Hallo zusammen,
ich versuche gerade eine Beziehung zu einem gebrauchten Mann aufzubauen. Er hat sich Dez. 04 von ihr getrennt, zu diesem Zeitpunkt sind wir auch zusammen gekommen. Ich weiß, von einer Beziehung in die nächste, bla, bla, bla. Das haben wir schon durch.
Die Beziehung zu seiner Frau ist schon länger kaputt gewesen und er hatte (evtl. auch durch mich) erst jetzt den Anstoß gefunden "zu gehen".
Leider war seine Frau zu diesem Zeitpunkt hochschwanger und er ist deshalb und wegen der anderen beiden Kleinkinder noch bei ihr im Haus geblieben. Sie wusste aber von mir und das er sich trennen möchte. Ende Dez. ist das Kind dann geboren worden und er hat sie noch stark unterstützt. Die anderen Kinder zum Kindergarten etc. und wohnte auch noch mit ihr zusammen.
Dann hat sie auch eine gemeinsame Familientheraphie angestrebt (Jan. 05, die immernoch andauert), damit die Trennung objektiv betreut wird. Insgesamt scheint sie mir auch sehr vernünftig, denn die Beiden ziehen zum Wohle der Kinder an einem Strang. Das heißt nicht, dass sie sich privat noch viel zu sagen hätten, aber für die Kinder haben sie eine gepflegten Umgang.
Er hatte dann auch im März seine große Sinnkrise, in der er sich darüber klar werden musste, was er will.
Er will definitiv seine Kinder nicht verlieren, denn die sind ihm das Wichtigste, aber er weiß auch, dass er mit seiner Frau keine glückliche Beziehung führen kann. Deshalb will er sich trennen.
Ich denke, dass seine Frau noch so die "Füße still hält", liegt an ihrer Hoffnung. Und er hat extreme Angst davor, dass sie in die Wut/Hass-Phase kommt und ihm die Kinder entzieht. Beiden ist aber klar, dass sie die Beziehungs- von der Elternebene trennen müssen, wobei die Grenzen schwer zu erkennen sind.
Im April 05 hatte er dann endlich eine eigene 1-Zim.-Wohnung. Es gab inzwischen auch einen Rechtsanwaltstermin zur Klärung der rechtlichen und finanziellen Lage.
Nun aber mein eigentliches Problem:
In seiner Wohnung stehen bisher ein Feldbett und zwei Kartons mit einem Teil seiner Bekleidung. Er behauptet, das reicht ihm erst mal. Übernachten tut er häufig in ihrem gemeinsamen Haus, denn wenn er abends schon mal da ist und die Kinder ins Bett bringt, dann kann er sie ja morgens auch wecken und fertig machen. Außerdem ist der Weg zu ihm nachhause mit öffentlichen Verkehrsmitteln spät abends sehr aufwendig. Sie hat da anscheindend nicht viel gegen auszusetzen.
Ist das normal? Kann das für sie gut sein? Ist das für die Kinder gut? Was ist das überhaupt?
Ich bin mir nicht sicher, ob diese Übernachtungen nicht auf der Beziehungsebene stattfinden, oder tatsächlich einen elterlichen Ursprung haben. Ich weiß nicht, ob es für die Kinder ok ist.
Außerdem habe ich das Gefühl, dass er sich nicht von diesem alten Heim trennen kann. Muss ich ihm da Zeit geben und mehr Verständnis aufbringen? Oder muss er sich deutlicher Trennen und sein eigenes Heim aufbauen und das alte hinter sich lassen? Das er das irgendwann machen muss weiß ich, aber wann? Wann ist der Punkt errreicht, an dem ich zuviel Verständnis zeige?
Ich zerbreche mir den Kopf, finde aber keine Antworten. Für ihn ist es praktisch und normal, denn es ist ja auch sein Haus.
Vielleicht kann mir jemand aus seinem Erfahrungsschatz berichten!
Hallo!
Wenn du ein bißchen nach meinem namen suchst, findest du unter Zweitpartner meine Geschichte. Kurzform: Er verliebt sich in mich, er gesteht es seiner Frau, er zieht aus, wir leben zusammen, er vermisst seine Kinder, er geht zurück. Aber: Er liebt mich. Es ist ein ganz schwieriges Thema und ich habe indessen mit vielen Betroffenen gesprochen. Wir sollten einfach mal telefonieren. Ich schicke dir in einer PN meine Telefonnummer.
Im Endeffekt darfst du als Zweitpartner nie das Band unterschätzen, dass zwischen einem Vater und seinen Kindern ist. Wenn er seine Kinder liebt, dann wird er sich ganz schwer darin tun, nicht bei Ihnen zu sein und jeden Schritt ihrer Entwicklung zu verfolgen.
Ob das für die Kinder unter der Prämisse, dass zwischen Mama und papa kein oder ein erzwungenes Verhältnis ist, besser ist, möchte ich bezweifeln. Aber dieser Schritt, zu gehen und auch weg zu bleiben ist ein riesiger.
Ich habe für mich erst einmal beschlossen, Geduld zu haben. Einen anderen Mann kann ich im Moment sowieso nicht lieben, also gebe ich ihm Zeit und versuche trotzdem mein Leben für mich neu aufzubauen, denn ich weiß nicht, ob und wann er sich traut seine Kiner zu verlassen und zuzugeben, dass seine Ehe nur noch von dem gemeinsamen Band zu den Kindern und der schönen Vergangenheit gehalten wird.
Liebe Grüße
Floret
