Als ich meinen Mann kennenlernte, war er bis zur Halskrause zu mit den Problemen um seine geschiedene Ehe und seine Kinder. Ich wußte, dass er 2 mal geschieden ist und wir haben eigentlich eher geblödelt in dem Stil "ist der Ruf erst ruiniert... " 🙂
Was da genau abgegangen ist, das habe ich erst viel später begriffen. Mein Mann hat selten darüber geredet. Die Aussage: Das hast du doch vorher gewußt, trifft für mich überhaupt nicht zu. Ich bin einvernehmlich geschieden worden und vieles, was wir erlebt haben, hätte ich mir nicht im Traum ausmalen können. Das entspricht so in etwa dem, wie man sich fühlt, wenn man das 1. Mal in diesem Forum liest. Nur, dass es viel mehr unter die Haut geht, weil einem inzwischen sowohl der Mann wie auch das Kind (das 2. hab ich bis dahin nie gesehen) ans Herz gewachsen sind.
Ich hab gesehen, wie sich mein Mann vor Wut die Knöchel an der Wand blutig geschlagen hat und hatte ihn manchmal auch wie ein Kind weinend im Arm.
Trotzdem war es immer schwer, in diesem Thema diese Sprachlosigkeit zu brechen und an ihn heran zu kommen. Meine Fragen im Sinne von "das kann doch nicht sein, wir haben doch Umgangsgesetze" oder so wurden alle als naiv abgebügelt. Ich hätte ja keine Ahnung, was auf den Gerichten im Familienrecht abgeht. Stimmt. Hatte ich nicht.
Des Lesens mächtig habe ich dann angefangen, mich durch das Internet zu stöbern. Das alles belächelt von meinem Mann. Teilweise war er auch genervt, weil ihn mein Lesen immer wieder an das für ihn unangenehme Thema erinnert hat. Nach und nach hat er dann angefangen, Informationen, die ich finden konnte, ernster zu nehmen. Zunächst einmal haben wir uns auf alle Informationen gestürzt, was wir überhaupt tun können, um den Kindern zu helfen. Wie man umgeht mit Loyalitätskonflikten etc. So gesehen habe ich gesteuert, ja. Ich hatte mehr Zeit, die Informationen zu filtern. Wir haben auch gestritten und uns die Nächte damit um die Ohren gehauen, Lösungswege zu finden. Aber das alles hat uns auch geholfen. Wir sind noch sicher nicht am Ende, aber auf einem guten Weg. Den Kindern wird endlich wirklich geholfen und wir können auch unseren Teil beitragen. Inzwischen habe ich mich bewußt wieder ein Stück weit aus dem Thema herausgezogen. Und mein Mann... der hat endlich für sich einen Plan, den er auch leben kann und zufriedener dabei sein.
Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
Dalai Lama
Gutn Abend zusammen!
Möchte mal die Männerfrequenz hier erhöhen mit ner weiteren Sichtweise:
Ich hab ne neue Frau kennen gelernt (Yeah!!!!! .... es geschehen noch Wunder) und wir sind beide schwer verknallt.
Naja, sie lernte mich mit meinen aktuellen Problemen kennen, die derzeit natürlich einen großen Teil meiner Persönlichkeit ausmachen und mein momentanes Leben massgeblich prägen. Da sie in solchen Dingen völlig unbedarft ist und als kritische Frau nicht alles blind glaubt, was ich von mir gebe, macht sie sich auf die Suche im WWW, bleibt ggf in einem Forum wie diesem hängen, findet Gesprächspartner, wird als "nicht mehr wegzudenken" eingestuft und wird dann ratzfatz eine sehr präsente "Zweitfrau" ... oder wie Ihr das hier nennt.
Ich hab sie nicht drum gebeten und sie wird/würde mir auch nicht mit Pseudoweisheiten hinterher laufen, die sie aus dem WWW hat. Das bedeutet dann auch nicht, daß ich mich nicht selbst aktiv in nem Forum zeige, wie Ihr hier ja alle erleben ... müsst. Ich würde ihre Aktivitäten diesbezüglich dann eher einordnen unter "sie kauft keine Katze im Sack" oder "sie will sich selbst ein Bild machen" und eigene Anregungen einbringen, bzw diese entwickeln.
... so irgendwie.
Grüße,
Milan
Das stimmt alles. Aber es gibt auch noch einen anderen Aspekt. Nämlich den der bösen Stiefmutter. Das zu werden möchte zumeist jede Frau vermeiden.
Den bösen Stiefvater gibts so nicht in der Gedankenwelt der Gesellschaft. Da besteht " kein Handlungsbedarf".
Außerdem sind es zumeist die Frauen , die sich um die sozialen Belange der Familie kümmern , seltener die Männer.
Außerdem ist der Anteil Frauen , die um ihre Kinder in solcher Weise kämpfen müssen einfach geringer , denn die meisten Kids leben ja bei den Müttern. Domit wird es auch kaum Zweitmänner geben , die ihrer Partnerin in ähnlicher SItuation zur Seite stehen müsssen.
Die emotionale Belastung ist da erst gegeben , wenn der Vater die Kids nicht abholt oder sich kümmert. Aber ich denke , das wird nicht als sooo gravierendes Problem erkannt , das das zu Austauschbedarf unter den Männern führt.
Und +++ gaaanz wichtiger Punkt++++ ihr seid besondere Väter. Ihr kümmert Euch. In der Heile Welt Rama Frühstpcksidyllefamilie gibt es abertausende , die ihre Kinder als Beiwerk zum Leben betrachten... schimpft mich nicht - das gibt es soooo oft!
@ Platt
nach deiner Anwort im thread von Lee glaube ich zu wissen, was du meinst.
Die Next stellt sich in Konkurrenz zum Kind.
Das gibt es sicherlich häufig, da stimme ich dir zu. Auch Stiefväter konkurrieren ab und zu mit den Stiefkindern um die Mutter, ich würde es also nicht am Geschlecht festmachen wollen. Übel ist es aber allemal, eigentlich sollte man doch denken, dass dies auf der Erwachsenenebene nicht nötig ist.
Gruß
eskima
Hallo zusammen,
habe gerade entdeckt, dass auch in diesem thread über mich geredet wird.
Leider bin ich wohl falsch verstanden worden, ich möchte mich nicht mit dem Kind auf Konkurennzebene stellen.
Es besteht ja wohl auch ein erheblicher Unterschied zwischen einer Beziehung zwischen Mann und Frau und der zwischen Vater und Sohn.
Was ich durch meine Beispiele eigentlich nur ausdrücken wollte, ist, dass man es als "Next" auch nicht immer einfach hat, auch wenn man vorher wußte, worauf man sich einläßt. Es tut halt einfach unheimlich weh, nach einiger Zeit zu merken, dass man seinen Partner mit nichts wirklich glücklich machen kann, egal, wie sehr man sich auch anstrengt. Denn er wird ewig unter der Trennung von seinem Kind leiden.
Ich weiß ja nicht, was ihr für Vorstellungen von Beziehungen habt, aber für mich gehört es einfach dazu, den anderen glücklich machen zu wollen und ihm in schwierogen Situationen bei Seite zu stehen. Und ihr könnt mir glauben, dass ich für meinen LG alles tue.
Nur würde ich mir wünschen, dass er in Extremsituationen ( und damit meine ich auch extreme Situationen ) das gleiche für mich tun würde, eagl, was eigentlich anstehen würde.
@ Platt
Nimm das jetzt bitte nicht allzu persönlich, nur finde ich es von Dir doch schon sehr anmaßend, mich derartig anzugreifen, ohne mich überhaupt zu kennen und zu wissen, was ich alles in meine Beziehung hinein investiere.
Hi,
@ Platt
Nimm das jetzt bitte nicht allzu persönlich, nur finde ich es von Dir doch schon sehr anmaßend, mich derartig anzugreifen, ohne mich überhaupt zu kennen und zu wissen, was ich alles in meine Beziehung hinein investiere.
Nur der Interessehalber.
Was war jetzt anmaßend? Und nimm bitte auch zur Kenntnis, dass ein Umgangsvater in vielen Bereichen eine ganz andere Sicht der Dinge hat.
Es ist auch richtig, dass Du Dich in mehreren Aüßerung in Konkurrenz zu Kind gestellt hast.
Und ganz ehrlich, wenn ich schon solche Sätze lese, was ich alles in meine Beziehung hinein investiere dann ...... Forenregeln beachten Platt
Was hast Du denn bis jetzt investiert? Du liebst Deinen LG. Na ist doch wohl keine Investition, sondern sollte die Grundvorraussetzung für eine Beziehung sein. Oder habe ich etwas überlesen?
Die gelbe Karte von den Mods. für ungebührliches Verhalten, nehme ich hiermit in demut an.
Platt

