um mir den Druck zu...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

um mir den Druck zu nehmen...

 
(@tabsel)
Nicht wegzudenken Registriert

... ich war ja hier schon sehr sehr lange nicht mehr... ich schaue zwar immer mal wieder sporadisch hier rein. Allerdings hat sich die Lage zwischen mir und meiner Ex, der Mama unserer Kinder super entspannt. Wir haben kaum mehr Probleme. Klar nagt das eine oder andere noch am Gemüt hin und wieder... Ich habe eine so strahlende Freundin gefunden, die es sehr gut verstand mir mein Gemüt mehr und mehr aufzuhellen... und das führt mich zu meiner Geschichte hier. Hier kennt mich wohl kaum noch jemand, die Geschichte hat auch nur am Rande etwas mit "Vater sein" zu tun, ich schreib sie auch nur, weil ich denke ein sehr emotionaler Mensch zu sein, der sich dadurch den Leidensdruck ein wenig nehmen kann. Klar, ich könnt auch Tagebuch schreiben. Irgendwie erhoffe ich mir aber doch ein bisschen Feedback oder Rat und Schläge, die mich aus meinem momentanen Tief etwas herauskatapultieren könnten? Mal sehen...

Wie gesagt, es geht um die Beziehung zwischen mir und meiner Freundin. Sie ist Mutter zweier süßer Kinder und verheiratet. Kennengelernt haben wir uns vor bald fünf Jahren. Aus einer Affaire wurde Liebe, für mich damals, nachdem mich meine Frau und der Glaube an die Liebe verlassen hatte undenkbar dass mir das je wieder passieren könnte, aber wie das Leben spielt...

Ihr Mann weiß seit über einem Jahr "Bescheid", im Januar diesen Jahres eröffnete sie Ihm dass sie sich trennen möchte. Seither wohnen sie noch zusammen, schlafen meist in einem Bett etc... Meine Freundin wohnt etwa 200Km von mir entfernt. Ich hab jedes zweite Wochenende meine Kids und möchte die Zeit auch mit Ihnen zusammen verbringen, so sehen wir uns nur alle zwei Wochen über's Wochenende. Mal eben zu Ihr vorbeikommen kann ich nicht, Ihr Mann wohnt ja noch bei Ihr. Sie macht Ihr Abi nach und kann nicht Auto fahren, also kann auch sie nicht eben mal bei mir vorbeikommen. Zudem ist sie ein recht freiheitsliebender Mensch, ums mal so zu sagen, also Ihr "reichten" die Wochenenden, anders machbar ist's ja eh nicht, und sie gibt sich zufrieden mit dem was sie hat und genießt eben das. Ich hingegen, ich könnte mir schon vorstellen, nein, ich BRAUCHE einfach mehr Freiheiten in einer Beziehung. Ziel seit Januar also war es, dass Ihr Mann auszieht.
Zuerst war geplant dass er sich eine eigene Wohnung in der Nähe nimmt. Da ich selbst Trennungsvater bin und von meiner Frau verlassen wurde und er wirklich ein sehr sehr liebenswerter Mensch und Vater ist und ich Ihren Kids den Vater sicher nicht streitig machen darf, nicht will und auch nicht kann bin ich natürlich bemüht darum, nicht "dazwischen zu funken", keinen Keil zwischen Ihr und Ihrem Mann, dem Vater Ihrer Kinder zu treiben, im Gegenteil.
Mangels finanzieller Mittel jedoch haben sie sich entschieden, dass Ihr Mann zu Ihrer Schwester vier Stockwerke im Haus in eine Art WG runterzieht. Für die Kids sicher Klasse, haben sie Mami und Papa und die Tante eh immer "griffbereit". Ihre Kinder sind eh super selbständig, überhaupt ist das ein richtig enges soziales Netz. Sie versteht sich mit Ihrem Mann sehr gut. Klar leidet er unter der Situation, es sind aber beides erwachsene und reife Persönlichkeiten, die über Ihrem Gefühle das Beste zum Wohle der gemeinsamen Kinder wollen, und auch erreichen. Insgesamt bewundere ich die zwei fast für die Art wie sie diese Veränderung "in Angrif" nehmen.

Gleichzeitig aber ist das auch für mich nicht leicht zu "ertragen"... Im Prinzip bin ich der "Zweitpartner", der immer hinten anstehen muß, organisatorisch nicht anders machbar, und meine Freundin provoziert Ihren Mann nicht durch "ausschlußähnliches Verhalten", ganz im Gegenteil, sie ist bemüht darum, Ihm seinen Willen zu lassen, und ist sehr sehr geduldig... wie gesagt, seit Jahren sehen wir uns nur alle zwei Wochen, wenn überhaupt, seit einem Jahr sind die "Beziehungsverhältnisse" "geklärt" und ich warte darauf, dass sich etwas verändert, hin zu mehr Freiheit für uns. Mittlerweile denke ich, ich bin der einzige der das will, weil sie einfach keinen Druck ausübt auf Ihren Mann, Ihn das Tempo bestimmen läßt, wo sie Ihn schon wegen mir verläßt... Ihre Kinder haben mich schon kennengelernt, und ich Ihre Kinder, meine Kinder und sie kennen sie auch schon flüchtig...

Alles in allem führte das alles und anderes bei mir zu mächtig Frust. Bei Ihr zu mächtig Abwehrverhalten und zu einem ziemlichen schwelenden Konflikt, gegenseitigem Mißtrauen in und Unlust auf unserer Beziehung. Verständlich... ich bin nur noch am Rumnörgeln, sie kann und will zum Wohle Ihrer Kinder keinen Druck auf Ihren Mann ausüben... Dazu kommt bei Ihr der Lernstress, Ihre Freiheitsliebe...

ich fühl mich mehr und mehr ignoriert, allein und im Stich gelassen... Meine Freundin steht natürlich auch unter immensem Druck, jetzt Alleinerziehend zu sein (wobei Ihr Mann Ihr weiterhin bei allem hilft, Ihre Freundinnen ebenso, Ihre Familie auch), nebenbei das Abi... Sie trennt sich nun "real" von Ihrem Mann, das zehrt natürlich auch und kostet viel viel Kraft, so braucht sie natürlich viel viel Zeit für sich. Ihr Umfeld unterstützt sie. So krieg ich immer weniger mit, sie erzählt mir nichts mehr, führt eh nur all zu oft zu Streit und Unverständnis beiderseits. Ich fühl mich mehr und mehr ausgeschlossen...

Ich bin traurig über diese Entwicklung. Auf der einen Seite hab ich natürlich extremsten Respekt und übe mich in Rücksicht, der Kinder zuliebe, wo ich nur kann... aber es fällt mir mit zunehemender Zeit schwerer und schwerer zu warten, zweite Geige zu spielen, es zieht sich ja nun schon seit Jahren hin... Und indem sie sich nicht mehr mitteilt, ich nichts mehr mitbekomme da wandelt sich meine Enttäuschung und Traurigkeit so langsam in Wut.

Ich würde sie doch gern unterstützen in Ihrer Situation. Natürlich ist das schwer auf die Entfernung. Aber ich würde Ihr auch gern zusprechen, Ihr Mut machen, sie is eh so ne starke, zähe Frau. Sie schafft das schon allein, hat Ihr soziales Netz. Also ich fühl mich "nicht benötigt"...

Und heute haben wir uns darauf geeinigt eine Auszeit zu nehmen. Sie wisse nicht mehr was sie sagen sollte. Dabei wäre es doch einfach sich mir mitzuteilen... Andererseits kann ich verstehen dass sie sich zurückzieht, da ich ja auch so gefrustet bin, was sie nicht noch zustätzlich gebrauchen kann...

Ich wüßte nicht, wie wir da wieder herauskommen könnten... Ich liebe sie und sie liebt mich und ich bin nicht bereit WIEDER eine Beziehung zu beenden ohne mein Möglichstes getan zu haben es zu verhindern. Aber gehören dazu nicht zwei? Ich vermisse sie jede Minute, denke ständig an sie und weiß nicht mehr was ich fühlen soll, wenn das aufgrund der Situation derzeit einfach nur einseitig sein kann... Ich hab im Prinzip schon das durch, was sie vor sich hat, wobei es bei Ihr und Ihrem Mann ja wirklich sehr reif und erwachsen vor sich geht. U.A. deswegen liebe ich sie ja...

das is alles so kompliziert...

wie kann ich Ihr denn "beistehen", sie unterstützen?


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 15.10.2007 18:58
(@diemystiks)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Tabsel,

ich kenne dich noch :).

Auf der einen Seite ist es schön, daß du dich wieder verliebt hast. Ich kann mich noch an kleine (nette) Diskussionen zwischen uns erinnern, in denen du dir nicht vorstellen konntest, dich wieder " auf eine Frau einzulassen".

Ich weiss nicht, ob ich dir Ratschläge geben kann, da die Entfernung ja doch kein Pappenstiel für eine Beziehung ist.

Ich kann einerseits deinen Frust verstehen, da du in Warteposition bist und eher Tatendrang sehen würdest.

Auf der anderen Seite finde ich klasse, wie behutsam deine  Freundin mit dem Thema Trennung und Kids umgeht.

Wahrscheinlich hat sie sich wirklich zurückgezogen, weil sie sich doch unter Druck gesetzt fühlt. Auch wenn du ihr nicht die Pistole auf die Brust gesetzt hast.
Du weisst selbst, daß du zunehmend frustiger geworden bist. Tatsächlich ist es so, daß sie das wohl zur Zeit am wenigsten gebrauchen kann.

Ich kann aus deiner Beschreibung nicht ganz erkennen, wie ihr euch die Zukunft vorgestellt habt.

Ich verstehe es so, daß wenn der Mann ausgezogen ist bzw. die Trennung unter Dach und Fach ist, ihr euch jedes Wochenende sehen könnt, also auch mit Kids.
Oder habt ihr überlegt, daß du dann dorthin ziehst? Wenn sie ihr Abi macht und ihre Kinder dort in einem guten sozialen Netz leben, kommt wohl der Umzug für sie nicht in Frage.

Versuche dich an deine Zeit der Trennung zu erinnern. Sicher hast du dir oft in dieser Zeit gewünscht, daß deine damalige Frau sensibler mit dem Thema umgeht und kindgerechter.

Ich fürchte du musst ihr die Zeit geben, die sie braucht. Nörgel sie nicht voll oder fruste sie an.
Ich denke wenn man diese Zeit nicht aushält, muss man die Konsequenzen daraus ziehen.

Wenn sie sagt, sie wüsste nicht mehr was sie sagen solle, heißt das für mich, das Thema ist schon mehr als oft durchgekaut worden. Fazit ist nun die Auszeit. Wie du ihr nun beistehen kannst, kann ich dir nicht sagen, du kennst sie wohl besser 😉
Ich würde sie nicht drängen, freu dich wenn ihr telefoniert, sag ihr nette Dinge und lass das Thema der Trennung einfach mal ruhen. Auch wenn es schwer ist.

Mehr kanst du wohl zur Zeit nicht tun. Sie muss dort ihr Ding erst einmal in trockene Schuhe bringen.

LG
Tina * die sich freut, daß sich bei dir in Bezug auf Ex und Kids die Situation so entspannt hat


Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.

AntwortZitat
Geschrieben : 15.10.2007 20:54
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin TabSel,

ich kann mich Tina's klugen Ratschlägen nur anschliessen - und eine eigene Beobachtung bzw. Erfahrung anfügen: Ich habe mir viele Beziehungen in meinem Umfeld angesehen - glückliche und unglückliche. Und mich natürlich gefragt, worin die Unterschiede liegen. Da gibt es zwar viele Nuancen und Details, aber wenn ich das Ganze auf einen Nenner bringe, stelle ich fest: Glücklich sind die Paare, die sagen "Wir haben uns so kennengelernt wie wir sind - und schaffen es wechselseitig, uns auch so sein zu lassen." Die unglücklichen hatten und haben dagegen irgendwelche Baustellen, die sich grob mit "unerfüllten Erwartungen" beschreiben lassen; sinngemäss "Wenn der/die andere mich wirklich liebt, muss er doch dieses und jenes für mich tun!" Genau da liegt der Hase im Pfeffer: Liebe und die damit verbundenen Handlungen kann man nicht einfordern. Ein sehr kluger Mensch hat mal formuliert: "Wir sind kein Paar, um uns gegenseitig unsere Erwartungen zu erfüllen.

Es ist wie die Sache mit dem halbvollen oder dem halbleeren Glas: Versuch Dich einfach mal auf die andere Seite des Problems zu stellen und Dich nicht ständig zu fragen "Was haben wir nicht?", sondern zu sehen "Das haben wir!" Die Suche nach dem Realisierbaren ist viel zielführender als das Beklagen des Unrealisierbaren.

Grüssles
Martin
(der mit o. a. Rezept seit Jahren blendend leben kann)


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 15.10.2007 21:06
(@tabsel)
Nicht wegzudenken Registriert

Danke vielmals für Eure Antworten...  🙂


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 15.10.2007 22:24
(@smilla)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo TabSel,

ich habe Deine Geschichte gelesen und finde es grundsätzlich sehr gut, wie Ihr miteinander umgeht .
Was mir aber bei dem Ganzen nicht klar wird:
Du hast geschrieben, dass ihr Euch seit 5 Jahren kennt....hat zu dieser Zeit auch Eure Affäre angefangen?
Und seit wann seid Ihr denn ein Paar?
Wenn Ihr nämlich schon 5 Jahre zusammen seid und die Grenze von der Affaire zur Beziehung auch schon lange
überschritten habt, dann schleicht sich bei mir schon das Gefühl ein, dass Eure Erwartungen an die Beziehung
sehr unterschiedlich sind.
Wenn ich es richtig herausgelesen habe, wünscht Du Dir eine feste Beziehung mit mehr Nähe (auch räumlich).
Sie scheint jedoch mit der Regelung, wie sie jetzt ist, sehr zufrieden zu sein.
Vielleicht solltet Ihr Euch mal zusammensetzen und Du lässt sie einfach mal erzählen....
Wie sie die Zukunft für Euch beide sieht....möglicherweise weichen Eure Vorstellung ganz erheblich voneinander ab.
Und dann erzähl Du ihr ganz offen, wie Du Euch in ein paar Jahren siehst...und wartest ihre Reaktion ab.
LG
Smilla


AntwortZitat
Geschrieben : 15.10.2007 22:45