mal wieder so eine ...
 
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mal wieder so eine Frage

 
 AJA
(@aja)
Registriert

... die mir in den letzten Tagen so durch den Kopf geht.

Wie ist das mit eurer Beziehung oder Nichtbeziehung zu eurem Expartner. Männlich oder weiblich.

Sind die euch wirklich und tatsächlich piepsegal und gehen euch am A... vorbei, oder gibt es da immer noch so etwas wie - vorsichtig ausgedrückt, Gefühle?

Könnt ihr alle fünf, zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre einfach auslöschen, als wären sie nie gewesen?

Könntet ihr völlig relaxed zusehen, wie euer/eure Ex ins Verderben rutscht, vor allem, wenn eure Kinder daran beteiligt sind?

Wenn ja, erklärt mir bitte, wie ihr das schafft. Wenn nein, warum das so ist.  😉

Gruß AJA


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 15.10.2006 23:15
(@schmusepapa)
Registriert

Hallo Aja,

Sind die euch wirklich und tatsächlich piepsegal und gehen euch am A... vorbei, oder gibt es da immer noch so etwas wie - vorsichtig ausgedrückt, Gefühle?

Ich weiß nicht was du mit "Gefühlen" meinst - aber wenn meine "Ex" was macht oder ihr etwas widerfährt, was Auswirkungen auf die Kinder hat, interessiert es mich schon. Ob und wo "Ex" z.B. abends weg war und was sie dort gemacht hat, interessiert mich nicht die Bohne.

Könnt ihr alle fünf, zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre einfach auslöschen, als wären sie nie gewesen?

Nein, und insbesondere nicht weil es da eine süße Tochter gibt...

Könntet ihr völlig relaxed zusehen, wie euer/eure Ex ins Verderben rutscht, vor allem, wenn eure Kinder daran beteiligt sind?

Nein, zusehen würde ich da nicht. Du kannst aber nur Tipps und Ratschläge geben. Wenn diese nicht helfen, die Kinder aus der Schusslinie nehmen. Beide Elternteile sind (bis auf wenige Ausnahmen) erwachsene Menschen. "Mutter-Theresa-Syndrom" hilft da nicht. Wenn der Ex-Partner selbst ins Verderben rennt, dann sollte man / frau es nur nicht emotional so sehr an sich selbst herankommen lassen. Denn sonst haben die Kinder zwei Eltern, die sich selbst verrückt machen und die Elternrolle nur suboptimal ausfüllen können.

Und speziell für dich, Aja, mach dir nicht immer über alles mogliche nen Kopp.
Du hast Verantwortung für dich, eure Kinder, deine jetzige Familie. Aber nicht mehr für den "Ex".

In Afrika herrschen Hungersnöte. Bist du dafür verantwortlich? Kannst du viel dagegen tun?

Und nun stell dir mal vor, ich behaupte, Ajas Posts im vatersein reißen mich immer so runter, da bekomme ich jetzt psychische Probleme. Bist du denn dann auch für mich verantwortlich?

@all: Der letzte Satz ist ironisch gemeint...

Gruß

Martin


AntwortZitat
Geschrieben : 16.10.2006 00:26
(@lonesomewolf)
Nicht wegzudenken Registriert

eine gegenfrage, die mir durch den kopf geht:

warum setzt du dich nicht mit deinem ex zusammen,
lachst mit ihm über die fehler, die ihr gemacht habt,
lernst mit ihm aus euren fehlern
und knüpfst mit ihm an eure fünf, zehn, fünfzehn oder zwanzig jahre an?

ginge es ex, den kindern und auch dir dann nicht besser?

provokant, keine frage ...

lg

wolf


wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun,
sondern auch für das, was wir nicht tun

(j.b.molière)

AntwortZitat
Geschrieben : 16.10.2006 08:37
(@nena62)
Rege dabei Registriert

Hallo Aja,

mal eine Frage zu der ich auch was schreiben kann 🙂

Ich glaub es ist abhängig davon, wie die Trennung ablief und vor allem wie sehr man durch die Kids noch aneinander gebunden ist.

Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich mit meinem EX abgeschlossen hatte als wir uns dann endlich getrennt haben. Es war keine Spontantrennung wie bei so vielen wo plötzlich ein neuer Partner auftaucht, es war ein Prozess über Jahre und darum waren wir "fertig" miteinander. Zum anderen sind unsere Kids schon groß, d.h. es gibt keinen Streit um Umgang oder sonstiges... nichtmal mehr ums Geld, er zahlt für unsere Tochter und gut is. Ich kann nicht sagen dass ich die (fast) 25 Jahre gestrichen hab, da würde mir ja mehr als die hälte meines Lebens fehlen, aber ich hab keine Berührungspunkte mehr mit meinem EX. Ich weiss nur sehr wenig von dem was er macht... höchstens mal aus Erzählungen von Bekannten oder von Töchting.... es berührt mich in etwa so als würde man von einem alten Bekannten reden den ich seit Jahren nicht gesehen hab, da sind keine Emotinen mehr im Spiel. Und ich denk das ist (inzwischen) auf beiden Seiten so.

Wir können damit gut leben und haben so eine Chance auf ein Leben nach der Trennung. Wenn ich so nachdenke hab ich meinen EX beim Scheidungstermin das letzte mal gesehen und telefoniert haben wir in den letzten 3 Jahren 2-3 mal. Es ist vorbei und wir haben einen glatten Schlussstrich gezogen.

Das alles funktioniert aber nur wenn man die Paarebene wirklich abgeschlossen hat... auf beiden Seiten. Und natürlich wenns auf der Elternebene keine Reibereien gibt. Wären unsere Kids 10 JAhre jünger könnten wir das sich so locker nicht handhaben.

LG
Nena


Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum

AntwortZitat
Geschrieben : 16.10.2006 11:15
 AJA
(@aja)
Registriert

Und nun stell dir mal vor, ich behaupte, Ajas Posts im vatersein reißen mich immer so runter, da bekomme ich jetzt psychische Probleme. Bist du denn dann auch für mich verantwortlich?

  🙂

Ich glaube, mein "Verantwortungsgefühl" kommt ein bisschen falsch rüber  :wink:. Ich fühle mich für meine Kinder verantwortlich, das ja. Nicht aber für das Tun und Nichttun meines Ex. Ich sehe es, es tut mir leid, aber ich fühle mich nicht (mehr) dafür verantwortlich. Und außerdem fühle ich mich auch ansonsten nicht für den Weltfrieden verantwortlich.  😉

Ich weiß nicht was du mit "Gefühlen" meinst - aber wenn meine "Ex" was macht oder ihr etwas widerfährt, was Auswirkungen auf die Kinder hat, interessiert es mich schon. Ob und wo "Ex" z.B. abends weg war und was sie dort gemacht hat, interessiert mich nicht die Bohne.

Genau das meinte ich, nicht mehr und nicht weniger. Nicht, wie der Alltag abläuft, was es wieder für Streß in der Arbeit gibt o. ä., das interessiert mich nicht. Im Grunde interessiert es mich auch nicht, dass er wieder eine OP vor sich hat, solange er sie überlebt  :wink:.

warum setzt du dich nicht mit deinem ex zusammen,
lachst mit ihm über die fehler, die ihr gemacht habt,
lernst mit ihm aus euren fehlern
und knüpfst mit ihm an eure fünf, zehn, fünfzehn oder zwanzig jahre an?

Zusammen gesetzt haben wir uns oft - im Beisein unserer JA-Beraterin - und im Grunde haben wir beide nur einen einzigen Fehler gemacht: wir haben unsere Ehe von seiner Schwester dirigieren lassen. Wir haben das beide eingesehen, ich habe meine Konsequenzen gefasst, er nicht. Zum Lachen ist es deswegen noch zu früh. Wobei - gestern war so eine Situation: das Telefon hat mal wieder geklingelt und er ist wie immer nicht dran gegangen. Da nur eine einzige Person bei ihm anruft (außer mir, aber ich war ja da  :wink:) habe ich im Spaß gesagt, ich könnte ja dran gehen. Bei der Vorstellung ihres dummen Gesichts mussten wir dann doch beide lachen.

@nena

Wenn ich so nachdenke hab ich meinen EX beim Scheidungstermin das letzte mal gesehen und telefoniert haben wir in den letzten 3 Jahren 2-3 mal. Es ist vorbei und wir haben einen glatten Schlussstrich gezogen.

Das alles funktioniert aber nur wenn man die Paarebene wirklich abgeschlossen hat... auf beiden Seiten. Und natürlich wenns auf der Elternebene keine Reibereien gibt. Wären unsere Kids 10 JAhre jünger könnten wir das sich so locker nicht handhaben.

Wären die Kinder nicht, hätte ich meinen Ex noch genau einmal in den letzten fünf Jahren gesehen, nämlich beim Notar zur Hausüberschreibung. Ich wüsste von nichts und es würde mich nicht die Bohne interessieren. Wenn ich irgendetwas erfahren würde, würde es mich vielleicht betroffen machen, aber nicht so beschäftigen wie jetzt, wo ich alle zwei Wochen wieder damit konfrontiert werde.

es berührt mich in etwa so als würde man von einem alten Bekannten reden den ich seit Jahren nicht gesehen hab, da sind keine Emotinen mehr im Spiel.

Definiere Emotionen - ich denke, die sind bei jedem anders. Wenn du den Vergleich mit einem alten Bekannten nimmst, stelle ich mir das so vor, was ich empfunden habe, als ich erfahren habe, dass eine Klassenkameradin von mir gestorben ist. Ich hatte sie seit dem Abitur nur ein einziges Mal noch gesehen bei der 15-jährigen Abiturfeier. Wir waren in der Schulzeit noch nicht einmal miteinander befreundet. Ich war geschockt, aber 10 min. später war der Alltag wieder da. Wenn ich mir vorstelle, mein Ex stirbt, würde mich das persönlich wahrscheinlich auch nicht viel mehr treffen. Allerdings sind da dann die Kinder, die keinen Vater mehr haben. Und so ist auch mein Interesse an seinem Werdegang: Zitat Martin

aber wenn meine "Ex" was macht oder ihr etwas widerfährt, was Auswirkungen auf die Kinder hat

Gruß AJA


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 16.10.2006 16:37
(@bengel)
Registriert

hallo zusammen,

ich denke, das verarbeitet jeder und jede anders. mich interessiert schon, ob es ihr gut geht und nicht nur wegen der kinder. wir haben schliesslich mehr als die hälfte unseres lebens gemeinsam verbracht. schon allein deshalb. das keine liebe mehr da ist klar. aber ein wie immer auch geartetes gefühl der verbundenheit schon. was sie so anstellt, ob sie ausgeht oder nicht interessiert mich nicht. da sie noch keinen neuen hat, kann ich nicht sagen, ob mich das betroffen machen würde. ich denke eher nicht.

wir helfen uns immer noch gegenseitig. als ich im Ausland war hat sie meine planzen gehütet, den briefkasten gelehrt und ab und an mal die wohnung gesaugt, sowie ich hier jetzt mal kleinere reparaturen im haus bei ihr erledige.

klar, gibt es manchmal noch kleine spannungen, aber keiner von uns rutscht dabei wieder in die "paarebene" ab.

seit heute arbeitet sie vollzeit, was sie eigentlich nicht müsste. ich denke das ist auch ein zeichen dafür, dass wir im grossen und ganzen fair und "partnerschaftlich" miteinander umgehen.

nur ist partnerschaft nun anders zu verstehen.

gruss bengel


AntwortZitat
Geschrieben : 16.10.2006 18:07
 AJA
(@aja)
Registriert

Danke bengel,

so was tut gut zu lesen  :). Ich denke, das sollte auch das "normale" sein. Mir fehlt immer so ein bisschen das Verständnis wenn einstige Liebe in blinden Hass umschlägt oder auch in absolute Gleichgültigkeit.

Gruß AJA


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 16.10.2006 19:34
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin,

Ich denke, das sollte auch das "normale" sein.

Wer difiniert, was "normal" ist. Ist es "normal", dass ein Elternteil den Umgang boykottiert? Ist es dann auch "normal", dass der Umgangselternteil 'n Hals auf den anderen Elternteil bekommt?

Mir fehlt immer so ein bisschen das Verständnis wenn einstige Liebe in blinden Hass umschlägt oder auch in absolute Gleichgültigkeit.

Völliges Verständnis kann nur vorhanden sein, wenn vergleichbare Situationen erlebt wurden bei annähern gleichen Welt- und Leitbildern sowie lebensanschauungen und und und.

Meine Ideen über Exchen werde ich in öffentlichen Forum nicht schreiben. Und: Es sind meine Ideen, die ich niemals auf die Kinder, wie subtil auch immer, übertragen würde und werde.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 16.10.2006 21:27
 AJA
(@aja)
Registriert

Wer difiniert, was "normal" ist. Ist es "normal", dass ein Elternteil den Umgang boykottiert? Ist es dann auch "normal", dass der Umgangselternteil 'n Hals auf den anderen Elternteil bekommt?

"Normal" definiert wahrscheinlich jeder anders, in direkter Abhängigkeit seiner eigenen Toleranzgrenze. Davon abgesehen gibt es sicher unterschiedliche Definition, was "normal" ist.

Umgangsboykott ist für mich kindisches Verhalten, bei dem ein Partner mit der grösstmöglichen Keule geprügelt werden soll. Wenn die Definition von "normal" mit Norm übersetzt wird, dann mag das hier in diesem Forum so sein. Die Norm, sprich sprachtechnisch definiert statistisch gesehen die Meisten, machen das wohl. Wobei es auch hier die "anderen" gibt.

Die Reaktion auf Umgangsboykott ist eine menschlich absolut erklärbare. Da nicht "einen Hals" zu kriegen würde schon an Heiligkeit oder Debilität grenzen. Wobei da die "Normalität" aus der Ohnmacht entsteht.

Normal in dem Fall einer Trennung: Erwachsen sein. Seine eigenen Befindlichkeiten von denen des Partners trennen zu können. In dem Fall lautet die Definition von normal: naja, eben sich nicht auf die kindliche Gekränktebene zu begeben.

Diese Fälle gibt es und ich habe schon des Öfteren von Bekannten erzählt, wo das so ablaufen durfte, bis dahin, dass der KV zusammen mit dem neuen LG der Ex Erziehungsstrategien entwickelt hat.

Völliges Verständnis

Das wäre ja zuviel verlangt. Daher habe ich ja auch geschrieben

Mir fehlt immer so ein bisschen das Verständnis

  😉

Gruß AJA


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 16.10.2006 22:17
(@eskima)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo AJA,

vorab: mein Rechner ist kaputt und ich kann momentan nicht so zeitnah schreiben, wie ich es mir wünschen würde  🙂

Als ich dein Post gelesen hab, erinnerte ich mich spontan an meinen Ex. Er fühlte sich für mich verantwortlich, weil ich aus der Ehe ausgestiegen bin und wir uns doch "bis das der Tod euch scheidet" versprochen haben. Er meinte, dass ich mich verlaufen habe und schickte mir auch andere Leute, die seiner Meinung waren und mich auf den "richtigen" Weg zurückführen sollten. Er übernahm also für mich (und die seiner Meinung nach verkehrte Entscheidung der Trennung) Verantwortung.

Kannst du dir ansatzweise vorstellen, wie entmündigt ich mich gefühlt habe? Ich halte es nicht für gut, für den Expartner Verantwortung zu übernehmen und für noch viel schlechter, andere Menschen mit hineinzuziehen.

Das waren meine Überlegungen am Nachmittag. Hier ging es um meine Beziehung. Heute abend nun ist dieses Thema gedanklich in meine jetzige reale Welt übergeschwappt, in meine Beziehung zu meinen Leasingkindern. Und ich schreibe nun als jemand, der kurz vor dem Platzen steht, ich bitte dies zu berücksichtigen.

AJA, du in deiner jetzigen Situation hast es bestimmt nicht leicht. Aber du hast die Zügel in der Hand. Wie du bereits weißt, komme auch ich aus einer krankmachenden Familiensituation und habe diese Situation konsequent verlassen.

Neuerlicher Auslöser war die Situation "Umgang und Hausaufgaben" (nachzulesen hier unter Umgang) und ich bin ja nur die Next. AJA, es gibt einen ganz entscheidenden Unterschied: entweder du hast die Möglichkeit zu handeln oder du hast sie nicht. Du kannst dich entscheiden, ob du die Verantwortung für deine Kinder so oder auf andere Weise trägst und stehst dir vielleicht höchstens selber im Weg. Es kann auch sein, dass du für deine Entscheidungen von außen angefeindet wirst, aber solange du von deiner Entscheidung überzeugt bist, wirst du deinen Weg gehen, du wirst reflektieren und dich deiner Verantwortung stellen.

Als Leasingmutter und Ehefrau eines Vaters ohne Sorgerecht habe ich diese Möglichkeit nicht. Ich bin gezwungen zuzuschauen (zusammen mit meinem Mann!), wie mit den Kindern Dinge angestellt werden, die wir beide nicht gutheißen können. Klar, ich könnte mich von meinem Mann trennen, dann wäre ich raus. Oder er könnte den Kontakt zu den Kindern abbrechen, dann wären wir auch raus, beides sind aber keine guten Möglichkeiten.

Und manchmal halte ich es fast nicht mehr aus. M. (14) freut sich darüber, dass wir alle zusammen essen, für uns banal. Er nahm sich dann nur einen Teil des Essens beim Mittag und ich versuchte Verständnis für seine Mutter aufzubringen und sagte: wenn ich mir vorstelle, dass ich 5 Kinder am Tisch hätte und einer mag dies nicht und der andere das nicht, dann fände ich das auch blöd. M. antwortete, dass sie zuhause nie zusammen essen, die Erwachsenen und die Mädchen essen im Wohnzimmer und die Jungs im Eßzimmer.  Wir kamen dann auf das Thema "Supernanny" und dass es immer mit das Erste bei ihr wäre, dass alle zusammen die Mahlzeiten einnehmen. M. erzählte dann weiter, dass die Jungs abends immer Brot essen müssen und die KM sich hinstellt und kocht. Sie erzählt dann, dass sie für den nächsten Tag kocht, aber nachdem die Jungs in ihre Zimmer (und notfalls auch ins Bett) geschickt werden, essen die Erwachsenen und die Mädchen das von der Mutter gekochte Essen.

Naiv wie ich manchmal bin, sagte ich dann, dass der große Bruder K. (heute 17) früher immer erzählt hat, dass abends, wenn die Jungs im Bett sind, der Pizzadienst für die Mädchen und die Erwachsenen kam und dass das vermutlich noch härter war. Die Antwort könnt ihr euch denken? Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als ich hörte, das dies auch heute noch regelmäßig so ist.

Die Jungs erzählen nur sehr wenig von zuhause. Ich weiß nicht, ob sie sich selber oder uns schonen wollen. Beim Jugendamt hat mein Mann alle Möglichkeiten ausgeschöpft, vom Sachbearbeiter über Gruppenleiter bis hin nach ganz oben.

Der Hammer schlechthin ist, dass ich meiner Tochter früher oft spaßeshalber gesagt habe, dass sie nun ins Bett gehen muss, damit ich die leckeren Sachen aus dem Schrank holen kann. Meine Tochter wußte die Situation sehr wohl einzuschätzen, aber angesichts meiner Leasingkinder bleibt mir dieser "Spaß" echt im Halse stecken  😡

Mein Mann und ich lehnen jede Verantwortung für die Ex ab. Und glaub mir, ich hab mir oft genug den Mund fusselig geredet, für die Kinder, für meinen Mann. Ich kenne die Kinder jetzt gut 10 Jahre, die Ex kenne ich 9 Jahre. Die Ex redet auch lieber mit mir als mit meinem Mann.

Und manchmal kann man sich nicht einfach aus einem krankmachenden System verabschieden, weil noch zuviel unschuldige Opfer drinhängen. Dann kann man diese Opfer wirklich nur stark machen. Und das haben wir getan und das machen wir noch heute und genau das sehen wir auch als unsere Aufgabe.

Sorry, falls ich jetzt zu weit ausschweifend geantwortet habe, wie gesagt, ich wär fast geplatzt. Fakt ist jedoch, dass man auch immer schauen muss, inwieweit man eine Situation ändern könnte und wo man einfach nur stillhalten kann.

Könntet ihr völlig relaxed zusehen, wie euer/eure Ex ins Verderben rutscht, vor allem, wenn eure Kinder daran beteiligt sind?

Ein alleinerziehender Elternteil in einer krankmachenden Beziehung zu den Kindern mit ASR muss ins Verderben rutschen, bevor irgendetwas Positives passieren kann (meine Meinung!) Relaxed zusehen ist was anderes.

Ich hab bestimmt noch irgendwas vergessen... aber erstmal war mein Post lang genug.

Gruß

eskima


Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht sieben Meilen in seinen Schuhen gegangen bist - Indianische Lebensweisheit
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AntwortZitat
Geschrieben : 17.10.2006 02:42




(@alexa)
Rege dabei Registriert

Hallo Ihr
Zwischen meinem Ex und mir hat sich in den letzten 4 Jahren ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Wir können ohne weiteres auch mal den anderen um einen Gefallen bitten oder zusammen nen Kaffee trinken.
Beziehungsgemäße gefühle gibt es bei mir nicht mehr.
Trotzdem schaffen auch wir es manchmal miteinander zu zoffen. Nach zwei Jahren hatte ich einen neuen Partner. Das war für ihn erst mallllll schwer zu akzeptieren und es klang oft Eifersucht in seinen Reden und Handlungen. Aber auch darüber sind wir hinweg.
Da er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann entsteht bei uns keine Debatte um Unterhalt. Besuchsrecht haben wir immer nach den Wünschen der Kinder geregelt. Da wir zwei Strassen auseinander leben können die Kinder jederzeit selber hin.
Einen Vorteil habe ich. Er erbringt den Unterhalt auf andere Art und Weise. Ich weiss er schaut nach den Kindern wenn ich arbeiten muss oder man ein We für mic brauche. Er gießt unsere Blumen und schaut nach dem Rechten wenn wir in Urlaub sind. Ich musste noch nie Angst haben das er meine Post liest oder sonst irgenwie indiskret ist.

Ich weiss das dies so selten der Fall ist.Aber ich bin froh das es so ist. Denn ansonsten würde es mir und den Kindern nicht so gut gehen.
Es würde mich sehr treffen wenn er krank würde oder sonstwie einem Schicksalsschlag ausgesetzt wäre, weil ich weiss wie schwer die Kinder darunter leiden würden. Und ich bin mir sicher das auch er mir helfen würde wenn ich seine Hilfe brauche. Viele fragen uns oft warum wir nicht wieder ein Paar werden, weil wir uns so gut verstehen.Aber das werden wir nie mehr, weil wir uns nicht mehr lieben aber trotzdem sehr schätzen.
Gruß Alexa


Beurteile einen Menschen nie nach seinem Lächeln.... manche Lachen nur um nicht weinen zu müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 27.10.2006 01:32