Moin zusammen,
einige von euch haben ja sicherlich schon bemerkt, dass ich bei neuen usern hier oft `mal nach dem Alter der beteiligten Personen gefragt habe. Für mich ist diese Angabe aus den "bekannten" Gründen durchaus wichtig:
Meine Mutter ist 1914 geboren, mein Vater 1918 - und ich 1951. Aus diesen Daten kann man schon hinsichtlich des dadurch entstandenen Familienlebens viele Schlüsse ziehen:
Ein Anfang ohne Alles - Stück für Stück den Hausrat angeschafft - Ofenheizung, Kohlen im Keller - erster Urlaub im Westerwald - erstes Auto im Wirtschaftswunderland - (wie hieß der dicke Politiker mit der Zigarre :wink:) usw.
Meine Eltern hatten für "FurzimKopf" keine Zeit.
Das scheint sich ja im Laufe der Zeit etwas geändert zu haben, wenn ich hier lese, mit welchen Problemen sich "gestandene" Eheleute im wahrsten Sinne herumschlagen.
Frage:
Wie war es bei euch? Wie habt ihr die Ehe eurer Eltern erlebt?
LG Jochen
Die Wahrheit kann man 1000mal erzählen, Lügner brauchen soooon Gedächtnis
Hallo Jochen,
finde das Alter auch wichtig. Zeigt oftmals, ob bzw. wie mit Situationen umgegangen wird.
Meine Eltern sind Jahrgang 1944 + 1945, ich selbst 1964. Habe junge Eltern gehabt, wie es eben damals so üblich war. Bei uns mußte eher "gespurt" werden, fand den Druck als Kind oft schlimm, aber geschadet hat es nicht. 😉
Bei meinen Eltern, die sich alles selbst aufbauen mußten, war es - wie damals üblich - so, daß Vater "die Brötchen verdiente" und Mutter Hausfrau. Sie sind - ob glücklich miteinander oder nicht sei dahingstellt - existenzmäßig gut damit gefahren. Für "Furz im Kopf" war keine Zeit, ist es heute auch nicht. Gezofft haben sie sich auch - gehört auch dazu -, aber Trennung oder Scheidung waren kein Thema. Hätte meinen Vater ja auch finanziell ruiniert.
Meine 3 Jahre jüngere Schwester fährt heute genau die gleiche Schiene wie meine Mutter und mein Schwager hängt mit 3 Kindern am "Fliegenfänger". Sorry, daß ich es so ausdrücke, mein Lebensstil ist es nicht.
Finde gut, daß Partner zusammenbleiben und gemeinsam etwas aufbauen. Aber denke, daß auch die Ehefrau mehr kann als nur Hausfrau sein. Gut, wenn die Kinder klein sind, ist es etwas anderes.
Ich selbst habe mich auch nicht leichtfertig 1996 von meinem Mann getrennt, ist eben auch nicht so in meiner Generation. Er selbst hat sich vollständig aus unserem Leben zurückgezogen, will keinen Kontakt mehr. Unterhalt funktioniert mittlerweile für das Kind, aber leider nicht freiwillig, sondern mußte über JA geregelt werde. Ich selbst habe immer selbst verdient, daher keinen Unterhalt in Anspruch genommen.
Meines Erachtens trennen sich jüngere Menschen leichter heutzutage. Beide verdienen meistens. Da ist es auch einfacher. Wie wenig auf Kinder da Rücksicht genommen wird, erschreckt mich häufig. Es erinnert mich oftmals an eine Ex-und-Hopp-Gesellschaft. Schade, aber ist so.
Ich selbst habe versucht, gute alte Werte zu übernehmen und das Schlechte eben durch anderes - in meinen Augen besserem - zu ersetzen. Wollte kein "spurendes" Kind, sondern Begleitung zu einer selbst- und eigenständigen Persönlichkeit als Erziehung.
LG
B
Hi @ all,
@ Bette,
Zitat:Meines Erachtens trennen sich jüngere Menschen leichter heutzutage. Beide verdienen meistens. Da ist es auch einfacher. Wie wenig auf Kinder da Rücksicht genommen wird, erschreckt mich häufig. Es erinnert mich oftmals an eine Ex-und-Hopp-Gesellschaft. Schade, aber ist so.
Zitat Ende
...das ist eigentlich auch mein Verständnis - `mal schauen, was noch kommt?
LG Jochen
Die Wahrheit kann man 1000mal erzählen, Lügner brauchen soooon Gedächtnis
Hi,
ich habe eigentlich ein wenig mehr Resonanz auf das Thema erwartet - oder seid ihr alles Heimkinder ?
LG Jochen
Die Wahrheit kann man 1000mal erzählen, Lügner brauchen soooon Gedächtnis
Hallo Jochen !
Wie war es bei euch? Wie habt ihr die Ehe eurer Eltern erlebt?
Ich habe die Ehe meiner Eltern als etwas Wundervolles, als etwas
Erstrebenswertes, als etwas erlebt, da ich unbedingt nachleben
und auch erleben wollte.
Leider ist mir das nicht gelungen, weil ich mir dafür den falschen
Partner ausgesucht hatte und auch später sind mir einige liebens-
werte Männer begegnet aber eben nicht Mr. Right 😉
Meine Mutter ist geboren 1937 und mein Vater 1930, ich hatte
also ebenfalls junge Eltern.
Meine Kindheit und Jugend ist geprägt von Liebe, Geborgenheit,
Wärme und Zusammenhalt.
Gespurt wie Bette es nennt, mußte bei uns (hab noch einen 7 J.
jüngeren Bruder) zu Hause allerdings auch werden. Den Umgangs-
ton wie er heute in vielen Familien fast schon normal und üblich
erscheint, gab es bei uns nicht. Aber auch nicht zwischen unseren
Eltern. Ich habe bis heute nicht erlebt, daß einer den anderen be-
schimpft oder verächtlich über oder mit ihm gesprochen hätte.
Natürlich hat es auch zwischen unseren Eltern mal Streit gegeben,
wo gibt es den nicht ? Auch Engel waren sie keine und beide hatten
jeweils (Mama 1 x, Papa 2 oder 3 x) sogenannte Fehltritte.
Ich habe das mal so beschrieben: "Wenn es dem Esel zu gut geht,
geht er auf's Eis tanzen !"
Sie haben jedenfalls beide schnell gemerkt, daß sie nur im Paarlauf
unbezwingbar sind 😉 und keiner ohne den anderen leben will.
Auch finanziell ging es uns immer gut, ja sogar mehr als gut. Die
Zeit des Aufbaues... wo wir also weniger hatten, an die kann ich
mich nicht erinnern. Da war ich noch zu jung um das bewußt zu
erleben.
Heute ist meine Mutter 69 Jahre und mein Vater wird 77 Jahre. Sie
lieben sich nach wie vor, ja meine Mutter sagt sogar, die Liebe ist
mit den Jahren tiefer und inniger geworden. Sie haben sich noch
ebensoviel zu sagen wie früher und sind sehr glücklich miteinander.
Ihr Glück das sie mit uns Kindern und Enkelkindern geteilt haben,
hat mich, gerade weil es bei mir leider nicht geklappt hat, ein ganzes
Leben lang mitgetragen und dafür bin ich sehr dankbar.
LG Marina
