemeinsam mit seiner Mutter hier eingebrochen, weil seine Mutter meinen gesamten Anwaltsschriftverkehr haben wollte).
Das war vor über einem Jahr. Ich habe in der ganzen Zeit nicht an ihm "gezogen"; nur signalisiert, dass ich da bin. Seit kurzem gibt es erste Anzeichen für eine neue Annäherung. Denn bei allen Märchen, die seine Mutter und ihr Clan sich über mich ausgedacht haben (und die er bequemlichkeitshalber erst einmal geglaubt hat), kennt er mich lange und gut genug, um allmählich den Unterschied zwischen Fabel und Realität herauszufinden. Und meine Linie - auch in Bezug auf mein neues Leben nach der Trennung von meiner Ex - war zu allen Zeiten klar und eindeutig und eben gerade NICHT "weicheiig". Auch diese Geradlinigkeit kennt er gut.
Also: Verlass Dich drauf, dass die Dinge sich regeln (lassen). Was an einem Wochenende X bei einem Handballspiel passiert, ist unterm Strich egal; sieh das grosse Ganze.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Mal was Gutes zu Weihnachten. Ich habe seit einigen Monaten wieder Kontakt zu meinem Sohn. Und ich wohne wieder in meinem Haus. Und meine Lebensgefährtin und ich haben die Kurve gekriegt und die ganze Situation wirklich gut gemeistert. Sohnemann verweigert zwar nach wie vor den Kontakt zu meiner LG ganz vehement, aber das wird sich schon noch finden. Zumindest sagt er bei Begegnungen schonmal 'Hallo!'. 😉
Ich wünsche Euch allen ein schönes Weihnachtsfest. Mein letztes fand mich in schierer Verzweiflung. Jetzt schaue ich ganz hoffnungsvoll in die Zukunft!
LG HE :3ertralala: :allesgute: :angel2: :laola:
Moin HE,
danke für die Rückmeldung und Schilderung des Werdegangs. Feedback ist für alle wichtig - für uns als Team als auch für den Besucher, da er die Entwicklung sehen kann und für sich selbst Hoffnung zu schöpfen vermag.
Dir und deinen Lieben weiterhin alles Gute.
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
