Mein Sohn ist 700km...
 
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Mein Sohn ist 700km weit weg...

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(@tonimahoni)
Schon was gesagt Registriert

Hallo zusammen,
erst mal toll dass es euch und dieses Forum gibt.
Wie der Betreff schon sagt, ist mein Sohn mit seiner Mutter vor 2 Wochen 700km weit weggezogen.

Vater-Mutter-Kind-Situation:
Wir sind seit ca.2 Jahren getrennt lebend. Mein Sohn (4), gemeinsames Sorgerecht, lebt seit dem bei der Mutter.
Der Umgang war so dass alle 2 Wochen mein Sohn das gesamte Wochenende bei mir war.
Unterhalt zahle ich seit der Trennung.

Ihre Situation:
Studium und Referendariat beendet. Sie ist somit Lehrerin.
Die Jobsuche in der Umgebung ergab wohl keinen zufriedenstellenden Erfolg. Dazu habe ich leider keine Informationen,
außer dass es katastrophal ist.
Im neuen Wohnort hat sie eine Schule gefunden mit der sicheren Zusage auf Verbeamtung.

Meine Situation:
Ich kämpfe seit 5 Jahren um einen festen Arbeitsplatz, schlage mich seitdem durchgehend mit Leihfirmen herum.
Mit ein Grund warum die Beziehung zerbrach, da ich zum Teil 14Std. als Pendler unterwegs war.
Mein Sohn bedeutet mir alles, und seit er nun weg ist habe ich kaum noch Antrieb zum Leben, im Sinne von Dinge erleben.
Ich gehe nur arbeiten weil ich es nicht ertragen könnte dass mein Sohn irgendwann erfährt dass ich keinen Unterhalt gezahlt hätte.
Ich habe hier in der Wohnung ein Zimmer für ihn wo noch alle seine Spielsachen stehen. Der Blick darauf bringt mich fast um.
Vor dem Umzug war ich noch 1 Woche mit meinem Sohn im Urlaub. Das war sehr intensiv, und wir haben darüber ein wenig geredet.
Er hat mich jede Nacht häufig umarmt, und geküsst, und mir gesagt dass er mich vermissen wird.
Fotos anschauen oder darüber nachdenken zwingt mich in Tränen auszubrechen.
Ich fühle mich so hilflos.
Ein Umgang mit ihm ist ab jetzt nur noch in den Ferien oder dergleichen möglich.
Das bedeutet faktisch 2-4 mal im Jahr ! Wie soll ein Vater sowas ertragen ?
Telefon und Skype hat meine Ex zugesagt, aber das ist nur ein kleiner Trost.
Ich habe hier eine relativ sichere Arbeit, seit ca.3 Jahren, über eine Leihfirma im selben Unternehmen.
In dem Wohnort wo mein Sohn jetzt lebt ist der Arbeitsmarkt für mich praktisch nicht vorhanden.
Meine Chancen sind quasi gleich Null.

Ich verstehe meine Ex in gewisser Hinsicht. Sie ist jetzt buchstäblich abgesichert, und mein Sohn gleich mit.
Das beruhigt mich auch zu wissen dass ihm keine Armut droht. Aber er wird nicht mit seinem Vater aufwachsen !
Was ist das für eine Welt ?

Ich hoffe ich klinge hier nicht wie ein Jammerlappen. Denn ich könnte stundenlang mit der Faust in Wände schlagen.
Trotzdem weine ich mich fast jede Nacht in den Schlaf.

Gibt es hier Väter die in ähnlichen Situationen stecken ?
Ich wäre aber auch froh wenn irgend jemand antworten würde. Denn ich habe niemanden zum reden.
Vor 5 Jahren habe ich meinen Heimatort verlassen um mit meiner Ex ein neues Leben zu beginnen.
Wir waren 2 Jahre eine Familie, und nun habe ich weder das noch einen Freundeskreis.

Grüße
ToniMahoni


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 28.07.2015 19:04
(@Mrs_Mima)

hi,

wieso ziehst du nicht hinterher? Sind da, wo das Kind nun lebt nicht auch deine Jobchancen besser? Hast du darüber schon mal nachgedacht?

Gruss

Mima


AntwortZitat
Geschrieben : 28.07.2015 19:19
(@ronson)
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Hi TiniMahoni,

ich habe weder Rat noch sonst irgend etwas für dich.
Aber ich kann es mir echt vorstellen wie hart das ist.
Selbst für mich ist es schon schlimm gewesen dass ich meinen Sohn nicht mehr täglich, sondern nur noch 2x die Woche sehen konnte.
Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass mein Kind 700km weit weg wäre, dann wäre ich genau so antriebslos und hätte Lust auf gar nix mehr.

Kopf hoch, ich hoffe DU bekommst hier einen guten rat.

wieso ziehst du nicht hinterher? Sind da, wo das Kind nun lebt nicht auch deine Jobchancen besser? Hast du darüber schon mal nachgedacht?

Hi Mima,
wenn du oben gelesen hast dann siehst Du das er dazu schon gesagt hat, dass ein Arbeitsmarkt für ihn dort nicht besteht.


AntwortZitat
Geschrieben : 28.07.2015 20:40
(@tonimahoni)
Schon was gesagt Registriert

Danke ronson,

manch einer ist weniger schlimm dran als ich, aber es gibt sicher eine Menge da draußen die schlimmer dran sind.
Dennoch ist für einen selbst, egal wie, die eigene Notlage das größte Problem.

Danke Mima,

ich denke sehr oft daran mich dort niederzulassen. Die Arbeitslosenquote ist dort sehr hoch,
und die Chancen für mich sind dort wirklich nahezu am Nullpunkt. Ich müsste in Betracht ziehen
dort eine gescheiterte Existenz zu leben. So ein Bild will ich meinem Sohn nicht zumuten.
Ich werde trotzdem die Option, ob ich will oder nicht, sicher noch sehr oft in meinem Leben überdenken.
Weißt du, ich unterschätze nicht den Mut den meine Ex hatte aufbringen müssen um so einen Schritt zu gehen.
Aber ich sage auch offen heraus dass ich diesen Schritt verachte.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 28.07.2015 21:48
(@greggbarow)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Toni,

Deine Situation ist richtig mies. Das kann ich aus Erfahrung - und bei mir waren es damals nur wenige Kilometer - sehr gut nachempfinden. Es gibt keine andere Möglichkeit als dahin zu ziehen. Dieses Projekt wird Dir auch neuen Lebensmut geben und Ansporn, dass Du Dich nicht noch weiter hängen lässt. Pack es an. Wie Du Deine derzeitige Situation beschreibst, bist Du reif für eine Auszeit und solltest schleunigst zu Deinem Vertrauensarzt gehen und Dich krankschreiben lassen. Ich kenne andere Fälle, da sind wochenlange Reha-Maßnahmen (Kur) genehmigt worden. Deine Verletzungen sind nicht zu unterschätzen. Das hat nichts mit Weichei zu tun. Du bist ganz brutal aus der Bahn geworfen worden und das hinterlässt Spuren. Kopf hoch!

LG
Gregg


AntwortZitat
Geschrieben : 28.07.2015 23:24
(@albertvater)
Zeigt sich öfters Registriert

... mein Sohnemann ist mit seiner Mama 160 km weit weg gezogen.
Das kam aber erst 5 Jahre nach Trennung und wir haben davor schon den 14 tägigen Umgang "üben" können.
5 Jahre später war es dann soweit und Sohnemann ist mit seiner Ma dann zu Ma's Geburtsregion gezogen....

Außerdem bin ich seit 5 Jahren wieder Vater von nun 3 Kindern - 1 Jahr, 3 Jahre und 5 Jahre.

Ich schätze deswegen hat mich die Nachricht des Umzuges nicht ganz so hart getroffen.
Es sind 2 Stunden Fahrt hin und 2 Stunden Fahrt zurück - das hält sich noch in Grenzen.

Hätte ich Jobmässig und in neuer Ehe mit neuen Kindern nichts zu verlieren,
und wäre die Entfernung 700 km, würde ich auch hinterherziehen.


AntwortZitat
Geschrieben : 29.07.2015 00:02
(@united)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Toni,

geht zwar in die gleiche Richtung, aber dennoch:
Mit einem Leiharbeiterjob dürftest Du nicht in Gehaltsregionen schweben, die man andernorts nicht auch erreichen könnte.
Es muß ja nicht der neue Wohnort der KM sein, aber wenn Du auf 100 km heranziehst, dann sieht das umgangstechnisch schon ganz anders aus.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß eine theoretische Chance besteht, KM aufgrund des Wegzuges an der Umgangskosten zu beteiligen.
Diese Chance ist allerdings eher theoretisch und bei 700 km sind die Kosten zwar ein Kriterium, der mit dem Umgang verbundene Zeitaufwand vermutlich aber ein weiteres wichtiges.

Gruß
United


AntwortZitat
Geschrieben : 29.07.2015 11:07
(@mekmen)
Rege dabei Registriert

Hallo Toni,

ich kann das sehr gut nachvollziehen. Meine Noch - Ehefrau ist mit meiner Tochter (damals auch 4 J.) 450 km weit weggezogen, weil ihre Jobchancen vermeintlich besser sind und sie näher bei ihren Eltern wohnt.
Wenn du noch einen halbwegs guten Draht zur Mutter deines Kindes hast, dann versuche ihr klarzumachen, dass sie dir in punkto Fahrerei entgegenkommen soll. dieses Urteil hat bei ihr Wunder und Umdenken bewirkt:
https://www.jurion.de/Urteile/OLG-Schleswig/2006-02-03/13-UF-135_05

Mittlerweile versteht die Mutter, dass meine Tochter mich regelmässig sehen will und auch Sehnsucht hat, d.h. wir haben uns mit einigen Bauchschmerzen ihrerseits darauf geeinigt, dass ich besonders die günstigen Brückentage (Fronleichnam, Christi Himmelfahrt etc.) nehmen kann. Momentan sehe ich meine Tochter durchschnittlich einmal im Monat und mein gesamter Urlaub geht für die Umgangszeiten drauf, was besonders hart ist, weil ich noch andere Kids habe, die bei mir wohnen und auch Rechte für sich beanspruchen.
Ich kann dir nur sagen, Kopf hoch, die Zeit heilt viele (wenn auch nicht alle) Wunden und die Zeit mit meiner Tochter genisses ich viel intensiver und bewusster.

Hast du mal drüber nachgedacht, dir wenigstens vor Ort bei deinem sohn eine Ferienwohnung / Jugendherberge zu suchen, denn sonst müsstest du ja 700 hin und 700 zurück mit ihr fahren, was kein 4-jähriger ohne Gemaule über sich ergehen lässt.

viele Grüße
mekmen


AntwortZitat
Geschrieben : 29.07.2015 12:56
 vj
(@_vj_)
Nicht wegzudenken Registriert

Lieber Toni,

Was Du schreibst klingt sehr mutlos und das ist absolut verständlich.
Für Dich ist grade deine Welt ein Stück zusammengebrochen und das ist wirklich sehr schwer auszuhalten.
Ich denke, es gibt sehr viele hier, die Dich verstehen - nicht nur Väter, die das aus eigener Erfahrung kennen.

Bevor Du aber jetzt irgendwelche Entscheidungen triffst, wäre es auf jeden Fall sehr wichtig, dass Du diese Veränderung erst mal realisieren und damit umgehen kannst.
Und dazu brauchst Du unbedingt Menschen, mit denen Du auch "in echt" reden kannst - nicht nur vor dem PC.

Hast Du dich in deiner Umgebung schon umgesehen, ob es vielleicht einen Beratungsstelle der Caritas gibt, einen Väterverein, eine Religionsgemeinschaft?
Irgendeine Stelle, wo Du mal zu einem Gespräch hingehen kannst und wo Dir jemand zuhört und Dir hilft, mit all dem klarzukommen.
Der Ratschlag von Gregg, mal mit dem Hausarzt zu sprechen ist sicher auch nicht verkehrt.

Wichtig ist jetzt, dass Du nach diesem Einschnitt wieder auf die Füße kommst - danach kannst Du dann viel besser überlegen und planen, wie die Zukunft gestaltet werden kann und kannst dann auch wieder ganz für deinen Sohn da sein.
Denn auch er braucht in dieser neuen Situation das Gefühl, dass sein Papa für ihn da ist und dass er sich keine Sorgen um seinen Papa machen muss.
Sei für ihn stark! - und "stark sein" bedeutet in diesem Moment, dass Du Dir Hilfe suchst und Dir helfen läßt!

Ich wünsche Dir, dass Du die richtigen Menschen triffst, die Dir wieder Kraft geben können!

lg
vj

P.S.: Bin selbst Scheidungskind und für mich war es damals mit 9 Jahren eine große Erleichterung, als ich gemerkt habe, dass mein Vater - der selbst sehr schwer mit dem ganzen zurechtgekommen ist - eine Therapie begonnen hat und dass es ihm dadurch dann besser ging.


Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)

AntwortZitat
Geschrieben : 29.07.2015 13:12
(@nadda)
Registriert

Hi,

zu allererst würde ich mir überlegen wie du den Umgang häufiger haben kannst, was sagt deine Ex denn, wenn du ihn übers Wochenende besuchen möchtest, wäre sie da problemlos einverstanden?

Bevor du dir überlegst umzuziehen solltest du dir die Gegend gut anschauen, eine Entscheidung zu überstürzen bringt jetzt nichts. Wobei ich den Gedanken hinterherzuziehen sehr gut verstehen kann. Aber du musst ruhig und überlegt handeln!

Von welcher Gegend Deutschlands reden wir denn in der dein Sohn jetzt lebt? Vielleicht ist es für dich einfacher zumindest in diesen Großraum zu ziehen, das wäre auch schon einfacher ihn öfter zu sehen und du hättest eventuell bessere berufliche Chancen. Aktuell ist deine berufliche Situation ja nicht so toll und mit sozialen Kontakten an deinem jetztigen Wohnort schreibst du ja auch wäre es nicht so gut.

Trotzdem brauchst du jetzt jemanden zum reden - und vor allem jemanden der dir zuhören kann. Hast du Freunde die diese Situation nachempfinden können? Ich hab in der schlimmsten Zeit jeden Tag meinen besten Kumpel angerufen und der hat mir stundenlang zugehört für mich war das total wichtig. Was mir auch geholfen hat war die Beratungsstelle von der Caritas, weil da einfach jemand war der mich versucht hat zu verstehen. Meine Freundinnen konnten das damals alle nicht nachfühlen, da gab es niemanden mit Trennungserfahrung.

LG
Nadda


AntwortZitat
Geschrieben : 29.07.2015 15:56




(@tonimahoni)
Schon was gesagt Registriert

Hallo zusammen,

ich bin total gerührt und ermutigt von euren Antworten. Vor allem dass auch Frauen schreiben.
Dafür schon mal herzlichen Dank.
Meine Ex sieht das eher mit Frohsinn. Sie ist einfach nur glücklich über den neuen Job im neuen Zuhause.
Was den Umgang angeht ist sie mit allem einverstanden. Sie will die Hälfte der Fahrtkosten erstatten und mich
auch bei ihr aufnehmen. Technisch gesehen funktioniert das wirklich nur in den Ferien oder halt über Brückentage.
Ihre Eltern leben 100km von mir entfernt, und auch bei einem Besuch von ihr würde sie mir den Jungen vorbei bringen.
Das ist alles gut, für mich aber einfach zu wenig. Im Moment sind Ferien mit Papa für den Kleinen sicherlich toll,
aber was ist wenn er mal 12 ist ? Ist das dann nicht gezwungen ? Ich habe dazu keine Vorstellungen...

Ich will ja auch unbedingt ruhig und überlegt handeln.
Obwohl Leihfirma verdiene ich durch meine Qualifikationen im Moment trotzdem sehr gut.
Und bis zum Ende des Jahres bin ich relativ sicher untergebracht. Bis dahin brauche ich einen Plan.
Wie will ich vorgehen, und was mache ich gegen den Herzschmerz. Einem Fremden alles zu erzählen
ohne dabei zu weinen ist zur Zeit glaube ich nicht drin. Ich bin mein Leben lang ein Kämpfer gewesen,
doch diese Situation ist absolut neu für mich.
Den einzigen menschlichen Kontakt den ich habe ist beruflich oder ein Hallo im Treppenhaus.
Alte Freunde anrufen fällt mir jetzt auch besonders schwer.
Wenn ich das Haus verlasse, habe ich mich absolut unter Kontrolle, aber sobald ich Zuhause bin falle ich
in ein Loch.
Nochmals Danke für eure Worte.

p.s
nadda, der neue Wohnort ist Rügen.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 29.07.2015 17:43
(@united)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Toni,

[...] aber sobald ich Zuhause bin falle ich in ein Loch.

Das können die meisten hier sehr gut nachvollziehen.

Deshalb solltest Du die bereits erhaltenen Tips auch umsetzen, insbesondere diesen:

Hast Du dich in deiner Umgebung schon umgesehen, ob es vielleicht einen Beratungsstelle der Caritas gibt, einen Väterverein, eine Religionsgemeinschaft?

Wenn Du alte Freunde wegen Deines Gemütszustandes scheust, ggf. auch therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.

Deine Ausgangslage ist zwar bescheiden. Aber ich sehe nicht, daß Du etwas an der jetzigen Situation hättest ändern können.
... und "aussichtslos" sehe ich hier auch nicht.

Sprich mal mit Deinem Ausbeuter-Unternehmen, ob es möglich ist, bis Jahresende zumindest ein verlängertes WE monatlich hinzubekommen.

Das Verhältnis zu Deiner Ex scheint ja ok (wenn auch belastet).
Du kennst sie besser als wir, insofern hoffe ich, daß dieses keine leeren Versprechungen sind.
Umgänge bei ihr sollten indes nur übergangsweise/ausnahmsweise erfolgen.
Außerhalb der Saison sollte sich auf Rügen auch eine bezahlbare Unterkunft finden.

... und was ist 8 Jahren ist, kann Dir keiner sagen.
Klar ist, daß Du eine Perspektive brauchst.

Gruß
United


AntwortZitat
Geschrieben : 29.07.2015 18:04
 vj
(@_vj_)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi Toni,

Dass Du hier im Forum schreibst, ist schon mal ein sehr guter Anfang.
Aber Du merkst ja selbst auch, dass Du am Ende bist - wen Du beschreibst, dass Du zu Hause in ein Loch fällst und viel weinst - aber auch "stundenlang die Fäuste gegen die and schlagen" könntest.

Wie wird es sein, wenn Du deinen Kleinen das nächste Mal siehst?
Wie wird es Dir gehen, wenn Du ihn wieder loslassen musst?
Dir das vorzustellen wird vermutlich sehr schmerzhaft sein, da alles noch so frisch ist.

Wenn Du das alles alleine mit Dir ausmachst, dann wirst Du irgendwann wahrscheinlich an den Punkt kommen, wo Du deinen Zustand außerhalb der Wohnung nicht mehr verbergen kannst und vielleicht dann nicht mehr arbeitsfähig bist oder sogar in Gegenwart deines Sohnes zusammenbrichst.

Bitte glaub mir: das alles läßt sich viel besser verarbeiten und aushalten, wenn man jemanden zum Reden hat.
Und wenn das jemand ist, der das beruflich im Rahmen einer Beratung macht, dann kennt dieser Mensch auch die Trauer und die Wut und die Tränen, die dann hochkommen.

Vielleicht fängst Du erst mal an, dass Du dich wirklich eine Woche krankschreiben läßt oder Urlaub nimmst und dann viel spazieren gehst, vielleicht auch irgendwas richtig körperlich anstrengendes machst (irgendeinen Sport), um dich auszupowern, die Spannung abzubauen und den Kopf wieder klar zu bekommen - und jemanden zum Reden suchst.

lg
vj


Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)

AntwortZitat
Geschrieben : 29.07.2015 18:12
(@nadda)
Registriert

Hi,

ok, Rügen ist dann nicht ganz so das günstige Pflaster für Umgänge. Ich würde dir davon abraten bei ihr zu übernachten, das ist riskant. Versuch lieber eine nette Pension zu finden wo du günstig unterkommen kannst. Oder versuche über diese Väter- Umgangs- Wohntauschbörse was zu finden, sorry ich hab den Link nicht parat, findest du aber hier vermutlich im Bereich Medien.

Und das du da grade kaum Chancen hast deine Emotionen zu beherrschen ist total normal. Ok, ich bin von Natur aus eine Heulsuse und sehr emotional, aber ich hab in der heftigen Zeit ständig geheult. Abgesehen davon kenn ich auch mehrere Männer die in diesen Zeiten ähnlich am heulen waren wie ich, das ist normal und es ist auch wichtig diese Gefühle zuzulassen. Lieber heulst du, als an der Situation kaputt zu gehen. Es tut weh, das ist einfach so und es ist ein absolut schlimmer Zustand vom Kind getrennt zu sein und nicht zu wissen wie es hier weitergeht. Wenn dir das nicht wehtun würde wärst du ein absolut kalter Kerl - willst  du ja auch nicht sein.

Es ist ein Anfang hier im Forum drüber zu reden, und hier werden dich auch sehr viele gut verstehen können. Trotzdem kann ich dir nur empfehlen hol dir Hilfe in deiner Nähe, du musst drüber reden können.

LG
Nadda


AntwortZitat
Geschrieben : 29.07.2015 18:41
(@bester-papa)
Registriert

Hi.

Mir kann keiner erzählen, dass man für eine Lehramtsstelle 700km weit weg ziehen muss.
Hat Deine Ex etwa Urlaubsgefühle entwickelt??

Die Sommer mögen da schön sein, die Winter sicher nicht. Ich behaupte, wenn man nicht da oben herkommt, hat man auch schnell wieder heimweh.

Also würde ich erst einmal abwarten.

Rügen ist in der Tat am A.....der Welt. Aber vielleicht hättest Du arbeitstechnisch Chancen in Stralsund oder Rostock? Rostock ist gerade einmal 100km entfernt, so dass Du ihn am Wochenende holen könntest.

Gruß
BP


AntwortZitat
Geschrieben : 29.07.2015 19:04
(@ingo30)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Toni,

gerade Junglehrer sind auf dem Arbeitsmarkt eine heißbegehrte Ware. Das Land MV schaltet z.B. regelmäßig Anzeigen bei Spiegel-Online. Also kannst Du schon davon ausgehen, dass sie dann wohl auch an ihrer zugewiesenen Schule dauerhaft bleiben wird.

Meine Ex sieht das eher mit Frohsinn. Sie ist einfach nur glücklich über den neuen Job im neuen Zuhause.
Was den Umgang angeht ist sie mit allem einverstanden. Sie will die Hälfte der Fahrtkosten erstatten und mich
auch bei ihr aufnehmen.

Hier würde ich Dir aus der Forenerfahrung doch zu deutlicher Vorsicht raten. Der "Frohsinn" ist schneller verflogen als Du denkst. Auch der Alltag als AE ist sehr anstrengend. Auch wenn wir im Jahr 2015 leben, ist es für manche Frauen (gerade in Berufen wie Lehrerin) nicht "schicklich" alleine zu leben. Also muss in nächster Zeit ein Next gefunden werden. Spätestens dann werden sich die Ambitionen Deiner Ex ganz schnell ändern.
Des Weiteren ist mir aus dem Forum fast kein Fall bekannt, wo eine KM aus freien Stücken ihren Ex bei Fahrtkosten unterstützt. Es ist vielmehr so, dass es oftmals (und hier rede ich nicht von unseren engagierten weiblichen Mitgliedern) so ist, dass alles was Geld kostet von diesen Exen konsequent abgelehnt wird. Auch alles was Zeit kostet (Bring-Dienste / Aufteilung von Fahrstrecken) klappt vielleicht für ein paar Wochen, bricht dann aber schnell ein.

Eine Aufnahme in ihrem Haushalt würde ich strikt ablehnen. Ihr seid getrennt. Es besteht die Gefahr, dass Dir nach einem Aufenthalt bei ihr Diebstähle oder andere Gewalttätigkeiten ihr gegenüber angelastet werden. Gerade wenn sie dörflich wohnt kann Dir so über das Gewaltschutzgesetz ein Annäherungsverbot für die komplette Ortslage erteilt werden. Würde ich die Finger von lassen.

Auch aus meiner Sicht bietet sich für Dich nur der Umzug in die Nähe / in den nächsten Großraum an. Denk auch noch mal daran, dass sich für Dich durch den Umzug auch die Grundlage für einen Neustart bietet. Du kannst Dir ein neuen Umfeld aufbauen, meldest Dich im Sportverein und auf ein paar guten Internetplattformen an und lernst schnell nette Menschen kennen. Der Umzug muss ja auch nicht morgen stattfinden, aber gerade kleine Kinder brauchen regelmäßigen Umgang. Ferien reichen da def. nicht.

Du schreibst, dass Du ein "entspanntes" Verhältnis zu Deiner Ex hast. Dann teile ihr doch mal ganz nebenbei mit, dass Du bald in ihre Nähe ziehen wirst (auch wenn Du das noch gar nicht fest planst). Schau Dir doch einfach mal ihre Reaktion darauf an und berichte uns darüber. Das Forum ist auf jeden Fall zu jeder Tageszeit für Dich da. Wenn Du aber merkst, dass es nicht mehr geht oder Du düstere Gedanken bekommst, brauchst Du professionelle Hilfe. Also, mach eine Lagefeststellung und plane Deine weiteren Schritte. Gruß Ingo


AntwortZitat
Geschrieben : 30.07.2015 00:34
(@superpapa)

Wollt' hier mal kurz dazwischen grätschen. Zuvor skizzierte Lagebeschreibung finde ich sehr trefflich.
Und das

ist es für manche Frauen (gerade in Berufen wie Lehrerin) nicht "schicklich" alleine zu leben. Also muss in nächster Zeit ein Next gefunden werden.

ist wieder mal ebenso wahr wie genial! :rofl2: :rofl2: :rofl2: (aus der Forenerfahrung)


AntwortZitat
Geschrieben : 30.07.2015 01:55
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Jaja... immer wieder erstaunlich, was "das Forum" für ne "Erfahrung" hat.
:heu:


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 30.07.2015 08:22
(@united)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin,

Jaja... immer wieder erstaunlich, was "das Forum" für ne "Erfahrung" hat.

Dieses Erstaunen teile ich auch immer wieder ... das Suchen nach den entsprechenden Erfahrungsberichten verkneife ich mir aber.

Ob man für eine Stelle als Lehrerin so weit weg ziehen muß, kann ich schwerlich beurteilen (hängt sicherlich auch davon ab, welche Fächerkombination gerade wo händeringend gesucht wird).
Aber selbst, wenn sie es nicht musste, zeigt die Forenerfahrung (:)), daß ein Umzug nur schwer zu verhindern ist.

Beispiele, daß eine Entscheidung für einen Umzug auch von einer Internet-/Urlaubs-/Wochenendbekanntschaft oder einem Jugendfreund beeinflußt werden, gibt es sicherlich ...
... dennoch neige ich dazu, positive Versprechungen zunächst positiv aufzunehmen, um sie auf Basis der Realität zu überprüfen.
"Augen-Auf" ist immer gut, aber der Aufbau von zu vielen drohenden Szenarien führt eher zu Resignation und Pessivismus ... und davon halte ich gar nichts.

Es passieren genug schlimme Dinge, da muß ich nicht in jedem niedlichen Pony noch nen Trojaner vermuten.

Gruß
United


AntwortZitat
Geschrieben : 30.07.2015 12:46
(@superpapa)

Es passieren genug schlimme Dinge, da muß ich nicht in jedem niedlichen Pony noch nen Trojaner vermuten.

Stimmt. Man hat es bei der verehrten Damenschaft aber auch mit "aus dem Leben geschulten Personen"  :rofl2:(vgl. Ingo) zu tun. Da schaut man eben lieber mal rechtzeitig ins Forum.

Nun aber wieder zum Thema des TO.


AntwortZitat
Geschrieben : 30.07.2015 14:26




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