Der Anfang war das ...
 
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Der Anfang war das Schwerste, dachte ich zumindest

 
(@ankor)
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Hallo liebe Gemeinde,
nachdem ich hier auch schon zu anderen Sachen geschrieben habe, uns selbst das Mitgefühl anderer gespürt habe, möchte ich auch meine Geschichte aufschreiben. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen, wenn er Parallelen enddeckt, und feststellt, dass er nicht allein ist.
Ich kenne meine Ex seit 19 Jahren und bin jetzt seit 16 Jahren verheiratet. Seit fast 4 Jahren leben wir getrennt, mittlerweile strebe ich die Scheidung an.
Als ich meine Ex kennenlernte war ich noch jung und unerfahren. Was eine lebenslange Bindung bedeutet war mir nicht genau klar, und ich habe mir auch die Frage gestellt, ob es das für den Rest des Lebens sein soll. Ich hatte damals eigentlich Vorbehalte, und im Nachhinein denke ich, dass ich zu unüberlegt in die Sache hineingegangen bin.
Aber die Frau fand ich toll, auch wenn ihre impulsive Art nicht immer angenehm ist. Aber ich denke ich bin vielleicht auch kein einfacher Mensch, und ich dachte, das muss halt so sein.
Ich habe sie wirklich geliebt und ich wollte sie auf Händen tragen.

Nachdem wir 3 Jahre verheiratet waren, wollten wir ein Kind. Gleichzeitig habe ich angefangen zunächst in Abendschule das Abi nachzumachen und begann 1993 zu studieren.

Aus dem einen Kind wurden Zwillinge, zwei Mädchen, und ich bin unendlich glücklich dass es sie gibt.
Nachdem die Kinder da waren, und ich noch im Studium steckte, und leider nicht direkt am Wohnort studieren konnte kümmerte sich meine Ex eigentlich nur noch um die Kinder. Ich war leider eher Nebensache geworden. Im Bett klappte es eigentlich nicht mehr, und ehe ich mich versah waren fast 2 Jahre um in denen sich nichts tat. Nicht das ich nicht gewollt hätte, aber komischerweise kam immer was dazwischen, und irgendwann kam die Ausrede, sie könne nicht, weil sie Angst hätte, sie könne die Kinder nicht hören. Das war der Anfang von langen Diskussionen, denn es wahr schnell zu erkennen, dass es an den Kindern nicht lag.
Außerdem gab sie Geld so schnell aus, dass ich trotz Nebenbeschäftigung nicht mehr hinterher kam.
Streit war vorprogrammiert, und wir haben es in der Zeit nicht geschafft, uns wieder auf ein Gleis zu bringen.
Leider war das der Anfang vom Auseinanderleben, und ich habe die warnenden Vorzeichen nicht erkannt.

Ich wusste aber das ich dagegen etwas tun musste, also fing ich mit einem Projekt an, das alles wieder kitten sollte.
Ich baute ein Haus.
Zunächst war das auch toll, wir hatten wieder ein gemeinsames Ziel, alles wahr gut.
Aber dann stellte ich schnell fest, ich baute ein Haus, nicht wir. Meine Ex wollte nur das Haus. Ich erwartete dass sie aktiv an der Sache mitarbeitete, insbesondere auch die ganzen finanziellen Sachen mit regelte, denn ich war nun eigentlich jedes WE auf der Baustelle.
Sie war der Meinung, ihre eigentliche Aufgabe war mit die Kinder vom Hals zu halten.
Es kam wieder zum Streit, geschlafen haben wir in der ganzen Zeit überhaupt nicht miteinander, auch nicht nachdem wir schon 2 Jahre im Haus wohnten.
Das ganze hat uns ziemlich zermürbt, die finanzielle Belastung war erheblich höher und schlechter zu verkraften als wir uns das vorstellt hatten, es lief immer schlechter.
Ich war mittlerweile so unglücklich das ich eigentlich nicht mehr im meinem Haus leben wollte, ich arbeitete immer länger und war froh, wenn ich nach Hause kam und alles schlief.

Irgendwann konnte ich mich selbst nicht mehr leiden, ich ging auseinander wie ein Hefekuchen, ich stellte irgendwann fest, dass ich keine Freunde mehr hatte.
Ich bemerkte gar nicht wie unglücklich ich war, denn man ist ja immer bemüht sich zu arrangieren.
Um das Haus zu finanzieren hatte ich eine Nebenbeschäftigung in einer Firma mit einem unheimlich guten Zusammenhalt angenommen.
Diese luden mich auch zu der einmal im Jahr stattfindenden Sommerparty ein, und ich fuhr mit Ihnen auch einmal im Jahr über ein verlängertes WE nach Garmisch zu Skilaufen.
Auf dieser Sommerparty lernte ich eine dort tätige Landschaftsarchitektin kennen, die mir sehr sympatisch war und die mich fragte wie es mir gehen würde, ich würde so unglücklich aussehen.
Ich erzählte ihr meine Geschichte, und diese Frau war die erste die zu mir sagte, das sei ja schrecklich und wie ich das nur aushalten würde.
Sie gab mir keine Ratschläge oder ähnl. aber es war der erste Mensch dem ich das alles erzählte und zwar aufrichtig und ungeschminkt.
Und sie war die erste die mir zuhörte und bei der ich plötzlich merkte in was für einer Situation ich mich befand.
Das war ein Jahr vor meinem 40. Geburtstag. Und ich begann über mich nachzudenken.
Und um so mehr ich nachdachte um so mehr erkannte ich in was für einer Situation ich mich befand.

Die regelmäßigen Streitgespräche die ich schon sein Jahren mit meiner Ex führte wurden immer häufiger, und ich hörte immer genauer hin und stellte irgendwann fest, ich war eigentlich über in diesem ganzen Szenario.
Ich begann genauer zu fragen und irgendwann sagte ich ihr, dass ich das nicht mehr aushalte, und das das Haus nicht alles ist in meinem Leben, das sie sich nicht wundern solle, wenn ich irgendwann mit einer anderen Frau auftauchen sollte.
Da hat sie mich ausgelacht.

Das war dann zu viel für mich.
Ich dachte eigentlich nur noch über mich nach und war fest entschlossen, mein Leben zu ändern.
Zunächst ließ ich mein Knie reparieren.
Die Frau in der Firma wurde ein fester Ansprechpartner für mich, nicht nur weil sie mir zuhörte, sondern auch weil ich mich in sie verliebt hatte. Und ich hatte Glück, trotz das ich ja eigentlich keine gute Party war und nur Altlasten mit mir herumtrug, interessierte sie sich auch für mich.
Wir sind heute nach fast 4 Jahren immer noch ein glückliches Paar.
Erst ging alles ziemlich heimlich ab, aber irgendwann merkte meine Ex, das da was nicht stimmte.
Dann kam der entscheidende Tag, ich habe mich mit meiner Ex hingesetzt und ihr gesagt, das es jemanden anderen gibt.
Waterloo !

Meine Frau flüchtete nicht ohne mir zuvor zu sagen, sie würde sich jetzt umbringen, zu meiner Schwester.
Dort, das habe ich dann später erfahren, hat sie nicht gesagt, hilfe meine Ehe geht unter, sondern sie hat gesagt, hilfe mein Haus.
Nun ja, meine Kinder waren zu der Zeit 8 Jahre alt, und ich habe versucht, die ganze Sache so sanft wie möglich zu organisieren.
Gemeinsam konnte ich mit meiner Ex gar nichts mehr machen.
Wenn sie mir irgendetwas schlechtes konnte, hat sie das getan.
Das fing damit an, dass sie entgegen meinem Wunsch allein den Kindern gesagt hat, dass ich die Familie verlassen würde.
Sie hat die gesamte Verwandtschaft und alle Freunde informiert, nicht ohne mit die alleinige Schuld an allem zu geben.
Sie hat behauptet ich hätte sie und die Kinder geschlagen und ich hätte 4 oder 5 Beziehungen neben ihr und würde Orgien feiern.
Ich sei halt das größte Schwein westlich des Orals.
Sie wechselte die Schlösser des Hauses aus, so dass ich nicht mehr an meine Sachen kam.
Ich zog zu meiner jetzigen Lebensgefährtin.
Ich habe alles versucht so sanft wie möglich zu regeln, was aber nicht immer ging.
Ich habe versucht alles zu bezahlen, was aber auch nicht immer ging.
Ich bezahlte das Haus, alle Kosten die anfielen, wie in der Ehe auch, und hatte am Ende noch ca. 140 Euro für meinen Lebensunterhalt. Wenn meine Süße mich nicht aufgenommen hätte und mich nicht mit Geld versorgt hätte, hätte ich mir noch
nicht mal was zu essen leisten können.
Meine Ex forderte immer mehr, wollte das Haus nicht verkaufen, wollte sich nicht an den Kosten beteiligen, nur ein Gegeneinandern.
Alles nur Krampf. Meine Kinder bekam ich nur zu sehen, wenn ich zu ihnen herausfuhr.
Ich habe den Stress irgendwann nicht mehr ausgehalten. Ich habe 25 kg abgenommen und wieder mit Sport angefangen.
Ich lernte neue Leute kennen und stellte irgendwann fest, mein Leben fing wieder an. ich hatte wieder Freunde.

Irgendwann war meine Ex damit einverstanden das Haus zu verkaufen. Das klappte dann auch nach einem 3/4 Jahr und Gott
sei Dank ohne Verluste. Es war genügend Geld da um ihr und mir ein Startkapital zu ermöglichen.

Ok, sie hat mich bei der Trennung des Hausrats beschissen, aber meine Süsse sagte, gib ihr doch alles, was willst Du mit den alten Klamotten, wir brauchen am Anfang nicht so viel und was wir dann brauchen, kaufen wir neu.

So nach und nach regelte sich alles.
Ich zog mit meiner Süssen in eine neue Wohnung mit 2 Zimmer für die Kinder.
Meine Ex zog in dem Ort in dem sie arbeitete und in dem die Kinder auch zur Schule gehen.

Wir trennten unser Hab und Gut und ich habe auch peinlich darauf geachtet, sie dabei nicht zu übervorteilen.
Ich habe alles geteilt, auch Dinge die aus Sparverträgen und ähnliches vor der Ehe entstanden waren.

Wir regelten dass die Kinder alles 2 Wochen bei mir sein konnten.
Das funktionierte bis letztes Jahr Oktober. Da wollte meine Ex in den Urlaub fahren.
Ist sie auch.
Die Kinder waren eine Woche bei mir.
Seitdem sagt sie mir, die Kinder wollen nicht zu mir und sie seien jetzt 12, das können sie jetzt selbst entscheiden, und ich
hätte keine Anspruch darauf wenn die Kindern nicht wollen.
Jetzt habe ich mich mit dem JA im Verbindung gesetzt, nachdem Regelungen mit meiner Ex nicht mehr möglich sein.
Wie regelmäßig will sei wieder mehr Geld für Unterhalb aber ansonsten höre ich immer nur, ich mach jetzt mein eigenes Ding,
was Du willst ist mir vollkommen egal.

Das Problem ist wahrscheinlich, dass meine Ex sehen kann, dass ich sehr glücklich bin und ihr geht es gar nicht.

Trotzdem bin ich froh das ich das alles gemacht habe und an diesem Weg festgehalten habe.
Nicht nur weil ich dabei den liebsten Menschen auf Erden gefunden habe, sondern weil ich endlich wieder glücklich bin.

VG

Andreas


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 27.02.2008 01:31
(@haxe69)
Schon was gesagt Registriert

Interessant zu lesen.

So ganz auch gehen.
Alles gute


AntwortZitat
Geschrieben : 12.03.2008 23:07
(@derderswissenwill)
Schon was gesagt Registriert

hallo

danke für deine geschichte, der erste teil kommt mir sehr bekannt vor, am zweiten teil arbeite ich gerade.

gruesse und weiterhin das beste wünscht

g


AntwortZitat
Geschrieben : 16.03.2008 11:31