Hallo Foris,
hier ist ja ein Treffpunkt von engagierten Eltern, darum wollte ich hier mal ein paar Fragen zur Diskussion stellen.
Ich merke immer öfter, dass ich mit meiner Einstellung zu ein paar grundsätzlichen Erziehungsfragen scheinbar ein Exot bin.
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man als Eltern schon "der Chef" der Kinder ist, sprich Grenzen und Regeln zu setzen. Aber ich versuche auch meinem Sohn altersgemäß "Freiheiten" zu gewähren, in diesem Rahmen soll er lernen auch eigene Entscheidungen zu treffen und die Folgen zu tragen. Eben aber in den Grenzen, dass er sich und andere nicht verletzt und niemandem schaden kann.
Zwei Themen bzw meine Einstellung dazu trifft aber meist auf massives Kopfschüttel seitens anderer Erwachsener.
1. Mein Sohn musste nie beim Einschlafen brüllen und er wurde nie mit der Ferber-Methode konfrontriert. (Kinder werden in bestimmten Abständen schreien gelassen, damit sie lernen, dass das keinen Sinn hat und auf ihr Brüllen eh keiner hört mit dem Ziel, dass sie gleich einschlafen). Lausebacke wurde bis er 20 Monate alt war in den Schlaf begleitet. Mit 20 Monaten hat er uns dann "rausgeworfen" (Mama daußen waten, Lausebacke läft jetz) und hat uns dann nicht mehr gebraucht. Bis dahin ist er zunächst bis er 11 Monate alt war auf unserem Arm eingeschlafen, später dann sind wir an seinem Bett sitzen geblieben, bis er uns eben nicht mehr brauchte. Für uns war es selbstverständlich, seine scheinbare Angst (denn wenn wir rausgingen schrie er panisch!) zu verstehen und sie ihm zu nehmen. Jetzt ist er bald 2,5 Jahre alt, wir lesen zwei Bücher, singen 3-4- Lieder und dann gehen wir raus und er schläft alleine ein.
Wenn man das offen erzählt, kommt von andern Leuten immer: "Ach, die muss man nur mal ordentlich brüllen lassen *blabla*"
Das macht mich richtig sauer, denn nur weil es ein Kind ist, muss ich es doch nicht mit solchen Methoden brechen? Zumal sich dieser Professor, auf den die Ferbermethode zurückgeht, davon selbst distanziert, aber dieses schreckliche Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen!" ist nach wie vor der Renner unter vielen Eltern. *hmmmmm*
2. Schlagen. Bei uns gibt es keine Klappse, keinen A*schvoll oder Ähnliches. Neulich hatte ich Besuch meiner besten Freundin, die ihrem 2jährigen in einem Moment des Bockens einen A*schvoll an vollbesetzter Kaffeetafel angedroht hat. Mir fällt da immer das Kinn runter. Erstens: wie soll ein Kind lernen, dass es nicht schlagen soll, wenn es selbst geschlagen wird? Zweitens: Würde ich einen anderen (erwachsenen Menschen, älteres Kind) auch schlagen, nur weil es nicht das tut, was ICH will? Drittens: Gibt es keine anderen logischen Methoden, um dem Kind zu zeigen, dass es etwas nicht tun soll bzw. sein Verhalten nicht in Ordnung ist und 4. Ist es gesetzlich verboten (BGB).
Bin ich da so exotisch in meiner Ansicht, dass ich das für eine total unsinnige Erziehungsmethode halte???
Als Antwort erhalte ich von "pro Klappsen/Schlagen" Eltern Gründe wie:
Dann läßt es das beim nächsten Mal!
Dann hört es wenigstens!
-> Angst als Erziehungsmethode???
Oder aber auch: Dann bin ich meine Wut los! (Ich empfehle da einen Sandsack, ein dickes Kissen oder einen Urschrei im Garten....)
So, nu mal Butter bei die Fisch... bin ich ein Weichwurstexemplar von Mutter (bzw. mein Mann als Vater) oder empfindet ihr diese Art Umgang mit Kindern wie von mir in diesen beiden Beispielen skizziert irgendwie auch als Verletzung der Würde eines kleinen Kindes, das sich nicht wehren kann?
LG Lausebackesmama
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hach, Lausebackesmama, da find eich mich wieder. Ich bin bei allen dreien immer dabei gewesen. Ganz besonders bei der Großen und dem Lütten. Beide konnten sie nur einschlafen, wenn sie meinen Daumen (Große) oder Zeigefinger (Lütter) festhielten. Mit alles dreien habe ich gelesen, geguckt, gekuschelt, gesungen. Ich habe sie nicht schreien lassen. Meine Ex hat es ein einziges Mal bei der Großen gemacht. Sie steigerte über das Geschrei derart in Rage, dass, wäre ich nicht energisch dazwischen gegangen, sie das Kind windelweichgeprügelt hätte - das liegt aber an der "Besonderheit" der Ex.
Ängste von Kindern sind ernst zu nehmen. Ich las eine Studie, die aussagt, Kinder können mit roundabout 10 Jahren erst unterscheiden zwischen eigenem Erleben, erzählten Geschehnissen und Fantasie. Wächst so ein Pöks also nachts auf und behauptet steif und fest, es sei ein Monster im Kleiderschrank, dann ist da wirklich eins. Zumindest für das Kind.
Ich persönlich finde die Welt hart genug und es muss nicht auch noch zu Hause "law and order" herrschen.
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
🙂
Oh, das freut mich (das mit der Ex natürlich weniger). Lausebacke geht jetzt auch freiwillig ins Bett. Ich muss abends nur sagen: Guck mal Lausebacke, es ist sieben Uhr! und dann sagt er schon: "Zähne putzen und Heiabetti gehen!" und flitzt ins Bad.
Vielleicht hat er durch die Begleitung wirklich nur positive "Bettgefühle"
Außerdem entwickelt er sich auch zum "Wochenend-Ausschläfer", sehr sympathisch, das!
Außerdem ist es schön, so eine Kleinkinderpatschehand, die sich um Deinen Finger schmiegt und das kleine Gesichtchen, was seelig einschlummert....
*schwelg*
LG Lausebackesmama
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo LBM
ich finde auch, dass Kinder Regeln und Grenzen brauchen und diese von den erwachsenen gesetzt werden müssen. Meist können und wollen Kinder diese nicht einsehen. Allerdings haben sie auch nur begrenzte Fähigkeiten ganze Abläufe zu überschauen. Deshalb ist es aus meiner Sicht Aufgabe des Erziehenden, Handlungsabläufe überschaubar zu machen und dies mit eindeutigen Regeln und Grenzen, die aber nciht ausschluießlich das Kind einschränken sondern auch bedingt für die Erwachsenen gelten.
Mit dem schlafen habe ich es so machen müssen, wie es die Methode sagt, weil mein Kind tatsächlich nicht in den Schlaf kam und wenn ich ging, sofort wieder aufwachte. Manchmal ging das dann sehr lange, bis er endlich schlief. Ich habe tatsächlich nur drei Tage gebraucht, die er wach ins Bett ging und brüllte, mit länger werdenden Abständen beim Brüllen. Am vierten Tag schlief er innerhalb von 5 Minuten seelig grinsend ein. Wir haben aber immer Geschichte vorher gelesen und gekuschelt, Nestchen gebaut und so. Also die ganzen Rituale die dazu gehörten. Ängste hin und her, er musste alleine wach einschlafen lernen, damit die Strapazen für uns aufhörten. Wurde er nämlich nachts wach dauerte es meist auch ca. 2 Stunden bis er wieder schlief. Nach 1,5 Jahren ging ich auf demZahnfleisch dank des Schlafmangels und konnte ihm auch tagsüber nicht gerecht werden. Das ist dann halt die Kehrseite davon.
LG
Biga
Hi LBM,
da kann ich mich biga nur anschließen, Kinder brauchen Regeln und sollten auch klare Grenzen gesetzt bekommen. Aber jedes Kind ist ein eigenes Individuum, sprich jedes Kind ist anders und es regiert anders und es entwickelt sich anders. Jedes Kind hat seine eigenen Ansprüche ...
Mein Großer (16) ist fast immer in meinem Bett eingeschlafen, so richtig alleine hat er erst mit 7 geschlafen. Beim Mittleren (6) habe ich auch 2 Jahre gebraucht ehe ich ihn aus meinem Bett heraus hatte und davon ist er ein halbes Jahr nur auf meinem Bauch eingeschlafen ... und der Kleine ist nachts bei mir an der Brust eingepennt (ich auch) ... ich fand das toll ... Der Kleine war der Einzigste, bei dem wir so etwas wie die Ferber-Methode angewandt haben ... geschadet hats ihm nicht (so hoffe ich mal). Ich wäre wahrscheinlich dabei auf der Strecke geblieben, war jede Nacht wach und hab ihn rumgeschleppt. Mittlerweile schläft er fast immer durch und auch - wenn man ihn lässt - bis 11 Uhr morgens.
Aber ich hatte auch immer die "tollen" Sprüche und Ratschläge gerade von der Mama meines LG´s in den Ohren: der müsste doch schon längst durchschlafen, andere Kinder in seinem Alter machen das schon längst ...
Damals vor 16 Jahren habe ich meiner Exschwiegermutter jeden Rat von den Lippen abgelesen, auch wenn er (aus meiner heutigen Sicht und Denkweise) totaler Blödsinn war. Heute lächel ich vor mich hin und denke mir mein Teil ...
Auch den Ratschlägen wie "ein Klaps auf den Pops hat noch keinem geschadet" steh ich äußerst befremdet gegenüber ... ich denke, Schläge (und damit meine ich auch den Klaps) sind keine Erziehungsmethode, sondern eher ein Eingeständnis fürs eigene Versagen.
Eigentlich kann man ein Kind nicht verwöhnen, wenn man ihm die Liebe, Zuneigung, Streicheleinheiten gibt, die es braucht. Manche Kinder brauchen eben mehr als andere Kinder ...
GLG
lilli
Leben ist das, was passiert,
während Du eifrig dabei bist,
andere Pläne zu machen.
(John Lennon)
Moin,
meine Tochter wollte sehr lange bei mir im Bett schlafen. Ich habe dann übergangsweise eingeführt, dass sie am WE bei mir im Bett schlafen darf und unter der Woche in ihr eigenes Bett geht, da war sie im Kindergarten. Anfangs war es schwer für sie, aber dann hat sie es akzeptiert und sich auf das WE gefreut. Als sie dann in der Schule war, fühlte sie sich groß genug, immer in ihrem Bett zu schlafen, kam dann am Sonntagmorgen in mein Bett zum Kuscheln...
Und ja, sie war ca. 10 Monate, als ich sie nachts schreien ließ. Ich fühlte mich echt schlecht dabei, aber ich ging selber auf dem Zahnfleisch. Damals war ich alleinerziehend und sie machte die Nacht zum Tag. Regelmäßig fing sie nachts an zu schreien und wenn ich in ihr Zimmer kam und das Licht anmachte, dann strahlte sie mich an und freute sich, wollte spielen... Gute Worte und Zureden halfen nicht und nach einigen Nächten sah ich für mich keine andere Wahl, als sie einfach schreien zu lassen. Es dauerte allerdings keine Woche und sie hat sich wieder dran gewöhnt, dass nachts nicht gespielt wurde. Nunja, es war wirklich hart für mich, das geb ich zu :redhead: aber für sie vermutlich auch.
Dann das Thema Klaps und Schläge. Die Kinder meines Mannes werden davon leider nicht verschont und meinem Mann bleibt da ja leider auch nur die Ohnmacht.
Letztes Jahr drohte die Tochter der Nachbarsfrau im Garten ihren Kindern lautstark Schläge an. Da kam mein Mann "aus der Höhle" und rief über den Zaun: wenn Sie Ihre Kinder schlagen, dann komme ich aber rüber! Die Kinder schauten ihn mit großen Augen an, auch die Erwachsenen staunten nicht schlecht. An dem Tag gab es weder weiteres Geschrei der Erwachsenen noch Schläge. Später sprach ich dann mit der Nachbarsfrau (Oma der Kinder), sie klopfte bei mir ab, wie ernst die Drohung meines Mannes zu nehmen sei. Ich sagte ihr ganz offen, dass ihre Tochter mit einer Anzeige bei der Polizei rechnen kann, wenn mein Mann mitbekommt, dass diese ihre Kinder schlägt, weil das längst verboten ist (würde er vermutlich nie machen, aber durch die Hilflosigkeit bei den eigenen (Stief)Kindern reagieren wir manchmal so).
Aber komischerweise reagieren Mutter und Oma im Nachbargarten jetzt schon viel früher auf die Kinder und lassen es gar nicht mehr so weit kommen, dass sie den Kindern Schläge androhen. Und die Kinder haben mit uns Kontakt aufgenommen, fragen, ob sie in unserem Garten auch Schnecken suchen dürfen, etc.
Naja, warten wir mal ab, wie es dies Jahr wird 😎
Gruß
eskima
Morgen Lausebackesmama,
Ich habe ebenso so wie Du die Einstellung das ein Kind Regeln und Grenzen benötigt. (Regeln != Verbieten).
Bei mir und meinen Sohn (1 1/2 Jahre) lief und läuft es wie folgt.
Bzgl. Einschlafen:
Mit 3 Monaten wurde der Kurze zum ersten Mal in sein eigenes Bett und eigenes Zimmer gelegt. Das lag auch daran
das ich aus meinen Bekannten und Freundeskreis wuste, das es Schwer werden kann, dem Kind das gemeinsame
Schlafen in einem Bett wieder abzugewöhnen je älter es wird. In den ersten Monaten war das natürlich auch das obligatorische Nachts aufstehen angesagt, aber mit ca. 9Monaten muste ich den kleinen dann klarmachen, das das
so nicht läuft, schließlich braucht auch ein Papa seinen schlaf;-).
Ich habe es also so gemacht wie Du, ich habe das Kind schreien lassen und die Abstände verlängert. Ca. einen Monat
später was das Thema erledigt und er hat durchgeschafen.
Das ins Bett bringen ist wahrscheinlich bei allen erstmal mit Problemen verbunden. Ich habe es ganz simpel gemacht.
Kind ins Bett bringen, noch ein bischen Rumalbern, mal was vorlesen oder singen. Dann ist Schlafen angesagt, also
Kind nochmal richtig zudecken und dann Licht aus und Tür zu (der Rest des Abends gehört mir*g*). Klar passt es ihm
manchmal nicht und er hat keine Lust zum Schlafen aber ich lasse ihn dann Schreien, auch weil er "nur" aus Wut schreit.(ich bin der Meinung man kann hören ob ein Kind aus Angst, Schmerzen etc schreit oder nur weil das Kind
sauer ist).
Was die Schläge angeht, ich glaube das ist kein Punkt den man diskutieren muss, oder? Ich denke
das Eltern die Ihre Kinder schlagen, dringend Hilfe benötigen, da Schlagen immer ein Ausdruck der
eigenen Hilflosigkeit ist.
Was mir persönlich immer wieder unangenehm auffällt, ist wie Eltern mit Ihren Kinden reden und diese behandeln.
Da wird mit 2jährigen in Babysprache gesprochen obwohl diese doch nur klein aber nicht doof sind und den Kindern
dies und das verboten ohne es dann auch zu begründen.
Ich setze Regeln, aber ich habe den Maßstab diese auch begründen zu können. Bsp. hat mein Sohn in meinem
Arbeitszimmer nichts zu suchen. Ich habe ihm jedes mal gesagt, "Nein, das ist mein Zimmer und ich möchte nicht das Du alleine in mein Zimmer gehst". Nach einem Tag hat der kleine es akzeptiert und hält sich auch daran. Er weiß genau das er
nur in das Zimmer darf wenn ich darin bin. Wichtig finde ich das dies in gleicher Augenhöhe passiert. So mache ich es bei jeder Regel und es klappt hervorragend.
Auch halte ich es für falsch einem Kind etwas zu verbieten, was man selber macht. Ich würde meinem Kind z.B. nie verbieten "A***loch zu sagen, schließlich sage ich es doch auch wenn mal was schiefläuft....
Der Kurze hat im Grunde bei mir freie Bahn und wird in seinen Freiheiten nicht eingeschränkt, bis auf die Regeln die existieren um ein gemeinsames Zusammenleben zu ermöglichen und zu geniesen. Vor allem lernt er dadurch auch seine
eigenen und persönlichen Grenzen kennen. Er hat seine eigene Persönlichkeit und soll diese auch ausleben, den selben anspruch habe ich doch auch!
Und jetzt darfst Du raten, was manche Leute zu meinen "Erziehungs" Methoden sagen.
Huhu Zusammen!
Zunächst @Baxter: Ich habe meinen Sohn nie schreien lassen. Ich vertrete die Auffassung, dass Kinder auf die Welt kommen, ohne die Absicht mitzubringen, Erwachsene zu manipulieren. Außerdem haben Kinder im Alter von 7-9 Monaten neben dem Fremdeln das Glück zu lernen, dass sie nicht "eins" sind, mit dem maßgeblich betreuenden Elternteil. Da ihnen aber das Wissen fehlt, dass "Papa/Mama einen Raum weiter sitzt und jederzeit kommt, wenn es mir schlecht geht", fühlen sie sich alleine und das erzeugt bei vielen Kindern Angst. Ich setze bei gewissen Dingen einfach auf die Zeit. Also habe ich Lausebacke erst allein gelassen, als er selber signalisiert hat, dass er mich nicht braucht. Ich habe auch meinen Sohn erst auf dem Topf gesetzt, als er sagte, dass er mal "punnern" muss. Und habe sowas nicht trainiert.
Weshalb ich dieses Schlafenthema aufgegriffen habe ist jetzt nicht, weil ich auf den Leuten rumhacken wollte, die aus Verzweiflung und eigenem Schlafentzug nicht mehr weiter wußten und dann eben den "harten" Weg gegangen sind, sondern weil es mich erstaunt, wie viele Erwachsene immer noch der Meinung sind, dass Säuglinge den festen Willen haben, ihre Eltern zu terrorisieren.
Mein Sohn (ein Kaiserschnittchen), war anfangs fast nur zum Schlafen zu bewegen, wenn er auf mir lag. Sofort ging das Gekreisch los: "Neiiin, das darfst Du nicht machen, das gewöhnt der sich niiie wieder ab!" Eine Mutter in der Wochenbettzeit ist ja psychisch nicht gerade stabil, würde ich mal sagen, und selbst ICH mit meiner Kodderschnauze hab dann ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn ich mein Kind meinem Gefühl entsprechend beruhigt und eben in den Schlaf begleitet habe.
Babys im ersten Jahr können sich nur durch weinen bemerkbar machen. Eine Bekannte von mir sagte einmal: Wenn mein Mann mich ruft, dann lasse ich ihn doch auch nicht so lange meinen Namen rufen, bis er frustriert aufgibt, sondern gehe hin und frage, was los ist.
Und genau das meine ich. Man lernt im Verlauf seines Lebens, anderen Menschen (Erwachsenen) Respekt und gewisse soziale Verhaltensweisen entgegen zu bringen. Aber dem eigenen Kind wird oft Manipulationslust (und das wohlgemerkt in den ersten Lebensmonaten) unterstellt.
Wie gesagt, ich gebe meinem Sohn auch Regeln vor, z.B. auch im ersten Jahr, dass um die Zeit XX Schlafen angesagt ist. Aber ich denke halt, wenn er mich dafür braucht, bin ich doch dafür gedacht, ihm zu helfen. Wenn Lausebacke nachts der Meinung war, spielen zu wollen, dann hab ich ihn entweder allein im Dunklen in seinem Bett spielen lassen, bis er eingeschlafen war, aber hab ansonsten konsequent gesagt: "Wir schlafen jetzt!" und hab vielleicht noch ein Lied geträllert.
Ich habe aber durchaus Verständnis dafür, wenn jemand AE ist wie Lilli es beschrieb und irgendwann am Ende der eigenen Kräfte "aufgibt".
Ratschläge habe ich auch ganz Tolle bekommen! Als mein Sohn 6 Tage alt war, sagte meine Schwiegerziege, ich solle ihm HONIG an den Nuckel schmieren, dann schmeißt er den nicht raus (Honig ist im 1. LJ eine tolle Idee, Zucker im Dauerkonsum ja sowieso!).
Als er dann mit 15 Wochen unter Verstopfungen litt, sollte ich ihm A-C-E Saft geben. Auch gut, ein Kind, das noch keine Beikost bekommt und nichts kennt außer seiner Premilch wird bestimmt extrem supi auf Multisaft reagieren.
Und am Schönsten finde ich immer: "Schreien stärkt die Lunge!" und "Von der dünnen Plürre kann er ja nicht mehr satt werden, der braucht jetzt Möhrchen!" (Klar, wo er drei Kilo Möhren essen muss, um an den Kaloriengehalt von 100ml Muttermilch zu kommen *kicher*)
Komisch finde ich es halt, wenn man erwähnt, dass "Klappsen/Schlagen" gesetzlich verboten ist und die Eltern sich dann noch in der Wahl ihrer Erziehungsmittel "diskriminiert und unterdrückt" fühlen...
LG Lausebackesmama
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo,
in ca. drei Wochen erwarten wir unseren ersten gemeinsamen Nachwuchs. Ich habe noch nicht wirklich eine genaue Vorstellung davon was mich erwartet, denn es ist mein erstes Kind. Jedoch sind wir uns einig, dass Baby mind. das erste halbe Jahr im eigenen Bett mit bei uns im Schlafzimmer schlafen wird, obwohl Platz für ein eigenes Zimmer da ist, und das Baby nicht schreien muss. Wir denken halt auch, dass das Kind Vertrauen auf unsere Anwesenheit nur dann schnell erhalten kann, wenn wir auch da sind, sobald es "ruft".
Mein LG hat schon zwei Kinder und auch die beiden mussten sich nicht in den Schlaf brüllen.
Bezüglich des Klappsens bin ich der Meinung, wenn Kinder mich meinen Schlagen zu müssen, oder auch beißen, dann versuche ich zunächst mit Worten dies zu unterbinden. (In der Vergangenheit z.B. bei meiner 18 Jahre jüngeren Schwester.) Sollte das nicht fruchten, hab ich auch schon mal zurückgeklappst oder "gebissen". Bevor ihr jetzt auf mich einprügelt, nie so, dass es weh tut, sondern nur sozusagen angedeutet und dann erklärt: Siehst du, das möchtest DU ja auch nicht. Jedenfalls hat es bisher immer den Überaschungseffekt gehabt, dass das jeweilige Kind nicht mehr nach mir geschlagen oder gebissen hat.
Aber ich weiß schon, dass diese Vorgehensweise nicht von allen Seiten für gut geheißen wird. Aber ich denke, dass ist ja mit vielen Dingen so. Grundsätzlich bin auch ich gegen Schlagen als Strafe oder übliche Erziehungsmethode. Auch wenn ich für mich selber sprechend noch immer sage: Ich habe als Kind (Jugendliche) schon mal Ohrfeigen von meiner Mutter bekommen, und habe dadurch keinen psychischen Schaden davon getragen.
Ich denke, in unserer Generation war es halt noch normal und erst wir als Eltern haben gelernt, oder lernen noch uns davon zu distanzieren.
LG
Olga
Das Leben ist wie ein Duschvorhang.... Kann schimmeln, muss aber nicht! =)
Hallo,
bei meinen Jungs war es wie folgt:
Der Grosse (9 Jahre) wurde noch bis er 3 Jahre war...zum einschlafen begleitet...(puuhh anstrengend).
Selbst heute noch will er bei der KM schlafen wenn es nach Ihm ginge.
Nach aussen hin hat er ne grosse Klappe aber innerlich ist er doch ein Schisser...
Der Kleine (6 Jahre) ist seit Anfang an alleine ins Bett und soweit ich mich erinnere gabs auch keine Schreiattacken o.ä..
Er ist viel selbstständiger und offener und mutiger als der Grosse. Den Kleinen kann man egal wo...in eine Ecke packen und er schläft...wärend der Grosse immer noch einen "Sicherungsanker" benötigt.
Ich weiss nicht ob das unbedingt Mut und Schlaf in einem Zusammenhang steht...naja...
Beim Schlagen...da muss ich sagen da hört der Spass auf. Kinder werden und dürfen NIEMALS geschlagen werden.
Ich muss zu geben...manchmal bringen mich die "kleinen Monster" 😎 auf die Palme und ich muss das Zimmer verlassen um nicht auszuflippen ...aber schlagen...nein NIEMALS!!!
Ich schlage mich ja auch nicht mit anderen "erwachsenen" Menschen...und Kinder sind doch nichts weiter wie defizitäre Erwachsene...also ...kann man in der Regel Missstände auch anders Regeln.
Dazu muss ich jetzt auch mal ein Lob an meine Freundin :heartpump: schicken...Sie ist Sonderschulpädagogin und hilft mir doch erheblich bei Problemen mit den Kids...Sie hat da echt tolle Tipps 😉
Mfg
Papi74
[Editiert am 24/4/2006 von papi74]
Der Morgen ist immer klüger als der Abend.
Hallo Mama von Lausebacke,
ich ordne mich ein in die Reihe der "an der nichtschreienlassenden Erziehung" gescheiterten.
Ich gehe völlig konform mit dir in der Meinung, dass Kinder nicht mit dem Willen auf die Welt kommen, ihre Eltern zu manipulieren. Meine Große, ebenfalls Kaiserschnitt, schlief auch am liebsten auf meinem Bauch und ich habe es genossen. Sie schlief (wie die anderen auch) während der Stillzeit auch in meinem Bett, wobei das wohl eher auf meine Faulheit zurückzuführen ist 😉 .
Dennoch hatte ich irgendwann das Gefühl, dass sie sehr wohl anfängt zu manipulieren. Sie brauchte immer schon wenig Schlaf und als sie so etwa 15 Monate alt war, wachte sie vor mir auf und ging nach mir Schlafen. Mittagschlaf - Fehlanzeige.
Ich ging auf dem Zahnfleisch und das abendliche Händchenhalten und in den Schlaf singen war für mich nur noch eine Tortur. Ich wollte wieder mal ich selbst sein und nicht zeitgleich mit meiner Tochter ins Bett fallen müssen. Sie hatte ein Durchhaltevermögen, was sich keiner bei einem so kleinen Kind vorstellen kann.
Mein Schwager hat sich eines Tages erbarmt und dieses "Programm" mit ihr durchgezogen. Ich bin solange spazieren gegangen, ich hätte das nicht ertragen.
Drei Tage hat es gedauert. Am ersten Tag hat sie zwei Stunden geschrieen, am zweiten eine halbe Stunde und am dritten hat sie nur noch kurz gemeckert. Seit dem vierten Tag ging sie freiwillig ins Bett und ich hatte endlich so etwas wie Feierabend.
Vielleicht war der Grund dafür, dass ich das mit ihr habe machen lassen, dass ich wieder schwanger war und Panik hatte, wie ich das mit "Nachtumdieohrenschlagkind" und Säugling unter einen Hut bringen soll, ohne selbst dabei drauf zu gehen.
Bei den anderen beiden hatte ich diese Probleme von vorneherein nicht. Sie schliefen auch auf meinem Bauch und sie schliefen auch in meinem Bett. Aber sie schliefen vor mir. Ich bin nicht zeitgleich mit ihnen schlafen gegangen. Und es gab feste Zeiten, nach meinen äußerst egoistischen Bedürfnissen und nach der Uhr. Nicht unbedingt nach dem Willen des Kindes.
So, nun prügelt mich als Rabenmutter, ist mir egal 😀 .
Nr. eins ist heute soweit, dass sie am liebsten bis Mitternacht herumturnen möchte, obwohl sie morgens kaum aus den Augen sehen kann.
Nr. zwei und drei gehen freiwillig ins Bett und haben ein Gespür dafür, wann sie müde sind. Sie kennen es nicht anders.
Gruß AJA
Hallo,
als Säugling ging das mit meinem Kruemel recht einfach er hat mich nachts auf Trab gehalten und tagsüber im Kinderwagen oder auch Kindersitz geschlafen.
Bis er das erstemal eine ganze Nacht durchgeschlafen hatte vergingen ungefähr 1,5 Jahre.
In ins Bett zu bringen war gar kein Problem Geschichte vorlesen hinlegen fertig.
Mittlerweile ist er fast 3 und mir graut es jeden Abend aufs neue ihn ins Bett zubringen.
Seit er mit mir zusammen fast 2 Wochen krank war möchte er mein Bett nicht mehr missen und sagt mir auch ganz klar das er in seinem Bett nicht schlafen kann.
Trotzdem bringe ich ihn in sein Bett und dann steht er auf oder ruft nach mir.
Das zu Bett geh Theater in mehreren Akten verläuft dann mit viel Tränen seinerseits und meinem Ohnmachtsgefühl das ich etwas lauter wurde und geschimpft habe.
Ich weiss auch das es an mir und nicht an ihm liegt, der These schwieriges Kind kann und konnte ich noch nie wirklich folgen denn letztendlich ist es anerzogen oder trainiert.
Das Problem bei der Sache ist einfach das er früh rausmuss in den Kiga und dann natürlich schlafen möchte seufz.
Meine grösste Hoffnung ist das diese Phase des Testens bald vorrüber ist und die Abende wieder harmonischer verlaufen.
Gruss Kruemel1
Hallo,
als mein Junior noch so ganz klein war, hatte er Mama total im Griff.
Er hatte es schnell raus, das ich ihn nicht weinen lassen konnte und bei jedem piepser bei ihm am Bett "stramm" stand.
Irgendwann ging bei mir aber gar nichts mehr.
Ich war völlig mit den Nerven runter. Immer mit einem Ohr im Kinderzimmer (auch geschlafen habe ich nur noch sehr unruhig und es war auch eher nur noch ein Dösen, als schlafen).
Ich hab ihn dann immer im Maxi Cosi gelegt (der hatte ne Schaukel funktion) und habe ihn in den Schlaf geschaukelt. Als ich dann dachte, er schläft tief und fest, habe ich aufgehört zu schaukel.
Kaum stand der Maxi Cosi still, gingen ganz Vorwurfsvoll die Augen auf und ein spektal brach los....also habe ich Tage und Nächte das Kind im Maxi Cosi nur geschaukelt... Und "Ale meine Entchen" bis zum abwinken gesungen....
Hörte ich mit eiem von beidem auf (singen oder schaukeln), war der Raker sofort hellwach und beschwerte sich lautstark.
Mein Hasuarzt, der früher im Aachener Klinikum Kinderarzt war, hat mich dann "gezwungen" das Kind einfach mal schreien zu lassen.
Es war die Hölle für mich.
Mein Sohn hat anfangs zaghaft geschrieen, weil er ja gewohnt war, das Mama ihn dann gleich aufnimmt.
Als er dann merkte: Mama kommt zwar gucken und ist auch da, aber die nimmt mich nicht, dann war schluß mit Lustig.
Er hat geschrieen wie am Spieß.....als wenn er ein Messer im Hals hätte, bis er vor erschöpfung eingeschlafen ist.
So ging das dann 3-4 Tage, jedesmal wenn ich ihn zum schlafen hingelegt habe.
Danach war Ruhe.
Er wußte dann: Jetzt muss ich schlafen und wenn ich geschlafen habe, ist Mama auch wieder für mich da....
Das hat sich dann durch seine ganze Kindheit so durchgezogen...
Ich hatte nie wieder Probleme mit weinen oder sonstigen Dingen, wenn er ins BEtt musste.
Mittlerweile fallen ihm zwar auch die dollsten Dinger ein, wenn er dann ins Bett soll (nochmal was trinken, nochmal pipi machen, dringend nochwas erzählen usw...) aber geweint wird hier beim zu Bett gehen recht selten.
Wenns um dieses Thema geht, weiß er mittlerweile, das Mama auf diesem Ohr "taub" ist.
Liebe Grüße Taccina
[Editiert am 24/4/2006 von Taccina]
Bevor man das Vertrauen eines Menschen mißbraucht, sollte man sich im Klaren darüber sein, das man dann einen Menschen auf dem "Gewissen" hat.
Oder wie würdest Du es finden, Dein ganzes Leben lang nicht mehr wirklich vertrauen zu können?
@kruemel1:
Danke das du das geschrieben hast:
Bis er das erstemal eine ganze Nacht durchgeschlafen hatte vergingen ungefähr 1,5 Jahre.
Bei Kind Nr. 3 zweifele ich zwar nicht mehr an meinen Instinkten, aber ich hatte die tolle Erfahrung, das der Kleine jetzt 6 Tage bei seinen Großeltern war und ich mir so das eine oder andere anhören durfte ...
Auszüge: Das der immer noch nicht durchschläft ( er möchte 1mal Tee trinken in der Nacht, ich steh dann auf und bring ihm die Teeflasche, natürlich ungesüsst ), sowas gibts bei den anderen Kindern nicht in der Nachbarschaft ... arrrgggghhhh ...
Was ich damit sagen will ist, das der Kleine als "abnormal" hingestellt wird und ich als nicht erziehungsfähig 🙂 Das war jetzt leicht überspitzt ausgedrückt, aber so komm ich mir da manchmal vor ... mach dies mach das, so wie wir es gemacht haben ist es richtig gewesen ... Samstag hab ich meine Ohren auf Durchzug gestellt, nach 6 Tagen flutete eine Unmenge von Dingen auf mich ein, die ich falsch gemacht haben soll ... trotzdem lieben sie das verzogene und freche "Plag" bis über bei Ohren und freuen sich jedesmal wenn er da ist 🙂
Und dann freu ich mich einfach, wenn ich lese, das es andere Mütter/Väter auch nicht anders machen als ich 🙂
LG
lilli
Leben ist das, was passiert,
während Du eifrig dabei bist,
andere Pläne zu machen.
(John Lennon)
hallo,
beim ersten versucht man es, beim zweiten weiss man es, beim dritten tut man es.
schlau macht erfahrung. schön ist, das alle kinder anders sind.
man muss sich mehr anstrengen und ihren karakter erforschen.
mit freundlichen grüssen
gaya

