Hallo Tina,
ich hab das mal hier rübergezogen 😉
Hi Eskima,
das wusste ich nicht.
Nicht zu fassen. Und wer bezahlt mir ein Auto???? Frage mich langsam echt warum ich arbeiten gehe und täglich versuche alles unter einen Hut zu bekommen.Du schreibst Arbeitslose.
Gilt das auch für Sozialhilfeempfängerinnen, die auf Grund des Alters der Kinder gar nicht nach Arbeit suchen????Gruß
Tina *kopfschüttel[Editiert am 3/1/2005 von DieMystiks]
Ab heute ist jeder, der täglich mindestens 3 Stunden arbeiten kann, ein Arbeitsloser und bezieht entweder ALG I oder ALG II. Dies gilt auch für ehemalige Sozialhilfeempfänger.
Aber mit dem Auto ist das so eine Sache. Es ist erwünscht, dass Arbeitslose ein Auto haben, damit sie fexibel sind. Allerdings darf der Wert des Autos 5.000 Euro nicht übersteigen (was ich durchaus verstehen kann) und die Kilometerpauschale für den Weg zur Arbeit beträgt 0,06 Euro pro einfache Fahrt, also 0,03 Euro pro gefahrenen Kilometer. Zusätzlich sind bei einem Regelsatz von 322 Euro bereits 17,91 Euro für "Verkehr" enthalten.
Der Clou an der Sache ist also, dass du dir bei ALG II gar kein Auto leisten kannst. Besonders tragisch ist dies, wenn in einer sogenannten Bedarfsgemeinschaft einer vollzeitbeschäftigt ist und der andere arbeitslos. Denn der Vollzeitbeschäftigte muß von nun an auch mit diesem Geld auskommen um den Partner zu unterhalten.
Gruß
eskima
Gewinne steigen - Investitionen bleiben aus
http://www.frankfurterrundschau.de/ressorts/wirtschaft_und_boerse/wirtschaft/?cnt=613207
FR 4.1.2005
Trotz hoher Profite und bester Rahmenbedingungen dürften die Investitionen der Unternehmen auch 2005 mager ausfallen. Ursachen sind Konsumflaute und Orientierung am Shareholder-Value.
VON DIERK HIRSCHEL
Zum Jahreswechsel knallten die Champagnerkorken in den Chefzentralen der deutschen Wirtschaft. Deutsche Unternehmen erzielten im vergangenen Jahr so hohe Profite wie seit langem nicht mehr. Der Gewinnanteil am nationalen Kuchen (Volkseinkommen) hat mit 30,5 Prozent ein Rekordhoch erreicht. Die Gewinne der Dax-30-Unternehmen kletterten um 60 Prozent. Damit wird das gute Ergebnis des Jahres davor - immerhin satte 37 Prozent - noch übertroffen.
Ermöglicht wurde der goldene Regen durch eine boomende Exportkonjunktur und rigorose Sparprogramme auf dem Rücken der Belegschaften. Die Konzernleitung von Daimler-Chrysler, die aus den Sindelfinger Beschäftigten noch im Sommer 500 Millionen Euro herauspresste, steigerte ihre Gewinne vor Steuern um 677 Prozent. Siemens, Vorreiter bei der Durchsetzung unbezahlter Mehrarbeit, verbuchte 2004 einen Vorsteuergewinn von 3,4 Milliarden Euro. Die anhaltende Binnenmarktschwäche - durch die Arbeitskostensenkungsprogramme maßgeblich verschärft - stellt für die Global Player der deutschen Unternehmenslandschaft kein Hindernis dar. Ihre Absatzmärkte liegen überwiegend im Ausland.
Die gestiegene Unternehmensrentabilität übersetzt sich jedoch nicht automatisch in mehr Wirtschaftswachstum. Was gut für Daimler-Chrysler und Siemens ist, stiftet nicht zwangsläufig Nutzen für die Nationalökonomie.
Das angebotsökonomische Glaubensdogma, dass die Gewinne von heute die Investitionen von morgen sind, droht im neuen Jahr wiederholt Schiffbruch zu erleiden. Schon jetzt korrigiert die überwiegende Mehrheit der Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognosen nach unten. Nachdem bereits im vorigen Jahr der von den Auguren prognostizierte Investitionsanstieg ausblieb, gibt es auch für 2005 keinen Anlass zur Euphorie.
An den Kosten liegt es nicht. Die angebotseitigen Investitionsbedingungen waren noch nie so gut wie heute: Nicht nur die realisierten Gewinne auch die Gewinnerwartungen zeigen nach oben, die Unternehmen haben ihre Schulden abgebaut, die Zinsen befinden sich auf historischen Tiefstständen und die moderat steigenden Lohnstückkosten konnten seit Mitte der 90er Jahre nur noch von Japan unterboten werden. Trotz abwärts gerichteter Weltkonjunktur beste Voraussetzungen für ein wahres Investitionsfeuerwerk im neuen Jahr.
Wäre da nicht die chronische Konsumschwäche auf dem Inlandsmarkt. Folglich bleiben die Absatzerwartungen für den heimischen Markt im Keller. Erweiterungsinvestitionen sind unter diesen Umständen mit einem hohen unternehmerischen Risiko behaftet. Dies gilt besonders für den binnenmarktabhängigen Mittelstand.
Der scheinbare Widerspruch von Gewinnstärke und Investitionsschwäche erklärt sich auch aus dem Strukturwandel der Finanzmärkte. Die zunehmende Dominanz des Shareholder-Value-Prinzips führt dazu, dass Unternehmensgewinne verstärkt in Rückkäufe eigener Aktien und Dividendenausschüttungen fließen. Die kurzfristige Kurspflege erfolgt dann zu Lasten langfristiger realwirtschaftlicher Investitionstätigkeit.
Die lauten Klagen der Arbeitgeberverbände über eine international zu niedrige Eigenkapital- und Umsatzrendite deutscher Unternehmen verweisen auf zukünftige Rentabilitätsanforderungen. Auf welchem Weg die Profite weiter gesteigert werden, demonstrierte jüngst die Deutsche Bank. Einer angestrebten Eigenkapitalrendite von 25 Prozent werden mehr als 2000 Arbeitsplätze geopfert.
Shareholder-Value-Orientierung und Konsumflaute verstärken sich somit gegenseitig. Ohne ein wirtschaftspolitisches Gegensteuern wird sich die Abwärtsspirale weiterdrehen. Zu diesem Zweck müsste sich der rot-grüne Reformeifer aber endlich einer aktiven Geld- und Finanzpolitik sowie der Regulierung der Kapitalmärkte widmen

