Hallo liebe Community ich bin neu hier und würde euch gerne meine Geschichte erzählen und eure Meinung oder gegebenenfalls ein paar Tipps hören.
Seit September 2015 hat sich mein Leben drastisch verändert. Ich war zuvor 10 Jahre mit meiner Frau zusammen und seit Mai 2014 mit ihr verheiratet. Die ganze Situation mit meiner Frau war schon seit längerem kompliziert, da sie mir schon seit unserer gemeinsamen Wohnung vorwirft, sie aus ihrem Umfeld (Eltern, Freunde, etc) gerissen zu haben und sie leider auch immer auf der Seite ihrer Mutter, Schwester und Schwager stand anstatt auf meiner. Entscheidungen wurden nicht selbst getroffen sonder von eben genannten übernommen. Und leider wurde sie zu kompletter Unselbständigkeit erzogen.
Ich habe im August 2015 jemanden neues kennen gelernt und danke der Situation mit meiner Frau fiel es mir leicht mich in diese Person zu verlieben.
Als der Entschluss der Trennung schon fast stand sagte meine Frau mir dass sie schwanger sei. Natürlich hab ich versucht mich nach dieser Nachricht zusammen zu reißen und für unser gemeinsames Kind der Beziehung noch eine Chance zu geben. Jedoch wurde alles in der Schwangerschaft noch schlimmer, so dass ich mich im Januar diesen Jahres doch für die Trennung entschied.
Seit diesem Zeitpunkt hat sich die Beziehung zwischen mir und der neuen Liebe verstärkt, was sich leider auch als kompliziert erweißt, da wir 600 km auseinander wohnen. Trotzdem spielen wir beide mit dem Gedanken zusammen zu ziehen und eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.
Nun bin ich seit diesem Monat stolzer Vater eines kleinen, gesunden Mädchens. Meine (Ex-) Frau wohnt mit ihr wieder im Elternhaus und plant dort auch zu bleiben, da mit grösseren Umbauarbeiten begonnen wurde.
Für mich gibt es jetzt folgende Probleme:
1. Meine größte Angst ist, dass sie mir den Umgang mit meiner Tochter verwehrt, was sich leider jetzt schon ankündigt. Anstatt mich mit meiner Tochter beim Besuch kurz allein zu lassen, soll sie der Mutter/Oma übergeben werden. Mir wird bisher auch ein alleiniger Spaziergang verwehrt, da ich weniger Erfahrung habe als eine 50 jährige Frau... Mir fällt es ziemlich schwer mit diesem Verhalten umzugehen, da ich meine Tochter trotz der kurzen Zeit sehr vermisse und am liebsten immer bei ihr sein will. Als ich sie bat, während meines wöchentlichen Besuches mit meiner Tochter und ihr allein zu sein, da die anderen Familienmitglieder sie immer sehen können, konnte dies mir nicht versichert, sondern wurde nur als “mal schauen” abgewunken. Wenn ich diese Thema anspreche stoße ich leider nur Unverständnis und Gegenwehr.
2. Ich mach mir Sorgen was sie machen wird, wenn sie von meiner neuen Liebe erfährt, zumal die beiden sich auch kennen.
3. Noch dazu kommt, dass durch die ganze Situation mit meiner Frau meine neue Liebe Angst hat, dass ich nicht hinter ihr stehen kann und mich irgendwann doch wieder umentscheide. Hier durch kommt es leider öfters zu Konflikten. Sie akzeptiert meine Tochter und wünscht sich eine Zukunft in der die Kleine auch mit eingebunden wird.
Alles in allem fühlt sich die Situation für mich im Moment sich ziemlich aussichtslos an und weiß ich gar nicht mehr wo mir der Kopf steht. Ich fühle mich hilflos und weiß nicht so recht wie ich hiermit umgehen soll.
Vielleicht hat ja jemand von euch schon ähnliches erlebt oder hat Tipps für mich.
Danke fürs lesen
Chrunchy
Hallo,
da hast Du Dir ja einen tollen Kuddel-Muddel geschaffen.
Als erstes solltest Du Dir klar machen, was Du willst. Im Moment stehen nämlich die Chancen gut, dass Ex und Next nichts mehr von Dir wissen wollen.
Bezüglich des Kindes gibt es verschiedene Baustellen, die in Angriff zu nehmen sind:
Wenn ihr euch definitv getrennt habt, dann musst Du Kindesunterhalt und Trennungsunterhalt an Deine Frau zahlen.
Deine (Ex-)Frau kann eine Beistandschaft beim JA einrichte lassen und das JA treibt den KU inklusive Titel bei Dir ein.
Du hast ein Umgangsrecht, dass bei Babys eher öfter und kürzer stattfinden sollte.
Könnt ihr euch nicht einigen, dann sollte als erstes das JA eingeschaltet werden um mit Hilfe des JA eine Einigung zu erzielen. In dieser Frage kann das JA allerdings nur beraten. Du solltest einen Umgangsplan erstellen, der KM übergeben und um Stellungnahme bitten.
Führt das alles zu nichts bleibt Dir nur eine gerichtliche Entscheidung durch das Familiengericht herbeizuführen.
Eine Entfernung von 600 km ist der Umgangskiller an sich. In vielen Fällen wird eine solche Entfernung von der KM bewusst geschaffen um den Umgang zu verhindern. Du solltest Dir klar machen, dass 600km zweimal an einem Wochenende eine finanzielle, physische und psysische Belastung darstellen, der nicht jeder gewachsen ist. Außerdem ist fraglich wie Next mit dieser Situation umgeht.
Aus meiner Sicht ist die Trennung/Scheidung nicht mehr zu verhindern, ich halte es aber für nicht günstig mit Next jetzt zusammen zu ziehen. Bringe erst die Trennung/Scheidung sauber über die Bühne und dann kannst Du Dich fragen ob Du überhaupt noch einmal eine neue Beziehung eingehen willst.
VG Susi
Hallo Susi,
Das mit dem Unterhalt und Trennungsgeld ist bereits geklärt und sollte kein Problem darstellen.
Und du hast da ein bisschen was verwechselt, nicht die KM wohnt 600 km weg sondern meine Next.
Grüsse Max
Susi hat das schon richtig verstanden.
Deine Next lebt 600 km entfernt und ihr denkt über eine gemeinsame Wohnung nach. Wenn sie nicht zu dir zieht, wirst du in Zukunft versuchen müssen 1200 km zu überbrücken, um euer Kind zu sehen.
Das ist schon bei größeren Kindern schwierig und führt oft zu einem Kontaktverlust oder eben nur noch "Urlaubsspaßonkel". Bei einem Säugling dürfte es ein Ding der Unmöglichkeit sein, eine Bindung und einen regelmäßigen Kontakt aufzubauen.
Wenn sie zu dir zieht ist das sicher wesentlich einfacher, wenn auch nicht unproblematisch (vor allem ,wenn deine Ex herausfindet, dass du die neue schon zu euren gemeinsamen Zeiten hattest)
Je nachdem würde ich es mir gut überlegen. Ist deine Neue bereit zu dir zu ziehen oder müsstest du zu ihr?
Normalerweise ist es eben umgekehrt. Mütter suchen sich gerne ihren nächsten Schatz in großer Entfernung, damit sie den Umgang maximal erschweren können.
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Ach so dann habe ich das falsch verstanden. Also meine Next würde zu mir ziehen, da diese nur zum Studium so weit weg wohnt, die KM wohnt hingegen nur 70 km von mir weg.
Ich bin mir bewusst dass es dieser Situation noch zu Ärger kommen kenn, dennoch steh ich hinter meiner Entscheidung.
Grüsse Max
Es besteht keine Notwendigkeit irgendjemandem mitzuteilen, wann ihr Gefühle füreinander entwickelt habt und das dann zu rechtfertigen. Es war nach der Trennung, Ende der Geschichte. Und das Kind ist noch so klein, dass es das nicht thematisieren kann. Die Umgänge laufen so ab, dass Next noch lange Zeit vor niemandem auftauchen muss.
Was den Umgang betrifft, hast du die üblichen Schwierigkeiten vieler Väter, deren Kinder noch so klein sind. Strecke deine Fühler aus, wie das Jugendamt gestrickt ist. Bitte um Vermittlung/Hilfe. Entweder sie sind eine oder du weißt, dass sie gegen dich sind.
Wenn das nicht funktioniert, lass dich anwaltlich beraten, wann es Sinn macht, eine gerichtliche Lösung anzustreben.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo,
Du musst Next nicht erwähnen, aber Du solltest dazu stehen, dass es über kurz oder lang doch herauskommt.
Was Dein Kind angeht, mache einen Umgangsvorschlag. Da das Kind noch ein Baby ist, z.B. Samstag und Sonntag jeweils 2-4 Stunden und eventuell noch einen Tag in der Woche 2 Stunden, die KM sollte natürlich auch ein Wochenende mit Kind haben. Übergib ihr den Vorschlag und lass sie darauf antworten. Wenn es zu nichts führt wende Dich an das JA und bitte um Umgangsvermittlung.
Versuche, dass die KM Dich bei der Versorgung des Kinds anlernt. Damit zeigst Du Dein Interesse am Kind und auch das Du ein richtiger Vater sein willst. Richte bei Dir ein Kinderzimmer/Kinderecke mit Wickeltisch ein. Wenn das Kind so groß ist, dass zugefüttert wird, dann kann es auch mit zu Dir nach Hause, dafür brauchst Du aber mindestens 4 Stunden Umgang am Stücke ( 1 Stunde holen, 2 Stunden Umgang, 1 Stunde bringen). Allerdings wird es noch eine Weile dauern bis Du Dein Kind mit nach Hause nehmen kannst.
Das Problem ist schon, dass die KM ihren Liebling nicht hergeben will. Bei Ihren Eltern bist Du sowieso eine Art persona non grada und das Verhältnis ist angespannt. Mitnehmen ist noch schlimmer, da muss sie das Kind ja hergeben und aus den Augen lassen. Für viele junge Mütter ist das ein Problem. Andererseits wird sie sich ausruhen wollen und müssen und da könnte eine Spazierfahrt deinerseits durchaus hilfreich sein.
Selbstverständlich kann die Situation eskalieren, wenn Deine Frau von Next erfährt, andereseits gibt es da bestimmt schon eine Vermutung und Lügen solltest Du nicht.
VG Susi
Moin,
Du bist Deines Glückes Schmied und musst wissen was Du da so tust.
Nach meiner rein persönlichen Meinung halte ich es für schwierig eine alte Beziehung zu beenden und gleich in die neue Beziehung zu schlittern. Wie Susi sehe ich die Gefahr, dass Du am Ende komplett solo darstehst.
Dafür gibt es einige Anhaltspunkte:
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Ich mach mir Sorgen was sie machen wird, wenn sie von meiner neuen Liebe erfährt, zumal die beiden sich auch kennen
Für mich klingt das so, als ob Du mit der besten Freundin Deiner Ex zusammen bist. Ganz großes Kino. Auch wenn es nur eine Bekannte ist, wird es sicherlich nicht zu Freudentänzen führen.
- Du selbst hast durch das direkte Springen in eine neue Beziehung keinerlei Zeit zur Selbstreflektion gehabt. Zum Scheitern einer Beziehung gehören immer zwei Personen. Die Chance ist groß, dass Du die selben Fehler auch bei Deiner Next machst bzw. sie gar nicht erkennst.
- Deine Next studiert noch, steht also noch nicht auf eigenen Beinen. Vom Alter her würde ich sie auf Mitte-Ende 20 schätzen. Sie erzählt Dir nun, dass sie ein Kleinkind, welches sie gar nicht kennt, ohne Probleme integrieren könnte. Wie sieht es denn mit eigenem Kinderwunsch bei Deiner neuen Partnerin aus? Auch das wird irgendwann ein Thema werden und kann noch zu viel größeren Konflikten führen.
- Deine neue Partnerin müsste zum Wohle des Kindes eigentlich umziehen, so dass keine langen Umgangswege anfallen. Die Frau möchte ich sehen, die das ohne Problem macht bzw. oftmals durch ihr Studium an bestimmte Berufe / Standorte gebunden ist. Auch hier können noch Konflikte auftreten. Ist der Studienort auch gleichzeitig Lebensort der Eltern Deiner Next, entziehst Du ihr damit auch der Familie. Gerade bei Frauen oftmals ein großes Thema. Bei einer Trennung ziehen die (wie es Deine Ex gerade tut) gerne zu Ihren Eltern zurück. Bei Deiner Next wären das dann 600 km.
Des Weiteren kostet selbst eine friedliche Trennung mehrere Tausend Euro. Dazu kommen Trennungsunterhalt und Kindesunterhalt. Auch meist kein Pappenstil. Diese Zahleistungen führen bei neuen Partnerinnen oftmals zu Ärger, da diese dann merken, dass ein Großteils des Einkommen für eine Ex-Beziehung drauf geht und nicht für die eigene Familienplanung aufgewendet werden kann.
Dies soll Dir deine neue Beziehung nicht schlecht reden - ihr solltet Euch aber hinsetzen und diese Punkte in aller Deutlichkeit diskutieren. Deine Partnerin sollte wissen worauf sie sich mit Dir einlässt. Dazu gehören insb. auch die Benennung der Nachteile, wenn ihr die Absicht habt, eine eigene Familie zu gründen. Kinder aus erster Ehe gehen den Kindern aus neuen Beziehungen finanziell immer vor.
Für den Umgang hast Du ja schon sehr gute Tipps bekommen. Gruß Ingo
