Hallo!
Ja, die Beweggründe...
...zum Organspendeausweis. Den wollte ich schon immer haben. Hab mich aber nie wirklich getraut. Hatte Angst, dass bei einem Unfall irgendeinen Unfug damit gemacht wird.
Aber, ich dachte mir, für irgendwas muss es doch wichtig sein...den Tod meine ich. Naja, ich hab gegoogelt...und da gab es eine Datei zum Ausfüllen.
Es gibt zwar Kriterien um einen Menschen als tot zu "messen", aber wann der wirkliche Tod eintritt, kann eben nach wie vor nicht bestimmt werden.
Hm, ja das mag sein. Aber die andere Frage ist doch, ist der Mensch dann noch lebensfähig, ohne Apparate...und meine Horrorvorstellung ist, Monate evtl. Jahre an solchen Apparaten zu hängen, die Angehörigen leiden darunter sehr...! DAS kann es auch nicht sein.
Auf der anderen Seite hab ich mich natürlich auch gefragt, was sein sollte, wenn ich mal auf der Schippe stehe und mir nur eine Organspende helfen könnte... aber ich möchte auch keine fremden Organe eines Toten, dafür bin ich viel zu sensibel.
Lebendspenden hingegen stehe ich sehr positiv entgegen, ich würde sofort eine Niere für einen Angehörigen spenden, wenn die Umstände dementsprechend wären.
Ich weiß was du meinst, eskima.
Ich sag aber mal was...ganz direkt...(bitte nicht falsch verstehen!!!)
Du würdest also eine Niere eines Toden ablehnen...und viele Jahre lang (mit allen Nachteilen und Einschränkungen) zur Dialyse gehen?
Lebendspenden..hm. Die Nieren sind nicht umsonst doppelt vorhanden, zum Glück könnte man sagen. Eine freiwillig herzu geben, halte ich für sehr fahrlässig. Wenn diese versagt, hast du das gleiche Problem, wie die Person der du geholfen hast. Das kann es nicht sein.
Alles in allem eine nicht leichte Entscheidung. Ich sehe den Organspendeausweis auch nur als Entscheidungshilfe für die Angehörigen...die können eh noch ein Veto einlegen und anders entscheiden. Sie sollen nur im Fall der Fälle wissen, was ich will.
Aber ich mußte schon einmal feststellen, daß man in diesem Moment gar keine Zeit hat
über Ekel oder Angst (davor fürchtete ich mich am meisten) nachzudenken.Man ist so beschäftigt mit Nachdenken, handeln und tun. Da bleibt gar keíne Zeit..... komisch !
Wo ich es glaub ich nicht über mich brächte wäre, wenn jemand erbrochen hat.
Ja, das stimmt schon. Mir geht es aber immer so, dass ich mir vorher sehr viele Gedanken mache...und die Maske nimmt mir die Gedanken. Wenn es soweit ist, hat man eh keine Zeit mehr.
Richtige Ausrüstung kann auch im Vorfeld helfen.
Ich finde die Knochenmarkspende schon eher kritisch. Schließlich wird man selbst operiert....in Narkose versetzt.
Ich hab da echt schieß...schade eigentlich, helfen würde ich schon gerne.
*mir gerade darüber Gedanken mache*
Gruß BM RK
The Future is not set. --
There is no fate but what we make for ourselves.
Hallo BM RK,
Du würdest also eine Niere eines Toden ablehnen...und viele Jahre lang (mit allen Nachteilen und Einschränkungen) zur Dialyse gehen?
Keine Ahnung, ich bin nicht in der Situation. Rein theoretisch würde ich sagen, dass ich die Dialyse irgendwann ablehnen würde, in der Gewißheit, dass mein Leben dann recht schnell zu Ende geht...
Ich bin ziemlich naturverbunden und sehe, dass ein Menschenleben ein Anfang und ein Ende hat. Genauso wie ich versucht habe, meiner Tochter einen möglichst natürlichen Anfang für ihr Start ins Leben zu geben, wünsche ich mir auch einen würdevolles, natürliches Ende.
Gruß
eskima
Hallo eskima,
hm, ja verstehe.
Ich sehe es genauso.Und ich sehe keinen Widerspruch in einem würdevollen natürlichem Ende...und der Organspende.
lg BM RK
The Future is not set. --
There is no fate but what we make for ourselves.
rehi,
bei einem natürlichen Tod können Angehörige den Tod miterleben und den Sterbenden begleiten auf seinem letzten Weg. Dieser Weg ist nicht mit der medizinischen Diagnose herz- und hirntot für mich abgeschlossen, ich schrieb ja weiter oben bereits, dass die Seele sich noch verabschieden muss und dieses mehrere Stunden dauert, laut Erfahrungen von Trauer- und Sterbebegleitern.
Organentnahme ist aber nur sehr kurzfristig nach Feststellung des Todes möglich, eben solange die Sauerstoffversorgung nicht unterbrochen wurde.
Und somit ist es für mich dann doch ein Widerspruch.
Aber es ist ja auch eine sehr persönliche Sache und ich denke, dass jeder das auch nur für sich persönlich entscheiden kann. Ich ziehe den Hut vor jedem Organspender.
Gruß
eskima
Hi!
Und somit ist es für mich dann doch ein Widerspruch.
Aber es ist ja auch eine sehr persönliche Sache und ich denke, dass jeder das auch nur für sich persönlich entscheiden kann. Ich ziehe den Hut vor jedem Organspender.
So gesehen hast du recht.
Ich wollte dich auch nicht angreifen. Jeder muss selbst entscheiden...
Ich ziehe schon den Hut vor dem der sich darüber Gedanken macht, egal wie seine Entscheidung ausgeht.
Gruß BM RK
The Future is not set. --
There is no fate but what we make for ourselves.
nochmal hi 🙂
Ich wollte dich auch nicht angreifen. Jeder muss selbst entscheiden...
Ich fühlte mich auch nicht angegriffen :yltype:
Ich hab mir schon vor 15 Jahren aus bei mir aktuellem Anlass Gedanken um das Thema gemacht und seitdem bin ich mir immer sicherer geworden, was ich will. Am schlimmsten stelle ich es mir vor, wenn der Arzt vor den Angehörigen steht und nach einer möglichen Organspende fragt und niemand weiß, wie der Sterbende darüber gedacht hat :redhead:
Schönen Sonntag noch
eskima
@BMRK:
Es wird bei der Knochenmarkspende nichts mehr operativ entnommen. Ich habe mal eine Reportage gesehen, da wird man wie an eine Art Dialyse angeschlossen und irgendwas wird rausgefiltert, den Rest bekommt man wieder zurück. Also nix Gefährliches!
Ich war übrigens einmal kurz davor zum Spender zu werden, nur bei so einer Abschlussuntersuchung des Blutes stimmte irgendwas nicht mehr überein. Schade, ich hätte es gern gemacht.
GLG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Liebe Marina,
Aber ich hab auch einen Grund mich zu schämen. Bei mir ist es allerdings nicht die Angst
vor Spritzen sondern es wäre mir unerträglich wenn ich wüßte, daß ein Mensch den ich sehr
liebe sozusagen leergeräumt würde.Bei mir selbst es mir egal. Aber die Vorstellung jemand würde meinen Sohn.... ich darf gar nicht
daran denken. Ich schäme mich dafür, aber alles andere wäre eine Lüge.
mal zu meiner angeblichen Sachlichkeit und Vernunft:
Wenn ein Arzt das Skalpell auch nur ansieht, um meiner Tochter auch nur irgendetwas zu entnehmen, hätte er bereits zwei Hände weniger.
Da macht sich bei mir der Unterschied zwischen Kopf und Gefühl bemerkbar.
Schäm ich mich also auch....
LG
sky
Je mehr Käse, desto mehr Löcher. Je mehr Löcher, desto weniger Käse. Daraus folgt: Je mehr Käse, desto weniger Käse 
Liebe Sky !
Ich habe noch nie gedacht, daß Du kein Herz hast, nur weil Du wenn Du
Paragraphen siehst so ungeheuer sachlich bist.
Ich hoffe, daß ich das nie so gesagt oder sonstwie zum Ausdruck gebracht
habe.
Tja und sonst... Du hast das ausgesprochen was ich auch fühle.
Ganz tief drinnen in mir sagt mir zwar eine Stimme, daß das nicht richtig
ist aber ich komme gegen dieses Gefühl nicht an.
Und wenn das bei uns in Österreich schon so ist, daß Ärzte Organe ohne
Zustimmung der Angehörigen entnehmen dürfen, wenn der Patient in einer
Willenverfügung nicht ausdrücklich dagegen widerspricht - warum bitte
quälen sie dann Menschen die gerade das Liebste verloren haben mit so
einer Frage.
Auch die Worte von Eskima beschäftigen mich sehr.
Weniger das ich glaube, daß die "Seele" dann keine Möglichkeit hätte
ihren Weg zu finden. Dafür bin ich ein zu gläubiger Mensch.
Mich erschreckt eher der Gedanke, daß der tatsächliche Hirntod doch
nicht eindeutig feststehen könnte. Ich hab eigentlich geglaubt, daß
dieses Problem nicht mehr existiert. Zumindest versichern das die Ärzte
doch immer wieder.
Daran, daß Ärzte Schindluder treiben nur um an die Organe zu kommen,
glaub ich weniger. Diese Horrorvorstellung überlass ich dann doch der
Filmindustrie.
Mich beschäftigt aber noch ein anderer Gedanke: Natürlich würde ich
mir wünschen, bräuchte mein Sohn oder jemand anderer aus meiner
Familie eine Organspende, es fände sich ein richtiger Spender.
Mit welchem Recht also kann ich mir den Egoismus erlauben, einem
anderen "seine" Chance zu nehmen ?
Ach ich weiss auch nicht.
Ich hoffe wirklich, mir nie mehr als theoretisch darüber Gedanken
machen zu müssen.
Sagt sich hier ein "nein" schon schwer, wie ungleich schwerer muss
es sein wenn dich Augen fragend und womöglich bittend ansehen.
LG Marina
also,
ich werde nie einen organspendeausweis machen lassen.
ich denke, dass der zeitpunkt des todes nicht so einfach medizinisch festzustellen ist. die seele braucht zeit zu gehen, für eine organspende müssen körperfunktionen aber noch aufrecht erhalten werden, der "tote2 sieht sehr lebendig aus,die Durchblutung klappt ja noch. das langsame fahler-werden der haut, der bruch des augenlichts, all das wird hinausgezögert. das heißt, wenn sich die angehörigen von diesem menschen vor der spende verabschieden, sieht er aus wie immer (im wesentlichen).
Ich habe meine mutter sterben sehen, und ich möchte es nicht missen. ein unglaublicher moment, nicht von der "willkür" der medizin bestimmt. und zu sehen wie sich ihr körper langsam verändert und das leben langsam aus ihrem körper entschwindet, das waren ganz wichtige erfahrungen. und, wenn ich es mir aussuchen kann, ob es bei einem meiner lieben miterleben darf, wie er stirbt, ohne zutun, diesen prozeß sehen, begreifen darf, dann entscheide ich mich dafür. und ich will auch, dass mir dieser prozeß gestattet ist, wenn ich aus dieser welt gehe. der tod ist keine frage von sekunden, es ist ein prozeß,so habe ich ihn zumindest erlebt. ein moment, der unbeschreiblich ist, aber nicht unbeschreiblich schrecklich, trotz all der trauer die damit verbunden ist.
lg
bazeba
@ Marina
Mich erschreckt eher der Gedanke, daß der tatsächliche Hirntod doch
nicht eindeutig feststehen könnte. Ich hab eigentlich geglaubt, daß
dieses Problem nicht mehr existiert. Zumindest versichern das die Ärzte
doch immer wieder.
Damit haben die Ärzte Recht. Es gibt ganz klare Richtlinien, wann ein Mensch hirntot ist, medizinische Richtlinien. Aber diese medizinischen Richtlinien sind von Menschen mit all ihrem menschlichen Wissen gemacht. Und bis heute kann die Medizin zwar hirntot und herztot definieren, aber es sind von Menschen geschaffene Richtlinien. Und es gibt noch so vieles, was selbst den Wissenschaftlern Rätsel aufgibt, zum Beispiel auch der Ausschlag des EEGs.
@ bazeba
ich habe eine sehr gute Bekannte, die den Tod ihres Bruders miterlebt hat. Ihre Schilderung war ähnlich deiner. Ich persönlich möchte diese Zeit zum Abschied von mir nahestehenden Personen haben und ich möchte diesen Abschied nach Möglichkeit auch für meinen eigenen Tod.
Irgendwie drängt sich mir grad der Begriff "in Frieden sterben" auf...
Gruß
eskima
Hallo!
Wie ich schon geschrieben habe, jeder muss und sollte selbst entscheiden. Ich drücke mich ja vor der Blutspende. Welch kindische Einstellung! Aber so ist es nunmal. Es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten zu helfen.
Ich kann eskima, sky, bazeba,... wirklich verstehen, dennoch kommt mir gerade etwas die Wut hoch. Sorry und ich muss mich wiederholen, ich will hier niemanden angreifen,...echt nicht. Das ganze ist nicht nur eine lapidare Entscheidung....ich will euch auch nicht in Gewissensbisse reinreiten.
Aber übelegt mal folgendes:
Euer Kind wartet auf ein Spenderorgan, ihr selbst würde euer Leben hergeben, um dieses Kind, euer Kind zu retten.
Warum sollte dann nicht ein Toter (ein anderes Kind!) dieses Organ eurem Kind geben.
Gerade weil ihr von Seele redet...es wird in Zusammenhang mit den Tod immer wieder von "wo ist der Sinn" gesprochen. In der Organspende sehe ich durchaus einen Sinn...im Tod. Zumindest war es nicht umsonst.
Wenn es wirklich so etwas wie eine Seele gibt, lebt sie weiter, sie lebt weiter in den Anghörigen, egal ob Organe entnommen wurden oder nicht.
Vielleicht noch ein paar Worte zu der Entscheidung warum ich einen Organspendeausweis habe.
Die Zeit nach der Trennung erschien mir so sinnlos, sinnentlehrt...einfach sinnfrei. Ich habe schon ein Problem mit den sinnfreien Leben...aber dann auch noch (sinnlos) sterben. NEIN...das wollte ich nicht. Bei der Aktualisierung meines Erste-Hilfe-Kurses habe ich mich daran erinnert...und den Ausweis dann ausgefüllt.
Gruß BM RK
The Future is not set. --
There is no fate but what we make for ourselves.
Liebe Leute!
Bei all dem sollte man nicht vergessen, dass sich ja nicht jeder Sterbende per se als Organspender eignet, sondern nur die, bei denen das HIRN VOR DEM HERZ stirbt.
Also eine sterbende Mutter, wegen was auch immer, bei der versagt im Normalfall erst das Herz und dann das Hirn.
Als Organspender kommen meist Unfallopfer in Frage, aber Leute, die "körperlich krank" sind (Krebs, etc.) doch sowieso nicht.
Und ich muss ehrlich sagen, wenn ich einen so schweren Unfall hätte, wo mein Kopf tot ist, dann ist doch nichts mehr zu retten.
Mein Mann würde zB nie seine Einwilligung geben, mir Organe zu entnehmen. Daher habe ICH ja ausdrücklich meine Zustimmung gegeben. Außerdem kann man nach der Organentnahme immer noch Abschied von den Verwandten nehmen, die werden ja wieder ordentlich zurechtgemacht.
Ich verstehe aber, wenn das Menschen nicht können. Bei mir liegt es daran, dass meine Angst vorm schmerzvollen Sterben größer ist, als die Angst vor dem Tod. Kann doch nur besser werden, danach 😉
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
naja, die grundfrage ist vielleicht wirklich, ob man/frau den tod als sinnlos ansieht. ich habe den tod meiner mutter und den meines schwagers nicht als sinnlos angesehen. sie sind ihren weg zu ende gegangen. es hat gründe warum sie an ihren jeweiligen erkrankungen erkrankt sind. sie haben sich damit auseinandersetzen müssen, dass sie daran sterben (bei beiden von anfang an keine aussicht auf heilung).
nun, sie wären nicht als organspender in frage gekommen, aber auch ein unfallopfer hat ein recht den prozeß des sterbens abzuschließen. natürlich kann man immer sagen: "wenn dein eigenes kind ein organ bräuchte, dann würdest du sicher keine organspende ablehnen". ich weiß nicht, was ich dann tun würde.ich weiß nur der mensch hat auch im sterben würde, mehr als so mancher im leben je hatte. niemand wird gezwungen ein organ zu spenden, ich denke es steht auch niemandem zu meine entscheidung es nicht zu tun, zu verurteilen.
vielleicht müssen wir den umgang mit krankheit und tod endlich anders angehen. in unserer modernen welt, mit ihren vielen medizinischen möglichkeiten scheint er keinen sinn mehr zu haben. aber wir sollten nicht vergessen, dass der tod der natürliche abschluß des lebens ist und nicht ein versagen der medizin!
lg
bazeba
Hallo!
niemand wird gezwungen ein organ zu spenden, ich denke es steht auch niemandem zu meine entscheidung es nicht zu tun, zu verurteilen.
Ich hoffe das kam so nicht rüber. Wenn doch...: Tut mir leid. So war das nicht gewollt.
Das ganze ist immer eine Sache des Blickwinkels. Der Tod macht Platz für neues,...
...wenn man so will, hat alles seinen Sinn. ALLES !
Oder eben doch nicht. Ist alles Zufall...und doch alles sinnfrei?
lg BM RK
The Future is not set. --
There is no fate but what we make for ourselves.
wow,
danke für euer Antworten. Ich kann jetzt auch besser verstehen warum sich Menschen gegen eine Organspende entscheiden. Hier ziehe ich auch meinen Hut vor Eskima, die den Weg dann ja sehr konsequent geht.
Die Würde im sterben, das ist ein schmerzliches Thema für mich. Meinem Mann wurde diese Würde gelassen, indem man seinen Wunsch nicht mehr um sein Leben zu kämpfen repektiert hat und ihm "nur" noch das sterben erleichtert hat. Meinem Opa wurde sie in meinen Augen genommen, da man ihn mehrmals wiederbelebt hat und er schluicht und einfach mehrere Wochen an Maschinen angeschlossen dahinvegetieren hat lassen bis ereiner Lungenentzündung erlag. Das war ganz und gar kein würdevoller Abschied vom Leben und völlig unsinnig, da er ja schon sehr alt war und die Ärzte schon beim esten mal entscheiden hätten können ihn nicht wiederzubeleben und ihn in Würde gehen zu lassen.*gerade mal etwas heult* Vielleicht auch einer meiner Gründe für meine Entscheidung. Ich möchte nicht an Maschinen angeschlossen dahinvegetieren, davor hätte ich viel zu viel Angst.
Ich glaub ich sollte mich doch nochmal mit dem Thema Patientenverfügung beschäftigen, davor hab ich mich bisher sehr gedrückt (komisch, da ich ja einer Spenderausweis habe und sogar ein Testament)
Ihr habt alle viele tolle und schöne Gedanken für das für und wieder. Danke, ich hab viel gelernt.
LG Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
@ All
was mich ein bißchen gestört hat an diesem Thread, sind die vielen Nebenschauplätze: Würdiges Sterben, Erste Hilfe, Abschalten von Maschinen, EEG, Hirntod, Herztod etc. pp....
Letzten Endes ging es doch um die Organspende an sich...und das ist für mich persönlich wie Erste Hilfe leisten....
Wenn ich tot bin, bin ich tot...ob Hirntod, Herztod...EEG aufflackern, ich kenne niemanden, der nach diesen Diagnosen wieder aufgestanden ist und fröhlich pfeifend durch die Straßen gelaufen ist.
Ich kenne auch niemanden, der am Himmelstor angekommen ist und zu dem Petrus sagte: He, ohne Herz und Nieren kommste hier nicht rein...
Ich kann zwar die Entscheidung akzeptieren, wenn einer klipp und klar nein sagt, aber wenn es hier in diffuse Akte X-Gefilde geht, dann ärgert mich das , weil jeder einzelne, der sich für Organspenden oder gar nur Blutspenden entscheidet, Leben rettet....
Das gilt auch für mein Kind. Es gibt nur wenige Punkte, wo ich mal mit der KM einig bin, aber auch in ihrem Fall würden wir klar dafür votieren, daß ein anderes Kind die Chance bekommen würde, weiterzuleben. Klar ist die Entscheidung hart, aber ich würde halt so entscheiden. Ich hoffe aber, daß dieser Fall nie und niemals eintritt.
Es ist manchmal für mich schwer nachvollziehbar, warum sich Menschen solch wichtigen Dingen entziehen, vermutlich deshalb, weil Deutschland von großen Katastrophen in der jüngeren Vergangenheit größtenteils verschont worden ist und man das Thema der Bequemlichkeit halber ganz weit von sich wegschiebt. Wenn man dann mal eine Niere braucht, sieht die Sache schon ganz anders aus und man flucht auf Ärzte, lange Wartelisten und vermutet Beziehungen und Bestechung - und dann wartet die jahrelange Dialyse. Es hat eben oft auch zwei Seiten....
Gruß Kuwe
Hallo kuwe,
was mich ein bißchen gestört hat an diesem Thread, sind die vielen Nebenschauplätze: Würdiges Sterben, Erste Hilfe, Abschalten von Maschinen, EEG, Hirntod, Herztod etc. pp....
Letzten Endes ging es doch um die Organspende an sich...und das ist für mich persönlich wie Erste Hilfe leisten....
damit hast du recht und wieder nicht recht. Genau diese Nebenschauplätze machen mir z.B. verständlicher warum man sich gegen Organspende entscheidet. Gerade bei diesem Thema spielen ja die Gefühle, wie so oft, mit. Deshalb hätte ich persönlich nichts gegen das österreichische Modell, das jeder,der nicht expliziet wiederspricht zur Organspende bereit ist (da muß man sich dann ja zwangsläufig mit dem Thema auseinandersetzen).
Hier hab ich gelesen ,das sich viele mit dem Thema auseinandergesetzt haben und eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung gefällt haben. Aber sie haben eine Entscheidung getroffen. Ich glaub aber das die Mehrzahl der deutschen Bevölkerung sich mit dem Thema überhaupt nicht auseinandersetzt und deshalb überhaupt keine Entscheidung trifft und somit viele möglichen Organspenden nicht stattfinden können, weil kein klarer Wille erkennbar ist und Angehörige in dem Moment wahrscheinlich auch völlig überfodert sind eine Entscheidung zu treffen.
LG Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hi 🙂
Ich hab keinen Spendeausweis und hab auch noch nie Blut gespendet.
Ich hab keinen Organspendeausweis, weil mich das echt gruselt. Ich hab schon ein paar Mal darüber nachgedacht.. vielleicht ändert sich sowas einfach wenn man eigene Kinder hat.. mal sehen, ob ich nochmal einen bekommen werde.
Ich hab meine Blutgruppe usw. mal genau feststellen lassen, weil meine Schwester mal beinahe gestorben wäre und sie eine seltene hat. So wissen wir jetzt beide, dass wir einander was abgeben könnten 😉
Ich kann jeden verstehen, ders tut und jeden ders nicht tut. Ist gewiss keine leichte Entscheidung.
Bin gespannt auf weitere Meinungen.
Merrow
Zweifle nicht an dem, der Dir sagt er hat Angst. Aber hab Angst vor dem, der Dir sagt, er kennt keine Zweifel. (Erich Fried)
Da das Ding schon so lange offen ist:
Ja, ich bin Blutspender (sollte man schon allein wegen Mopped fahren)
Ja, ich bin potentieller Organspender (wieder Mopped)
Ja, ich will eine CBR 600 RR
Nein, ich habe keinen Ausweis, dafür aber meiner Familie Bescheid gegeben.
Und eine Sache noch dabei: Heute gab es zum Mittag Leber. Das Organ hat ein Schwein gespendet, das die Spende nicht überlebt hat (wie die meisten Spender). Mit gebratenen Zwiebeln, selbstgemachten Stampfkartoffeln und Sauerkraut. Lecker.
Gruss,
Michael

